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Im Wandel der Zeit: Die Exekutive und ihre Einbindung in die Gewaltenbalance am ... close

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Im Wandel der Zeit: Die Exekutive und ihre Einbindung in die Gewaltenbalance am Beispiel des politischen Systems der Vereinigten Staaten von Amerika

Scholary Paper (Seminar), 2004, 23 Pages
Author: Jane Vetter
Subject: Politics - International Politics - Region: USA

Details

Event: Einführung in das Studium der politischen Systeme
Institution/College: University of Passau
Tags: Wandel, Zeit, Exekutive, Einbindung, Gewaltenbalance, Beispiel, Systems, Vereinigten, Staaten, Amerika, Einführung, Studium, Systeme
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2004
Pages: 23
Grade: 2+
Bibliography: ~ 19  Entries
Language: German
Archive No.: V116460
ISBN (E-book): 978-3-640-18631-0
ISBN (Book): 978-3-640-18820-8
File size: 152 KB

Abstract

Am 20. Januar 2004 hielt der amerikanische Präsident George W. Bush seine Rede zur Lage der Nation vor dem Kongreß und betonte dabei die hohe Verantwortung, das amerikanische Volk aktiv zu verteidigen. Er forderte unter anderem die Erneuerung des Patriot Act, ein Gesetz, welches beispielsweise erlaubt, Ausländer auf eine unbestimmte Zeit zu inhaftieren, sollten sie eine Gefahr für die nationale Sicherheit der USA darstellen. Der Patriot Act fand zur Zeit seiner Annahme im Oktober des Jahres 2001, also kurz nach den terroristischen Anschlägen auf das World Trade Center in New York City als auch auf das Pentagon in Washington D.C., kaum Widerstand in den Reihen des Kongresses; die parlamentarische Diskussion war gering. Damit geht er konform mit seiner Aussage aus der Rede zur Lage der Nation aus dem Jahre 2003: „Whatever action is required, whenever action is necessary, I will defend the freedom and security of the American people.” Mit der Hervorhebung seiner Person im Kampf gegen den Terrorismus und der widerstandslosen Durchsetzung von einem Gesetz, welches die persönlichen Freiheitsrechte des einzelnen einschränkt, zeigt Bush, daß er nach den Terroranschlägen des 11. September 2001 einen „immensen Machtgewinn und Vertrauensvorschuß“ erhält. Die nationale Sicherheit gewinnt an Dominanz und untermauert die Rolle des Präsidenten als Oberster Befehlshaber nach außen und einem Schutzpatron nach innen. Braml sagte dies mit den folgenden Worten: „Der Kongreß hat in einer solchen Ausnahmesituation nicht das politische Gewicht, den Präsidenten im Kampf gegen den Terrorismus herauszufordern, würde er doch damit den Garanten der nationalen Einheit und Handlungsfähigkeit in Frage stellen.“ [...]


Excerpt (computer-generated)

Grundkurs ,,Einführung in das Studium der politischen Systeme"

Wintersemester 2003/04

Im Wandel der Zeit: Die Exekutive und ihre Einbindung in die Gewaltenbalance am
Beispiel des politischen Systems der Vereinigten Staaten von Amerika

Studentin der Sprachen-, Wirtschafts- und Kulturraumstudien mit Schwerpunkt auf den
anglo-amerikanischen Kulturraum
4. Fachsemester

 


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung in die Thematik 3
1.1 Die Lage der Nation 3
1.2 Die wichtige Frage der Gewaltenbalance 3
1.3 Bericht und Auswertung der angewandten Literatur 4
2 Die Exekutive 6
2.1 Wahl des Präsidenten 6
2.2 Mitarbeiter 8
2.3 Aufgaben 9
3 Die Gewaltenbalance 10
3.1 Definition 10
3.2 Gewaltenbalance in der Verfassung und den Federalist Papers 10
3.3 Verhältnisse in den Anfängen der Vereinigten Staaten 12
4 Neue Herausforderungen 14
4.1 Entwicklungen in der Innenpolitik und deren Wirkung auf die Gewaltenbalance .. 14
4.2 Entwicklungen in der Außenpolitik und deren Wirkung auf die Gewaltenbalance. 16
5 Auswertung und Zukunftsaussichten 20
6 Bibliographie 21

2

 


1 Einführung in die Thematik

1.1 Die Lage der Nation

Am 20. Januar 2004 hielt der amerikanische Präsident George W. Bush seine Rede zur Lage der Nation vor dem Kongreß und betonte dabei die hohe Verantwortung, das amerikanische Volk aktiv zu verteidigen1. Er forderte unter anderem die Erneuerung des Patriot Act, ein Gesetz, welches beispielsweise erlaubt, Ausländer auf eine unbestimmte Zeit zu inhaftieren, sollten sie eine Gefahr für die nationale Sicherheit der USA darstellen. Der Patriot Act fand zur Zeit seiner Annahme im Oktober des Jahres 2001, also kurz nach den terroristischen Anschlägen auf das World Trade Center in New York City als auch auf das Pentagon in Washington D.C., kaum Widerstand in den Reihen des Kongresses; die parlamentarische Diskussion war gering2.

Damit geht er konform mit seiner Aussage aus der Rede zur Lage der Nation aus dem Jahre 2003:

,,Whatever action is required, whenever action is necessary, I will defend the freedom and security of the American people."3

1.2 Die wichtige Frage der Gewaltenbalance

Mit der Hervorhebung seiner Person im Kampf gegen den Terrorismus und der widerstandslosen Durchsetzung von einem Gesetz, welches die persönlichen Freiheitsrechte des einzelnen einschränkt, zeigt Bush, daß er nach den Terroranschlägen des 11. September 2001 einen ,,immensen Machtgewinn und Vertrauensvorschuß"4 erhält. Die nationale Sicherheit gewinnt an Dominanz und untermauert die Rolle des Präsidenten als Oberster Befehlshaber nach außen und einem Schutzpatron nach innen.

Braml sagte dies mit den folgenden Worten: ,,Der Kongreß hat in einer solchen Ausnahmesituation nicht das politische Gewicht, den Präsidenten im Kampf gegen den Terrorismus herauszufordern, würde er doch damit den Garanten der nationalen Einheit und Handlungsfähigkeit in Frage stellen."5

Diese Aussage wird auch von dem Umstand gestützt, wie Bush im Juni 2002 die komplexe Erschaffung eines Department of Homeland Security durchsetzte, indem er dem Kongreß

1 Vgl. Rede zur Lage der Nation 2004, http://www.whitehouse.gov/news/releases/2004/01/20040120-7.html
2 Vgl. Braml 2003: Machtpolitische Stellung
3 Vgl. Rede zur Lage der Nation 2003, http://www.whitehouse.gov/news/releases/2003/01/20030128-19.html
4 Braml 2003: Machtpolitische Stellung
5 Braml 2003: Machtpolitische Stellung

3

 


durch Androhung der Zuhilfenahme der amerikanischen Öffentlichkeit zu einer rapiden Gesetzeserlassung anhielt6.

In diesen Zeiten erhält man als Außenstehender den Eindruck einer Verschiebung der Gewaltenbalance. Die Exekutive dominiert nicht nur in den Medien, sondern scheinbar auch im politischen Kreis des Kongresses. Es stellt sich die Frage: Wie haben sich die veränderten Anforderungen an die Vereinigten Staaten von Amerika im Laufe der Zeit auf die Exekutive in ihrer Einbindung in die Gewaltenbalance ausgewirkt? Wie sehr veränderte sich die ursprüngliche Idee der checks and balances, wie sie noch in der US-Verfassung dargelegt wurde und wie haben sich die Machtverhältnisse in den vergangenen Jahrhunderten verschoben?

Diese Fragen haben insofern eine große Bedeutung als daß eine zu große Machtfülle einer einzelnen Gewalt nicht im Sinne eines demokratischen Systems sein kann. Besonders in einem Land, welches als Weltmacht gesehen wird und schwerwiegende Entscheidungen Tag für Tag trifft, sich selbst aber ebenso als Garant für eine bessere Welt7 versteht, dürfen die demokratischen Prinzipien, auf denen es erbaut wurde, nicht vernachlässigt werden.


1.3 Bericht und Auswertung der angewandten Literatur

Um einen ersten groben Überblick zu erhalten, eignet sich das Heft ,,Informationen zur politischen Bildung ­ Politisches System der USA" aus dem Jahre 1997: es stellt die Präsidialdemokratie in ihren Ursprüngen dar und zeigt auch anhand vieler Beispiele und Grafiken die heutige Funktionsweise auf.

Um sich ein genaueres Bild zu verschaffen, helfen Standardwerke wie ,,Die Vereinigten Staaten von Amerika" von Hartmut Wasser (1980), ,,Einführung in das politische System der USA" von Horst Mewes (1986) sowie ,,The American Political System ­ A Radical Approach" von Edward S. Greenberg (1989) weiter. Sie erklären ausführlich die einzelnen Funktionen der drei Gewalten, gehen auf die zeitlichen Geschehnisse ein und verknüpfen diese mit den politischen Entscheidungen und Entwicklungen.

Besonders hilfreich ist das Lehr- und Handbuch ,,Regierungssystem der USA" von Prof. Dr. Wolfgang Jäger und Dr. Wolfgang Welz (1995), da es neben der recht aktuellen Darstellung sehr anschaulich an die Materie herangeht und verständlich die Problematiken erklärt, ohne dabei an Tiefe zu verlieren.

6 Braml 2003: Machtpolitische Stellung
7 Vgl. Rede zur Lage der Nation 2004: "Because of American leadership and resolve, the world is changing for the better", http://www.whitehouse.gov/news/releases/2004/01/20040120-7.html

4

 


Als zusätzlicher Informationsgeber erweist sich auch teilweise ,,Conflict and consensus ­ The struggle between Congress and the President over Foreign Policymaking" von Gerald Felix Warburg (1989), wobei man sich hierauf nicht zu sehr spezialisieren darf, da die Innenpolitik entsprechend dem Titel nicht abgedeckt wird.

Um politische Entscheidungen, Konflikte und Gesetze der Vergangenheit in einem geschichtlichen Rahmen verstehen, interpretieren und nachvollziehen zu können, empfiehlt sich Udo Sautters ,,Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika" (1991), welches einen interessanten Überblick verschafft und nicht in Details abdriftet.

Unerläßlich sind weiterhin die Studien der US-Verfassung und der Federalist Papers, um die Grundaussagen und ­werte der USA verstehen zu können und um überhaupt zu wissen, was die Thematik ist. Dabei empfiehlt sich auch ein Blick in Alexis de Tocquevilles ,,Über die Demokratie in Amerika" aus dem Jahre 1835. Dieses Buch erlaubt eine europäischmonarchische Sicht und analysiert scharfzüngig die Ideen und Gesetze der Gründungsväter als Entwicklungstendenz für zukünftige Demokratien.

,,The Imperial Presidency" von Arthur M. Schlesinger Jr. (1973) wird oft in vorherig genannten Werken erwähnt oder zitiert und setzt sich vor allem mit der imperialen Herrschaft des Präsidenten Nixon auseinander; es hinterfragt das politische System der USA und kritisiert lautstark die damaligen Verhältnisse.

Letztendlich darf es nicht an aktuellen Schriften fehlen, da die jetzige Lage der USA und ihre Politik beispiellos in der Geschichte sind: Hilfreiche, interessante und kontroverse Artikel findet man im SWP-Aktuell der Stiftung Wissenschaft und Politik des Deutschen Instituts für Internationale Politik und Sicherheit, in der Beilage aus Politik und Zeitgeschichte ,,Das Parlament", im ,,Policy Studies Journal", in der Zeitung ,,Die Zeit" sowie im ,,Spiegel". Sie befassen sich vielfältig mit der Politik in Krisensituationen, moderner Regierungsweise und Analysen über die Präsidentschaft von George W. Bush ­ auch unter Gesichtspunkten der checks and balances. Besonders in den letzten Jahren erschienen viele Bücher und Artikel über die politische Entwicklung in den USA, natürlich wegen der Ausnahmesituation entstanden durch die Terroranschläge, den Krieg gegen Afghanistan und gegen den Irak. Im Folgenden soll detailliert die Frage geklärt werden, wie die Entwicklung der Gewaltenbalance in Verbindung mit der Exekutive vorangegangen ist. Dazu bedarf es zunächst der Erläuterung über Wahl des Präsidenten, Mitarbeiter und Aufgaben der Exekutive, um einen Überblick zu gewinnen, welche Macht die Regierung besitzt, welche sie teilen muß, welche Kontrolle sie ausüben darf und inwiefern sie selbst kontrolliert wird.

5

 



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