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Variationen des Doppelgängers oder das Andere

Seminararbeit, 2001, 19 Seiten
Autor: Christian Herzig
Fach: Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Details

Veranstaltung: Proseminar Literatur und Literaturtheorie in der Moderne
Institution/Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München (Institut für Literatur und Philosophie)
Tags: Doppelgänger, das Andere, Literatur, Literaturtheorie, Subjekt, Moderne
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2001
Seiten: 19
Note: 1
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V1177
ISBN (E-Book): 978-3-638-10738-9

Dateigröße: 82 KB


Textauszug (computergeneriert)

Proseminar:
Literatur und Literaturtheorie in der Moderne

Neuere deutsche Literatur

WS 2000/ 2001

Variationen des Doppelgängers
oder
das Andere
Christian Herzig

2. Sem. M.A.

Inhaltsangabe:

1. Einleitung: der klassische Doppelgänger als Sonderform des ´Anderen´.  
Begriffserweiterung. 3
2. Beschreibung des modernen Doppelgängers an Hand wichtiger Stationen. 4


2. 1 Vorspiel des modernen ´Doppelgängers´: Goethe und das Andere. 4
2.2 Erste Manifestation des klassischen Doppelgängers. 6
2.3 Abstraktion des sog. Doppelgängers. 9
2.4 Generalisierte Formen des sog. Doppelgängers. Dekonstruierte Metaphysik. 11

3. Schluss. 17

1. Einleitung: der klassische Doppelgänger als Sonderform des ´Anderen´.
Begriffserweiterung.

Der Diskurs der geisteswissenschaftlichen Disziplinen lebt nicht primär davon, dass er exakte Fakten liefert, sondern vielmehr vom Austausch der Ergebnisse verschiedener Sichtweisen. Als eine Art Handlungsträger dieser wissenschaftlichen Diskussion ist der Forschende hier in größerem Maße als etwa jener der Physik abhängig von den Begriffen, die er gebraucht und von der Art des Sprechens, die so entsteht. Während jener vorwiegend auf die Informationen angewiesen ist, die sich in Form exakter Werte aus bestimmten Experimenten ergeben, geht es hier mehr um die Kommunikation, aus welcher die Brennpunkte entstehen, welche die Aufmerksamkeit der forschenden Gemeinde auf sich zieht. Auf diese Weise entstehen neue Probleme, ergeben sich Lösungen und neue Sichtweisen. Schließlich kommt es somit dazu, dass hier die Terminologie ständig im Wandel begriffen ist. Es gilt also von Zeit zu Zeit, die Begriffe zu überdenken, die benutzt werden.
Aus diesem Grund sei diesem Text als literaturwissenschaftliche Arbeit zum Ziel gesetzt, einen bestimmten Begriff in seiner Definition zu ändern: da in Kittlers Aufsatz1 zur Entstehung des Doppelgängers in der Literatur für verschiedene Erscheinungen dieses Motivs der gleiche Begriff benutzt wird, erscheint es mir sinnvoll, statt der Bezeichnung dieses Phänomens als ´Doppelgänger´ den Terminus ´das Andere´2 einzuführen. Es wird sich zeigen, dass bei ersterer in strenger Beschreibung lediglich eine Sonderform des zweiten vorliegt. Weiterhin wird sich zeigen, dass die Genese des bei Kittler als ´Doppelgänger´ Bezeichneten eine bestimmte Art der Entwicklung, nämlich die der sukzessiven Abstraktion aufweist, welche eine angemessenere Definition des Gemeinten verlangt. Es sollen daher die verschiedenen Typen des Anderen dargestellt werden. Von diesem Punkt ausgehend lässt sich mittels der allgemeineren Definition (das Andere) der Schluss ziehen, dass diese Erscheinung (des sog. Doppelgängers) nicht erst in der Zeit auftritt, in welche die Erfindung des Subjekts gelegt wurde3. Die Stationen hingegen, zwischen welchen Kittler seine Argumentation aufspannt, nämlich Romantik, Psychoanalyse und Film, scheinen mir gut geeignet als Orientierungspunkte für die Ausführungen zu diesem Thema. Allgemein lässt sich bereits jetzt sagen, dass die Thematik des sog. Doppelgängers einen guten Indikator für die Diskussion um die Bedingung und Konstitution des Subjektes, was immer dieses auch sein mag, abgibt.
Es soll hier also eine Kritik der bisherigen Definition geleistet und somit ein größerer Themenkomplex vereint werden. Dazu wird der ´Doppelgänger´ in seinen allgemeinsten Ausprägungen angesprochen werden, etwa in Form des Films, um so die Möglichkeit der Diskussion dieses Themas zu erweitern.

[...]

1 Kittler, Friedrich: Romantik - Psychoanalyse - Film: Eine Doppelgängergeschichte. In: Hoerisch, Jochen (Hrsg.), Tholen, Georg Christoph (Mithrsg.). Eingebildete Texte. Affairen zwischen Psychoanalyse und Literaturwissenschaft. München, 1985. S. 118-135.

2 Mir ist bewusst, dass diese Bezeichnung an den Begriff des Anderen bei Lacan erinnert. Während dieser jedoch mit seinem Terminus eher die Art der Beziehung des Subjektes zum Objekt meint, die Art der Abgrenzung, soll hier die Qualität des mit dem Begriff d a s Andere Gemeinte beschrieben werden. Es geht also weniger um den Modus, als mehr um eine inhaltliche Beschreibung.

3 Vgl. Foucault


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