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Diploma Thesis, 2008, 101 Pages
Author: Nico Schuster
Subject: Information Management
Details
Tags: Abbildung, Managementsysteme, Wiki-Technologie, wiki, managementm, qm, qualitätsmanagement, web 2.0, intranet, internet
Year: 2008
Pages: 101
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 60 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-19807-8
ISBN (Book): 978-3-640-19810-8
File size: 6917 KB
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Abstract
Die vorliegende Arbeit befasst sich intensiv mit den Möglichkeiten, "Wiki- Technologie" auf Managementsysteme anzuwenden und zu übertragen. Zielsetzung ist es, die Möglichkeiten eines auf Wiki-Technologie basierenden Systems und damit verbundene Synergieeffekte mit anderen Web 2.0-Tools aufzuzeigen und anhand praktischer Einsatzszenarien vorzustellen. Im Fokus liegen dabei die Möglichkeiten der Wiki-Software "Confluence" der Firma Atlassian, die sich zum größten Teil auf andere Wiki-Derivate übertragen lassen. Gestützt auf aktuell verfügbare Literatur, Internetquellen und die Erfahrungen aus der Projektumsetzung soll diese Arbeit einen objektiven Überblick über die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen von Wikis im Bereich der Managementsysteme bieten. Die Arbeit gliedert sich thematisch in drei Teile. Im ersten Teil werden grundlegende Begriffe und Techniken aus den Bereichen Managementsysteme und Web 2.0. erläutert. Im zweiten Teil soll der Begriff "Managementsystem 2.0" genauer betrachtet und erklärt, sowie die Akzeptanz durch eine Erhebung belegt werden. Der dritte Teil schildert praktische Umsetzungen eines wikibasierten Managementsystem 2.0 anhand von unterschiedlichen Beispielen. Die Arbeit schließt mit einem Fazit und einem Ausblick. Neben der wissenschaftlichen Be- und Aufarbeitung des Themas im ersten Kapitel sind die beiden Folgekapitel sehr praktisch geprägt. Die aufgezeigten Methoden und Einsatzbereiche sind dabei im Rahmen des Arbeitskreis "Managementsystem 2.0" der TQU International GmbH projektbegleitend bei mittelständischen Unternehmen erarbeitet und umgesetzt worden und wurden durch verfügbare Literatur verifiziert.
Excerpt (computer-generated)
Abbildung dynamischer
Managementsysteme durch
Wiki-Technologie
Diplomarbeit
Studiengang Informationsmanagement
und Unternehmenskommunikation
der
Fachhochschule Neu-Ulm
Nico Schuster
Bearbeitungszeitraum: 08. Mai 2008 - 11. September 2008
Neu-Ulm, September 2008
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
1
Einleitung 3
1.1
Zielsetzung 4
1.2
Vorgehensweise 4
2
Theoretische Grundlagen 5
2.1
Managementsysteme 5
2.1.1 Integrierte Managementsysteme 6
2.1.2 Dynamische Managementsysteme 7
2.2
Wiki 9
2.2.1 Definition und Historie 9
2.2.2 Charakteristika 11
2.2.3 Einteilung verfügbarer Wikilösungen 14
2.2.3.1 Open Source Wikis 14
2.2.3.2 Enterprise Wikis 16
2.3
Social Software und Web 2.0 18
2.3.1 Web 2.0 19
2.3.2 Social Software 21
2.3.3 Begriffsabgrenzung und Definition 22
2.3.4 Anwendungsbeispiele 23
2.3.4.1 Social Networking Services 23
2.3.4.2 Shared Services 26
2.3.4.3 Collaborative Content Management 27
2.3.4.4 Supporting Services 28
3
Managementsystem 2.0 31
3.1
Ansätze der Organisationslehre 31
3.1.1 Bürokratieansatz nach Weber 32
3.1.2 St. Galler Systemansatz 34
3.1.3 Faktor Mensch 38
3.2
Wiki als Managementsystem 42
3.2.1 Wiki - nur ein Hype? 43
3.2.1.1 Online-Befragung 45
3.2.2 Wikipatterns 56
3.2.2.1 People Patterns 58
3.2.2.2 People Anti-Patterns 59
3.2.2.3 Adoption Patterns 60
3.2.2.4 Adoption Anti-Patterns 62
3.2.3 Erfolgsfaktoren 64
3.3
Modell des Managementsystem 2.0 67
3.4
Wiki Implementierung 69
3.4.1 Einführung 72
3.4.2 Entwicklung 72
3.4.3 Bewertung 73
1
Inhaltsverzeichnis
4
Praxisbeispiele 75
4.1
Hirschmann Automotive GmbH 76
4.2
Kräss GlasCon GmbH 80
4.3
TQU International GmbH - Controlling Diplomarbeit 82
5
Fazit 85
Abbildungsverzeichnis 86
Tabellenverzeichnis 89
Literaturverzeichnis 90
Anlagen 97
2
Einleitung
1
Einleitung
Web 2.0, Wiki, Blog und Social Software sind nur einige Schlagworte, die es mittlerwei-
le aus dem Bereich der "Nerds" und "Freaks" bis hin zu den höchsten Management-
ebenen großer Unternehmungen geschafft haben. Während Technologien wie das
Dokumentenmanagement für viele Firmen zur lästigen Pflicht geworden sind, entde-
cken gleichzeitig immer mehr Führungskräfte das Potential von Social Networking,
Collaborative Knowledge und User Generated Content.
Allen Technologien gemein ist die Öffnung des Systems "Unternehmen" nach innen
oder außen oder gar in beide Richtungen und damit die Übertragung von Verantwor-
tung auf die Mitarbeiter und das Teilen und Verteilen von Informationen.
Ein Paradebeispiel an geteiltem Wissen und Mass Collaboration ist die Wikipedia. Die
Online-Enzyklopedia, die mittlerweile selbst ehrwürdigen Nachschlagewerken wie der
Brockhaus-Enzyklopädie das Fürchten gelehrt hat.1 Nicht zuletzt die enorme Verbrei-
tung der Wikipedia führte auch im Steinbeis Transferzentrum Qualität im Unternehmen
(TQU) zu der Erkenntnis "In today′s world yesterday′s methods just don′t work"2 wie
David Allen bereits 2001 konstatierte.
Nicht nur die Zeiten in denen etwas getan wird, sondern auch die Methoden wie etwas
getan wird, ändern sich. Der Wandel zur Informationsgesellschaft stellt eine Revolution
dar und wird sämtliche Aspekte menschlichen Lebens beeinflussen.3
Diesem Wandel auch aus der organisatorischen Sicht einer Unternehmung Rechnung
zu tragen, wird eine der größten Herausforderungen und Chancen für aktuelle Mana-
gementgenerationen und setzt den Einsatz innovativer und zukunftsweisender Tools
und Techniken voraus.
1 Vgl. [Wikipedia Brockhaus Enzyklopädie]
2 Vgl. [Al en 2001]
3 Vgl. [Bühl 2000], S.14
3
Einleitung
1.1 Zielsetzung
Die vorliegende Arbeit befasst sich intensiv mit den Möglichkeiten, "Wiki- Technologie"
auf Managementsysteme anzuwenden und zu übertragen. Zielsetzung ist es, die Mög-
lichkeiten eines auf Wiki-Technologie basierenden Systems und damit verbundene
Synergieeffekte mit anderen Web 2.0-Tools aufzuzeigen und anhand praktischer Ein-
satzszenarien vorzustellen.
Im Fokus liegen dabei die Möglichkeiten der Wiki-Software "Confluence" der Firma
Atlassian, die sich zum größten Teil auf andere Wiki-Derivate übertragen lassen.
Gestützt auf aktuell verfügbare Literatur, Internetquellen und die Erfahrungen aus der
Projektumsetzung soll diese Arbeit einen objektiven Überblick über die Möglichkeiten,
aber auch die Grenzen von Wikis im Bereich der Managementsysteme bieten.
1.2 Vorgehensweise
Die Arbeit gliedert sich thematisch in drei Teile. Im ersten Teil werden grundlegende
Begriffe und Techniken aus den Bereichen Managementsysteme und Web 2.0. erläu-
tert. Im zweiten Teil soll der Begriff "Managementsystem 2.0" genauer betrachtet und
erklärt, sowie die Akzeptanz durch eine Erhebung belegt werden. Der dritte Teil schil-
dert praktische Umsetzungen eines wikibasierten Managementsystem 2.0 anhand von
unterschiedlichen Beispielen. Die Arbeit schließt mit einem Fazit und einem Ausblick.
Neben der wissenschaftlichen Be- und Aufarbeitung des Themas im ersten Kapitel sind
die beiden Folgekapitel sehr praktisch geprägt. Die aufgezeigten Methoden und Ein-
satzbereiche sind dabei im Rahmen des Arbeitskreis "Managementsystem 2.0" der
TQU International GmbH projektbegleitend bei mittelständischen Unternehmen erarbei-
tet und umgesetzt worden und wurden durch verfügbare Literatur verifiziert.
4
Theoretische Grundlagen
2
Theoretische Grundlagen
Im folgenden Kapitel soll der Grundstein zum einfacheren Verständnis der Kapitel zwei
und drei gelegt werden. Im Fokus des Kapitels liegt daher die Definition und Erklärung
von Begrifflichkeiten aus den Bereichen Managementsysteme, Web 2.0 und Social
Software. Die einzelnen Begriffe werden gegenseitig abgegrenzt und in der Erläute-
rung mit Beispielen belegt.
2.1 Managementsysteme
Unter einem Managementsystem wird in dieser Arbeit ein System als Instrument4 der
Führung, Planung, Organisation und Kontrolle angesehen.5 Als System selbst wird eine
Gesamtheit von Elementen verstanden, die sich in einer gegenseitigen Wechselwir-
kung befinden6 aber durch klare Grenzen von der Umwelt unterscheidbar sind.7
Um solche Systeme greifbarer zu machen, werden sie meist durch Modelle grafisch
dargestellt. In dieser Arbeit wird unter dem Begriff des Modells die Abbildung bestimm-
ter Merkmale und Elemente verstanden, die in graphischer Darstellung Wirkzusam-
menhänge aufzeigt, Wichtiges von weniger Wichtigem trennt und der raschen Orientie-
rung dient.8 Das im Folgenden abgebildete neue St. Galler Management-Modell gehört
zu den verbreitetsten Managementmodellen und hat, wie später folgt, auch die Ent-
wicklung des "Managementsystem 2.0-Modells" stark beeinflusst.
4 Vgl. [Schwerdtle 1999], S.13
5 Vgl. [Staehle 1994], S.68
6 Vgl. [Macharzina, Wolf 2008], S.71
7 Vgl. [Remer 2002], S.2ff
8 Vgl. [Rüegg-Stürm 2002], S.13
5
Theoretische Grundlagen
Abbildung 1. Das St. Gal er Management-Modell
2.1.1 Integrierte Managementsysteme
Wird heute von Managementsystemen gesprochen, ist meist ein integriertes Manage-
mentsystem oder der Teil eines integrierten Managementsystems damit gemeint.
Ein integriertes Managementsystem umfasst die Teilmanagementsysteme eines Un-
ternehmens und ist durch eine vereinheitlichte Gliederung der Strukturen und Prinzi-
pien gekennzeichnet.9 Es ist daher als ein übergeordnetes System zu sehen, das den
Unternehmenserfolg bereichsübergreifend in den Mittelpunkt stellt und10 die Unterneh-
mensprozesse unterschiedlicher Bereiche integriert.11 Im Idealfall kann ein noch nicht
vorhandenes (Teil)Managementsystem, durch die sich ähnelnden beziehungsweise
verwandten Regelungen12 in den industrieüblichen Normen wie beispielsweise der DIN
EN ISO 9001 für Qualitätsmanagement oder DIN EN ISO 14001 für Umweltmanage-
ment, in ein bereits vorhandenes System integriert werden.13 Durch den integrativen
Ansatz lassen sich Synergieeffekte nutzen und Redundanzen vermeiden.14
9 Vgl. [Zollondz 2001], S.1237
10 Vgl. [Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft Integriertes Managementsystem]
11 Vgl. [Paeger Integrierte Managementsysteme]
12 Vgl. [Zollondz 2001], S.1237
13 Vgl. [Schwerdtle 1999]
14 Vgl. [Wikipedia Integriertes Managementsystem]
6
Theoretische Grundlagen
Breite Verbreitung fanden integrierte Managementsysteme vor allem in den 1990er
Jahren in Folge der "ISO 9001" Zertifizierungen für Qualitätsmanagement und den da-
mit verbindlich vorgeschriebenen Regelwerken in denen eine kontinuierliche Verbesse-
rung der Prozesse wesentlicher Bestandteil sind. Diese Verbesserungen lassen sich
auf lange Sicht nur durch eine Integration von einzelnen Managementsystemen errei-
chen.15
Abbildung 2. Integriertes Managementsystem
2.1.2 Dynamische Managementsysteme
Ein "dynamisches Managementsystem" ist in der einschlägigen Literatur nicht als Art
eines Managementsystems definiert. Dennoch sind in diversen Veröffentlichungen die
Wörter "dynamisch" und "Managementsystem" in Kombination anzutreffen. Das Lexi-
kon definiert den Begriff Dynamik schlicht als "Bewegung eines Dinges". Allgemein
wird auch eine zeitliche Entwicklung mit Dynamik in Verbindung gebracht. In der Infor-
matik hingegen wird als dynamisch bezeichnet, was sich an veränderte Bedingungen
anpassen kann16. Rüegg-Stürm spricht auch bei komplexen Systemen von dynami-
schen, sich in ständiger Re-Konstruktion befindenden Systemen, wenn diese Elemen-
te besitzen, die in gegenseitiger Wechselbeziehung stehen, diese Elemente ein gewis-
ses Eigenverhalten in ihrer Interaktion aufweisen und daraus resultierend emergente,
d.h. nicht auf ein einzelnes Element zurückzuführende Ergebnisse liefern.17
Oliver Hebold definiert in seiner Arbeit wie folgt: "Unter einem dynamischen Manage-
mentsystem verstehen wir zum einen ein Managementsystem, das den kontinuierli-
chen Verbesserungsprozess beinhaltet und andererseits möglichst ,,unempfindlich"
gegen Organisationsänderungen ist, beziehungsweise sich diesen zeitnah anpassen
kann. Damit erhält das Management ein Managementsystem, mit dem es Organisati-
onsänderungen schnell operationalisieren kann. Dies stellt dann ein zeitnahes Funktio-
nieren der Ablauforganisation nach Organisationsänderungen sicher."18
15 Vgl. [Zollondz 2001], S.1238
16 Vgl. [Wikipedia Dynamik]
17 Vgl. [Rüegg-Stürm 2002], S.18
18 Vgl. [Hebold 2003]
7
Theoretische Grundlagen
Diese Arbeit schließt sich dem Verständnis nach dieser Definiton an und erweitert es
noch um eine partizipative Komponente, die sich aus dem Einsatz der Technologie
Wiki ergibt, welche auf dem Gedanken der "massenweisen Zusammenarbeit" beruht.19
Im folgenden Kapitel wird der partizipative Ansatz für Wikis ausführlich erläutert.
19 Vgl. [Tapscott, Williams 2006], S.10
8
Theoretische Grundlagen
2.2 Wiki
Der folgende Abschnitt soll einen Überblick über den Begriff Wiki ermöglichen. Begin-
nend von der reinen Begriffsklärung und der historischen Entstehung erster Wikis wer-
den auch typische Charakteristika, die jeder Wiki-Implementation zuzuschreiben sind,
aufgegriffen und erläutert. Vorab ist festzustel en, dass der Begriff Wiki zwar prinzipiell
bereits in den vorangegangenen Abschnitten in Kurzform erklärt wurde allerdings zum
besseren Verständnis dieser Arbeit einer ausführlichen Erklärung bedarf.
2.2.1 Definition und Historie
,,Wikis sind verbreitete, leicht zu bedienende Systeme, die es ermöglichen, Inhalte im
Internet zu veröffentlichen, die von einer großen Anzahl von Nutzern bearbeitet werden
können."20 Der Ausdruck ,,wiki" selbst stammt aus dem Hawai anischen und bedeutet
schnell. Der Namen ,,WikiWikiWeb" ist den WikiWiki-Shuttlebussen, die in Honolulu,
Hawaii, zwischen den Terminals des Flughafens verkehren, entlehnt.21
Eine allgemeingültige Definition läßt sich selbst nach einschlägiger Recherche in ak-
tueller Literatur nicht finden. Wikipedia definiert ein Wiki wie folgt:
Ein Wiki, seltener auch WikiWiki oder WikiWeb genannt, ist eine Software und Samm-
lung von Webseiten, die von den Benutzern nicht nur gelesen, sondern meist auch
direkt online geändert werden kann.22
Leuf/Cunningham hingegen erweitern die Definition um die Operatibilität innerhalb ei-
nes Webbrowser und der Verlinkung einzelner Seiten:
"A wiki is a freely expandable collection of interlinked Web "pages", a hypertext system
for storing and modifying information - a database, where each page is easily editable
by any user with a forms-capable Web browser client."23
"I′m a lazy guy. I don′t know how to organize. Let′s just let the community organize."
(Zitiert aus einem Video-Interview mit Ward Cunningham: ,,How did you come up with
the idea for the Wiki?")24 So einfach war die Idee, die hinter dem ersten Wiki stand.
Entwickelt wurde das erste Wiki durch den Softwareentwickler Ward Cunningham, im
Jahre 1994. Er suchte zu der Zeit nach einer möglichst einfachen Möglichkeit, sog.
Design Patterns, Entwurfsmuster für die Entwicklung von Anwendungen, bearbeiten
und schnell mit anderen Entwicklerkol egen austauschen zu können. Gleichzeitig sollte
20 [E-Teching.org Wikis]
21 Vgl. [Ebersbach, Glaser et al. 2008], S.10f
22 [Wikipedia Wiki]
23 [Leuf, Cunningham 2001], S.14
24 [Microsoft MSDN Channel 9]
9
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