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Das historische Schlachtfeld: Die Kathedrale von Coventry

Untertitel: Das Zerstörte als Schlachtendenkmal
Autor: Peter Liptau
Fach: Kunst - Architektur, Baugeschichte, Denkmalpflege

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Details

Institution/Hochschule: Universität Karlsruhe (TH)
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 21
Note: 1,5
Literaturverzeichnis: ~ 8  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 818 KB
Archivnummer: V113474
ISBN (E-Book): 978-3-640-13888-3
Anmerkungen :
Die zerstörte, nicht wieder aufgebaute Kathedrale von Coventry als Schlachtendenkmal. Nagelkreuzgesellschaft, Vergleich mit der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche von Egon Eiermann in Berlin. Stalingrad-Madonna, Fazit, Quellen

Zusammenfassung / Abstract

Bei der Kathedrale von Coventry handelt es sich um eines der wichtigsten Denkmäler und Mahnmale in England, die den zweiten Weltkrieg thematisieren. Wie auch in anderen europäischen Staaten entschloss man sich in Coventry dazu das Gotteshaus ruinenhaft zu belassen und somit als steinernen Zeugen der Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges für die Nachwelt zu konservieren. In anderen Staaten wurden solche Projekte ebenso nach dem Vorbild von Coventry durchgeführt, beispielsweise die Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche in Berlin, das wohl berühmteste Projekt dieser Art in Deutschland. Dieses Beispiel deckt solch auch wohl am meisten mit der Kathedrale von Coventry, da hier auch die vorhandenen Ruinen in ein neues Kirchengebäude mit einbezogen wurden. Auch in der art und weise der Architektur kann man durchaus Parallelen zwischen dem Neubau in Coventry, als auch dem Neubau in Berlin vom berühmten Architekten der Nachkriegszeit Egon Eiermann1 beobachten. Ebenso entstand in den Nachkriegsjahren die so genannte „Nagelkreuzgemeinschaft“, die auf dem geschichtlichen Hintergrund der die Kathedrale von Coventry aufbaut. Deren Auszeichnung trägt unter anderen beispielsweise auch die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin. In der folgenden Hausarbeit möchte ich zum einen auf die Geschichte der Kathedrale von Coventry im gesamten, zum anderen auch auf die Entstehung des „Coventry-Kreuzes“ und der „Nagelkreuzgesellschaft“ eingehen. Ebenso wie auf weiter Beispiele zu ähnlichen Projekten.

Textauszug (computergeneriert)

Universität Karlsruhe

Institut für Kunstgeschichte

PS, BKII: Das historische Schlachtfeld

SS 2006

Die Kathedrale von Coventry und das

Coventry-Kreuz

Peter Liptau

Kunstgeschichte/Baugeschichte

4. Fachsemester

I


Inhaltsübersicht

Inhaltsübersicht 2

1. Einführung 3

2. Coventry 3

3. Luftangriff von 1940 5

3.1. Ziel und Plan des Angriffes 5

3.2. Der Begriff der ,,Coventrierung" 5

3.3. Angriff am 14. November 1940 6

3.4. Folgen des Angriffes 6

4. Kathedrale 7

4.1. Ausmaße der Zerstörung 7

4.2. Nutzung nach 1945 8

5. Das Coventry-Kreuz 9

5.1. Entstehung und Bedeutung in Coventry 9

5.2. Neuer Standort Dresden 10

6. Die Nagelkreuzgemeinschaft 11

7. Ähnliche Mahnmale und Projekte 12

7.1. Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche 12

7.2. Die Stalingrad-Madonna 13

8. Schlusswort 14

9. Quellenangaben 15

10. Anhang 16

2


1. Einführung

Bei der Kathedrale von Coventry handelt es sich um eines der wichtigsten

Denkmäler und Mahnmale in England, die den zweiten Weltkrieg thematisieren.

Wie auch in anderen europäischen Staaten entschloss man sich in Coventry

dazu das Gotteshaus ruinenhaft zu belassen und somit als steinernen Zeugen

der Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges für die Nachwelt zu konservieren. In

anderen Staaten wurden solche Projekte ebenso nach dem Vorbild von Coventry

durchgeführt, beispielsweise die Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche in Berlin, das

wohl berühmteste Projekt dieser Art in Deutschland. Dieses Beispiel deckt solch

auch wohl am meisten mit der Kathedrale von Coventry, da hier auch die

vorhandenen Ruinen in ein neues Kirchengebäude mit einbezogen wurden. Auch

in der art und weise der Architektur kann man durchaus Parallelen zwischen dem

Neubau in Coventry, als auch dem Neubau in Berlin vom berühmten Architekten

der Nachkriegszeit Egon Eiermann1 beobachten.

Ebenso entstand in den Nachkriegsjahren die so genannte

,,Nagelkreuzgemeinschaft", die auf dem geschichtlichen Hintergrund der die

Kathedrale von Coventry aufbaut. Deren Auszeichnung trägt unter anderen

beispielsweise auch die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin.

In der folgenden Hausarbeit möchte ich zum einen auf die Geschichte der

Kathedrale von Coventry im gesamten, zum anderen auch auf die Entstehung

des ,,Coventry-Kreuzes" und der ,,Nagelkreuzgesellschaft" eingehen. Ebenso wie

auf weiter Beispiele zu ähnlichen Projekten.

2. Coventry

Coventry befindet sich in der Gegend der West Midlands2 in Mittelengland, ist die

elft größte Stadt in Großbritannien, und heute eine der bedeutendsten

Industriezentren in England.

1 29.09.1904 ­ 19.07.1970, bedeutender Deutscher Architekt der Nachkriegszeit. Nebenbei

Tätigkeiten als Möbeldesigner und Designer für Bestattungskultur.

2 Zusammengeschlossene Verwaltungsregion in Mittelengland, bestehend aus den West-Midlands

und den East-Midlands, hauptsächlich Industrieregion, wegen ihrer Kanäle eine wichtige Region zu

Zeiten der Industrialisierung.

3


Die Gründung der Stadt wird auf das Jahr 1043 datiert, und begründet sich auf

der Niederlassung einer Benediktinerabtei im heutigen Stadtgebiet.

In den folgenden drei Jahrhunderten entwickelte sich Coventry zu einem

bedeutenden Handelszentrum für Tuchwaren und Textilien in den gesamten

heutigen Midlands.

Offiziell besitzt Coventry seit dem Jahre 1345 das Stadtrecht.

Es gilt als eine der wichtigsten Städten der Zeit der Industrialisierung und des

Aufstrebens der Motorenindustrie in England.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Coventry besonders wichtig für die

Rüstungsindustrie des Landes, da sich hier die Rolls-Royce-Motorenwerke

befanden, die zu jener Zeit die Hauptlieferanten für Panzer- und anderen Motoren

für die Verteidigungsmaschinerie waren. Ebenso befanden sich die Firmen

Jaguar und Triumph unter weiteren wichtigen Fabriken im Großraum Coventry.

Diese Situation machte die Stadt im Zweiten Weltkrieg zu einem Ziel für deutsche

Angriffe.

Auf diese Angriffe und die Sachverhalte im Zweiten Weltkrieg werde ich später

noch detaillierter eingehen.

In der Nachkriegszeit waren weiterhin zahlreiche Motorenhersteller, und

hauptsächlich Fabriken für Personenkraftwagen in Coventry ansässig. Unter

anderem weiterhin Rolls-Royce als auch Jaguar. Ebenso die Firmen Hillman und

Humber, die maßgeblich an der Produktion der in England bis heute weit

verbreiteten schwarzen Taxen beteiligt waren.

Heute zieht sich die Motorenindustrie nach und nach aus Coventry zurück. Im

Jahr 2007 werden die Werke von Jaguar und Peugeot geschlossen werden. In

der Stadt herrscht heute eine hohe Arbeitslosenquote unter den circa 300.000

Einwohnern, die allerdings wieder rückläufig ist, da die Stadt momentan in eines

der modernsten Zentren für den neuen Markt umgewandelt wird. Sehr viele der

ehemaligen Industrieanlagen weichen allmählich neuen Bürogebäuden, oder

werden zu solchen umgebaut. Man möchte damit große IT3-Firmen nach

Mittelengland locken.

Außerdem hat Coventry noch zwei Universitäten, die beide einen exzellenten Ruf

für ihre Forschungen und Arbeiten auf der gesamten Welt haben.

3 IT = Informationstechnik, Computertechnologie, Softwareentwicklung.

4


Coventry ist heute zudem Partnerstadt von Dresden. Auch auf diesen

Sachverhalt werde ich zu einem späteren Zeitpunkt noch eingehen.

3. Luftangriff von 1940

3.1. Ziel und Plan des Angriffes

Unter dem Codename ,,Mondscheinsonate" wurde der Angriff auf Coventry schon

im weiten Vorfeld von der nationalsozialistischen Luftwaffe geplant. Man wollte

Coventry als Rüstungsmetropole der Engländer auslöschen. Ebenso erkennt man

bei der nachträglichen Betrachtung, unter anderem der Propaganda der

Nationalsozialisten, dass nicht nur die Rüstungsbetriebe das Ziel ihrer Angriffe

waren, sondern man mit den verheerenden Zerstörungen und Opferzahlen die

Engländer einschüchtern wollte. Geplant waren zudem noch weitere Angriffe auf

große Städte in Großbritannien. Die Zerstörung Coventrys sollte außerdem noch

den Weg ebnen für eine Landung deutscher Truppen auf der Insel, der

sogenannten ,,Operation Seelöwe". Da mit der Zerstörung der Rüstungsbetriebe

folglich die englischen Truppen nahezu handlungsunfähig geworden wären, wäre

die Luftherrschaft in Südengland somit den Deutschen Truppen zugefallen.

3.2. Der Begriff der ,,Coventrierung"

Man sprach später von der ,,Coventrierung" Englands. Dieser Begriff wurde, wie

zahlreiche Euphemismen4, in der Propaganda der Nationalsozialisten

verwendet5, zum Beispiel in der Rede von Joseph Goebbels6 nach dem

Luftangriff auf Coventry. Der Begriff umschrieb das Vorhaben und die Drohung

der Deutschen, zahlreiche Städte der Briten in Blitzkriegen7 zu zerstören. Gezielt

wurde hier auf strategisch wichtige Städte, aber auch auf Städte mit großer

Bevölkerungsdichte. Man wollte mit den flächendeckenden Zerstörungen den

4 bezeichnet Worte oder Formulierungen, die einen Sachverhalt beschönigend, verhüllend oder

verschleiernd darstellen.

5 vgl Abb.2

6 29.10.1897 ­ 1.5.1945 einer der einflussreichsten und populärsten Politiker während der Zeit des

Nationalsozialismus. Neben zahlreichen anderen Staats- und Parteiämtern leitete er das

Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda

7 eine Form der Kriegführung des kombinierten, koordinierten Einsatzes verschiedener Teilstreitkräfte,

d.h. Luft-, See- und Landstreitkräfte. Plötzliche, schnelle und unerwartete Vorstöße sollen dem

Gegner im Idealfall keine Gelegenheit lassen, eine stabile Verteidigung zu organisieren.

5


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