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Wo bestehen Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Massenpsychologie bei Freud und Le Bon und worin liegt der Erkenntnisfortschritt von Freud?

Scholary Paper (Seminar), 2008, 25 Pages
Author: Swetlana Katolnik
Subject: Psychology - Social Psychology

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2008
Pages: 25
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 4  Entries
Language: German
Archive No.: V117086
ISBN (E-book): 978-3-640-19465-0
ISBN (Book): 978-3-640-19473-5
File size: 213 KB

Abstract

Die vorliegende Arbeit untersucht die Thematik der Massenpsychologie in den Darstellungen von Le Bon und Freud und fokussiert auf die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Ausarbeitungen, abgerundet durch die Frage nach dem Erkenntnisfortschritt Freuds. Grundlage hierfür bildet zum einen das 1985 publizierte Werk „Psychologie der Massen“ des 1841 geborenen französischen Arztes und Soziologen Gustave Le Bon, welcher zu den Begründern der Massenpsychologie zählt. Zum anderen wird Sigmund Freuds Darlegung der „Massenpsychologie und Ich-Analyse“ von 1921 beleuchtet. Der 1985 in Freiberg geborene Psychologe und Doktor der Medizin an der Universität Wien widmet sich in seiner Forschungsarbeit unter anderem den Bereichen der Psychopathologie, der Hysterie, der Hypnose wie auch der Analyse der psychischen Persönlichkeit eines Menschen. Kapitel II untersucht zunächst einmal die Darstellung der Massenpsychologie nach Le Bon und beginnt mit einer allgemeinen Definition und Charakterisierung des Massenbegriffs in Abschnitt 2.1 Im Anschluss folgt ein Überblick über die eine Masse auszeichnenden Eigenschaften im Unterpunkt 2.2 und eine Darlegung des Wesens der Führer von Massen wie auch ihrer Überzeugungsmittel in Teil 2.3. Kapitel III präsentiert in Analogie dazu die massenpsychologische Konzeption Freuds. In Abschnitt 3.1 wird zunächst nach einer psychologischen Erklärung für die Wandlung eines Individuums innerhalb einer Masse gesucht. Der Teilabschnitt 3.2 dient der Vorbereitung für die Ausarbeitung einer Formel für die Konstruktion einer Masse, welche in Abschnitt 3.3 präsentiert wird. Der Unterpunkt 3.4 beschäftigt sich mit der Erklärung weiterer Massenphänomene. Der IV. Teil führt ein Vergleich zwischen den Darstellungen von Le Bon und Freud auf. Kapitel V fasst die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit im Fokus der eingangs dargelegten Fragestellung noch einmal zusammen.


Excerpt (computer-generated)

Leibniz Universität Hannover
Institut für Soziologie und Sozialpsychologie

Zuordnung zum Wahlfach „Psychologie“
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Veranstaltung: Einführung in die analytische Sozialpsychologie

Wo bestehen Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Massenpsychologie bei Freud und Le Bon und worin liegt der Erkenntnisfortschritt von Freud?

Svetlana Katolnik

 

Inhaltsverzeichnis


I Einleitung ... 1

II Le Bons Darstellung der Psychologie der Massen ... 1

2.1 Kennzeichen einer Masse ... 1
2.2 Eigenschaften von Massen ... 3
2.3 Führer von Massen und ihre Überzeugungsmittel ... 5

III Freuds Konzeption der Massenpsychologie ... 8

3.1 Suggestion und Libido ... 8
3.2 Identifizierung ... 9
3.3 Verliebtheit und Hypnose ... 12
3.4 Herdentrieb und Urhorde ... 15

IV Vergleich der Ansätze von Le Bon und Freud ... 18

V Schlussbetrachtung ... 20


Literaturverzeichnis ... 21

 

 

I Einleitung

Die vorliegende Arbeit untersucht die Thematik der Massenpsychologie in den Darstellungen von Le Bon und Freud und fokussiert auf die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Ausarbeitungen, abgerundet durch die Frage nach dem Erkenntnisfortschritt Freuds. Grundlage hierfür bildet zum einen das 1985 publizierte Werk „Psychologie der Massen“ des 1841 geborenen französischen Arztes und Soziologen Gustave Le Bon, welcher zu den Begründern der Massenpsychologie zählt. Zum anderen wird Sigmund Freuds Darlegung der „Massenpsychologie und Ich-Analyse“ von 1921 beleuchtet. Der 1985 in Freiberg geborene Psychologe und Doktor der Medizin an der Universität Wien widmet sich in seiner Forschungsarbeit unter anderem den Bereichen der Psychopathologie, der Hysterie, der Hypnose wie auch der Analyse der psychischen Persönlichkeit eines Menschen.
Kapitel II untersucht zunächst einmal die Darstellung der Massenpsychologie nach Le Bon und beginnt mit einer allgemeinen Definition und Charakterisierung des Massenbegriffs in Abschnitt 2.1 Im Anschluss folgt ein Überblick über die eine Masse auszeichnenden Eigenschaften im Unterpunkt 2.2 und eine Darlegung des Wesens der Führer von Massen wie auch ihrer Überzeugungsmittel in Teil 2.3.
Kapitel III präsentiert in Analogie dazu die massenpsychologische Konzeption Freuds. In Abschnitt 3.1 wird zunächst nach einer psychologischen Erklärung für die Wandlung eines Individuums innerhalb einer Masse gesucht. Der Teilabschnitt 3.2 dient der Vorbereitung für die Ausarbeitung einer Formel für die Konstruktion einer Masse, welche in Abschnitt 3.3 präsentiert wird. Der Unterpunkt 3.4 beschäftigt sich mit der Erklärung weiterer Massenphänomene.
Der IV. Teil führt ein Vergleich zwischen den Darstellungen von Le Bon und Freud auf. Kapitel V fasst die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit im Fokus der eingangs dargelegten Fragestellung noch einmal zusammen.


II Le Bons Darstellung der Psychologie der Massen


2.1 Kennzeichen einer Masse

In seiner Ausführung definiert Le Bon eine psychologische Masse als ein organisiertes Konstrukt, welches dem Gesetz der seelischen Einheit von Massen unterliegt. Dabei bedarf es nicht lediglich einer einfachen Vereinigung von Menschen, kennzeichnend für die Masse ist vielmehr, dass die ihr zugehörigen Personen neuartige Eigenschaften unter Vorherrschaft der unbewussten Persönlichkeit internalisieren. Hierbei entwickelt sich eine gemeinschaftliche Seele, ohne dass jedoch eine örtliche Verbindung der Massenmitglieder erforderlich ist.1
Eine psychologische Masse zeigt charakteristische allgemeine wie auch besondere Merkmale auf, die in Abhängigkeit von der Homogenität bzw. Heterogenität einer Masse variieren können. Diese Kennzeichnen werden anhand des Gesetzes der seelischen Einheit von Massen eingehend umschrieben, wobei Le Bon stets den Zustand der vollendeten Massenorganisation fokussiert. Als das außergewöhnlichste Element betrachtet er dabei die Entstehung einer gemeinschaftlichen Seele, die sich allein aufgrund des Zustandes der Massenbildung und unabhängig von der Eigentümlichkeiten sowie Eigenschaften ihrer Einzelpersonen bildet:2 „Die psychologische Masse ist ein unbestimmtes Wesen, das aus ungleichartigen Bestandteilen besteht, die sich für einen Augenblick miteinander verbunden haben.“3
Die Bestandteile einer Masse bilden sich dabei keinesfalls aus dem Durchschnitt oder der Summe ihrer Einzelelemente, sondern lassen sich vielmehr als ganz neue Merkmale charakterisieren. So widmet sich Le Bons Untersuchung den Ursachen für die Veränderung eines Individuums durch den Sachverhalt seiner Massenzugehörigkeit. Dabei bezieht er seine Erfahrungen auf die psychologische Erkenntnis, dass die seelische Persönlichkeit primär durch unbewusste Vorgänge geleitet wird. So zeigt Le Bon auf, dass eine Rassenseele vor allem diese unbewussten gleichartigen allgemeinen Charakterzüge zu einer Gemeinschaftsseele vereint, während die bewussten Elemente die Unterscheidungsmerkmale der Einzelindividuen aufzeigen:4 „Das Ungleichartige versinkt im Gleichartigen und die unbewussten Eigenschaften überwiegen.“5

 

[...]


1 Vgl. Le Bon (2007), S. 30f.
2 Vgl. Le Bon (2007), S. 31ff.
3 Le Bon (2007), S. 33.
4 Vgl. Le Bon (2007), S. 33ff.
5 Le Bon (2007), S. 35.


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