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Praktikumsbericht / -arbeit, 2002, 16 Seiten
Autoren: Raphael Murswieck, Mark Brandner
Fach: Maschinenbau
Details
Tags: Einsatz, Polymeren
Jahr: 2002
Seiten: 16
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-06336-9
Dateigröße: 578 KB
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Volltext (computergeneriert)
Bericht zum Einsatz von Polymeren
Kunststofftechnik
an der University of Applied Science, Mannheim
29.11.2002
Bericht verfasst von
Raphaël Murswieck und Mark Brandner
Werkstoffkunde -Labor
Mark Brandner und Raphaël Murswieck
Inhaltsverzeichnis zu Werkstoffkundelabor Kunststoffe
Maschinen zur Verarbeitung von Thermoplasten
1. Spritzgießen
1.1 Spritzgießmaschine
2. Extrudieren
2.2 Extrudiermaschine
3. Tiefziehen
3.3 Tiefziehmaschine
Untersuchte Kunststoffarten
4. Polyethylen PE
5. Polypropylen PP
6. Acrylnitril-Butadien-Styrol-Polymerisate ABS
7. Polystyrol PS
8. Polymethylmethacrylat PMMA
9. Polyamide PA
10. Polyalkylenterephthalate PBTP
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Werkstoffkunde -Labor
Mark Brandner und Raphaël Murswieck
1.Spritzgießen von Thermoplasten
Allgemeines
Das Spritzgießen ist ein wichtiges Verarbeitungsverfahren vor allem für
thermoplastische Kunststoffe.
Die Maschine besteht aus einem Plastifizierzylinder mit einer integrierten
Förderschnecke, dem Stoßzylinder sowie einer mehrteiligen Werkzeug- Hohlform.
(siehe Abbildung auf nächster Seite)
Funktionsprinzip
Das eingefüllte Kunststoffgranulat wird im Plastifizierungszylinder erwärmt und
zähflüssig gemacht. Beim Spritzhub drückt der Kolben des Stoßzylinders die
Schnecke nach vorne uns spritzt die weiche Kunststoffmasse mit hoher
Geschwindigkeit in den Werkzeughohlraum.
Die Werkzeughälften sind gekühlt um so ein schnelles Abkühlen der Masse zu
gewährleisten. Während des Auswurfs des Werkstücks wird die Schnecke wieder
zurückgefahren und ein neuer Fertigungszyklus kann beginnen.
Vorteile
Die Vorteile des Spritzgießens bestehen in der schnellen und kostengünstigen
Herstellung in einem Arbeitsgang, selbst von komplizierten Werkzeuggeometrien.
Meist ist eine Nachbearbeitung nicht erforderlich. Allerdings lohnt sich Spritzgießen
nur bei Massenteilen, da die Herstellung der Werkzeugformen sehr kostenintensiv ist.
Anwendungen
Zu den typischen Spritzgußerzeugnissen zählen neben Eimern, Bierkästen, Gehäuse
für Fernseh, -Rundfunk- und Küchengeräte auch Massenteile für Kraftfahrzeuge, wie
Zahnräder und Schrauben oder aber auch Großteile wie Telefonzellen.
Duroplaste und Elastomere
In beschränktem Umfang werden auch Duroplaste und Elastomere durch Spritzgießen
verarbeitet. Dabei wird der Plastifizierungszylinder nur soweit erwärmt, daß eine
ausreichende Plastizität der Kunststoffmasse erreicht wird. Das Werkzeug ist stark
erwärmt, da hier die Aushärtung in der Wärme erfolgt.
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Werkstoffkunde -Labor
Mark Brandner und Raphaël Murswieck
1.1. Schaubild der Spritzgießmaschine
1.Arbeitszyklus ,,Schließen"
1. Spritzkolben
2. Querhauptplatte
3. Kolbenführungsbuchse
4. Zylinderheizband
5. Masseverdrängungseinsatz
6. Spritzdüse
7. Formeinsatz
8. Formplatte
9. Grundplatte
10. Angußziehstift
11. Auswerferhalteplatte
12. Auswerferstange
13. Anschlagplatte
14. Anschlagschraube
15. Dosierkolben
16. Rückholfeder
17. Werkzeugaufspannplatte
2.Arbeitszyklus ,,Einspritzen"
18. Aufspannplatte
19. Auswerfgrundplatte
20. Auswerfschäumer
21. Ausferfstift
22. Formeinsatz
23. Formplatte
24. Aufspannplatte
25. Angußbuchse
26. Düsenheizband
27. Plastizier-Spritzzylinder
28. Werkzeugaufspannplatte
29. Zylinderbefestigung
30. Dosiereinrichtung
31. Anschlagschraube
32. Maschinenkörper
3.Arbeitszyklus ,,Entformen"
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Werkstoffkunde -Labor
Mark Brandner und Raphaël Murswieck
2. Extruder
Allgemeines
Das Extrudieren gehört zu den vielseitigsten Verfahren zur thermoplastischen
Verarbeitung von Kunststoffen.
Funktionsprinzip
Der Extruder ist eine stetig arbeitende Schneckenstrangpresse mit einer vorgesetzten
Profildüse. Das Kunststoffgranulat wird durch die rotierende Schnecke zuerst
verdichtet, entgast, erwärmt und dadurch plastifiziert. Das Schmelzen des Granulats
erfolgt zum einen durch die Reibung der sich verdichtenden Masse sowie durch
Heizaggregate an der äußeren Zylinderwand der Schnecke.
Die Schnecke drückt die Kunststoffmasse fortlaufend durch eine Profildüse, welche
am Ende des Zylinders aufgeschraubt ist. Dort tritt sie als Strang in Form der
formgebenden Düse aus.
Die Schnecke selbst hat einen zur Düse hin zunehmenden Durchmesser um die
Kunststoffmasse zu verdichten und einen Druck aufzubauen. Es entsteht ein
Druckabfall bei Austritt der Masse aus der Düse. Der Querschnitt der Austrittsöffnung
der Düse bestimmt das Profil des austretenden Stranges. Es können runde oder aber
auch flache Profile verwendet werden.
Zur weiteren Verarbeitung und um den Kunststoffstrang in seine Endform zu bringen,
wird es durch einen evakuierten Raum geleitet. Da in dem Kunststoffstrang noch der
normale Luftdruck herrscht, wird der Strang an den Innendurchmesser eins
Kupferrohres gedrückt und erhält somit seine endgültige Form.
Anwendungen
Zu den typischen Extrudererzeugnissen zählen Platten, Bänder, Stäbe, Profile wie z.B.
Fensterrahmen, Rohre oder Gartenschläuche.
Es können aber auch schlauchartige Profile zum anschließenden aufblasen, z. B. von
Flaschen oder Tanks, gepresst werden, welche nicht sofort in einem Tauchbad gekühlt
werden.
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Werkstoffkunde -Labor
Mark Brandner und Raphaël Murswieck
2.1 Schaubild des Extruders
1. Schnecke
2. Zylinder
3. Trichter
4. Motor
5. Getriebe
6. Heizung
Einfachschnecke
Doppelschnecke
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Werkstoffkunde -Labor
Mark Brandner und Raphaël Murswieck
3. Tiefziehen
Allgemein
Die Tiefziehmaschine (auch als Verpackungsmaschine bekannt) wird zum Formen von
Platten und Folien aus thermoplastischen Kunststoffen angewendet.
Das Tiefziehen kann auf Pressen (wie Spindelpressen, Exzenterpressen oder
hydraulischen Ober- und Unterkolbenpressen) oder auf Spezialmaschinen
durchgeführt werden.
Funktionsprinzip
Die Halbzeuge (also Kunststoffplatten) werden gleichmäßig auf die optimale
Temperatur des jeweils eingesetzten Kunststoff aufgeheizt und mittels Vakuum,
Druckluft und mechanischer Kräfte umgeformt.
Damit auch feine Konturen, die durch einfaches aufziehen der warmen Platte nicht
geformt werden können, ebenfalls abgebildet werden können, werden ganz feine
Löcher an die entsprechen Stellen gebohrt. Durch Vakuum an der Unterseite des
Werkstückes wird nun der gewärmte Kunststoff durch die Löcher an die Form
angesaugt.
Abgesehen von den üblich angewandten Warmformverfahren (Biegen, Ziehformen)
arbeitet man meist mit automatisierten Thermoformmaschinen. Das Erwärmen des in
einem Spannrahmen fest fixierten Halbzeugs erfolgt in der Regel mit Infrarot-
Flächenstrahlern (Keramik oder Quarzstrahler).
Beim Tiefziehen von dünnen PC-Folien kann auch kalt gearbeitet werden.
Beim Warmformen unterscheidet man grundsätzlich zwischen dem Negativ- und dem
Positivverfahren. Bei der Negativformung wird das erwärmte Halbzeug in den
konkaven Formholraum gesaugt oder gedrückt, beim Positivformen auf ein Konvex-
Modell (Positiv-Formkern) gesaugt. Die am Werkzeug anliegende Seite wird glatter
und maßgenauer.
Das Tiefziehen mit Gegenform besteht aus Stempel und Gesenk. Der niederfahrende
Stempel drückt die erwärmte Folie in die Form, die dadurch die gewünschte Kontur
annimmt.
So geformte Werkstücke weisen eine gute Maßhaltigkeit auf.
Anwendung
Die Spanne der so hergestellten Teile reicht von Verpackungsbehältern für die
Konsumgüterindustrie bis hin zu Großformteilen wie z.B. Fassadenelemente,
Sanitärzellen, Container, Spielzeugen
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Werkstoffkunde -Labor
Mark Brandner und Raphaël Murswieck
4.1 Schaubild der ,,Verpackungsmaschine"
Formstation
Positiv- / Negativformverfahren
Positivverfahren
Negativverfahren
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Werkstoffkunde -Labor
Mark Brandner und Raphaël Murswieck
4. Polyethylen PE
Allgemeines
Das Gefüge von Polyethylen besteht aus unpolarer teilkristalliner Thermoplaste mit
unterschiedlichem Verzweigungsgrad und besitzt eine niedrige Dichte.
PE sieht ungefärbt milchig weiß aus und ist nur bei sehr dünnen Folien fast glasklar.
Die mechanischen Eigenschaften sind abhängig von der Kristallinität und vom
Polymerisationsgrad. So besitzt PE ausgezeichnete elektrische Isoliereigenschaften
und kann kurzzeitig bis zu 105°C und höher thermisch beansprucht werden.
Bei unserem Brennversuch brennt es mit bläulicher Flamme und tropft brennend ab.
PE ist beständig gegen Säuren, Laugen, Salzlösungen, Wasser usw., versprödet jedoch
bei direkter Sonneneinstrahlung und ist durchlässig gegenüber Gas und Sauerstoff und
somit ungeeignet für z.B. Getränkeflaschen.
Verarbeitung
Verarbeitet wird PE hauptsächlich durch Spritzgießen aber auch durch Extrudieren
und Extrusionsblasen.
Anwendungsbeispiele
Im Maschinen- und Fahrzeugbau wird PE werden hauptsächlich Handgriffe,
Verschlußstopfen, Dichtungen, Batteriekästen, Kraftstoffbehälter, oder
Autoinnenverkleidungen verwendet.
In der Elektrotechnik wird PE hauptsächlich zur Isolierung von Hochspannungskabeln,
Instalationsrohre und Verteilerdosen verwendet.
Im Bauwesen werden Rohleitungen für Trink- und Abwasser sowie Abdeckfolien und
Heizöltanks aus PE hergestellt.
Technische Daten:
Dichte:
0,914..0,96 g/cm3
Zugfestigkeit:
8..35 N/mm2
E-Modul:
200.1400 N/mm2
Reißdehnung:
300..1000 %
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Werkstoffkunde -Labor
Mark Brandner und Raphaël Murswieck
5. Polypropylen PP
Allgemein
Das Gefüge besteht weitgehend aus unpolarer Thermoplaste mit Kristallinität
zwischen 60% - 70% und besitzt eine Dichte von 0,9g/cm3 bis 0,91 g/m3 .
PP ist ungefärbt schwach transparent und ist mit vielen Farben gedeckt einfärbbar bei
hohem Oberflächenglanz.
Zu den mechanischen Eigenschaften zählen seine hohe Steifigkeit, Härte und
Festigkeit, besitzt aber eine niedrigere Kerbschlagzähigkeit als PE.
Um PP als Konstruktionsteile zu verwenden ist eine Verstärkung mit Glasfasern
möglich.
Die elektrischen Eigenschaften sind ähnlich wie bei PE. Es besitzt wegen seiner hohen
Isolierungseigenschaften die Neigung zu elektrostatischer Aufladung und
Staubanziehen.
Bei hohen Temperaturen neigt reines PP zur Oxidation. Seine obere thermische
Belastung liegt bei ca. 110°C.
Bei unserem Brennversuch stellte sich heraus das es ein ähnliches Brennverhalten
aufweißt wie PE, auch PP brennt mit gelber Flamme mit blauen Kern und tropft
brennend ab. Außerdem ist PP beständig gegenüber wässrigen Lösungen sowie
schwache anorganische Säuren und Laugen.
Bei erhöhten Temperaturen ist PP unbeständig gegen Benzin, Benzol und
Halogenkohlenwasserstoffe.
Verarbeitung
PP ist hervorragend geeignet zum Spritzgießen, Extrudieren und Extrusionsblasen,
wobei Hohlkörper mit hoher Formbeständigkeit erzeugt werden können.
Anwendungsbeispiele
Im Maschinen- und Fahrzeugbau werden aus PP hauptsächlich Lüfterflügel,
Gaspedale, Pumpengehäuse, Abdeckplatten sowie Ventilatoren hergestellt.
Typische Haushaltsartikel sind Innenteile von Geschirrspülmaschinen,
Waschmaschinentrommeln, sowie Staubsaugerteile und kochfeste Folien.
In der Elektrotechnik findet PP vor allem als Kabelanschlüsse, Trafogehäuse, und
Antennenteile Verwendung.
Technische Daten
Dichte
0,9 0,91 g/cm³
Zugfestigkeit
29 N/m²
E-Modul
1100...1600 N/m²
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Werkstoffkunde -Labor
Mark Brandner und Raphaël Murswieck
6. Acrylnitril-Butadien-Styrol-Polymerisate ABS
Allgemein
Das Gefüge von ABS besteht aus amorpher Thermoplaste mit großen
Variationsmöglichkeiten im Aufbau und besitzt eine höhere Dichte im Vergleich zu
Wasser. ABS ist gelblich- weiß und gedeckt in allen Farben einfärbbar, es besitzt eine
matte Oberfläche und bei Sondertypen auch glasklar.
Bei Temperaturen bis 40°C zeigt sich eine hohe Steifigkeit und Zähigkeit. Außerdem
ist es kratzfest und besitzt eine hohe Schlag- und Kerbschlagzähigkeit.
ABS hat einen hohen Oberflächen- und Durchgangswiderstand bei nur sehr geringer
elektrostatischer Aufladung. ABS ist bis ca. 100°C einsetzbar. Bei dem Brennversuch
brannte es mit rußender Flamme, aber ohne abzutropfen.
Beständig ist ABS gegen Wasser, wässrige Salzlösungen und Laugen. Unbeständigkeit
besteht gegenüber konzentrierte Mineralsäuren und chlorierte Kohlenwasserstoffe.
ABS wird vorwiegend durch Spritzgießen und Extrudieren verarbeitet, kann aber auch
sehr gut warmumgeformt werden.
Anwendungsbeispiele
In der Feinwerk- und Elektrotechnik werden aus ABS hauptsächlich Gehäuseteile für
Fernseh- und Rundfunkgeräte, sowie Fotoapparate, Telefone- und Lampen hergestellt.
Im Fahrzeugbau werden Karosserieteile, Armaturenbretter, Mittelkonsolen und
Frontspoiler gefertigt.
Weitere Anwendungen sind zum Beispiel Sitzschalen, Hocker, Gehäuseteile und
Küchenmaschinen.
Technische Daten
Dichte
1,03 g/m3 bis 1,07 g/m3
E-Modul
2200...2800 N/m²
Zugfestigkeit
35-45 N/m²
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Werkstoffkunde -Labor
Mark Brandner und Raphaël Murswieck
7. Polystyrol PS
Allgemein
Polystyrol besitzt ein Gefüge aus amorpher Thermoplaste mit geringer
Feuchtigkeitsaufnahme und besitzt eine Dichte von 1,05 g/m3 .
PS ist glasklar, zeigt einen hohen Oberflächenglanz und ist und ist in allen Farben
durchsichtig und gedeckt einfärbbar.
Zu den mechanischen Eigenschaften zählen eine hohe Steifigkeit, Härte und ist sehr
spröde. Allerdings ist PS sehr Kerbempfindlich.
PS besitzt gute elektrische Widerstandswerte und sehr gute dielektrische
Eigenschaften. Es ist bis 70°C, Sondertypen bis 80°C thermisch einsetzbar.
Bei dem Brennversuch zeigte sich das PS gut und mit stark rußender Flamme brennt,
jedoch ohne abzutropfen.
PS ist beständig gegen Laugen, Alkohole und Mineralssäuren.
Gegen organische Lösungsmittel wie Benzin oder Aceton ist PS jedoch unbeständig.
Verarbeitung
Das am häufigsten eingesetzte Verfahren um PS zu verarbeiten, ist Spritzgießen;
jedoch kann es auch Extrudiert- und Warmumgeformt werden.
Anwendung
Polystyrol wird hauptsächlich in der Verpackungsindustrie verwendet wo
Verpackungen mit hohem Oberflächenglanz und Durchsichtigkeit benötigt werden,
wie z.B. Kosmetika, Schreibwaren und Medikamentenverpackungen.
In der Feinwerk- und Elektrotechnik werden Schaugläser, Tonbänder, Relaisteile und
Spulenkörper aus PS gefertigt. Verwendung findet PS aber auch als Wegwerfgeschirr
und -besteck sowie Modeschmuck oder aber auch CD-Hüllen.
Technische Daten
Dichte
1,05 g/m3 .
E-Modul
3000 N/mm²
Zugfestigkeit
55 N/mm²
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Mark Brandner und Raphaël Murswieck
8. Polymethylmethacrylat PMMA
Allgemeines
PMMA besteht aus amorpher Thermoplaste einer höheren Dichte als Wasser. PMMA
ist glasklar und besitzt einen hohen Oberflächenglanz mit hoher Brillanz und
kristallklarer Durchsicht. Bekannte Handelsnamen sind z.B. Plexiglas© oder Elvacite©
(Herstellerabhängig).
PMMA besitzt gute Zug-, Druck- und Biegefestigkeit, ist allerdings nur gering
verformbar und weitgehend kratzfest.
Zu den elektrischen Eigenschaften zählen ein guter Oberflächenwiderstand, sowie
Krichstromfestigkeit. PMMA ist optisch sehr hochwertig, besitzt keine Eigenfarbe und
ist sehr gut lichtdurchlässig. Die maximale Gebrauchstemperatur liegt bei 65°C und
auch bei niedrigen Temperaturen ist es beständig.
Beim Brennversuch zeigt sich, dass es praktisch rückstandslos und ohne abzutropfen
mit knisternd leuchtender Flamme verbrennt.
PMMA ist beständig gegenüber wässrigen Säuren, Laugen und Alkohol, jedoch
unbeständig gegenüber Spiritus und Nitrolacke.
Verarbeitung
Spritzgießen, Extrudieren und Warmumformen gehören zu Hauptverarbeitungs-
verfahren von PMMA.
Anwendung
In der Optik wird PMMA zu Brillengläsern, Lupen, Linsen, Prismen und
Lichtleitfasern verarbeitet. Im Haushalt werden Schüsseln, Becher und Bestecke
aus PMMA gefertigt.
In der Elektrotechnik findet PMMA Einsatz als Bedienungsknöpfe, Abdeckungen oder
Leuchtenabdeckungen.
Auch bruchsichere Dachverglasungen, Oberlichter, sowie Gewächshäuser werden im
Bauwesen angewandt. Aber auch im Modellbau und in der Werbetechnik findet
PMMA ein breites Anwendungsspektrum.
Technische Daten
Dichte
je nach Art von 1,08 g/m3 bis zu 1,18 g/m3
Zugfestigkeit:
68..75 N/mm2
E-Modul:
3300 N/mm2
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Mark Brandner und Raphaël Murswieck
9. Polyamide PA
Allgemein
Polyamide bestehen aus teilkristalliner Thermoplaste mit feinsphärolithischem Gefüge
mit einer höheren Dichte als Wasser. PA ist ungefärbt milchig und in allen Farben
gedeckt einfärbbar, amorphe Polyamide fast glasklar. Die mechanischen Eigenschaften
reichen von guter Schlagzähigkeit, Kerbschlagzähigkeit bis zu hoher
Ermüdungsfestigkeit.
PA besitzt einen günstigen Oberflächenwiderstand ist jedoch für Isolierungen nicht
geeignet wegen hoher dielektrischer Verluste. Die obere Gebrauchstemperatur ist je
nach Typ zwischen 80°C und 120°C. Bei unserem Brennversuch brannte PA bläulich
mit gelbem Rand, tropfte knisternd ab und zog lange Fäden.
Beständig ist PA gegenüber Benzin, Öl, Fett und Alkohol. Nicht beständig dagegen
weißt es gegenüber Mineralsäuren, starke Laugen und Phenole auf.
Verarbeitung
Wegen seiner ausgezeichneten Fließfähigkeit und Erstarrungsgeschwindigkeit ist
Spritzgießen sehr gut möglich, aber auch Extrudieren und Warmumformen sind häufig
angewande Verfahren.
Anwendung
Im Maschinenbau und der Feinwerktechnik werden Zahnräder, Riemenscheiben,
Steuerwalzen, sowie Laufrollen und Nockenscheiben gefertigt.
Im Fahrzeugbau wird PA zu Ölfilter, Ölwannen und Lagerbuchsen verarbeitet.
In der Elektrotechnik werden Spulenkörper, Verteilerkästen Motorengehäuse und
Elektrowerkzeuge hergestellt.
Technische Daten
Dichte
zwischen 1,01 g/m3 und 1,14 g/m3.
E-Modul
1700 N/mm²
Zugfestigkeit
57 N/mm2
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Werkstoffkunde -Labor
Mark Brandner und Raphaël Murswieck
10. Polbutylenterephthalate PBTP
Allgemein
PBTP ist ein teilkristalliner, thermoplastischer Kunststoff mit einer Dichte von 1,29
g/m3. PBTP ist wegen seiner hohen Kristallinität opak weiß und hat einen hohen
Oberflächenglanz, ist in allen Farben gedeckt einfärbbar. Zu den mechanischen
Eigenschaften gehören eine leichte Verarbeitbarkeit und eine gute Zähigkeit auch bei
tiefen Temperaturen.
PBTP hat günstige elektrische Isolierungseigenschaften und ein günstiges
dielektrisches Verhalten.
PBTP ist gut wärmebeständig, einsetzbar von 60°C bis 110°C und kurzzeitig auch
höher. PBPT brennt mit stark rußender Flamme und tropfend ab.
Beständigkeit besteht gegenüber wässrigen Lösungen, Salze und Öle. Unbeständig ist
PBTP gegenüber heißem Wasser, Aceton, Säuren und Laugen.
Verarbeitung
Verarbeitet wird PBTP sehr gut durch Spritzgießen, Extrudieren und Warmumformen.
Anwendung
Maßhaltige technische Funktionsteile mit guten Gleiteigenschaften werden unter
anderem aus PBTP hergestellt. In der Feinwerktechnik- und Elektrotechnik werden
Gleitelemente, Steuerscheiben, Lager und Zahnräder aus PBTP hergestellt. Im
Maschinenbau kommt PBTP hauptsächlich als Gleitlager, Führungen und Kupplungen
zum Einsatz.
Andere Anwendungsbeispiele sind Küchengeräte sowie Schläuche und Rohre.
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