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Praktikumsbericht / -arbeit, 2006, 11 Seiten
Autoren: Undine Kempe, Kristin Schikor
Fach: Statistik
Details
Tags: Principal, Component, Analysis, Hauptkomponentenanalyse
Jahr: 2006
Seiten: 11
Note: 2,0
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-09526-1
Dateigröße: 170 KB
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Volltext (computergeneriert)
Praktikum Statistik
WS 2005 / 2006
Principal Component Analysis
Hauptkomponentenanalyse
Kristin Schikor und Undine Kempe
k.schikor@tu-bs.de
u.kempe@tu-bs.de
20. April 2006
Inhaltsverzeichnis
II
Inhaltsverzeichnis
1
Mathematisch-statistische Grundlagen
1
1.1
Herleitung der Probleml¨
osung .
2
2
Erl¨
auterungen
3
2.1
Faktorladungen .
3
2.2
Kommunalit¨
aten .
3
2.3
Faktorrotation
.
3
3
Durchf¨
uhrung der Hauptkomponentenanalyse
4
3.1
Beschreibung des Datensatzes .
4
3.2
Zentrierung der Spaltenwerte .
5
3.3
Kovarianzmatrix und ihre Eigenwerte
.
5
3.4
Korrelationsmatrix und ihre Eigenwerte .
6
3.5
Faktorladung und Kommunalit¨
aten .
6
3.6
Varimax-Rotation
.
7
3.7
Faktorinterpretation .
7
4
Literatur
8
1 Mathematisch-statistische Grundlagen
1
1 Mathematisch-statistische Grundlagen
Die Hauptkomponentenanalyse (englisch: Principal Component Analysis (PCA), Pear-
son, 1901) ist eine Methode der multivariaten Verfahren in der Statistik. Sie ist mit
der Faktoranalyse eng verwandt. Im PCA-Verfahren versucht man aus Daten mit vielen
Eigenschaften einige Faktoren zu extrahieren, die f¨
ur diese Eigenschaften bestimmend
sind.
Eine entscheidende Gr¨
oße in der Hauptkomponentenanalyse ist die Varianz. Diese ist ein
Maß f¨
ur die Abweichung der Komponenten des Vektors zu ihrem Mittelwert, also der
Abweichung von X zu ¯
X.
Gegeben sei eine Stichprobe X = (X1, X2, X3, ..., Xn), so definiert sich ihre gesch¨
atzte
Varianz als
1
V ar( ^
X) =
(X - ¯
X)T (X - ¯
X)
n - 1
Einen ¨
ahnlichen Zusammenhang, jedoch mit zwei Vektoren, beschreibt die Kovarianz.
Durch die Kovarianz sind zwei Vektoren bez¨
uglich ihrer Varianzen vergleichbar. Sie be-
schreibt also die Unterschiedlichkeit der Abweichung von X zu ¯
X zu der Abweichung von
Y zu ¯
Y . Seien zwei Stichproben X = (X1, X2, ..., Xn) und Y = (Y1, Y2, ..., Yn) gegeben,
so definiert sich deren Kovarianz durch
1
Kov( ^
X, ^
Y ) =
(X - ¯
X)T (Y - ¯
Y )
n - 1
Erweitern wir diese Definition von Vektoren auf Matrizen, erhalten wir die Kovarianz-
matrix. Es sei also eine (m × n)-Matrix A gegeben. Die zugeh¨
orige Kovarianzmatrix
errechnet sich als
1
Kov(A)ij = Kov(ai, aj) = (
AT A)ij
n - 1
Die Kovarianzmatrix ist quadratisch und symmetrich und daher, falls sie nur reelle Ein-
tr¨
age enth¨
alt, diagonalisierbar. Um ein Maß f¨
ur die St¨
arke des linearen Zusammenhangs
zweier Messgr¨
oßen X = (X1, X2, ..., Xn) und Y = (Y1, Y2, ..., Yn) zu erhalten, definieren
wir deren Korrelationskoeffizienten durch
Kov(X, Y )
Kor(X, Y ) =
V ar(X)V ar(Y )
Die Werte des Korrelationskoeffizienten liegen im Bereich [-1,1]. Betr¨
agt das Ergebnis von
Kor(X, Y ) Null, dann sind X und Y unkorreliert. Ist der Wert positiv implizieren hohe
Werte von X hohe Werte von Y . Ein negativer Wert beschreibt einen entgegengesetzten
Zusammenhang. Hohe Werte von X entsprechen niedrigen Werten von Y .
Um die Korrelationen innerhalb einer (Messdaten-)Matrix zu berechnen, definieren wir
die Korrelationsmatrix zu einer gegebenen Matrix A. Diese errechnet sich analog zur
Kovarianzmatrix als
Kor(A)ij = Kor(ai, aj)
Die Korrelationsmatrix ist ebenfalls quadratisch und symmetrisch.
1 Mathematisch-statistische Grundlagen
2
1.1 Herleitung der Probleml¨
osung
Gegeben sei eine Datenmenge bestehend aus m n-elementigen Beobachtungen in Form
einer (m × n)-Matrix X. Sei S = Kov(X) die (n × n)-Kovarianzmatrix zu X. Gesucht
ist der n-dimensionale Vektor a1 f¨
ur den gilt, dass V ar(aT X) maximal wird.
1
Diese Bedingung entspricht, laut Definition von Varianz und Kovarianz, dem Problem
aT Sa
1
1 zu maximieren. Da jedoch der Ausdruck f¨
ur beliebige a1 beliebig groß wird,
ben¨
otigt man eine Schrankenbildung.
Wir benutzen die Bedingung aT a
1
1 = 1.
Das Problem ist also nun die Maximierung eines Ausdrucks mit Nebenbedingung. F¨
ur
die L¨
osung verwenden wir den Langrange-Multiplikator in der Gleichung aT Sa
1
1 -
(aT a
1
1 - 1), welche Ausdruck und Nebenbedingung in einer Formel zusammenfasst. Wir
suchen also den Vektor a1, der das Ergebnis dieser Gleichung maximiert.
Wie gewohnt differenzieren wir nach a1, um einen Extremwert zu erhalten.
Sa1 - a1 = 0 = (S - E)a1 = 0
Offensichtlich ist dies ein Eigenwertproblem von S, wobei ein Eigenwert ist und a1 zu
geh¨
orender Eigenvektor. Aus Sa1 - a1 = 0 folgt Sa1 = a1. Wenn wir diese Erkenntnis
in das ¨
urspr¨
ungliche Problem, welches durch die Maximierung von aT Sa
1
1 gegeben war,
einsetzen, erhalten wir die Umformung
max{aT
1 Sa1|aT
1 a1 = 1} = max{aT
1 a1|aT
1 a1 = 1 ist Eigenwert von S}
= max{aT
1 a1|aT
1 a1 = 1 ist Eigenwert von S}
= max{| ist Eigenwert von S}
Gesucht ist daher der gr¨
oßte Eigenwert von S. Nun suchen wir den n-dimensionalen
Vektor a2, f¨
ur den gilt: V ar(a2X) wird maximal, aT a
2
2 = 1 und a1 ist unkorreliert zu a2.
0 = Kov(aT
1 X, aT
2 X ) = aT
1 Sa2 = 1aT
1 a2 = 1aT
2 a1
= a1 unkorreliert zu a2 aT1 Sa2 = aT2 Sa1 = aT1 a2 = aT2 a1 = 0
Es tritt eine ¨
ahnliche Situation wie im ersten Schritt auf, was zur Anwendung einer er-
weiterten Lagrange-Multiplikatorgleichung f¨
uhrt, welche zwei Multiplikatoren verwendet:
aT Sa
a
a
2
2 - (aT
2
2 - 1) - aT
2
1 = max
Ableiten nach a2 liefert: Sa2 - a2 - a1 = 0
Multiplizieren mit a1 ergibt: aT Sa
1
2 - a1a2 - a1a1 = 0 = = 0
Hieraus folgt dann, dass Sa2 - a2 = 0 = (S - E)a2 = 0 ist und der zweitgr¨
oßte
Eigenwert gesucht ist. Die Fortsetzung bis n liefert folgende Werte:
· {a1, ..., an} als Hauptvektoren und damit {a1I, ..., anI} als Hauptkomponenten mit
I = Matrix aus den Basisvektoren des Ausgangssystems
· {1, ..., n} als deren Varianzen
2 Erl¨
auterungen
3
·
k
als Maß f¨
ur den Anteil der k-ten Hauptkomponente an der Gesamtvarianz
1+...+n
· {z1, ..., zm}, mit Z = AT X Positionen der Messungen im Hauptkomponentensys-
tem
2 Erl¨
auterungen
2.1 Faktorladungen
Ziel der Hauptkomponentenanalyse ist es, die Datenstruktur m¨
oglichst umfassend durch
m¨
oglichst wenige Faktoren zu reproduzieren. Ist die Anzahl der Faktoren bestimmt, so
ist es von besonderem Interesse, die Beziehungen zwischen den Ausgangsvariablen und
den Faktoren zu kennen. Zu diesem Zweck werden Korrelationen berechnet, die ein Maß
f¨
ur die St¨
arke und Richtung der Zusammenh¨
ange zwischen Faktoren und urspr¨
unglichen
Variablen angeben. Diese Korrelationen werden als Faktorladungen bezeichnet; diese ge-
ben also an, wieviel ein Faktor mit einer Ausgangsvariable ′zu tun′ hat.
Ausformulierte Gleichung:
Ladungsmatrix = Eigenvektoren der Ausgangsmatrix * diag( Eigenwerte)
2.2 Kommunalit¨
aten
Werden die im Ausgang betrachteten Eigenschaften zu Faktoren zusammengefasst, ent-
steht ein Informationsverlust, da i.d.R. weniger Faktoren als urspr¨
ungliche Eigenschaf-
ten betrachtet werden. Dieser Informationsverlust ist darin zu sehen, dass zum Einen die
Faktoren in der Summe weniger Varianz erkl¨
aren k¨
onnen als die Ausgangsvariablen, und
zum Anderen dass die Varianz einer jeden Ausgangsgr¨
oße in der Erhebungsgesamtheit
durch die Faktoren i.d.R. nicht vollst¨
andig erkl¨
art werden kann.
Der Umfang an Varianzerkl¨
arung, den die Faktoren gemeinsam f¨
ur die Ausgangsvaria-
blen liefern, wird als Kommunalit¨
at oder erkl¨
arte Varianz bezeichnet, die sich auch als
die Summe der Ladungsquadrate definieren l¨
asst. Da die gemeinsamen Faktoren nicht
die Gesamtvarianz erkl¨
aren, sind die Kommunalit¨
aten meist kleiner 1. Der Teil der Va-
rianz, der nicht durch die gemeinsamen Faktoren, sondern durch andere Faktoren oder
Messfehler bedingt ist, heißt Restvarianz.
Ausformulierte Gleichung:
Kommunalit¨
at = diag(Ladungsmatrix * LadungsmatrixT )
2.3 Faktorrotation
Um aus den unendlich vielen M¨
oglichkeiten der Positionierung eines Koordinatenkreuzes
die beste, d.h. die interpretierf¨
ahigste, bestimmen zu k¨
onnen, wird die Ladungsmatrix
rotiert, worauf eine Interpretation der ermittelten Faktoren basiert, da sich durch Anwen-
dung einer Rotationsmethode die Verteilung des erkl¨
arten Varianzanteils einer Variable
auf die Faktoren ver¨
andert. Bei der Rotation werden zwei Kategorien unterschieden. Die
3 Durchf¨
uhrung der Hauptkomponentenanalyse
4
Achsen werden in einem schiefen Winkel zueinander rotiert, falls eine Korrelation zwi-
schen den rotierten Achsen bzw. Faktoren angenommen wird. Hierbei spricht man von
Methoden der obliquen (schiefwinkligen) Rotation.
Eine rechtwinklige (orthogonale) Rotation kann im zwei- und drei-dimensionalen Fall gra-
phisch erfolgen, indem versucht wird, das Koordinatenkreuz so zu drehen, dass m¨
oglichst
viele Punkte im Koordinatenkreuz auf einer der beiden Achsen liegen. Die Faktorachsen
verbleiben bei Rotation im rechten Winkel zueinander, was unterstellt, dass die Faktoren
nicht untereinander korrelieren. Bei der hier angewendeten Varimax-Rotationsmethode
handelt es sich um eine orthogonale Rotation.
Die Rotation der Faktoren ver¨
andert die Faktorladungen, nicht aber die Kommuna-
lit¨
aten; somit ist die unrotierte L¨
osung prim¨
ar f¨
ur die Auswahl der Anzahl der Faktoren
und f¨
ur G¨
utebeurteilung der Faktorl¨
osung geeignet. Eine Interpretation der ermittelten
Faktoren basiert auf der rotierten L¨
osung, da sich durch Anwendung einer Rotations-
methode die Verteilung des erkl¨
arten Varianzanteils einer Variable auf die Faktoren
ver¨
andert.
3 Durchf¨
uhrung der Hauptkomponentenanalyse
3.1 Beschreibung des Datensatzes
In 12 Regionen wurden im Rahmen einer regionalen Strukturanalyse sechs Merkmale
beobachtet, die ihre soziok¨
okonomische Struktur charakterisieren.
Merkmale:
· X1: Bev¨olkerungsdichte (Einwohner je km2)
· X2: BIP (EUR pro Einwohner)
· X3: Anteil der Erwerbst¨atigen in der Landwirtschaft (in %)
· X4: Wachstumsrate des BIP in den letzten 10 Jahren (in %)
· X5: Geburtenquote (Geborene je 1000 Einwohner)
· X6: Wanderungssaldo (je 1000 Einwohner)
212.4 20116
9.8
53
8.4
-0.7
623.7
24966
3.4
73.1
6.1
3.4
93.1
19324
23.6
47.9
12.3
-1.9
236.8
23113
8.7
66.8
8.7
2
412
23067
8.9
46.9
8
-3.1
566.7
24516
6.1
44.3
8.6
-3
331.9
22187
7.4
57.6
10.3
4.7
111.4
20614
16.3
63.8
13.9
5.2
489
25006
5.7
49.4
6.7
-2.6
287.4 23136
8.8
59.4
12.4
1.7
166.2 20707 14.1
74
13
3.6
388.1
23624
9.6
54.3
6.9
-0.4
3 Durchf¨
uhrung der Hauptkomponentenanalyse
5
AUSGANGSDATENMATRIX
Zeilen: 12 Regionen; Spalten: Merkmale
3.2 Zentrierung der Spaltenwerte
Die Zentrierung der Spaltenwerte erfolgt dadurch, dass die Differenz zwischen den Beob-
achtungswerten und dem jeweiligen Mittelwert der Spalten gebildet wird.
-114.158333 -2415.3333 -0.4
-4.54166667
-1.2083333 -1.4416667
297.141667
2434.6667
-6.8
15.55833333
-3.5083333
2.6583333
-233.458333
-3207.3333
13.4
-9.64166667
2.6916667
-2.6416667
-89.758333
581.6667
-1.5
9.25833333
-0.9083333
1.2583333
85.441667
535.6667
-1.3 -10.64166667 -1.6083333 -3.8416667
240.141667
1984.6667
-4.1 -13.24166667 -1.0083333 -3.7416667
5.341667
-344.3333
-2.8
0.05833333
0.6916667
3.9583333
-215.158333
-1917.3333
6.1
6.25833333
4.2916667
4.4583333
162.441667
2474.6667
-4.5
-8.14166667
-2.9083333 -3.3416667
-39.158333
604.6667
-1.4
1.85833333
2.7916667
0.9583333
-160.358333 -1824.3333
3.9
16.45833333
3.3916667
2.8583333
61.541667
1092.6667
-0.6
-3.24166667
-2.7083333 -1.1416667
ZENTRIERTE MATRIX
3.3 Kovarianzmatrix und ihre Eigenwerte
30236.1299
306082.161
-793.6518182
-282.542652
-367.541439
-165.0535606
306082.1606
3765367.515
-8978.0454545 -1039.415152 -3706.357576 -1308.0060606
-
793.6518
-8978.045
29.9581818
-3.705455
10.570000
0.6536364
-282.5427
-1039.415
-3.7054545
101.840833
6.125076
25.7562879
-367.5414
-3706.358
10.5700000
6.125076
7.220833
3.7423485
-165.0536
-1308.006
0.6536364
25.756288
3.742348
9.4153788
KOVARIANZMATRIX
Die Hauptkomponentenzerlegung auf der Basis der Kovarianzmatrix:
> eigen(cov(X))
$values
3790310
5329.530
100.9249
7.334654
3.566331
1.114921
$vectors
-0.0811352
0.995782
-0.0382472
0.0173287
-8.175931e - 03 -0.0024184
-0.9966997 -0.081115
0.0029607
0.0010909
-7.927201e - 05
0.0003540
0.0023779
-0.011708
0.0969177
0.9603129
5.700096e - 02
0.2549788
0.0002794
-0.037752 -0.9634692
0.1194821
1.979521e - 01
-0.1297718
0.0009825
-0.012353 -0.0289184
0.2215880
-7.126911e - 01 -0.6648160
0.0003475
-0.011143 -0.2450023 -0.1188293 -6.705001e - 01
0.6900426
Wir wollen nun wissen, wie hoch die kumulierten Anteile der Totalvariation sind. Dazu:
> Eigenwerte<-eigen(cov(X))$values
3 Durchf¨
uhrung der Hauptkomponentenanalyse
6
> print(round(cumsum(Eigenwerte)/sum(Eigenwerte)*100,digits=4))
99.8566
99.9970
99.9997
99.9999
100.0000
100.0000
Die ersten beiden Hauptkomponenten erkl¨
aren also 99.997% der Totalvariation. Wir
wollen aber alle Variablen gleichberechtigt eingehen lassen. Dazu m¨
ussen wir die Korre-
lationsmatrix hinzuziehen:
3.4 Korrelationsmatrix und ihre Eigenwerte
> X.cor<-cor(X)
> X.eigen<-eigen(X.cor)$values
> X.eigen
3.56165538
1.78244293
0.30126001
0.18162540
0.10185524
0.07116104
> round(cumsum(X.eigen/6)*100,digits=4)
59.3609
89.0683
94.0893
97.1164
98.8140
100.0000
> X.eigenvektor12<-eigen(cor(X))$vectors[,1:2]
Zur Bestimmung der Faktoranzahl benutzt man an dieser Stelle das Kaiser-Kriterium,
welches besagt, dass die Zahl der zu extrahierenden Faktoren gleich der Zahl der Fakto-
ren mit Eigenwert gr¨
oßer 1 ist. Dieser Eigenwert berechnet sich durch die Summe der
quadrierten Faktorladungen eines Faktors ¨
uber alle Variablen. Dies sind jedoch gera-
de die Eigenwerte der Korrelationsmatrix (s.o.), was zur Folge hat, dass zwei Faktoren
extrahiert werden, da 3.56 > 1 und 1.78 > 1 ist.
3.5 Faktorladung und Kommunalit¨
aten
Wir erhalten somit die Ladungsmatrix:
> X.ladung<-X.eigenvektor12%*%diag(sqrt(X.eigen[1:2]))
> X.ladung
-0.9503280 -0.13173656
-0.9130745 -0.23955122
0.8605260
0.39501358
0.2828917
-0.90816024
0.8923402
-0.04321899
0.4560957
-0.85149573
Damit k¨
onnen wir die Kommunalit¨
aten und die Restmatrix folgendermaßen berechnen:
> X.kummun<-diag(X.ladung%*%t(X.ladung))
> round(X.kummun,digits=4)
0.9205
0.8911
0.8965
0.9048
0.7981
0.9331
> X.rest<-X.cor-X.ladung%*%t(X.ladung)
> round(X.rest,digits=4)
0.0795
0.0079
0.0359
-0.0118
0.0557
0.0119
0.0079
0.1089
0.0350
-0.0123
0.0936
-0.0072
0.0359
0.0350
0.1035
0.0482
-0.0321 -0.0172
-0.0118
-0.0123
0.0482
0.0952
-0.0658 -0.0705
0.0557
0.0936
-0.0321 -0.0658
0.2019
0.0101
0.0119
-0.0072 -0.0172 -0.0705
0.0101
0.0669
3 Durchf¨
uhrung der Hauptkomponentenanalyse
7
3.6 Varimax-Rotation
> varimax(X.ladung)
$loadings
Loadings:
-0.945
0.164
-0.943
0
0.940
0.115
0
-0.951
0.837
-0.313
0.176
-0.950
$rotmat
0.9526361
-0.3041125
0.3041125
0.9526361
In diesem Fall ist eine Drehung um cos() = 0.9526361, d.h. um = 17.705
3.7 Faktorinterpretation
Nach der Bestimmung der Anzahl der Faktoren wird nun versucht, die Faktoren, die
zun¨
achst abstrakte Gr¨
oßen darstellen, zu interpretieren. Dazu bedient man sich als In-
terpretationshilfe der rotierten Faktorladungen. Es zeigt sich, dass der Faktor 1 besonders
stark mit den Gr¨
oßen
· Bev¨olkerungsdichte
· Bruttoinlandsprodukt
· Anteil der Erwerbst¨atigen in der Landwirtschaft
· Geburtenquote
korreliert.
Zudem ist offensichtlich, dass der Faktor 2 mit den Gr¨
oßen
· Wachstumsrate des BIP in den letzten 10 Jahren
· Wanderungssaldo
korreliert.
Bei Anwendung der Hauptkomponentenanalyse entspricht die Interpretation der Fakto-
ren der Suche nach einem Sammelbegriff f¨
ur die auf einen Faktor hochladenden Varia-
blen. Die Gr¨
oßen des ersten Faktor fassen wir unter dem Hauptbegriff Bev¨
olkerungs- und
Besch¨
aftigtenfaktor zusammen, die des zweiten unter Wirtschaftsfaktor.
Folgende Abh¨
angigkeiten bestehen:
Steigt der Faktor 1, so sinken die Bev¨
olkerungsdichte und das BIP, wobei gleichermaßen
der Anteil der Erwerbst¨
atigen in der Landwirtschaft und die Geburtenquote steigen.
4 Literatur
8
Steigt Faktor 2, so sinkt sowohl die Wachstumsrate des BIP als auch das Wanderungs-
saldo.
Das Steigen und Fallen der Variablen ist unschwer anhand der rotierten Ladungsmatrix
zu erkennen. Negative, betragsm¨
aßig hohe Werte signalisieren einen entgegengesetzten
Zusammenhang zwischen Faktor und urspr¨
unglicher Variable. Positive zeigen dement-
sprechend einen proportionalen Zusammenhang, d.h. steigt der Faktor, so steigt auch
die Variable.
Jedoch ist Vorsicht geboten, denn beliebige Drehungen sind m¨
oglich und damit auch be-
liebige Interpretationsm¨
oglichkeiten; somit ist nur eine subjektive Interpretation erlaubt.
4 Literatur
Backhaus und Erichson 2003: BACKHAUS, ERICHSON, Bernd; Klaus; PLINKE, Wulff;
WEIBER, Rolf; SPRINGER-VERLAG: Multivariate Analysemethoden: Eine an-
wendungsorientierte Einf¨
uhrung; 10. Auflage
Wikipedia: www.wikipedia.org; Suchwort: Hauptkomponentenanalyse; Datum: 30.03.2006
Fischer 2005/2006: FISCHER, MATTHIAS: Skriptum: Grundz¨
uge der multivariaten
Datenanalyse; WS 05/06
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