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Autor: Christian Einsiedel
Fach: Medien / Kommunikation - Forschung und Studien
Details
Institution/Hochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Tags: Konsonanz, Medienberichterstattung, Proseminar, Einführung, Publizistikwissenschaft
Jahr: 1996
Seiten: 23
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 18 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 63 KB
ISBN (E-Book): 978-3-640-05246-2
ISBN (Buch): 978-3-640-11636-2
Von Konsonanz wird gesprochen, wenn es trotz eines pluralistischen Mediensystems zu weitgehend einhelliger Berichterstattung über ein Ereignis kommt. Die Arbeit erläutert nach der Herleitung und Eingrenzung des Konsonanzbegriffes zunächst dessen theoretischen Grundlagen - v. a. die Theorie der selektiven Wahrnehmung. Nach der Diskussion einer Fallstudie werden die Ergebnisse der Forschung zu Gründen und möglichen Folgen konsonanter Berichterstattung vorgestellt. Erweitert wird diese Betrachtung durch einen Exkurs zu Realität und Medienrealität. Abschließend erfolgt eine thesenartige Zusammenfassung des Gesagten sowie die Einordnung der Konsonanzproblematik im Feld der Medienwirkungsforschung. Es wird argumentiert, daß der Faktor Konsonanz zwar Beachtung verdient, daß die in den ursprünglichen Studien angenommene starke Wirkung konsonanter Berichterstattung jedoch in Frage zu stellen ist.
Zusammenfassung / Abstract
Mit der vorliegenden Arbeit wird der Versuch unternommen, den Stand der Forschung zum Phänomen konsonanter Berichterstattung darzustellen. Besonderes Gewicht soll hierbei auf der Darstellung möglicher Ursachen und Folgen von Konsonanz liegen. Dazu erscheint es hilfreich, das Thema um den Aspekt "Realität und Medienrealität" zu erweitern. Da das Auftreten von Diskrepanzen zwischen Realität und Medienrealität nur als indirekte, wenn auch gravierende Folge konsonanter Berichterstattung anzusehen ist, soll dieser Aspekt in einem gesonderten Abschnitt betrachtet werden. Um den in einer Hausarbeit geforderten Rahmen nicht zu überschreiten, habe ich mich auf die Darstellung eines Fallbeispieles beschränkt, anhand dessen die Ergebnisse der Forschung verdeutlicht werden sollen. Anzumerken ist, daß Konsonanz als Wirkungsfaktor nicht (wie hier geschehen) isoliert, sondern im Zusammenhang mit anderen Faktoren (z.B. Kumulation, formale Auffälligkeit, Öffentlichkeitseffekte) zu betrachten ist, da Wechselwirkungen mit diesen Faktoren zu erwarten sind.
Volltext (computergeneriert)
Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Publizistik
Semester:
WS 1995/96
Proseminar: Einführung in die Publizistikwissenschaft:
Grundlagen der empirischen Publizistikwissenschaft
Thema der Arbeit:
Konsonanz in der Medienberichterstattung
vorgelegt von: Christian Einsiedel
Hauptfach:
Publizistik (1. Semester)
Nebenfächer:
Philosophie (1. Semester)
Musikwissenschaft (1. Semester)
Konsonanz in der Berichterstattung - Inhaltsverzeichnis S.2
INHALTSVERZEICHNIS:
I EINLEITUNG 3
II HAUPTTEIL 4
1. Der Begriff "Konsonanz" 4
1.1. Herleitung und Definition 4
1.2. Eingrenzung 5
2. Erforschung des Phänomens "Konsonanz" 5
2.1. Grundlagen und Ansatzpunkte der Forschung 5
2.2. Ein Fallbeispiel 7
2.2.1. Situation und Ereignisverlauf 7
2.2.2. Anlage der Studie 7
2.2.3. Ergebnisse der Studie 8
3. Ergebnisse der Forschung 9
3.1. Gründe für konsonante Berichterstattung 9
3.2. Mögliche Folgen konsonanter Berichterstattung 13
4. Realität und Medienrealität 15
5. Zusammenfassung 17
III SCHLUSS 19
IV LITERATURVERZEICHNIS 20
V ANMERKUNGEN 21
Konsonanz in der Berichterstattung - Einleitung S.3
I EINLEITUNG
Mit der vorliegenden Arbeit wird der Versuch unternommen, den
Stand der Forschung zum Phänomen konsonanter Berichterstattung
darzustellen.
Besonderes Gewicht soll hierbei auf der Darstellung möglicher
Ursachen und Folgen von Konsonanz liegen. Dazu erscheint es
hilfreich, das Thema um den Aspekt "Realität und Medienrealität"
zu erweitern. Da das Auftreten von Diskrepanzen zwischen Realität
und Medienrealität nur als indirekte, wenn auch gravierende Folge
konsonanter Berichterstattung anzusehen ist, soll dieser Aspekt in
einem gesonderten Abschnitt betrachtet werden.
Um den in einer Hausarbeit geforderten Rahmen nicht zu
überschreiten, habe ich mich auf die Darstellung eines
Fallbeispieles beschränkt, anhand dessen die Ergebnisse der
Forschung verdeutlicht werden sollen.
Anzumerken ist, daß Konsonanz als Wirkungsfaktor nicht (wie hier
geschehen) isoliert, sondern im Zusammenhang mit anderen Faktoren
(z.B. Kumulation, formale Auffälligkeit, Öffentlichkeitseffekte)
zu betrachten ist, da Wechselwirkungen mit diesen Faktoren zu
erwarten sind.
Konsonanz in der Berichterstattung - Hauptteil S.4
II HAUPTTEIL
1. Der Begriff "Konsonanz"
Im Folgenden soll der Begriff "Konsonanz" hergeleitet und
präzisiert sowie im thematischen Zusammenhang eingeordnet werden.
1.1. Herleitung und Definition
Der Begriff "Konsonanz" stammt vom lateinischen Wort "consonare".
Es bedeutet (wörtlich) "zusammenklingen" oder (im übertragenen
Sinne) auch "harmonieren, übereinstimmen".1
Nach einer Definition von Rainer MATHES wird unter Konsonanz im
hier gebrauchten Sinne "die Übereinstimmung von Themen und
Argumenten in der Berichterstattung unterschiedlicher Medien"
verstanden.2
Wolfgang DONSBACH ordnet das Phänomen der konsonanten
Berichterstattung als Einzelhypothese im kommunikationstheo-
retischen Teil der "Theorie der Schweigespirale" (von E. NOELLE-
NEUMANN) ein. Diese Einordnung ist insofern zu hinterfragen, als
NOELLE-NEUMANN den Begriff zwar geprägt hat,3 er jedoch in ihren
Veröffentlichungen zur Schweigespirale4 nicht erläutert wird. Es
ist allerdings davon auszugehen, daß die Folgen von Konsonanz
durch die dort beschriebenen Spiralprozesse verstärkt werden
(s.u.).
Über die Folgen konsonanter Berichterstattung schreibt DONSBACH:
"Die (von verschiedenen Medien konsonant - d. Verf.) propagierte
Meinung erscheint besonders stark und die fehlende Auswahl-
möglichkeit verhindert eine selektive Zuwendung und Wahrnehmung
von solchen Inhalten, die der eigenen Meinung des Rezipienten
entsprechen."5
Ergänzend dazu Winfried SCHULZ: "Im Zusammenspiel mit sich selbst
verstärkenden Prozessen (Orientierung am vermeintlich vorherr-
schenden Meinungsklima, nachlassende Exponierbereitschaft der
Konsonanz in der Berichterstattung - Hauptteil S.5
nicht in den Medien repräsentierten Bevölkerungskreise) setzen die
Medien ihre Problemsicht durch."6
Da konsonante Berichterstattung verschiedener Medien somit eine
Wirkung auf die Rezipienten ausübt, ist die Erforschung von
Konsonanz (neben dem Forschungsbereich "Medieninhalte") vor allem
dem Bereich der Medienwirkungsforschung zuzuordnen.
1.2. Eingrenzung
Die Eingrenzung des Begriffes "Konsonanz" wird durch die
Verwendung des Begriffes mit unterschiedlichen Bedeutungen in
verschiedenen Bereichen der Publizistikwissenschaft nötig.
Der Begriff "Konsonanz" wird mit von der Definition in 1.1.
verschiedenen Bedeutungen noch in den folgenden publizistik-
wissenschaftlichen Theorien verwendet:
- Konsistenztheorien: Konsonanz als Alternativbegriff für
Konsistenz7
- Nachrichtenwert-Theorien: Nachrichtenfaktor Konsonanz8
Im Folgenden wird mit der Verwendung des Begriffes "Konsonanz"
ausschließlich auf das in 1.1. definierte Phänomen der konsonanten
Berichterstattung Bezug genommen.
2. Erforschung des Phänomens "Konsonanz"
In den nächsten Absätzen soll ein Überblick zu den Möglichkeiten
der Erfassung und Auswertung konsonanter Berichterstattung gegeben
werden.
2.1. Grundlagen und Ansatzpunkte der Forschung
Die in 1.1. skizzierte (noch zu präzisierende) Wirkung von
Konsonanz läßt sich nur mit dem Wissen um die "Theorie der
Konsonanz in der Berichterstattung - Hauptteil S.6
selektiven Wahrnehmung" nachvollziehen. LAZARSFELD, BERELSON und
GAUDET schreiben dazu:
"Exposure is always selective; in other words, a positive
relationship exists between people′s opinions and what they choose
to listen or read."9
Wolfgang DONSBACH definiert Selektion als einen "Prozeß, in dem
Individuen aus den ihnen in ihrer Umwelt potentiell zur Verfügung
stehenden Signalen mit Bedeutungsgehalt aufgrund von deren
physischen oder inhaltlichen Merkmalen bestimmte Signale bewußt
oder unbewußt auswählen oder vermeiden."10
Selektive Wahrnehmung wird u.a. erklärt durch die in Leon
FESTINGERs "Theorie der kognitiven Dissonanz" "behauptete Tendenz,
innere Unsicherheit und Konflikte zu vermeiden, indem man
Mitteilungen sucht, die bestehende Überzeugungen (...) bestätigen
und vermeidet, was sie erschüttern könnte."11
Von diesen Forschungsergebnissen abgeleitet ist die
"Verstärkerregel". Sie besagt, daß Massenmedien nur bestehende
Einstellungen verstärken, nicht aber Einstellungen verändern.
Daraus geht hervor, daß die Massenmedien keine bzw. nur geringe
Wirkung auf ihre Rezipienten haben.
Der hier näher zu betrachtende Begriff der "Konsonanz" geht auf
eine Arbeit von Elisabeth NOELLE-NEUMANN12 aus dem Jahre 1973
zurück. Die Autorin geht davon aus, daß bei konsonanter
Medienberichterstattung die selektive Vermeidung von (zu den
Einstellungen der Rezipienten) dissonanten Medieninhalten nicht
oder nur stark eingeschränkt möglich sei. Damit wäre die
Verstärkerregel außer Kraft gesetzt; eine Wirkung der Massenmedien
auf die Einstellungen der Rezipienten also zu erwarten.
NOELLE-NEUMANN bezieht sich in ihrem Artikel u.a. auf eine
Fallstudie, die im Herbst 1968 in England durchgeführt wurde.13 Der
Ereignisverlauf sowie Anlage und Ergebnisse der Studie sollen in
den folgenden Absätzen kurz dargestellt werden.
Konsonanz in der Berichterstattung - Hauptteil S.7
2.2. Ein Fallbeispiel
Der im Folgenden behandelten "Demonstrations and Communications"-
Studie wird in der Konsonanzforschung einige Bedeutung zugemessen
(NOELLE-NEUMANN bezeichnet sie beispielsweise als "höchst
ergiebig"14). Sie steht hier stellvertretend für Studien mit
ähnlichen Ergebnissen zur Verdeutlichung des Phänomens "Konsonanz"
und der damit zusammenhängenden wissenschaftlichen Frage-
stellungen.
2.2.1. Situation und Ereignisverlauf
Im Mittelpunkt der Fallstudie steht eine Demonstration gegen den
Vietnamkrieg, die am Sonntag den 27. Oktober 1968 in London
stattfand. An dieser Demonstration nahmen ungefähr 60.000 zumeist
junge Menschen teil; sie dauerte von 14 Uhr bis gegen 18 Uhr und
verlief größtenteils friedlich und entlang der genehmigten Route.
Am Rande der Demonstration kam es allerdings vor dem ameri-
kanischen Botschaftsgebäude, das außerhalb dieser Route lag, zu
gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der
Polizei; 74 Polizisten und 96 Demonstranten wurden verletzt, 11
Randalierer festgenommen.15
2.2.2. Anlage der Studie
Die zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung 1970 neuartige
methodische Anlage der Studie (relativ genaue Analyse weiter Teile
des Mediensystems über einen längeren Zeitraum statt Beschränkung
auf ein einzelnes Medium oder nur Querschnittsanalyse ohne
Berücksichtigung des zeitlichen Verlaufes16 ist zum einen wohl der
Grund für die Beachtung, die sie in der Fachwelt gefunden zu haben
scheint (s.o.), zum anderen sicherlich eine unabdingbare
Voraussetzung zur Beobachtung von Konsonanz.
Eines der Ziele der Studie war das Aufzeigen einer Diskrepanz
zwischen Realität und berichteter Realität, was durch den
Vergleich von Extra- und Intra-Media-Daten erreicht werden sollte.
Konsonanz in der Berichterstattung - Hauptteil S.8
Extra-Media-Daten wurden durch teilnehmende Beobachtung (und den
anschließenden Versuch der ′objektiven′ Rekonstruktion der
Ereignisse) gewonnen, Intra-Media-Daten durch Inhalts-analyse der
Berichterstattung von sechs etablierten, in politischer Aus-
richtung und Qualität unterschiedlichen Tageszeitungen (Times,
Guardian, Daily Express, Sun, Sketch, Mirror17), einer
kommunistisch orientierten kleineren Tageszeitung (Morning Star)
und zweier Fernsehkanäle (BBC, ITN) im Zeitverlauf.
2.2.3. Ergebnisse der Studie
Als ein Ergebnis der Studie konnten in der Tat erhebliche
Unterschiede zwischen Realität und Medienrealität festgestellt
werden:
Obwohl der eigentliche Protestmarsch friedlich verlaufen und die
Aggression vor der Botschaft nur von einer kleinen Gruppe von
Demonstranten ausgegangen war, konzentrierte sich der Großteil der
Medienberichterstattung auf die Ausschreitungen (eine Ausnahme
bildete lediglich der kommunistisch orientierte "Morning Star"),
so daß der Eindruck entstehen mußte, Gewalt habe im Mittelpunkt
der Demonstration gestanden.
"(...) in dealing with the demonstration, both press and
television news concentrated selectively on the same aspects (...)
these were interpreted to give a generally negative of
demonstrators and the demonstration."18
Von weiteren Ergebnissen der Studie (im Hinblick auf die Gründe
dieser einseitigen Berichterstattung) wird in 3.1. noch zu
berichten sein.
Konsonanz in der Berichterstattung - Hauptteil S.9
3. Ergebnisse der Forschung
Im Folgenden soll der Stand der Forschung im Hinblick auf mögliche
Ursachen und Folgen konsonanter Berichterstattung dargestellt
werden.
3.1. Gründe für konsonante Berichterstattung
Konsonante Berichterstattung, meist gekoppelt mit stetiger
Wiederholung der Medieninhalte (Kumulation), ist in Staaten mit
zentral gelenkter Publizistik an der Tagesordnung, da es Intention
der Kontrollorgane ist, der offiziellen Problemdarstellung zu
allgemeiner Gültigkeit zu verhelfen. Meinungsvielfalt in der
Berichterstattung und die dadurch mögliche selektive Wahrnehmung
der Medieninhalte durch die Rezipienten würden diese Absicht
stören.
Eine mit der Absicht der Rezipientenbeeinflussung vorsätzlich
hergestellte Konsonanz findet sich auch bei Techniken wie
Suggestion oder Brainwashing.19
Doch auch in demokratischen Staaten mit einem pluralistischen
Mediensystem und herrschender Pressefreiheit kann es, wie u.a. die
oben angesprochene Studie zeigt, zu Konsonanz in der
Berichterstattung kommen.
Diese wird nicht vorsätzlich hergestellt, trotzdem sind die
möglichen Wirkungen denen von zielgerichteter Propaganda o.ä. zu
vergleichen (s. dazu auch 3.2.).
Elisabeth NOELLE-NEUMANN nennt in ihrer in 2.1. erwähnten Studie
folgende an der Entstehung konsonanter Berichterstattung in freien
Mediensystemen beteiligte Faktoren:
(1) Nachrichtenwerte leiten Berichterstattung und Materialauswahl;
alle Journalisten richten sich bewußt oder unbewußt nach diesen
Werten
Konsonanz in der Berichterstattung - Hauptteil S.10
=> Übereinstimmungen in der Berichterstattung erklären sich durch
übereinstimmende Vorstellungen, welche Eigenschaften eine
Nachricht besitzen muß, um beim Publikum Erfolg zu haben
(2) Tendenz zur Selbstbestätigung der Journalisten
=> Konsonanz durch selektives Vermeiden von Aspekten, die nicht
der anfänglich aufgebauten Konfliktsicht der Journalisten
entsprechen.
(3) Gemeinsame Abhängigkeit verschiedener Journalisten von den
gleichen Quellen => Konsonanz durch Verbreitung einer aus
gemeinsamen Quellen stammenden Nachricht (und z.B. darin
hervorgehobener Aspekte) in unterschiedlichen Medien
(4) Beeinflussung der Journalisten untereinander beim Aufbau von
Bezugsrahmen
=> Konsonanz durch Übernahme der Problemsicht und auch der
Problembewertung von anderen Journalisten
(5) Streben nach Anerkennung und Beifall von Vorgesetzten und
Kollegen
=> Konsonanz durch Berichterstattung gemäß der antizipierten
Problemsicht dieser Personen
(6) Häufung bestimmter demographischer und psychologischer
Merkmale unter Journalisten (z.B. neigt die Mehrheit deutscher
Journalisten zur politischen Linken, der Altersdurchschnitt ist
geringer als in Berufen mit vergleichbarem Status)
=> Konsonanz durch im Vergleich zur Gesamtbevölkerung größere
Einheitlichkeit der Ansichten von Journalisten und dementsprechend
einheitlichere Berichterstattung20
Zwei dieser Gründe, die gegenseitige Beeinflussung beim Aufbau von
Bezugsrahmen und die Tendenz zur Selbstbestätigung der
Journalisten, sind wohl auch die Hauptgründe für die in der
"Demonstrations and Communications"-Studie aufgezeigten Abwei-
chungen der Medienberichterstattung vom tatsächlich Geschehenen.
Im Verlauf der Berichterstattung waren drei Phasen zu beobachten:
Konsonanz in der Berichterstattung - Hauptteil S.11
In der ersten Phase wurde das Thema in die Berichterstattung
aufgenommen (zuerst ca. elf Wochen vor dem eigentlichen Ereignis)
und ein negativer Bezugsrahmen aufgestellt ("Times"- Schlagzeile
vom 5. September 1968: "Militant plot feared in London"21).
Dieser negative Bezugsrahmen schien durch anonyme Aufrufe zur
Gewalt im Vorfeld der Demonstration sowie durch eine Brandstiftung
im "Imperial War Museum" am 14. Oktober bestätigt.
Parallelen zu anderen gewalttätig verlaufenen Großdemonstrationen
des Jahres 1968 (Paris, Berlin, Chicago) wurden gezogen, die Folge
war eine auf mögliche Ausschreitungen reduzierte und fixierte
Medienberichterstattung. Nicht thematisiert wurde der Protest
gegen den Vietnamkrieg, obwohl dessen Artikulation die eigentliche
Zielsetzung der Demonstration gewesen war.
Diese Konzentration auf einen bestimmten Aspekt eines eigentlich
umfassenderen Themas läßt sich mit Walter LIPPMANNs Begriff des
"Stereotyps" beschreiben: "Die Wirklichkeit des Raumes, der Zeit,
der Zahlen, der Beziehungen (..) ist verlorengegangen. Der
Hintergrund und die Dimension der Handlung sind durch Stereotype
beschnitten und darin erstarrt."22
Ergänzend dazu Hans Mathias KEPPLINGER: "Die Berichterstattung in
Krisen und Konflikten stellt (...) einen Resonanzboden dar, der in
Schwingungen gerät. Sie kann dadurch im Extremfall ein so starkes
Eigenleben entfalten, daß sie mit dem realen Geschehen nichts oder
nur noch sehr wenig zu tun hat. Die jeweils folgenden Beiträge
sind in diesem Fall eher das Echo der vorangegangenen Berichte als
ein Spiegel der Ereignisse."23
In der zweiten Phase der Berichterstattung über die Demonstration
wird diese "Echo-Funktion" deutlich. Der (von "Times" und
"Guardian") aufgestellte negative Bezugsrahmen wurde gemäß der
Tendenz zur Selbstbestätigung der Journalisten nicht verlassen,
sondern aufrechterhalten und weiter ausgearbeitet (Einführung
neuer Aspekte wie z.B. Teilnahme militanter ausländischer
Studenten an der Demonstration). Außerdem wurde er gemäß der
Konsonanz in der Berichterstattung - Hauptteil S.12
Tendenz zur gegenseitigen Beeinflussung der Journalisten von
anderen Medien übernommen.
Dieser Vorgang läßt sich durch einen neuen Aspekt des von
LAZARSFELD, BERELSON und GAUDET beschriebenen Meinungsführer-
konzeptes erklären:
"(...) in every area and for every public issue there are certain
people who are most concerned about the issue as well as most
articulate about it. We call them the ′opinion leaders′."24
Geht man davon aus, daß es nicht nur innerhalb des hier
angesprochenen Publikums der Medienbotschaft, sondern auch
innerhalb des Mediensystems solche Meinungsführer gibt, also
Zeitungen, Zeitschriften oder Sendungen mit hohem Ansehen
(sogenannte "Prestige-Medien"), wird die wechselseitige Beein-
flussung deutlich, da zu erwarten ist, daß sich Journalisten
anderer Medien an der Berichterstattung dieser Prestige-Medien
orientieren. Weiterhin ist davon auszugehen, daß sich auch bei
Prestige-Medien beschäftigte Journalisten an der Berichterstattung
anderer Prestige-Medien orientieren.
Der solchermaßen über weite Teile des Mediensystems verbreitete
negative Bezugsrahmen ließ nach weiterer Ausarbeitung am Ende der
zweiten Phase gewalttätige Ausschreitungen mit Beteiligung
militanter ausländischer Gruppen, Beschädigung öffentlicher
Gebäude und Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der
Polizei erwarten.
Dieser durch die Medien erzeugte Erwartungshorizont führte am Tag
der Demonstration zu Sicherheitsvorkehrungen wie der vorsorglichen
Einrichtung einer Erste-Hilfe-Station und dem Verbarrikadieren von
Fenstern entlang der geplanten Route der Demonstration.
In der dritten Phase der Berichterstattung über den Verlauf der
Demonstration war gemäß der Tendenz zur Selbstbestätigung der
Journalisten ein Beibehalten des im Vorfeld etablierten
Bezugsrahmens festzustellen. Aspekte des Themas, sie nicht in
diesen Rahmen paßten (der friedliche Teil der Demonstration)
wurden in der Berichterstattung nur am Rande erwähnt, obwohl sie
Konsonanz in der Berichterstattung - Hauptteil S.13
den größten Teil des tatsächlichen Ereignisverlaufes ausgemacht
hatten.
Neben den erwähnten Erklärungsansätzen sind bezüglich der
"Demonstrations and Communications"-Studie noch die überein-
stimmenden Vorstellungen der Journalisten von "Nachrichtenwerten"
für das Auftreten konsonanter Berichterstattung von Relevanz.
"The news value ′reference to persons′ led to concentrated news
coverage on the leaders of the demonstration. The news value
′reference to something negative′ led to a focus on the aspect of
violence in the coverage."25
Die Konzentration auf den (negativistischen) Gewaltaspekt (und
nicht z.B. auf den Personenaspekt) ist wohl darauf zurückzuführen,
daß über die Demonstration als ein Großereignis (schon aufgrund
des Nachrichtenwertes "Relevanz") berichtet werden ′mußte′, die
hinter der Demonstration stehende antiamerikanische Position aber
für die Medien mit Ausnahme des "Morning Star" politisch nicht
vertretbar war.
3.2. Mögliche Folgen konsonanter Berichterstattung
Konsonante Berichterstattung übt einen erheblichen Einfluß auf die
Selektionsmöglichkeiten des Rezipienten aus. Die selektive
Wahrnehmung und damit die selektive Vermeidung von (zu den
Ansichten des Rezipienten) dissonanten Medieninhalten ist entweder
nicht oder nur eingeschränkt möglich.
Da mit dem Wegfall der selektiven Wahrnehmung auch die darauf
basierende Verstärkerregel nicht mehr gilt, können als Folge von
Konsonanz unter Umständen Einstellungsänderungen beim Rezipienten
bewirkt werden (natürlich immer vorausgesetzt, daß dieser den
konsonanten Medieninhalten auch wirklich ausgesetzt ist).
Nach einem Modell von Rainer MATHES26 kann Konsonanz auf drei
Ebenen der Berichterstattung untersucht werden:
(1) Auf der Ebene der Themenauswahl
Konsonanz in der Berichterstattung - Hauptteil S.14
(2) Auf der Ebene einzelner Themenaspekte
(3) Auf der Ebene der Themenbewertung
Im Verlauf der Berichterstattung über die Londoner Demonstration
trat Konsonanz auf jeder dieser Ebenen auf. Es wurde im gesamten
Mediensystem über das Thema berichtet, der Aspekt möglicher
Ausschreitungen und Gewaltanwendungen wurde auf nahezu allen
Medienkanälen betont, wohingegen der Vietnamkrieg und die
politischen Hintergründe nur am Rande behandelt wurden,
schließlich war die Bewertung der Demonstration als ein negatives
Ereignis ebenfalls fast über das gesamte Mediensystem verbreitet.
Auf jeder dieser Ebenen kann eine Wirkung der
Medienberichterstattung auf die Rezipienten (u.a.) durch den
Faktor Konsonanz stattfinden.
Tritt Konsonanz auf der Ebene der Themenauswahl auf, kann dies die
Vorstellungen der Rezipienten von der Bedeutsamkeit bestimmter
Themen beeinflussen ("Agenda-Setting-Funktion" der Massenmedien).
Themen, über die auf allen publizistischen Kanälen berichtet wird,
scheinen bedeutsamer als solche, die nicht oder nur vereinzelt
behandelt werden. Den Medien kommt also eine "Thematisierungs-
funktion" zu.
Konsonantes Hervorheben oder Herunterspielen einzelner
Themenaspekte in der Berichterstattung kann die Vorstellungen von
der Wichtigkeit dieser Aspekte und somit der Struktur eines
Konfliktes (Konfliktgegenstände, relevante Bewertungskriterien)
beeinflussen. Die Medien besitzen also eine "Strukturierungs-
funktion".
Schließlich kann Konsonanz auf der Ebene publizierter
Themenbewertungen zu veränderter Problemsicht und Konfliktbewer-
tung der Rezipienten führen, was sich auf die Akzeptanz
spezifischer Konfliktlösungen positiv oder negativ auswirken kann.
Den Medien kommt somit eine "Bewertungsfunktion" zu, wobei
anzumerken ist, "daß auf der Strukturierungsebene bereits wichtige
Vorentscheidungen für die Bewertung von Personen, Sachverhalten
und Konfliktlösungen erfolgen".27
Konsonanz in der Berichterstattung - Hauptteil S.15
4. Realität und Medienrealität
Im Folgenden soll die Entstehung von Diskrepanzen zwischen
Realität und berichteter Realität erläutert und mögliche Folgen
dieser Diskrepanzen aufgezeigt werden.
Zunächst ist festzuhalten, daß Realität schon aus wahrnehmungs-
physiologischen Gründen nie vollständig erfaßbar ist.28 Jede
Vorstellung von Realität setzt sich also zusammen aus selbst
erlebter Realität und aus ergänzenden Informationen aus zweiter
Hand.
Walter LIPPMANN schreibt dazu: "Unsere Meinungen erfassen
naturgemäß einen größeren Raum, eine längere Zeitspanne, eine
größere Anzahl von Gegenständen, als wir mit eigenen Augen
beobachten können."29
Den Einfluß der Medien auf diese Meinungen (bzw. Vorstellungen von
Realität) beschreiben MATHES, GÄRTNER und CZAPLICKI wie folgt:
"Die Massenmedien spielen (...) als Quelle für die Wahrnehmung der
Umwelt eine immer größere Rolle. Die Bedeutung der primär
erfahrenen Realität bleibt dahinter zurück, vor allem deswegen,
weil nur ein kleiner Teil der medial vermittelten Realität der
primären Erfahrung zugänglich ist."30
Diese Beobachtungen sind insofern problematisch, als davon
auszugehen ist, "daß die Darstellungen der Massenmedien in der
Regel kein Abbild realer Entwicklungen darstellen."
Die Autoren weiter: "Was wir für das Abbild der Realität halten,
ist schlichtweg dessen selektierte und interpretierte Form, wobei
′Realität′ und ′Medienrealität′ dabei in einer engeren oder
loseren Beziehung zueinander stehen können."31
Auftretende Unterschiede zwischen Realität und Medienrealität
liegen zum Teil sicherlich in der Notwendigkeit der Reduzierung
komplexer Wirklichkeit auf medial vermittelbare, aus journalis-
tischer Sicht wesentliche Aspekte dieser Wirklichkeit begründet.
Hans Mathias KEPPLINGER schreibt dazu: "Die Berichterstattung
liefert zwar viele und meist richtige Informationen, aber eben
Konsonanz in der Berichterstattung - Hauptteil S.16
kein umfassendes Bild der Realität. Dies wäre nur dann möglich,
wenn Journalisten dem Normalfall genausoviel Beachtung schenken
würden wie dem Sonderfall, was sie jedoch weder beabsichtigen,
noch das Publikum erwartet."32
Unterschiede zwischen Realität und Medienrealität können aber auch
Resultat realitätsverzerrender Berichterstattung sein, wie z.B.
die oben behandelte "Demonstrations and Communications"-Studie
zeigt.
Mögliche Folgen solcher realitätsverzerrender Darstellungen sind
zunächst unmittelbare Wirkungen auf Vorstellungen und Einstel-
lungen der Rezipienten. Das Auftreten solcher Wirkungen muß nicht
notwendigerweise aus der Rezeption dieser Darstellungen folgen,
wird aber durch bestimmte Faktoren (wie z.B. Konsonanz)
begünstigt.
Solchermaßen bewirkte Einstellungsänderungen bei den Rezipienten
können diese dann im weiteren Verlauf eventuell zu realitätsverän-
dernden Handlungen motivieren; die zum Zeitpunkt der Bericht-
erstattung realitätsferne Problemsicht der Medien kann dadurch im
nachhinein gerechtfertigt erscheinen. Solche Prozesse der
Veränderung von Realität als Folge der Ankündigung einer solchen
Veränderung werden als "self-fulfilling prophecies" bezeichnet.33
Konsonanz in der Berichterstattung - Hauptteil S.17
5. Zusammenfassung
Im Folgenden soll versucht werden, einen abschließenden Überblick
zu Gründen, Folgen und Möglichkeiten der Erforschung konsonanter
Berichterstattung zu geben und somit die Ergebnisse dieser Arbeit
zusammenzufassen.
(1) Unter Konsonanz werden Ähnlichkeiten in der Berichterstattung
unterschiedlicher Medien verstanden.
(2) Konsonanz kann zur Verzerrung der Realitätsdarstellungen in
den Massenmedien und somit zur Entstehung von Unterschieden
zwischen Realität und Medienrealität beitragen.
(3) Konsonanz in der Berichterstattung kann auf drei Ebenen
("Themen
auswahl
", "Themen
struktur
" und "Themen
bewertung
")
beobachtet werden.
(4) Das Entstehen von Konsonanz wird durch verschiedene
Eigenschaften der Journalisten (gemeinsame Vorstellungen von Nach-
richtenwerten, Tendenz zur Selbstbestätigung, gemeinsame Quellen-
abhängigkeit, gegenseitige Beeinflussung, Streben nach Aner-
kennung, Häufung spezifischer psychologischer und demographischer
Merkmale innerhalb der Berufsgruppe) ermöglicht bzw. begünstigt.
(5) Unmittelbare Folge konsonanter Berichterstattung ist die
Ausschaltung bzw. Einschränkung der Selektionsmöglichkeiten auf
Seite der Rezipienten.
(6) Folge dieser Beschränkung (und somit indirekte Folge
konsonanter Berichterstattung) kann die durch die Ausschaltung der
"Verstärkerregel" möglich gewordene Wirkung der Mediendarstel-
lungen auf Vorstellungen und Einstellungen der Rezipienten sein.
(7) Diese Einstellungsänderungen können ebenfalls auf den drei
beschriebenen Ebenen beobachtet werden.
(8) Die (indirekt durch konsonante Berichterstattung erzeugten)
Einstellungsänderungen können letztlich sogar zu Veränderungen der
Realität führen.34
Konsonanz in der Berichterstattung - Hauptteil S.18
(9) Es ist für die Erforschung konsonanter Berichterstattung von
Vorteil, ein konkretes, potentiell konfliktreiches Ereignis zum
Gegenstand der Untersuchungen zu machen, für dessen Strukturierung
und Bewertung noch kein Bezugsrahmen existiert.35
(10) Um Konsonanz und eventuell daraus resultierende Einstellungs-
änderungen erfassen zu können, ist eine Analyse weiter Teile der
Berichterstattung vonnöten.
(11) Um den Verlauf der Entstehung von Konsonanz auf den
verschiedenen Ebenen nachvollziehen zu können, ist die Analyse der
Berichterstattung zu einem Thema über einen möglichst langen
Zeitraum anzustreben.
(12) Um mögliche Diskrepanzen zwischen Realität und Medienrealität
nachweisen zu können, ist ein Vergleich von Extra-Media-Daten
(Beobachtungen, statistische Daten) mit Intra-Media-Daten (Ergeb-
nisse von Inhaltsanalysen) anzustellen.
Konsonanz in der Berichterstattung - Schluß S.19
III SCHLUSS
Zur vorliegenden Arbeit ist abschließend anzumerken, daß dem
Konsonanzfaktor bei kritischer Betrachtung eine eher unter-
geordnete Bedeutung im Bereich der Medienwirkungsforschung
zugemessen werden muß.
So scheint sich der Begriff "Konsonanz" international nicht
durchgesetzt zu haben. Relativiert wird die Bedeutung von
Konsonanz für die Wirkungsforschung aber vor allem durch neuere
Erkenntnisse zur Wirksamkeit selektiver Wahrnehmung.
Es ist davon auszugehen, "daß eine Selektivität der Rezipienten
entsprechend ihrer bereits vorhandenen Einstellungen zwar empi-
risch nachweisbar ist, aber aufgrund ihrer relativ geringen
Einflußstärke, der vielen einschränkenden Randbedingungen und der
Möglichkeiten des Mediums, sie auszuschalten, keinen wirksamen
Schutz gegen Meinungsänderungen darstellt."36
Die Hypothese einer starken Wirkung konsonanter Berichterstattung
auf die Einstellungen der Rezipienten ist demzufolge weiter zu
überprüfen, da sie implizit auf der nun in Frage gestellten
Annahme einer starken Schutzwirkung der selektiven Wahrnehmung
basiert.
Dennoch ist es nach meiner Auffassung für den Umgang mit Massen-
medien von nicht zu unterschätzender Bedeutung, auch plausibel
erscheinende Mediendarstellungen nach den aufgezeigten Kriterien
der Konsonanzforschung jeweils zu hinterfragen.
Konsonanz in der Berichterstattung - Literaturverzeichnis S.20
IV LITERATURVERZEICHNIS
DONSBACH, Wolfgang: "Die Theorie der Schweigespirale"
in: SCHENK, Michael: "Medienwirkungsforschung", Tübingen 1987,
S.325 ff.
DONSBACH, Wolfgang: "Medienwirkung trotz Selektion", Köln/Weimar
1991
HALLORAN, James D., Philip ELLIOT, Graham MURDOCK: "Demonstrations
and Communications. A case study",
Harmondsworth/Baltimore/Ringwood 1970
KEPPLINGER, Hans Mathias, Herbert ROTH: "Kommunikation in der
Ölkrise des Winters 1973/74. Ein Paradigma für Wirkungsstudien"
in: Publizistik 23, 1978, S.337-356
KEPPLINGER, Hans Mathias: "Künstliche Horizonte", Frankfurt am
Main/New York 1989
LAZARSFELD, Paul F., Bernard BERELSON, Hazel GAUDET: "The people′s
choice. How the voter makes up his mind in a presidential
campaign", New York 1944
LIPPMANN, Walter: "Die öffentliche Meinung", München 1964
Originalausgabe: LIPPMANN, Walter: "Public Opinion", New York 1922
MATHES, Rainer: "Medienwirkungen und Konfliktdynamik in der
Auseinandersetzung um die Entlassung von General Kiessling. Eine
Fallstudie und ein Drei-Ebenen-Modell"
in: NEIDHARDT, Friedhelm, M. Rainer LEPSIUS, Hartmut ESSER:
"Massenkommunikation. Theorien, Methoden, Befunde", Opladen 1989,
S.441-458
MATHES, Rainer, Hans-Dieter GÄRTNER, Andreas CZAPLICKI:
"Kommunikation in der Krise", Frankfurt am Main 1991
NOELLE-NEUMANN, Elisabeth: "Kumulation, Konsonanz und
Öffentlichkeitseffekt. Ein neuer Ansatz zur Wirkung der
Massenmedien"
in: Publizistik 18, 1973, S.26-55
NOELLE-NEUMANN, Elisabeth: "Die Schweigespirale. Öffentliche
Meinung - unsere soziale Haut", München/Zürich 1980
NOELLE-NEUMANN, Elisabeth, Rainer MATHES: "The ′Event as Event′
and the ′Event as News′: The significance of ′Consonance′ for
media effects research"
in: European Journal of Communication 2, 1987, S.391-414
NOELLE-NEUMANN, Elisabeth, Winfried SCHULZ, Jürgen WILKE (Hrsg.):
"Das Fischer Lexikon Publizistik Massenkommunikation", Frankfurt
am Main 1994
SCHENK, Michael: "Medienwirkungsforschung", Tübingen 1987
SCHULZ, Winfried: "′Agenda-Setting′ und andere Erklärungen. Zur
Theorie der Medienwirkungsforschung"
in: Rundfunk und Fernsehen 32, 1984, S.206-213
STOWASSER, Joseph M., M. PETSCHENIG, F. SKUTSCH: "Stowasser:
Lateinisch - deutsches Schulwörterbuch", München 1994
Konsonanz in der Berichterstattung - Anmerkungen S.21
V ANMERKUNGEN
1 Übersetzung aus: STOWASSER, Joseph M., M. PETSCHENIG, F. SKUTSCH:
"Stowasser: Lateinisch - deutsches Schulwörterbuch", München 1994
2 Zitiert aus: MATHES, Rainer: "Medienwirkungen und Konfliktdynamik
in der Auseinandersetzung um die Entlassung von General Kiessling.
Eine Fallstudie und ein Drei-Ebenen-Modell" in: NEIDHARDT,
Friedhelm, M. Rainer LEPSIUS, Hartmut ESSER: "Massenkommunikation.
Theorien, Methoden, Befunde", Opladen 1989, S.441-458, dort S.444
3 vgl. NOELLE-NEUMANN, Elisabeth: "Kumulation, Konsonanz und
Öffentlichkeitseffekt. Ein neuer Ansatz zur Wirkung der
Massenmedien" in: Publizistik 18, 1973, S.26-55
4 vgl.: NOELLE-NEUMANN, Elisabeth: "Die Schweigespirale.
Öffentliche Meinung - unsere soziale Haut", München/Zürich 1980
5 Zitiert aus: DONSBACH, Wolfgang: "Die Theorie der
Schweigespirale" in: SCHENK, Michael: "Medienwirkungsforschung",
Tübingen 1987, S.325 ff., dort S.326
6 Zitiert aus: SCHULZ, Winfried: "′Agenda-Setting′ und andere
Erklärungen. Zur Theorie der Medienwirkungsforschung" in: Rundfunk
und Fernsehen 32, 1984, S.206-213, dort S.209; vgl. auch NOELLE-
NEUMANN 1980
7 vgl. SCHENK, Michael: "Medienwirkungsforschung", Tübingen 1987,
S.113 ff.
8 vgl. NOELLE-NEUMANN, Elisabeth, Winfried SCHULZ, Jürgen WILKE
(Hrsg.): "Das Fischer Lexikon Publizistik Massenkommunikation",
Frankfurt am Main 1994, dort S.328-332
9 Zitiert aus: LAZARSFELD, Paul F., Bernard BERELSON, Hazel GAUDET:
"The people′s choice. How the voter makes up his mind in a
presidential campaign", New York 1944, dort S.164
10 Zitiert aus: DONSBACH, Wolfgang: "Medienwirkung trotz
Selektion", Köln/Weimar 1991, dort S.28
11 Zitiert aus: NOELLE-NEUMANN 1973, dort S.26
12 vgl. NOELLE-NEUMANN 1973
13 HALLORAN, James D., Philip ELLIOT, Graham MURDOCK:
"Demonstrations and Communications. A case study",
Harmondsworth/Baltimore/Ringwood 1970
14 Zitiert aus: NOELLE-NEUMANN 1973, dort S. 37
15 vgl. HALLORAN et al. 1970, S.33-51
16 vgl. NOELLE-NEUMANN, Elisabeth, Rainer MATHES: "The ′Event as
Event′ and the ′Event as News′: The significance of ′Consonance′
for media effects research" in: European Journal of Communication
2, 1987, S.391-414, dort S.392
17 vgl. HALLORAN et al. 1970, S.88
Konsonanz in der Berichterstattung - Anmerkungen S.22
18 Zitiert aus: HALLORAN et al. 1970, S.311
19 vgl. NOELLE-NEUMANN 1973, S.33
20 ebd., S.34/35
21 vgl. NOELLE-NEUMANN und MATHES 1987, S.397/398
22 Zitiert aus: LIPPMANN, Walter: "Die öffentliche Meinung",
München 1964, dort S.114
23 Zitiert aus: KEPPLINGER, Hans Mathias: "Künstliche Horizonte",
Frankfurt am Main/New York 1989, dort S.229
24 Zitiert aus: LAZARSFELD et al. 1944, S. 49
25 Zitiert aus: NOELLE-NEUMANN und MATHES 1987, S.409
26 vgl. MATHES 1989, S.444
27 Ebd., S.456/457 Aus diesem Abschnitt sind auch die Begriffe
"Thematisierungsfunktion", Strukturierungsfunktion" sowie
"Bewertungsfunktion" übernommen.
28 Ob es eine objektiv erkennbare Realität gibt und ob es Ziel der
Berichterstattung sein muß, diese möglichst exakt abzubilden, soll
hier nicht diskutiert werden.
29 Zitiert aus: LIPPMANN 1964, S.61
30 Zitiert aus: MATHES, Rainer, Hans-Dieter GÄRTNER, Andreas
CZAPLICKI: "Kommunikation in der Krise", Frankfurt am Main 1991,
dort S.23
31 ebd., S.28/29
32 Zitiert aus: KEPPLINGER 1989, S.166
33 vgl. MATHES et al. 1991, S.28
34 vgl. KEPPLINGER, Hans Mathias, Herbert ROTH: "Kommunikation in
der Ölkrise des Winters 1973/74. Ein Paradigma für
Wirkungsstudien" in: Publizistik 23, 1978, S.337-356
Zur Wirkung verzerrter Realitätsdarstellung schreiben die Autoren:
"Die Berichterstattung der Massenmedien beeinflußt die gesell-
schaftliche Entwicklung gerade dann, wenn sie ein falsches oder
inadäquates Bild der tatsächlichen Verhältnisse zeichnet.
Vermitteln die Massenmedien ein richtiges Bild, dann reagieren die
Individuen auf die Berichte wie auf die Konsonanz in der
Berichterstattung Anmerkungen Realität; vermitteln sie jedoch ein
falsches, dann reagieren die Individuen auf die Berichte anders
als auf die Realität. Dies geschieht um so wahrscheinlicher, je
mehr das Bild, das sich Individuen von der Realität machen, von
den Berichten der Massenmedien abhängt." (S.354)
35 vgl. NOELLE-NEUMANN 1973, S.37
36 Zitiert aus: DONSBACH 1991, S.211
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