Deutsche Missionsgesellschaften in Afrika im 19. Jahrhundert

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Details

Titel: Deutsche Missionsgesellschaften in Afrika im 19. Jahrhundert
Autor: Christian Horn
Fach: Geschichte - Neuere Geschichte, 19. Jhdt.
Veranstaltung: Deutschland und die Kolonien (PS)
Institution/Hochschule: Justus-Liebig-Universität Gießen
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2003
Seiten: 17
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 13  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 114 KB
Archivnummer: V116397
ISBN (E-Book): 978-3-640-18532-0
ISBN (Buch): 978-3-640-18539-9

Zusammenfassung / Abstract

Die folgende Hausarbeit kann aufgrund der gebotenen Kürze keine umfassende Gesamtdarstellung der Missionierung in Afrika im 19. Jahrhundert sein, sondern stellt lediglich die wichtigsten Motive derselben heraus. Beginnend mit einem bewusst knapp gehaltenen Rückblick auf die christliche Missionierung vor dem 19. Jahrhundert (Kaptitel II) schließt sich direkt der Hauptteil der Arbeit an (Kapitel III), in welchem vom allgemeinen zum besonderen schreitend die wichtigsten Aspekte der Missionsbewegung angesprochen werden. Im Mittelpunkt dieses Teils steht die – in der Geschichtswissenschaft häufig debattierte – Dialektik zwischen Mission und Kolonialismus. Im vierten Kapitel werden – ebenfalls bewusst knapp – die Modernisierungseffekte durch die Missionare auf dem Gebiet der Bildung, Erziehung und Kulturforschung umrissen. Die Darstellung zeigt Grundtendenzen aller deutschen Missionsgesellschaften im Afrika des 19. Jahrhunderts auf und bezieht sich nur an bestimmten Stellen auf eine bestimmte Kolonie oder Missionsgesellschaft. [...]

Textauszug (computergeneriert)

Veranstaltung:

,,Deutschland und die Kolonien"

(Grundseminar)

Hausarbeit

im Wintersemester 2003/2004

(1. Fachsemester)

Thema:

,,Deutsche Missionsgesellschaften

in Afrika im 19. Jahrhundert"

Verfasser:

Christian Horn

___________________________

Dornburg-Wilsenroth, im März 2004


Inhaltsverzeichnis

Seite

I. Einleitung 3

II. Christliche Missionierung vor dem 19. Jahrhundert 3

III. Missionierung in den deutschen Kolonien in Afrika 5

1.

Anfänge 5

2. Weltbild und Selbstverständnis der Missionare 6

3. Mission und Kolonialismus 8

3.1.

Gegenseitige Wegbereitung

8

3.2.

Kooperation und Konflikt

9

3.3.

Der Hereroaufstand

11

4.

Modernisierungseffekte der Missionierung 13

4.1.

Bildung und Erziehung durch die Missionare

13

4.2.

Die Kulturforschung der Missionare

15

Literaturverzeichnis 16

2


I. Einleitung

Die folgende Hausarbeit kann aufgrund der gebotenen Kürze keine umfassende

Gesamtdarstellung der Missionierung in Afrika im 19. Jahrhundert sein, sondern

stellt lediglich die wichtigsten Motive derselben heraus.

Beginnend mit einem bewusst knapp gehaltenen Rückblick auf die christliche

Missionierung vor dem 19. Jahrhundert (Kaptitel II) schließt sich direkt der

Hauptteil der Arbeit an (Kapitel III), in welchem vom allgemeinen zum

besonderen schreitend die wichtigsten Aspekte der Missionsbewegung

angesprochen werden. Im Mittelpunkt dieses Teils steht die ­ in der

Geschichtswissenschaft häufig debattierte ­ Dialektik zwischen Mission und

Kolonialismus. Im vierten Kapitel werden ­ ebenfalls bewusst knapp ­ die

Modernisierungseffekte durch die Missionare auf dem Gebiet der Bildung,

Erziehung und Kulturforschung umrissen.

Die Darstellung zeigt Grundtendenzen aller deutschen Missionsgesellschaften im

Afrika des 19. Jahrhunderts auf und bezieht sich nur an bestimmten Stellen auf

eine bestimmte Kolonie oder Missionsgesellschaft.

II. Christliche Missionierung vor dem 19. Jahrhundert

Das Christentum verbreitete sich der biblischen Botschaft gerecht werdend und

in der apostolischen Tradition stehend in seinen Anfängen ,,

überwiegend

friedlich"1. Diese Einstellung änderte sich erst, als der christliche Glaube 312/24

unter Konstantin dem Großen und 391 unter Theodosius I. in Rom und Armenien

zur Staatsreligion wurde und somit eine ,,Einheit von Religion, Staat und

Gesellschaft"2 gegeben war. Die christliche ,,Schwertmission" richtete sich von

nun an gewaltsam nach innen, im weiteren Verlauf durch Eroberung auch nach

außen und institutionalisierte sich ab 798 in drei Missionserzbistümern auf

deutschem Boden3. Im Mittelalter war die Mission ein von der Machtpolitik nicht

zu trennender Faktor, was sich unter anderem in den religiös gerechtfertigten

Kreuzzügen ab 1096 zeigte und auch im Verlauf der christlichen Mission in

1 Geiss 1996, S. 78.

2 Ebd.

3 In Salzburg (798), Hamburg-Bremen (831/46) und Magdeburg (968).

3


Übersee deutlich wurde. Die Missionsidee lieferte die ideologische Begründung

für die europäische Expansion in Übersee, die der Suche nach Gold und Sklaven

dienen sollte4 - von christlich motivierten Beweggründen kann in diesem

Zusammenhang keine Rede sein.

Die Entdeckung Amerikas durch Christopher Kolumbus 1492 und die Landung

Vasco da Gamas in Indien 1498 leitete eine ,,welthistorische Wende" ein, die zur

europäischen Expansion über den gesamten Globus und letztlich einer

,,Europäisierung der Erde" führte, an deren Ende etwa 85% der Erdoberfläche

europäisch beherrscht wurde (D.K. Fieldhouse)5. Eine der weitreichendsten

Folgen dieser ,,Europäisierung" war die Ausbreitung des christlichen

Gedankenguts und damit verbunden auch der abendländischen Kultur in der

ganzen Welt.

Im Zeichen von Aufklärung, Physiokratismus und Frühliberalismus setzte Ende

des 18. Jahrhunderts eine Phase ,,kolonialer Ernüchterung und Enttäuschung" ein,

in deren Verlauf der französische Physiokrat Turgot Kolonien als ,,reife Früchte,

die vom Baume fallen" bezeichnete6. Diese zwischenzeitliche Abwendung von

kolonialem Besitz evozierte einen ,,gewisse[n] Stillstand missionarischen

Elans"7, der um 1750 einsetzte und bis etwa 1850 andauerte.

Erst um 1880 setzte im Zeichen des Imperialismus eine erneute

hochkoloniale

Phase ein, die bis 1940 andauerte, und das Christentum weitgehend mit dem

kommerziell expandierenden Europa identisch werden ließ8. Die christlichen

Missionen spielten demnach im Hinblick auf die Festigung europäischer

Kolonialgebiete auf allen fünf Kontinenten eine zentrale Rolle, die ,,sich nicht

mit den Kategorien der politischen Herrschaft und ökonomischen Abhängigkeit

erfassen lässt"9. Ab 1870 setzte in den christlichen Missionen ein ,,doppelte[r]

Missionsenthusiasmus"10 ein, der sich in erster Linie auf Ostasien und Afrika

konzentrierte.

4 Vgl. Geiss 1996, S. 79.

5 Vgl. Gründer 1992, S.11-12.

6 Vgl. Gründer 1992, S.12-13.

7 Hammer 1978, S. 78.

8 Vgl. Geiss 1996, S.82.

9 Gründer 1992, S. 15.

10 Hammer 1978, S. 79.

4


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