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Subtitle: Wie erreicht die Methode der Fallanalyse mit dem Verfahren der Fallstudie das Lernziel?
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2007, 16 Pages
Author: Vivien Baldwin
Subject: Politics - Didactics, Political Education
Details
Tags: Prinzip, Lernens, Politischen, Didaktik
Year: 2007
Pages: 16
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 6 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-16305-2
ISBN (Book): 978-3-640-16447-9
File size: 167 KB
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Abstract
In der sich heute immer stärker herausbildenden Wissens-und Kommunikationsgesellschaft vergrößert sich das Informationsangebot laufend, und sowohl die klassischen als auch insbesondere die modernen Medien bieten unzählig viele Optionen der Wissenserweiterung. Durch diese quantitative wie auch qualitative Wissensexplosion1 und der damit einhergehenden Komplexität aktueller Probleme verringert sich in der Bevölkerung zunehmend die Fähigkeit zur Orientierung und zum Verständnis, was unweigerlich Ratlosigkeit in vielen Lebensbereichen und fehlerhaftes Handeln aufgrund von mangelndem oder falschem Wissen nach sich zieht. Die Motivation der Didaktik ist es Wissen zu definieren und zu filtern, welches von allgemeiner und existentieller Wichtigkeit und daher für die Lehre unabdingbar ist: Mit Hilfe von selektierten, exemplarischen Lehrgegenständen wird folglich die Erschließung allgemeiner Problematiken geboten. In der Didaktik der Politischen Bildung verkörpern dies größtenteils tagesaktuelle Fragen und Konflikte, an denen die Jugendlichen eigenes Interesse zeigen. Auf Schulebene wird beim exemplarischen Lernen bevorzugt die Methode der Fallanalyse angewandt, da diese zu fundamentalen und transferfähigen Erkenntnissen bei den Lernenden und damit zum Wiedererkennen der Problematik in einem neuen Fall führt. Das exemplarische Lernen beinhaltet zwar weniger Lehrstoff als der sogenannte oberflächlich behandelnde Gelegenheitsunterricht, nimmt jedoch dafür mehr Zeit in Anspruch um eine nachhaltig gründliche Bearbeitung der ausgewählten Unterrichtsgegenstände, sowie die Fähigkeit der SchülerInnen zur selbständigen Analyse von gesellschaftlichen Konflikten und begründeten Meinungsbildung zu gewährleisten. Der Kern des exemplarischen Lernens kann mit der Parole „Lernen des Lernens“ treffend beschrieben werden.2 In dieser Hausarbeit wird zuerst das fachdidaktische Prinzip des exemplarischen Lernens dargestellt, gefolgt von der Methode, mit welcher das Prinzip vermittelt wird, nämlich der Fallanalyse. Anschließend wird eine konkrete Planung innerhalb einer fiktiven Lerngruppe anhand des Verfahrens der Fallstudie gezeigt. Zuletzt folgt ein zusammenfassendes Fazit, welches außer einer diese Arbeit betreffende Reflexion die Chancen und Probleme sowie das bisher Erreichte und den Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des exemplarischen Lernens samt seiner Methoden beleuchtet.
Excerpt (computer-generated)
Das Prinzip des exemplarischen
Lernens in der Politischen Didaktik
Wie erreicht die Methode der Fallanalyse mit
dem Verfahren der Fallstudie das Lernziel?
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG 1
2 DAS FACHDIDAKTISCHE PRINZIP DES EXEMPLARISCHEN LERNENS 2
2.1 ELEMENTARIA UND FUNDAMENTALIA 2
2.2 MERKMALE EINES GEEIGNETEN FALLS 4
3 DIE FALLANALYSE ALS METHODE DES EXEMPLARISCHEN UNTERRICHTS 5
3.1 TYPOLOGIE DER FÄLLE 6
3.2 DIE FALLANALYSE IM POLITISCHEN UNTERRICHT 7
3.3 SOZIALES UND POLITISCHES LERNEN 7
4 DIE FALLSTUDIE IM POLITISCHEN UNTERRICHT 9
4.1 DIE FÜNF PHASEN DER FALLSTUDIE 9
4.2 KRITERIEN ZUR AUSWAHL VON FÄLLEN 10
5 FAZIT 11
LITERATURVERZEICHNIS 13
1
1 Einleitung
In der sich heute immer stärker herausbildenden Wissens- und Kommunikationsgesellschaft vergrößert sich das Informationsangebot laufend, und sowohl die
klassischen als auch insbesondere die modernen Medien bieten unzählig viele Optionen der Wissenserweiterung. Durch diese quantitative wie auch qualitative
Wissensexplosion1 und der damit einhergehenden Komplexität aktueller Probleme
verringert sich in der Bevölkerung zunehmend die Fähigkeit zur Orientierung und
zum Verständnis, was unweigerlich Ratlosigkeit in vielen Lebensbereichen und
fehlerhaftes Handeln aufgrund von mangelndem oder falschem Wissen nach sich
zieht.
Die Motivation der Didaktik ist es Wissen zu definieren und zu filtern, welches
von allgemeiner und existentieller Wichtigkeit und daher für die Lehre unabdingbar ist: Mit Hilfe von selektierten, exemplarischen Lehrgegenständen wird
folglich die Erschließung allgemeiner Problematiken geboten. In der Didaktik der
Politischen Bildung verkörpern dies größtenteils tagesaktuelle Fragen und Konflikte, an denen die Jugendlichen eigenes Interesse zeigen. Auf Schulebene wird
beim exemplarischen Lernen bevorzugt die Methode der Fallanalyse angewandt,
da diese zu fundamentalen und transferfähigen Erkenntnissen bei den Lernenden
und damit zum Wiedererkennen der Problematik in einem neuen Fall führt. Das
exemplarische Lernen beinhaltet zwar weniger Lehrstoff als der sogenannte oberflächlich behandelnde Gelegenheitsunterricht, nimmt jedoch dafür mehr Zeit in
Anspruch um eine nachhaltig gründliche Bearbeitung der ausgewählten Unterrichtsgegenstände, sowie die Fähigkeit der SchülerInnen zur selbständigen Analyse von gesellschaftlichen Konflikten und begründeten Meinungsbildung zu gewährleisten. Der Kern des exemplarischen Lernens kann mit der Parole ,,Lernen
des Lernens" treffend beschrieben werden.2
In dieser Hausarbeit wird zuerst das fachdidaktische Prinzip des exemplarischen
Lernens dargestellt, gefolgt von der Methode, mit welcher das Prinzip vermittelt wird, nämlich der Fallanalyse. Anschließend wird eine konkrete Planung
innerhalb einer fiktiven Lerngruppe anhand des Verfahrens der Fallstudie ge
1
Vgl. Grammes 2005: 93.
2
Vgl. ebd. Grammes 2005: 93-97
2
zeigt. Zuletzt folgt ein zusammenfassendes Fazit, welches außer einer diese Arbeit
betreffende Reflexion die Chancen und Probleme sowie das bisher Erreichte und
den Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des exemplarischen Lernens samt
seiner Methoden beleuchtet.
2 Das fachdidaktische Prinzip des exemplarischen Lernens
Durch die riesige Wissensansammlung in unserer Gesellschaft ist es die notwendig gewordene Aufgabe der Didaktik, ,,eine quantitative didaktische Reduktion und qualitative Strukturierung"3 dieser Wissensflut vorzunehmen. D.h., dass
die Didaktik als Wissenschaft zur Ermittlung des lehrnotwendigen Wissens fungiert und dieses versucht zu legitimieren. Hierbei ist auch gleich die Kernproblematik der Fachdidaktik zu erkennen: Wie lässt sich die Selektion des Wissenswerten
für Lehrplan und Unterricht begründen und rechtfertigen? Der Begriff des exemplarischen Lernens trägt das Ziel in sich einen Beitrag zur Allgemeinbildung
zu leisten, indem bei den jeweiligen Lehrgegenständen ,,am Besonderen etwas
Allgemeines erschlossen wird"4. Der Verlauf dieses Fall-Prinzips stellt sich als
Prozess vom konkreten hin zum abstrakten Ereignis dar und ermöglicht das Erkennen von allgemeinen Problemen und Regeln, welche anschließend auf vielerlei
Fälle bezogen werden können. In der Praxis Politischer Bildung unterscheidet sich
der exemplarische Unterricht, dessen Merkmal in erster Linie die Bearbeitung von
tagesaktuellen Fragen, Affären, Skandalen und Konflikten darstellt, vom Gelegenheitsunterricht, der durch fachfremden Unterricht mit Mangel an nachhaltigem
Lernen und Anwenden und bloßes Anhäufen von Wissen charakterisiert ist. Um
die selbstständige Erschließung politischer Konflikte bei den SchülerInnen steigern zu können, müssen diese verschiedene Kategorien bearbeiten.
2.1 Elementaria und Fundamentalia
Die jeweiligen Kategorien bilden während des Lernprozesses ein Netz von
Vorstellungen, die so genannten key concepts. Sie bilden das Fundament für eine
eigenständige, begründete Urteilsbildung. Wesentliche politische Kategorien sind
3
S. Grammes 2005: 93.
4
S. ebd. Grammes 2005: 94.
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