Autor: Carina Klehr
Fach: Dolmetschen / Übersetzen
Details
Institution/Hochschule: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (Seminar für Übersetzen und Dolmetschen)
Jahr: 2008
Seiten: 24
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 21 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 95 KB
ISBN (E-Book): 978-3-640-17882-7
ISBN (Buch): 978-3-640-17891-9
21 Einträge im Literaturverzeichnis, davon 16 Internetquellen.
Zusammenfassung / Abstract
Was versteht man unter dem Begriff der Nouvelle Vague? Worin liegt das Besondere die-ser Epoche des französischen Kinos? Und inwiefern haben sich die großen Regisseure und Schauspieler mit dem Thema auseinandergesetzt? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die fol-gende Hausarbeit, deren Schwerpunkt besonders auf einer Interpretation des Films Une femme est une femme („Eine Frau ist eine Frau“) des französischen Regisseurs Jean-Luc Go-dard aus dem Jahre 1961 liegt. Nach einem kurzen Überblick über die Ära der Nouvelle Vague und deren Einflüsse auf das damalige französische Kino wird zunächst einer ihrer bekanntesten und einflussreichsten Vertreter vorgestellt: Jean-Luc Godard. Im dritten Kapitel stehen Anna Karina, Jean-Paul Belmondo und Jean-Claude Brialy, die zu den berühmtesten Schauspielern jener Zeit zählen, im Mittelpunkt. Der Fokus dieser Arbeit liegt anschließend auf dem Nouvelle Vague -Film Une femme est une femme. Nach einer knappen Inhaltsangabe der wichtigsten Handlungs-stränge wird der Versuch einer Interpretation unternommen, bei der auch auf besondere Stil-mittel und Anspielungen zu anderen Filmen Bezug genommen wird. Ein abschließendes Fazit rundet den Hauptteil ab. Der Schluss der Arbeit widmet sich schließlich den Einflüssen der Nouvelle Vague auf das Kino der Moderne und endet mit einer persönlichen Stellungnahme zum vorgestellten Film.
Textauszug (computergeneriert)
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Seminar für Übersetzen und Dolmetschen
,,Le cinéma de la Nouvelle Vague et ses acteurs fétiche" (SS 2008)
Hausarbeit
« Une femme est une femme »
Interpretation eines Films von Jean-Luc Godard
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 2
II. Hauptteil 2
1. Die Nouvelle Vague 2
2. Leben und Werke des Regisseurs Jean-Luc Godard 4
3. Die Schauspieler 6
3.1 Anna Karina 6
3.2 Jean-Paul Belmondo 7
3.3 Jean-Claude Brialy 8
4. Jean-Luc Godards Une femme est une femme 8
4.1 Inhalt 9
4.2 Charakterisierung der Personen 9
4.3 Stilmittel 13
4.4 Anspielungen und Wortspielereien 15
5. Fazit 19
III. Schluss 20
1.1 Der Einfluss der Nouvelle Vague auf die Moderne 20
1.2 Persönliche Meinung 21
Bibliographie 22
1
I. Einleitung
Was versteht man unter dem Begriff der
Nouvelle Vague
? Worin liegt das Besondere die-
ser Epoche des französischen Kinos? Und inwiefern haben sich die großen Regisseure und
Schauspieler mit dem Thema auseinandergesetzt? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die fol-
gende Hausarbeit, deren Schwerpunkt besonders auf einer Interpretation des Films
Une
femme est une femme
(,,Eine Frau ist eine Frau") des französischen Regisseurs Jean-Luc Go-
dard aus dem Jahre 1961 liegt.
Nach einem kurzen Überblick über die Ära der
Nouvelle Vague
und deren Einflüsse auf
das damalige französische Kino wird zunächst einer ihrer bekanntesten und einflussreichsten
Vertreter vorgestellt: Jean-Luc Godard. Im dritten Kapitel stehen Anna Karina, Jean-Paul
Belmondo und Jean-Claude Brialy, die zu den berühmtesten Schauspielern jener Zeit zählen,
im Mittelpunkt. Der Fokus dieser Arbeit liegt anschließend auf dem
Nouvelle Vague
-Film
Une femme est une femme
. Nach einer knappen Inhaltsangabe der wichtigsten Handlungs-
stränge wird der Versuch einer Interpretation unternommen, bei der auch auf besondere Stil-
mittel und Anspielungen zu anderen Filmen Bezug genommen wird. Ein abschließendes Fazit
rundet den Hauptteil ab. Der Schluss der Arbeit widmet sich schließlich den Einflüssen der
Nouvelle Vague
auf das Kino der Moderne und endet mit einer persönlichen Stellungnahme
zum vorgestellten Film.
II. Hauptteil
1. Die Nouvelle Vague
Der
Begriff
Nouvelle Vague
(dt. ,,Neue Welle") bezeichnet ,,die wohl wichtigste Bewe-
gung der europäischen Filmgeschichte1", welche ab dem Ende der 50er Jahre in Frankreich
entsteht. Ihr Leitspruch ,,Der Film von morgen wird ein Akt der Liebe sein" stammt von
François Truffaut, der neben Jean-Luc Godard, Claude Chabrol, Eric Rohmer und Jacques
Rivette zu den bedeutendsten Regisseuren dieser Filmepoche zählt. Zu den ersten Produktio-
nen der neuen Stilrichtung gehören unter anderem Chabrols
Le Beau Serge
(,,Die Enttäusch-
ten", 1958), Truffauts
Les 400 coups
(,,Sie küssten und sie schlugen ihn", 1959), sowie Go-
dards Klassiker
A bout de souffle
(,,Außer Atem", 1959).
1 Movie-College, 1999-2007
2
Die Anhänger der
Nouvelle Vague
vertraten die Ansicht, es müsse sich im französischen
Kino vieles grundlegend ändern. Das Leitmotiv dieser Zeit ist die so genannte
Autorentheo-
rie
, nach der dem Regisseur dieselbe Rolle wie dem Drehbuchautoren zukommen sollte im
Gegensatz zum
Qualitätskino
(frz.:
Cinéma de Qualité
), das viele Vertreter der
Nouvelle
Vague
als zu etabliert, angepasst, vorhersehbar und realitätsfern kritisieren. Sie wenden sich
,,gegen die eingefahrene Bildsprache und den vorhersagbaren Erzählfluss des etablierten
kommerziellen Kinos2", ,,das Konventionelle, das Allseits-Bekannte3". Der Regisseur soll
maßgeblich an allen Prozessen des Filmemachens beteiligt sein und seine eigenen individuel-
len und unverkennbaren Ideen und Vorstellungen einfließen lassen können.
Das Ziel besteht darin, einen persönlichen und authentischen Film zu produzieren, der die
Handschrift des Regisseurs trägt und sowohl die Entwicklungen und Handlungen der Schau-
spieler als auch die Thematik des Films erst in seiner Gesamtheit einzigartig macht. Unter-
schieden werden muss dabei ,,zwischen dem
réalisateur
(Regisseur), der, wenn er auch mit
Intelligenz, Fantasie und Inspiration inszeniert, stets nur die vorgegebene Geschichte eines
Drehbuchautoren umsetz[t], und dem
auteur
(Autor), der, wenn er auch mit Flecken und Feh-
lern, voller Manien und Schwächen arbeitet, stets bekenn[t], wie er zur Welt, zu den Men-
schen und seiner Arbeit steht4", eigene Beobachtungen mit einbezieht und auch Filmen, die
auf fremden Drehbüchern basieren, eine persönlichen Note verleiht. Dieser
unabhängige
Autorenfilm
(frz.:
politique des auteurs
) soll das Lebensgefühl der Zuschauer widerspiegeln,
wobei besonders dem inneren Monolog, einer Ausdrucksform des modernen Romans, eine
zentrale künstlerische Funktion zugeordnet wird. Eine filmästhetische Gemeinsamkeit besteht
auch im gewollt unperfekten, spontan wirkenden Stil, bei dem die Verwendung von Handka-
meras sowie die Vorliebe für das Drehen von Alltagsszenerien an Originalschauplätzen statt
in Filmstudios mit Kunstlicht charakteristisch sind. Auch Anspielungen, Nachahmungen
und versteckte Zitate von Lieblingsregisseuren, wie etwa Alfred Hitchcock, Howard Hawks
oder Nicholas Ray, sind ein häufig verwendetes Mittel.
Ihr Ende erfährt die
Nouvelle Vague
Ende der 60er Jahre durch ihre Vertreter selbst.
Nachdem der zunächst unersättliche Drang nach Veränderung und Innovation gestillt ist, wird
den Regisseuren bewusst, wie unterschiedlich ihre eigenen Ideen und Vorstellungen in der
Realität aussehen. Die einst engen Freunde Truffaut und Godard beispielsweise entfremden
2 Wikipedia Deutschland, 2008b
3 Grob/Kiefer, 2006 : 8
4 Grob, 2006: 49
3
und zerstreiten sich bald so sehr voneinander, dass sie bis zu Truffauts Tod 1984 nicht mehr
miteinander sprechen.5
2. Leben und Werke des Regisseurs Jean-Luc Godard
Als einer der einflussreichsten Filmemacher und Vertreter der Nouvelle
Vague
gilt Jean-
Luc Godard. Geboren am 3. Dezember 1930 in Paris als Sohn einer großbürgerlichen Arztfa-
milie wächst er zunächst in der Schweiz auf, kehrt allerdings mit 12 Jahren nach Frankreich
zurück, um später an der Sorbonne Ethnologie zu studieren. 1950 macht er in der Ciné-
mathèque zum ersten Mal Bekanntschaft mit seinen weiteren Weggefährten und späteren
Nouvelle Vague
-Regisseuren, wie etwa Rohmer, Rivette und Truffaut. Unter dem Pseudonym
Hans Lucas
veröffentlicht Godard in der Filmzeitschrift
Cahiers du cinéma
ab 1952 mehrere
Artikel und Kritiken, bevor er kurz darauf beginnt, seine ersten Kurzfilme zu drehen. Sein
Spielfilmdebüt
A bout de souffle
, dessen Drehbuch Truffaut verfasst, macht ihn über Nacht
berühmt und bedeutet den Durchbruch als einflussreicher Filmemacher. Godards Motto:
,,Lasst uns etwas versuchen, das noch niemand gemacht hat6". Zu seinen bekanntesten Wer-
ken zwischen 1960 und 1967 drehte Godard insgesamt 15 Filme zählen u.a.:
Vivre sa vie
(,,Die Geschichte der Nana S.", 1962)
Bande à part
(,,Die Außenseiterbande", 1964)
Pierrot le fou
(,,Elf Uhr Nachts", 1965)
Masculin Féminin
(,,Maskulin Feminin", 1966)
La Chinoise
(,,Die Chinesin", 1967)
Weekend
(,,Weekend",
1967)
Für seine Idee der Bildauflösung findet Godard in dem Dokumentarfilmer Raoul Coutard
den perfekten Kameramann, mit dem er beinahe all seine Filme realisiert. Coutards Geschick
besteht vor allem in seinem gekonnten Umgang mit natürlichem Licht und der handgeführten
Kamera, um seinen Filmen einen individuellen Stil zu verleihen. Nicht selten wird dabei auch
aus fahrenden Autos gefilmt7. Charakteristisch für Godards Produktionen sind zudem seine
wilden, poppigen Genremixe sowie ein Nebeneinander vieler verschiedenartiger Stilmittel,
wie z.B. Kameraeinstellungen, Schnitt- und Montagetechniken.
Im Laufe seiner Regisseurslaufbahn entfernt sich Godard zunehmend vom traditionellen
Erzählkino und versteht seine Filme vielmehr als experimentell-essayistisches Instrument zur
politischen Stellungnahme. Nach zahlreichen Stilwechseln, besonders Ende der 60er und Mit-
5 Vgl.: Movie-College, o.J.
wissen.de,
o.J.
6 kino.de, 2008
7 Vgl.: Movie-College, o.J.
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