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Autor: Katrin Dirscherl
Fach: Medien / Kommunikation - Methoden und Forschungslogik
Details
Institution/Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München
Tags: Quantitative, Erhebungstechniken, Befragung, Fortgeschrittene)
Jahr: 2001
Seiten: 11
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 159 KB
ISBN (E-Book): 978-3-640-05425-1
Gruppen-Referat von insges. 5 Leuten
Volltext (computergeneriert)
Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Kommunikationswissenschaft
Übung für Fortgeschrittene: ,,Befragung"
Referenten: Katrin Dirscherl, Stefan Gehring, Elisabeth Kuhn, Michael Öchsler, Kerstin Stetter
Datum: 8. Mai 2001
Q u a n t i t a t i v e E r h e b u n g s t e c h n i k e n
STEFAN GEHRING
1 . M e ß n i v e a u , S k a l e n n i v e a u
·
Es gibt unterschiedliche Arten von Variablen, die statistisch unterschiedlich behandelt werden.
Deswegen muß man verschieden Meßniveaus von Variablen unterscheiden.
·
Je höher das Meßniveau einer Variable ist, desto mehr statistische Berechnungen sind möglich.
Klassische Einteilung:
Nominalskala:
Gleichheit bzw. Ungleichheit (z.B. Farben, Geschlecht)
Ordinalskala:
Ordnung (z.B. Schulbildung)
Intervallskala:
Gleichheit von Differenzen, kein natürlicher Nullpunkt (z.B. Intelligenzquotient)
Verhältnisskala:
Gleichheit von Verhältnissen, natürlicher Nullpunkt (z.B. Körpergröße)
·
Nominal- und Ordinalskala werden auch diskrete Skalen genannt, während Intervall- und
Verhältnisskala zu den Metrischen Skalen gehören
2 . S t a t i s t i s c h e A u s w e r t u n g s m e t h o d e n
2.1 . Häuf igkeit sverte ilunge n
·
Häufigkeitsverteilungen werden verwendet, um die Struktur einer Datengesamtheit erkennen zu
können.
·
Anhand einer Urliste wird die Anzahl der Untersuchungseinheiten mit einer bestimmten
Ausprägung gezählt
·
Danach werden die Häufigkeiten in einer Tabelle erfaßt
·
Die Aufstellung wird Häufigkeitsverteilung genannt
·
Wird nur ein Merkmal erfaßt, spricht man von einer univariaten Häufigkeitsverteilung und bei
mehreren Merkmalen von einer mehrdimensionalen Häufigkeitsverteilung
2.2 . Mitt elwert smaße
·
Modus, Median und das arithmetische Mittel werden als Mittelwertsmaße bezeichnet. Nicht jeder
Wert läßt sich auf jede Skala anwenden.
Mittelwertmaße
nominal
ordinal
metrisch
Modus
+
+
+
Median
-
+
+
arithmetisches Mittel
-
-
+
1
Modus
·
Existiert in der Häufigkeitsverteilung eines Merkmals ein Meßwert, auf den mehr
Untersuchungseinheiten entfallen als auf jeden anderen Meßwert, dann spricht man von einem
Modus.
·
Manchmal ist der Modus nicht eindeutig, da mehrere Ausprägungen gleich häufig auftreten.
·
Er kann bereits sinnvoll bestimmt werden, wenn die Ausprägungen nur auf einer Nominalskala
gemessen wurden.
Median
·
Der Median, bzw. der Zentralwert, beschreibt den Punkt, an dem 50% der Daten kleiner und 50%
der Daten größer sind.
·
Um den Median bestimmen zu können, muß man zuerst die Daten der Größe nach sortieren.
·
An dieser Sortierung bestimmt man dann die Mitte
+ 1
1
k
k
1
n
k
n
~
( )
x
=
x
k
falls =
und ~
( )
( + )
x
=
x
+
x
k
(
) falls =
,
0 5
2
,
0 5
2
2
Arithmetisches Mittel
(,,Durchschnitt")
·
Das arithmetische Mittel einer Variable ist die Summe der Werte bei allen Fällen, dividiert durch
die Fallzahl.
·
Es ist zulässig bei metrisch skalierten Daten
·
Der Mittelwert ist anfällig für sogenannte Ausreißer, d.h. Ausprägungen die weit außerhalb der
sonst beobachteten liegen
n
x
i
x
i
= =1
n
2.3 . Stre uungsmaße
Varianz
·
Die Varianz ist eine Kennzahl für die Streuung von gemessenen Werten um ihren Mittelpunkt
herum.
·
Je größer die Varianz einer Variable, desto stärker weichen die Meßwerte der einzelnen Fälle
vom arithmetischen Mittel ab.
x
( -
x
2)
s
2 =
n
Standardabweichung
·
Die Standardabweichung erhält man, indem man die Quadratwurzel der Varianz zieht.
·
Die Standardabweichung ist die durchschnittliche Abweichung einer Variable von deren
arithmetischen Mittel.
x
( -
x
)2
s
=
n
2
3 . Q u a n t i t a t i v e E r h e b u n g s t e c h n i k e n
3.1 . Pol arität enprof ile
·
Bei einem Polaritätenprofil oder semantischen Differential sollen Interviewpartner verschiedene
Gegensatzpaare einstufen und bewerten.
·
Verschiedene Wortpaare zu einem Gegenstand werden aufgestellt und der Interviewpartner wird
gebeten bei jedem Wortpaar das Wort rauszusuchen, welches seiner Meinung nach den
Gegenstand am besten beschreibt.
·
Die Polaritäten können sachlich-direkten, beschreibenden Bezug (denotativ) oder metaphorisch-
indirekten, assoziativen Bezug (konnotativ) haben.
denotativ:
schnell
langsam
billig
teuer
konnotativ:
warm
kalt
hart
weich
·
Bei manchen Polaritäten gibt es auch fließende Übergänge.
·
In der Praxis sollte man es vermeiden, denotative und konnotative Elemente zu mischen, da die
Befragten sich auf die jeweilige Reaktionsebene einstellen.
3.2 . Akze ptanzp rofile
·
Dieses Profil dient der Beurteilung von Anzeigen und besteht aus 22 Statements.
·
Die Befragten sollen bei jedem Statement auf einer 7-stufigen Ratingskala
(,,1" = ,,stimme zu" bis
,,7" = ,,stimme sehr zu")
angeben, wie gut es auf die zu bewertende Anzeige zutrifft.
,,In dieser Anzeige passen Bild und Text zusammen."
(7)
,,Die Anzeige wirkt angenehm auf mich."
(3)
,,Die Anzeige kommt mir irgendwie bekannt vor."
(4)
ELLI KUHN
3.3 . Disp lay-Ma trix
Untersuchungsgegenstand
·
Messung der kognitiven Verarbeitung von Texten
·
Welche Informationen in welcher Reihenfolge von der Testperson beachtet werden
Verfahrensanordnung
·
produktrelevante Informationen werden auf Karten matrixförmig angeordnet
-
Von links nach rechts: Produktalternativen
-
Von oben nach unten: relevante Eigenschaften des Produkts
·
Testperson wird mit Matrix konfrontiert
·
in beliebiger Reihenfolge entnimmt die Testperson die ihr wichtigen Informationen
·
Versuchsleiter/ Interviewer registriert die Reihenfolge
3
Ausschnitt einer Display-Matrix für Spiegelreflexkameras
Produkt-
Produkt-Alternativen
Eigenschaften
Canon EOS 5
Minolta 9xi
Nikon F90
Breite/Höhe/Tiefe
15,7/12,1/8,2
16,8/10,3/6,4
15,9/10,8/6,9
Gewicht in Gramm
705
785
845
Bilder pro Sekunde
5
4,5
3,6
Durchschnittspreis
1.199,-
1.998,-
1.698,-
Ergebnisse
·
Häufigkeit der gewählten Informationspunkte
·
Vorgehensweise nach Spalten oder Zeilen (Produktorientierung oder Produktvergleich)
·
Unterschiedliche Suchverhalten bei verschiedenen Produkten (bei teuren bzw. billigen Produkten,
bei Testpersonen aus unterschiedlichen Schichten)
·
Unterschiedliche Reaktionen auf besonders viele bzw. besonders wenige Informationen
(Zufriedenheit bei getroffener Entscheidung/ Sicherheit bei Subjektiver Entscheidungsfindung)
3.4 . Les barkei ts-bzw . Vers tändli chkeit sindiz es
Untersuchungsgegenstand
·
Schwierigkeit bzw. Verständlichkeit von Texten:
ermittelt durch
a) einfachen Lesbarkeitsindex oder
b) komplexeren Verständlichkeitsindex
Lesbarkeitsindex
Verfahrensanordnung
·
Auszählung der Satz-, Silben- und Wortanzahl innerhalb des relevanten Textes
·
die Wortanzahl wird durch die Satzanzahl und die Silbenzahl durch die Wortanzahl dividiert
·
Anordnung der Quotienten in zwei Spalten, Verbindungslinie ergibt mittlere Skala des
Schwierigkeitsgrades
Ergebnis
·
reine Betrachtung der Wort- und Satzlängen
·
Inhalt wird nicht berücksichtigt, der Index zeigt nur den groben und vorläufigen Eindruck, ohne
den wirklichen Schwierigkeitsgrad anzugeben
Verständlichkeitsindex
Verfahrensanordnung
·
Experten erstellen fünfstufige Skala über a) die Einfachheit, b) die Gliederung/Ordnung,
c) die Kürze/Prägnanz und d) die Stimulanz eines Textes
Einfachheit
Ergebnis
einfach +2 +1 0 -1 -2 kompliziert
----------------------------------------------------
·
höhere Validität als beim
kurze Sätze vs. verschachtelte Sätze
einfachen Lesbarkeitsindex,
geläufige Wörter vs. ungeläufige Wörter
konkret vs. abstrakt
jedoch nicht ganz so reliabel
4
3.5 . Mag nitude -Skali erung
Untersuchungsgegenstand
·
-Aufwendiges Verfahren, meist bei der Messung olifaktorischer, gustatorischer und ästhetischer
Eigenschaft angewendet
Verfahrensanordnung
·
in 10-minütiger Einübungsphase wird die Testperson mit den Gründzügen der Magnitude-
Skalierung vertraut gemacht
·
Verschiedene Testprodukte bzw. ihre speziellen Eigenschaften werden nach Gefallen oder
Missfallen beurteilt
·
Skala ist nicht vorgegeben, sondern die Bewertung geschieht durch ein individuelles
Bezugssystem (0 = neutrale Bewertung, minus Werte = negative Bewertung, plus Werte =
positive Bewertung, die Bewertungsbereiche sind nach oben und unten offen)
Ergebnis
·
Keine Beeinflussung der Antworten, durch verbale Vorgaben ( z.B. ,,würde ich gerne kaufen")
·
Antworten können beliebig abgestuft werden, dadurch werden auch Extremurteile möglich und
differenzierbar
·
um die Werte der einzelnen Testpersonen vergleichen zu können, müssen sie anschließend
individuell kalibriert werden
3.6 . Rang skalie rung
Untersuchungsgegenstand
·
die Einstellung der Testperson bezüglich eines speziell abgefragten Aspekts (z.B.
Verpackungsgestaltung)
Verfahrensanordnung
·
Vorlage der Testobjekte mit der Bitte sie in eine Rangfolge zu bringen, beginnend mit dem besten
und endend mit dem schlechtesten
·
je nach Menge der Objekte können diese zunächst in Gruppen (relativ gut, durchschnittlich, relativ
schlecht) eingeteilt und darin sortiert werden
Auswertung: Ermittlung des Medians von jedem Objekt
·
bei sehr vielen Objekten und Zeitmangel, wird nur das beste und schlechteste Objekt benannt
Auswertung: Vergleich der Objekt-Nettowerte
(Anzahl der ,,Bestnennungen"
abzüglich der ,,Schlechtestnennungen")
·
Errechnung der Bewertungsindizes
·
Produkt kann am besten optimiert werden, wenn noch eine qualitative Befragung durchgeführt
wird
Ergebnis
·
jedem Produkt kann ein bestimmter Rangplatz zugeordnet werden
·
Problem, dass ein Produkt nur in Relation zu anderen bewertet wird
·
Ausweg wäre die Vorlage eines einheitlichen Bewertungsmaßstabes ( z.B. Notenskala)
5
KERSTIN STETTER
3.7 . Lik ert- S kala
·
in der empirischen Sozialforschung am häufigsten verwendete Skalierungsmethode; (Rensis
Likert 1932)
·
"Methode der summierten Ratings"
·
Konstruktion der Skala beginnt mit einer großen Zahl von Items (ca. 100), die die interessierende
Einstellung wiedergeben
·
Items werden einer Stichprobe von Personen vorgelegt, die zu jedem Item ihre Zustimmung oder
Ablehnung angeben
·
Grad der Zustimmung oder Ablehnung wird durch Antwortvorgaben ausgedrückt
stimme stark zu
stimme zu
teils/teils
lehne ab
lehne voll ab
1
2 3 4 5
·
nach der Datenerhebung liegt für jeden Befragten für jedes Item ein Zahlenwert vor
·
der Skalenwert ("score") jedes Befragten wird als Summe der Einschätzungen der Items
berechnet
·
die Roh-Skala wird einer Item-Analyse unterworfen, um ungeeignete Items auszusondern
(ungeeignet ist ein Item z. Bsp. dann, wenn Personen mit unterschiedlicher Einstellung das Item
ähnlich beantworten)
·
die durch die Analyse ausgewählten Items bilden die endgültige Likert-Skala
·
Bsp. für typische Likert-Items (in Skala über "Entfremdung von der Arbeit")
Bei meiner Arbeit fühle ich mich oft leer stimme stark zu -- -- -- -- lehne voll ab
Ich sehe kaum, welchen Sinn meine Arbeit hat stimme stark zu -- -- -- -- lehne voll ab
Meine Arbeit bietet mir kaum Abwechslung stimme stark zu -- -- -- -- lehne voll ab
Gesamtpunktwert soll Grad der Entfremdung von der Arbeit wiedergeben
3.8 . Thu rstone - Skal a
·
"Methode der gleicherscheinenden Intervalle" (Louis Thurstone)
·
Konstruktion beginnt mit einer Sammlung einer großen Zahl von Items (über 100), die sowohl
neutrale als auch extreme Aussagen über das Einstellungsobjekt (z.Bsp. SPD) enthalten
·
Items werden von Beurteilern in 11 Kategorien eingeordnet
ungünstig neutral günstig
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11
Statements
Expertenurteile
A
B
C
D
E
F
G Me
Die SPD hat das beste Programm und die besten Politiker
10 11 11 11 10 11 10
11
Wenn morgen B-Wahl wäre würde ich wahrscheinlich die
5 10 11
8
7
9
4
8
SPD wählen
Die SPD hat das schlechteste Programm und die
1
2
1
1
3
1
2
1
schlechtesten Politiker
Die SPD ist nicht besser und nicht schlechter als alle
6
6
6
7
6
6
6
6
anderen Parteien auch
Das Programm der SPD gefällt mir recht gut
8
7
9
9
8
8
7
8
6
·
Items, bei denen sich die Experten relativ einig sind, werden für die endgültige Skala ausgewählt
(gesamte Spannweite von 1 bis 11 muss enthalten sein)
·
die Befragten kreuzen diejenigen Items an, die ihre Meinung widerspiegeln (Gesamteinstellung
ergibt sich aus durchschnittlichem Punktwert)
·
Hauptkritikpunkt der Thurstone-Skala: Beurteiler bringen oft ihre eigene Meinung in den
Skalierungsprozess mit ein
3.9 . Gut tmann- Skala
·
basiert auf der Vorgabe einer Reihe von Aussagen, die in bezug auf die interessierende
Einstellung immer extremer werden (Louis Guttmann, 40er Jahre)
·
Annahme: Ein Befragter mit einer bestimmten Einstellung stimmt allen Aussagen, die weniger
extreme Anschauungen ausdrücken, als er selbst besitzt, zu, und lehnt alle extremeren
Anschauungen ab
Die unterschiedliche Ablehnung von Atomkraftwerken soll gemessen werden:
1. Es sollen keine weiteren Atomkraftwerke geplant werden.
2. Es sollen keine weiteren Atomkraftwerke in Betrieb genommen werden.
3. Alle Atomkraftwerke sollen sofort abgeschaltet werden.
·
Zustimmung zu Item 2 bedingt Zustimmung zu Item 1, Zustimmung zu Item 3 bedingt Zustimmung
zu Item 1 und 2
·
die perfekte Guttmann-Skala gibt es kaum, da neben den zulässigen Antwortmustern meist auch
andere Antwortmuster auftreten (z.Bsp. Zustimmung zu Item 3, aber nicht zu Item 1 und 2)
·
Guttmann: Skalen mit bis zu 10% Fehlern sind akzeptabel
MICHAEL ÖCHSLER
3.1 0. Bog ardus- Skali erung
·
Fragestellung: Wie groß / klein ist ihre erlebte Distanz zum Einstellungsgegenstand?
,,Bitte kreuzen diejenigen Feststellungen an, denen Sie zustimmen:
Ich hätte nichts dagegen, wenn sich jemand ,,Big Brother" ansieht.
Ich hätte nichts dagegen, wenn sich mein Nachbar ,,Big Brother" ansieht.
Ich hätte nichts dagegen, wenn sich meine Arbeitskollegen ,,Big Brother" ansehen.
Ich hätte nichts dagegen, wenn sich mein Freund / meine Freundin ,,Big Brother" ansieht.
Je weiter Befragte einen Einstellungsgegenstand in ihr soziales Umfeld vordringen lassen,
desto positiver ist ihre Einstellung gegenüber dem Angebot.
·
Nachteil: Gründe bleiben im Dunkeln, warum etwas abgelehnt wird. (generelles Problem bei
quantitativen Verfahren).
7
3.1 1. Ska la mit Selbs tveran kerung
·
Vorgehensweise: Befragte erhalten eine Liste mit positiven Eigenschaften und können diese mit
eigenen Vorschlägen ergänzen. Die Eigenschaften werden vom Befragten in eine Reihe gebracht
werden. (Positivste Eigenschaft, dann zweitpositivste etc.).
·
Fragestellung: Wie viel Prozent vom Optimum erreicht der Einstellungsgegenstand?
·
Die Befragten können ihre eigenen Kriterien und Maßstäbe anwenden. Die Skala ist dynamisch
und passt sich den wandelnden Ansprüchen der Zeit an. Besonders wichtig ist dies bei Tracking-
Studien, in denen man Marken über längere Zeit verfolgt. Decken-Effekte werden so ausgehebelt.
3.1 2. Fis hbein- Skalie rung
·
Vorgehensweise: Es werden ,,Doppel-Items" gebildet. In diesen wird nicht nur abgefragt, wie sehr
eine Eigenschaft auf einen Gegenstand zutrifft, sondern auch, wie wichtig die Eigenschaft für die
befragte Person ist. (Gewichtung eines Faktors)
,,Wer wird Millionär" ist eine unterhaltsame Fernsehshow:
nein, trifft nicht zu:
---
---
---
---
ja, trifft voll zu.
Dass eine Fernsehshow unterhaltsam ist, ist für mich
nicht wichtig:
---
---
---
---
sehr wichtig
·
Auswertung: Der Wert des ersten Items wird mit dem Wert des zweiten Items multipliziert. (im
Beispiel: 4x5 = 20). Alle abgefragten Eigenschaften zusammen ergeben den Imagewert eines
Produkts. Je höher, desto besser.
·
Affektive und Kognitive Komponenten werden getrennt erfasst.
3.1 3. Tro mmsdor ff-Ska lierun g
·
Vorgehensweise: ähnlich wie bei Fishbein werden Doppel-Items gebildet. Allerdings wird hier
NICHT nach der Gewichtung einer Eigenschaft gefragt, sondern nach einem Idealbild.
Die ,,Tagesthemen" informieren sachlich und objektiv:
nein, trifft nicht zu:
---
---
---
---
ja, trifft voll zu.
Eine ideale Nachrichtensendung sollte sachlich und objektiv informieren:
nein, trifft nicht zu:
---
---
---
---
ja, trifft voll zu.
·
Der Wert des Ideals (5) wird nun vom Wert des Einstellungsgegenstands (3) abgezogen: je
geringer die Differenz (im Beispiel: 2), desto idealer wird das Angebot wahrgenommen.
·
Unterschied Fishbein-Trommsdorff: bei Fishbein wird eine Gewichtung für eine Eigenschaft
vorgenommen; bei Trommsdorff erfolgt der Vergleich mit einem gedachten Ideal. Beide
Skalierungen erfassen kognitive und affektive Komponenten.
8
KATRIN DIRSCHERL
4 . M e t h o d e n z u r e m p i r i s c h e n P o s i t i o n i e r u n g
Sinn: Die durch quantitative Verfahren ermittelten Daten werden räumlich positioniert
4. 1. Die einfa che Sk alieru ng
Positionierung der Nachfrager und der Angebote in 2 bis 3 relevanten Dimensionen
·
die Meinungsgegenstände und das Ideal
Wie waren der Lerneffekt / der Spaß beim
werden in 2, höchstens 3 Dimensionen
Seminar xyz / beim idealen Seminar?
untersucht
Lerneffekt
hoch
·
Einzeichnung dieser Einstufungen in ein zwei-
Ideal
bzw. dreidimensionales Koordinatensystem
x
·
Aggregiertes und individuelles Niveau
y
möglich
Spaß
·
Nachteil: nur 2 bis 3 Aspekte können befragt
gering
hoch
werden
z
·
Unabhängigkeit der Dimensionen nicht
sichergestellt
gering
4. 2. Die Fakto ranaly se (FA )
Items werden auf 2 bis 3 Dimensionen reduziert und dann positioniert
·
die Korrelationskoeffizienten vieler
Items einer Befragung über Politiker
verschiedener Items werden berechnet
und ihre Korrelationskoeffizienten:
·
sehr ähnliche Items werden zu den 2 bis 3
aktiv
dynamisch
zuverlässig
solide
Grunddimensionen verdichtet
aktiv
-
0,9
0,1
0,1
dynamisch
0,9
-
0,1
0,1
·
Diese Grunddimensionen (,,Faktoren") werden
zuverlässig
0,1
0,1
-
0,9
benannt und als Achsen in ein
solide
0,1
0,1
0,9
-
Koordinatensystem eingezeichnet
Faktoren:
·
Ausgehend von den Items werden die
Vitalität (aktiv, dynamisch)
Positionen der Meinungsgegenstände und
Verläßlichkeit (zuverlässig, solide)
des Ideals in das Koordinatensystem
eingezeichnet
9
4. 3. Die Multi dimens ionale Skali erung (MDS)
Keine Positionierung aufgrund absoluter Werte, sondern aufgrund der relativen Position der
Meinungsgegenstände zueinander.
Metrische Multidimensionale Skalierung (MMDS):
·
Die Probanden schätzen die Ähnlichkeit von
Einschätzung der Ähnlichkeit jeweils zweier Düfte:
jeweils zwei Gegenständen ein
Duft A
Duft B
Duft C
Duft D
Duft A
-
4
1
3
·
Je ähnlicher zwei Produkte, desto näher
Duft B
4
-
5
2
liegen sie zusammen
Duft C
1
5
-
3
Duft D
3
2
3
-
Nonmetrische Multidimensionale Skalierung (NMDS):
·
Die Probanden assoziieren frei über die
Häufigkeiten der Assoziationen
Meinungsgegenstände.
Duft A
Duft B
Duft C
Duft D
elegant
20
20
-
20
·
Mittels der Anzahl gleicher Assoziationen zu
frisch
30
30
-
30
verschiedenen Gegenständen werden die
blumig
10
10
-
-
Entfernungen ermittelt.
zart
30
30
10
-
5 . W ü r d i g u n g d e r q u a n t i t a t i v e n B e f r a g u n g
Vorteile:
·
Ergebnisse sind leicht vergleichbar
·
Schnell und kostengünstig
Grenzen:
·
Qualität der Befragung von Güte der Fragen abhängig
·
Legen Befragten Fragen in den Mund
·
Ermöglichen keine tiefergehende Ursachenanalyse
·
Interventionsmaßnahmen nur eingeschränkt feststellbar
L i t e r a t u r :
·
Knieper, Thomas (Hrsg.): Statistik. Eine Einführung für Kommunikationsberufe. München 1993.
·
Neumann, Peter: Markt- und Wernepsychologie. Band 2: Praxis. Gräfelfing 2000.
10
Kommentare
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