Wahrnehmung bei Angst- und Panikattacken close Bitte warten


Details

Veranstaltung: Wahrnehmungspsychologie
Institution/Hochschule: Fachhochschule für Kunsttherapie Nürtingen
Tags: Wahrnehmung, Angst-, Panikattacken, Wahrnehmungspsychologie
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 16
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 9  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 146 KB
Archivnummer: V116524
ISBN (E-Book): 978-3-640-18192-6

Zusammenfassung / Abstract

Menschen reagieren mit Angst auf Situationen, die gefährlich sind. Als Alarmfaktor bei Bedrohung und Gefahr werden Kräfte mobilisiert, die kurzfristig den Betroffenen zu außergewöhnlichen Leistungen befähigen, um gefährliche Situationen meistern zu können. Angst ist somit ein wichtiger Bestandteil menschlichen Lebens. Wenn man beim Überqueren einer Straße plötzlich ein Auto auf sich zukommen sieht, bleibt man sicherlich nicht stehen, um sich überfahren zu lassen, sondern springt rasch zur Seite. Warum? Eine automatische Angstreaktion verursacht eine physiologische Veränderung, erhöhter Herzschlag, maximale Durchblutung aller Muskeln, zur Vorbereitung des Körpers auf schnelles Handeln, zum Beispiel um rasch wegzulaufen. Im Laufe von vielen tausend Jahren Evolutionsgeschichte hat sich Angst als eine biologisch lebensnotwendige Reaktion gegen bedrohliche Situationen entwickelt. Angst ermöglicht eine automatische Reaktion, um den Körper bei Gefahren auf ein unmittelbares Verhalten vorzubereiten, angreifen oder weglaufen? Kampf oder Flucht? Angstreaktionen sind somit lebensnotwendig, um den Organismus vor möglichen Gefahren zu warnen. Diese Form von Angst, als natürliche Reaktion auf bedrohliche Situationen, ist jedem vertraut. Neben diesen Ängsten gibt es jedoch ebenso eine Fülle von ganz individuellen Ängsten, so kann zum Beispiel eine harmlose Spinne bei manchen Menschen Angst auslösen. Bei anderen kommt es zu Angstanfälle in engen, geschlossenen Räumen, auf öffentlichen Plätzen oder wenn sie in Beruf oder Schule vor anderen frei sprechen müssen. Ähnlich wie bei der realen Angst wird auch bei dieser krankhaften Angst (Phobie) der Körper auf erhöhte Einsatzbereitschaft vorbereitet. Da aber keine eigentliche Gefahr vorliegt, werden die bereitgestellten Energien auch nicht abgerufen. Betroffene erleben diese Aktivierung ihres Organismus als etwas extrem Bedrohliches. Wird der " Alarmfaktor Angst" übersensibilisiert, kann er schon bei geringen, ungefährlichen Veränderungen in der Umwelt oder auch im Körper ausgelöst werden. Dann können Ängste extreme Ausprägungen haben, so dass sie quälend werden und der Betroffene nur noch bedingt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann. In dieser Arbeit werde ich auf diese durch Angst ausgelösten Panik- und Angstanfälle unter wahrnehmungspsychologischen Aspekten näher eingehen und die auftretenden Symptome erläutern

Textauszug (computergeneriert)


Hausarbeit

Wahrnehmungspsychologie

Wahrnehmung bei Angst- und Panikattacken

Staatlich anerkannte Fachhochschule

für Kunsttherapie Nürtingen

Anna-Selina Daiß





Wintersemester 2004/05


Gliederung

1. Einleitung: Was versteht man unter Angst? 3

2. Definition der Angststörung 4

2.1 Angststörungen ein Überblick 4

2.2 Neuroanatomische Grundlagen 6

3. Angst: ein psycho-physiologischen Modell 7

3.1 Das kognitive Modell von Clark 7

4. Angst als psychophysiologischer Kreislauf 8

4.2 Teufelskreis bei Angstanfällen 11

5. Wahrnehmungsprozesse 12

6. Schlusswort 13

7. Literaturhinweis 15

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1. Einleitung: Was versteht man unter Angst?

Angst gehört unvermeidlich zu unserem Leben. In immer wieder anderen Formen

begleitet sie uns von Geburt an. ,,Jeder Mensch hat seine persönliche, individuelle

Form der Angst, die zu ihm und seinem Wesen gehört, wie er seine Form der Liebe

hat und seinen eigenen Tod sterben muss."1 Diese, unsere Angst, hängt unabdingbar

mit unserer persönlichen Lebensgeschichte, den eigenen Anlagen und der Umwelt

zusammen. Angst tritt immer in Situationen, denen wir nicht oder noch nicht

gewachsen sind, auf. So gibt es also lebensgeschichtlich völlig normale,

entwicklungsgemäße Ängste, die ein gesunder Mensch zu bewältigen vermag.

Des Weiteren ist diese Angst eine unentbehrliche und sinnvolle Reaktion des

Menschen als automatische Alarmreaktion. Menschen reagieren mit Angst auf

Situationen, die gefährlich sind. Als Alarmfaktor bei Bedrohung und Gefahr werden

Kräfte mobilisiert, die kurzfristig den Betroffenen zu außergewöhnlichen Leistungen

befähigen, um gefährliche Situationen meistern zu können. Angst ist somit ein

wichtiger Bestandteil menschlichen Lebens. Wenn man beim Überqueren einer

Straße plötzlich ein Auto auf sich zukommen sieht, bleibt man sicherlich nicht stehen,

um sich überfahren zu lassen, sondern springt rasch zur Seite. Warum? Eine

automatische Angstreaktion verursacht eine physiologische Veränderung, erhöhter

Herzschlag, maximale Durchblutung aller Muskeln, zur Vorbereitung des Körpers auf

schnelles Handeln, zum Beispiel um rasch wegzulaufen.

Im Laufe von vielen tausend Jahren Evolutionsgeschichte hat sich Angst als eine

biologisch lebensnotwendige Reaktion gegen bedrohliche Situationen entwickelt.

Angst ermöglicht eine automatische Reaktion, um den Körper bei Gefahren auf ein

unmittelbares Verhalten vorzubereiten, angreifen oder weglaufen? Kampf oder

Flucht?

Angstreaktionen sind somit lebensnotwendig, um den Organismus vor möglichen

Gefahren zu warnen. Diese Form von Angst, als natürliche Reaktion auf bedrohliche

Situationen, ist jedem vertraut. Neben diesen Ängsten gibt es jedoch ebenso eine

Fülle von ganz individuellen Ängsten, so kann zum Beispiel eine harmlose Spinne

bei manchen Menschen Angst auslösen. Bei anderen kommt es zu Angstanfälle in

engen, geschlossenen Räumen, auf öffentlichen Plätzen oder wenn sie in Beruf oder

Schule vor anderen frei sprechen müssen. Ähnlich wie bei der realen Angst wird

1 Riemann: Grundformen der Angst S.9

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auch bei dieser krankhaften Angst (Phobie) der Körper auf erhöhte

Einsatzbereitschaft vorbereitet. Da aber keine eigentliche Gefahr vorliegt, werden die

bereitgestellten Energien auch nicht abgerufen. Betroffene erleben diese Aktivierung

ihres Organismus als etwas extrem Bedrohliches.

Wird der " Alarmfaktor Angst" übersensibilisiert, kann er schon bei geringen,

ungefährlichen Veränderungen in der Umwelt oder auch im Körper ausgelöst

werden. Dann können Ängste extreme Ausprägungen haben, so dass sie quälend

werden und der Betroffene nur noch bedingt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen

kann.

In dieser Arbeit werde ich auf diese durch Angst ausgelösten Panik- und Angstanfälle

unter wahrnehmungspsychologischen Aspekten näher eingehen und die

auftretenden Symptome erläutern.

2. Definition der Angststörung

Im Jahre 1980 wurde im DSM-III (Diagnostic and Statistical Manual for Mental

Disorders; APA, 1980) die Angststörung neu definiert. Diese Einteilung wurde 1994

weitgehend von dem WHO-System ICD-10 (International Classification of Diseases;

WHO, 1994) übernommen.

Seitdem werden Angststörungen in: Panikstörung; Agoraphobie ohne Panikstörung;

Agoraphobie mit Panikstörung;

Generalisierte Angststörung; Soziale Phobie; Spezifische Phobie; Spezifische

(isolierte) Phobie und Angst und depressive Störung, gemischt; unterteilt.1

2.1 Angststörungen ein Überblick

Die Panikstörung [episodisch paroxysmale Angst] wird im Kapitel V, unter F41.0 im

ICD-10-GM Vers.2005 folgendermaßen definiert:

Das wesentliche Kennzeichen sind wiederkehrende schwere Angstattacken (Panik),

die sich nicht auf eine spezifische Situation oder besondere Umstände beschränken

und deshalb auch nicht vorhersehbar sind. Wie bei anderen Angsterkrankungen

zählen zu den wesentlichen Symptomen plötzlich auftretendes Herzklopfen,

1 vgl. Homepage Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information: DIMDI ­ Im

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit und soziale Sicherung

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