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Diplomarbeit, 2004, 74 Seiten
Autor: Katja Dahms
Fach: Chemie
Details
Tags: Darstellung, Formylporphyrinen
Jahr: 2004
Seiten: 74
Note: 1,5
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-07216-3
Dateigröße: 444 KB
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Volltext (computergeneriert)
Darstellung von Formylporphyrinen
Diplomarbeit
von
Katja Dahms
vorgelegt im
Institut für Chemie der Universität Potsdam
Lehrstuhl für Organische Chemie II
Potsdam, Juli 2004
Inhaltsverzeichnis I
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1
2 Aufgabenstellung
12
3
Methoden und Ergebnisse
14
3.1 Vilsmeier-Reaktion
14
3.1.1 Allgemeine
Grundlagen
14
3.1.2 Ausgangsverbindungen
15
3.1.3 Formylierung
16
3.1.4 UV/Vis-Spektroskopie
18
3.2 Dithianylporphyrine
21
3.2.1 Kondensationsreaktionen
21
3.2.1.1 Allgemeine
Grundlagen
21
3.2.1.2 Ausgangsverbindungen
22
3.2.1.3 [2+2]-Kondensationen
23
3.2.2
Darstellung mittels Lithiumorganyle
25
3.2.2.1 Allgemeine
Grundlagen
25
3.2.2.2 Experimentelle
Umsetzung
26
3.2.3 Eigenschaften
30
3.2.4 Spektroskopische
Untersuchungen
31
3.2.4.1 NMR-Spektroskopie
31
3.2.4.2 UV/Vis-Spektroskopie
32
3.2.4.3 Massenspektrometrie
34
3.3 Formylporphyrine
36
3.3.1 Dethioacetalisierung
36
3.3.2 Spektroskopische
Untersuchungen
36
3.3.2.1 NMR-Spektroskopie
36
3.3.2.2 UV/Vis-Spektroskopie
38
4 Diskussion
39
5
Zusammenfassung und Ausblick
41
6 Experimenteller
Teil
43
6.1 Allgemeines
43
Inhaltsverzeichnis II
6.1.1
Lösungsmittel und Reagenzien
43
6.1.2 Schmelzpunkte
43
6.1.3 Spektroskopische
Methoden
43
6.1.4 Chromatographische
Methoden
44
6.2 Synthesen
45
6.2.1 Kupferkomplexe
45
6.2.1.1 [5,15-Di(
iso
-butyl)porphyrinato]kupfer(II)
53
45
6.2.1.2 [5,15-Bis(1-ethylpropyl)porphyrinato]kupfer(II)
54
45
6.2.1.3 [5,15-Dihexylporphyrinato]kupfer(II)
59
46
6.2.2
Darstellung von Formylporphyrinen durch Vilsmeier-
Formylierung 47
6.2.2.1 Allgemeine
Vorschrift
47
6.2.2.2 [5,15-Di(
iso
-butyl)-10-formylporphyrinato]kupfer(II)
57
47
6.2.2.3 [5,15-Bis(1-ethylpropyl)-10-formyl-porphyrinato]kupfer(II)
58
48
6.2.2.4 [5,15-Diformyl-10,20-dihexylporphyrinato]kupfer(II)
60
48
6.2.3
Darstellung von Dipyrromethan
66
49
6.2.4
Darstellung von 2-Formyl-1,3-dithian
68
49
6.2.5
Darstellung von 5-(1,3-Dithian-2-yl)-dipyrromethan
69
50
6.2.6
Darstellung von Dithianylporphyrinen durch Einsatz von
Lithiumorganylen 51
6.2.6.1 Allgemeine
Vorschrift
51
6.2.6.2 [5-(1,3-Dithian-2-yl)-10,20-diphenylporphyrinato]nickel(II)
84
51
6.2.6.3 [5,15-Di(
iso
-butyl)-10-(1,3-dithian-2-yl)porphyrinato]nickel(II)
85
52
6.2.6.4 [5-(1,3-Dithian-2-yl)-10,20-bis(3-methoxyphenyl)porphyrinato]-
nickel(II)
86
53
6.2.6.5 5-(1,3-Dithian-2-yl)-10,20-diphenylporphyrin
94
54
6.2.6.6 5,15-Di(
iso
-butyl)-10-(1,3-dithian-2-yl)porphyrin
95
55
6.2.6.7 5-(1,3-Dithian-2-yl)-10,20-bis(3-methoxyphenyl)porphyrin
96
56
6.2.7 [5-(1,3-Dithian-2-yl)-10,15,20-triphenylporphyrinato]zink(II)
98
57
6.2.8
Darstellung von Formylporphyrinen durch Dethioacetalisierung
58
6.2.8.1 Allgemeine
Vorschrift
58
6.2.8.2 [5-Formyl-10,20-diphenylporphyrinato]nickel(II)
99
58
6.2.8.3 [5-Formyl-10,20-bis(3-methoxyphenyl)porphyrinato]nickel(II)
100
59
Inhaltsverzeichnis III
6.2.8.4 5-Formyl-10,20-diphenylporphyrin
101
59
6.2.9 Demetallierung
60
6.2.9.1 5-(1,3-Dithian-2-yl)-10,20-bis(3-methoxyphenyl)porphyrin
99
60
7
Übersicht der neuen Verbindungen
61
8 Literatur
62
Abkürzungen IV
Abkürzungen
BBr3
Bortribromid
ber. berechnet
BF3*Et2O Bortrifluoridetherat
CHCl3
Chloroform
CH2Cl2
Dichlormethan
CDCl3
Deuterochloroform
COSY Correlation
Spectroscopy
DC Dünnschichtchromatographie
DDQ 2,3-Dichlor-5,6-dicyano-1,4-benzochinon
DMF Dimethylformylamid
EI Elektronenstoßionisation
ESI Elektronensprayionisation
Fp. Schmelzpunkt
GC/MS
mit der Gaschromatographie gekoppelte Massenspektrometrie
GC-TOF
mit Gaschromatographie gekoppelter Time of Flight-Detektor
gef. gefunden
H2(TPPS4) 5,10,15,20-Tetrakis(4-sulfonphenyl)porphyrin
H2(TPro) 5,10,15,20-Tetrakis(
o
-propionamidophenyl)porphyrin
HMQC
Heteronuclear Multiple Quantum Coherence
HRMS Hochauflösungsmassspektrometrie
MS Massenspektrometrie
NMR Kernmagnetische
Resonanz-Spektroskopie
Ph Phenyl
pKa
negative dekadische Logarithmus der Aciditätskonstanten Ka
POCl3
Phosphoroxychlorid
Rf
Retentionsfaktor
RT Raumtemperatur
TFA Trifluoressigsäure
THF Tetrahydrofuran
TPP 5,10,15,20-Tetraphenylporphyrinyl
Abkürzungen V
UV/Vis Ultravilolet/Visible:
elektromagnetischer Strahlungsbereich
zwischen 200 und 800 nm
v/v
Volumen zu Volumen
Einleitung und theoretische Grundlagen
1
1 Einleitung und theoretische Grundlagen
Porphyrine sind lebenswichtige chemische Verbindungen, die von fast allen
Lebewesen gebildet werden und für die Zellatmung notwendig sind. Das
Grundgerüst aller Porphyrinmoleküle besteht aus vier Pyrrolringen, die über
sp2
-
hybridisierte C-Atome zu einem Makrozyklus miteinander verbunden sind. An
diesem Makrozyklus können bei den Porphyrinen verschiedene andere Atome
oder Atomgruppen substituiert sein. Die in der Natur vorkommenden Porphyrine
sind zudem durch unterschiedliche Metallatome, die sich im Zentrum befinden,
gekennzeichnet. Häm, entscheidender Bestandteil des Hämoglobins, ist ein
eisenhaltiges Porphyrin. Der grüne Blattfarbstoff Chlorophyll ist ein
Dihydroderivat eines Porphyrins mit einem Magnesiumatom.
Man unterscheidet zwei Gruppen von synthetisch darstellbaren Porphyrinen.
Zum einen ist es möglich, Porphyrine darzustellen, die in -Position substituiert
sind (Abb. 1.1). Diese entsprechen in ihrem Aufbau den biologisch vor-
kommenden Porphyrinen. Zum anderen gelang es, Porphyrine zu synthetisieren,
die ausschließlich in
meso
-Position substituiert sind und die keine Verwandt-
schaft zu den natürlich vorkommenden Porphyrinen besitzen, die sich aber
dennoch gut als biomimetische Modelle und als Komponenten in der
Materialforschung eignen.1
R
R
R
R
R
NH
N
NH
N
R
R
N
HN
N
HN
R
R
R
R
R
meso
-substituiertes Porphyrin
-substituiertes Porphyrin
Abb. 1.1:
Möglichkeiten der Substitution am Porphyrin
Durch bestimmte Synthesemethoden lässt sich die Anzahl der
meso
-
Substituenten variieren. So lassen sich mono-, di-2-5, tri-6 und tetrasubstituierte
Einleitung und theoretische Grundlagen
2
Porphyrine in guten Ausbeuten darstellen. Angestrebt wird insbesondere die
Synthese unsymmetrischer Porphyrine, was immer noch problematisch ist. Je
nach Art und Anordnung der Reste sind verschiedene Anwendungen möglich:
Eine Mischung aus polaren und unpolaren Resten ergibt amphiphile
Porphyrine, die für die photodynamische Therapie geeignet sein können. Sind
am Porphyrin elektronenziehende und elektronenschiebende Gruppen
vorhanden, so ist eine wichtige Voraussetzung für ihre Anwendung in der
nichtlinearen Optik erfüllt. Verschiedene Reste mit funktionellen Gruppen
können auch für Katalysen verwendet werden.
Ein Beispiel für eine katalytische Anwendung von
meso
-substituierten
Porphyrinen ist der Einsatz des Cobalt-Komplexes von Tetraphenylporphyrin
[H2(TPP)]
5
bei der Cyclopropanierung von Olefinen mit Diazoalkanen.7
O
CO R2
CO R2
R
2
2
Co(TPP)
R
R1
R
R
R1
1
+
O
+
R2
-N2
N2
1
2
3
4
[Co(TPP)]:
N
N
Co
N
N
5
Schema 1.1:
Cyclopropanierung eines Olefins
Die Reaktion von Styrol
1
mit Diazoacetat
2
in siedendem Dichlormethan,
katalysiert durch [Co(TPP)]
5
liefert eine Mischung von
cis-
und
trans
-
Cyclopropan
3, 4
im Verhältnis 85:15 (Schema 1.1). Die Ausbeute liegt
insgesamt bei 62 %.
Seit langem ist auch die Eigenschaft bekannt, dass sich tetrasulfonierte
meso
-
Tetraphenylporphyrine [H2(TPPS4)]
6
(Abb. 1.2) in Tumorregionen anlagern.8
Aber es wurde nur von einer niedrigen photochemischen Effizienz in Zellen
Einleitung und theoretische Grundlagen
3
berichtet. Es konnte allerdings gezeigt werden, dass die zellinaktivierende
Wirkung erheblich verstärkt werden kann, wenn man die Anzahl an
Sulfonatgruppen im
meso
-Tetraarylporphyrin verringert. Eine Reihe von
Derivaten wie das
o
-Isomer des 5,10,15,20-Tetra(hydroxyphenyl)porphyrins
oder das
m
-Isomer des 5,10,15,20-Tetra(
N
-phenylacetamid)porphyrins können
aus diesem Grund als potenzielle phototherapeutische Agenzien eingestuft
werden. Zudem sind sie sehr stabil und in hohen Ausbeuten darstellbar.
Weiterhin konnte mit Hilfe von
in vivo
und
in vitro
Experimenten gezeigt werden,
dass
meso
-Tetrakis(
o
-propionamidophenyl)porphyrin [H2(TPro)]
7
(Abb. 1.2) ein
effektiver Photosensibilisator für die Photodynamische Krebstherapie ist.
[H2(TPro)] ist leicht zu synthetisieren und absorbiert im langwelligen Bereich
des Lichtes bei 650 nm. Es wird bevorzugt in Mitochondrien lokalisiert und zeigt
weiterhin
in vivo
eine ausreichende Photosensibilisierung, so dass die
Reduktion des Tumors ausgelöst wird.
SO H
3
O
H C
N
H C
5 2
H
5 2
O
HN
NH
N
NH
N
HO S
SO H
3
3
N
HN
N
N
H
NH
O
H
C H
2 5
N
C H
2 5
O
SO H
3
6
7
Abb. 1.2:
Beispiele für Porphyrine als mögliche Photosensibilisatoren
Ein weiteres Einsatzgebiet von Porphyrinen ist die Verwendung als
Flüssigkristalle.9 Die hierbei eingesetzten Porphyrine müssen vor allem lange
Alkylketten an der Peripherie von starren Tetrapyrrolen besitzen. Die
stäbchenförmigen Moleküle in Flüssigkristallen können sich relativ leicht
aneinander vorbeibewegen, ähnlich wie die Moleküle in einer Flüssigkeit.
Außerdem neigen alle Moleküle in einem Flüssigkristall dazu, sich gleich
auszurichten, ähnlich der Molekülanordnung in einem festen Kristall.
Einleitung und theoretische Grundlagen
4
Flüssigkristalle erhalten ihren Doppelcharakter nur in einer bestimmten
Temperatur- und Druckspanne. Bei Porphyrinen ist diese Eigenschaft
temperaturabhängig.
Einen Flüssigkristall bildet das Porphyrin 5,10,15,20-Tetrakis(4-
n
-
pentadecylphenyl)porphyrin
8
(Abb. 1.3). Es wurden drei mesogene Phasen
gefunden. Als weiteres Beispiel kann 5,15-Bis(3,4-didodecyloxyphenyl)-
porphyrin
9
genannt werden. Es zeigt eine lamellare Mesophase bei einem
Schmelzpunkt von 60.4 °C.
OC H
12 25
CH (CH ) CH
2
2 13
3
OC H
12 25
NH
N
NH
N
CH (CH ) CH
CH (CH ) CH
3
2 13
2
2
2 13
3
N
HN
N
HN
8
C H O
12 25
OC H
12 25
CH (CH ) CH
2
2 13
3
9
Abb. 1.3:
Beispiele für Porphyrine als Flüssigkristalle
Die genannten Porphyrine finden demnach vielfältige Einsatzmöglichkeiten als
,,Feld-empfängliche" Materialien, insbesondere für opto-elektronische
Anwendungen. Der Porphyrinligand dient hierbei als Grundlage, auf der man
wünschenswerte molekulare und materielle Eigenschaften aufbauen kann,
einschließlich sehr großer Dipolmomente, Polarisierbarkeiten und
Hyperpolarisierbarkeiten. Die technische Anwendung von Flüssigkristallen in
Flachbildschirmen für Desktop- und Notebook-Computer oder in den Displays
von Mobiltelefonen, so genannte LCDs (
Liquid Crystal Displays
) ist heute ein
fast schon selbstverständlicher Standard.
Einen ersten Zugang zu
meso
-substituierten Porphyrinen fand Paul Rothemund10
im Jahr 1935 über die Kondensation der Einzelbausteine Pyrrol
10
und des
entsprechenden Aldehyds. Zuerst beschäftigte er sich mit der Bildung von
meso
-
Einleitung und theoretische Grundlagen
5
Tetramethylporphyrin
12
aus Pyrrol
10
und Acetaldehyd
11
. Dabei ließ er das
Reaktionsgemisch entweder mehrere Wochen bei Raumtemperatur rühren oder
erhitzte sie unter Rückfluss für mehrere Stunden. Die Ausbeuten fielen jedoch
stets niedrig aus (Schema 1.2).11
CH3
NH
N
H C
CH
3
3
N
N
H
CH3
O
12
MeOH
+
N
+
H
CH
a) RT, mehrere Wochen od.
3
H
b) 70 °C, 15-25 h od.
c) 85-90 °C, 10-20 h
CH H
3
H
10
11
H
NH
N
H
H C
CH
3
3
N
N
H
CH3
13
Schema 1.2:
Porphyrinsynthese nach Rothemund
Nach diesem Reaktionsprinzip wurden Synthesen mit weiteren Aldehyden wie
Formaldehyd, Propionaldehyd,
n
-Butyraldehyd, Benzaldehyd und -Furaldehyd
untersucht.12 Insgesamt erforderte die Rothemund-Methode hohe
Konzentrationen der Edukte und hohe Temperaturen. Da er außerdem auf den
Einsatz von Oxidationsmitteln verzichtete, erhielt man als Nebenprodukte stets
geringe Mengen an
meso
-substituiertem Chlorin
13
.
Mitte der 60er Jahre veröffentlichten Adler und Longo13,14 eine verbesserte
Synthese von
meso
-substituierten Porphyrinen. Sie synthetisierten
meso
-
Tetraphenylporphyrin
15
aus Pyrrol
10
und Benzaldehyd
14
(Schema 1.3). Als
Ergebnis formulierten sie die Abhängigkeit der Ausbeuten von der Acidität, dem
Lösungsmittel, der Temperatur, der Atmosphäre und der Konzentration der
Reagenzien. Sie konnten so die Ausbeute auf 20 ± 3 % verbessern. Dazu
wurden Pyrrol
10
und Benzaldehyd
14
in Propionsäure für 30 Minuten zum
Einleitung und theoretische Grundlagen
6
Sieden erhitzt. Auch bei dieser Methode wurden 2-10 % Chlorin
13
als
Nebenprodukt erhalten. Durch die Behandlung mit 2,3-Dichloro-5,6-dicyano-
benzochinon (DDQ) in Toluol bei Siedehitze erfolgte eine vollständige Oxidation,
so dass Chlorin
13
nicht mehr auftrat. Die Oxidation konnte sowohl an der freien
Base als auch an Metallkomplexen angewandt werden. Über die optimierte
Adler-Methode können heute eine Reihe verschiedenster Porphyrine dargestellt
werden.
O
NH
N
Propionsäure
+
N
H
170°C, 30 min
N
HN
H
10
14
15
Schema 1.3:
Porphyrinsynthese nach Adler und Longo
Sie eignet sich besonders für die Einführung von vier identischen, bevorzugt
aromatischen Resten in das Porphyrin. Als Reaktionsmedium werden
Propionsäure, Essigsäure oder angesäuertes Benzol verwendet, wobei die
Reaktionen in Propionsäure die höchsten Ausbeuten geben.
Lindsey und Mitarbeiter15 überprüften die von Rothemund und Adler gefundenen
Synthesewege dahingehend, dass sie nach einer Möglichkeit suchten,
Porphyrine unter milderen Bedingungen darzustellen, ohne dabei einen Verlust
an Ausbeute zu riskieren. Sie unterteilten die Synthese in einen Zwei-Stufen-
Prozess. Im ersten Schritt werden Aldehyd und Pyrrol
10
in Dichlormethan oder
Chloroform säurekatalysiert unter Inertatmosphäre zum so genannten
Porphyrinogen
16
umgesetzt. Im zweiten Schritt erfolgt dann durch die Zugabe
eines Oxidationsmittels die Reaktion zum Porphyrin (Schema 1.4). Als
Katalysator dient Trifluoressigsäure oder Bortrifluorid, während
p
-Chloranil oder
DDQ als Oxidationsmittel verwendet werden. Die gesamte Reaktion erfolgt bei
Raumtemperatur und ist somit für eine große Anzahl von Aldehyden geeignet.
Einleitung und theoretische Grundlagen
7
Unter diesen Bedingungen wurden für
meso
-Tetraphenylporphyrin
15
Ausbeuten von 35 - 40 % erreicht.
H
Ph
O
NH
N
H
Ph
H+
+
N
H
H
N
HN
Ph
H
Ph
H
10
14
16
DDQ:
O
Cl
CN
Cl
CN
NH
N
O
N
HN
15
Schema 1.4:
Porphyrinsynthese nach Lindsey
Diese drei klassischen Methoden haben den Nachteil von mittelmäßigen
Ausbeuten und sie haben alle gemein, dass man mit ihnen vor allem tetra-
meso
-
substituierte Porphyrine mit vier identischen Substituenten erhält. Da für
bestimmte Anwendungen jedoch die Darstellung und Verwendung von
unsymmetrischen Porphyrinen gewünscht ist, muss nach anderen Methoden
gesucht werden.
Einige Möglichkeiten unsymmetrisch substituierte Porphyrine darzustellen sind
nachfolgend beschrieben: Es besteht die Möglichkeit, Pyrrol
10
gleichzeitig mit
vier verschiedenen Aldehyden reagieren zu lassen. Dieses Reaktionsprinzip fußt
auf den schon vorgestellten drei klassischen Methoden, ist aber trotz anhaltender
Weiterentwicklung nicht effektiv, da viele Nebenprodukte gebildet werden
(Schema 1.5). Aus Gründen der Vereinfachung ist nur eine Reaktion mit zwei
verschiedenen Aldehyden
17
und
18
gezeigt. Allein dabei dürfen sechs Produkte
19-24
erwartet werden.
Einleitung und theoretische Grundlagen
8
R1
NH
N
R1
R1
R1
R1
N
N
H
NH
N
NH
N
R2
R1
R1
R2
R2
N
HN
N
HN
19
R2
R1
24
20
R1CHO +
+
R2CHO
N
17
18
H
R1
R2
10
NH
N
NH
N
R2
R2
R1
R1
N
N
H
HN
R2
N
R2
NH
N
R1
R2
R2
23
21
N
N
H
R2
22
Schema 1.5:
Darstellung unsymmetrischer Porphyrine durch Kondensation von
Pyrrol mit verschiedenen Aldehyden
Eine andere Methode, die zum Einsatz kommt, ist die [2+2]-Kondensation nach
MacDonald.16 Dabei werden unter Säurekatalyse Dipyrromethane mit den
entsprechenden Aldehyden kondensiert (Schema 1.6). Unsubstituierte
Dipyrromethane
26
werden mit den relevanten Aldehyden
25
ergänzt.17,18 Mit
dieser Synthesemethode kann man symmetrische Produkte in guten Ausbeuten
erhalten. Werden zwei verschiedene Dipyrromethane oder Aldehyde eingesetzt,
steigt wiederum die Zahl der zu erwartenden Produkte. Das Problem dieser
Produktgemische ist zum einen ihre statistische Verteilung, so dass man ein
gewünschtes Produkt in geringerer Selektivität erhält. Zum anderen ist eine
aufwendige chromatographische Reinigung erforderlich.
Einleitung und theoretische Grundlagen
9
R
R
NH
N
H
NH
N
H+
R
O
R
R
O
R
DDQ
N
HN
NH HN
25
R
R
26
27
Schema 1.6:
[2+2]-Kondensation nach MacDonald
Durch den Einsatz von katalytischen Mengen an Säure kann es zur Bildung
weiterer Nebenprodukte kommen, die durch das so genannte
,,scrambling"
hervorgerufen werden.19 Dabei handelt es sich um einen Austauschprozess,
der häufig bei der säure-katalysierten Fragmentierung eines Polypyrranes
28
in
ein Pyrrol-Derivat
29
und einen Azafulvenbestandteil
30
auftritt (Schema 1.7).
Die Rekombination von
29
und
30
kann zu neuen Polypyrranen
31
führen, die
sonst durch direkte Kondensation von Aldehyd und Dipyrromethan nicht
entstehen würden.
H+
R1
R1
NH
HN
NH
N
H
+
R2
R2
NH
HN
NH
HN
R1
R1
28
29
NH
N
H
NH
HN
+
R1
R2
R1
R2
NH
HN
NH
HN
R1
R1
31
30
Schema 1.7:
"scrambling"
durch säure-katalysierte Fragmentierung
eines Polypyrrans
Einleitung und theoretische Grundlagen
10
Da Kondensationen ungerichtet verlaufen und es wünschenswert ist, eine
möglichst selektive Synthesevariante einzusetzen, wird nach immer spezielleren
Substitutionsansätzen gesucht. Ein relativ junger Ansatz ist die Anwendung von
Organolithiumverbindungen. Diese bieten einen direkten Zugang zur
Funktionalisierung von
meso
-Positionen (Schema 1.8).6 Als Edukte können die
Porphyrine sowohl als freie Basen wie auch als Metallkomplexe eingesetzt
werden. Als Reagenz können ebenfalls eine Vielzahl von Lithiumorganylen
verwendet werden.
R1
R1
1. LiR2
2. H O
N
N
2
N
N
3. DDQ
M
M
R2
N
N
N
N
R1
R1
32
M = 2H, R1 = Bu
35
M = NiII, R1 = R2 = Ph
33
M = NiII, R1 = Ph
36
M = 2H, R1 = R2 = Ph
34
M = 2H, R1 = Ph
37
M = 2H, R1 = Bu, R2 = Ph
38
M = NiII, R1 = Ph, R2 = Bu
39
M = 2H, R1 = Ph, R2 = Bu
40
M = 2H, R1 = Ph, R2 =
i
Pr
41
M = NiII, R1 = Ph, R2 =
i
Pr
42
M = 2H, R1 = Ph, R2 =
s
Bu
43
M = NiII, R1 = Ph, R2 =
s
Bu
44
M = NiII, R1 = Ph, R2 =
t
Bu
Schema 1.8:
Reaktion von Porphyrinen mit RLi-Reagenzien
Wie in dem Schema gezeigt wird, können mit RLi-Verbindungen gezielt
Substitutionen in
meso
-Position mit guten bis sehr guten Ausbeuten erhalten
werden, worin eine elegante Möglichkeit zum Aufbau von unsymmetrischen
Porphyrinen besteht.
Eine andere Möglichkeit zum Aufbau von unsymmetrischen Porphyrinen ist die
Einführung von Formylgruppen, z.B. über Lithiumorganyle, die dann in andere
Gruppen umgewandelt werden können.
Aufgabenstellung
11
2 Aufgabenstellung
Thema und Ziel dieser Arbeit war die Darstellung von verschiedenen
meso
-
substituierten Formylporphyrinen. Dies ist interessant, weil die Formylgruppe
theoretisch als Ausgangsverbindung für eine Reihe weiterer, funktioneller
Gruppen dienen kann, die sonst so nicht oder nur in geringen Ausbeuten in den
Porphyrinring eingeführt werden können. Einige Beispiele zur Darstellung
funktioneller Gruppen aus Formylporphyrinen sind in Abbildung 2.1 beispielhaft
dargestellt.
O
O
Ph
CHO
NH
N
NH
N
NH
N
CN
O
H
NH
N
NH
N
NH
N
N
HN
N
N
H
N
HN
NC
NH
OHC
N
HN
N
HN
N
HN
CONH2
COOH
Abb. 2.1:
Folgeumsetzungen für Formylporphyrine
Es sollten mehrere Synthesestrategien untersucht werden, um einen effektiven
Weg zur Darstellung von
meso
-Formylporphyrinen zu finden. Angesetzt wurde
bei der klassischen Vilsmeier-Formylierung.20 Diese Methode ist allerdings nur
eingeschränkt einsetzbar, da sie nur an Metallkomplexen durchgeführt werden
kann und zudem jede eingeführte Formylgruppe das Porphyrin für weitere
Aufgabenstellung
12
elektrophile Angriffe deaktiviert. Die Darstellung eines
meso
-
Tetraformylporphyrins wird zwar von Smith et al. beschrieben, die Ausbeuten
sind aber mit < 1 % unbefriedigend und die Methoden sind nicht allgemein
anwendbar.21-23 Für die meisten Formylierungen wurden bisher Porphyrine
eingesetzt, die in
- oder
meso
-Positionen schon substituiert waren,24,25
wodurch in der Regel Produktgemische erhalten wurden.
7
,
188, 189
Daher wurde in der vorliegenden Arbeit die selektive Einführung einer
geschützten Formylgruppe als 1,3-Dithian-2-yl-gruppe untersucht. Es wurde
zum einen die Einführung über Kondensationsreaktionen,26 zum anderen die
selektivere Variante über Lithiumorganyle erprobt. Das hierfür verwendete
Lithioderivat
46
wurde bereits 1975 von Seebach und Corey dargestellt und
beschrieben.27 Sie fanden u. a. heraus, dass dieses Derivat stabil in Gegenwart
von geringen Mengen Säure und Oxidationsmitteln ist, wodurch sie für
Porphyrinsynthesen geeignet ist. In Schema 2.1 ist die hypothetische Reaktion
von 2-Lithio-1,3-dithian
46
an Porphin
47
zur Veranschaulichung des
Mechanismus dargestellt.
S
S
NH
N
Li +
H
H
H
-
+ BuLi
S
S
S
S
N
HN
- BuH
48
H
45
46
NH
N
N
HN
47
Schema 2.1:
Reaktion von Porphin mit 2-Lithio-1,3-dithian
46
Mittels bekannter Reaktionen, die mit Lithiumorganylen an Porphyrinen
durchgeführt wurden, kann so ein Dithianylrest in die
meso
-Position von
Porphyrinen eingeführt werden.6
Aufgabenstellung
13
Für die Freisetzung der Formylgruppe finden sich in der Literatur mehrere
Möglichkeiten, wie die photolytische Spaltung durch Bestrahlung,28 Metall-
koordination,29,30 Alkylierungsmittel,31-33 mit Hilfe von Oxidationsmitteln34-36 oder
Ammoniumsalzen.37
Während dieser Arbeit sollten folgende Versuche gemacht werden:
o Vilsmeier-Formylierung von 5,15-Alkylporphyrinen und Vergleich mit den
Literaturergebnissen für Arylporphyrine
o Synthese 1,3-dithian-2-ylhaltiger Porphyrine mittels Kondensations-
reaktionen
o Synthese 1,3-dithian-2-ylhaltiger Porphyrine mittels Lithiumorganyle
o Entschützen der erhaltenen Dithianylporphyrine zu Formylporphyrinen.
Ziel war es die Methoden untereinander zu vergleichen, um so Aussagen über
die bestmögliche Synthese für Formylporphyrine zu finden.
Methoden und Ergebnisse
14
3 Methoden und Ergebnisse
3.1 Vilsmeier-Reaktion
3.1.1 Allgemeine Grundlagen
Die Vilsmeier-Reaktion38-43 ermöglicht die Formylierung von elektronenreichen,
aromatischen Systemen, so auch von Porphyrinen. Grundlage dieser Synthese
ist der so genannten Vilsmeier-Komplex
49
. Er entsteht durch Einwirkung von
Phosporoxychlorid (POCl3) auf ein
N,N
-disubstituiertes Ameisensäureamid
(zumeist Dimethylformamid) (Schema 3.1) und bildet das reaktive Elektrophil in
Form eines -chlorierten Immiuniumions.
POCl2
H C
O
H C +
O
3
H C +
Cl
3
3
N
N
Cl-
+ POCl
N
3
PO Cl -
2
2
H C
H
H C
H
3
H C
H
3
3
POCl2
H C
+ O
H C
+ Cl
3
3
N
Cl-
N
PO Cl -
2
2
H C
H
H C
H
3
3
Vilsmeier-Komplex
49
Schema 3.1:
Darstellung des Vilsmeier-Komplexes als reaktive Spezies der Vilsmeier-
Formylierung
Dieses Immiuniumion ist ein schwächeres Elektrophil als beispielsweise das bei
der Friedel-Crafts-Alkanoylierung als Elektrophil fungierende Oxoniumion.
Folglich sind Vilsmeier-Formylierungen nur an besonders elektronenreichen
Aromaten möglich, z.B. an Anilin, Phenol oder Heteroaromaten.
Da die neue Formylgruppe elektronenziehend wirkt, schützt sie den Aromaten
vor weiterer Substitution, weshalb die Einführung mehrerer Formylgruppen
erheblich erschwert wird.
Methoden und Ergebnisse
15
Porphyrine besitzen zwei Angriffsstellen für die elektrophile Substitution im
Makrozyklus, die
meso
-Position und die -Position. Welche der beiden
Positionen aktiviert ist, hängt von der Elektronegativität des Porphyrins ab. Sie
kann z.B. durch Koordination verschiedener Metalle an die Stickstoffatome im
Zentrum beeinflusst werden. Der Einbau von zweiwertigen Metallen hat dann
eine erhöhte Elekronegativität zur Folge. Diese Komplexe werden deshalb
ausschließlich an ihrer
meso
-Position substituiert. Auf der anderen Seite neigen
Porphyrine, die mit Metallen in einer elektrophilen Oxidationsstufe koordiniert
sind (z.B. SnIV) oder freie Basen dazu, die
meso
-Positionen zu deaktivieren und
die -Positionen gegenüber elektrophiler Substitutionen zu aktivieren.44 Daher
ist für die Vilsmeier-Formylierung in
meso
-Position die vorherige Darstellung
von Metalloporphyrinen notwendig.
3.1.2 Ausgangsverbindungen
Da die Vilsmeier-Reaktion insbesondere an Octaethyl- und Tetraphenyl-
porphyrinen untersucht wurde, wurden im Rahmen dieser Arbeit explizit 5,15-
Dialkylporphyrine (Abbildung 3.1) gewählt, da für sie im Gegensatz zu
Arylporphyrinen20 noch keine gängige Vorschrift bekannt ist. Im ersten Schritt
erfolgte daher die Darstellung der notwendigen Metallkomplexe.39,40
NH
N
NH
N
NH
N
N
HN
N
HN
N
N
H
50
51
52
Abb. 3.1:
5,15-Dialkylporphyrine als Ausgangsverbindungen
Methoden und Ergebnisse
16
Der Einbau von Kupfer(II) erfolgte durch den Einsatz von Kupferacetat in
Methanol. 5,15-Di(
iso
-butyl)porphyrin
50
, 5,15-Bis(1-ethylpropyl)porphyrin
51
und 5,15-Dihexylporphyrin
52
wurden bei Raumtemperatur umgesetzt. Die
Ausbeuten lagen hier durchschnittlich bei 60 %, wobei sie bei 5,15-Di(
iso
-
butyl)porphyrin mit 52 % am geringsten und bei 5,15-Dihexylporphyrin mit 70 %
am höchsten ausfiel.
Die freien Basen
50 52
sind leicht durch Kondensation von Dipyrromethan
und dem entsprechenden Aldehyd darstellbar.2-4 Teilweise wurde hier auch in
der AG Senge vorhandenes Material eingesetzt.
3.1.3 Formylierung
Um die metall-komplexierten Porphyrine zu formylieren, wird zuerst der
Vilsmeier-Komplex
in situ
dargestellt. Anschließend erfolgt die Zugabe des
jeweiligen Porphyrins
53
oder
54
gelöst in 1,2-Dichlorethan. Dabei bilden sich
die stabilen Immiuniumionen
55
und
56
, die bei der wässrigen Aufarbeitung zu
den gesuchten Aldehyden
57
und
58
hydrolysieren.
Die Vilsmeier-Formylierung ermöglicht sowohl die Einführung von einer wie
auch von zwei Formylgruppen (Schema 3.2 bzw. 3.3). Die experimentelle
Vorgehensweise unterscheidet sich dahingehend, dass bei der Einführung einer
Formylgruppe das Reaktionsgemisch für 45 Minuten zum Sieden erhitzt wird,
woran sich dann die Hydrolyse bei Raumtemperatur anschließt, während bei
der Einführung von gleich zwei Formylgruppen, die Reaktionslösung über Nacht
zum Sieden erhitzt werden muss und auch die Hydrolyse durch Aufkochen
unterstützt wird.
Methoden und Ergebnisse
17
R1
R1
N
N
N
N
H
H C +
Cl
3
CH
Cu
+
N
-
Cu
3
PO Cl
H C
H
2
2
N
N
N
3
N
N
+
CH3
Cl
R1
R1
R1 = CH CH(CH )
53
R1 = CH CH(CH )
55
2
3 2
2
3 2
R1 = CH(CH CH )
54
R1 = CH(CH CH )
56
2
3 2
2
3 2
R1
R1
N
N
O
wässrige
N
N
Cu
H
Na(OAc)
+
CH
2
H
Cu
3
N
N
N
N
N
CH3
Cl
R1
R1
R1 = CH CH(CH )
57
2
3 2
R1 = CH(CH CH )
58
2
3 2
Schema 3.2:
Vilsmeier-Mono-Formylierung von Kupfer(II)-5,15-Dialkylporphyrinen
Die in Schema 3.2 und 3.3 aufgezeigten Produkte konnten nach
säulenchromatographischer Reinigung isoliert werden.
R1
R1
N
N
+
wässrige
N
N
O
O
H C
Cl
3
Cu
+
N
PO Cl -
Cu
H C
H
2
2
3
Na(OAc)2
N
N
H
N
N
H
R1
R1
R1 = CH CH CH CH CH CH
59
R1 = CH CH CH CH CH CH
60
2
2
2
2
2
3
2
2
2
2
2
3
Schema 3.3:
Vilsmeier-Di-Formylierung
Bei der Synthese von [5,15-Di(
iso
-butyl)-10-formylporphyrinato]kupfer(II)
57
wurde eine Ausbeute von 47 % erreicht, während es bei der Darstellung von
[5,15-Bis(1-ethylpropyl)-10-formyl-porphyrinato]kupfer(II)
58
97 % waren. Beide
Methoden und Ergebnisse
18
Synthesen unterschieden sich hauptsächlich in der Reaktionszeit. Das
Reaktionsgemisch zur Darstellung von
57
wurde über Nacht bei RT gerührt. Im
Gegensatz dazu wurde die Reaktionslösung zur Darstellung von
58
1 ½ Tage
gerührt. Ansonsten war die Bearbeitung beider Ansätze äquivalent.
Bei der Darstellung von [5,15-Diformyl-10,20-dihexylporphyrinato]kupfer(II)
60
konnten 18 % erhalten werden. In der Literatur sind für Kupfer(II)-metallierte
5,15-Arylporphyrine Ausbeuten von 82 % für die Monoformylierung und 43 %
für die Diformylierung beschrieben worden.20
An die erfolgte Vilsmeier-Formylierung der Metalloporphyrine schließt sich in
der Regel die Demetallierung an. Dazu behandelt man das Kupfer(II)-metallierte
Porphyrin mit einem 1:1-Gemisch aus Trifluoressigsäure und Schwefelsäure.45
Um auszuschließen, dass das Endprodukt nicht mit Chlorin verunreinigt ist,
kann das Porphyrin in Chloroform gelöst und mit DDQ zum Sieden erhitzt
werden. Nach der Aufarbeitung und säulenchromatographischen Reinigung
wird dann das reine Formylporphyrin erhalten.
Entsprechende Versuche werden derzeit durchgeführt.
3.1.4 UV/Vis-Spektroskopie
Porphyrine zeichnen sich durch ihre intensiven Absorptionsbanden im
sichtbaren Spektralbereich aus. Für die Diskussion der elektronischen
Übergänge kann das Vierorbitalmodell von Goutterman herangezogen
werden.46 Für Metalloporphyrine mit D4h-Symmetrie ergeben sich danach zwei
Übergänge im sichtbaren Bereich. Die intensivste Bande wird nach ihrem
Entdecker Soret47 als Soret-Bande
bezeichnet und repräsentiert einen
erlaubten ,*-Übergang. Weiterhin zeigen Porphyrine längerwellige Q-Banden,
deren Intensität deutlich geringer ist als die der Soret-Banden. Sie stellen die
quasi-erlaubten ,*-Übergänge dar und weisen zusätzlich eine Schwingungs-
feinstruktur auf. Die freien Basen besitzen im Vergleich zu den Metallo-
porphyrinen eine geringere Symmetrie, die eine Aufhebung der Entartung der
elektronischen Zustände zur Folge hat. Dies äußert sich im Auftreten einer
weiteren Q-Bande.
Methoden und Ergebnisse
19
E
1,2
54
58
1
0,8
0,6
0,4
0,2
0
350
400
450
500
550
600
650
700
in nm
Abb. 3.2:
UV/Vis-Spektren von
54
und
58
in Dichlormethan bei Raumtemperatur
Mit Soret- und Q-Banden
In Abbildung 3.2 sind die UV/Vis-Spektren von [5,15-Bis(1-ethylpropyl)-
porphyrinato]kupfer(II)
54
und [5,15-Bis(1-ethylpropyl)-10-formyl-porphyrinato]-
kupfer(II)
58
abgebildet. Zur besseren Veranschaulichung wurden sie auf eine
Extinktion von E = 1 normiert.
Es ist deutlich eine bathochrome Verschiebung der Wellenlänge der Soret-
Bande von 400 nm auf 430 nm zu erkennen.
p
p
z
z
n (p )
y
z
sp2
px
O
C
O
px
y
x
n (s)
Abb. 3.3:
Orbitaldarstellung der Formylgruppe
Diese Verschiebung ist durch die Einführung der Formylgruppe als eine weitere
chromophore Gruppe im Porphyrin zu erklären (Abbildung 3.3).48 Grundsätzlich
kann die Anregung eines Elektrons in die antibindenden *- bzw. *-Orbitale
erfolgen. Durch die Konjugation der Carbonyl-Gruppe mit der (C=C)-Bindung
des Porphyrins werden die -Niveaus stark verschoben, während das
n
-Orbital
Methoden und Ergebnisse
20
relativ unbeeinflusst bleibt. Durch die Größe des aromatischen Systems der
Porphyrine verschiebt sich der längerwellige *-Übergang stark in den
sichtbaren Bereich. Dabei wird die n *-Bande überlagert und ist wegen der
wesentlich größeren und mit der Konjugation stark ansteigenden Intensität
verdeckt.
In der Literatur49 wurden u. a. die UV/Vis-Spektren der -Formylporphyrine
61
und
62
(Abb. 3.4) untersucht.
Ar
CHO
Ar
CHO
Me
Ar
Me
Ar
NH
N
N
N
Zn
N
HN
N
N
Ar
Me
Ar
Me
Me
Ar
Me
Ar
61
62
(log) = 420 (5.33), 519 (4.01),
(log) = 423 (5.43), 553 (4.01),
max
max
560 (4.34), 582 (4.12), 639 nm (3.40)
599 (4.60)
Abb. 3.4:
-Formylporphyrine und die dazugehörigen UV/Vis-Daten
Auch hier wurde eine bathochrome Verschiebung der Soret-Bande um 20 nm
aufgrund des elektronenziehenden Charakters der Formylgruppe beobachtet.
Methoden und Ergebnisse
21
3.2 Dithianylporphyrine
3.2.1 Kondensationsreaktionen
3.2.1.1 Allgemeine Grundlagen
Thiole reagieren mit Carbonylverbindungen in Anwesenheit katalytischer
Mengen an Säure nach dem Mechanismus in Schema 3.4 zu
S,S
-Acetalen.50
Dabei ist die thermodynamische Triebkraft höher als bei der Bildung von
O,O
-
Acetalen.
O
1) BF *Et O
3
2
+
H
H
SH
SH
S
S
2)
n
-BuLi (- BuH)
(- H O)
2
H
H
63
45
S
S
Li
H
46
O
1) BF *Et O
3
2
+
SH
R1
H
SH
S
S
(- H O)
2
R1
H
65
64
3) BF *Et O
3
2
R1 = Porphyrinyl
Schema 3.4:
Corey-Seebach-Synthese
Die wichtigsten
S,S
-Acetale stellen die sechsgliedrigen cyclischen Dithiane dar.
Sie können aus Carbonylverbindungen in Anwesenheit von Lewis-Säuren wie
BF3*Et2O erzeugt werden.50
Im einfachsten Dithian
45
oder im Dithian
64
ist ein H-Atom an das
Kohlenstoffatom gebunden, das die beiden Schwefelatome miteinander
verbrückt. Dieses H-Atom kann z.B. mit
n
-BuLi abgespalten werden und wird so
durch ein Li-Atom ersetzt. Das ist möglich, weil dieses Wasserstoffatom mit
einem pKa-Wert von 31.3 acide ist. Grund für diese Acidität des Protons ist die
Polarisierung durch die benachbarten Schwefelatome, wodurch die negative
Ladung gut stabilisiert werden kann. Bei der Reaktion von 1,3-Dithian
45
mit
Methoden und Ergebnisse
22
n
-BuLi erhält man dann 2-Lithio-1,3-dithian
46
. Das elektrophile
Carbonylkohlenstoff ist durch Umpolung im Thioacetal ein gutes Nucleophil
geworden und lässt sich beispielsweise mit Alkylierungsmitteln in SN2-
Reaktionen alkylieren oder eignet sich zur Einführung einer oder mehrerer
Dithianylgruppen in ein Porphyrin
64
(siehe 3.2.2). Die Carbonylgruppe kann im
Anschluss über verschiedene Entschützungsmöglichkeiten erhalten werden,
z.B. durch den Einsatz von Bortrifluorid, was zum Porphyrin
65
führt.
Grundlage für die beschriebene Darstellung einer Aldehydfunktion ist die Corey-
Seebach-Synthese51, die sich von den meisten anderen Aldehyd- und
Ketonsynthesen dahingehend unterscheidet, dass die Polarisierung durch die
Schwefelatome und die damit verbundene Umpolung ausgenutzt wird, um
Aldehyde und Ketone zu synthetisieren, die mit der Vilsmeier-Formylierung
nicht zugänglich sind.
3.2.1.2 Ausgangsverbindungen
Für die Darstellung von Dithianylporphyrinen über [2+2]-Kondensationen nach
MacDonald16 wurden zuerst die Edukte Dipyrromethan
66
, 5-(1,3-Dithian-2-yl)-
dipyrromethan
69
und 2-Formyl-1,3-dithian
68
synthetisiert.
Es gibt unterschiedliche Synthesestrategien zur Darstellung von
Dipyrromethanen. Zum einen können sie über das Pyrrolmethylkation
67
synthetisiert werden, zum anderen durch Kondensation von Pyrrol
11
mit einem
Aldehyd, hier Paraformaldehyd
63
oder 2-Formyl-1,3-dithian
68
, was eine
reversible Reaktion darstellt (Schema 3.5).52 Die Synthesen wurden inzwischen
soweit verbessert, dass Ausbeuten zwischen 27 und 68 % möglich sind.17,18
O
+
+
+
N
N
CH2
N
NH
HN
H
H
H
H
H
10
63
66
67
10
Schema 3.5:
Darstel ung von Dipyrromethan
Unter Inertgas, zumeist Argon, reagieren Pyrrol
10
und der entsprechende
Aldehyd dann im Verhältnis 25:1 mit TFA als Katalysator zum gewünschten
Dipyrromethan, wobei Pyrrol als Lösungsmittel dient.
Methoden und Ergebnisse
23
In dieser Arbeit wurden sowohl Dipyrromethan
66
(40 %) als auch 5-(1,3-
Dithian-2-yl)-dipyrromethan
69
(79 %) (siehe Schema 3.6) synthetisiert.17,19
Weiterhin wurde 2-Formyl-1,3-dithian
68
synthetisiert, indem 1,3-Dithian
45
mit
n
-Butyllithium zu 2-Lithio-1,3-dithian
46
umgesetzt wurde. Die Reaktion von
46
mit DMF nach Meyers und Strickland53 lieferte den Aldehyd
68
in einer
Ausbeute von 77 %.
3.2.1.3 [2+2]-Kondensationen
Für die Darstellung von dithianylhaltigen Porphyrinen existieren bisher kaum
Methoden.26 Das Ziel der Arbeit war u. a. die gezielte Einführung von zwei 1,3-
Dithian-2-ylgruppen in die
meso
-Positionen des Porphyrinmakrozyklus. Als
Grundlage hierfür dient die [2+2]-Kondensation einer Dipyrroleinheit mit einem
Aldehyd. Sie wird als MacDonald-Kondensation bezeichnet.16
Die Darstellung von 1,3-dithian-2-ylhaltigen Porphyrinen (Schema 3.6)
erforderte einige Modifikationen der für andere Porphyrine gebräuchlichen
Methoden. Die Säurekonzentration sollte nicht zu hoch sein, da die 1,3-Dithian-
2-ylgruppe säurespaltbar ist. Zur Vermeidung von Dethioacetalisierung wurde
auch die Konzentration an Oxidationsmittel möglichst gering gewählt.
Zur Synthese von 5,15-Bis(1,3-dithian-2-yl)porphyrinen
71
wurden sowohl die
Kondensation von Dipyrromethan
66
mit 2-Formyl-1,3-dithian
68
wie auch von
5-(1,3-Dithian-2-yl)-dipyrromethan
69
mit Paraformaldehyd
63
versucht. Leider
konnten während dieser Arbeit keine brauchbaren Ergebnisse diesbezüglich
erlangt werden.
Weiterhin wurde die Einführung von zwei 1,3-Dithian-2-ylgruppen mit
zusätzlichen löslichkeitsfördernden Phenylsubstituenten an den verbleibenden
meso
-Stellungen des Porphyrins über eine gemischte Kondensation des
Aldehyds
68
mit 5-Phenyldipyrromethan
70
2,54,55 sowie über Kondensation von
5-(1,3-Dithian-2-yl)dipyrromethan
69
mit Benzaldehyd
15
erprobt. Auch hier
konnten bisher keine auswertbaren Ergebnisse erzielt werden. Dafür sind
weitergehende Untersuchungen, z.B. Variation aller Reaktanden und der
Reaktionsbedingungen notwendig.
Methoden und Ergebnisse
24
S
S
45
n
-BuLi, DMF
O
H
S
S
BF *Et O
3
2
S
S
NH
N
H
69
Benzaldehyd
15
,
Dipyrromethan
66
,
68
CH Cl , TFA
CH Cl , TFA
2
2
2
2
Paraformaldehyd
63
,
5-Phenyldipyrromethan
70
,
CH Cl , TFA
2
2
CH Cl , TFA
2
2
S
S
S
S
NH
N
NH
N
N
HN
N
HN
S
S
S
S
71
72
Schema 3.6:
Darstellung von Dithianylporphyrinen mittels [2+2]-Kondensation
nach MacDonald
Methoden und Ergebnisse
25
3.2.2 Darstellung mittels Lithiumorganyle
3.2.2.1 Allgemeine Grundlagen
Wie schon mehrfach gezeigt, war es bisher nur möglich, gleichartig
tetrasubstituierte und kreuzsubstituierte Porphyrine darzustellen. Erst durch
nucleophile Substitutionen mit Lithiumorganylen gelang es, unsymmetrisch
substituierte Porphyrine zu synthetisieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob die
Substituenten aromatischer oder aliphatischer Natur sind.
Bu
H
Li+
N
N
Ph
Ni
Ph
N
N
-
73
N
N
1)
n
-BuLi in THF
2) H O
2
Ph
Ni
Ph
N
N
-
Bu
H
Li+
33
N
N
Ph
Ni
Ph
N
N
74
H O/DDQ
2
Bu
N
N
Ph
Ni
Ph
N
N
75
Schema 3.7:
Reaktion von [5,15-Diphenylporphyrinato]nickel(II) mit
n
-Butyl ithium
In Schema 3.7 ist beispielhaft die Reaktion von [5,15-Diphenylporphyrinato]-
nickel(II)
33
mit
n
-BuLi gezeigt. Unmittelbar nach der Zugabe greift das
Carbanion die freie
meso
-Position an, so dass das phlorinartige Intermediat,
das Lithium(I)phlorinsalz
74
gebildet wird. Dabei sollte die Lokalisierung der
negativen Ladung an der der Angriffsposition des LiR gegenüberliegenden
freien
meso
-Position, wie in Struktur
73
gezeigt, begünstigt sein.56,57
Methoden und Ergebnisse
26
3.2.2.2 Experimentelle Umsetzung
Lithiumorganische Umsetzungen sind auch mit organischen Schwefel-
verbindungen möglich, da das Schwefelatom in direkter Nachbarschaft zum
carbanionischen Zentrum einen stabilisierenden Effekt ausübt. Damit wird zwar
die Reaktivität des Lithiumorganyles eingeschränkt, die Selektivität wird jedoch
erhöht. Der stabilisierende Effekt ist auf die freien d-Orbitale der Schwefelatome
zurückzuführen. Dieser bedingt auch eine besonders hohe Acidität der
Wasserstoffatome, die an das Kohlenstoffatom gebunden sind, welches die
beiden S-Atome im 1,3-Dithian
45
miteinander verbindet. Wie schon unter
3.2.1.1 gezeigt werden konnte, erlaubt
n
-Butyllithium den Austausch des H-
Atoms gegen ein Lithium-Atom und so die Bildung von 2-Lithio-1,3-dithian
46
.
Durch die Metallierung reagiert das zuvor elektrophile Kohlenstoffatom nun
nucleophil.
Die Kohlenstoff-Lithiumbindung ist zwar kovalent, aufgrund des stark positiven
Metalls ist sie aber polarisiert. Das chemische Verhalten ähnelt daher
Verbindungen, die ein negatives Kohlenstoffatom besitzen, also Carbanionen
(Schema 3.8).
+
S
Li
S Li+
S
-
-
R
-
S
R
S
R
S
Li+
Schema 3.8:
Charakter der Kohlenstoff-Lithium-Bindung
2-Lithio-1,3-dithian
46
stellt die Ausgangsverbindung für alle in dieser Arbeit
durchgeführten lithiumorganischen Reaktionen an den Porphyrinen dar.
Verbindung
46
wurde bei -30 bis -40 °C
in situ
dargestellt und anschließend bei
-78 °C mit dem jeweiligen Porphyrin in THF versetzt (Schema 3.9). Hierfür
wurden 5,15-substituierte Porphyrine mit Alkyl- wie auch Arylsubstituenten
eingesetzt. Es wurden freie Basen und Nickel(II)-komplexierte Porphyrine zur
Reaktion gebracht. Diese Reaktionen verlaufen mechanistisch nach einem
Additions-Oxidations-Mechanismus ab.6,56,58-60
Die Reaktion von 2-Lithio-1,3-dithian
46
mit Metalloporphyrinen verläuft dabei
etwas anders als die analoge Reaktion mit freien Basen. Sie sind in den
Schemata 3.9 und 3.10 dargestellt.
Methoden und Ergebnisse
27
Li+
S
H
Li
H
S
S
S
+
N
N
N
N
R1
Ni
R1
R1
Ni
R1
46
N
N
N
N
THF, -78°C
-
Meisenheimer-Komplex
33
R1 = Ph
78
R1 = Ph
76
R1 = CH CH(CH )
79
R1 = CH CH(CH )
2
3 2
2
3 2
77
R1 = 3-Methoxyphenyl
80
R1 = 3-Methoxyphenyl
H O, RT
2
S
S
S
H
S
N
N
N
N
DDQ
R1
Ni
R1
R1
Ni
R1
N
N
N
N
84
R1 = Ph
81
R1 = Ph
85
R1 = CH CH(CH )
82
R1 = CH CH(CH )
2
3 2
2
3 2
86
R1 = 3-Methoxyphenyl
83
R1 = 3-Methoxyphenyl
Schema 3.9:
Reaktion von Metallokomplexen mit 2-Lithio-1,3-dithian
46
Durch die Addition von 2-Lithio-1,3-dithian
46
wird als Intermediat ein
Meisenheimer-Komplex
(78 80)
gebildet, in dem die negative Ladung an der
meso
-Position gegenüber der alkylierten Stelle lokalisiert ist. Diese
meso
-
Position kann durch Wasserzugabe direkt zu einem Porphodimethen
(81 83)
protoniert werden. Durch Oxidation mit DDQ werden letztendlich die Porphyrine
84, 85
bzw.
86
erhalten.
Für andere Porphyrine konnte dieser Mechanismus durch Abfang-experimente
mit Alkyliodiden und Deuterierungsexperimente bewiesen werden.58-60
Für die freien Basen
34, 50
und
87
werden als Intermediate jeweils die
Phlorinanion-Strukturen
88 90
vermutet, in denen die negative Ladung eher
am Stickstoff lokalisiert ist (Schema 3.10). Sie reagieren mit Wasser zu den
Phlorinen
91 93
, welche mit DDQ zu den Porphyrinen
94, 95
und
96
oxidiert
Methoden und Ergebnisse
28
werden können. Ein entsprechender Mechanismus wurde durch Abfang-
experimente mit Alkyliodiden und Deuterierungsexperimente bei anderen
Systemen verifiziert.58-60
- Li+
S
H
Li
H
S
S
S
+
NH
N
N
N
Li
R1
R1
R1
R1
Li
46
N
N
H
N
N
THF, -78°C
Phlorin-Struktur
34
R1 = Ph
88
R1 = Ph
50
R1= CH CH(CH )
89
2
3 2
R1 = CH CH(CH )
2
3 2
87
R1 = 3-Methoxyphenyl
90
R1 = 3-Methoxyphenyl
H O, RT
2
S
S
S
H
S
NH
N
DDQ
N
N
R1
R1
H
R1
R1
H H
N
N
H
N
N
94
R1 = Ph
91
R1 = Ph
95
R1 = CH CH(CH )
2
3 2
92
R1 = CH CH(CH )
2
3 2
96
R1 = 3-Methoxyphenyl
93
R1 = 3-Methoxyphenyl
Schema 3.10:
Reaktion von 5,15-Dialkylporphyrinen mit 2-Lithio-1,3-dithian
46
Bei allen durchgeführten Experimenten wurde deutlich, dass Umsetzungen mit
den freien Basen
94 96
ebenfalls möglich sind. Die Ausbeuten waren aber bei
den Nickel(II)-Komplexen
84 86
teilweise sehr viel höher. Eine Übersicht über
die erhaltenen Ausbeuten ist in Tabelle 3.1 dargestellt.
Methoden und Ergebnisse
29
Tabelle
3.1:
Gegenüberstellung der Aus-
beuten der erhaltenen Dithianylporphyrine
Verbindung Ausbeute
84
53 %
85
53 %
86
49 %
94
47 %
95
4 %
96
10 %
Es ist abzulesen, dass 5,15-Diphenylporphyrin
34
mit einer Ausbeute von
47 % zum gewünschten 5-(1,3-Dithian-2-yl)-10,20-diphenylporphyrin
84
reagiert. Diese Ausbeute ist ähnlich gut wie die der Nickel(II)-Porphyrine
33, 76
und
77
, die mit 53 % bzw. 49 % zu den Produkten [5-(1,3-Dithian-2-yl)-10,20-
diphenylporphyrinato]nickel(II)
84
, [5,15-Di(
iso
-butyl)-10-(1,3-dithian-2-yl)-
porphyrinato]nickel(II)
85
und [5-(1,3-Dithian-2-yl)-10,20-bis(3-
methoxyphenyl)porphyrinato]nickel(II)
86
reagieren.
Für das 5-(1,3-Dithian-2-yl)-10,20-bis(3-methoxyphenyl)porphyrin
96
wurde
eine ähnliche Ausbeute wie für Verbindung
94
erwartet, denn die
Methoxygruppe in
meta
-Stellung sollte keinen großen Einfluss nehmen.*
Die höhere Ausbeute bei aromatischen Substituenten könnte u. a. darauf
zurückgeführt werden, dass die negative Ladung der Phlorin-Zwischenstufen
bei den freien Basen
88
bis
90
bzw. der Meisenheimer-Komplexe bei den
Nickel(II)-komplexierten Porphyrinen
78
bis
80
durch Delokalisation besser
stabilisiert wird. Der gleiche Einfluss ist bei Metallkomplexen zu erwarten, was
zu einer Absenkung der Energie der Zwischenprodukte führt, wodurch die
erhöhten Ausbeuten gegenüber den freien Basen erklärt werden können.
* Warum die Ausbeute dennoch so gering ausfiel, ist noch unklar. Durch weitere Experimente an Porphyrinen mit
substituierten Phenylresten, die zukünftig noch durchgeführt werden müssen, kann eventuell analysiert werden, ob
diese Abweichung durch die Methoxygruppe bedingt wurde oder ob es nur eine Ausnahme war.
Methoden und Ergebnisse
30
3.2.3 Eigenschaften
Um die Stabilität von 1,3-Dithian-2-ylporphyrinen zu testen, wurden die in
Schema 3.11 dargestellten Experimente verwirklicht.38,39
S
S
S
S
MeO
MeO
OMe
OMe
N
N
NH
N
BBr3
Ni
CH Cl , RT
N
N
2
2
N
HN
86
96
S
S
S
S
NH
N
N
N
Zn(CH COO)
3
2
Zn
N
HN
MeOH / CH Cl , RT
2
2
N
N
97
98
Schema 3.11:
Metallierung bzw. Demetallierung von Dithianylporphyrinen
Zum Schutz der Dithianylgruppe wurden beide Versuche in einer
Argonatmosphäre durchgeführt. Dabei gelang der Einbau von Zink(II) mit einer
Ausbeute von 53 %, der Ausbau von Nickel(II) mit einer Ausbeute von 24 %.
Somit konnte gezeigt werden, dass die Dithianylgruppe ausreichend stabil ist,
da sie trotz der drastischen Bedingungen des Ein- und Ausbaus von
Metallionen erhalten bleibt.
Die Überprüfung des Metallein- und ausbaus erfolgte u. a. mittels 1H-NMR-
Spektroskopie. Die Wasserstoffatome, die an den Stickstoffatomen gebunden
sind, zeigen charakteristische Peaks im Hochfeld bei -2 bis -4 ppm geben. Das
Vorhandensein dieser Peaks entspricht demnach der Existenz der freien Base,
während das Fehlen der Peaks die Metallierung anzeigt (siehe auch 3.2.4.1).
Methoden und Ergebnisse
31
3.2.4 Spektroskopische Untersuchungen
3.2.4.1 NMR-Spektroskopie
Die 1H-NMR-Spektren von 1,3-dithian-2-ylhaltigen Porphyrinen weisen
charakteristische Signale auf, die allen synthetisierten
meso
-1,3-Dithian-2-
ylporphyrinen gemein sind und am Beispiel von 5-(1,3-Dithian-2-yl)-10,20-
diphenylporphyrin
94
(Abbildung 3.5) und [5-(1,3-Dithian-2-yl)-10,20-
diphenylporphyrinato]nickel(II)
84
(Abbildung 3.6) exemplarisch dargestellt
werden sollen.
S
S
H
H
NH
N
o,p
-Phenyl-H
N
N
H
CDCl3
94
m
-Phenyl-H
meso
-H
-H
S-CH-S
Dithianyl-H
N-H
-H
-H
11
10
9
8
7
6
5
4
3
2
1
0
-1
-2
-3
-4
-5
(ppm)
Abb.
3.5:
1H-Spektrum mit 128 scans von 5-(1,3-Dithianyl-2-yl)-10,20-diphenylporphyrin
94
bei Raumtemperatur gemessen in CDCl3
Die Besonderheit besteht darin, dass für die
-Protonen, die der 1,3-Dithian-2-
ylgruppe benachbart sind, bei Raumtemperatur kein scharfes Signal detektiert
wird. Die intramolekularen Wasserstoffbrückenbindungen zwischen diesen
Protonen und den Schwefelatomen der 1,3-Dithian-2-ylringe verhindern die
freie Rotation des Ringes, daher haben die entsprechenden Signale im 1H-
NMR-Spektrum eine sehr breite Form.
Methoden und Ergebnisse
32
S
S
H
H
N
N
CDCl3
Ni
N
N
84
o,p
-Phenyl-H
-H
m
-Phenyl-H
meso
-H
S-CH-S
Dithianyl-H
-H
11.0
10.0
9.0
8.0
7.0
6.0
5.0
4.0
3.0
2.0
1.0
0.0
(ppm)
Abb. 3.6:
1H-Spektrum mit 128 scans von [5-Dithianyl-10,20-diphenylporphyrinato]nickel(II)
84
gemessen in CDCl3 bei RT
3.2.4.2 UV/Vis-Spektroskopie
Nachstehend sind die UV/Vis-Spektren der Verbindungen
94
bis
96
in
Abbildung 3.7 dargestellt. Sie sind auf eine Extinktion von E = 1 normiert. Im
Gegensatz zu 5,15-disubstituierten Porphyrinen ist die Soret-Bande aufgrund
der Dithianylgruppe um 10 nm zu höherer Wellenlänge verschoben.26
Methoden und Ergebnisse
33
E 1,2
94
95
1
96
0,8
0,6
0,4
0,2
0
350
400
450
500
550
600
650
700
in nm
Abb. 3.7:
UV/Vis-Spektren von Dithianylporphyrinen in Dichlormethan bei RT
Auch die Soret-Banden der Metallkomplexe
84
bis
86
sind wie in Abbildung 3.8
gezeigt, um 10 nm bathochrom verschoben, im Vergleich zu 5,15-Porphyrinen
ohne Dithianylgruppe. In Tabelle 3.2 sind die Soret-und Q-Banden der sechs
untersuchten Dithianylporphyrine gegenübergestellt. Die Abweich-ungen der
Soret-Banden sind sehr gering, was darauf schließen lässt, dass die anderen
Substituenten kaum Einfluss auf die Absorption nehmen.
Tabelle
3.2:
Gegenüberstellung der Soret- und Q-Banden
Verbindung
Soret-Bande in nm Q-Bande in nm
84
413 529
85
413 528
86
415 535
94
415 511
95
417 513
96
416 514
Methoden und Ergebnisse
34
E 1,2
84
1
85
86
0,8
0,6
0,4
0,2
0
350
400
450
500
550
600
650
700
in nm
Abb.
3.8:
UV/Vis-Spektren von Kupfer-komplexierten Dithianylporphyrinen
in Dichlormethan bei RT
3.2.4.3 Massenspektrometrie
Die Aufnahme von Massenspektren von Porphyrinen mit 1,3-Dithian-2-yl-
gruppen gestaltete sich unter den normalen Bedingungen, die zur
Elektronenstoßionisation (EI) notwendig sind, als schwierig.
Da bei dieser Form der Ionisation die Probe bis zum Verdampfen erhitzt werden
muss, sind für Porphyrine Temperaturen von oberhalb 250 °C, in vielen Fällen
sogar von über 300 °C notwendig. In diesem Temperaturbereich laufen bei 1,3-
dithian-2-ylsubstituierten Porphyrinen sofort schnelle Zersetzungs-reaktionen
ab.26 Deshalb wurden Molekülpeaks nur mit geringen Intensitäten von
höchstens 5 % erhalten. Die Molekulargewichte konnten aber mit Hilfe der
hochaufgelöste Massenspektrometrie (HRMS) bestätigt werden.
In Abbildung 3.9 ist das Massenspektrum für die Verbindung
90
dargestellt, das
mit dem Elektronenionisationsverfahren mit 70 eV aufgenommen wurde. Die
Peaks sind im Verhältnis Masse zu Ladung, m/z angegeben. Man erkennt
deutlich den Molekülpeak bei 596 sowie den [M]2+-Peak bei 298. Weiterhin sind
Abspaltungen der [C2H5S]+-Gruppe zu 553, der [C3H6S]+-Gruppe zu 522 und
der [C3H4S2]+-Gruppe zu 492 zu erkennen. Dies sind charakteristische
Abspaltungen, die Dithianylporphyrine zeigen.
Methoden und Ergebnisse
35
x 10
49
E+ 05
100
S
S
4.06
84
N
N
80
Ni
N
N
60
86
85
40
51
436
479
20
403
449
522
97 125
379
553
596
149
219 253
298
364
491
556
599
100
200
300
400
500
600
Abb. 3.9: EI-Massenspektrum von [5,15-Bis(1-ethylpropyl)-5-(1,3-dithian-2-yl)]nickel(II)
85
Methoden und Ergebnisse
36
3.3 Formylporphyrine
3.3.1 Dethioacetalisierung
Nach der Darstellung der dithianylhaltigen Porphyrine mussten diese entschützt
werden, um zu den eigentlich angestrebten
meso
-substituierten Formyl-
porphyrinen zu gelangen. Dazu besteht eine Vielzahl von Möglichkeiten (siehe
Kapitel 2). Als effektiv hat sich die Entschützung mit Hilfe von DDQ als
Oxidationsmittel mit einer hohen BF3*Et2O-Konzentration erwiesen (Schema
3.12).61
S
S
O
H
N
N
N
N
40 Äqu. DDQ, BF *Et O
3
2
R1
M
R1
R1
R1
M
CH Cl , RT, 45 min
N
N
2
2
N
N
84
M = NiII, R1 = Ph
99
M = NiII, R1 = Ph
86
M = NiII, R1 = 3-Methoxyphenyl
100
M = NiII, R1 = 3-Methoxyphenyl
96
M = 2H, R1 = Ph
101
M = 2H, R1 = Ph
Schema 3.12:
Dethioacetalisierung von Dithianylporphyrinen
Als unoptimierte Ausbeuten wurden 39 % für [5-Formyl-10,20-
diphenylporphyrinato]-nickel(II)
99
, 44 % für 5-Formyl-10,20-diphenylporphyrin
101
und 94 % für [5-Formyl-10,20-bis(3-methoxyphenyl)porphyrinato]nickel(II)
100
erzielt.
3.3.2 Spektroskopische Untersuchungen
3.3.2.1 NMR-Spektroskopie
Die NMR-Spektren von Edukt und Produkt unterscheiden sich vor allem
dahingehend, dass im Bereich zwischen 12 - 13 ppm ein Singulettsignal für das
Proton der Formylgruppe zu beobachten ist.
Methoden und Ergebnisse
37
Tabelle 3.3:
1H-Signale der Formylprotonen in CDCl3
Verbindung
Signal in ppm
99
12.13
100
12.12
105
12.53
Die chemischen Verschiebungen für die Formylprotonen der drei entschützten
Porphyrine sind in Tabelle 3.3 angegeben.
CDCl3
O
H
25
o,p
-Phenyl-H
3
7
5
4
6
2
8
36
37
N
27
28
1
NH
9
21
22
3220
10 26
35
29
24
23
19
34
33
N
11
N
H
31
30
18
12
16
14
17
13
15
101
m
-Phenyl-H
CHO
-H
meso
-H
-H
13.5
13.0
12.5
12.0
11.5
11.0
10.5
10.0
9.5
9.0
8.5
8.0
7.5
7.0
(ppm)
Abb. 3.10:
1H-Spektrum mit 128 scans von 5-Formyl-10,20-diphenylporphyrin
101
in
CDCl3 bei RT
In Abbildung 3.10 ist ein Ausschnitt des 1H-NMR-Spektrums für 5-Formyl-10,20-
diphenylporphyrin
101
abgebildet. Das Singulett-Signal der Formylgruppe ist
ebenso gut zu erkennen wie die scharfen Signale für die -Protonen, wobei
jeweils zwei chemisch äquivalente Protonen ein Dublett eines
AB
-Systems
bilden. Die -Protonen an der 3. und 7. Position sind der Formylgruppe
benachbart und erscheinen als Dublett bei 10.11 ppm tieffeldverschoben. Im
H,H-COSY ist eine Kopplung mit dem Dublett bei 9.02 ppm zu erkennen, was
Methoden und Ergebnisse
38
darauf schließen lässt, dass es sich hier um die benachbarten Protonen an 2.
und 8. Position handelt. Für die beiden verbleibenden Dubletts des
AB
-Systems
ist ebenfalls eine Kopplung im H,H-COSY sichtbar, da aber keine NOE-
Differenzspektren gemessen wurden, ist hier eine genaue Zuordnung nicht
möglich.
3.3.2.2 UV/Vis-Spektroskopie
Wie schon unter 3.1.5 gezeigt wurde, nimmt die eingeführte Formylgruppe
deutlichen Einfluss auf die Absorption, besonders auf die Verschiebung der
Soret-Bande. Auch bei den Verbindungen
99
bis
101
ist die bathochrome
Verschiebung sichtbar (Abbildung 3.11). Die Soret-Banden treten wie erwartet
im Wellenlängenbereich um 430 nm auf.
E 1,2
99
1
100
101
0,8
0,6
0,4
0,2
0
250
300
350
400
450
500
550
600
650
700
in nm
Abb. 3.11:
UV/Vis-Spektren von Formylporphyrinen in Dichlormethan bei RT
Diskussion 39
4 Diskussion
Ziel dieser Arbeit war es, die bestmögliche Methode zur Darstellung von
Formylporphyrinen zu finden. Deshalb wurden Experimente nach einer
Vorschrift der Vilsmeier-Reaktion unternommen bzw. ein neuer Ansatz über den
Einsatz von Lithiumorganylen und der Zwischenstufe über Dithianylporphyrine
untersucht. Beide Synthesevarianten wurden an 5,15-substituierten
Porphyrinen durchgeführt.
Es hat sich herausgestellt, dass die neuere Synthesevariante über
Lithiumorganyle, der Vilsmeier-Reaktion vorzuziehen ist. Das liegt zum einen
daran, dass man die Vilsmeier-Reaktion zur Synthese von
meso
-
Formylporphyrinen nur an Metalloporphyrinen durchführen kann, die deshalb
immer als erste Synthesestufe dargestellt werden müssen. Zum anderen sind
für den Ausbau von Metallionen extrem saure Bedingungen erforderlich,
weshalb diese Methode nicht für alle substituierten Porphyrine eingesetzt
werden kann. Auch die Vilsmeier-Formylierung an sich geht mit sauren
Reaktionsbedingungen einher. Zudem muss die Reaktionslösung längere Zeit
zum Sieden erhitzt werden, bei der Diformylierung sogar über 12 Stunden.
Auch deshalb ist diese Methode nicht universell für alle substituierten
Porphyrine einsetzbar, da vor allem säurelabile bzw. hitzeunbeständige
Substituenten zerstört werden können.
Die Einführung der Formylgruppe über die Dithianylschutzgruppe mit Hilfe von
Lithiumorganylen findet unter sehr viel milderen Reaktionsbedingungen statt.
So erfolgt die Einführung der Dithianylgruppe bei -78 °C in einem neutralen
Reaktionsmedium. Auch bei der anschließenden Entschützung unter oxidativen
Bedingungen wird katalytisch nur eine Lewissäure eingesetzt und die
Umsetzung findet bei Raumtemperatur statt, so dass diese Methode für eine
Vielzahl von substituierten Porphyrinen eingesetzt werden kann, auch für
solche, die mit der Vilsmeier-Reaktion nicht formyliert werden können. Ein
großer Vorteil ist es auch, dass bei dieser Variante sowohl freie Basen als auch
Metalloporphyrine als Edukte eingesetzt werden können. Dadurch ist der
Anwendungsbereich dieser Methode sehr viel größer.
Diskussion 40
Die Ausbeuten sind bei beiden Reaktionswegen am Ende etwa gleich. Die
Vilsmeier-Reaktion wird aber schon sehr viel länger angewandt, so dass hier
schon ausbeuteoptimierte Synthesen bekannt sind. Das muss in Zukunft für
den Einsatz von Lithiumorganylen zur Darstellung von Dithianylporphyrinen
noch nachgeholt werden.
Zusammenfassung und Ausblick
41
5 Zusammenfassung und Ausblick
Im Laufe dieser Arbeit sollte untersucht werden, welche Darstellungsmethode
für Formylporphyrine am effektivsten ist. Dazu wurden u. a. die in Schema 4.1
aufgezeigten Reaktionen durchgeführt.
A) Darstellung von Formylporphyrinen über Vilsmeier-Reaktion
O
H
NH
N
N
N
Cu(CH COO)
N
N
3
2
POCl , DMF
3
R1
R1
R1
R1
Cu
R1
R1
Cu
2h, RT
N
HN
N
N
N
N
ca. 60%
ca. 72%
50
R1 = CH CH(CH )
53
R1 = CH CH(CH )
TFA, H SO
2
3 2
2
3 2
2
4
51
R1 = CH(CH CH )
54
R1 = CH(CH CH )
ca. 85% in der Lit.
2
3 2
2
3 2
52
R1 = CH CH CH CH CH CH
59
R1 = CH CH CH CH CH CH
2
2
2
2
2
3
2
2
2
2
2
3
O
H
NH
N
R1
R1
N
HN
B) Darstellung von Formylporphyrinen über Dithianylporphyrine
S
S
O
H
N
N
N
N
N
N
1,3-Dithian,
n
BuLi
DDQ, BF *Et O
3
2
R2
R2
M
R2
R2
M
R2
R2
M
THF, -78°C
CH Cl , 45 min, RT
N
N
N
N
2
2
N
N
ca. 50%
ca. 60 %
33
M = NiII, R2 = Ph
84
M = NiII, R2 = Ph
99
M = NiII, R2 = Ph
34
M = 2H, R2 = Ph
85
M = NiII, R2 = CH CH(CH )
100
M = NiII, R2 = 3-Methoxyphenyl
2
3 2
50
M = 2H, R2 = CH CH(CH )
86
101
M = 2H, R2 = Ph
2
3 2
M = NiII, R2 = 3-Methoxyphenyl
85
M = NiII, R2 = CH CH(CH )
94
M = 2H, R2 = Ph
2
3 2
86
M = NiII, R2 = 3-Methoxyphenyl
95
M = 2H, R2 = CH CH(CH )
2
3 2
87
M = 2H, R2 = 3-Methoxyphenyl
96
M = 2H, R2 = 3-Methoxyphenyl
Schema 4.1:
Gegenüberstellung der durchgeführten Reaktionen
Bei den Darstellungen der Kupfer(II)komplexe
(53, 54, 59)
(Methode A in
Schema 4.1) wurden Ausbeuten von 52 % bis 70 % erreicht. Untersucht wurde
daran anknüpfend die Vilsmeier-Formylierung, die mit Ausbeuten von 18 % für
die Diformylierung bis hin zu 97 % für die Monoformylierung gelang. Die
Darstellung von 5-(1,3-Dithian-2-yl)-10,20-disubstituierten Porphyrinen
Zusammenfassung und Ausblick
42
(Methode B in Schema 4.1) erfolgte durch die Umsetzung von
n
-Butyllithium mit
1,3-Dithian und dem Porphyrin, wobei Ausbeuten von 4 % für 5-(1,3-Dithian-2-
yl)-10,20-bis(3-methoxyphenyl)porphyrin
96
bis hin zu 53 % für [5-(1,3-Dithian-
2-yl)-10,20-diphenylporphyrinato]nickel(II)
84
und [5-(1,3-Dithian-2-yl)-10,20-
bis(3-methoxyphenyl)porphyrinato]nickel(II)
86
erzielt werden konnten. Die
Dethioacetalisierung erfolgte dann mit Ausbeuten von 39 bis 94 %.
Aufgrund des erhöhten Arbeitsaufwandes und des mit jedem Schritt behafteten
Ausbeuteverlustes hat sich die Methode der Darstellung von Formylporphyrinen
über die Synthese von Dithianylporphyrinen mit Hilfe von Lithiumreagenzien
und anschließender Dethioacetalisierung als die günstigere Variante während
dieser Arbeit herausgestellt. Ein Grund dafür ist u. a. auch der breite
Anwendungsbereich dieser Methode, da die Dithianylierung über 2-Lithio-1,3-
dithian
46
an einer großen Anzahl von 5,15-substituierten Porphyrinen
durchgeführt werden konnte und diese Methode keine sauren Bedingungen
benötigt.
Eine Weiterentwicklung der erzielten Ergebnisse wäre die Einführung eines
zweiten, dritten und sogar vierten Dithianylrestes über Lithiumorganyle mit sich
daran anschließender Dethioacetalisierung. Auch sollte versucht werden, die
Kondensationsreaktionen durch Variation der Reaktionsbedingungen und
Edukte soweit zu verbessern, dass brauchbare Ergebnisse erhalten werden
können.
Ein weiterer Schritt wäre die Untersuchung, inwieweit Formylporphyrine
Folgereaktionen der Carbonylgruppe zulassen, welche neuen Substanzklassen
so in den Porphyrinring eingeführt werden können und welche Ausbeuten dabei
erzielt werden können.
Experimenteller Teil
43
6 Experimenteller Teil
6.1 Allgemeines
6.1.1 Lösungsmittel und Reagenzien
Dichlormethan wurde vor Gebrauch über Phosphorpentoxid getrocknet und
anschließend abdestilliert. Pyrrol wurde durch Destillation unter vermindertem
Druck gereinigt und unter Argon im Kühlschrank aufbewahrt. THF wurde über
Natrium getrocknet und abdestilliert.
n-
Hexan wurde durch Destillation gereinigt.
Die verwendeten Ausgangssubstanzen wurden von Acros®, Merck®, bzw.
Fluka-Sigma-Aldrich® bezogen und ohne Vorbehandlung eingesetzt.
Porphyrin
51
wurde freundlicherweise von Dipl.-Chem. C. Ryppa, die
Porphyrine
33, 34, 50, 52, 76, 77, 87
und
97
von Prof. Dr. M. O. Senge zur
Verfügung gestellt.
6.1.2 Schmelzpunkte
Die Schmelzpunktbestimmung erfolgte mit dem Gerät Stuart Scientific SMP 10.
Die Schmelzpunkte sind nicht korrigiert.
6.1.3 Spektroskopische Methoden
1H- und 13C-NMR-Spektroskopie
Die 1H- und 13C-NMR-Spektren wurden mit den Spektrometer Avance 300 der
Firma Bruker aufgenommen. Die 1H-chemischen Verschiebungen sind in ppm
angegeben und auf Deuterochloroform (CDCl3, = 7.26 ppm) als interner
Standard bezogen. Bei den 13C-NMR-Messungen wurde Deuterochloroform
( = 77.00 ppm) als interner Standard verwendet. Die Position der Atome
entspricht den nebenstehenden Formeln. Sie stimmt nicht mit der korrekten
Bezeichnung im Sinne der IUPAC Nomenklatur überein. Die Signale in den
Spektren werden durch folgende Abkürzungen beschrieben:
s
= Singulett,
bs
=
breites Singulett,
d
= Dublett,
dd
= Dublett von Dublett,
t
= Triplett,
m
=
Experimenteller Teil
44
Multiplett,
AB
= AB-System,
ax
= axiale H-Atome bezogen auf die Sessel-Form,
eq
= äquatoriale H-Atome bezogen auf die Sessel-Form.
Die Zuordnungen sind allgemein durch 2D-Spektren (COSY, HMQC) gesichert.
Massenspektrometrie
Die Massenspektren wurden mit einer GC/MS- Kombination SSQ 710 der Firma
Finnigan bzw. GCTOF und ESI / APCI-Q-TOFmicro (Time of Flight
Massenspektrometer) aufgenommen. Es erfolgte Elektronenstoßionisation mit
70 eV.
UV/VIS-Spektroskopie
Die UV/Vis-Spektren wurden mit dem Diodenarray Spektrometer Specord S100
der Firma Carl-Zeiss-Jena® aufgenommen. Als Lösungsmittel wurde
Dichlormethan verwendet.
6.1.4 Chromatographische Methoden
Dünnschichtchromatographie
Die Reaktionen wurden auf DC-Platten (Kieselgel Si 60) mit
Fluoreszenzindikator (F254) der Firma Merck® verfolgt. Als Laufmittel dienten
Gemische aus Dichlormethan /
n
-Hexan. Die Chromatogramme wurden im UV-
Licht ( = 254 nm) detektiert. Im Falle der Dipyrromethane wurden die DC-
Platten durch Anfärben mit Brom entwickelt.
Säulenchromatographie
Die säulenchromatographische Trennung erfolgte an Kieselgel der Firma
Macherey-Nagel® (Kieselgel Si 60, 230-400 mesh ASTM, Korngröße 40-63
µm). Als Laufmittel dienten Gemische aus Dichlormethan /
n
-Hexan.
Experimenteller Teil
45
6.2 Synthesen
6.2.1 Kupferkomplexe
6.2.1.1 [5,15-Di(iso-butyl)porphyrinato]kupfer(II) 53
5,15-Di(
iso
-butyl)porphyrin
50
(60 mg, 0.14 mmol) wurde in Dichlormethan (60
ml) gelöst. Dazu wurden Methanol (30 ml), Wasser (3 Tropfen) und Kupferacetat
(79.2 mg, 0.44 mmol) gegeben. Das Reaktionsgemisch wurde bei RT 12 h
gerührt. Zur Aufarbeitung wurde die Lösung über eine kleine Kieselgelfritte filtriert
und mit Dichlormethan eluiert. Nach der Entfernung des Lösungsmittels unter
vermindertem Druck schloss sich eine Säulenchromatographie an Kieselgel an
(Eluent: Dichlormethan :
n
-Hexan = 1 : 2, v/v). Das Produkt wurde als einzige
Fraktion erhalten. Es wurde aus Dichlormethan / Methanol umkristallisiert und
rote Kristalle erhalten.
27
Ausbeute:
36 mg (0.07 mmol, 52 %)
26
25
28
3
7
5
Fp.:
>300 °C
4
6
2
8
N
N
9
R
1
21
22
f =
0.38 (CH2Cl2 /
n
-Hexan, 1:2, v/v)
10
20
Cu
23
MS
(70 eV):
m/z
= 483 (8 %, [M]·+), 440 (24 %, [M+-C
24
19
11
3H7]),
N
N
18
12
397 (20 %, [M+-C
16
14
6H14]), 243 (3 % [M]2+)
17
15
13
32
29
HRMS
: C28H28CuN4 ber.: 483.1609 gef.:
483.1592 30
31
UV/VIS
(CH2Cl2): max (lg ) = 404 (5.66), 529 (4.08), 564 nm (3.11)
6.2.1.2 [5,15-Bis(1-ethylpropyl)porphyrinato]kupfer(II) 54
Es wurde 5,15-Bis(1-ethylpropyl)porphyrin
51
(50 mg, 0.12 mmol) in
Dichlormethan (50 ml) gelöst. Dazu wurden Methanol (25 ml) und Wasser (3
Tropfen) sowie Kupferacetat (67.5 mg, 0.37 mmol) gegeben. Die Lösung wurde
bei Raumtemperatur zwei Stunden gerührt. Mit Hilfe von DC-Kontrolle wurde
dann der vollständige Umsatz des Eduktes festgestellt. Zur Abtrennung von nicht
umgesetztem Kupferacetat wurde das Gemisch über eine kleine Kieselgelfritte
gegeben, mit Dichlormethan eluiert und das Lösungsmittel anschließend unter
vermindertem Druck entfernt. Durch Umkristallisierung aus Dichlormethan /
Methanol wurden rote Kristalle erhalten.
Experimenteller Teil
46
Ausbeute:
35 mg (0.07 mmol, 63 %)
27
29
26
28
Fp.:
>310 °C
25
3
7
5
R
4
6
f =
0.69 (CH2Cl2 /
n
-Hexan, 1:2, v/v)
2
8
N
N
MS
(70 eV):
m/z
= 511 (6 %, [M]·+), 482 (8 %, [M+-C
1
9
21
22
2H5]),
20
Cu
10
411 (12.5 %, [M+-C
24
23
19
11
7H16]), 396 (9 %, [M+-C8H19]), 256 (12.5 %,
N
N
18
12
[M]2+)
16
14
17
15
13
30
HRMS
: C30H32CuN4
ber.: 511.1923
gef.: 511.1907
33
31
34
32
UV/VIS
(CH2Cl2): max (lg ) = 404 (5.85), 530 (4.24), 567 nm
(3.31)
6.2.1.3 [5,15-Dihexylporphyrinato]kupfer(II) 59
In Dichlormethan (100 ml) wurde 5,15-Dihexylporphyrin
52
(100 mg, 0.21 mmol)
gelöst. Dazu wurden Methanol (50 ml) und Wasser (5 Tropfen) sowie
Kupferacetat (135 mg, 0.74 mmol) gegeben. Zwischenzeitlich wurde der
Reaktionsumsatz mit Hilfe von Dünnschichtchromatographie kontrolliert. Nach
zwei Stunden wurde der vollständige Umsatz festgestellt. Die Reaktionsmischung
wurde über eine kleine Kieselgelfritte filtriert und das Lösungsmittel unter
vermindertem Druck entfernt. Zur Reinigung wurde eine Säulenchromatographie
an Kieselgel mit dem Eluenten Dichlormethan : Hexan = 1 : 2, v/v durchgeführt.
Das gewünschte Produkt wurde als einzige Fraktion erhalten. Durch
Umkristallisierung aus Dichlormethan / Methanol wurden rote Kristalle gewonnen.
Ausbeute:
79 mg (0.15 mmol, 70 %)
30
29
Fp.:
270 °C
28
27
Rf =
0.68 (CH2Cl2 /
n
-Hexan, 1:2, v/v)
26
MS
(70 eV):
m/z
= 539 (22 %, [M]·+), 468 (100 %, [M+-C
25
5H11]), 425
3
7
5
4
6
(7 %, [M+-C
2
8
8H18]), 397 (32.5 %, [M+-C10H22])
N
1
N
9
21
22
10
20
Cu
HRMS
: C32H36CuN4
ber.: 539.2236
gef.: 539.2220
24
23
19
N
11
N
UV/VIS
(CH
18
12
2Cl2): max (lg ) = 404 (6.00), 529 (4.39), 566 nm
16
14
17
15
13
(3.44)
31
32
33
34
35
36
Experimenteller Teil
47
6.2.2 Darstellung von Formylporphyrinen durch Vilsmeier-
Formylierung
6.2.2.1 Allgemeine Vorschrift
Zuerst wurde der Vilsmeier-Komplex
49
hergestellt, indem zu DMF (1 ml, 12.9
mmol) POCl3 (1.2 ml, 13.1 mmol) bei 0-10 °C unter Argon innerhalb von 20 min
zugetropft wurde. Dazu wurde eine Lösung von ca. 0.05 mmol des
entsprechenden Porphyrins in 1,2-Dichlorethan bei 5-10 °C in 5 min
hinzugetropft. Dann wurde das Reaktionsgemisch für 45 min zum Sieden erhitzt.
Anschließend wurde die Lösung in einem Eisbad gekühlt, vorsichtig eine
gesättigte Lösung von Natriumacetat (1.3 ml) mit Wasser (0.78 ml) verdünnt
hinzu gegeben und 12 h gerührt. Es wurde zuerst mit Dichlormethan (3 20 ml),
dann einmal mit ges. NaCl-Lösung (20 ml), anschließend mit gesättigter
Natriumhydrogencarbonat-Lösung (20 ml) gewaschen und über Natriumsulfat
getrocknet. Das Lösungsmittel wurde unter vermindertem Druck entfernt und das
Rohprodukt durch Säulenchromatographie an Kieselgel gereinigt. Als Eluent
diente Dichlormethan /
n
-Hexan im Verhältnis 2 : 1, v/v.
6.2.2.2 [5,15-Di(iso-butyl)-10-formylporphyrinato]kupfer(II) 57
Es wurde [5,15-Di(
iso
-butyl)porphyrinato]kupfer(II)
53
(24.2 mg, 0.05 mmol) in
1,2-Dichlorethan (8 ml) gelöst und bei ca. 0 °C zu dem Vilsmeier-Komplex
49
gegeben. Es wurde nach der allgemeinen Vorschrift 5.2.2.1 umgesetzt. Das
gewünschte Produkt wurde als einzige Fraktion erhalten und nach
Umkristallisierung aus Dichlormethan / Methanol als violette Kristalle gewonnen.
Ausbeute:
12.1 mg (0.02 mmol, 47 %)
27
26
Fp.:
>310 °C
25
28
3
7
5
4
6
Rf =
0.55 (CH2Cl2 /
n
-Hexan, 2:1, v/v)
2
8
N
1
N
9
O
21
22
MS
(70 eV):
m/z
= 511 (13 %, [M]·+), 468 (2 % , [M-C3H7]+) 20
Cu
10
29
24
23
19
HRMS:
C29H28CuN4O + H+ ber.: 512.1637 gef.: 512.1631
N
11
N
H
18
12
16
14
UV/VIS
(CH
17
15
13
2Cl2): max (lg ) = 419 (5.98), 550 (3.89),
33
30
593 nm (4.09)
31
32
Experimenteller Teil
48
6.2.2.3 [5,15-Bis(1-ethylpropyl)-10-formylporphyrinato]kupfer(II) 58
Es wurden 30.6 mg (0.06 mmol) [5,15-Bis(1-ethylpropyl)porphyrinato]kupfer(II)
54
in 5 ml 1,2-Dichlorethan gelöst und bei ca. 0 °C zu dem Vilsmeier-Komplex
49
gegeben. Es wurde nach der allgemeinen Vorschrift 5.2.2.1 vorgegangen. Nach
der Zugabe von Natriumacetat und Wasser wurden 36 Tage bei Raumtemperatur
gerührt. Das gewünschte Produkt wurde nach der Säulenchromatographie als
zweite Fraktion erhalten. Die erste Fraktion konnte nicht näher bestimmt werden.
Nach Umkristallisierung aus Dichlormethan / Methanol wurde das Produkt als
33
35
violette Kristalle gewonnen.
32
34
31
18
2
20
Ausbeute:
31 mg (0.06 mmol, 97 %)
19
1
17
3
Fp.:
299 °C
N
16
N
4
O
21
22
15
Cu
5
25
Rf =
0.52 (CH2Cl2 /
n
-Hexan, 2:1, v/v)
24
23
14
N
6
N
H
13
7
MS
(70 eV):
m/z
= 541 (2 %, [M]·+, C31H32CuN4O), 539
11
9
12
10
8
26
(3 %, [M]·+, C31H32CuN4O), 396 (7% [M-C11H23O]+),
29
27
71 (26%, [C
30
28
5H11]+)
UV/VIS
(CH2Cl2): max (lg ) = 429 (5.15), 580 (3.49), 630 nm (4.14)
6.2.2.4 [5,15-Diformyl-10,20-dihexylporphyrinato]kupfer(II) 60
Bei etwa 0 °C wurde zu DMF (6 ml, 77.15 mmol) unter Argon POCl3 (8 ml, 87.13
mmol) langsam zugetropft. Es wurde etwa 15 min bei Raumtemperatur gerührt,
bis der Vilsmeier-Komplex
49
ausfiel. Dann wurde 1,2-Dichlorethan (10 ml) dazu
gegeben und auf 50 °C erhitzt. Anschließend wurde [5,15-Dihexylporphyrinato]-
kupfer(II)
59
(51.6 mg, 0.09 mmol) gelöst in 1,2-Dichlorethan (25 ml)
hinzugetropft. Die Lösung färbte sich von hellrot zu dunkelrot und nach ein paar
Minuten zu dunkelgrün. Nach Beendigung der Zugabe wurde 12 h zum Sieden
erhitzt. Im Anschluss daran wurde die Lösung in einem Eisbad gekühlt und
vorsichtig 25 ml einer gesättigten Natriumacetat-Lösung dazugetropft. Es wurde
für weitere drei Stunden auf 80 °C erhitzt. Hinterher wurde mit Dichlormethan,
Wasser, ges. Natriumhydrogencarbonat-Lösung und ges. Natriumchlorid-Lösung
extrahiert. Das Lösungsmittel wurde unter vermindertem Druck entfernt. Es
schloss sich eine Säulenchromatographie an Kieselgel mit Dichlormethan :
n
-
Hexan im Verhältnis 2 : 1, v/v an. Das Produkt wurde als einzige Fraktion
erhalten. Nach der Umkristallisierung aus Dichlormethan / Methanol wurde das
Produkt als grüne Kristalle gewonnen.
Experimenteller Teil
49
38
37
Ausbeute:
10 mg (0.02 mmol, 18 %)
36
35
Fp.:
292 °C
34
33
Rf =
0.35 (CH2Cl2 /
n
-Hexan, 2:1, v/v)
18
2
20
19
1
17
3
MS
(70 eV):
m/z
= 595 (1 %, [M]·+), 298 (1 %, [M]2+)
N
16
N
4
O
O
21
22
Cu
UV/VIS
(CH2Cl2): max (lg ) = 427 (5.16), 572 (3.56),
32
15
5
25
24
23
14
H
N
6
N
H
626 nm (4.12)
13
7
11
9
12
10
8
26
27
28
29
30
6.2.3 Darstellung von Dipyrromethan 66
17
31
32
Paraformaldehyd
63
(1.73 g, 57.7 mmol) wurde in einem 250 ml Dreihalskolben
mit Rückflusskühler und Innenthermometer in Pyrrol
10
(100 ml, 1.44 mol)
suspendiert und zehn Minuten im Stickstoffstrom entgast. Anschließend wurde
die Suspension unter Stickstoff auf 70 °C erwärmt und TFA (444 µl, 5.77 mmol)
hinzugefügt, wobei ein Temperatursprung von + 20 °C zu beobachten war. Die
Lösung wurde weitere fünf Minuten erhitzt. Nach Abkühlung der Lösung wurde
die Reaktion durch die Zugabe von 0.1 M NaOH-Lösung (60 ml, 6 mmol)
abgebrochen. Es wurde mit Dichlormethan extrahiert, die organische Phase
zweimal mit Wasser gewaschen und über Magnesiumsulfat getrocknet. Dann
wurde Dichlormethan und Pyrrol
10
im Vakuum entfernt. Weitere Reinigung
erfolgte durch Kugelrohrdestillation (p = 7.1*10-1 mbar, T = 200 °C).
Ausbeute:
3.39 g (23.2 mmol, 40 %)
1H-NMR
(300 MHz, CDCl
3
5
7
3): = 7.76 (2H,
bs
, NH), 6.57 (2H,
m
,
4
6
2
8
NCH=), 6.07 (2H,
m
, CH=CH-), 5.96 (2H,
s
, CH=C-), 3.89
NH
HN
1
9
ppm (2H,
s
, NCCH2-)
13C-NMR
(63 MHz, CDCl3): = 129.49 (C4, C6), 117.22 (C1, C9), 108.40 (C3,
C7), 106.37 (C2, C8), 26.94 ppm (C5)
6.2.4 Darstellung von 2-Formyl-1,3-dithian 68
54
Unter Argon wurde 1,3-Dithian
45
(2.40 g, 20 mmol) in trockenem THF (40 ml)
gelöst. Das Reaktionsgemisch wurde auf -78 °C heruntergekühlt und
anschließend tropfenweise mit 2.5 M
n
-Butyllithium in
n
-Hexan (8 ml, 20 mmol)
versetzt. Es wurde eine Stunde gerührt. Dann wurde die Reaktionslösung auf
Experimenteller Teil
50
-20 °C erwärmt und langsam DMF (6 ml) hinzugefügt. Dabei färbte sich die
Lösung schwach gelb. Nach zweistündigem Rühren bei -10 °C wurde der Ansatz
über Nacht bei 0 °C aufbewahrt. Die Lösung wurde dann auf Eis gegeben und
die resultierende wässrige Phase mehrmals mit
n
-Hexan (3 20 ml) extrahiert.
Anschließend wurde die wässrige Phase mit 1M HCl-Lösung auf den pH-Wert 6
eingestellt und das Rohprodukt durch mehrmalige Extraktion mit Diethylether (3
20 ml) abgetrennt. Die organische Phase wurde über Natriumsulfat getrocknet
und nach der Filtration unter vermindertem Druck eingeengt. Als Rohprodukt
wurde ein gelbes Öl erhalten. Durch Ausfällung mit einem
n
-Hexan-Diethylether-
Gemisch wurde ein weißer Feststoff erhalten. Es wurde mit Dichlormethan /
Diethylether umgefällt.
Ausbeute:
2.29 g (15.4 mmol, 77 %)
O
1
H
H-NMR
(300 MHz, CDCl3): = 9.52 (1H,
s
, CHO), 4.10
7
H
6 H
2
H
S
(1H,
s
, S-CH-S), 3.03 (2H,
m
, S-CH2
ax
), 2.58 (2H,
m
,
4
5
S
H
H
S-CH2
eq
), 2.02 ppm (2H,
m
, CH2-CH2-CH2)
H
13C-NMR
(63 MHz, CDCl3): = 188.06 (C7), 47.56 (C2), 25.33 (C4, C6), 24.81
ppm (C5)
6.2.5 Darstellung von 5-(1,3-Dithian-2-yl)-dipyrromethan 69
26
Eine Mischung von 2-Formyl-1,3-dithian
68
(0.28 g, 1.89 mmol) und Pyrrol
10
(76 ml) wurde mit Argon 10 min von Sauerstoff befreit. Dann wurde BF3*Et2O
(95 µl, 1.89 mmol) zugesetzt. Nach 20 minütigem Rühren bei Raumtemperatur
wurden weitere 95 µl an Säure hinzu gegeben. Der Reaktionsabbruch erfolgte
nach insgesamt 40 min durch Zugabe von 0.1 M NaOH-Lösung (3 ml). Die
Reaktionsmischung wurde mehrmals mit Wasser gewaschen und anschließend
über Natriumsulfat getrocknet. Das Lösungsmittel wurde unter vermindertem
Druck entfernt. Als Rohprodukt wurde ein braunes Öl gewonnen. Nach
Ausfällung aus Dichlormethan /
n
-Hexan wurde das Endprodukt erhalten, das
nochmals aus Dichlormethan /
n
-Hexan umkristallisiert wurde.
12
Ausbeute:
0.40 g (1.49 mmol, 79 %)
11
13
1H-NMR
(300 MHz, CDCl
S
S
3): = 8.51 (2H,
bs
, N-H), 6.71 (2H,
m
,
10
3
7
H
5
-CH=CH), 6.15 (2H,
m
, NCH=), 6.08 (2H,
m
, CH=C-), 4.64 (1H,
4
6
2
8
NH
HN
d
, S-CH-S,
3J
= 4.41 Hz), 4.52 (1H,
d
, C-CH-C,
3J
= 4.41 Hz), 1
9
Experimenteller Teil
51
2.83 (4H,
m
, S-CH2
ax, eq
), 2.06 (1H,
m
, S-CH2-CH2
ax
), 1.85 ppm (1H,
m
, S-CH2-
CH2
eq
)
13C-NMR
(300 MHz, CDCl3): = 129.52 (C4, C6), 117.35 (C2, C8), 108.17 (C1,
C9), 107.83 (C3, C7), 53.40 (C10), 43.25 (C5) 31.16 (C11, C13), 25.49 ppm
(C12)
6.2.6 Darstellung von Dithianylporphyrinen durch Einsatz von
Lithiumorganylen
6.2.6.1 Allgemeine Vorschrift
Unter Argon wurde 1,3-Dithian
45
(1.16 g, 9.64 mmol) in einen vorher
evakuierten, mit Septum ausgestatteten Schlenkkolben gegeben. Der Kolben
wurde für weitere 30 min evakuiert und frisch destilliertes, trockenes THF (ca. 20
ml) dazugegeben. Dann wurde die Lösung auf -40 °C abgekühlt und 2.5 M
n
-Butyllithium in
n
-Hexan (3.8 ml, 9.6 mmol) mit einer Spritze tropfenweise durch
das Septum gegeben. Das Reaktionsgemisch wurde für weitere 2 Stunden bei
-30 bis -40 °C gerührt. Anschließend wurde diese Lösung auf -78 °C gekühlt und
mit einer -78 °C kalten Lösung aus dem entsprechenden Porphyrin in absolutem
THF (20 ml) gemischt. Danach wurde
N,N,N′,N′
-Tetramethylethylendiamin (0.25
ml, 1.6 mmol) hinzugefügt, wobei sich die Reaktionslösung dunkelbraun färbte.
Nachdem eine weitere Minute gerührt wurde, wurde das Kältebad entfernt und
15 min bei RT gerührt. Es wurde Wasser (6 ml) hinzugefügt. Dabei änderte sich
die Farbe zu dunkelgrün. Das Reaktionsgemisch wurde weitere 15 min bei RT
gerührt, gefolgt von der Zugabe einer DDQ-Lösung (0.6 g DDQ in 10 ml THF, ca.
0.75 mmol), was eine Änderung der Farbe zu violett bewirkte. Es wurden weitere
15 min gerührt. Dann wurde das Reaktionsgemisch über Kieselgel (200 ml)
filtriert und mit Dichlormethan gewaschen. Im Anschluss daran wurde das
Lösungsmittel unter vermindertem Druck bis zur Trockne des Porphyrins entfernt.
6.2.6.2 [5-(1,3-Dithian-2-yl)-10,20-diphenylporphyrinato]nickel(II) 84
Nach der allgemeinen Vorschrift 5.2.6.1 wurde [5,15-Diphenylporphyrinato]-
nickel(II)
33
(200 mg, 0.14 mmol) umgesetzt. Nachdem die organometallische
Reaktionslösung und die Lösung des Porphyrins in THF bei -78 °C zusammen
gegeben wurden, färbte sich die Lösung dunkelbraun. Das Kältebad wurde nach
einer Minute entfernt und das Reaktionsgemisch weitere 15 min gerührt. Dann
Experimenteller Teil
52
wurde Wasser über eine Spritze hinzugefügt und ein Farbumschlag zu
dunkelgrün beobachtet. Nach der Zugabe von DDQ (0.6 g DDQ in 10 ml THF,
ca. 0.75 mmol) nach weiteren 15 min wurde die nun violette Mischung über
Kieselgel (200 ml) filtriert. Nach dem Waschen mit Dichlormethan und
n
-Hexan
wurde säulenchromatographisch an Kieselgel mit dem Eluenten Dichlormethan /
n
-Hexan im Verhältnis 3 : 1 v/v gereinigt und das gewünschte Produkt als zweite
Fraktion erhalten. Es war nicht möglich, die erste Fraktion analytisch zu
untersuchen. Nach der Umkristallisierung aus Dichlormethan /
n
-Hexan wurde
das Produkt als violetter Feststoff erhalten.
Ausbeute:
140 mg (0.22 mmol, 53 %)
Fp.:
>300 °C
Rf =
0.60 (CH2Cl2 /
n
-Hexan, 1:1, v/v)
38
37
39
1H-NMR
(300 MHz, CDCl3): = 9.88 (2H,
bs
, 3,7-H), 9.65
36
40
35
(1H,
s
, 15-C
meso
- H), 9.02 (2H,
AB
,
3J
= 4.8 Hz, 2,8-H), 8.78 18
2
20
19
1
17
3
(4H,
m
, 12,13,17,18-H), 7.99 (4H,
m
, Ar
m
-H), 7.69 (6H,
m
,
N
26
16
N
4
S
21
22
5
Ar
15
Ni
25
27
o,p
-H), 7.24 (1H, s, S-CH-S), 3.45 (2H,
m
, S-CH2), 3.22
24
23
14
N
6
N
S
28
(2H,
m
, S-CH
7
2), 2.45 ppm (2H,
m
, CH2-CH2-CH2)
13
11
9
12
10
8
13C-NMR
(63 MHz, CDCl3): = 142.55, 142.14, 141.88,
29
34
30
140.54, 133.66, 132.37, 132.32, 127.73, 126.87, 118.37, 112.55, 33
31
32
104.99, 52.77, 35.20, 26.00 ppm
MS
(70 eV):
m/z
= 636 (4 %, [M]·+), 575 (7 %, [M+-C2H5S]), 562 (10 %, [M+-
C3H6S]), 532 (2.5 %, [M+-C3H4S2]), 518 (4 %, [M+-C4H6S2]), 318 (2 %, [M]2+)
HRMS
: C36H26N4NiS2 ber.:636.0952 gef.:
636.0956
UV/VIS
(CH2Cl2): max (lg ) = 413 (5.09), 529 (4.07), 560 nm (3.71)
6.2.6.3 [5,15-Di(iso-butyl)-10(1,3-dithian-2-yl)porphyrinato]nickel(II) 85
Es wurden des [5,15-Di(
iso
-butyl)porphyrinato]nickel(II)
76
(210 mg, 0.44 mol) mit
1,3-Dithian
45
nach der allgemeinen Vorschrift 5.2.6.1 zur Reaktion gebracht.
Zuerst wurde eine dunkelrote Färbung beobachtet. Nach der Entfernung der
Kühlung und 40 min Rühren war die Reaktionsmischung grün. Es wurde Wasser
hinzugefügt, wodurch die Reaktion dunkelgrün wurde. Nach 15 minütigem
Rühren bei RT wurde DDQ hinzugefügt und eine Farbveränderung zu dunkelrot
beobachtet. Nach dem Filtern über Kieselgel und Waschen mit Dichlormethan
und
n
-Hexan schloss sich die Reinigung durch Säulenchromatographie an
Experimenteller Teil
53
Kieselgel an (Eluent: Dichlormethan /
n
-Hexan = 1 : 1, v/v). Das Produkt wurde
als zweite Fraktion erhalten. Die erste Fraktion ergab ein Gemisch, das nicht
näher bestimmt werden konnte. Nach der Umkristallisierung aus Dichlormethan /
n
-Hexan wurde das Produkt in Form violetter Kristalle erhalten.
Ausbeute:
128 mg (0.21 mmol, 49 %)
Fp.:
250 °C
27
Rf =
0.30 (CH2Cl2 /
n
-Hexan, 1:1, v/v)
26
25
28
1
3
7
H-NMR
(300 MHz, CDCl
5
4
6
3): = 9.86 (2H,
bs
, 8,12-H), 2
8
30
9.47 (1H,
s
, 20-C
N
1
N
9
S
meso
-H), 9.30 (4H,
AB/AB
,
3J
= 6.0 Hz,
21
22
10
29
20
Ni
31
4J
= 5.0 Hz, 2,3,17,18-H
24
23
), 9.03 (2H,
AB
,
3J
= 5.2 Hz, 19
N
11
N
S
32
18
12
7,13-H), 7.14 (1H,
s
, S-CH-S), 4.52 (4H,
d
,
3J
= 7.2 Hz,
16
14
17
15
13
36
33
CH-CH
34
2), 3.49 (2H,
m
, S-CH2), 3.24 (2H,
m
, S-CH2),
35
2.46 (2H,
m
, CH2-CH2-CH2), 2.22 (2H,
m
, CH(CH3)2),
0.84 ppm (12H,
d
,
3J
= 6.6 Hz, CH(CH3)2
13C-NMR
(63 MHz, CDCl3): = 142.87, 142.00, 141.02, 139.87, 132.46, 130.41,
116.46, 111.22, 104.05, 52.65, 42.14, 35.19, 34.38, 26.09, 22.99 ppm
MS
(70 eV):
m/z
= 596 (5 %, [M]·+), 553 (6 %, [M+-C2H5S]), 535 (7 %, [M+-C3H7]),
522 (11 %, [M+-C3H6S]), 492 (4 %, [M+-C3H4S2]), 481 (17.5 %, [M+-C8H18]), 298
(2 %, [M]2+)
HRMS
: C32H34N4NiS2
ber.: 596.1578
gef.: 596.1576
UV/VIS
(CH2Cl2): max (lg ) = 416 (5.45), 534 (4.11), 568 nm (3.59)
6.2.6.4 [5-(1,3-Dithian-2-yl)-10,20-bis(3-methoxyphenyl)porphyrinato]-
nickel(II) 86
Es wurden des [5,15-Bis(3-methoxyphenyl)porphyrinato]nickel(II)
77
(260 mg,
0.45 mmol) und 1,3-Dithian
45
(1.16 g, 9.64 mmol) wie in der allgemeinen
Vorschrift 5.2.6.1 beschrieben zur Reaktion gebracht. Es trat zuerst eine
dunkelrote Färbung auf. Nach der Entfernung des Kältebades wurde für 40 min
gerührt. Dabei veränderte sich die Farbe des Gemisches über braun zu grün
Nach der Wasserzugabe wurde eine dunkelgrüne Lösung beobachtet, die sich
nach der Zugabe von DDQ nach 15 min zu dunkelrot änderte. Nach Filtration und
Waschen schloss sich eine Reinigung in Form von Säulenchromatographie an
Kieselgel (Eluent: Dichlormethan /
n
-Hexan = 3 : 1, v/v) an. Das Produkt wurde
als violette Kristalle als zweite Fraktion erhalten. Die erste Fraktion ergab ein
Experimenteller Teil
54
Gemisch, das nicht untersucht werden konnte. Nach der Umkristallisierung aus
Dichlormethan /
n
-Hexan wurde das Produkt als violetter Feststoff erhalten.
Ausbeute:
167 mg (0.24 mmol, 53 %)
Fp.:
>300 °C
Rf =
0.10 (CH2Cl2 /
n
-Hexan, 1:1, v/v)
1H-NMR
(300 MHz, CDCl3): = 9.87 (2H,
bs
, 3,7-H), 9.65
38
OMe
37
39
(1H,
s
, 15-C
36
40
meso
-H), 9.02 (2H,
AB
,
3J
= 4.8 Hz, 2,8-H),
35
18
2
20
8.82 (4H,
m
, 12,13,17,18-H), 7.60 (5H,
m
, Ar
m
-H, H25),
19
1
17
3
7.25 (4H,
m
, Ar
N
26
o,p
-H), 3.94 (6H,
s
, OCH3), 3.49 (2H,
m
,
16
N
4
S
21
22
5
25
15
27
Ni
S-CH
24
23
2), 3.22 (2H,
m
, S-CH2), 2.44 ppm (2H,
m
,
14
N
6
N
S
28
13
7
CH2-CH2-CH2)
11
9
12
10
8
13
29
C-NMR
(63 MHz, CDCl3): = 158.13, 142.44, 142.19,
34
30
31
33
141.83, 141.76, 141.17, 132.64, 132.44, 127.75, 126.68,
OMe
32
119.57, 118.14, 113.58, 112.58, 105.02, 55.42, 52.75,
35.20, 25.99 ppm
MS
(70 eV):
m/z
= 698 (2 %, [M]·+), 537 (2.5 %, [M+-C2H5S]), 624 (2 %, [M+-
C3H6S]), 349 (1 %, [M]2+)
HRMS
: C38H30N4NiO2S2
ber.: 696.1164
gef.: 696.1138
UV/VIS
(CH2Cl2): max (lg ) = 413 (5.13), 529 (4.16), 560 nm (3.80)
6.2.6.5 5-(1,3-Dithian-2-yl)-10,20-diphenylporphyrin 94
Die Umsetzung von 5,15-Diphenylporphyrin
34
(200 mg, 0.44 mmol) erfolgte
nach der allgemeinen Vorschrift 5.2.6.1. Nach der Entfernung des Lösungsmittels
wurde mit
n
-Hexan (2 x 10 ml) gewaschen. Der Rückstand wurde säulen-
chromatographisch an Kieselgel (Eluent: Dichlormethan :
n
-Hexan = 3 : 1, v/v)
gereinigt. Als erste Fraktion wurde ein Gemisch erhalten, das aufgrund der
geringen Menge nicht näher analysiert werden konnte. Die zweite Fraktion ergab
dann das gewünschte Produkt. Nach der Umkristallisierung aus Dichlormethan /
n
-Hexan wurde das Produkt als violetter Feststoff erhalten.
Ausbeute:
120 mg (0.21 mmol, 47 %)
Fp.:
290 °C
Rf =
0.20 (CH2Cl2 /
n
-Hexan, 3:1, v/v)
Experimenteller Teil
55
38
37
39
1H-NMR
(250 MHz, CDCl3): = 10.71 (1H,
bs
, H),
36
40
35
10.12 (1H,
s
, 15-C
18
2
meso
-H), 9.71 (1H,
bs
, H), 9.25
20
19
1
17
3
(2H,
AB
,
3J
= 4.6 Hz, 2,8-H), 8.96 (4H,
AB/AB
,
3J
= 8.1
N
26
16
NH
4
S
21
22
5
25
15
27
Hz,
4J
= 4.7 Hz, 12,13,17,18-H), 8.24 (4H,
m
, Ar
m
-H),
24
23
14
N
6
N
H
S
28
7.89 (1H,
s
, S-CH-S), 7.80 (6H,
m
, Ar
13
7
o,p
-H), 3.63 (2H,
m
,
11
9
12
10
8
S-CH
29
2), 3.31 (2H,
m
, S-CH2), 2.53 (2H,
m
, CH2-CH2-CH2),
34
30
33
31
-2.99 ppm (2H,
bs
, NH)
32
13C-NMR
(60 MHz, CDCl3): = 141.90, 134.60, 132, 127.77, 126.74, 114.53,
105.74, 54.51, 35.87, 26.21 ppm
MS
(80 eV):
m/z
= 580 (100 %, [M]·+), 519 (33 %, [M+-C2H5S]), 506 (62 %, [M+-
C3H6S]), 476 (86 %, [M+-C3H4S2]), 462 (17 %, [M+-C4H6S2]), 290 (8 %, [M]2+)
HRMS
(EI): C36H28N4S2
ber.: 580.17554 gef.: 580.17724
UV/VIS
(CH2Cl2): max (lg ) = 416 (5.49), 512 (4.02), 544 (3.23), 586 (3.45), 640
nm (2.72)
6.2.6.6 5,15-Di(iso-butyl)-10-(1,3-dithian-2-yl)porphyrin 95
Nach der allgemeinen Vorschrift 5.2.6.1 wurde 5,15-Di(
iso
-butyl)porphyrin
50
(260 mg, 0.44 mmol) umgesetzt. Nach der Zugabe von
N,N,N′,N′
-Tetra-
methylethylendiamin wurde die Mischung eine Minute gerührt, gefolgt von der
Entfernung des Kältebades. Während der Erwärmung auf RT färbte sich die
Lösung grün. Nach 40 min wurde Wasser über eine Spritze hinzugefügt, was
eine braun-gelbe Färbung zur Folge hatte. Nach der Zugabe von DDQ (0.6 g
DDQ in 10 ml THF, ca. 0.75 mmol) nach 15 min färbte sich die Lösung dunkelrot.
Die säulenchromatographische Aufarbeitung an Kieselgel, die dem Filtrieren über
Kieselgel (200 ml) und Waschen mit Dichlormethan folgte, ergab das gewünschte
Produkt als zweite Fraktion, wobei als Eluent Dichlormethan /
n
-Hexan im
Verhältnis 1 : 1 v/v eingesetzt wurde. Die erste Fraktion konnte nicht näher
analysiert werden. Nach der Umkristallisierung aus Dichlormethan /
n
-Hexan
wurde das Produkt als violetter Feststoff erhalten.
Ausbeute:
24 mg (0.04 mmol, 10 %)
Fp.:
268 °C
Rf =
0.30 (CH2Cl2 /
n
-Hexan, 1:1, v/v)
Experimenteller Teil
56
1H-NMR
(300 MHz, CDCl
27
3): = 10.78 (1H,
bs
, H), 9.98
26
25
28
(1H,
s
, 20-C
meso
-H), 9.77 (1H,
bs
, H), 9.52 (2H,
AB
,
3J
=
3
7
5
4
6
2
8
5.0 Hz, H), 9.45 (2H,
AB
,
3J
= 4.6 Hz, H), 9.27 (2H,
AB
,
N
30
1
NH
9
S
21
22
3
10
J
= 5.0 Hz, H
29
20
), 7.89 (1H,
s
, S-CH-S), 4.81 (4H,
d
,
3J
=
31
24
23
19
N
11
HN
S
7.2 Hz, CH
32
2-CH), 3.66 (2H,
m
, S-CH2), 3.35 (2H,
m
, S- 18
12
16
14
17
15
13
CH2), 2.76 (2H,
m
, CH2-CH2-CH2), 2.57 (2H,
m
, CH(CH3)2), 36
33
34
1.19 (12H,
d
,
3J
= 6.6 Hz, CH(CH3)2), -2.91 ppm (2H,
35
bs
, NH)
13C-NMR
(63 MHz, CDCl3): = 120.99, 113.18, 104.93,
54.98, 43.41, 36.71, 36.65, 35.95, 26.32, 23.32 ppm
MS
(70 eV):
m/z
= 540 (1 %, [M]·+), 423 (2 %, [M+-C2H4S]), 407 (40 %, [M+-
C5H9S2])
HRMS
: C32H36N4S2
ber.: 540.2381
gef.: 540.2381
UV/VIS
(CH2Cl2): max (lg ) = 416 (5.57), 514 (4.17), 547 (3.58), 590 (3.63), 646
nm (3.45)
6.2.6.7 5-(1,3-Dithian-2-yl)-10,20-bis(3-methoxyphenyl)porphyrin 96
5,15-Bis(3-methoxyphenyl)porphyrin
87
(300 mg, 0.57 mmol) wurden nach der
allgemeinen Vorschrift 5.2.6.1 zur Reaktion gebracht. Nach der Zugabe von
N,N,N′,N′
-Tetramethylethylendiamin wurde die Mischung eine Minute gerührt,
gefolgt von der Entfernung des Kältebades. Während der Erwärmung auf RT
färbte sich die Lösung erst braun und nach 30 min grün. Nach 40 min wurde
Wasser über eine Spritze hinzugefügt, was eine braun-gelbe Färbung zur Folge
hatte. Nach der Zugabe von DDQ (0.6 g DDQ in 10 ml THF, ca. 0.75 mmol) nach
15 min färbte sich die Lösung violett. Die Aufarbeitung erfolgte wie in der
allgemeinen Vorschrift 5.2.4.1 beschrieben. Zur weiteren Reinigung wurde eine
Säulenchromatographie an Kieselgel mit Dichlormethan als Eluent durchgeführt.
Die erste Fraktion ergab ein nicht näher analysiertes Gemisch. Das gewünschte
Produkt wurde als zweite Fraktion gewonnen. Nach der Umkristallisierung aus
Dichlormethan /
n
-Hexan wurde das Produkt als violetter Feststoff erhalten.
Experimenteller Teil
57
Ausbeute:
15 mg (0.02 mmol, 4 %)
38
OMe
37
39
36
40
Fp.:
185 °C
35
18
2
20
Rf =
0.09 (CH2Cl2 /
n
-Hexan, 1:1, v/v)
19
1
17
3
1
26
H-NMR
(300 MHz, CDCl
16
NH
N
4
3): = 10.63 (1H,
bs
, H),
S
21
22
5
25
15
27
24
23
10.14 (1H,
s
, 15-C
meso
-H), 9.65 (1H,
bs
, H), 9.27 (2H, 14 N
6
N
H
S
28
13
7
AB
,
3J
= 4.5 Hz, 2,8-H
11
9
), 8.98 (4H,
m
, 12,13,17,18-H),
12
10
8
29
7.82 (5H,
m
, Ar
m
-H, S-CH-S), 7.69 (2H,
m
, Ar), 7.37 (2H,
34
30
31
33
m
, Ar), 4.00 (6H,
s
, OCH3), 3.64 (2H,
m
, S-CH2), 3.33
OMe
32
(2H,
m
, S-CH2), 2.55 (2H,
m
, CH2-CH2-CH2), -3.03 ppm
(2H,
bs
, NH)
13C-NMR
(63 MHz, CDCl3): = 158.02, 143.21, 127.80, 127.71, 127.55, 120.47,
113.71, 55.54, 35.88 ppm
MS
(70 eV):
m/z
= 640 (2 %, [M]·+), 580 (5 %, [M+-C2H4S]), 522 (7 %, [M+-
C4H6S2])
HRMS
: C38H32N4O2S2
ber.: 640.1967
gef.: 640.1979
UV/VIS
(CH2Cl2): max (lg ) = 417 (5.29), 513 (3.81), 557 (3.38), 588 (3.41), 648
nm (3.25)
6.2.7 [5-(1,3-Dithian-2-yl)-10,15,20-triphenylporphyrinato]zink(II) 98
In Dichlormethan (10 ml) wurde 5-(1,3-Dithian-2-yl)-10,15,20-triphenylporphyrin
97
(50 mg, 0.08 mmol) unter Argon bei RT gelöst. Anschließend wurden
Methanol (0.5 ml) und Zinkacetat (200 mg, 1.09 mmol) hinzugefügt. Die
Reaktionslösung wurde bis zum vollständigen Umsatz (30 min) gerührt. Dann
wurde die Lösung dreimal mit Wasser gewaschen und über Natriumsulfat
getrocknet. Das Lösungsmittel wurde unter vermindertem Druck entfernt. Das
Produkt wurde nach Umkristallisierung aus Dichlormethan / Methanol als violette
27
Kristalle erhalten.
26
28
Ausbeute:
29 mg (1.43 mmol, 53 %)
S
S
25
Fp.:
> 300 °C
3
7
5
4
6
2
8
R
45
46
N
N
30
31
f =
0.57 (CH2Cl2 /
n
-Hexan, 2:1, v/v)
1
9
21
22
4120
10
44
Zn
29
32
1H-NMR
(300 MHz, CDCl
23
3): = 9.76 (2H,
AB
,
3J
=
24
19
43
42
N
11
N
34
33
18
12
5.0 Hz, 3,7-H), 8.95 (2H,
AB
,
3J
= 4.7 Hz, 2,8-H),
16
14
17
15
13
35
8.82 (2H,
AB
,
3J
= 4.7 Hz, H
40
36
), 8.76 (2H,
AB
,
3J
= 4.6
39
37
38
Experimenteller Teil
58
Hz, H), 8.15 (6H,
m
, Ar
m
-H), 7.75 (10H,
m
, S-CH-S, Ar
o,p
-H), 3.58 (2H,
m
, S-CH2),
3.10 (2H,
m
, S-CH2), 2.25 (2H,
m
, CH2-CH2-CH2)
MS
(ESI):
m/z
= 718 (100 %, [M]·+)
HRMS
: C42H30N4S2Zn ber.: 718.1203 gef.:
718.1170
UV/VIS
(CH2Cl2): max (lg ) = 425 (5.86), 555 (4.30), 600 nm (3.82)
6.2.8 Darstellung von Formylporphyrinen durch Dethioacetalisierung
6.2.8.1 Allgemeine Vorschrift
26
Einer Lösung des dithianylhaltigen Porphyrins (0.06 mmol) in Dichlormethan (60
ml) wurde zuerst DDQ (500 mg, 2.20 mmol) zugesetzt. Dann folgte die Zugabe
von BF3-Etherat (0.5 ml, 9.95 mmol) zu einer rot gefärbten Lösung. Es trat eine
Farbveränderung von gelb nach grün auf. Daran anschließend wurde die Lösung
noch weitere 45 min gerührt. Die Reaktion wurde durch Zusatz von feuchtem
Natriumhydrogencarbonat und mehrmaligem Waschen mit Natriumhydrogen-
carbonat-Lösung beendet. Es wurde über Natriumsulfat getrocknet und das
Lösungsmittel unter vermindertem Druck entfernt.
6.2.8.2 [5-Formyl-10,20-diphenylporphyrinato]nickel(II) 99
62
Es wurde [5-(1,3-Dithian-2-yl)-10,20-diphenylporphyrinato]nickel(II)
84
(38.3 mg,
0.06 mmol) nach der allgemeinen Vorschrift 5.2.8.1 umgesetzt. Nach der Zugabe
von BF3-Etherat färbte sich die Lösung grün. Zur Reinigung wurde eine
Säulenchromatographie an Kieselgel mit Dichlormethan :
n
-Hexan im Verhältnis
2 : 1 v/v durchgeführt. Das Produkt wurde als einzige Fraktion erhalten. Durch
Umkristallisation aus Dichlormethan / Methanol wurden dunkelgrüne Kristalle
erhalten.
35
34
36
Ausbeute:
13 mg (0.02 mmol, 39 %)
33
37
32
Fp.:
215 °C
18
2
20
19
1
17
3
Rf =
0.59 (CH2Cl2 /
n
-Hexan, 2:1, v/v)
N
16
N
4
O
21
22
1H-NMR
(300 MHz, CDCl
15
3): = 12.13 (1H,
s
, CHO), 9.86
Ni
5
25
24
23
14
N
6
N
H
(2H,
AB
,
3J
= 5.2 Hz, 3,7-H), 9.75 (1H,
s
, 15-C
meso
-H),
13
7
11
9
12
10
8
9.05 (2H,
AB
,
3J
= 4.8 Hz, H), 8.89 (2H,
AB
,
3J
= 5.2 Hz,
26
31
27
2,8-H), 8.74 (2H,
AB
,
3J
= 4.8 Hz, H), 7.98 (4H,
dd
,
30
28
29
3J
= 5.8 Hz,
4J
= 1.5 Hz, Ar
m
-H), 7.72 ppm (6H,
m
, Ar
o,p
-H)
Experimenteller Teil
59
13C-NMR
(63 MHz, CDCl3): = 173.52, 144.26, 141.80, 135.29, 133.53, 133.19,
132.38, 130.53, 128.08, 127.04, 111.61, 108.59, 106.49 ppm
MS
(70 eV):
m/z
= 546 (18 %, [M]·+), 517 (16 %, [M+-CHO]), 440 (52 %, [M+-
C7H6O])
HRMS
: C33H20N4NiO ber.: 546.0991 gef.:
546.0989
UV/VIS
(CH2Cl2): max (lg ) = 417 (5.31), 545 (3.75), 589 nm (3.94)
6.2.8.3 [5-Formyl-10,20-bis(3-methoxyphenyl)porphyrinato]nickel(II) 100
[5-(1,3-Dithian-2-yl)-10,20-bis(3-methoxyphenyl)porphyrinato]nickel(II)
86
(41.8
mg, 0.06 mmol) wurde nach der allgemeinen Vorschrift 5.2.8.1 in Dichlormethan
(60 ml) gelöst und entsprechend mit DDQ und BF3-Etherat zur Reaktion
gebracht. Nach der Entfernung des Lösungsmittels im Vakuum wurden die
danach gewonnenen Kristalle gelöst in Dichlormethan über eine Kieselgelfritte
gegeben und anschließend aus Dichlormethan / Methanol umkristallisiert.
Ausbeute:
34,3 mg (0.05 mmol, 94 %)
Fp.:
> 300 °C
35
OMe
34
36
33
37
Rf =
0.26 (CH2Cl2 /
n
-Hexan, 2:1, v/v)
32
18
2
20
1
19
1
H-NMR
(300 MHz, CDCl3): = 12.11 (1H,
s
, CHO), 9.84
17
3
N
16
N
4
O
(2H,
AB
,
3J
= 5.2 Hz, 3,7-H
21
22
), 9.72 (1H,
s
, 15-C
meso
-H), 9.03
15
Ni
5
25
24
23
14
(2H,
AB
,
3J
= 4.8 Hz, H), 8.93 (2H,
AB
,
3J
= 5.2 Hz, 2,8-
N
6
N
H
13
7
11
9
H), 8.77 (2H,
AB
,
3J
= 4.8 Hz, H), 7.58 (8H,
m
, Ar
o,m,p
-H),
12
10
8
26
31
27
3.95 ppm (6H,
s
, OCH3)
28
30
MS
(ESI):
m/z
= 606 (100 %, [M]·+)
OMe
29
HRMS
: C35H24N4NiO3 ber.: 606.1202
gef.: 606.1190
UV/VIS
(CH2Cl2): max (lg ) = 419 (4.69), 545 (3.47), 592 nm (3.56)
6.2.8.4 5-Formyl-10,20-diphenylporphyrin 101
Es wurde 5-(1,3-Dithian-2-yl)-10,20-diphenylporphyrin
94
(34.8 mg, 0.06 mmol)
nach der allgemeinen Vorschrift 5.2.8.1 umgesetzt. Nach der Zugabe von BF3-
Etherat färbte sich die Lösung grün. Es wurde entsprechend aufgearbeitet. Im
Anschluss daran wurde der Feststoff in Dichlormethan aufgenommen und über
eine kleine Kieselgelfritte filtriert. Durch Umkristallisation aus Dichlormethan /
Methanol wurden grüne Kristalle erhalten.
Ausbeute:
13 mg (0.03 mmol, 44 %)
Experimenteller Teil
60
Fp.:
> 310 °C
Rf =
0.53 (CH2Cl2 /
n
-Hexan, 2:1, v/v)
1H-NMR
(300 MHz, CDCl
38
3): = 12.52 (1H,
s
, CHO), 10.18
37
38
36
40
(1H,
s
, 15-C
meso
-H), 10.11 (2H,
AB
,
3J
= 4.7 Hz, 3,7-H), 9.22
35
18
2
20
(2H,
AB
,
3J
= 4.5 Hz, H
19
1
), 9.02 (2H,
AB
,
3J
= 4.9 Hz, 2,8-H),
17
3
N
16
NH
4
8.85 (2H,
AB
,
3J
= 4.5 Hz, H
O
), 8.18 (4H,
dd
,
3J
= 6.0 Hz,
4J
=
21
22
15
5
25
24
23
1.5 Hz, Ar
m
-H), 7.81 (6H,
m
, Ar
o,p
-H), -2.54 ppm (2H,
bs
, NH)
14
N
6
N
H
H
13
7
13C-NMR
(63 MHz, CDCl
11
9
3): = 195.15, 141.18, 134.42,
12
10
8
29
133.86, 131.18, 130.19, 128.64, 128.10, 127.80, 126.94,
34
30
33
31
124.92, 122.13, 109.87, 108.08
32
MS
(70 eV):
m/z
= 490 (23 %, [M]·+), 462 (6 %, [M+-CO]),
245 (16 %, [M]2+)
HRMS
: C33H22N4O
ber.: 490.1794
gef.: 490.1777
UV/VIS
(CH2Cl2): max (lg ) = 411 (5.49), 508 (3.95), 561 (3.47), 581 (3.56), 647
nm (3.30)
6.2.9 Demetallierung
6.2.9.1 5-(1,3-Dithianyl)-10,20-bis(3-methoxyphenyl)porphyrin 96
Unter Argon wurden [5-(3-Dithianyl)-10,20-bis(3-methoxyphenyl)porphyrinato]-
nickel(II)
86
(70 mg, 0.10 mmol) in trockenem Dichlormethan (15 ml) gelöst und
auf -70 °C abgekühlt. Zu dieser Lösung wurde BBr3 (4 ml) zugetropft. Die rote
Porphyrinlösung färbte sich nach kurzer Zeit grün. Nach der Entfernung des
Kältebades wurde die Reaktionsmischung über Nacht bei RT unter Argon
gerührt. Zur Hydrolyse wurden vorsichtig 5 ml Wasser hinzu gegeben. Das
Gemisch wurde mit Wasser (2 20 ml) und ges. Natriumcarbonat-Lösung
(20 ml) gewaschen und über Natriumsulfat getrocknet. Das Lösungsmittel wurde
unter vermindertem Druck entfernt. Das Produkt wurde nach Umkristallisierung
aus Dichlormethan / Methanol als violette Kristalle erhalten.
Ausbeute:
15 mg (0,02 mmol, 24 %)
Analytische Daten identisch zu 6.2.6.7
Übersicht der neuen Verbindungen
61
7 Übersicht der neuen Verbindungen
Nr.: Name der Verbindung Synthese, Seite
53
[5,15-Di(
iso
-butyl)porphyrinato]kupfer(II)
43
54
[5,15-Bis(1-ethylpropyl)porphyrinato]kupfer(II)
43
57
[5,15-Di(
iso
-butyl)-10-formylporphyrinato]kupfer(II)
45
58
[5-Formyl-10,20-bis(1-ethylpropyl)porphyrinato]kupfer(II)
46
59
[5,15-Dihexylporphyrinato]kupfer(II)
44
60
[5-Formyl-10,20-dihexylporphyrinato]kupfer(II)
46
84
[5-(1,3-Dithian-2-yl)-10,20-diphenylporphyrinato]nickel(II)
49
85
[5,15-Di(
iso
-butyl)-10-(1,3-dithian-2-yl)porphyrinato]nickel(II)
50
86
[5-(1,3-Dithian-2-yl)-10,20-bis(3-methoxyphenyl)porphyrinato]
nickel(II)
51
94
5-(1,3-Dithian-2-yl)-10,20-diphenylporphyrin
52
95
5,15-Di(
iso
-butyl)-10-(1,3-dithian-2-yl)porphyrin
53
96
5-(1,3-Dithian-2-yl)-10,20-bis(3-methoxyphenyl)porphyrin
54
98
[5-(1,3-Dithian-2-yl)-10,15,20-triphenylporphyrinato]zink(II)
55
100
[5-Formyl-10,20-bis(3-methoxyphenyl)porphyrinato]nickel(II)
57
101
5-Formyl-10,20-diphenylporphyrin
57
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J. Org. Chem.
1998
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63
, 7143-7150.
Prof. Dr. Mathias O. Senge danke ich für das Stellen dieses herausfordernden
Themas und sein fortwährendes Interesse an meiner Arbeit.
Dr. Natalia Sergeeva möchte ich für ihr Interesse an meiner Arbeit und für ihre
Hilfe bei den praktischen Durchführungen im Labor danken.
Besonders bedanken möchte ich mich auch bei Claudia Ryppa für die zur
Verfügung gestellten Substanzen und die zahlreichen Anregungen und
Verbesserungsvorschläge.
Mandy Donath und Sascha Prentzel danke ich ebenfalls für zahlreiche
Anregungen und dafür, dass sie mich in den Kaffeepausen regelmäßig zum
Lachen gebracht haben.
Des Weiteren möchte ich mich beim Praktikanten Bernd Lübke für zur
Verfügung gestellte Substanzen bedanken, die mir eine große Unterstützung
bei dem Fortgang meiner Arbeit waren.
Julia Richter möchte ich für das Korrekturlesen und ihre hilfreichen Hinweise
danken.
Den restlichen Mitgliedern der Arbeitsgruppe danke ich für das freundliche und
hilfsbereite Arbeitsklima.
Den analytischen Serviceabteilungen des Instituts danke ich für die stets
umgehende Bearbeitung meiner Anliegen.
Ein ganz besonders großer Dank geht an Anja Schulenburg, die mich während
des gesamten Studiums großartig unterstützt hat und ohne die ich nie
durchgehalten hätte.
Und zum Schluss möchte ich meiner Familie danken, die mir mein Studium erst
ermöglicht hat.
Hiermit versichere ich, die vorliegende Arbeit selbst angefertigt und keine
anderen als die genannten Quellen und Hilfsmittel verwendet zu haben.
Passagen und Aussagen, die aus anderen Veröffentlichungen, Büchern usw.
entnommen wurden, sind mit dem entsprechenden Literaturzitat angegeben.
Teile oder die gesamte Diplomarbeit sind nicht an einer anderen Universität zur
Prüfung eingereicht worden.
Mir ist die Prüfungsordnung und die darin enthaltenen Bestimmungen der
Universität Potsdam für den Diplomstudiengang Chemie bekannt.
Golm, Juli 2004
Katja
Dahms
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