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Vor-und Nachteile einer frühen zweisprachigen Erziehung

Scholary Paper (Seminar), 2003, 15 Pages
Author: Julia Kruse
Subject: German - German as a Foreign Language / Second Language

Details

Event: Frühes Fremdsprachenlernen im Kindergarten
Institution/College: University of Education Freiburg im Breisgau
Tags: Vor-und, Nachteile, Erziehung, Frühes, Fremdsprachenlernen, Kindergarten
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2003
Pages: 15
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 5  Entries
Language: German
Archive No.: V116807
ISBN (E-book): 978-3-640-19139-0
ISBN (Book): 978-3-640-19229-8
File size: 92 KB

Abstract

Die Verschriftlichung dieser Arbeit findet im Sinne des Hauptseminars „Frühes Fremdsprachenlernen im Kindergarten“ aus dem Bereich des bilingualen Lehrens und Lernens statt. In diesem Seminar haben wir uns mit der Fragestellung, Problematik und den Methoden des frühen Fremdsprachenlernens beschäftigt. Anschließend an dieses Seminar beschäftige ich mich in der folgenden Arbeit schwerpunktmäßig mit der Definition und Problemstellung von Zweisprachigkeit, ihren Bedingungen und Einflussfaktoren und denen sich daraus ergebenden Vor- und Nachteilen bei einer zweisprachigen Erziehung von Anfang an (aber auch bei einer frühkindlichen zweisprachigen Erziehung), welche das Fazit meiner Untersuchungen sein soll. Dabei untersuche ich die gesprochene Sprache, nicht aber den Schrifterwerb. Meine Ergebnisse beruhen vor allem auf der Studie von Kielhöfer/ Jonekeit, welche sich selber in einer deutsch- französischen „Mischehe“ befinden und ihre Kinder zweisprachig erziehen. Sylvie Jonekeit beobachtete dazu ihre zwei Söhne die ersten fünf Jahren und dokumentierte ihre Beobachtungen in einer Fallstudie. Des weiteren möchte ich die gängigen Vorurteile aufzeigen und anhand eines Interviews mit dem Familienvater einer deutsch- französischen Familie diese belegen und/ oder revidieren. Diese Thematik ist mir vor allem deshalb wichtig, da ich selber eine Fremdsprache studiere und unterrichten möchte und mir in meiner späteren Tätigkeit als Lehrerin aufgrund von sprachlichen „Mischehen“ und der Einwanderung von Ausländern nach Deutschland u.a. die Problematik der zweisprachigen Kindererziehung nicht fremd sein wird und vor allem nicht fremd sein soll. Noch ein wesentlicher Beweggrund, mich näher mit diesem hochinteressanten Thema zu beschäftigen, ist zum Teil mein baldiger Frankreichaufenthalt als Fremdsprachassistentin für den Deutschunterricht an Grundschulen. Zwar werde ich mich in dieser vorliegenden Arbeit u. a. mit der natürlichen Zweisprachigkeit bei Kindern von Geburt an beschäftigen, es finden sich jedoch auch für meine Tätigkeit in Frankreich interessante Aspekte der Sprachentwicklung bei Kindern, die für mich wichtig und relevant sein könnten, zumal ich persönlich eine Fremdsprache auf dem „künstlichen“ Wege erworben habe. Dadurch bin ich mit der damit verbundenen Problematik und Schwierigkeit vertraut, welche für mich ein Argument für die zweisprachige Erziehung von klein auf darstellt - vorausgesetzt die Eltern befinden sich in einer sprachlichen „Mischehe“.


Excerpt (computer-generated)












Hausarbeit


- Bilingualismus-

,, Vor- und Nachteile einer frühen zweisprachigen

Erziehung

"

SS 2003








Vorgelegt von: Julia Kruse

Studienfach: Deutsch

Titel des Seminars: ,,frühes Fremdsprachenlernen im Kindergarten"






Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 1


2. Hauptteil 2

2.1 Was bedeutet Zweisprachigkeit? ­ Vorläufige Definition 2

2.2 Einflussfaktoren und Rahmenbedingungen der

Zweisprachigkeitserziehung 4

.

2.3 Interview mit dem Vater einer deutsch- französischen Familie:

Stel ungnahme zu einigen gängigen Vorurteilen der Zweisprachig-

keitserziehung 6

2.4 Vor- und Nachteile einer frühen zweisprachigen Erziehung
- Fazit 8

3. Schluss 10



4. Literaturangabe 12









II


1. Einleitung

Die Verschriftlichung dieser Arbeit findet im Sinne des Hauptseminars ,,Frühes

Fremdsprachenlernen im Kindergarten" aus dem Bereich des bilingualen Lehrens

und Lernens statt. In diesem Seminar haben wir uns mit der Fragestel ung,

Problematik und den Methoden des frühen Fremdsprachenlernens beschäftigt.

Anschließend an dieses Seminar beschäftige ich mich in der folgenden Arbeit

schwerpunktmäßig mit der Definition und Problemstel ung von Zweisprachigkeit,

ihren Bedingungen und Einflussfaktoren und denen sich daraus ergebenden Vor-

und Nachteilen bei einer zweisprachigen Erziehung von Anfang an (aber auch bei

einer frühkindlichen zweisprachigen Erziehung), welche das Fazit meiner

Untersuchungen sein sol . Dabei untersuche ich die gesprochene Sprache, nicht

aber den Schrifterwerb. Meine Ergebnisse beruhen vor al em auf der Studie von

Kielhöfer/ Jonekeit, welche sich selber in einer deutsch- französischen ,,Mischehe"

befinden und ihre Kinder zweisprachig erziehen. Sylvie Jonekeit beobachtete dazu

ihre zwei Söhne die ersten fünf Jahren und dokumentierte ihre Beobachtungen in

einer Fal studie.

Des weiteren möchte ich die gängigen Vorurteile aufzeigen und anhand eines

Interviews mit dem Familienvater einer deutsch- französischen Familie diese belegen

und/ oder revidieren.

Diese Thematik ist mir vor al em deshalb wichtig, da ich selber eine Fremdsprache

studiere und unterrichten möchte und mir in meiner späteren Tätigkeit als Lehrerin

aufgrund von sprachlichen ,,Mischehen" und der Einwanderung von Ausländern

nach Deutschland u.a. die Problematik der zweisprachigen Kindererziehung nicht

fremd sein wird und vor al em nicht fremd sein sol .

Noch ein wesentlicher Beweggrund, mich näher mit diesem hochinteressanten

Thema zu beschäftigen, ist zum Teil mein baldiger Frankreichaufenthalt als

Fremdsprachassistentin für den Deutschunterricht an Grundschulen. Zwar werde ich

mich in dieser vorliegenden Arbeit u. a. mit der natürlichen Zweisprachigkeit bei

Kindern von Geburt an beschäftigen, es finden sich jedoch auch für meine Tätigkeit

in Frankreich interessante Aspekte der Sprachentwicklung bei Kindern, die für mich

wichtig und relevant sein könnten, zumal ich persönlich eine Fremdsprache auf dem

,,künstlichen" Wege erworben habe. Dadurch bin ich mit der damit verbundenen

Problematik und Schwierigkeit vertraut, welche für mich ein Argument

für

die

1


zweisprachige Erziehung von klein auf darstel t - vorausgesetzt die Eltern befinden

sich in einer sprachlichen ,,Mischehe".

Um mir selber einen Eindruck über das Für und Wider des bilingualen

Spracherwerbs zu verschaffen und die Vor- und Nachteile abzuwägen, möchte ich

jetzt auf die oben genannten Fragestel ungen eingehen, um dann zu einem

gerechtfertigten Fazit zu kommen - gemäß des heutigen Verständnisses belegt an

Studien an zweisprachigen Kindern.

2. Hauptteil

2. 1 Was bedeutet Zweisprachigkeit? - Vorläufige Definition

Zunächst möchte ich versuchen, den Begriff Zweisprachigkeit ein wenig

einzugrenzen und eine möglichst nachvol ziehbare Erklärung vorzulegen. Eine feste

Definition der Zweisprachigkeit gibt es in diesem Sinne nicht. Laut Weinreich lässt

sich vielmehr sagen, dass die Praxis, abwechselnd zwei Sprachen zu gebrauchen,

Zweisprachigkeit heißen sol . Die an dieser Praxis beteiligten Personen dürfen

zweisprachig genannt werden.1 Hinzuzufügen wären bei dieser ,,Auslegung" jedoch,

dass das schnel e, richtige und vor al em bewusste

Umschalten

in die andere

Sprache als Vorraussetzung gegeben sein muss. Je nach Ansprechpartner, Situation

und Thema muss ein sprachlich korrekter

Sprachwechsel

vol zogen werden können.

,,Das totale Umschalten erfasst nicht nur die Sprache, sondern auch Sprachgestik

und ­mimik, Sprachrhytmus und ­geschwindigkeit. Der Zweisprachige kann so beim

Umschalten den Eindruck erwecken, sich in eine andere Person zu verwandeln."2

Dieser Wechsel erfordert vom Kind eine hochgradig geistige und psychomotorische

Aktivität und erfolgt aus einem ständigen Training. Ist im Gegensatz dazu eine

extrem starke

Sprachmischung

beider Sprachen anzutreffen, würde man eher von

Mischsprache

als von Zweisprachigkeit sprechen. Um dies so genau bestimmen zu

können, müssen die beteiligten Sprachen deutlich voneinander unterschieden

werden.

Des weiteren muss geklärt werden, bei welchem Grad der Sprachbeherrschung von

Zweisprachigkeit gesprochen werden kann und an welchem Punkt diese Definition

nicht mehr gerechtfertigt wäre. Müssen beide Sprachen perfekt und gleichmäßig

1 vgl. Weinreich (1977) S.15

2 vgl. Kielhöfer/ Jonekeit (1998) S. 43

2



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