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Subtitle: Von welchen Faktoren hängt ab, ob eher eine Bürgerkultur oder eher eine Untertanenkultur entsteht?
Scholary Paper (Seminar), 2007, 17 Pages
Author: Sebastian Ganßauge
Subject: Social Studies/ Civics
Details
Institution/College: Dresden Technical University (Institut für Politikwissenschaft)
Tags: Politische, Kultur, Sozialisation, Konzepte, Erscheinungsformen, USA), Einführung, Studium, Systeme
Year: 2007
Pages: 17
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 8 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-18700-3
ISBN (Book): 978-3-640-18854-3
File size: 108 KB
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Abstract
In der heutigen Politik und im Politikgeschehen ist der Begriff der politischen Kultur wohl durchaus fast jedem schon einmal begegnet. Gern genutzt und meist auf ein weites Feld verallgemeinert muss dieser des Öfteren in Debatten herhalten, wenn es beispielsweise um die sinkende Wahlbeteiligung geht. Hand in Hand damit geht zumeist der Begriff der Bürgerkultur, die es zu erstreben gilt, wobei hier der Begriff der Untertanenkultur als „Jetztzustand“ meist gar nicht in den Mund genommen wird und wenn dann in zahlreichen abgeschwächten Formen. In diesem Zusammenhang drängt sich doch förmlich die Frage auf, von welchen Faktoren denn nun abhängt, ob eine Bürgerkultur oder eher eine Untertanenkultur entsteht. Zur Beantwortung dieser Frage wurden folgende analytische Kategorien gewählt: - der gesellschaftliche Grundkonsens und die historischen Wurzeln - der Einfluss der Staatsgewalt und die Staatsvorstellung - das Engagement im vorpolitischen Bereich - das Engagement im politischen Bereich (am Beispiel der Wahlbeteiligung) und die politische Sozialisation. Zu erwähnen ist hierbei, dass selbst in diesen ausgewählten Kategorien bei weitem nicht alle Aspekte, die in direktem oder indirektem Zusammenhang mit der Fragestellung stehen, bearbeitet wurden. Vielmehr habe ich mich bemüht, entweder einen kurzen Abriss zu geben, oder den Sachverhalt an einem repräsentativen Beispiel zu verdeutlichen.
Excerpt (computer-generated)
Technische Universität Dresden
Institut für Politikwissenschaft
Lehrstuhl für Politische Systeme und Systemvergleich
WS 2007/2008
Einführung in das Studium der politischen Systeme
Politische Kultur und politische Sozialisation:
Konzepte und Erscheinungsformen (Deutschland, USA)
Von welchen Faktoren hängt ab, ob eher eine
Bürgerkultur oder eher eine Untertanenkultur
entsteht?
____
Sebastian Ganßauge
Lehramt BA: Deutsch/ Gemeinschaftskunde
Gliederung:
1. Einleitung S. 1
2. Historische Wurzeln und gesellschaftlicher Grundkonsens S. 2
2.1. Historische Wurzeln und gesellschaftlicher Grundkonsens in der USA S. 2
2.2. Historische Wurzeln und gesellschaftlicher Grundkonsens in Deutschland S. 3
2.3. Zwischenfazit S. 4
3. Einfluss des Staates und Staatsvorstellung S. 5
3.1. Einfluss des Staates und Staatsvorstellung in den USA S. 5
3.2. Einfluss des Staates und Staatsvorstellung in Deutschland S. 6
3.3. Fazit S. 6
4. Engagement im vorpolitischen Bereich S. 6
4.1. Engagement im vorpolitischen Bereich in den USA S. 6
4.2. Engagement im vorpolitischen Bereich in Deutschland S. 7
4.3. Zwischenfazit S. 8
5. Engagement im politischen Bereich S. 8
5.1. Engagement im politischen Bereich in den USA S. 9
5.2. Engagement im politischen Bereich in Deutschland S. 10
5.3.Zwischenfazit S. 11
6. Politische Sozialisation S. 11
6.1. Politische Sozialisation in den USA S. 11
6.2. Politische Sozialisation in Deutschland S. 12
6.3. Zwischenfazit S. 12
7. Gesamtfazit und weiterführende Fragestellung S. 12
Literaturverzeichnis
II
1. Einleitung
In der heutigen Politik und im Politikgeschehen ist der Begriff der politischen Kultur wohl
durchaus fast jedem schon einmal begegnet. Gern genutzt und meist auf ein weites Feld
verallgemeinert muss dieser des Öfteren in Debatten herhalten, wenn es beispielsweise um die
sinkende Wahlbeteiligung geht. Hand in Hand damit geht zumeist der Begriff der
Bürgerkultur, die es zu erstreben gilt, wobei hier der Begriff der Untertanenkultur als
,,Jetztzustand" meist gar nicht in den Mund genommen wird und wenn dann in zahlreichen
abgeschwächten Formen. In diesem Zusammenhang drängt sich doch förmlich die Frage auf,
von welchen Faktoren denn nun abhängt, ob eine Bürgerkultur oder eher eine
Untertanenkultur entsteht.
Zur Beantwortung dieser Frage wurden folgende analytische Kategorien gewählt:
- der gesellschaftliche Grundkonsens und die historischen Wurzeln
- der Einfluss der Staatsgewalt und die Staatsvorstellung
- das Engagement im vorpolitischen Bereich
- das Engagement im politischen Bereich (am Beispiel der Wahlbeteiligung)
und die politische Sozialisation. Zu erwähnen ist hierbei, dass selbst in diesen ausgewählten
Kategorien bei weitem nicht alle Aspekte, die in direktem oder indirektem Zusammenhang
mit der Fragestellung stehen, bearbeitet wurden. Vielmehr habe ich mich bemüht, entweder
einen kurzen Abriss zu geben, oder den Sachverhalt an einem repräsentativen Beispiel zu
verdeutlichen.
1
2. Historische Wurzeln und gesellschaftlicher Grundkonsens
2.1. Historische Wurzeln und gesellschaftlicher Grundkonsens in den USA
Im 17. Jahrhundert flohen die ersten europäischen Siedler vor der politischen und religiösen
Unterdrückung ihrer Heimatländer. Sie schufen eine gesellschaftliche Ordnung von der Basis
her, da in dem jungen Amerika noch keine existierte, auf die man aufbauen konnte. In dieser
Zeit liegen wohl auch viele Charakterzüge der heutigen amerikanischen Mentalität begründet.
Die USA ist ein Einwandererstaat, der aus den unterschiedlichsten Nationalitäten
besteht. Genau diese Vielfältigkeit der Nationen bedingt es, dass ein gemeinsamer Konsens
für das Leben in der Neuen Welt gefunden werden musste. Dieser Konsens entspricht der
Ideologie des Amerikanismus, durch den sich die neue, ,,Zusammengewürfelte" Gesellschaft
definierte.
Zunächst einmal versteht man unter dem Amerikanismus das Bewusstsein eine neue
Gesellschaft zu repräsentieren, die sich deutlich von der alten, europäischen unterscheidet.
Die Siedler sahen diese ,,neue" Gesellschaft vor allem manifestiert in ihrer
frontier
-Erfahrung,
d.h. ihrer sich nach Westen hin ausbreitenden Zivilisation. Ein weiterer Aspekt des
Amerikanismus ist die Egalitärität der Gesellschaft. Im Gegensatz zu Europa sollte die Neue
Welt eine ,,Gleichgeborenen" - Gesellschaft sein, in der es keine Aristokratie gibt. Verbunden
mit dem Gedanken der Gleichheit ist gleichzeitig der Gedanke der Demokratie: Zu nennen
wäre hier die Schaffung der Basis der ausgeprägten kommunalen Selbstverwaltung, die zum
Bau der Fundamente ihres eigenen Staates benötigt wurde. Schließlich gaben sie sich 1776
eine demokratische Verfassung, jedoch war es immer noch primär die lokale Ebene, in der
sich das Leben in den jungen Vereinigten Staaten abspielte und bestenfalls die regionale
Ebene. Diese gesellschaftliche Gleichheit macht die amerikanische Exzeptionalität aus. Die
eben genannten Punkte betreffen eher die gesamtgesellschaftliche Situation; die Idee des
Amerikanismus ist jedoch auch mit radikalem Individualismus verbunden. Dieser
Individualismus bezieht sich darauf, dass jeder Amerikaner die Möglichkeit besitzt seine
eigenen Interessen zu verfolgen hauptsächlich bezüglich seiner ökonomischen Tätigkeit und
nicht(!) bezüglich der freien Religionsausübung. Dieser Ansatz des amerikanischen
Individualismus ist gleichzeitig auch die Grundlage des
American Dream
: Jeder kann es
durch harte Arbeit zu etwas bringen; Erfolg hängt also nur noch von der individuellen
Leistung ab und wird nicht mehr durch den Status innerhalb der Gesellschaft (wie in Europa)
reglementiert. Nicht umsonst sind Sprichwörter wie ,,Vom Tellerwäscher zum Millionär."
2
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