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Begabung bei Menschen mit Behinderung

Presentation (Elaboration), 2008, 15 Pages
Author: Philipp Bänsch
Subject: Psychology - Learning Psychology, Intelligence Research

Details

Institution/College: University of Rostock
Tags: Begabung, Menschen, Behinderung
Category: Presentation (Elaboration)
Year: 2008
Pages: 15
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 11  Entries
Language: German
Archive No.: V115806
ISBN (E-book): 978-3-640-17354-9
ISBN (Book): 978-3-640-17380-8
File size: 127 KB

Abstract

Immer noch werden in der Gesellschaft behinderte Personen als nicht sonderlich begabt angesehen. Sie haben noch immer einen besonderen Platz in der Gesellschaft, doch diesen meist nicht aufgrund von Fähigkeiten sondern aufgrund ihrer Defizite, die es zu kompensieren gilt. Kaum wird ein Behinderter an seinen intellektuellen Fähigkeiten gemessen, vielmehr wird auf ihn Rücksicht genommen, sowohl in gesellschaftlicher Hinsicht als auch in Hinsicht auf die Bildungschancen. In diese Problematik reihen sich die Bemühungen ein, Behinderte mit nicht- behinderten Personen sozial gleichzustellen, doch verfehlen Beschlüsse mit diesem Inhalt oftmals das Ziel, welches sie verfolgen. So ist eine Förderung eines behinderten Menschen oftmals eine Degradierung seiner Person, da Erlasse, wie das Behindertengleichstellungsgesetz (BGSTG), die gehandicapten Personen meist wieder in die Sparte der Abnormalität drängen. Hier ist auch zu erwähnen, dass in den Versuchen der Gleichberechtigung deutlich wird, dass hauptsächlich die Erleichterung des Alltaglebens im Vordergrund steht, nicht aber die individuelle Förderung eines Behinderten. Dementsprechend ist die wissenschaftliche Grundlage im Bezug auf Texte, was diese individuelle Förderung angeht, in nur sehr unzureichendem Maße gegeben. So lässt sich selbst auf dem vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur verwalteten Bildungsserver (www.bildung-mv.de) kaum etwas zur Bildungsförderung körperlichbenachteiligter Personen finden. Neben diesen gesamtgesellschaftlichen Problemen darf man jedoch den Einfluss der Behinderten selbst auf ihre Behandlung nicht außer Acht lassen. Titus Bailer, Sonderschullehrer und Doktorrand, beschreibt diesen Aspekt so: behinderte Personen können aufgrund einer nicht entdeckten Begabung ein falsches Selbstbild und Selbstkonzept entwickeln, wodurch auch ihnen selbst eine Fehleinschätzung inne liegt. Dieses mangelhafte Selbstkonzept führt er jedoch auf den langen Einfluss der Gesellschaft zurück, womit er die Definition von Sander bestärkt. [...]


Excerpt (computer-generated)

Universität Rostock

Philosophische Fakultät

Institut für Pädagogische Psychologie

Studiengang

: Lehramt für Gymnasium

Fachsemester:

V

Wintersemester 2007/2008

Seminar:

Begabung und Motivation

Thema der Hausarbeit:

Begabung bei Menschen mit Behinderung

Student

: Philipp Bänsch616)

Rostock, den 07.07.2008


Inhaltsangabe

1. Einführung 3

2. Begriffsbestimmungen Begabung / Behinderung 4

2.1. Begabung 4

2.2 Behinderung 5

3. Begabung bei Behinderung 7

3.1. Probleme der Begabungsidentifizierung 8

3.2. Begabungsidentifizierung 9

4. Forderungen an die Bildungspolitik 11

5. Fazit 12

6. Literatur 13

2


1. Einführung

Immer noch werden in der Gesellschaft behinderte Personen als nicht sonderlich begabt

angesehen. Sie haben noch immer einen besonderen Platz in der Gesellschaft, doch diesen

meist nicht aufgrund von Fähigkeiten sondern aufgrund ihrer Defizite, die es zu

kompensieren gilt. Kaum wird ein Behinderter an seinen intellektuellen Fähigkeiten

gemessen, vielmehr wird auf ihn Rücksicht genommen, sowohl in gesellschaftlicher Hinsicht

als auch in Hinsicht auf die Bildungschancen.

In diese Problematik reihen sich die Bemühungen ein, Behinderte mit nicht- behinderten

Personen sozial gleichzustellen, doch verfehlen Beschlüsse mit diesem Inhalt oftmals das

Ziel, welches sie verfolgen. So ist eine Förderung eines behinderten Menschen oftmals eine

Degradierung seiner Person, da Erlasse, wie das Behindertengleichstellungsgesetz (BGSTG),

die gehandicapten Personen meist wieder in die Sparte der Abnormalität drängen. Hier ist

auch zu erwähnen, dass in den Versuchen der Gleichberechtigung deutlich wird, dass

hauptsächlich die Erleichterung des Alltaglebens im Vordergrund steht, nicht aber die

individuelle Förderung eines Behinderten.

Dementsprechend ist die wissenschaftliche Grundlage im Bezug auf Texte, was diese

individuelle Förderung angeht, in nur sehr unzureichendem Maße gegeben. So lässt sich

selbst auf dem vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur verwalteten

Bildungsserver (www.bildung-mv.de) kaum etwas zur Bildungsförderung körperlich-

benachteiligter Personen finden.

Neben diesen gesamtgesellschaftlichen Problemen darf man jedoch den Einfluss der

Behinderten selbst auf ihre Behandlung nicht außer Acht lassen.

Titus Bailer, Sonderschullehrer und Doktorrand, beschreibt diesen Aspekt so: behinderte

Personen können aufgrund einer nicht entdeckten Begabung ein falsches Selbstbild und

Selbstkonzept entwickeln, wodurch auch ihnen selbst eine Fehleinschätzung inne liegt.

Dieses mangelhafte Selbstkonzept führt er jedoch auf den langen Einfluss der Gesellschaft

zurück, womit er die Definition von Sander bestärkt.

Nach diesen einleitenden Worten wird es im Folgenden zuerst um die Begriffsbestimmungen

von Begabung und Behinderung gehen, wobei das Augenmerk verstärkt auf die Behinderung

gerichtet sein wird. Im Anschluss werden beide Begriffe dann zum Objekt dieser Arbeit

zusammengeführt - der Begabung bei Behinderung. In diesem Komplex werden zudem

sowohl das Thema der Problematik der Identifizierung angesprochen als auch Empfehlungen

3


zur Diagnostik gegeben. Abschließend werden dann Forderungen erläutert, die sich aus den

aktuellen bildungspolitischen Problemen ergeben, sowie ein Fazit zum Thema gezogen.

2. Begriffsbestimmungen Begabung / Behinderung

Die Begriffe Begabung und Behinderung grenzen sich in der allgemeinen Meinung inhaltlich

voneinander ab. So versteht die Gesellschaft unter Begabung die geistige oder/und

körperliche Mehrbefähigung und unter Behinderung die Benachteiligung von Menschen auf

bestimmten Gebieten aufgrund von Defiziten. Die Verbindung von beiden Extremen ist also

nicht auf den ersten Blick zu erschließen.

Wie kann man schon trotz hoher Defizite gleichsam eine hohe Begabung entwickeln? Diese

inhaltliche Abgrenzung aber auch die Verbindung beider Begriffe soll hier von Bedeutung

sein. Mit den bekannten Persönlichkeiten Louis Braille und Helen Keller seien nur zwei

Personen genannt, die die Suche nach Begabungen bei Behinderten begründeten. So sind

diese beiden exemplarisch für die Verbindung von den Polen anzusehen.

2.1. Begabung


Zur Begabung gibt es in der Literatur bekannte Definitionen und auch Abhandlungen über

verschiedene Begabungsformen.1 Da sich diese Arbeit jedoch hauptsächlich mit der

Begabung bei Behinderung beschäftigt, wird der Begriff der Begabung nur grob skizziert.

Bei Hany und Nickel (1992) werden die Positionen der Begabungsforschung sowie deren

Probleme diskutiert. Die erneute Auseinandersetzung mit dem Begabungsbegriff und die

gegenläufige Meinung zur alten Theorie lösten einen neuen Schwung in der Definition aus.

So kritisierten sie die eingeschränkte pädagogischen Möglichkeiten, die ausgeschlossenen

leistungsmodifizierenden Faktoren, die vorbestimmte Entwicklungskontinuität und mehrere

andere einschränkende Unzulänglichkeiten (Hany/Nickel, 1992, S.2).

In der Forschung wurden zudem im Laufe der Jahre immer wieder neue Schemata

entwickelt, die die Diagnostik und die Spezifik von Begabung beinhalten sollten. So gibt es

das interaktionale Modell der Hochbegabung (Triadisches Interdependenzmodell) nach

Mönks, die ,,educational productivity" nach Walberg, der sehr früh entwickelte interaktionale

Begabungsansatz von Stern und viele andere Konzepte, die bei Hany und Nickel (1992)

4



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