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Die Abrechnung nach dem Bürgerkrieg

Untertitel: Dynastie der Severer, Proskriptionsliste, Septimius Severus, Historia Augusta
Autor: Stefan Reiß
Fach: Geschichte - Frühgeschichte, Antike

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Details

Veranstaltung: Proseminar Zeit der Severer
Institution/Hochschule: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Department für Geschichte)
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2008
Seiten: 11
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 117 KB
Archivnummer: V113261
ISBN (E-Book): 978-3-640-13674-2

Zusammenfassung / Abstract

Die Ereignisse des zweiten Vierkaiserjahres und die darauffolgenden Maßnahmen des neuen Alleinherrschers Septimius Severus können als gut geeignetes Beispiel zur Veranschaulichung der Historia Augusta-Problematik dienen. Die dort angeblich genau bekannte Zusammensetzung der von Septimius Severus erlassenen Proskriptionsliste gegen die Senatorenschaft im Rahmen seiner Abrechnung nach dem Bürgerkrieg wirft Detailfragen auf, welche die Strittigkeit der Qualität der HA in ihrer Gesamtheit anschaulich widerspiegeln. In der Überlieferung dieser Liste und ihrer Umstände durch Zeitgenossen wie auch spätantike Historiker finden sich Unstimmigkeiten, deren kausale Einordnung schwierig und umstritten ist. Dies schafft auch vor dem Hintergrund, dass weder der genaue Entstehungszeitraum, noch die tatsächlichen Autoren der HA bekannt sind, Raum für Spekulationen um die Motive der spätantiken Auftraggeber der HA. Das zweite Vierkaiserjahr brachte in der römischen Geschichte mit den Severern eine dynastische und politische Zäsur, deren nachträgliche Darstellung oder Verklärung sich möglicherweise instrumentalisieren ließ, wobei ein besonderes Augenmerk auf einen besonders grausamen Charakter des neuen Kaisers naheliegend erscheint. Besonders in der spätantiken Überlieferung wurde das Bild von einem ruchlosen Herrscher gezeichnet. Ein Abgleich der von antiken Historikern geleisteten Charakterkritik an Septimius Severus mit dem historischen Kontext, sowie die Präsentation einer Analyse der Proskriptionsliste, sind deshalb Gegenstand dieser Arbeit.

Textauszug (computergeneriert)

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Wintersemester 07/08

Proseminar: Die Zeit der Severer

Die Abrechnung nach dem Bürgerkrieg

Stefan Reiß

1


Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis 2

1. Einleitung 3

2. Die Abrechnungen nach dem Bürgerkrieg 3

3. Die Proskriptionsliste in der Historia Augusta 5

3.1 Eine Analyse der falschen Namen 6

3.2 Kritik der Analyse 7

4. Bewertung der Maßnahmen des Septimius Severus 8

5. Fazit 9

6. Literaturverzeichnis 10

Quellen: 10

Literatur: 10

2


1. Einleitung

Die Ereignisse des zweiten Vierkaiserjahres und die darauffolgenden Maßnahmen des neuen

Alleinherrschers Septimius Severus können als gut geeignetes Beispiel zur Veranschauli-

chung der Historia Augusta-Problematik dienen. Die dort angeblich genau bekannte Zusam-

mensetzung der von Septimius Severus erlassenen Proskriptionsliste gegen die Senatoren-

schaft im Rahmen seiner Abrechnung nach dem Bürgerkrieg wirft Detailfragen auf, welche

die Strittigkeit der Qualität der HA in ihrer Gesamtheit anschaulich widerspiegeln. In der

Überlieferung dieser Liste und ihrer Umstände durch Zeitgenossen wie auch spätantike Histo-

riker finden sich Unstimmigkeiten, deren kausale Einordnung schwierig und umstritten ist.

Dies schafft auch vor dem Hintergrund, dass weder der genaue Entstehungszeitraum, noch die

tatsächlichen Autoren der HA bekannt sind, Raum für Spekulationen um die Motive der spät-

antiken Auftraggeber der HA. Das zweite Vierkaiserjahr brachte in der römischen Geschichte

mit den Severern eine dynastische und politische Zäsur, deren nachträgliche Darstellung oder

Verklärung sich möglicherweise instrumentalisieren ließ, wobei ein besonderes Augenmerk

auf einen besonders grausamen Charakter des neuen Kaisers naheliegend erscheint. Besonders

in der spätantiken Überlieferung wurde das Bild von einem ruchlosen Herrscher gezeichnet.

Ein Abgleich der von antiken Historikern geleisteten Charakterkritik an Septimius Severus

mit dem historischen Kontext, sowie die Präsentation einer Analyse der Proskriptionsliste,

sind deshalb Gegenstand dieser Arbeit.

2. Die Abrechnungen nach dem Bürgerkrieg

Die Auseinandersetzungen des Septimius Severus mit seinen Widersachern waren sehr lang-

wierig, insbesondere der Sieg über Clodius Albinus war hart errungen. Septimius Severus

selbst kam nur knapp mit dem Leben davon.1 Dass diese Erfahrungen, besonders direkt nach

den Kämpfen bis ins Jahr 197 n. Chr., seine Wesenszüge und seine Ausstrahlung geprägt ha-

ben mögen, wäre naheliegend. Die öffentliche Zurschaustellung des gepfählten Schädels des

Clodius Albinus passt daher gut in das antike Bild der Geschichtsschreiber. Cassius Dio und

Herodian betonten diese, sein ungezügelter Zorn sollte damit vor dem römischen Volk zum

Ausdruck kommen. Die HA berichtet sogar, der Sieger soll mit seinem Pferd auf dem Leich-

nam herumgetrampelt sein.2 Vor dem Hintergrund jedoch, dass die Präsentation des Schädels

im Ringen um die Macht gängige Methode der Beweisführung für den Tod eines Widersa-

1Christ, Geschichte der römischen Kaiserzeit, München 2002. S. 607.

2 Herodian 3,8,1; Cass. Dio 76,7,3-4; SHA Sept. Sev. 11,8.

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