Interpretative vs analytische Ethnologie - Netzwerkanalyse

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Details

Titel: Interpretative vs analytische Ethnologie - Netzwerkanalyse
Autor: M.A. Anna Beutler
Fach: Ethnologie / Volkskunde
Veranstaltung: Oberseminar - Interpretative vs analytische Ethnologie
Institution/Hochschule: Universität Hamburg (Institut für Ethnologie)
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 1999
Seiten: 20
Note: sehr gut
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 270 KB
Archivnummer: V10701
ISBN (E-Book): 978-3-638-17058-1

Textauszug (computergeneriert)

Interpretative vs analytische Ethnologie - Netzwerkanalyse

von Anna Beutler


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung 4

2 Interpretative oder Analytische Ethnologie 4

3 Theoretische Hintergründe zur Netzwerkanalyse 6

4 Ziele der Netzwerkanalytiker: 7

5 Theoretische Entwicklung 
der Netzwerkanalyse in den letzten 50 Jahren 8

5.1 Auswirkungen der Dichte 
der Netzwerke auf das Handeln 8

5.2 Die Bedeutung von fehlenden Beziehungen 
in Netzwerken 11

5.2.1 Strukturelle Löcher 12

5.3 Strukturelle Netzwerke und Kognition 12

5.4 Netzwerke und kulturelle Bedeutungssysteme 14

6 Darstellungsform 16

7 Relationale Daten 17

8 Anwendbarkeit und Schwierigkeiten 17

9 Bibliografie 20



1 Einleitung

Die folgende Arbeit ist im Rahmen der Diskussion um die beiden Forschungsrichtungen Interpretative und Analytische Ethnologie entstanden . Ich möchte hier eine der vor allem für die analytischen Ethnologie wichtigen Methoden, nämlich die Netzwerkanalyse vorstellen. Dafür werde ich zunächst kurz die unterschiedlichen Zielsetzungen von interpretativer und analytischer Ethnologie darstellen. Mein Anliegen ist es nicht eine genaue "Gebrauchsanweisung" anzufertigen für die Anwendung und den Umgang mit der Netzwerkanalyse sondern ich werde zum einem die theoretischen Hintergründe und die Ziele der Netzwerkanalyse darstellen, um des weiteren auf die theoretische Entwicklung dieser Methode und der damit verbundenen Theorien einzugehen und innerhalb dieses Rahmens die wichtigsten Netzwerktheoretiker vorzustellen. Der Vollständigkeit halber werde ich kurz auf Darstellungsform und die verschiedenen Arten der relationalen Daten eingehen. Da ich selbst versucht habe, während eines Feldforschungspraktikum mit der Netzwerkanalyse zu arbeiten, werde ich abschließend versuchen, meine eigenen Erfahrungen als Kritik- und Anregungspunkte einzubringen.

2 Interpretative oder Analytische Ethnologie

In der Ethnologie existieren deutliche methodologische sowie theoretische Meinungsverschiedenheiten darüber, wie man die große Spannbreite von Untersuchungsgebieten in der Ethnologie zu erforschen hat.
Die "ethnologischen Kulturbeschreibungen schwanken (z.B.) entsprechend zwischen einerseits stärker abstrahierenden Strukturbeschreibungen einzelner Kulturen, die die individuellen und situativen Unterschiede unberücksichtigt lassen, und andererseits detailreichen Darstellungen kultureller Muster auf der sozialen Mikroebene, die tendenziell die Gesamtkultur vernachlässigen. (Schweizer 1993:81)
Dementsprechend haben sich unterschiedliche Forschungsansätze innerhalb des Faches entwickelt: man spricht zum einem von der "Interpretativen Ethnologie" und zum andern von der "Analytischen Ethnologie".
Die Entkolonialisierung brachte schon seit den 50er Jahren das Spannungsfeld zwischen machtpolitischen Verstrickungen der Ethnologie, die Aussagekraft der ethnographischen Daten und die Umstände ihrer Erhebung ins Bewusstsein der Wissenschaftler. In ihrem Artikel "Interpretative Ethnologie" (1992) (1) fasst Irmtraud Stellrecht die Hauptstandpunkte der interpretativen Ethnologie folgendermaßen zusammen:
"Es gibt keine Gegenstände an sich, sondern sie entstehen bzw. erhalten ihre Realität erst über Bedeutungen, die ihnen von Teilnehmern einer bestimmten Kultur zugewiesen werden; diese erschaffen sich interpretierend und sinnstiftend ihre eigene bedeutungsvolle Welt. (...) Der Ethnologe akzeptiert diese Welt der Bedeutungen und versucht sie, da nicht direkt erfassbar, aus dem Kontext von Reden, Verhalten/Handeln bei der Feldforschung zu erkennen und zu verstehen. "(Stellrecht 1993:36)
Wichtig hierbei ist, dass das Ergebnis der ethnologischen Untersuchung Einmaligkeitscharakter hat und nur bedingt auf andere Kulturen hinausweist und anwendbar ist. Die Anhänger der interpretativen Ethnologen vertreten die Ansicht, dass man westliche Wissenschaftsmodelle und Kategorien nicht an nichtwestlichen Kulturen anwenden kann, da so der "Weg zur Welt des Anderen und deren Sinn und Bedeutung"(ibid:37) verbaut werde. Man degradiere autonom denkende und handelnde Wesen zu einem "Mängelwesen ohne eigene Interpretationsautonomie"(ibid:37).

Im Gegensatz zur Interpretativen Ethnologie, die sich mit dem Deuten und Verstehen von Einzelkulturen zufrieden gibt, ist die Grundannahme der Analytischen Ethnologie, laut Irmtraud Stellrecht (1993), "dass es kausal erklärbare Regelmäßigkeiten im menschlichen Verhalten gibt. Sie zu erkennen ist das Forschungsziel". Die Erklärungsabsicht bezieht sich sowohl auf "einzelne empirische Phänomene in bestimmten Kulturen als auch auf die Erkenntnis von Zusammenhängen in allen oder Teilmengen menschlicher Kulturen."(Schweizer 1993:87) Die Vertreter der Analytischen Ethnologie gehen davon aus, dass sich aus den bei ethnologischen Untersuchungen erhobenen Daten und Ergebnisse Hypothesen entwickeln lassen, "die in interkulturellen Testverfahren eingesetzt werden, um so zu Generalisierungen zu kommen" (Stellrecht 1993:35). Um dies zu erreichen, ist es notwendig sich an den "Grundkriterien für Wissenschaftlichkeit" (Schweizer 1993) zu orientieren. Intersubjektive Nachprüfbarkeit und rationale Begründbarkeit der Ergebnisse sind hierbei die Schlüsselworte. Es wird eine Synthese zwischen quantitativen und qualitativen Analyseverfahren angestrebt. Eine dieser Analyseverfahren stellt die Netzwerkanalyse dar.

3 Theoretische Hintergründe zur Netzwerkanalyse

[...]


(1) In: Schweizer/Schweizer/Kokot(Hg) (1993: Handbuch der Ethnologie. Berlin

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