Die klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie. Eine kritische Auseinandersetzung.

Flash Player und JavaScript werden für eine verbesserte Ansicht des Dokuments benötigt. Bitte installieren Sie den Flash Player und aktivieren Sie Javascript.
Install Flash Player
Details
Autor: Armin Schreiber
Fach: Pädagogik - Päd. Psychologie
Institution/Hochschule: Philipps-Universität Marburg (Fachbereich Erziehungswissenschaften)
Jahr: 2002
Seiten: 21
Note: sehr gut
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 245 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-17796-2
Textauszug (computergeneriert)
Die klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie.
Eine kritische Auseinandersetzung.
von Armin Schreiber
Inhaltsverzeichnis
1.0 Einleitung 4
2.0 Zur Entwicklung der Gesprächspsychotherapie 4
3.0 Menschenbild und Grundannahmen 7
4.0 Die Krankheitslehre der Gesprächspsychotherapie 8
4.1 Das Inkongruenzmodell psychischer Störungen 9
5.0 Therapieziel 11
6.0 Die therapeutische Beziehung und Grundhaltung 12
6.1 Kongruenz 13
6.2 Akzeptanz 14
6.3 Empathie 15
7.0 Die Therapietechnik 16
8.0 Kritische Positionen zur Gesprächspsychotherapie 17
Literatur: 20
1.0 Einleitung
Die klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie beruht im Wesentlichen auf den Arbeiten von Carl R. Rogers. Der ihr zugrundeliegende klientenzentrierte bzw. später auch personzentrierte Ansatz hat seit den Ursprüngen in den 40`er Jahren viele Veränderungen und Weiterentwicklungen erfahren. Heute zählt die klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie neben der Verhaltenstherapie und der Psychoanalyse zu den drei fest etablierten Psychotherapieformen. Der klientenzentrierte Ansatz hat weltweit Resonanz gefunden und sowohl auf dem Gebiet der Psychotherapie, Beratung und Gesprächsführung, als auch in nahezu allen Bereichen der psychosozialen und pädagogischen Arbeit einen großen Einfluß ausgeübt.
Mit der vorliegenden Arbeit verfolge ich das Ziel, die wesentlichen Aspekte der klientenzentrierten Gesprächspsychotherapie darzustellen, die bedeutsamsten Weiter-entwicklungen aufzuzeigen und sie am Ende einer kritischen Auseinandersetzung zu unterziehen. Obwohl sich viele Forscher mit dieser Psychotherapierichtung beschäftigt haben, sind die Äußerungen von Carl R. Rogers zu diesem Thema nach wie vor grundlegend. Daher bilden auch die Arbeiten von Rogers in meiner Darstellung der klientenzentrierten Gesprächspsychotherapie ein zentrales Element.
Aufgrund eines besseren Leseflusses werde ich mich der alten maskulinen Anredeform bedienen, die hier gleichzeitig auch als Synonym für die weibliche Form steht.
2.0 Zur Entwicklung der Gesprächspsychotherapie
Die Gespächspsychotherapie (GT) wurde in ihren wesentlichen Grundkonzeptionen von dem amerikanischen Psychologen Carl Ransom Rogers (1902-1987) aus seiner psychotherapeutischen und pädagogischen Arbeit mit Erwachsenen und Kindern entwickelt. In Deutschland ist für dieses Psychotherapieverfahren der Name "Gesprächspsychotherapie" bzw. "Klientenzentrierte" oder später auch "Personzentrierte Psychotherapie" gebräuchlich . Sie gehört aufgrund ihrer philosophischen und geistesgeschichtlichen Wurzeln im Bereich der Psychologie zu den humanistisch orientierten Ansätzen. Die "humanistische Psychologie" ist eine Bewegung, die sich in den 50er Jahren in den USA formierte und sich als dritte Kraft neben dem Behaviorismus und der Psychoanalyse verstand. Sie bezog ihr Ideengut aus verschiedenen philosophischen und psychologischen Strömungen, zu denen im wesentlichen die Gestaltpsychologie, die Lebensphilosophie, die Phänomenologie und die Existenzphilosophie gehören. Ihr zugrundeliegendes humanistisches Menschenbild hebt besonders die Würde und Freiheit der menschlichen Person hervor (Finke 1994, 11). Sinnorientierung, Selbstverwirklichung, das Streben nach Ganzheit und Integrität sowie das Erleben von Erfüllung und Kreativität wurden als die grundlegenden Motive menschlichen Handelns angesehen (Pallasch 1995, 18).
Die Gesprächspsychotherapie wurde seit den 40er Jahren in einem jahrzehntelangen Entwicklungsprozeß hinsichtlich unterschiedlicher Akzentuierungen mehrfach modifiziert.
In den Jahren von 1938 bis 1950 wurde die Gesprächspsychotherapie zunächst unter der Bezeichnung "nicht-direktive Beratung" von Carl Rogers konzipiert. In dieser Phase sollte sich der Therapeut jeder direkten Lenkung und indirekten Beeinflussung des Klienten durch Handlungsanweisungen, Ratschläge, bzw. wertende oder erklärende Kommentare enthalten. Im Vordergrund stand das Bemühen, dem Klienten eine Situation zu bieten, in dem er sich sicher und geborgen fühlen konnte. Es wurde von der Grundannahme ausgegangen, dass jeder Mensch eine Tendenz zur Selbstentfaltung und konstruktiven Autonomie habe, die durch eine akzeptierend-bejahende und verständnisvoll-einfühlsame Grundhaltung des Therapeuten nur angeregt werden müsse (Finke 1994, 1). Die Bedeutung der Nichtdirektivität lässt sich durch die Übereinstimmung Rogers mit Martin Bubers Ausführungen zum taoistischen Prinzip des "wu-wei" darstellen:
[...]
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: