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Tristan und Marke als Herrscher in Gottfried von Straßburgs „Tristan“

Scholary Paper (Seminar), 2007, 18 Pages
Author: Maike Doll
Subject: German Studies - Older German Literature, Mediaevistik

Details

Event: Gottfried von Straßburg: Tristan
Institution/College: University Karlsruhe (TH) (Institut für Literaturwissenschaft)
Tags: Gottfried von Straßburg, Tristan, Marke
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2007
Pages: 18
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 18  Entries
Language: German
Archive No.: V116240
ISBN (E-book): 978-3-640-18272-5
ISBN (Book): 978-3-640-18282-4
File size: 114 KB

Abstract

Nach der Auffassung des Germanisten Christoph Huber steht in Gottfried von Straßburgs „Tristan“ die Passion im Mittelpunkt, nicht die Herrschaft. Jedoch erfährt man darin auch eine Menge über die Ansicht des Autors im Hinblick auf die mittelalterliche Herrschaft. Der „Tristanstoff fordert schon in seiner frühen höfischen Gestalt die geheiligten Ordnungen von Vasallität, Ehe und Religion, die historisch die Grundlagen mittelalterlicher Herrschaft bestimmen, heraus“. Die beiden männlichen Protagonisten des Werkes sind nicht nur in eine Minnebeziehung zu Isolde verwickelt, sie sind beide auch Herrscher eines eigenen Reiches. Auch wenn diese Herrscherrollen nur eine untergeordnete Funktion haben, ist es dennoch interessant, wie sie diese jeweils ausüben.


Excerpt (computer-generated)

Universität Karlsruhe (TH)

Institut für Literaturwissenschaft

Abteilung Mediävistik

Proseminar: Gottfried von Straßburg: Tristan

Tristan und Marke als Herrscher in Gottfried von Straßburgs ,,Tristan"

Maike Doll
Geschichte (KB), B.A.
4. Fachsemester

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung S. 2
2. Herrschaft S. 3
2.1 Wortherkunft S. 3
2.2 Ausprägungen der Herrschaft S. 3
2.2.1 Lehnsherrschaft S. 3
2.2.2 Grundherrschaft S. 5
2.2.3 Stadtherrschaft S. 6
2.3 Herrscherbild S. 7
2.3.1 Reichskrone S. 8
3. Die Herrschaft in ,,Tristan" S. 10
3.1 Exkurs König Artus S. 10
3.2 Marke S. 10
3.3 Tristan S. 13
4. Fazit S. 16
5. Literaturverzeichnis S. 17

1

 


1. Einleitung

Nach der Auffassung des Germanisten Christoph Huber steht in Gottfried von Straßburgs ,,Tristan" die Passion im Mittelpunkt, nicht die Herrschaft1. Jedoch erfährt man darin auch eine Menge über die Ansicht des Autors im Hinblick auf die mittelalterliche Herrschaft. Der ,,Tristanstoff fordert schon in seiner frühen höfischen Gestalt die geheiligten Ordnungen von Vasallität, Ehe und Religion, die historisch die Grundlagen mittelalterlicher Herrschaft bestimmen, heraus"2.

Die beiden männlichen Protagonisten des Werkes sind nicht nur in eine Minnebeziehung zu Isolde verwickelt, sie sind beide auch Herrscher eines eigenen Reiches. Auch wenn diese Herrscherrollen nur eine untergeordnete Funktion haben, ist es dennoch interessant, wie sie diese jeweils ausüben.

In dieser Arbeit wird zunächst der Begriff der Herrschaft genauer betrachtet. Dabei werden die Wortherkunft und die Bedeutung im Mittelhochdeutschen erläutert. Danach werden die verschiedenen Arten der Herrschaft untersucht. Dazu gehören die Lehnsherrschaft, die Haus- oder Grundherrschaft sowie die Stadtherrschaft. Schließlich werden das Idealbild eines Herrschers sowie seine Symbole dargestellt. Auf der Beschreibung der Reichskrone liegt dabei ein besonderes Augenmerk.

Im nächsten Teil dieser Arbeit wird untersucht, ob die beiden männlichen Hauptfiguren der Lektüre, Tristan und Marke, diesem Idealbild entsprechen. Durch das ganze Werk hindurch wird geprüft, ob und in wie weit ihr Handeln und Benehmen dem Verhalten eines idealen Herrscher entspricht. Gegebenenfalls wird dies mit Zitaten belegt beziehungsweise widerlegt. Da Marke in der Forschung oft mit König Artus verglichen wird, informiert ein kurzer Exkurs über Artus, das Idealbild des mittelalterlichen Königs schlechthin. Letztendlich werden im Fazit noch einmal die wichtigsten Erkenntnisse betont.

1 Vgl. Huber, Christoph: Gottfried von Straßburg: Tristan, Berlin 2000, S. 9.
2 Ebenda, S. 15.

2

 


2. Herrschaft

2.1 Wortherkunft

Der Begriff ,,Herrschaft" leitet sich von dem mittelhochdeutschen Wort ,,hrschaft" ab, das aus dem neunten Jahrhundert stammt und das auf das althochdeutsche Wort ,,hrschaf" zurückgeht.

Man verstand darunter zunächst ein Ehrenamt oder eine Würde. Der Ausdruck stand aber von Beginn an in enger Verbindung zu dem mittelhochdeutschen Wort ,,hrre" (Herr). Später erhielt ,,hrschaft" dann seine endgültige Bedeutung, wie wir sie auch unter dem heutigen Begriff verstehen.

2.2 Ausprägungen der Herrschaft

Im Mittelalter existieren verschiedene Arten der Herrschaft, die man in unterschiedlichen Hierarchiestufen wieder findet3. Zur oberen Ebene ist vor allem die Lehnsherrschaft zu zählen, auf der unteren Ebene der Herrschaftsbeziehungen sind die Haus- und Grundherrschaft sowie die Stadtherrschaft zu finden.

Ein wichtiges Element der Herrschaft ist der im Mittelalter vorherrschende Ordogedanke der Feudalgesellschaft. Er stellt die Grundlage für das System der Über- und Unterordnung dar, der neben dem ,,religiösen Postulat der Gleichheit aller Menschen vor Gott"4 jedoch ebenfalls als göttlicher Wille angesehen und daher akzeptiert wurde.

Ebenso gehört aber auch das Idealbild des gerechten Herrschers (rex iustus) mit allen seinen Charaktereigenschaften und Pflichten zum Verständnis der mittelalterlichen Herrschaft.

3 Borth, Wilhelm / Grütter, Werner: Zeit und Menschen. Neue Ausgabe G. Band 1. Geschichtliche Grundlagen Europas. Von der griechisch-römischen Antike bis zum Zeitalter des Absolutismus, Paderborn 1985, S. 82f.
4 Weddige, Hilkert: Einführung in die germanistische Mediävistik, 6., durchgesehene Aufl., München 2006, S. 155.

3

 



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