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Krieg in den Medien - Medienkrieg

Subtitle: Lasswells Kommunikations- und Propagandatheorie

Scholary Paper (Seminar), 2003, 17 Pages
Author: Stefanie Vomhof
Subject: Communications: Mass Media

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2003
Pages: 17
Grade: 2.3
Bibliography: ~ 11  Entries
Language: German
Archive No.: V116798
ISBN (E-book): 978-3-640-19130-7
ISBN (Book): 978-3-640-19134-5
File size: 105 KB

Abstract

Die Basisannahme einer funktionierenden Propaganda, sei es Kriegspropaganda oder Werbung und Publicity, besteht in der Gültigkeit der Definition von Propaganda, die Lasswell getroffen hat: Eine Technik, menschliches Handeln durch Manipulation von Darstellung zu beeinflussen. Menschliches Handeln wird maßgeblich durch Kommunikation bestimmt, da erst Kommunikation dem Individuum Sichtweisen, Anhaltspunkte und andere Meinungen vermittelt, so daß der Einzelne sich seine eigene Meinung bilden kann. Werden nun Inhalte in der Kommunikation verändert, verfälscht oder erfunden, so kann die darauf aufbauende Meinung zwar frei getroffen sein – jedoch auf falschen Tatsachen basieren, und somit ein Handeln bestimmen, das aus einem bestimmten Grund von dem Manipulator gewünscht ist. Wie sich Kommunikation nach Lasswell aufbaut, wie somit Propaganda betrieben werden kann, werde ich im Folgenden ausführen. Zunächst gebe ich einen kurzen Überblick über die Forschungsgegenstände, die die Lasswell-Formel bietet, um dann konkret auf Lasswells Kommunikationsmodell einzugehen. Im zweiten Teil wird dann vor diesem Hintergrund Lasswells Propagandamodell, und schließlich die spezielle Form „Kriegspropaganda“ erläutert.


Excerpt (computer-generated)

Universität zu Köln

Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften

Seminar ,,Krieg in den Medien"




Lasswells

Kommunikations- und

Propagandatheorie

Hausarbeit

von

Stefanie Vomhof

Köln, SoSe 2003


1

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

Seite 2

2. Die Kommunikationstheorie Lasswells

Seite 2

2.1 Aufbau und Funktion

Seite 3

2.2 Konflikte und Kritik

Seite 6

3. Das Propagandamodell Lasswells

Seite 9

3.1 Aufbau

Seite 9

3.2 Der spezielle Fall: Formen und Ziele der Kriegspropaganda Seite 10

4. Resümee

Seite 14

5. Literaturverzeichnis

Seite 15


2

1. Einleitung

Die Basisannahme einer funktionierenden Propaganda, sei es Kriegspropaganda

oder Werbung und Publicity, besteht in der Gültigkeit der Definition von

Propaganda, die Lasswell getroffen hat: Eine Technik, menschliches Handeln

durch Manipulation von Darstellung zu beeinflussen. Menschliches Handeln wird

maßgeblich durch Kommunikation bestimmt, da erst Kommunikation dem

Individuum Sichtweisen, Anhaltspunkte und andere Meinungen vermittelt, so daß

der Einzelne sich seine eigene Meinung bilden kann. Werden nun Inhalte in der

Kommunikation verändert, verfälscht oder erfunden, so kann die darauf

aufbauende Meinung zwar frei getroffen sein ­ jedoch auf falschen Tatsachen

basieren, und somit ein Handeln bestimmen, das aus einem bestimmten Grund

von dem Manipulator gewünscht ist.

Wie sich Kommunikation nach Lasswell aufbaut, wie somit Propaganda betrieben

werden kann, werde ich im Folgenden ausführen. Zunächst gebe ich einen kurzen

Überblick über die Forschungsgegenstände, die die Lasswell-Formel bietet, um

dann konkret auf Lasswells Kommunikationsmodell einzugehen. Im zweiten Teil

wird dann vor diesem Hintergrund Lasswells Propagandamodell, und schließlich

die spezielle Form ,,Kriegspropaganda" erläutert.

2. Die Kommunikationstheorie Lasswells

In der so genannten ,,Lasswell-Formel" ,,Who say what in which channel to whom

with what effect?", mit der Lasswell 1948 den empirischen Forschungsstrang der

sich zu etablieren beginnenden ,,Massenkommunikationsforschung" in die

Teilbereiche

,,Kommunikator-,

Inhalts-,

Medien-,

Publikums-

und

Wirkungsforschung aufspaltete, nimmt er eine Differentierung in der Erforschung

der Kommunikation vor. Die Kommunikatorforschung beschäftigt sich mit den

Beweggründen für Kommunikation, wobei Lasswell, anders als DeFleur1, der dies

als zentralen Punkt im sozialen Kommunikationssystem sah, in keinster Weise

Unterhaltung im Sinne von Kommunizieren aus Vergnügen als Hauptfunktion der

Kommunikation betrachtete, sondern sie noch nicht einmal als einen Aspekt

würdigte. Kritiker der Theorie fügten diesen Aspekt hinzu und sahen darüber

1 De Fleur, M.L. / Westie, F.R.: Verbal Attitudes and Overt Acts. In: American Sociological

Review 23 (1958), S. 667 ­ 673.


3

hinaus auch Zusammenhänge im wirtschaftlichen System eines Landes als einen

Kommunikationsaspekt.

Der Ursprung der Inhaltsanalysen liegt in Webers Überlegungen zum Inhalt von

Zeitungen und den damit verbundenen Konsequenzen,

dass der Mensch sich dran gewöhnt hat, ehe er an seine Tagesarbeit geht, ein Ragout zu

sich zu nehmen, welches ihm eine Art von Chassieren durch alle Gebiete des

Kulturlebens, von der Politik angefangen bis zum Theater, und allen möglichen anderen

Dingen, aufzwingt2

Die Presse sollte im Hinblick auf die Prägung des modernen Menschen und die

Beeinflussung überindividueller Kulturgüter untersucht werden. Auf diese Weise

nahm Weber bereits 1911 die Art von Inhaltsanalysen vorweg, die Lasswell 1927

für die Durchführung von Propagandastudien anregte.3

Medienanalysen entwickelten sich erst später zu einem Wissenschaftszweig, im

Zuge der Erfindung des Fernsehens und der fortschreitenden Entwicklung immer

neuer Medientechnologien und ­nutzungsmöglichkeiten, im Hinblick auf

verschiedene Anwendungsbereiche. Die Publikumsforschung ist eng verbunden

mit dem Bereich der Wirkanalysen. Hier ist von zentraler Bedeutung, aus welchen

Gründen und mit welchen Zielen der Rezipient kommuniziert. Ein Ansatz ist der

Uses-and-Gratifications-Approach der u.a. von Elliott und Lazarsfeld entwickelt

wurde. Hier wird die Beziehung Medien-Mensch von der Nutzenseite des

Rezipienten gesehen, nach dem Aspekt: ,,Was machen die Menschen mit den

Medien?"4

2.1. Aufbau und Funktion

Unter dem Gesichtspunkt dieser Unterscheidungen geht Lasswell in seiner

Kommunikationstheorie auf den Akt der Kommunikation als Ganzes in Relation

gesehen zum gesamten sozialen Prozess in der Gesellschaft ein. Dort sind zwei

Aspekte zu differenzieren: Die Struktur und die Funktion der Kommunikation.

2 Weber, M.: Geschäftsbericht auf dem 1. Deutschen Soziologentag vom 19. ­ 22.10.1910 in

Frankfurt/Main. In: Verhandlungen der Deutschen Soziologentage. Tübingen 1911, S. 39 ­ 52.

3 Vgl.: Lasswell, H.D.: Propaganda Technique in World War I. The M.I.T. Press/ Cambridge,

London, 1927 (1971).

4 Elliott, P.H: Uses and Gratifications Research: A Critique and a sociological Alternative. In:

Blumler, J.G. / Katz, E. (Hrsg.): The Uses of Mass Communications. Current Perspectives in

Gratifications Research. Beverly Hills 1974, S. 249 ­ 268.



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