Kunst, Literatur und Musik zwischen 1867 und 1914 close

Bitte warten

Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.

Kunst, Literatur und Musik zwischen 1867 und 1914

Autor: Jennifer Jerabek
Fach: Kunst - Uebergreifende Betrachtungen

Lesen Sie im E-Book



Details

Institut: Schule
Tags: Kunst, Literatur, Musik
Kategorie: Referat / Schulaufsatz
Jahr: 2001
Seiten: 12
Note: 2
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 425 KB
Archivnummer: V106456
ISBN (E-Book): 978-3-640-04735-2

Volltext (computergeneriert)

Kunst, Literatur und Musik zwischen 1867 und 1914.

Jennifer Jerabek und Michaela Oberleitner, April 2oo1.

Inhaltsverzeichnis:


1. Kunst:

a) Architektur

1. Gründerzeit (Historismus)
2. Jugendstil

b) Malerei

1. Realismus
2. Naturalismus
3. Impressionismus
4. Plastik

2. Literatur:

a) poetischer Realismus

b) Naturalismus

c) Beginn des Expressionismus

3. Musik:

a) Die Oper nach Wagner

b) Programm-Musik und Ideenkunstwerk

c) Das zweite Zeitalter der Symphonie

d) Trivialmusik

e) Mahler, Bruckner

Bibliographie:


1. DAHLHAUS, Carl: Die Musik des 19. Jahrhunderts. 1980.

2. Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG. 1999.

3. WEBERk, Horst: Metzler Komponisten Lexikon. Wagner. Weimar, 1992.

4. RAMBOUSEK, Friedrich: Das Kunstgeschehen von den Anfängen bis zur Gegenwart, Band II. Vom Klassizismus bis zur Moderne. Wien, 1974.

5. POCHLATKO Herbert, KOWEINDL Karl, PONGRATZ Josef: Einführung in die Literatur des Deutschen Sprachraums. Wien, 1974.

6. Bertelsmann Lexikon- Institut: Das Neue Taschenlexikon. Gütersloh, 1992.

7. ARGAN, Giulio Carlo: Die Kunst des 20. Jahrhunderts 1880- 1940, Band XII. Gütersloh, 1984.

8. Propyläen Verlag Berlin: Geschichte der Literatur, Band V. Berlin, 1988.

Kunst:

a) Architektur:

Nach dem Deutsch- Französischen Krieg, als viele geschäftliche Unternehmungen gegründet wurden, kommt in der Architektur die Gründerzeit auf. Eine Zeit des Wiederaufbauens beginnt. Nachdem 1857 die Stadtmauern eingerissen werden und an deren Stelle die Ringstraße entsteht, werden an dieser viele Prachtbauten gebaut. Die Oper, die Universität, das Rathaus, das Parlament, das Burgtheater, die Votivkirche, die neue Burg und die beiden Staatsmuseen sind einige Beispiele, sie sind Stilnachahmungen vergangener Stilrichtungen. Diese neue Art der Bauweise wird Historismus genannt. Dieser ist, allgemein gesagt, eine geistige Bewegung, welche das Prinzip verfolgte, die Wirklichkeit geschichtlich, als einen Prozess ständiger Veränderungen und Entwicklungen zu erfassen. In der Gründerzeit nun greift er auf den Barock und die Gotik zurück und es entwickeln sich neue Formen der Architektur, wie die Neugotik, die Neorenaissance, der Neobarock, das zweite Rokoko und als Sonderformen die Prärafaelliten und Nazarener, auf die wir aber jetzt nicht näher eingehen werden. Besonders eine romantische Schwärmerei für das Mittelalter brachte die Menschen dazu, unvollendete Bauten nach alten Plänen fertig zu bauen, dabei wurde besonders die Skelettbauweise (Eine Art der Bauweise, bei der Pfeiler die tragende Funktion übernehmen) bewundert. Nun entstehen im Stile der Neugotik die Votivkirche, das Neue Wiener Rathaus (enthält auch einzelne Renaissanceelemente) und auch unser jetziges Schulgebäude.
Die Votivkirche kann man vom Ring aus mit einem Blick einfangen, derselbe Architekt, der diese plante, Heinrich Freiherr von Ferstel (1828-1883), plante auch die Universität, welche gleich daneben steht. Das Rathaus wurde von Friedrich Freiherr von Schmidt (1825-1891), einem deutsch österreichischem Architekten erbaut. Eine Tatsache, welche sich später als Problem darstellte war, dass all diese Bauten sehr kostspielig und unnötig verziert waren. Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) war der erste, der Bedenken gegen die Nachahmung der historischen Stile hegte.


Der Weg zur modernen Architektur wurde von englischen und französischen Ingenieuren beschritten, die neuartige Bauweisen aus neuen Materialien erfanden. Eisen wurde nun anstatt von Holz zum Bauen verwendet. Erst wurde es nur als Hilfenahme verwendet, Stützen oder Träger vieler Fabriken wurden aus Eisen gemacht. Nach einigen grandiosen Brückenbauten, wurde in Architekten das Interesse geweckt das Eisen auch als ästhetisch, künstlerisches Material zu nutzen. Bei Überdachung von großen Räumen, wie bei Markthallen oder Bahnhöfen wurde es zusammen mit Glas verwendet. Ein Beispiel dafür, ist der ,,Kristallpalast" von Joseph Paxton (1803- 1865), welcher 1851 in der ersten Weltausstellung in London errichtet wurde und wegen seinen riesigen Ausmaßen Aufsehen erregte. Die wohl bekannteste und beeindruckendste Leistung des Stahlskelettbaus erbrachte Alexandre Gustave Eiffel (1832-1923), mit seinem 300 m hohen Turm, den er auf der Pariser Weltausstellung 1879 präsentierte. Die Kunst der Architektur wurde immer schlichter, radikale Architekten wollten die Ornamentvielfalt des Historismus verdrängen. Sie schafften es auch, aber nur langsam. Otto Wagner, ein österreichischer Architekt, welcher die Wiener Stadtbahnstationen plante, griff nicht ganz so hart durch, viele Ornamente verschwanden, doch blieben immer noch genug. Er lebte von 1841 bis 1918 und bevor er zur modernen Architektur vorging, plante er noch im Historismus den Kursalon im Stadtpark. Seine wichtigsten Bauten waren neben den Stadtbahnbauten, die Postsparkasse und die Kirche am Steinhof. Er nahm schon um die Jahrhundertwende die Plattenbauweise vorweg. Es entwickelt sich der Jugendstil.
Der Jugendstil versucht seine zeiteigene Ornamentik zu entwickeln. In England setzen die ersten Entwicklungen schon nach der Mitte des 19. Jahrhunderts ein. Trotz seiner Kurzlebigkeit (1890-1910) ist der Jugendstil für ganz Europa von großer Bedeutung. An Stelle von historisierenden Formen wird ein kurviges Linienspiel eingesetzt, das an pflanzliche Formen erinnert (Wagners Stadtbahnstation am Karlsplatz). Die bevorzugten Materialien sind unter anderem Eisen, da es leicht biegsam ist. Josef Hoffmann (1870- 1956), ein Schüler Wagners entwickelt die Wiener Sezessionskunst, indem er dem Quadrat eine besondere Bedeutung gab und damit den Schwarzweißkontrast unterstrich. Die Wiener Werkstätten waren wohl seine bedeutendste Leistung. Eines der repräsentativsten Gebäude des Jugendstils ist die Wiener Secession, welche Josef Maria Olbrich plante. Er lebte von 1867 bis 1908 und war hauptsächlich in Darmstadt tätig. Die Secession ist ein kubisches Gebäude, nur spärlich verziert und eine Kuppel krönt sie (im Volksmund: ,,das goldenen Krauthappel"). Klimt, welcher Mitbegründer der Secession war, war einer der bedeutenden Meister der Jugendstilmalerei.

Adolf Loos (1870- 1933) war ein österreichischer Architekt und wohl der, welcher den Jugendstil als Erster ablehnt. Er baute in Wien mehrere Villen, Geschäfts- und Kaffeehäuser. Das Haus auf dem Michaelerplatz gegenüber der Hofburg erregte allgemeines Aufsehen und Widerspruch, da es vollkommen schmucklos und ornamentfrei war. Loos sah nämlich ,,in der Dekoration von Gebäuden und Gegenständen neben vergeudeter Arbeitskraft auch Primitivismus, der den Naturvölkern, nicht aber unserer Zivilisationsstufe entspräche"1. Das war der Beginn der modernen, einfachen Architektur.
b) Malerei:
Der Realismus war nun die einzige Richtung in der Malerei, die neben der neu entwickelten Fotografie noch Zukunft hatte. Die Gestaltungsweise in Malerei und Plastik war eine getreue Widergabe der sichtbaren Wirklichkeit. Gustave Courbet (1819- 1877) war wohl einer der ersten, der es schaffte unbedeutende und belanglose Gegenstände in einer unfassbaren Ästhetik und reizbaren Kostbarkeit zu malen. Er griff seine Motive aus der ärmlicheren Schicht des Volkes und präsentierte auf der Leinwand so die Wirklichkeit, das was eigentlich niemand sehen wollte. Seine Bilder waren ernst und demonstrierten die Schwere des Lebens. Erst 1870 wurde er anerkannt und ihm wurde die höchste Auszeichnung, das Kreuz der Ehrenlegion, verliehen, er lehnte sie aber ab. Neben Courbet gab es aber auch noch andere zeitgenössische Maler, welche Bilder im Stil des Realismus malten. Jean Francois Millet (1814- 1875) hatte zum Beispiel eine Vorliebe das Leben der Bauern abzubilden. Honoré Daumier (1808- 1879) dagegen bildete die Ärmsten der Ärmsten in seinen Bildern ab, er kritisierte das Leben und Treiben in Gerichtssälen und stellte es mit Ironie an den Pranger. Er verdiente sich sein Geld mit Karikaturen für Zeitungen und fand zu seiner Zeit kaum Interessenten. Ein bedeutender Vertreter Österreichs war Carl Schuch (1846- 1903), er malte hauptsächlich Landschaften und Stilleben, er wurde von Courbet und Leibl beeinflusst. Wilhelm Leibl war der ,,deutsche Courbet", er lebte von 1844 bis 1900 und war wohl wirklich einer der bedeutendsten realistischen Maler in Deutschland, obwohl er den Realismus bald verließ und naturalistisch weitermalte.
Der Naturalismus ist in der bildenden Kunst an keine bestimmte Epoche gebunden, tritt aber wieder am Ende des 19. Jahrhunderts auf. Die Künstler des Naturalismus wollen das Naturbild möglichst wirklichkeitsgetreu darstellen. In dieser Zeit wollten sie besonders den Menschen in seinem Umfeld und die sozialen Spannungen auf die Leinwand bringen.
Im Impressionismus beginnt man sich vom Naturalismus abzuwenden. Man will beginnen die Welt aus einem objektiven Blickwinkel heraus anzusehen und der einmalige Augenblick wird mit detaillierter Genauigkeit und Eindringlichkeit wiedergegeben. Man will weg von der Oberflächlichkeit der Dinge. Die Kunst sollte sich darauf beschränken Sinnesreize hervorzurufen. Der Naturalismus würde keine neue Kultur hervorbringen, aber genau das war es, was die Künstler im Sinn hatten, Kunst, welche eine Sinneskultur hervorbringt. Eine Kunst, die uns beeindruckt und auf unsere Sinne eingeht, daher der Name Impressionismus. Merkmale für den Impressionismus sind:
1. Ein Mangel an klaren Formen.
2. Der Wegfall der Perspektivenwirkung.
3. Die Aufgabe im Bild oder in der Plastik Sinnesreize zu erwecken.
4. Licht und Farbe, bevorzugt Milchfarben und lichte Töne, um den sinnlichen Eindruck so reich als möglich zu gestalten.


Nun möchte ich über einige Künstler des Impressionismus schreiben. Claude Monet ist wohl einer der bekanntesten Künstler des Impressionismus, er lebte von 1840 bis 1926 und war ein französischer Maler. Er und Pierre Auguste Renoir (1841- 1919) waren beide zuerst realistische Maler bevor sie zum Impressionismus kamen. Renoir verdiente sich mit traditionellen Familienbildern sein Geld, er war einer der produktivsten Maler des 19. Jahrhunderts. 1974 präsentierte sich eine Impressionistengruppe in den Räumen des Fotografen Nadar, sie bestand aus Monet, Degas, Cezanne, Pissarro und Sisley. Diese Gruppe von jungen Malern wurde anfangs jedoch nur verlacht.
Hauptsächlich malten Künstler des Impressionismus Landschaften. Sie entwickelten eine ganz neue Art der Pinselführung, indem sie flüchtig über die Leinwand strichen, gab es keine Konturen und oft wurde den Impressionisten vorgeworfen einfach kein zeichnerisches Talent zu haben und deswegen würden sie versuchen durch diese Art der Malerei dies zu ,,vertuschen". Dies ist aber keineswegs der Fall, Monet malte eine Reihe von Serienbildern in denen er den wechselnden Stand der Sonne am selben Objekt verdeutlichte. Licht und Raum waren interessanter als die Struktur eines Gegenstandes.
Nun haben wir von den Impressionisten in Frankreich gehört, da die künstlerische Richtung auch von daher kam, ist das auch nicht verwunderlich, es gab aber auch einige Künstler des Impressionismus in Deutschland, zum Beispiel Max Liebermann (1847- 1935). Eine der Kunstrichtungen, die sich aus dem Impressionismus herausbildete war der Neoimpressionismus oder auch Pointillismus, dabei wurden Farben punktförmig nebeneinander gesetzt.
Die Plastik nimmt auch eine Rolle in der Kunst um die Jahrhundertwende ein. Sie wurde immer mehr als Ausdrucksmittel verwendet. Man versuchte mit Plastiken die Wirklichkeit nachzuahmen und vorzutäuschen. Das Maria- Theresien- Denkmal von Kaspar von Zumbusch ist ein wichtiges Werk dieser Zeit. Allerdings gibt es nur einen wirklich herausragenden Künstler der Plastik zu jener Zeit und das war Auguste Rodin. Er lebte von 1840 bis 1917 und war französischer Bildhauer. Seine Kunst gehört noch dem Realismus des 19. Jahrhunderts an. Er versuchte die Bewegung zu erhaschen, dadurch, dass man jede Bewegung seiner Figuren nicht sehr lange durchhalten könnte, hat er es auf eine faszinierende Art und Weise auch geschafft. Er achtete auch sehr auf das Spiel mit dem Licht und schafft es, dass die Skulpturen mit dem richtigen Licht noch mehr wirken.


Literatur:

Der Realismus ist in der Literatur ein Stilbegriff, bei dem die getreue Wiedergabe der Wirklichkeit im Mittelpunkt steht. Nicht wie in der idealistischen Erhöhung oder der romantischen Auflösung wird hier alles angemessen und einfach niedergeschrieben, ohne Umschweife. Der einzige Unterscheid zum Naturalismus besteht darin, dass der Naturalismus die Wirklichkeit in der Erzählung kritisch und pessimistisch auswählt. Nun kann der Realismus aber auch als Epochenbegriff verstanden werden, dann wird er poetischer Realismus genannt und ist die Literatur- Epoche zwischen der Romantik und dem Naturalismus. Er erlebt seine Blütezeit zwischen 1848 und 1885. Es werden nicht mehr Personen aus den obersten Schichten der menschlichen Gesellschaft zu Helden der Dichtung gewählt, sondern es werden mittlere Kreise bevorzugt, zum Beispiel: Bürger. Es lässt sich auch eine Art Optimismus in realistischen Werken erkennen, da Realisten Freude an der Schönheit der Welt finden und an den Fortschritt und die Macht der Wissenschaft glauben. Interpreten des Realismus sind unter anderen, Theodor Fontane (1819- 1898), Gottfried Keller (1819- 1890), Marie von Ebner- Eschenbach (1830- 1916). Marie von Ebner- Eschenbach entstammte dem österreichisch- mährischem Hochadel, doch trotz dem übte sie in ihren Werken starke Kritik an adeligen Kreisen, ihre verfehlte Erziehung der adeligen Jugendlichen und ihr geringes soziales Verständnis hub sie besonders hervor.
Nun zeitgleich mit Kunst, nahm der Naturalismus dem Realismus den Platz. Dieser ging von ca. 1885 bis 1910. Im Naturalismus wollte man ein möglichst genaues Abbild des wirklichen Lebens erschaffen. Er ging vom materialistischen Positivismus aus und schilderte die Menschen in seiner Abhängigkeit von der Umwelt und der Erbanlage. Ich glaube das stärkste Merkmal ist, dass diese Stilrichtung die dunklen Seiten der Wirklichkeit bevorzugte, was also den Unterschied zum Realismus zeigt. Die wichtigsten Vertreter des Naturalismus waren 

wohl, Fjodor Michailowitsch Dostojewskij (1821- 1881) und Friedrich Nietzsche (1844- 1900). Friedrich Nietzsche stammt väterlicher- und mütterlicherseits von Pastoren ab. Er studierte von 1864-1865 klassische Philologie in Bonn und Leipzig. Mit 25 Jahren wurde er außerordentlicher Professor der klassischen Philologie in Basel. Nietzsche kam 1876 wegen eines Nerven- und Augenleidens vorübergehend und 1879 endgültig in den Ruhestand. 1889 brach seine Geisteskrankheit vollends aus, er kam in die Irrenanstalt in Basel. Er lebte seit 1897 in Weimar (in geistiger Umnachtung), wo er am 25.08.1900 starb.

In der Ablösung des Naturalismus kommt es zu einem literarischen Impressionismus und Symbolismus, auch die Dekadenzdichtung kam auf. Zu dieser Zeit gibt es viele wichtige Schriftsteller, wie zum Beispiel Hugo von Hoffmannsthal (1874- 1929) und Rainer Maria Rilke (1875- 1926). Rilke war der Sohn eines Militärbeamten und besuchte die Militärschule St. Pölten 1886 bis 1891 und danach die Militär-Oberrealschule in Mährisch-Weißkirchen. Er kam in seinem Leben sehr viel herum und starb in jungem Alter an Leukämie. Hoffmansthal wurde am 1.2.1874 in Wien geboren. Er war Sohn eines Bankiers und seine Familie war österreichisch-jüdisch-lombardischer Herkunft. Er ist ein bedeutender österreichischer Lyriker, Erzähler, Essayist und Dramatiker.

Hugo von Hoffmannsthal Rainer Maria Rilke

Der Expressionismus beschränkte sich um den ersten Weltkrieg meist auf Deutschland, er war eine sehr uneinheitliche Strömung und erstrebte die Erhöhung und Verdichtung der Leidenschaft. Das Gefühl sollte in Worten bis ins unermessliche gesteigert werden können und somit wurde die Wirklichkeit wieder enttrohnt und die einfache, herkömmliche Sprache des Realismus und des Naturalismus wurde vollkommen verdrängt. Es kam zu klagender Resignation und viele wollten eine Veränderung in der Gesellschaft und der Politik mit ihren Werken bewirken. Einige Autoren dieser Zeit waren: Berthold Brecht und Frank Wedekind. Wedekind wurde am 24.7.1864 in Hannover geboren. Sein Vater war Arzt, die Mutter in der Jugend Schauspielerin. Wedekind brach sein Jurastudium ab und arbeitete dann als Journalist, Reklamechef und Sekretär. Für ein in einer Zeitung veröffentlichtes politisches Gedicht erhielt er drei Monate Festungshaft wegen Majestätsbeleidigung. Er starb am 9.3.1918 in München.

Musik:


Die Oper nach Wagner:

Im November des Jahres 1813 vermerkt der Dichter, Jean Paul, dass man noch immer auf jenen Mann warte, der eine Oper zugleich dichtet und setzt. Damals konnte er noch kaum ahnen, dass dieser Mann noch im selben Jahr, am 22.5.1813 im Judenviertel der Stadt Leipzig geboren wurde. Die romantische Idee des Gesamtkunstwerks erwies sich in der Praxis als ziemlich problematisch, da es nicht nur Begabung, sondern auch hochentwickelte Künste verlangte. Wagner ergriff in seiner Jugend die Malerei, die Dichtkunst und das Theater, die Musik und die Philologie, behandelte diese allerdings nie genauer. Selbst nach einer kurzen Unterrichtszeit, bei dem Gewandhausmusiker Christian Gottlieb Müller (1829- 1831) und dem Thomaskantor Christian Theodor Weinling (1831- 1832), blieb Wagner auch als Musiker ein Autodiktat.

Wagners Opernschaffen kann man in drei Perioden gliedern. In der ersten Periode übernahm er vieles, das er bereits bei seinen Zeitgenossen vorfand. Dieses merkt man zum Beispiel bei ,,Die Feen" (1834) und ,,Das Liebesverbot" (1836). Allerdings zeigen sich schon im ,,Rienzi (1840) die Stilmerkmale seiner Reifezeit. Wagners relevante Bühnenkompositionen beginnen mit dem in Dresden uraufgeführten ,,Fliegenden Holländer". Das wichtigste Werke seiner zweiten Schaffensperiode war ,,Tannhäuser" (1845) und das letzte Werk dieser Periode war ,,Lohengrin" (1848). Danach folgte eine längere Schaffenspause, in der Wagner eine Reihe von kunsttheoretischen Schriften verfasste, in denen er aus seiner Sicht die Erneuerung der Musik und des Programms behandelt.

Die Oper Wagners ist der Idee nach ein Gesamtkunstwerk, in dem die Einzelkünste verschmelzen sollten. Wagner entwarf die szenische Darstellung auf die Komposition, stellte allerdings umgekehrt den dramatischen Ausdruck ganz in den Dienst der Musik. Dieses verdeutlicht sich insbesondere im vierteiligen Zyklus ,,Der Ring der Nibelungen". Mit dem Entwurf dieses Werkes beginnt die dritte Schaffensperiode. Der Stoff für dieses Werk stammt aus der germanischen Sage, wird allerdings aktualisiert und verdichtet. Wagner entwickelt den Plan, vier Opern von riesigem Ausmaße zu schaffen und diese zyklisch zu verbinden. Diese Arbeit, ,,Rheingold" (1853/54), ,,Walküre" (1854 bis 1856), ,,Siegfried" (1856/57), ,,Götterdämmerung" (1869 bis 1874), erstreckte sich über Jahre und wurde erst im Jahre 1874 abgeschlossen. Während er am ,,Ring" arbeitete, schrieb Wagner auch noch zwei andere Opern. Diese Werke sind zwar im Kern ähnlich, weichen allerdings doch von einander ab. Man kann auch hier feststellen, dass Wagner an die Grenzen der Tonalität geht, die ab hier kontinuierlich ins 20. Jahrhundert führen.

Den Abschluss im Schaffen Wagners bildet ,,Parsifal" (1882), ein Bühnenweihfestspiel, das später auch noch auf Rollenzeichnungen in Richard Strauss` ,,Salome" (1905) und Alban Bergs ,,Woyzeck" (1925) einwirkte.

Programm- Musik und Ideenkunstwerk:

Im Allgemeinen ist die Programm- Musik eine zusammenfassende Bezeichnung für Instrumentalstücke, die einen außermusikalischen Inhalt erkennen lassen. Dieser wird durch Überschriften, Erläuterungen oder Hinweise auf Gedichte, Bilder, Begebenheiten, Ideen oder Gestalten aus Dichtung, Sage oder Geschichte vom Komponisten, deutlich gemacht, mitunter auch verschwiegen oder nur verschlüsselt abgegeben.
Die Programm- Musik entstand bereits im 16ten Jahrhundert, gewann allerdings erst durch Beethoven an Bedeutung. An ihn knüpften H. Berlioz, F. Liszt und R. Strauss im 19. Jahrhundert an und schufen eine Reihe der bedeutendsten Werke, dieser Stilrichtung, welche neben der klassizistischen Kompositionshaltung um J. Brahms gleichwertig und wurden von ihren Anhängern, der neudeutschen Schule, als ,,fortschrittlich" gerühmt und von ihren Gegnern als ,,formlos" verpöhnt. Im 20. Jahrhundert verlor die Programm- Musik an Bedeutung. Zwar untersteht G. Mahlers Musik noch dem Konflikt zwischen verbindlich formulierbarere Aussage und reiner, absoluter Musik und auch das Frühwerk A. Schönbergs trägt noch stark programatische Züge, doch die Musik nach 1920 sucht nach innermusikalischen Ordnungsprinzipien.

Das zweite Zeitalter der Symphonie:

Die Symphonie wurde durch Beethoven zu einer Gattung, die eine Massenproduktion zuließ. Mit wenigen Werken konnte hier ein Komponist das Äußerste erstreben. Diese Gattung geriet Mitte des 19. Jahrhunderts in eine Krise, danach Schumanns 3. Symphonie (1850) lange Zeit, fast zwei Jahrzehnte, kein bedeutendes Werk dieser Gattung entstand. Erst durch Bruckner, Brahms, Tschaikowsky, Borodin, Dworák und Franck, trat die Symphonie in ein zweites Zeitalter ein, allerdings musste sie den Platz mit der symphonischen Dichtung teilen. Die Hinterlassenschaft dieses Zeitalters beinhaltet auch einen großen Teil des heutigen Konzertrepertoires. Die Symphonie wendete sich zu dieser Zeit an die breite Masse des Bürgertums.

Anton Bruckner schrieb neun Symphonien, die Beethoven, Schubert und Wagner entscheidende Impulse verdanken, sich aber auch in ihrer eigenen Frömmigkeit, Kraft und Weite als eigene Bildung darstellen. G. Mahlers Symphonien knüpfen an jene von Bruckner an, der Umfang wird zu riesigen Dimensionen erweitert, zugleich die Orchestersprache verfeinert und die Solo- und Chorstimmen streben nach einer universalen, metaphysischen Aussage. Im 20. Jahrhundert ist das Bild der Symphonie sehr uneinheitlich, in dem sich die verschiedensten Richtungen beobachten lassen. Die Symphonie wird aber auch noch heute in den Werken mit Titeln wie ,,Musik für Orchester" oder ,, Orchestersuite" weitergeführt.

Triviale Musik:

Eine Eigentümlichkeit des 19. Jahrhunderts ist die beginnende Massenproduktion der Musik, die einen geringen Wert hat. Seit den 1870er Jahren wird diese Musik auch als kitschig bezeichnet. Trivialmusik ist ein Gegensatz zur Kunstmusik, doch es ist schwer einen Zeitpunkt anzugeben, an dem die Musik triviale Züge annahm. Sie unterscheidet sich von Unterhaltungsmusik und ist nicht immer ,,leicht" und ,,heiter", Kunstmusik ist auch nicht immer ,,ernst" und ,,schwer". Auch vor dem 19. Jahrhundert gab es schon einfache Musik, nur dass diese vorher dem Volk Unterhaltung bot. Erst in diesem Jahrhundert verwischten sich die Grenzen und die einfachere Musik breitete sich aus. Zuvor war diese Musik auf die unteren Schichten begrenzt, doch jetzt wollte man diese niemandem mehr vorenthalten. Trivialmusik fordert kein differenziertes Hören. Die Trennungslinie zwischen dieser und Kunstmusik ist im Einzelnen schwer zu ziehen, trotz starker Simplizität von Salonkomposition lassen sich auch gut gemachte Trivialstücke aufzeigen. In diesen lassen sich Passagen, harmonische Wendungen, Melodiephrasen und Begleitformen finden, die jenen in der Kunstmusik sehr Nahe liegen. Auch die Dauerhafte oder kurze Geltung eines Werkes kann auf den Kunstcharakter hinweisen. Salonkompositionen geraten schnell in Vergessenheit. Der Abstand der Kunstmusik wurde im 19. und 20. Jahrhundert immer größer. Der endgültige Bruch zwischen beiden Bereichen vollzog sich mit dem Beginn der neuen Musik um 1910. Es gibt aber auch Komponisten wie Maurice Ravel und Darius Milhaud in Frankreich, die bewusst triviale Elemente in ihre Kompositionen einbezogen haben. Doch das Konzertleben hält bis heute strikt an der Trennung von Kunstmusik und Trivialmusik fest.



Gustav Mahler (1860- 1911) war ein österreichischer Komponist und Dirigent. Zunächst war er Kapellmeister, bald künstlerischer Direktor der Wiener Hofoper (1898- 1901) und Leiter der Wiener Philharmoniker; 1907 ging er als Kapellmeister an die Metropolitan Opera in New York und übernahm 1909 zusätzlich die musikalische Direktion der New York Philharmonic Society. Mahler war ein um höchste Werktreue bemühter Dirigent. Viele seiner Interpretationen wurden maßstabsetzend. Als Komponist schuf Mahler mit der Symbiose von Lied und symphonischem Werk eine Musik von hochgradiger Sprachfähigkeit, die den Anbruch der Moderne auf spätromanischem Fundus hörbar macht und kompositionstechnisch zum Anknüpfungspunkt für die Komponisten um A. Schönburg wurde.
Werke: zehn Symphonien (die letzte unvollendet), ,,das Lied von der Erde" (Tenor, Alt, Orchester), Orchesterlieder, Lieder (u.a. ,,Kindertotenlieder", ,,Lieder eines fahrenden Gesellen").



Anton Bruckner (1824- 1896) war ein österreichischer Komponist. Nach dem Tod des Vaters, war er Singknabe(1837- 1840), Organist am Stift St. Florian(1850- 1855), ab 1855 Domorganist in Linz, ab 1868 Professor am Konservatorium in Wien. Bruckner fand erst mit seiner d- Moll Messe (1864) die ihm eigentümliche Ausdrucksweise. Von R. Wagner übernahm er vor allem die Melodik und die Harmonik, ging aber in der Formdisposition der Sonatensätze und des Symphoniezyklus′ eigene Wege. Seine monumentalen Symphonien zeichnen sich durch Melodik, rhythmische Kraft und innere Geschlossenheit aus. Die Messen, seien Te Deum und viele der großen Motetten bilden späte Höhepunkte in der Geschichte dieser musikalischen Gattungen.
Weitere Werke: neun Symphonien, ein Streichquintett, drei Messen.

1 Friedrich Rambousek: Vom Klassizismus bis zur Moderne. Wien 1974. 36.

Kommentare

Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/106456/