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Details

Tags: HKS ADS
Kategorie: Anderes
Jahr: 2001
Seiten: 16
Note: 1-
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 246 KB
Archivnummer: V105919
ISBN (E-Book): 978-3-640-04198-5

Volltext (computergeneriert)

Das hyperaktive Kind

 

Das hyperkinetische Syndrom

von Sabrina Stechmann

Inhalt:                                                                                                 Seite:

1.1. Einleitung: Die Rot-Kreuz-Kindertagestätte am Uhlenhoffweg 3
1.2. Mein Praktikum in der ,,Kita" am Uhlenhoffweg 4

2.1. Einleitung zur Fallstudie ,,Hyperaktivität" 6
2.2. Vergleich zwischen in Büchern beschriebenen Symptomen und eigenen Beobachtungen 7
2.2.1. Symptome des hyperkinetischen Syndroms in den verschiedenen Altersklassen 8
2.2.2. Zeugnis eines typischen hyperaktiven Kindes 10
2.3.Ursachen des hyperkinetischen Syndroms 11
2.4.Therapiemöglichkeiten bei hyperaktiven Kindern 12
2.5. Ausblick 13

3.1. Stellungnahme zum Sozialpraktikum 14

4.1. Glossar 15
4.2. Quellenangabe 15

1.1. Einleitung: Die Rotkreuzkindertagestätte am Uhlenhoffweg
Mein Sozialpraktikum absolvierte ich in der Rot-Kreuz-Kindertagesstätte am Uhlenhoffweg.
Es handelt sich hierbei um eine 1419 m² große Anlage, mit 700m² Außengelände und 719m² Innenfläche. Wie bei allen Rot-Kreuz Kindergärten handelt es sich auch bei der Filiale am Uhlenhoffweg, um einen sogenannten Integrationskindergarten.
Das heißt das ein größerer Teil der Kinder nicht deutschsprachiger Herkunft ist und das gesamte Gelände behindertenfreundlich aufgebaut und auch mit dem Rollstuhl befahrbar ist.Zu den Konzepten der Rot-Kreuz-Kindertagesstätten zählt unter anderem die ganzheitliche Erziehung zur Selbstständigkeit, eine gute Kommunikationsbasis mit den Eltern und die Integration von ausländischen oder behinderten Kindern.
In den zwei Wochen, in denen ich am Alltag der Kindertagesstätte teilnahm lag der Ausländeranteil bei 33% und wir hatten zwei geistig minder schwer behinderte Kinder. Neben 7 weiteren Praktikanten waren noch 13 festangestellte Erzieherinnen in der Tagesstätte beschäftigt. Besonders gut haben mir die Räumlichkeiten für die knapp 130 Kinder gefallen. Es gibt rund 14 für die Kinder zugängliche Räume, darunter ein Bewegungsraum, ein ,,Bällebad", einen Kreativraum, in dem gebastelt und gemalt werden kann und besonders wichtig für die jüngeren Kinder, Ruheräume in denen man sich nach Bedarf auch unbeaufsichtigt aufhalten darf und sich für eine Weile zurückziehen kann, wenn einem die Toberei zuviel wird.
Die 8 Krippenkinder haben einen gesonderten Raum für sich allein, da die älteren Kinder doch meist noch zu grob mit ihnen umgehen. Während die jüngeren Kinder und die ,,Eingewöhner" * meist Mittags abgeholt werden, bleibt der Rest der Gruppe normalerweise bis 16.00 Uhr in der Kindertagesstätte.
Nachmittags kommen außerdem noch die Grundschulkinder hinzu, die, genau wie alle anderen Kinder, auch dort Mittagessen und anschließend unter Beaufsichtigung einer Sozialpädagogischen Assistentin ihre Hausaufgaben machen.
Auch wenn die Kinder am Tag uneingeschränkt in allen offenen Räumen spielen dürfen, finden sie sich Morgens in ihren festen Gruppen von je 8 bis 12 Kindern zusammen und halten mit einer, ihnen fest eingeteilten, Erzieherin eine sogenannte ,,Blitzlichtrunde" ab, in der gespielt und gesungen wird. So haben die Kinder einen Orientierungspunkt in der großen Gruppe und eine Vertrauensperson, an die sie sich bei Problemen wenden können.
Die Kinder, die die Tagesstätte ,,Am Uhlenhoffweg" besuchen, kommen zum größten Teil aus Finkenwerder und der näheren Umgebung. Sie stammen meist aus typischen Mittelstandsfamilien und es finden sich nur wenige sozial schwächer gestellte Kinder unter ihnen, wie mir eine Erzieherin erklärte.

Die Mitarbeiter des Kindergartens haben sich zur Aufgabe gemacht:


· Die Lebenssituation jedes Kindes zu berücksichtigen
· Das Kind zur größtmöglichen Selbstständigkeit und Eigenaktivität zu erziehen
· Seine Lernfreude anzuregen und zu stärken, seine individuellen Neigungen und Begabungen zu fördern
· Dem Kind zu ermöglichen seine emotionalen Kräfte zu entwickeln
· Die Persönlichkeit des Kindes als ,,Ganzheit" zu betrachten und zu fördern
· Das Kind unterschiedliche soziale Verhaltensweisen, Situationen und Probleme bewusst erleben und seine Rolle innerhalb der Gruppe erfahren zu lassen
· Verhaltensweisen einzuüben, die das Respektieren von anderen beinhalten
· Weiterhin versteht sich die Kindertagesstätte als Partnet der Eltern. Er will sie in ihrer Erziehungsarbeit unterstützen und im gegenseitigen Gedankenaustausch zu einem möglichst optimalen Erziehungsklima für die Kinder sorgen.

1.2. Mein Praktikum in der ,,Kita" am Uhlenhoffweg

Die erste Woche verbrachte ich bei den Hortkindern im sogenannten ,,Miniclub".
Der ,,Miniclub" besteht aus drei, nur den Krippenkindern zugänglichen Räumen: einem Spielraum, einem Ruheraum und einem Essraum.
Die Kinder, die den Miniclub besuchen sind zwischen 8 Monaten und 2 Jahren alt. Meine Aufgabe bestand während dieser Zeit, mit den Kindern zu spielen, sie zu wickeln, zu füttern, sie bei Ausflügen zu betreuen und sie nach dem Mittagessen umzuziehen und in den Schlafraum zu bringen, wo sie unter Betreuung von Frau Schlett ihren Mittagsschlaf hielten.
In der zweiten Woche war ich im ,,Kreativraum" beschäftigt mit den größeren Kindern
(3 bis 5 Jahre) zu malen, zu basteln, mit Ton zu arbeiten und Kekse zu backen.
Da der Kreativraum für alle zugänglich ist, lernte ich dort einen Großteil der Kinder kennen, die ich in der ersten Woche nur selten zu Gesicht bekommen hatte.
Auch hatte ich hier die Möglichkeit den Jungen, über den ich später meine Fallstudie schreiben sollte genauer zu beobachten. Nachmittags betreute ich auch einige Male die Schulkinder bei ihren Hausaufgaben oder half der Erzieherin im Bewegungsraum.

Ein typischer Arbeitstag
Wie jeden Tag erreichte ich den Kindergarten kurz vor 9.00 Uhr.
Dann hatte ich noch etwa eine halbe Stunde Zeit mich mit den Erzieherinnen und den anderen Praktikanten zu Unterhalten, während die letzten Kinder von ihren Eltern in die Tagesstätte gebracht wurden. Um 9.30 Uhr begann dann die alltägliche ,,Blitzlichtrunde", in der gespielt, gesungen, vorgelesen oder erzählt wird.
Die Leiterinnen des ,,Miniclubs", in dem sich nur die Krippenkinder befinden sind Frau Gabers und Frau Bendt. Gerade in der Woche, in der mein Praktikum begann hatten sie vier ,,Eingewöhner" bekommen, das heißt Kinder, die das erste Mal einen ganzen Tag in der Krippengruppe verbringen und daher noch oft schreien, weil sie ihre Eltern vermissen und ihnen die neue Umgebung noch recht ungewohnt ist.
Dementsprechend unruhig war es dann auch während der Blitzlichtrunde, bei der auch einige wenige ältere Kinder teilnehmen dürfen. An diesem Tag spielten wir auf Grund eines Kindergeburtstages ,,Topfschlagen", was allerdings nicht wirklich gut funktionierte, weil die Kinder noch etwas zu jung für dieses Spiel waren und mit verbundenen Augen viel Hilfe benötigten, um den Topf zu finden. Die Blitzlichtrunde dauert eine halbe Stunde und verläuft immer nach einem festen Schema, die den Kindern ein Maß an Gewohnheit bietet. Zunächst wird ein Morgenlied gesungen, dann einige Zeit vorgelesen und erzählt und schließlich wird die Runde mit einem Abschlusslied beendet. Später wird den Kindern die Möglichkeit geboten, ihre selbst mitgebrachten Brote zu frühstücken und sich noch einmal im Waschraum unter Aufsicht die Zähne zu putzen. Anschließend haben sie etwa 1 ½ Stunden Zeit sich frei zu beschäftigen, wobei die Krippenkinder, isoliert von den älteren Kindern in einem extra Abschnitt des Hauses untergebracht sind, da es sonst für die Erziehrinnen schwer möglich wäre ihren Aufsichtspflichten nachzukommen. Gegen 12.00 Uhr war ich meistens damit beschäftigt, das Mittagessen vorzubereiten. Der separate Essraum musste aufgeräumt, die Tische zusammengerückt, abgewischt und gedeckt werden. Jedes Kind bekam ein Lätzchen und wurde auf seinen Platz gesetzt. Während des Mittagessens bestand meine Aufgabe darin, die jüngeren Kinder zu füttern und die widerspenstigeren Kinder auf ihren Plätzen zu halten, bis alle mit dem Essen fertig waren. Anschließend, musste der Essraum gesäubert werden und die Kinder wurden ,,Bettfertig" gemacht. Das heißt, sie mussten gewickelt und umgezogen werden (jedes Kind hatte Kleidung zum Wechseln und zum Schlafen mit, sowie eine eigene Zahnbürste und Windeln). Danach hielten sie je nach Bedarf 1 bis 1 ½ Stunden Mittagsruhe. Während dieser Zeit hatte ich meine ebenfalls einstündige Mittagspause. Nach der Mittagsruhe mussten die Kinder wieder gewickelt und umgezogen werden und konnten dann den restlichen Nachmittag wiederum mit Spielen verbringen. Zwischen 15.30Uhr und 16.00Uhr wurden sie dann schließlich abgeholt und auch mein Tag ging damit zu Ende.

2.1. Einleitung zur Fallstudie ,,Hyperaktivität"

Ich beschloss am Ende der ersten Praktikumswoche über einen Fünfjährigen zu schreiben, der mir auf Grund seiner extremen Unruhe schon früh aufgefallen war.
Ich sprach Frau Gabers auf das verhaltensauffällige Kind an und diese erklärte mir das Dennis, wie der Junge hieß, ,,hyperaktiv" sei.
Hyperaktivität scheint sich in Pädagogik und Psychologie zum häufigsten Problem des 21. Jahrhunderts zu entwickeln. Circa 940000 Kinder und Jugendliche leiden unter dem sogenannten ,,Hyperkinetischen Syndrom"(HKS) oder unter einer Aufmerksamkeits-Defizit-Störung (ADS). Kinder die unter dem Hyperkinetischen Symptom leiden, fallen durch ständige körperliche und seelische Unruhe auf. Es fällt ihnen schwer sich in einer Gruppe zu integrieren und überfordern mit ihren rastlosen Verhalten oft die, meist hilflosen Eltern und ErzieherInnen.

2.2. Vergleich zwischen in Büchern beschriebenen Symptomen und eigenen Beobachtungen

Dennis Krankheit machte sich während des gesamten Tages, den er im Kindergarten verbrachte bemerkbar.
Kurz nach 9.00Uhr trifft Dennis mit seiner Mutter ein. Wie alle anderen Kinder zieht er seine Jacke aus und tauscht die Straßenschuhe gegen die Hausschuhe ein.
Als seine Mutter sich verabschiedet, beginnt Dennis lautstark zu schimpfen und steigert sich schließlich in ein lautes Protestgeheul ein.
Kaum ist seine Mutter gegangen, beruhigt er sich und beginnt (allein) mit Matchboxautos zu spielen. Dies wird ihm kurz darauf zu langweilig und er lässt sie lautstark gegen Schränke, Stühle und andere Kinder fahren, woraufhin er von Frau Gabers ermahnt wird.
Am deutlichsten Tritt seine motorische Unruhe jedoch bei den täglichen ``Blitzlichtrunden`` hervor.

Protokoll einer Blitzlichtrunde mit Dennis:

9.30 Uhr: Beginn der Blitzlichtrunde
9.33 Uhr: Dennis singt so laut er kann das Morgenlied mit
9.36 Uhr: Dennis beginnt unruhig auf seinen Platz rumzuhopsen
9.38 Uhr: Dennis bewirft ein Mädchen mit Bällen aus dem Bällebad
9.41 Uhr: Die Kinder haben die Aufgabe einen möglichst hohen Bauklötzeturm aufzustellen, Dennis spielt zunächst mit, bringt den Turm eines anderen Kindes jedoch zum Einsturz, was in wütendem Gebrüll und Tränen endet.
9.50 Uhr: Dennis beginnt sich auf den Boden hin und her zu wälzen
9.55 Uhr: Dennis schreit plötzlich laut ,,Superman" und wirft sich auf ein anderes Kind
9.58 Uhr: Alle singen das Abschlusslied, Dennis hält sich die Ohren zu und schreit laut
eine andere Melodie dazwischen.
10.00 Uhr: Ende der Blitzlichtrunde

Den Rest des Vormittages verbringt Dennis, wie die anderen Kinder mit Spielen, doch er wechselt seine Aktivitäten fast im Minutentakt und weigert sich vehement die benutzten Spielsachen wegzuräumen. Beim Mittagessen kippelt Dennis mit seinem Stuhl, hustet andere Kinder an, wirft auf Grund seiner Zappelei ein Glas um und isst nur sehr wenig, weil er mit einer heruntergefallenen Nudel spielt. Am Nachmittag dürfen die Kinder draußen spielen, was Dennis sichtlich gut tut; als er um 15.30 Uhr von seiner Mutter abgeholt wird ist er merklich ausgeglichener als am Vormittag.

2.2. Symptome:
Viele der Symptome, die ich bei Dennis tagtäglich beobachten konnte finden sich auch in der Fachliteratur zum Thema ,,hyperaktive Kinder" wieder. Besonders oft wird hier die ständige Unruhe mit Händen und Füßen, wie auch die leichte Ablenkbarkeit durch äußere Reize erwähnt. Mir wurde die Krankheit einmal folgendermaßen beschrieben: ,,Jeder Mensch hat eine Art Filter im Kopf, der entscheidet, welche Informationen und äußeren Reize für uns wichtig sind und welche nicht. Bei Menschen, die unter dem hyperkinetischen Syndrom leiden ist dieser Filter nicht in Takt, so dass eine immer neue Flut von Eindrücken auf sie einstürmt und keiner der eintreffenden Reize richtig verarbeitet werden kann." Eine direkte Folge hiervon ist das Unvermögen sich längere Zeit auf eine einzige Sache zu konzentrieren, da immer neue Impulse dem Gehirn als ,,genauso wichtig" gemeldet werden. Noch weitere in der Literatur beschriebene Symptome tauchten bei Dennis auf: Obwohl sich Dennis nicht sehr aufgeschlossen gegenüber seinen Spielgefährten zeigte, taute er bei den Erzieherinnen und mir richtig auf. Hatte er erst die Aufmerksamkeit eines Erwachsenen auf sich gelenkt, konnte man ihn nur schwer in seinem Redeschwall unterbrechen. Stellte man Dennis Fragen, so beantwortete er diese, ohne die anderen erst Aussprechen zu lassen; oder ging es gar um Ratespiele, übertönte er lautstark alle anderen Kinder und war regelrecht beleidigt, wenn nicht er die Frage beantworten durfte.
Ein weiteres Merkmal der Krankheit, das Dr. Wolff in ,,Das Hyperaktivitäts-Syndrom" beschreibt traf für Dennis jedoch nicht zu. Ich hatte nie das Gefühl, das Dennis absichtlich Dinge umwarf, oder mutwillig zerstörte. Wenn etwas in seiner näheren Umgebung zu Bruch ging, was in der Tat häufiger als bei anderen Kindern der Fall war, dann lediglich aus einem Übermaß an Unaufmerksamkeit und motorischer Unruhe und nicht aus Trotz oder Provokation.

Zusammenfassung der, in der Fachliteratur genannten Symptome:


· Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit
· Schwierigkeiten zuzuhören
· Mühe Anleitungen zu befolgen und Dinge zu Ende zu bringen
· Häufiges Verlieren und Verlegen
· Leichte Ablenkbarkeit durch äußere Reize
· Ständige Unruhe mit Händen und Füßen (Zappelphillipp)
· Mühe ruhig sitzenzubleiben
· Trotz und destruktives Verhalten
· Übermäßiges Reden
· Antworten bevor eine Frage zu Ende gestellt wird
· Kann nur schwer warten
· Störendes Verhalten gegenüber anderen
· Schlecht ausgebildete Feinmotorik
· Integrationsschwierigkeiten bei größeren Gruppen
· Einschlafschwierigkeiten
· Kaum konstruktives Spielen möglich
· Unausgewogenes Essverhalten
· Allgemeines aggressives Verhalten
· Weint häufig aus minderen Gründen
· Häufige Wutanfälle

(Markierte Symptome konnte ich auch bei Dennis beobachten)

2.2.1. Symptome in den verschiedenen Altersklassen
Symptome im Säuglingsalter:
Diese Kinder schreien oft ungewöhnlich viel, ausdauernd und besonders schrill
und sind in ununterbrochener Bewegung, quengelig, reizbar, werden schnell wütend
und schätzen körperlichen Kontakt wenig. Nie wirken sie entspannt, meist
mißmutig und unzufrieden und sorgen für erhebliche Schlafstörungen der Eltern.

Symptome im Kleinkindesalter:
Meist besteht eine ausgeprägte Trotzphase. Eltern berichten, daß das Kind die
Fähigkeit habe, aus jeder Situation ein Problem zu machen, d. h. alles was
es in die Hände bekommt wird zerlegt und im Vorbeigehen um- oder ausgeschüttet.
Sinnvolles, konstruktives Spielen entwickelt sich kaum, die Spiele sind vor allem destruktiv 
und chaotisch. Das Kind läuft häufig weg, klettert über den Zaun und auf die Straße. All
diese Dinge treten bei anderen
Kindern auch auf, aber nicht so im Übermaß. Oft vermeiden die Eltern Besuche und
werden zunehmend isoliert. Wenn das Kind in den Kindergarten kommt, baut es
keine Bauklotztürmchen, setzt kein Puzzle konstruktiv zusammen, sondern es
zerstört nur: Bauwerke der anderen werden umgeworfen, es ärgert die anderen
Kinder und es spielt nicht ausdauernd. Kein Spielzeug
wird mehr als einige Minuten benutzt und oft sagt es, ihm sei langweilig.
Als Folge werden Eltern des öfteren in den Kindergarten bestellt und ermahnt, 
konsequenter in der Erziehung zu sein, da das Kind erhebliche
Störungen aufweise.

Symptome im Schulkindalter:
Wenn das Kind in die Schule kommt, werden die Anforderungen erheblich größer.
Es soll sich sozial in eine Klassengemeinschaft integrieren und bestimmte
Spielregeln akzeptieren lernen, aber genau da liegt das Problem: Das Kind versucht, 
die Regeln nach seinem Geschmack zu ändern, und
wenn die anderen nicht mitmachen, gibt es Spannung und Streit. Bereits nach
kurzer Zeit kommt es zur Ablehnung durch die Kameraden, weil sie nicht bereit
sind, den Herrschaftsansprüchen eines Kindes zu folgen, da sie selbst ja die
gültigen Spielregeln akzeptieren. Es weint wegen Kleinigkeiten, gerät gleich in
Zorn und seine Stimmung schlägt plötzlich um; es kommt zu unverschämten,
provokanten und aggressiven Redeweisen. Wenn sie etwas wollen, muß der
 Wunsch sofort erfüllt werden.
Sie können nicht warten, sondern kriegen wieder einen Wutanfall. Genau so
schnell sind die Wünsche bei Ablenkung oft wieder vergessen.

Impulsivität und Aggressivität sind bei diesen Kindern weit verbreitet und sie
scheinen manchmal keinerlei Angstgefühl zu haben. Es gibt aber auch die Überängstlichen, 
oft motorisch ungeschickt, die sich nicht von den Eltern trennen können und mit ihrer 
Unsicherheit die Überbehütung die Eltern herausfordern.
Diese Symptome treten überwiegend bei Mädchen auf, während die reine motorische
 Unruhe häufiger bei Jungen aufzutreffen ist.Die Aufmerksamkeitsspanne ist
 außerordentlich kurz. So wie sie früher kein Puzzle fertig machen konnten und
keinen Turm mit mehr als 4 oder 5 Klötzen bauten, so wird später keine Zeichnung
beendet. Das gleiche gilt für die Hausaufgaben: da die Aufmerksamkeitsspanne so
 kurz ist, fällt dem Kind ständig etwas Neues ein. Als Folge gehen die Hausaufgaben
 nicht voran, sie werden schlecht gemacht und benötigen außerordentlich lange Zeit.

Bei vielen HKS-Kindern tritt die Pubertät später auf als bei den Gleichaltrigen.
Das paßt zu ihrer psychischen Reifungsverzögerung. Dann aber erscheinen alle
Probleme der Vorpubertät und Pubertät in verstärktem Maße. Die Ablehnung der
Umwelt ist durch das erheblich gestörte Selbstwertgefühl stärker als üblich.
Die Schwierigkeiten und Streitigkeiten mit den Eltern, der Widerspruchsgeist im
Ablösungsversuch von der Familie nehmen des öfteren extreme Formen an.
Oft besteht Selbstgefährdung, tiefe Depression bis hin zu Selbstmordgedanken,
Neigung zu Kriminalität und Drogensucht.
Aus der Hyperaktivität wird jetzt häufig eine "Nullbock"-Mentalität d.h. sie
haben keinerlei Interesse, keinen Antrieb etwas anzufangen, geschweige denn eine
Arbeit oder Aufgabe zu beenden. Die Berufswahl wird sehr kompliziert, da
sie oft gar nichts interessiert oder höchstens etwas, das sie mit ihren
bisherigen schulischen Leistungen nicht erlernen können. In der Berufsausbildung
haben sie es besonders schwer, weil sie oft schlecht gelaunt und faul
wirken. Wenn sie dann auch noch frech und vorlaut sind, ist das Arbeitsverhältnis 
oft sehr schnell wieder gelöst. Wenn man frühzeitig Interessen und Hobbys unterstützt,
 kommen diese manchmal zum Tragen und können von großen Nutzen für die Berufswahl 
sein, da auf Lieblingsgebieten bei diesen Jugendlichen oft ein ganz erstaunliches Wissen besteht.

Symptome im Erwachsenenalter:
Schwierigkeiten mit Aufmerksamkeit und Konzentration bleiben bestehen. Aus
Hyperaktivität wird jetzt Inaktivität, gepaart mit Nervosität. Weiter bestehen
Stimmungsschwankungen, ausgeprägte psychische Labilität und Impulsivität
sowohl geschäftlich, finanziell, als auch privat, die zu unüberlegten Entscheidungen
 führen. Auch Ungedult und Jähzorn werden zum Problem, genauso wie die
Unfähigkeit sich und das Leben zu organisieren.
Die niedrige Streßtoleranz, fehlende Ausdauer, Egoismus zum Teil gepaart mit
unbegrenzter Großzügigkeit, führen zu Unzuverlässigkeit und schnell wechselnde
Freundschaften und Bindungen. Suchttendenzen wie Spiel-, Kauf-, Drogen-, oder
 Alkoholsucht können schließlich Beruf und Karriere zerstören und zum sozialen Abstieg führen.

2.2.2. Zeugnis eines typischen hyperaktiven Kindes:

Zwischenzeugnis 1. Klasse:

Der lebhafte, unruhige Schüler hat Probleme, sich in die Klassengemeinschaft einzufügen. Es fällt ihm noch schwer, sich an die Regeln des Schullebens zu halten. Er ist oft an Auseinandersetzungen beteiligt und zeigt sich uneinsichtig und verliert leicht die Beherrschung. Bei seinen Mitschülern findet er schwer Anschluss.
Im Unterricht sollte er aufmerksamer mitarbeiten.
Er beteiligt sich kaum am Unterrichtsgespräch. Seine Arbeitsweise ist selbständig, unterliegt aber großen Schwankungen. Manuel arbeitet entweder zu flink und oberflächlich oder zu langsam und zu wenig zielstrebig. Seine Hausarbeiten erledigt er nicht pflichtgemäß. Immer wieder hat er Hausarbeiten vergessen. Im Lesen kann er die erlernten Buchstaben richtig benennen. Einfache Texte erliest er noch mühsam und stockend. Den Sinn versteht er nicht immer. Sein Lesevortrag muss deutlicher und flüssiger werden. Im Schreiben formt er die Druckbuchstaben ungenau und zu oberflächlich. Sein Schriftbild ist unregelmäßig. Im Rechtschreiben übt er den Grundwortschatz nicht gründlich genug. Im mündlichen Sprachgebrauch drückt er sich altersgemäß aus.
In Mathematik hat er den Zahlenraum bis 9 erfasst. Einfache Aufgaben löst er in angemessener Zeit. Denk- und Sachaufgaben durchschaut er nicht und braucht Hilfe.
Am Heimat- und Sachkundeunterricht beteiligt sich Manuel zu wenig. Im Fach Textilarbeit/Werken arbeitet er unsicher und flüchtig. Manuel braucht viel Übung. Der wechselhafte Schüler kann hilfsbereit und freundlich sein, zeigt dies aber nur selten.

2.3. Ursachen

In den letzten 30 Jahren wurden am häufigsten Erziehungsfehler,
Elternproblematik, Vernachlässigung und frühkindliche Traumata für
die Ursache gehalten und die Störungen als soziales und pädagogisches Problem
angesehen. Die meisten neueren Untersuchungen sind sich jedoch einig, daß diese
Faktoren nicht die Ursache sind, wohl aber die Ausprägung und das
Erscheinungsbild erheblich beeinflussen können. Man stellte fest, das Kinder mit HKS
 in heilen Familien genau so häufig vorkommen wie in gestörten Familien.
Meist finden sich in Familien mehrere unauffällige Kinder und nur ein "Problemkind".
Dabei ist es durchaus nicht ungewöhnlich, wenn auch ein Elternteil von dem HKS oder
dem ADS- Syndrom betroffen ist. Es konnte bisher noch nicht geklärt werden, ob die
 Krankheit genetisch bedingt weitegegeben wird, oder ob sich die Unruhe eines der
 Elternteile auf das Kind durch Erziehung und äußere Einflüsse überträgt.

Die Forschungsergebnisse der letzten 50 Jahre machen eine Stoffwechselstörung am
wahrscheinlichsten. Als Denkmodell und realistische Hypothese ist diese
Vorstellung am besten brauchbar. Ein genetischer Defekt und/oder eine Störung
zur Zeit der Gehirnentwicklung führen zu einer Andersartigkeit, zu einer
Funktionsstörung des Neurotransmitter-Systems unseres Gehirns.
Neurotransmitter sind Überträgersubstanzen am Nervenende, dort, wo ein Spalt am
 Übergang von einem Nerv zum nächsten Nerv besteht. Kommt ein bestimmter
 elektrischer Reiz über den Nerv an, muß er durch chemische Substanzen, eben die
Neurotransmitter, über diesen Spalt hinweg transportiert werden, um den neuen
Nerv zu erregen. Diese Substanzen, die bekanntesten sind das Serotonin, das
Dopamin, das Noradrenalin, müssen auf der anderen Seite durch Enzyme abgebaut
werden. Eine Störung in Zusammensetzung und Abbau oder ein Mangel an diesen
Überträgersubstanzen führt zur gestörten Reizweiterleitung und Reizverarbeitung
und damit zur mangelhaften Information und endlich zur Hirnfunktionsstörung.
In bestimmten Hirnbereichen konnte mit aufwendigen Untersuchungen eine
Minderdurchblutung, in anderen eine Zuckerverwertungsstörung nachgewiesen
werden. Damit sind wir vom eigentlichen Wissen um die Ursachen noch weit
entfernt, können aber zumindest sagen, daß es nachweisbare organische
Veränderungen gibt.

Als äußere zusätzliche Ursache für die Stoffwechselstörung werden auch
zahlreiche Nahrungsmittelbestandteile angeschuldigt. Im Amerika der 50er Jahre
die Salicylate von Benjamin Feingold, in Deutschland seit den 70er Jahren von
Herta Hafer insbesondere die Phosphate und Nahrungszusatzmittel, und von
Professor Egger, München sogenannte Pseudoallergene. Der wissenschaftliche
Beweis dafür steht noch aus.
.

2.4.Therapiemöglichkeiten bei hyperaktiven Kindern

Die Therapieformen im einzelnen:
1. Erziehung
Mehr als alle anderen Kinder brauchen diese ein ganz striktes, klar erkennbares
Erziehungskonzept. Regeln und Maßnahmen müssen so klar strukturiert sein, daß
das Kind "genau weiß, wo es lang geht".
Der Tagesablauf soll möglichst gleichmäßig geregelt sein, Machtkämpfe und
Diskussionen sind zu vermeiden. Das, was das Kind nicht kann, nämlich: Anhalten,
Hinhören und Hinsehen vor dem eigentlichen Handeln, muß der Erzieher um so mehr.
Die kurze Denk- und Handlungspause soll ihm helfen, die Nerven nicht zu
verlieren. Hat er aber einmal eine Entscheidung getroffen, soll er diese auch
durchsetzen: nämlich Handeln statt reden. Die Eltern sollten mit verbaler Kritik,
Ermahnung und Schimpfen sparen, da die Kinder nur zunehmend "elterntaub" werden
 und keinerlei Einwände mehr beachten.
Die Eltern sollten trotz aller Unaufmerksamkeit mit ihrem schwierigem Kind
sprechen, ihr Sprechen aber durch klar erkennbare Handlungen untermauern.

2. Bewegungstherapie
Hier eignet sich besonders die Psychomotorik, bei der die Kinder Freude an und
mit der Bewegung haben, spielerisch die Steuerung ihres Körpers und den Umgang
mit Raum, anderen Kindern und der Gruppe erlernen.
In der Ergotherapie* wird besonders die Körperwahrnehmung in allen ihren
verschiedenen Bereichen gefördert
,,Solche Programme können Besserung erzielen, wenn die Fähigkeiten der Kinder
gefördert und nicht die Störungen und Leistungsschwächen betont werden. Ein
Problem ist hierbei, daß außer in den Großstädten nur wenige Therapeuten mit
Erfahrung zur Verfügung stehen, so daß deren nützliche Hilfe nicht oft genug und 
nicht überall angewandt werden kann." ,,(Quelle:Dr.Wolff)

3. Psychologische und pädagogische Beratung

Familientherapie, nicht um den Eltern Ratschläge zu erteilen, sondern
ihnen zu helfen mit ihrem eigenen Problem im
Umgang mit dem schwierigen Kind fertig zu werden und die Familie an
diesem Problem nicht zerbrechen zu lassen. Hier
sind besonders die Erziehungs- und Familienberatungsstellen gefordert.

4. Diät
Unter einer bestimmten Auslaßdiät (allergenarme Ernährung), die ganz individuell
erprobt werden muß, kommt es bei einem Teil der hyperkinetischen Kinder zu einer
Reduzierung ihrer Störungen. Diese Beobachtung wurde von vielen Eltern und
praktisch tätigen Ärzten gemacht, in großen wissenschaftlichen Studien konnte
der Effekt bisher jedoch nicht sicher bewiesen werden. Die "phosphatreduzierte
Diät" hatte oft mehr ideologischen Charakter. Es gibt jedoch ernst zu nehmende
Ansätze einer "allergenarmen" Kost. Die Schwierigkeiten der Diät sind die
große individuelle Streuung der Substanzen, die stören sollen,
die starke Ausrichtung der gesamten Familie auf diese Kost für ein Kind und Mühe
bei Einkauf und Herstellung

7. Medikamentöse Therapie
Hier handelt es sich nicht um Medikamente aus dem Bereich der Beruhigungsmittel, die 
hyperaktiven Kinder dämpfen sollen und bei vielen dieser Kinder sogar eine gegenteilige
 Wirkung haben, sondern um Substanzen, die ähnlich aufgebaut sind wie unsere körpereigenen 
Neurotransmitter und offensichtlich zum Teil die Grundstörung (gestörte Reizleitung und 
Verarbeitung) verringern oder sogar aufheben.

Diese Medikamente können als Suchtmittel eingenommen und gespritzt werden, und der
Drogenkonsument wird unter diesen Medikamenten überaktiv, euphorisch,
überschätzt sich selbst, fühlt sich als der Größte und Stärkste und wird von diesen Medikamenten
 psychisch abhängig. Für sie stellen diese Substanzen ein erhebliches
Suchtpotential dar. Allerdings benötigen sie Dosen von 1 - 2 Gramm, und sie
werden nicht physisch (wie bei Heroin), sondern psychisch abhängig.

,,Für hyperaktive Kinder sieht die Wirkung anders aus: ½ Stunde nach
Einnahme ( von 1o - 20 Milligramm!) werden diese Kinder ruhiger, aufmerksamer,
ausgeglichener und die Aggressivität sinkt. Die Wirkung hält ca. 4 Stunden an.
Abhängigkeit oder Toleranzentwicklung gibt es nicht. Kurzfristige Nebenwirkungen
sind Appetitlosigkeit, gelegentliche Kopf- und Bauchschmerzen und bei falscher
zeitlicher Dosierung Schlafstörungen. Ganz häufig aber werden schon vorher
bestehende Schlafstörungen unter der Therapie geringer. Langzeitnebenwirkungen
sind bei bisher fast 60-jähriger Beobachtung nicht erkennbar. Über 80 % sprechen
auf das Medikament an. Die Verhaltensänderungen durch die Medikamenteinnahme sind
für die Eltern, Erzieher, Lehrer und die Kinder selbst oft verblüffend:
Die Betroffenen sind plötzlich in der Lage, ihre Umgebung richtig wahrzunehmen, Informationen
regelrecht zu verarbeiten und damit Leistungen zu erbringen und Verhalten zu
zeigen,das ihrer eigenen Persönlichkeit und ihrem Vermögen entspricht. Schrift, Stil
und Fehlerzahl verbessern sich oft schlagartig. Es kommt zur Entspannung der
familiären und schulischen Situation, zur Vermeidung weiterer Aggressionen und
Frustrationen." (Dr.Wolff, das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom) Ein Nachteil ist jedoch, 
dass nicht alle Patienten auf das Medikament ansprechen und teilweise sogar eine 
Verschlechterung des Allgemeinzustandes eintrat.

2.5. Ausblick

Handelt es sich bei dem hyperkinetischen Syndrom um eine Modeerscheinung?
Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei um die Erkenntnis eines Problems,
 das erst sehr spät in unser Bewußtsein gedrungen ist. Denn in früherer Zeit, als das 
Überleben eines Kindes im Vordergrund stand, waren derartige Probleme wohl eher nebenrangig.
Entweder fielen die Schwierigkeiten, beispielsweise in einer Bauernfamilie, nicht sehr auf, 
oder die Kinder galten als schwarze Schafe der Familie.
Bei der Ursachenforschung der Krankheit steht man noch ganz am Anfang und auch die
Behandlungsmethoden sind bei weitem nicht ausgereift, so dass uns dieses Thema wohl
 auch in den kommenden Jahren noch eine Weile beschäftigen wird.

Stellungnahme zum Sozialpraktikum

Von meinem Sozialpraktikum in der Kindertagesstätte erhoffte ich mir Erfahrungen im Umgang mit Kindern zu sammeln und Einblicke in das Berufsfeld der Erzieherinn/des Erziehers, das doch allgemein als recht ,,einfacher Job" angesehen wird, zu erlangen. Besonders in der ersten Woche lernte ich viel Neues im Umgang mit Kindern dazu, da ich zuvor erst selten mit Kindern unter zwei Jahren zu tun hatte.
Eine der wichtigsten Erkenntnisse war, dass man die Kinder nie unbeaufsichtigt lassen darf und sie immer im Auge behalten muss, das sie selbst noch nicht in der Lage sind Gefahren einzuschätzen und schon einmal auf einen wackeligen Stuhl klettern, um an die Keksdose zu kommen. Auch das Wickeln und Füttern war für mich neu, stellte allerdings nach einiger Übung auch kein Problem für mich dar.
Besonders Erwähnenswert ist noch ein Erlebnis das ich an meinem letzten Praktikumstag machte. Eine andere Praktikantin und ich wurden mit zwei Kindern, als kleines Dankeschön für unsere Hilfe zum Eisladen geschickt.
Die andere Praktikantin war, genau wie ich, erst 17 und die Blicke die man uns zuwarf waren schon recht vielsagend. Während die meisten uns eher freundlich neugierig registrierten empörte sich ein älteres Ehepaar schon recht laut über ,,Die verkorkste Jugend" und stempelte uns als ,,asozial" ab. Auch wenn ich der Meinung bin, dass Leute mit einer solch radikalen Einstellung selten sind, konnte ich an diesem Tag die selbe Erfahrung machen, die mir eine junge Mutter gerade in der Vorwoche schilderte, nämlich dass einem in solch einem Alter noch nicht zugetraut wird verantwortungsvoll mit Kindern umzugehen und man mit vielen Vorurteilen zu kämpfen hat.
In großen und ganzen bin ich sehr zufrieden mit meinem Sozialpraktikum, ich wurde genügend in den Tagesablauf der Tagesstätte miteinbezogen, so dass ich stets beschäftigt war und keine Langeweile aufkommen konnte. Die Arbeit mit den Kindern hat mir viel Spaß gemacht und das allgemeine Betriebsklima unter den Erzieherinnen war sehr gut. Kritisieren könnte ich, wie auch im letzten Jahr bei meinem Betriebspraktikum in einer Commerzbankfiliale, den Mangel an Arbeitskräften.
Denn obwohl drei wichtige Erziehrinnen und die Köchin durch Krankheit oder Urlaub ausfielen, wurde keine extra Vertretung für diese Zeit organisiert und die Erzieherinnen waren allesamt voll ausgelastet, was dazu führte, dass sie nicht immer die Zeit für uns Praktikanten aufbringen konnten, die ich noch für eine ausführliche Befragung oder ein Interview benötigt hätte.

Glossar:

HKS: Abkürzung für ,,hyperkinetisches Syndrom"

ADS: Abkürzung für ,,Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom"

Motorische Unruhe:

Hyperaktivität:

Quellenangabe:

Aus dem Internet:

www.ads.de
www.wissen.de >>>ads,Hyperaktivität
www.hks.de
www.hyperaktiv.de
www.struwwelpeter.de
www.adhs.de
(Homepage von Dr. Wolff, Dipl.Psychologe)

Literaturangabe:

,,Das überaktive Kind", Sandberg Vera, Mosaik-Verlag, 1999

,,Das Rahmenkonzept", Rot-Kreuz-Kindertagesstätten

,,Die Kindertagesstätte
am Uhlenhoffweg" Rot-Kreuz-Kindertagesstätten

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