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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2008, 15 Pages
Author: Johny Varsami
Subject: Speech Science / Linguistics
Details
Institution/College: University of Stuttgart (Institut für Linguistik/Germanistik)
Tags: Fugenelemente, Deutschen, Hauptseminar, Historische, Syntax, Deutschen
Year: 2008
Pages: 15
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 19 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-19952-5
ISBN (Book): 978-3-640-20543-1
File size: 243 KB
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Abstract
Im Folgenden soll einer kurzer Überblick über das Phänomen der Fugenelemente im Deutschen gegeben werden. Fugenelemente (je nach Theorie und Ansatz manchmal auch als Fugenlaute, Fugenmorpheme, Interfixe, engl. linking morphemes bezeichnet) sind Elemente, die bei Komposita (Wissenslücke, Tagebuch) und seltener auch bei Derivaten (Mönchstum, hoffnungslos) an den Nahtstellen ihrer Bestandteile auftreten. Diese Nahtstellen werden auch Wortfugen genannt. Etwa ein Drittel aller deutschen Komposita weisen ein Fugenelement auf. Insbesondere in N+N-Komposita sind sie häufig anzutreffen, darum wird sich diese Arbeit auf diese nominalen Zusammenfügungen beschränken. Dabei sollen aktuelle Theorien erläutert und kritisch hinterfragt werden.
Excerpt (computer-generated)
Universität Stuttgart
Institut für Linguistik/Germanistik
Hauptseminar: Historische Syntax des Deutschen
Fugenelemente im Deutschen
Johny Varsami
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 3
2. Geschichte der Fugenelemente... 4
3. Grundlegendes über Fugenelemente ... 5
4. Funktionen der Fugenelemente... 10
4.1 Prosodisch-metrische Funktion ... 10
4.2 Öffnende Funktion des Fugen-s ... 10
4.3 Strukturierende Funktion des Fugen-s ... 11
5. Fazit und Ausblick ... 12
6. Literatur ... 13
1. Einleitung
Im Folgenden soll einer kurzer Überblick über das Phänomen der Fugenelemente im Deutschen gegeben werden. Fugenelemente (je nach Theorie und Ansatz manchmal auch als Fugenlaute, Fugenmorpheme, Interfixe, engl. linking morphemes bezeichnet) sind Elemente, die bei Komposita (Wissen-s-lücke, Tag-e-buch) und seltener auch bei Derivaten (Mönch-s-tum, hoffnung-s-los) an den Nahtstellen ihrer Bestandteile auftreten. Diese Nahtstellen werden auch Wortfugen genannt. Sind sie nicht besetzt, spricht man auch von einer Null-Fuge (Voß/Wohlgemuth 2001: 1).
Fugenelemente sind keineswegs ein deutsches Phänomen. So treten sie beispielsweise auch im Dänischen auf: selskab-s-lokale ‚Gesellschaftslokal’, yndling-s-opskrifter ‚Lieblingsrezepte’ (Kürschner 2003: 9). Auch im Niederländischen (koning-s-dochter) und Schwedischen sind Fugenelemente gebräuchlich. Seltene Beispiele finden sich sogar im Englischen: spoke-s-man, yacht-s-man (Elshorbagy 2003: 12).
Etwa ein Drittel aller deutschen Komposita weisen ein Fugenelement auf. Insbesondere in N+N-Komposita sind sie häufig anzutreffen, darum wird sich diese Arbeit auf diese nominalen Zusammenfügungen beschränken. Man unterscheidet folgende Fugenelemente (hier in der Reihenfolge ihrer Häufigkeit): -(e)s, -(e)n, -e, -er, -ens (Bußmann 2002: 228). Eine Besonderheit ist das -o, welches nur in Konfixkomposita auftritt und an dieser Stelle nicht weiter verfolgt werden soll. Seltener werden auch -al, -et, -a und -i gebraucht, meist nur bei Fremd- und Lehnwörtern.
Die Folgende Tabelle zeigt, wie sich die wichtigsten Fugenelemente auf die deutschen Determinativ-N+N-Komposita verteilen:
Tabelle [nur in der Download-Version verfügbar]
Eine erste Feststellung, die hier gemacht werden kann, ist, dass Fugenelemente, die auf Flexionssuffixe zurückgehen, deutlich häufiger vorkommen, als solche, die aus Stammbildungssuffixen entstanden sind. Doch dazu später mehr. Aufgrund deren unterschiedlicher Verwendung ist nach dem jetzigen Stand der Forschung die Erstellung einer einheitlichen Systematik der Fugenelemente leider nur eingeschränkt möglich. Wie so oft in den Sprachwissenschaften bestimmen die Ausnahmen die Regel. Ein Grund aufzugeben, soll dies jedoch noch lange nicht sein.
2. Geschichte der Fugenelemente
Das Fugen-s ist ursprünglich aus einem Genitiv-Suffix entstanden. Diese Entwicklung wurde erst durch den pränominalen Genitiv möglich gemacht, der im Alt- und Mittelhochdeutschen noch häufige Verwendung fand. So wurde beispielsweise aus ahd. des tiufeles sun (des Teufels Sohn) > nhd. der Teufel-s-sohn. Das Genitiv-s ist hier zum Fugen-s geworden. Die Voranstellung des Genitivs ist heutzutage nur noch bei Eigennamen üblich (Simons Laden, Stuttgarts Plätze) auch wenn seine Bildung kein falsches Deutsch produziert (des Tages Licht). In einigen Redewendungen ist er jedoch auch erhalten geblieben: des Rätsels Lösung, Volkes Stimme, in Teufels Küche kommen, auf des Messers Schneide (Nübling 2006: 100).
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