Subtitle: Ökologie statt Masse
Presentation (Elaboration), 2002, 16 Pages
Author: Diplom-Kommunikationswirtin Julia Schroeter
Subject: Design (Industry, Graphics, Fashion)
Details
Institution/College: University of the Arts Berlin (Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation)
Tags: Anti-Design
Year: 2002
Pages: 16
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 8 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-17709-7
File size: 94 KB
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Abstract
Die westliche Welt der 60er Jahre war von vielen sozio-politischen Veränderungen geprägt. Die Kultur der Hippiebewegung , die mit ihr eng verbundenen Anti-Kriegsbewegung in Amerika, die europäischen Studentenunruhen von 1968 waren symptomatisch für einen radikalen Wertewandel, der sich auch im Design niederschlug. Die Besetzung der Mailänder Triennale 1968 durch Studenten , die zur Schließung der Ausstellung führte, manifestierte die massive Kritik am etablierten modernistischen Design. Die Erdölkrise von 1973 führte zu einer Rückbesinnung auf eine „langlebigere“ Gestaltung, die die Grenzen des Wachstums thematisiert. Dem funktionalen Design wurden alternative Konzepte gegenübergestellt. Es entwickelte sich eine Anti-(funktionalistische) Designbewegung, die sich gegen die Kommerzialisierung richtete und emotional-sinnliche Werte wieder in den Vordergrund rückte.
Excerpt (computer-generated)
Universität der Künste Berlin
Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation
Ergänzungsfach Kunst- und Kulturwissenschaft
Was ist Pop? (ST 07)
Wintersemester 2001/2002
Referatsausarbeitung zum Thema
,,Anti-Design"
Ökologie statt Masse
eingereicht von:
Julia Schroeter
Berlin, den 7.2.02
Inhalt
1
Einleitung 3
2
,,Anti-Design" 4
2.1
Radical Design 5
2.1.1
Superstudio 5
2.1.2
Archizoom 5
2.1.3
Gruppo Strum 6
2.2
Formen des ,,Anti-Design" 6
2.2.1
Recycling Design 6
2.2.2
Die Gruppe ,,des-in" 7
2.3
Do-it-yourself-Design 8
2.3.1
Alternative Architektur am Beispiel der Hüttendörfer von Gorleben.. 9
2.4
HDK Berlin: Projekt 1,2,3 Eierbecher 9
3
Andrea Branzi: ,,We are the primitives" 11
4
Das Ende 12
5
Anti-Design und Pop 13
6
Literaturverzeichnis 15
2
1 Einleitung
Die westliche Welt der 60er Jahre war von vielen sozio-politischen Veränderungen geprägt. Die Kultur der Hippiebewegung , die mit ihr eng verbundenen Anti-Kriegsbewegung in Amerika, die europäischen Studentenunruhen von 1968 waren symptomatisch für einen radikalen Wertewandel, der sich auch im Design niederschlug. Die Besetzung der Mailänder Triennale 1968 durch Studenten , die zur Schließung der Ausstellung führte , manifestierte die massive Kritik am etablierten modernistischen Design.1
Die Erdölkrise von 1973 führte zu einer Rückbesinnung auf eine ,,langlebigere" Gestaltung, die die Grenzen des Wachstums thematisiert. Dem funktionalen Design wurden alternative Konzepte gegenübergestellt. Es entwickelte sich eine Anti-(funktionalistische) Designbewegung, die sich gegen die Kommerzialisierung richtete und emotional-sinnliche Werte wieder in den Vordergrund rückte.
1 P. Garner, Sixties Design, Köln 2001, S. 148
3
2 ,,Anti-Design"
Anti-Design ist als Anti-funktionalistisches Design zu verstehen. Es richtet sich gegen die rationalen Prinzipien der Moderne, gegen die sogenannte ,,Gute Form". Die ,,Gute Form" wurde von Peter Erni in seiner Dokumentation zum Schweizerischen Werkbund wie folgt charakterisiert: ,,Die gute Form ist eine klare, auf mathematischer Basis konstruierte Form, die Ornamente, Firlefanz, ja das Unnütze weit von sich weist. Sie ist handlich und praktisch (...), ein klassenloses Massenprodukt."2
Die Anti-Designer kritisierten, dass diesem zweckrationalen Design alles Emotionale, Ursprüngliche und Spontane fehle. Sie werfen dem Funktionalismus vor, dass dieser immer mehr den Menschen als Nutzer der Gegenstände aus den Augen verloren habe.3 Die ökonomischen Bedingungen der Produktion beeinflussen in erster Linie das funktionalistische Design.
Die Perfektion der Industrieproduktion lasse zwischen Benutzer und Produkt eine Distanz entstehen, die sie als ,,Entfremdung in den Objektbeziehungen" kritisierten. Die extreme Ordnung des Funktionalismus führe sogar zur Deformation der Wahrnehmungsfähigkeit, da der Mensch Vielfalt brauche.
Die Anti-Designer wollten dem individuell kreativen Ausdruck im Design wieder Gültigkeit verleihen. Sie belebten die Ornamente wieder, deren Anwendung Adolf Loos, um die Jahrhundertwende als Verbrechen in der Architektur und Produktgestaltung bezeichnete und waren sich sicher, dass das zweckrationale Design das Ikonische Design (bildhaftes Design) niemals verdrängen könne, weil die Bevölkerung das Verzierte liebe.4 Die Bewegung stand der fortschrittlichen Technologie und dem Konsumdenken allgemein sehr kritisch gegenüber. Sie beklagte, dass das Design immer weniger das Ziel verfolge, eine treibende Kraft in der Kultur zu sein, sondern sich zunehmend in eine konsumorientierte Marketingstrategie verwandle5.
2 P. Erni, Die gute Form, Baden, 1983, S.5/6
3 B. Löbach, Design durch alle. Alternativen zur fremdbestimmten Massenkultur, Braunschweig 1983, S.15
4 . B. Löbach, Design durch alle. Alternativen zur fremdbestimmten Massenkultur, Braunschweig 1983, S. 109
5 C. Fiell u.a., Design des 20. Jahrhunderts, Köln 2000, S. 39
4
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