Bachelor Thesis, 2008, 51 Pages
Author: Savas Mutlukal
Subject: Sociology - Culture, Technology, Peoples / Nations
Details
Tags: Tourismus, Peru
Year: 2008
Pages: 51
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 70 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-21415-0
ISBN (Book): 978-3-640-25690-7
File size: 1776 KB
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Abstract
Das Thema dieser Bachelorarbeit handelt vom internationalen Tourismus in Entwicklungsländern, von der Entwicklung sozialer Strukturen und von Auswirkungen des Tourismus durch diesen Prozess in Peru. Im allgemeinen Verständnis ist damit die Entwicklung von gesellschaftlichen Strukturen innerhalb der Dimensionen gemeint.
Excerpt (computer-generated)
Universität Kassel
Fachbereich 5 Gesellschaftswissenschaften
Der Tourismus in Peru
Bachelor Arbeit
Savas Mutlukal
Bachelor Soziologie
6.Studiensemester
15.07.2008
I. Gliederung
II. Abbildungsverzeichnis 2
1. Einleitung 3
1.1 Zielsetzung dieser Arbeit 3
1.2 Aufbau der Arbeit 4
2. Kulturwandel und Akkulturation 5
2.1 Der Kulturbegriff 5
2.2 Kulturwandel 7
2.3 Akkulturation 8
3. Der internationale Tourismus 11
3.1 Begriffsdefinition des Phänomens Tourismus 11
3.2 Die Entwicklung des internationalen Tourismus 12
3.3 Einflussfaktoren durch die touristischen Angebote in Peru 14
3.4 Die Motive und Motivation der Touristen 15
3.5 Die Tourismusformen 17
4. Auswirkungen des internationalen Tourismus auf die Zielregion 19
4.1 Ökologische Dimension 20
4.2 Ökonomische Dimension 22
4.3 Soziokulturelle Dimension 23
4.4 Resümee 25
5. Der Tourismus in Peru am Beispiel der Region Cuzco und dem Santuario
Historico Machu Pichu 26
5.1 Der historische, politische und gesellschaftliche Hintergrund von Peru 26
5.2 Die tourismuspolitischen Strukturen 28
5.3 Das touristische Potential in Peru 31
5.4 Das Welt- und Kulturerbe Satuario Historico Machu Pichu SHMP 32
5.5 Sehenswürdigkeiten 34
5.6 Steuerung und Kontrolle 36
6. Der Internationale Tourismus vs. Nachhaltigkeit 37
6.1 Die Akkulturation in diesem Prozess 40
7. Fazit 41
8. Literaturverzeichnis 45
1
II. Abbildungsverzeichnis
Abb. 1 Effekte im Akkulturationsprozess 10
Abb. 2 Statistik des internationalen Tourismus 13
Abb. 3 Darstellung von Drifter und Explorer 17
Abb. 4 Die Tourimusarten und formen 18
Abb. 5 Die suprationalen Organisationen 30
Abb. 6 Der Santuario de Machu Picchu 32
Abb. 7 Landkarte des Biosphärenreservat 32
Abb. 8 Weltkultur- und Weltnaturerbe Santurio Machu Picchu in Peru 33
Abb. 9 Machu Pichu und die Politiker 34
Abb. 10 Das Ritual von Alejandro Toledo 34
Abb. 11 Vergleich der Anbieter zwischen Deutschland und Peru 35
Abb. 12 Grafik zur Nachhaltigkeit vs. Tourismus 37
Abb. 13 Maßnahmen und Inhalt der nachhaltigen Entwicklung 37
2
1. Einleitung
1.1 Zielsetzung dieser Arbeit
Das Thema dieser Bachelorarbeit handelt vom internationalen Tourismus in
Entwicklungsländern, von der Entwicklung sozialer Strukturen und von Auswirkungen des
Tourismus durch diesen Prozess in Peru. Im allgemeinen Verständnis ist damit die
Entwicklung von gesellschaftlichen Strukturen innerhalb der Dimensionen gemeint. Die
Sozialwissenschaft hat sich vor allem im 19. Jahrhundert mit dem Prozess der Entwicklung
von Gesellschaften beschäftigt, wobei sich diese Wissenschaft im 20. Jahrhundert den
Strukturen der modernen Gesellschaft zuwandte. Eine mangelnde Kommunikation zwischen
der Stammdisziplin und der Entwicklungssoziologie ist nach dem zweiten Weltkrieg ein Teil
in der Entwicklungsdebatte geworden.1
Diese wissenschaftliche Auseinandersetzung über die Ursachen, den Prozess und die Ziele
der gesellschaftlichen Entwicklung sollte dazu beitragen, die Konzepte und Strategien für die
Entwicklung der Gesellschaften in der dritten Welt zu erarbeiten. Zeitgleich zu dieser
Entwicklung in den Entwicklungsländern entstand in Europa und Nordamerika das zentrale
Phänomen des internationalen Tourismus in der modernen industrialisierten Gesellschaft.
Vor dem Hintergrund der Entwicklung ist der Tourismus von Beginn an als ideales
ökonomisches Instrument identifiziert worden, um den Modernisierungsprozess in den
Entwicklungsländern zu fördern. Gleichzeitig traten in der Auseinandersetzung um die
Wirkungen entwicklungshemmende Ansichten durch die Tourismusindikation in den
Vordergrund. Die Differenzen hinsichtlich der Entwicklung und den Auswirkungen des
internationalen Tourismus in Peru werden in dieser Arbeit dargestellt.
Da in Peru der internationale Tourismus verstärkt als Instrument zur Förderung der
ökonomischen und ländlichen Entwicklung genutzt wird, versteht sich diese Bachelorarbeit in
erster Linie als Beitrag zum Tourismus in Peru. Daten aus dem Internet und Vorträgen
werden durch Sekundäranalysen von wissenschaftlicher Literatur, Studien und Statistiken
sowie der Auswertung von Berichten ergänzt.
Die Fragestellungen in dieser Bachelorarbeit ergeben sich aus dem Thema und selektieren
sich in drei Ebenen. In der deskriptiven Ebene stellt sich die Frage, welche
Entwicklungsprozesse in Peru zu beobachten sind. Suplementär der wissenschaftlichen
Literatur ist in der deskriptiv analytischen Ebene die Indikation des Tourismus in Peru auf
diese Entwicklungsprozesse zu beziehen. In der analytischen Ebene, die aufgrund der
lokalen Untersuchungsdimension nicht gegeben ist, sind die Auswirkungen des Tourismus
mit dem kulturellen Wandel und der Akkulturation zu assoziieren und Fragen zu
beantworten, inwieweit diese die Entwicklung in den differenzierten Dimensionen fördert oder
1 vgl. LÜHR, V. & SCHULZ, M. (1997): Entwicklung Theorie- Empirie- Strategie, S. 7ff.
3
auch hemmt und gegebenenfalls auch Fehlentwicklungen in diesem Prozess verstärkt.
Vielmehr wird hier ein Ansatz aufgezeigt.
In dieser Arbeit soll dargestellt werden, inwieweit das Entwicklungsland Peru durch den
internationalen Tourismus gefördert wird oder ob Peru doch vielmehr auf den
Fremdenverkehr angewiesen ist und das Land durch die Stellung der Industriestaaten in
diesem Prozess ausgenutzt wird. Des Weiteren soll am Beispiel der Region Cuzco
aufgezeigt werden, inwieweit der internationale Tourismus durch seine Belastungen in der
gegenwärtigen Zeit gleichzeitig eine Chance und ein Spannungsverhältnis im Prozess der
nachhaltigen Entwicklung darstellt und in diesem Prozess zur Bewahrung der Ressourcen
dienen soll.
Des Weiteren ist zu berücksichtigen, dass aufgrund der Vergleichsdaten und dem
vorhandenen Datenmaterial in den zeitlichen - räumlichen Dimensionen von Deutschland
aus eine analytische Funktion nur im Ansatz aufgezeigt werden kann.
1.2 Aufbau der Arbeit
Im zweiten Kapitel der Arbeit erfolgt eine Auseinandersetzung mit dem Kulturwandel,
speziell der Akkulturation. Die Akkulturation zeigt in diesem Kontext die allgemeinen
theoretischen Hintergründe durch den tourismusinduzierten Wandel. Die Akkulturation ist
mit einbezogen worden, da die Kultur bisher ein Randthema in der Auseinandersetzung in
Bezug auf die Entwicklung blieb und der Tourismus in der gegenwärtigen Zeit ein kulturelles
Phänomen darstellt.
Im darauf folgenden Kapitel soll das Phänomen des internationalen Tourismus erläutert und
definiert werden, um anschließend die Entstehung des Tourismus mit der gesellschaftlichen
Entwicklung aufzuzeigen und diese mit der Modernisierung in den Industriestaaten in
Verbindung zu bringen. Aufgrund der Komplexität des internationalen Tourismus und der
gesellschaftlichen Erscheinung werden des Weiteren die Tourismusformen und -arten
erläutert, die sich im Laufe der Entwicklung in diesem Prozess herausgebildet haben.
Im vierten Kapitel erfolgt eine Darstellung der Dimensionen, die in der Wissenschaft in Bezug
auf die Auswirkungen des internationalen Tourismus auf die Entwicklung in den
Entwicklungsländern diskutiert werden. Primär ist es hier von Bedeutung, die Dimensionen
zu charakterisieren, um eine Interpretation der Entwicklungsprozesse zu ermöglichen. In
diesem Kontext bedarf es jedoch in dieser Komplexität einer Untersuchungsdimension vor
Ort in Peru.
Aufgrund der Situation und dieser Gegebenheiten wird dieses Kapitel als
Hintergrund in dieser Komplexität in Bezug auf die Dimensionen in Entwicklungsländern
aufgezeigt. Dieser Abschnitt soll vielmehr einen theoretischen Bezugsrahmen mit dem
Hintergrund der Akkulturation darstellen, um die Auswirkungen durch den internationalen
4
Tourismus in dieser Komplexität in den ökonomischen, ökologischen und sozial-kulturellen
Dimensionen einordnen zu können, die zusammengefasst werden und in diesem Kontext
eine allgemeine Schlussfolgerung aufzeigen.
Im fünften Kapitel soll der internationale Tourismus in Peru am Beispiel der Region Cuzco
und dem
" Santuario Machu Pichu "
aufgezeigt werden. Primär werden hier im Allgemeinen
die historischen und gesellschaftlichen Hintergründe von Peru dargestellt. Darauf folgend
werden die tourismuspolitischen Strukturen des Landes erläutert und aufgezeigt, dass Peru
den internationalen Tourismus nicht alleine steuert, sondern vielmehr internationale
Kooperationen und Allianzen durch die operierenden Organisationen in diesem Prozess
mitwirken. Das touristische Potential von Peru und die Besonderheiten werden des Weiteren
am Status des Welt- und Kulturerbe der UNESCO aufgezeigt. Sekundär soll in diesem
Kapitel das touristische Angebot und dessen Repräsentation aufgezeigt werden und die
Angebote in der internationalen Medienpolitik in der Öffentlichkeit dargestellt werden, um die
touristische Attraktivität des Landes zu steigern und dies gleichzeitig zur wirtschaftlichen
Entwicklung des Landes beiträgt.
Im sechsten Kapitel wird das Spannungsverhältnis des internationalen Tourismus der
nachhaltigen Entwicklung gegenübergestellt und in diesem Kontext die Ansichten in dieser
kontradiktorischen Entwicklung aufgezeigt und wie sie sich in dieser Komplexität gegenseitig
beeinflussen. Darauf folgend soll eine Interpretation der Akkulturation in diesem Prozess
aufgezeigt werden und inwieweit die moderne Industriegesellschaft die indigenen Kulturen in
diesem fördert oder auch hemmt und diese durch die Expansion der Medien beeinflusst
werden.
Im letzten Kapitel folgt eine Zusammenfassung dieser Arbeit. Hierbei sollen die
Gesichtspunkte des internationalen Tourismus herausgearbeitet werden und eine
begründete Einschätzung dieser Thematik gemacht werden, die jedoch nur ansatzweise
durch das vorhandene Datenmaterial gegeben werden kann. Darauf folgend werden die
zentralen Ergebnisse mit den Auswirkungen in der Entwicklung durch den Tourismus in
Zusammenhang gebracht.
2. Kulturwandel und Akkulturation
2.1 Der Kulturbegriff
Die Kultur ist ein Subsystem der Gesellschaft, das sich im Zuge der Säkularisierung,
Differenzierungs- und Rationalisierungsprozessen in einem stetigen Entwicklungsprozess
befindet.2 Hierbei ist Kultur auf Normen- und Wertsysteme reduziert und die
2 vgl. LÜEM, Thomas (1985): Sozio-kulturelle Auswirkungen des Tourismus in Entwicklungsländern, S 35 f.
5
Unterentwicklung ist als Entwicklungsstufe der Kultur aufzufassen. Da der Tourismus stets
einen kulturellen Wandel bewirkt und somit die Rahmenbedingung der gesellschaftlichen
Entwicklung verändert, soll hier Kulturwandel im Allgemeinen und die Akkulturation in diesem
Prozess erläutert werden. In der Literatur zu den Auswirkungen des Tourismus auf die Kultur
und den Wandel wurden in der Wissenschaft primär aus der Kulturanthropologie weitere
Begrifflichkeiten der Kultur verwendet, in denen die Gesellschaft, verstanden als soziale
Struktur, nur einen Teil der Kultur darstellt.3 Diesen Aspekt zu diskutieren würde jedoch den
Rahmen der Arbeit sprengen.4
Aus diesem Grund werden die Merkmale der Kultur erläutert, um diesen Begriff für diese
Arbeit zu definieren.
Ganz allgemein bezeichnet Max WEBER (1973 ) die Kultur als
" Entzauberung der Welt".
Sie
"
bedeutet also nicht eine zunehmende al gemeine Kenntnis der Lebensbedingungen, unter denen man steht, sie
bedeutet etwas anderes: das Wissen davon oder den Glauben daran, dass man, wenn man nur wol te, es
jederzeit erfahren könnte, es also prinzipiel keine geheimnisvol en, unberechenbaren Mächte gäbe, die da
hineinspielen, dass man vielmehr die Dinge im Prinzip durch Berechnen beherrschen könne
" (WEBER 1964:
317 / GOETZE 1983: 21, zit. in LÜEM 1985: 37).
MALETZKE5 beschreibt Kultur als die Art und Weise, wie die Menschen leben und was sie
aus sich und ihrer Welt machen. Das ,,Wie" bezieht sich in diesem Kontext auf die sozialen
Beziehungen und Ausdrucksformen, die innerhalb der Kultur durch kulturelle Regeln
bestimmt werden und somit in dieser Komplexität das Rationalitätsideal innerhalb der Kultur
aufzeigen. Das ,,Was" bezieht sich auf die immaterielle Seite der Kultur in Form von Werten,
Konzepten, Ideen und Taten sowie den Ausdruck ihrer Welt, also der subjektiven Kultur6
und die Beziehung zur Umwelt7, der objektiven Kultur, die einem ständigen Prozess der
Anpassung unterliegen. Die Tradition wird in dieser Interpretation nicht explizit
angesprochen, obwohl sie im Prozess des Kulturwandels eine bedeutende Rolle einnimmt.
Kultur ist aber in der zeitlichen und räumlichen Dimension mit einem bestimmten Raum
verbunden, auch wenn dessen Grenzen nur schwer auszumachen sind, da Kultur ein
immaterielles Phänomen darstellt, das sich lediglich in den materiellen messbaren
Erscheinungen äußert. Innerhalb des lokalen Raumes wird die Kultur von Generation zu
Generation weitergegeben, wobei sie einem ständigen Differenzierungs- und
Entwicklungsprozess unterliegt.8
3 ebd., S. 32 f.
4 Zur weiteren Auseinandersetzung der Kultur und dem Kulturwandel in Assoziation mit dem Tourismus: LÜEM, Thomas 1985,
THIEM, Marion 1984
5 vgl. MALETZKE, Gerhard (1996): Interkulturel e Kommunikation, S. 16 f.
6 Mit den Begrifflichkeiten der subjektiven und objektiven Kultur bezeichnet SIMMEL 1957 die "Entzauberung der Welt" von
Max WEBER.
7 Mit Umwelt ist hier auch die ökonomische und politische Organisation, Religion und Technologie gemeint.
8 vgl. LÜEM, Thomas (1985): Sozio-kulturelle Auswirkungen des Tourismus in Entwicklungsländern, S. 31 f.
6
2.2 Kulturwandel
Da sich die Kulturen durch den Prozess der Anpassung in einem ständigen Wandel
befinden, differenziert LÜEM nach den Ansatzpunkten die Veränderung in den exogenen
und endogenen Kulturwandel.9
Unter einem endogen verursachten Wandel werden in einem Kulturbereich Innovationen
verstanden, die nicht auf Einfluss von außen reagieren, sondern vielmehr von den
Kulturträgern initiiert wurden. Andererseits beruht der exogene Wandel auf Kulturkontakten
mit anderen Kulturen, in denen einzelne Elemente der anderen Kultur übernommen werden
und diese sich auf andere Kulturbereiche interdependent auswirken. Es wird jedoch erst von
einem Kulturwandel gesprochen, wenn bestimmte Kulturmuster von einer Mehrheit der
Mitglieder übernommen werden. LÜEM10 meint, dass in allen Kulturen der exogene
Kulturwandel einen höheren Stellenwert hat, da die Entwicklung der Kultur beschleunigt wird,
indem die Aufgaben der eigenen Innovation in diesem Bereich abnehmen werden. In diesem
Kontext sind in den meisten Kulturen nur wenige Aspekte auf eigene Neuerungen und
Erfindungen zurückzuführen. Hierbei entsteht die Paradoxie und führt zur ambivalenten
Betrachtung, was den nacheinander zu durchlaufenden Kulturstufen widerspricht.
Nach PETRI11 hat die lokale Partizipation in den peripheren Gebieten einen bedeutenden
Einfluss auf die Art des kulturellen Wandels in der Tourismusentwicklung. Gleichzeitig soll
diese Zentralisierung zu einer Minderung der räumlichen Disparitäten beitragen.
Hier ist jedoch zwischen der organischen und induzierten Entwicklung der Branche zu
unterscheiden. Die organische Entwicklung wird von den Einheimischen, der lokalen
Bevölkerung, kontrolliert. Bei der induzierten Entwicklung ist primär auf die Initiative von
Unternehmen in der Entwicklung außerhalb der Region auszugehen, in der die
Einheimischen weniger Einflussmöglichkeiten besitzen. In diesem Kontext ist der kulturelle
Wandel exogen motiviert. Dieser kulturelle Wandel hängt meist von der Machtverteilung
innerhalb des Tourismus und den räumlichen Disparitäten ab, die jedoch meist zugunsten
der Touristen ausfällt. Wenn die Tourismusentwicklung jedoch noch zusätzlich von den
nationalen und internationalen Metropolen in den räumlichen Disparitäten induziert wird,
orientiert sich die lokale Bevölkerung verstärkt an den fremden Werten.12
Die Differenzierung zwischen dem ständig ablaufenden und dem durch den Tourismus
verursachten Kulturwandel sieht PETRI an den beteiligten und auszulösenden Akteuren.
Hierbei werden auch Randfiguren der Gesellschaft verstanden, welche nicht so stark in die
kulturellen Werte- und Normensysteme eingebunden sind. In diesem Entwicklungsprozess
9 ebd., S. 46 f.
10 vgl. LÜEM, Thomas (1985): Sozio-kulturelle Auswirkungen des Tourismus in Entwicklungsländern, S. 35 f.
11 vgl. PETRI, Otto (1986): Der internationale Tourismus als Entwicklungsfaktor in den Ländern der Dritten Welt, S. 135 f.
12 ebd., S. 137 ff.
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