Kinder aus verschiedenen Kulturkreisen und ihr Zugang zu Astrid Lindgrens Romanf... close Bitte warten
Kinder aus verschiedenen Kulturkreisen und ihr Zugang zu Astrid Lindgrens Romanfigur Pippi Langstrumpf

Autor: Mareke Dreyer
Fach: Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwiss.

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Details

Kategorie: Examensarbeit
Jahr: 2007
Seiten: 93
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 55  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 394 KB
Archivnummer: V116603
ISBN (E-Book): 978-3-640-18155-1
Anmerkungen :
Der Musterfragebogen findet sich nicht noch einmal im Anhang, da er im Text ausführlich dargestellt wird. Die den Kindern vorgelesene Geschichte kann in der angegebenen Quelle nachgelesen werden.

Zusammenfassung / Abstract

Am 14.11.2007 wäre Astrid Lindgren 100 Jahre alt geworden. Besonders ihre bekannteste Kinderbuchfigur Pippi Langstrumpf erfährt im Zuge der vielen Jubiläumsfeierlichkeiten, die schon Anfang des Jahres begannen, große Aufmerksamkeit. Ihr zu Ehren wurden (und werden) Ausstellungen gezeigt , alte Verfilmungen wiederholt und unzählige Schulkinder engagierten sich bei Theateraufführungen und Schreibwettbewerben. Der Hamburger Verlag Friedrich Oetinger, der das gesamte Werk Astrid Lindgrens herausgibt, veröffentlichte eine neu illustrierte Sonderausgabe von Pippi Langstrumpf und publizierte im August erstmals den bisher nicht zugänglichen, sozusagen „pränatalen“ Text des ursprünglichen Manuskripts, die sogenannte Ur-Pippi . Diese Ankündigung machte mich neugierig und ich begann, mich mit der „Geburts-“ und Lebensgeschichte dieses ungewöhnlichen Mädchens eingehender zu beschäftigen. Pippi Langstrumpf ist 1949 zum ersten Mal auf Deutsch erschienen und damit so alt wie die Bundesrepublik Deutschland. Seit ihrem Erscheinen wurde dieser Kinderbuchklassiker in mittlerweile fast 60 Sprachen übersetzt, darunter Friesisch (inklusive Föhrfriesisch, Syltfriesisch und Mooringfriesisch), Aserbaidschanisch, Kymisch (Walisisch), Kasachisch und Zulu. Man kann also davon ausgehen, dass Buch und Figur auf der ganzen Welt bekannt sind und von Kindern, aber auch von vielen Erwachsenen geliebt werden. Fast jeder kennt Pippi Langstrumpf und verbindet mit ihr positive Erinnerungen. Sie ist ungeachtet der Kontroversen um ihr Verhalten und dessen Wirkung in vielen Kinderzimmern heimisch, und auf unzähligen Faschingsfesten hat ihr Outfit Kultstatus erreicht.

Textauszug (computergeneriert)

Schriftliche Hausarbeit zur Ersten Staatsprüfung für die Laufbahn

an Grund- und Hauptschulen in Schleswig-Holstein

Kinder aus verschiedenen

Kulturkreisen und ihr Zugang zu

Astrid Lindgrens Romanfigur

Pippi Langstrumpf

Dem Prüfungsamt vorgelegt

von stud. paed. Mareke Dreyer

Flensburg, den 20. Dezember 2007


1 Einleitung

4

2 Pippi Langstrumpf und ihr internationaler Humor

10

2.1 Humor - Komik - Lachen

10

2.1.1 Antike

11

2.1.2 Mittelalter

12

2.1.3 Renaissance

12

2.1.4 Frühe Neuzeit bis Gegenwart

13

2.1.5 Henrich und seine ursprüngliche Grundform der Komik

14

2.1.6 Lachen bei Kindern und Erwachsenen

16

2.2 Wider die Hierarchisierung von kindlicher und erwachsener

Komikkultur in der Kinder- und Jugendliteratur

18

2.3 Komik in der Kinder- und Jugendliteratur ­ kurzer historischer

Abriss 21

2.4 Komik bei Pippi Langstrumpf

24

2.5 Pippi Langstrumpf als komische Figur

25

2.5.1 Komik des Unerwarteten, Überraschenden und Exzentrischen

26

2.5.2 Komik der äußeren Erscheinung

27

2.5.3 Komik des grotesken Leibes

30

2.5.4 Komik des Missverstehens

31

2.6 Anmerkungen zu Pippis Komik im internationalen Vergleich

33

3 Text- und Veröffentlichungsgeschichte von Pippi

Langstrumpf 34

3.1

Anfänge der

Ur-Pippi

34

3.2

Humor und Komik im Text von

Ur-Pippi

und

Buch-Pippi

36

3.2.1

Komik im Verhalten der

Ur-Pippi

38

3.2.2

Komik auf der sprachlichen Ebene der

Ur-Pippi

39

3.2.3

Astrid Lindgrens Haltung zu

Ur-

und

Buch-Pippi

42

1


4 Befragung von Schülerinnen und Schülern an ausgewählten

Grundschulen in Flensburg zu Pippi Langstrumpf

44

4.1 Rahmenbedingungen

44

4.2 Aufbau des Fragebogens

45

4.2.1 Allgemeines

45

4.2.2 Differenzierungskriterium Familiensprache

46

4.2.3 Fragen 1 bis 11

48

4.3 Durchführung der Fragebogenaktion

49

4.3.1 Vorbereitung

49

4.3.2 Auswahl der Geschichte

49

4.3.3 Bearbeitung des Fragebogens

50

4.4 Auswertung der Fragebögen

52

4.5 Darstellung der Ergebnisse

53

4.5.1 Frage 1 - Vorkenntnisse

53

4.5.2 Frage 2 - Assoziationen zum Namen ,,Pippi"

54

4.5.3 Frage 3 - Körperliche Stärke

54

4.5.4 Frage 4 - Worüber lachen Kinder in der Geschichte ,,Pippi geht in

die Schule"?

55

4.5.5 Frage 5 - Einstellung zu Pippis sprachlichem Verhalten

56

4.5.6 Frage 6 - Pippis Lügengeschichten

57

4.5.7 Frage 7 - Unberechenbarkeit von Pippis Verhalten

58

4.5.8 Frage 8 - Groteskes Verhalten

59

4.5.9 Frage 9 - Wahrnehmung von Pippi als Kasper

62

4.5.10 Frage 10 - Können auch Erwachsene über Pippi lachen?

63

4.5.11 Frage 11 - Warum könnte es für dich lustig sein, mit Pippi

befreundet zu sein?

64

4.6 Diskussion der Ergebnisse

65

4.7 Astrid Lindgren und ihr Verhältnis zu Kindern

67

4.8 Astrid Lindgren und ihre schriftstellerische Bedeutung für Kinder

70

2


5 Resümee und Ausblick

73

6 Literaturverzeichnis

75

7 Anhang

80

3


1Einleitung

Am 14.11.2007 wäre Astrid Lindgren 100 Jahre alt geworden. Besonders

ihre bekannteste Kinderbuchfigur Pippi Langstrumpf erfährt im Zuge der vie-

len Jubiläumsfeierlichkeiten, die schon Anfang des Jahres begannen, große

Aufmerksamkeit. Ihr zu Ehren wurden (und werden) Ausstellungen gezeigt1,

alte Verfilmungen wiederholt und unzählige Schulkinder engagierten sich bei

Theateraufführungen und Schreibwettbewerben. Der Hamburger Verlag

Friedrich Oetinger, der das gesamte Werk Astrid Lindgrens herausgibt, veröf-

fentlichte eine neu illustrierte Sonderausgabe von Pippi Langstrumpf und

publizierte im August erstmals den bisher nicht zugänglichen, sozusagen

,,pränatalen" Text des ursprünglichen Manuskripts, die sogenannte

Ur-

Pippi

2. Diese Ankündigung machte mich neugierig und ich begann, mich mit

der ,,Geburts-" und Lebensgeschichte dieses ungewöhnlichen Mädchens ein-

gehender zu beschäftigen.

Pippi Langstrumpf ist 1949 zum ersten Mal auf Deutsch erschienen und

damit so alt wie die Bundesrepublik Deutschland. Seit ihrem Erscheinen

wurde dieser Kinderbuchklassiker in mittlerweile fast 60 Sprachen übersetzt,

darunter Friesisch (inklusive Föhrfriesisch, Syltfriesisch und Mooringfrie-

sisch), Aserbaidschanisch, Kymisch (Walisisch), Kasachisch und Zulu.3 Man

kann also davon ausgehen, dass Buch und Figur auf der ganzen Welt bekannt

sind4 und von Kindern, aber auch von vielen Erwachsenen geliebt werden.

Fast jeder kennt Pippi Langstrumpf und verbindet mit ihr positive Erinne-

rungen. Sie ist ungeachtet der Kontroversen um ihr Verhalten und dessen

Wirkung in vielen Kinderzimmern heimisch, und auf unzähligen Faschings-

festen hat ihr Outfit Kultstatus erreicht.

1 bspw. ,,Hej Pippi Langstrumpf" in Hameln (13.2. - 1.7.2007), ,,Zwei mal Drei macht Vier.

100 Jahre, die Welt der Astrid Lindgren" in Lübeck (14.11.2007 ­ 17.2.2008)

2 Lindgren, Astrid. Ur-Pippi. Hamburg: Verlag Friedrich Oetinger 2007

3 vgl. Pressemappe des Verlags Friedrich Oetinger (http://www.vgo-

presse.de/fileadmin/verlagsgruppe-oetinger.de/pdf/autoren/3176.pdf) (Abruf

10.12.2007)

4 Hurrelmann, Bettina, S. 84

4


Neben diesen privaten Zugängen ist Pippi inzwischen als Ikone in die

didaktische Literatur eingegangen: Eine Vielzahl von Unterrichtsmaterialien

macht sich ihre Bekanntheit zunutze und setzt die Figur für den Literaturun-

terricht5, für fächerübergreifende Lehrangebote6 und sogar als persönliche

Begleiterin in Mathematikbüchern7 ein. Elektronisch zugängliche Unter-

richtsmaterialien für Lehrkräfte bieten mit Pippi Langstrumpf als Leitfigur

vielfältige Anregungen auf Arbeitsblättern und für Projekttage.8

Bei der Sichtung dieser Materialien stellte sich mir die Frage, inwiefern

diese Angebote auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten von Kindern aus unter-

schiedlichen Kulturkreisen und entsprechend einer anderen als der deut-

schen Muttersprache abgestimmt sind. Ist Pippi möglicherweise in den Fami-

lien nicht-deutscher Herkunft so wenig verankert, dass sie den Kindern als

Identifikationsfigur gar nicht zur Verfügung steht? Können diese Kinder die

besonderen Merkmale dieses westeuropäischen Kinderbuchklassikers erfas-

sen? Verstehen sie Pippis ausgeprägten Sprachwitz, wenn sie eine deutsche

Fassung des Buches lesen oder eine Bearbeitung sehen bzw. hören? Und wie

reagieren Kinder aus unterschiedlichen Kulturkreisen auf die immer noch

provozierenden Verhaltensweisen Pippis, auf ihr Verhältnis zu Erwachsenen,

besonders gegenüber Autoritätspersonen wie Lehrern, Polizisten und auch

Eltern? Amüsieren sie sich genauso über Pippis Auftreten und Verhalten wie

deutschsprachige Kinder?

Lachen Kinder aus unterschiedlichen Kulturkreisen über dieselben

Scherze und Witze?

5 vgl. Fischer, Claudia

6 vgl. Hormann, Rose/Löss, Cornelia

7 vgl. Kurth, Ina/Vernay, Rüdiger .

8 bspw.

http://www.lehrer-online.de/660677.php?sid=

59356781444147640119448324832150 (Abruf 6.12.2007),

http://www.lehrerportal.info/news+index.storytopic+0+start+2220.htm (Abruf

6.12.2007) oder http://www.4teachers.de/?action=search&sid=

1d59c2f952d76ef2b3773a2d5268104b&searchstring=pippi+Langstrumpf&searchtype=

materials (Abruf 6.12.2007)

5


Dass Erwachsene dies nicht tun, spiegelt sich wohl am deutlichsten im

sogenannten Karikaturenstreit9 wider, der im Jahre 2005 weltweit für Aufre-

gung sorgte: In einer dänischen Tageszeitung waren zwölf Karikaturen abge-

bildet, die den islamischen Propheten Mohammed zum Thema hatten. Viele

Muslime fühlten sich durch die bildlichen Darstellungen ihres Religionsstif-

ters in ihren religiösen Gefühlen verletzt. Es kam zu gewalttätigen Ausschrei-

tungen sowie Boykottaufrufen gegen dänische Produkte und Firmen. Neben

einer grundsätzlichen Diskussion um Meinungs- und Pressefreiheit wird an

diesem Beispiel deutlich, wie sehr der soziokulturelle Hintergrund die Auf-

fassungen von Humor und seinen verschiedenen Ausdrucksformen (Komik,

Satire) prägt.

Erwachsene waren es auch, die die Figur Pippi Langstrumpf seit ihrem

Erscheinen immer wieder daraufhin überprüften, ob diese ungewöhnliche

Kinderbuchfigur der geeignete ,,Umgang" für lesende Kinder sei. Diese Frage

wurde von einigen Literaturkritikern und Bibliothekaren oft entschieden

verneint.10 Sie befürchteten, dass Pippis unkonventionelle Verhaltensweisen

,,ansteckend" sein könnten und sich aus friedlich lesenden Kindern freche

Gören entwickeln würden. Andere sahen die Wirkung der Lektüre von Pippi

Langstrumpf gelassener und trauten den jungen Leserinnen und Lesern zu,

zwischen Pippis fiktiver und ihrer eigenen realen Welt unbeschadet unter-

scheiden zu können.

In den Jahrzehnten seit ihrem Erscheinen gab es in Deutschland immer

wieder unterschiedliche Debatten um die Bedeutung und Einschätzung die-

ser literarischen Figur. Diese waren immer auch von jeweils aktuellen gesell-

schaftlichen Themen geprägt (Feminismus, Rassismus), die sich weltweit in

der internationalen Rezeptions- und Übersetzungsgeschichte des Buches wi-

derspiegeln.11

9 Darstellung und Zusammenfassung der Debatte u.a. unter http://www.lpb-

bw.de/aktuell/karikaturenstreit.php

10 vgl. Gebt uns Bücher, gebt uns Flügel, S. 100 f.

11 vgl. Surmatz, Astrid

6


All dessen ungeachtet erfreut sich Pippi Langstrumpf bei Kindern welt-

weit seit mehr als 60 Jahren großer Beliebtheit. Ein alle Grenzen überschrei-

tender Grund ihrer Beliebtheit wird darin gesehen, dass sich Kinder weltweit

mit Pippis Allmacht identifizieren und in der Beschäftigung mit Pippi Lang-

strumpf ihre kindlichen Machtphantasien ausleben. Astrid Lindgren hat die-

se Sichtweise mit der Bemerkung präzisiert, ihr sei es wichtig, dass Pippi die

Macht, die ihr durch grenzenlosen Reichtum und nicht zu überbietende Kör-

perkraft zur Verfügung steht, zwar nutzt, aber nie missbraucht.12

Der oben angedeutete soziokulturelle Charakter von Humor und die

(von Erwachsenen gestaltete) Rezeptionsgeschichte des Buches legt aber die

Vermutung nahe, dass die Komik Pippi Langstrumpfs von Kindern aus unter-

schiedlichen Kulturkreisen durchaus auch differenziert komisch wahrge-

nommen wird. Um diese Annahme zu überprüfen, entwickelte ich einen Fra-

gebogen und ließ ihn von Kindern unterschiedlicher Nationalitäten aus

Flensburger Grundschulen bearbeiten. Vorbereitung, Durchführung und Er-

gebnisse dieser Untersuchung bilden den Mittelpunkt der vorliegenden Ar-

beit.

Zunächst wird jedoch eine theoretische Differenzierung zwischen den

Begriffen Humor, Komik und Lachen vorgenommen und untersucht, ob und

wie sich komische Elemente in der Kinder- und Jugendliteratur wiederfin-

den. Für den weiteren Verlauf der Arbeit stütze ich mich auf den Komikan-

satz von Dieter Henrich.13 Er hat sich in der Entwicklung seiner Theorie aus-

drücklich auf Äußerungen von Kindern bezogen und auf dieser Basis seine

Theorie der freien und befreienden Komik entwickelt. Diese wurde von Maria

Lypp auf Texte der Kinderliteratur übertragen.

Anschließend werden die komischen Eigenschaften der Romanfigur

Pippi Langstrumpf herausgearbeitet. Sie lassen sich differenzieren nach Figu-

ren-, Situations- und Sprachkomik. Dabei wird deutlich, dass Kinder über

Unerwartetes, Überraschendes und Entlastendes, über Verdrehtes und Ex-

12 vgl. Cromme, Gabriele, S. 304

13 vgl. Henrich, Dieter, S. 385 - 389

7


zentrisches, über Pippis lustige Sprache, über ihre maßlose und enthemmte

Gier und über Realitätsverdrehungen und Missverständnisse lachen. Im wei-

teren Verlauf dieses Abschnitts wird die Veröffentlichungsgeschichte des Bu-

ches dargestellt und die sogenannte

Ur-Pippi

mit der späteren

Buch-Pippi

auf ihre Unterschiede speziell im Hinblick auf komische Elemente verglichen.

Schwerpunkt der Darstellung sind dabei das Verhalten und die sprachlichen

Äußerungen Pippis.

Astrid Lindgren wird, um ihren großen literarischen Erfolg bei jungen

Leserinnen und Lesern zu begründen, eine besondere Nähe zu Kindern zuge-

sprochen. Diese These ist weit verbreitet und wurde auch von der Autorin

selbst oft vertreten. Kaum eine Würdigung ihres Lebenswerkes anlässlich des

100. Geburtstages kam ohne eine entsprechende Erwähnung aus. Dieser As-

pekt wird kurz behandelt, indem die Biographie Astrid Lindgrens und ihre

eigenen Äußerungen nach Quellen für diese Behauptung überprüft werden.

Schon die differenzierte Bearbeitung des ursprünglichen Manuskripts der

Ur-Pippi

hin zur später veröffentlichten

Buch-Pippi

lässt jedoch ahnen, dass

es neben ihrem bemerkenswerten Einfühlungsvermögen in die Gedanken-

und Gefühlswelt von Kindern vor allem ihr großes schriftstellerisches Poten-

zial war, das Astrid Lindgren zu einer der erfolgreichsten Kinderbuchauto-

rinnen der Welt werden ließ.

Inwiefern nun die differenzierte Wahrnehmung gerade der komischen

Elemente der Figur Pippi Langstrumpf den weltweiten Erfolg beeinflusst, soll

im darauf folgenden Abschnitt untersucht werden.

Im empirischen Teil der Arbeit werden die oben angestellten Vermu-

tungen zur komischen Wirkung von Pippi Langstrumpf auf Kinder aus unter-

schiedlichen Kulturkreisen anhand eines Fragebogens überprüft. Dafür wur-

den 89 Kinder der vierten Jahrgangsstufe aus zwei Flensburger Grundschu-

len befragt. Neben Deutsch werden in diesen Klassen zwölf verschiedene

Sprachen gesprochen. Dabei werden im Verlauf der Arbeit, wenn von ,,aus-

ländisch" genannten Kindern die Rede ist, stattdessen die Begriffe ,,Kinder

mit Migrationshintergrund" und ,,Kinder nicht-deutscher Herkunft" syn-

8


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