Bei GRIN registrieren oder einloggen

Your e-mail-address or password is wrong
Jetzt registrieren
Für neue Autoren: kostenlos, einfach und schnell
Dies wird Ihr Benutzername, bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse an

Passwort vergessen

Your e-mail-address or password is wrong

Neues Passwort anfordern
“so stund man nach vilen mhue und costenn eben in dem schleym darin man vor gest... close

Bitte warten

Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.

“so stund man nach vilen mhue und costenn eben in dem schleym darin man vor gesteckt were” - Probleme des konfessionellen Ausgleichs in Speyer im 16. Jahrhundert

Hauptseminararbeit, 2007, 30 Seiten
Autor: Christoph Mauntel
Fach: Geschichte - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung

Details

Veranstaltung: Speyer und Worms im späteren Mittelalter
Institution/Hochschule: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (Historisches Seminar)
Tags: Probleme, Ausgleichs, Speyer, Jahrhundert, Speyer, Worms, Mittelalter
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2007
Seiten: 30
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V116283
ISBN (E-Book): 978-3-640-17798-1


Zusammenfassung / Abstract

Die Literaturlage zu diesem Thema ist eher unzureichend. Zentral ist die dreibändige“Geschichte der Stadt Speyer”, die neben dem chronologisch orientierten Aufsatzvon Willi Alter auch einen Beitrag von Wolfgang Eger über “Speyer und dieReformation”3enthält. Darüber hinaus enthalten Franz Xaver Remlings “Geschichteder Bischöfe zu Speyer” sowie Ludwig Stamers “Kirchengeschichte der Pfalz” vielewichtige Hinweise und Beschreibungen des Lebens im Speyer des 16. Jahrhunderts. Diese Informationen sind für diese Arbeit zentral, haben in den Ursprungswerkenaber eher anekdotischen Charakter und können deshalb leider nur selten zurückverfolgt werden.Weitere zentrale Quellen für diese Arbeit sind das von Robert W. Scribner veröffentlichte Memorandum “Bedenken des predigt halben” des Speyerer Stadtrats von 1538, das von Remling herausgegebene “Urkundenbuch zur Geschichte der Bischöfezu Speyer” sowie eine von 1525 überlieferte Sammlung von acht Forderungen der Bürgerschaft gegenüber dem Klerus.8Generell stand bisher eher die katholische (Gegen-)Reform im Blickpunkt der Forschung, was wiederum einem stark theologisch und kirchengeschichtlich orientierten Blick auf diese Zeit geschuldet ist. So konnte auf Spezialveröffentlichungen nur begrenzt zurückgegriffen werden.In dieser Arbeit soll dennoch der Versuch unternommen werden, sich durch die verschiedenen Informationen einem Gesamtbild anzunähern und die bestehenden Konflikte dahingehend zu analysieren, wie sie sich an die mittelalterliche Stadtgeschichte anschließen.


Textauszug (computergeneriert)

“so stund man nach vilen mhue und costenn eben in dem
schleym darin man vor gesteckt were”

Probleme des konfessionellen Ausgleichs in Speyer im 16. Jahrhundert

Christoph Mauntel

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Historisches Seminar
Sommersemester 2007

HS: Speyer und Worms im späteren Mittelalter
Bistümer und Städte im Modernisierungsprozess

Heidelberg, 11. September 2007

 

Inhaltsverzeichnis

1| Einleitung ... 1

2| Speyer im 16. Jahrhundert ... 4

3| Reformation in Speyer ... 7

4| Die Konfliktgruppen in der Stadt ... 9

4|1 Der Stadtrat ... 9

4|2 Der katholische Klerus ... 12
4|2.1 Das Domkapitel ... 12
4|2.2 Die Geistlichen ... 14

4|3 Die Bevölkerung ... 14

5| Andere Konfliktteilnehmer und äußere Einflüsse ... 16

5|1 Der Bischof ... 16

5|2 Der Pfalzgraf bei Rhein ... 18

5|3 Der Kaiser ... 19

5|4 Äußere Einflüsse ... 21
5|4.1 Die Reichstage ... 21
5|4.2 Das Reichskammergericht ... 22

6| Fazit ... 23

7| Quellen- und Literaturverzeichnis ... 25

7|1 Quellen ... 25
7|2 Literatur ... 25


1| Einleitung

"Die Illusion der Singularität stützt sich auf die Annahme, ein Mensch sei nicht als Individuum mit vielen Zugehörigkeiten oder als Mitglied vieler verschiedener Gruppen zu betrachten, sondern ausschließlich als Mitglied eines einzigen Kollektivs, das ihm eine Identität von überragender Bedeutung verleiht. Der unausgesprochene Glaube an die umfassende Erklärungskraft einer einzigen Klassifikation ist nicht nur schlicht, wenn man glaubt, dadurch zu einer Beschreibung und Voraussage zu kommen, er ist auch noch, wenn man seine Form und Implikationen berücksichtigt, gröblich auf Konfrontation ausgerichtet."1
Amartya Sen

Der indische Wirtschaftsnobelpreisträger Amartya Sen spricht in seinem 2007 erschienenen Buch “Die Identitätsfalle” eine scheinbare Selbstverständlichkeit aus: Man wird den Menschen nicht gerecht, wenn man sie auf ein einziges Kriterium der Identität reduziert.

Die daraus folgenden Schlüsse sollen auch den Ansatz dieser Arbeit prägen, die sich mit dem Zusammenleben der Konfessionen in der Freien Stadt Speyer im 16. Jahrhundert befasst. Die Konfession eines Menschen soll also nicht als das einzige Kriterium seiner Entscheidungen aufgefasst werden: Man konnte zwar lutherisch sein, aber trotzdem gegen den ebenfalls lutherischen Stadtrat agieren, oder man konnte katholisch sein und trotzdem ein Interesse daran haben, den Bischof zu schwächen. Durch das Zusammenleben in einer Stadt ergaben sich natürlich viele Konflikte, aber auch viele Möglichkeiten (oder auch Zwänge) zu Kompromissen. In dieser Arbeit soll versucht werden, die einzelnen Akteure der Reformationszeit in Speyer auf Abhängigkeiten, Gegnerschaften, Handlungsspielräume und Ziele hin zu untersuchen. Dabei soll `Reformation´ nicht nur als eine religiöse Erscheinung begriffen werden, die das Zusammenleben der Menschen als bestimmender Faktor prägte, sondern auch als ein politischer und kultureller Prozeß, auf den von vielen Seiten eingewirkt wurde. Diese Vielfältigkeit der Interessen und Absichten soll aufgeschlüsselt werden, damit ein Gesamtbild der Reformationszeit in Speyer entstehen kann, das der Vielschichtigkeit historischer Vorgänge näher kommt als eine schablonenartige Betrachtung der Reformation als ein Zeitalter der religiösen Erneuerung.

Dieser Ansatz muss auf der mittelalterlichen Stadtgeschichte basieren, die auch in Speyer durch die typischen Konflikte der städtischen Emanzipation gegenüber dem Stadtherren geprägt war. So wird auch die Frage nach Kontinuität und Wandel an der Epochenwende des Mittelalters zur Frühen Neuzeit Teil der Fragestellung dieser Arbeit sein: Inwiefern fußt die Reformation in Speyer auf älteren Konflikten und welche Schlüsse ließen sich daraus zu ziehen?

Natürlich soll nicht in Abrede gestellt werden, daß auch die Reformation vielfältige Gründe und Ursachen hatte. In dieser Arbeit soll aber der Ansatz verfolgt werden, die Wirkmächtigkeit der städtischen Konflikte des Mittelalters für das 16. Jahrhundert aufzuzeigen bzw. die Elemente zu nennen, die bereits als neuzeitlich einzustufen sind. Auf andere Problemfelder und Ursachen der Reformationsbewegung wird an entsprechender Stelle eingegangen, es soll nur vorangestellt sein, dass eine umfassende Auseinandersetzung z.B. mit der theologischen Problematik den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde und deshalb unterbleibt. Ich versuche jedoch, in einem einführenden Kapitel diverse Problemfelder kurz zu umreißen. Dieses Kapitel mag zwar mit “Speyer im 16. Jahrhundert” überschreiben sein, aber gerade “im 16. Jahrhundert” bedeutet meinem Ansatz gemäß eben auch einen Rückblick auf die unmittelbar vorangehende Geschichte, die zweifellos das Speyer des 16. Jahrhunderts geprägt hat. Daran anschließend soll kurz die eigentliche Reformationsgeschichte Speyers erläutert werden, die als Grundgerüst für diese Arbeit unerlässlich ist. Den Hauptteil macht die Analyse der Konfliktgruppen aus, die einzeln betrachtet werden, um die jeweilige Wahrnehmung der Vorgänge und deren Auswirkungen darstellen zu können.

[...]


1 Amartya Sen; Die Identitätsfalle, Warum es keinen Krieg der Kulturen gibt; München 2007; S. 58f.


Kommentare

Bisher keine Kommentare

Kommentar hinzufügen
Ihr Kommentar wird redaktionell geprüft und dann freigeschaltet

Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:


Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/116283/so-stund-man-nach-vilen-mhue-und-costenn-eben-in-dem-schleym-darin-man
please wait Bitte warten