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Subtitle: Stand 2006
Termpaper, 2006, 21 Pages
Author: Martin Büdel
Subject: Sociology - Political Sociology, Majorities, Minorities
Details
Institution/College: University of Bayreuth
Tags: Außen-, Aspekte, Entwicklungspolitik, Seminar
Year: 2006
Pages: 21
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 29 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-19563-3
ISBN (Book): 978-3-640-19575-6
File size: 68 KB
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Abstract
Als Teil der Außenpolitik war und ist Entwicklungspolitik oft außen- und sicherheitspolitisches Instrument. Im Gegensatz zu vielen anderen Industrienationen konnte sie sich in Deutschland als eigenständiger Politkbereich etablieren und unter dem Dach des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zusammengefasst werden. Dennoch war die deutsche Entwicklungspolitik auch unter Federführung des BMZ nie frei von Eigeninteressen und geopolitischen Bestrebungen der Außenpolitik. Mit der Professionalisierung des Ministeriums und seiner Durchführungsorganisationen wie der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ), dem Deutschen Entwicklungsdienst (DED) oder der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ging ein Gewinn an Kompetenzen in entwicklungs- und auch sicherheitspolitischen Fragen einher. Außenpolitische Interessen standen und stehen dabei oft als Kontrapunkt zu entwicklungsfördernden Maßnahmen des BMZ. Gerade aufgrund von Konflikten und Kriegen in Entwicklungsländern nehmen Fragen zur menschlichen Sicherheit einen großen Raum in der aktuellen entwicklungspolitischen Diskussion ein. Auch die nicht-staatlichen Akteure der Entwicklungszusammenarbeit wie Kirchen, politische Stiftungen und Nichtregierungsorganisationen (NRO) spielen in sicherheitspolitischen Maßnahmen wie dem Zivilen Friedensdienst (ZFD) eine wichtige Rolle. Diese Arbeit möchte einige außen- und sicherheitspolitische Bereiche in der deutschen Entwicklungspolitik betrachten. Besonderes Augenmerk soll dabei auf dem BMZ als staatliches Organ der Entwicklungszusammenarbeit liegen. Dazu wird in einem ersten Teil die Entstehung des BMZ als Grundlage für die Herausbildung der Entwicklungszusammenarbeit als eigenständigen Teil der Außenpolitik dargestellt. Im Hauptteil der Arbeit sollen anhand der Motive, Aufgaben und Tätigkeitsfelder der Entwicklungspolitik die außen- und sicherheitspolitischen Aspekte herausgearbeitet werden. [...]
Excerpt (computer-generated)
Universität Bayreuth
Kulturwissenschaftenschaftliche Fakultät
Seminar im Bachelorstudiengang
Kultur und Gesellschaft Afrikas
im Wintersemester 2005/06
Grundzüge und Probleme der internationalen Politik
Hausarbeit zum Thema
Außen- und sicherheitspolitische
Aspekte der deutschen
Entwicklungspolitik
Verfasser:
Martin Büdel,1. Fachsemester
Gliederung
Einleitung
S.3
1. Entstehung und Emanzipierung der deutschen
Entwicklungspolitik als eigenständiger Politikbereich
S.4
2. Außen- und sicherheitspolitische Aspekte in
der
deutschen
Entwicklungspolitik S.5
2.1
Motive
für
Entwicklungszusammenarbeit
S.6
2.2 Multilaterale Entwicklungshilfe und deutsche Beiträge
S.7
2.3 Einfluß des Außenministeriums in
entwicklungspolitischen Entscheidungsfeldern
S.9
2.4 Sicherheitspolitische Aufgaben der Entwicklungspolitik
S.10
2.4.1Krisenprävention, Friedenskonsolidierung und Ziviler
Friedensdienst
S.11
2.4.2
Eindämmung
des
Terrorismus
S.14
2.4.3 Beitrag zur Verminderung des Flüchtlingsproblems
S.15
3. Fazit
S.16
Literaturverzeichnis
S.18
2
Einleitung
Als Teil der Außenpolitik war und ist Entwicklungspolitik oft außen- und
sicherheitspolitisches Instrument. Im Gegensatz zu vielen anderen
Industrienationen konnte sie sich in Deutschland als eigenständiger
Politkbereich etablieren und unter dem Dach des Bundesministeriums für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zusammengefasst
werden. Dennoch war die deutsche Entwicklungspolitik auch unter
Federführung des BMZ nie frei von Eigeninteressen und geopolitischen
Bestrebungen der Außenpolitik. Mit der Professionalisierung des
Ministeriums und seiner Durchführungsorganisationen wie der Gesellschaft
für technische Zusammenarbeit (GTZ), dem Deutschen Entwicklungsdienst
(DED) oder der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ging ein Gewinn an
Kompetenzen in entwicklungs- und auch sicherheitspolitischen Fragen
einher. Außenpolitische Interessen standen und stehen dabei oft als
Kontrapunkt zu entwicklungsfördernden Maßnahmen des BMZ.
Gerade aufgrund von Konflikten und Kriegen in Entwicklungsländern
nehmen Fragen zur menschlichen Sicherheit einen großen Raum in der
aktuellen entwicklungspolitischen Diskussion ein. Auch die nicht-staatlichen
Akteure der Entwicklungszusammenarbeit wie Kirchen, politische Stiftungen
und Nichtregierungsorganisationen (NRO) spielen in sicherheitspolitischen
Maßnahmen wie dem Zivilen Friedensdienst (ZFD) eine wichtige Rolle.
Diese Arbeit möchte einige außen- und sicherheitspolitische Bereiche in der
deutschen Entwicklungspolitik betrachten. Besonderes Augenmerk soll
dabei auf dem BMZ als staatliches Organ der Entwicklungszusammenarbeit
liegen. Dazu wird in einem ersten Teil die Entstehung des BMZ als
Grundlage für die Herausbildung der Entwicklungszusammenarbeit als
eigenständigen Teil der Außenpolitik dargestellt. Im Hauptteil der Arbeit
sollen anhand der Motive, Aufgaben und Tätigkeitsfelder der
Entwicklungspolitik die außen- und sicherheitspolitischen Aspekte
herausgearbeitet werden.
3
1. Entstehung und Emanzipierung der deutschen Entwicklungspolitik
als eigener Politikbereich
Bereits in den 1950er Jahren entstand in Deutschland der Bereich der
Entwicklungshilfe. Die Zuständigkeiten lagen allerdings in erster Linie beim
Auswärtigen Amt (AA) und beim Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi).
Während das AA für die Koordinierung der Technischen Zusammenarbeit
(TZ) verantwortlich zeichnete, unterlag dem BMWi die Kapitalhilfe oder
Finanzielle Zusammenarbeit (FZ) und die Außenhandelspolitik. Die
wachsende Bedeutung des Politikfeldes Entwicklungshilfe und die
Forderung der FDP nach einem weiteren Ministerposten in den
Koalitionsverhandlungen für eine christlich-liberale Koalition waren 1961
Anstoß für die Gründung eines eigenständigen Ministeriums, dem BMZ.
Entwicklungshilfe hatte es bis dahin in Deutschland vor allem durch die
Kirchen gegeben, die aufgrund ihrer Missionsstruktur und Erfahrung auch für
das BMZ von Beginn an wichtige Partner waren. So spielten zwar auch
christliche Solidarität und humanitäre Grundsätze eine Rolle, vielmehr hatte
die Gründung des BMZ jedoch bereits mit politischem Kalkül zu tun.
Zum außenpolitischen Konzept der Bundesrepiblik gehörte in Zeiten des
kalten Krieges in erster Linie das Ziel, die Verbreitung des Kommunismus
einzudämmen. Entwicklungspolitik wurde als Teilbereich der Außenpolitik
diesem Grundsatz untergeordnet. Zunächst war jedoch eine umfassende
Neuregelung der Entwicklungspolitik nötig. Die Aufgabenteilung zwischen
AA und BMWi sorgte für eine komplizierte Entscheidungsstruktur und
Koordinationsprobleme der beiden Ministerien bei der Vergabe von
Entwicklungshilfegeldern. Unter dem Dach des BMZ sollten nun die
Kompetenzen gebündelt werden. Da die TZ noch bis 1964 und die FZ bis
1972 beim AA bzw. BMWi verblieben gelang es dem neuen Ministerium nur
schrittweise und unter Einbeziehung des nicht-staatlichen Bereichs, eigene
Entscheidungskompetenzen aufzubauen. Mit dem Entstehen der staatlichen
Ausführungsorganisationen wie DED, GTZ und KfW und der
wissenschaftlichen Auseinandersetzung an Universitäten oder dem
4
Deutschen Institut für Entwicklungszusammenarbeit (DIE) gewann das BMZ
an politischem Gewicht.
So konnte sich Entwicklungspolitik in Deutschland als eigener Teilbereich
etablieren, blieb aber bis heute der Außenpolitik untergeordnet. Innerhalb
der Ressorts hat das BMZ eine eher schwache Stellung. Neben der
Abhängigkeit vom AA haben vor allem Finanz- und Wirtschaftsministerium
große Einflußmöglichkeiten in die Entwicklungspolitik. Außerdem sprechen
weitere Ministerien wie Umwelt-, Landwirtschafts- oder Verkehrsministerium
bei der Projektgestaltung mit. Entwicklungspolitik ist mehr, als Diplomatie
und Außenwirtschaftsbeziehungen, wie Manfred Glagow feststellt, dennoch
gibt es verschiedene Phasen für die Handlungsspielräume des
Politkbereichs, in denen die politischen Möglichkeiten oft von der
wirtschaftlichen Lage1 und den außenpolitischen Interessen des Landes
eingeschränkt sind.2
2. Außen- und sicherheitspolitische Aspekte in der deutschen
Entwicklungspolitik
Wie bereits festgestellt ist Entwicklungspolitik ein Teil der Außenpolitik und
damit nicht frei von nationalstaatlichen Interessen. Anders als Frankreich
oder Großbritiannien verbindet Deutschland mit vielen Entwicklungsländern
keine lange Kolonialgeschichte, so dass die deutsche Entwicklungspolitik nie
als Fortführung der Kolonialpolitik gesehen werden konnte, wie es den
genannten Staaten oft vorgeworfen wird.
Außen- und auch sicherheitspolitische Aspekte werden in vielen Bereichen
der Entwicklungspolitik Deutschlands deutlich. Zunächst sollen an den
Motiven für Entwicklungshilfe die nationalstaatlichen Interessen als
Vergabekriterium von Entwicklungsgeldern herausgearbeitet werden. In der
multilateralen Entwicklungszusammenarbeit engagiert sich Deutschland in
der Europäischen Union (EU), den Vereinten Nationen (VN) oder anderen
1 Franz Nuscheler beklagt die eingeschränkten Möglichkeiten der Entwicklungspolitik bei
rückläufigen Etats (Nuscheler 2003: 15)
2 Die Informationen zu den Ausführungen in diesem Teil sind in in erster Linie Glagow 1983
und Glagow/Gotsch/Stucke 1989 sowie Nuscheler 2004a entnommen.
5
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