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Diploma Thesis, 2002, 50 Pages
Author: Dipl.-Betriebswirt Matthias Schieber
Subject: Economics / Business: Personnel and Organisation
Details
Tags: Motivation, Fringe, Benefits
Year: 2002
Pages: 50
Grade: 2,00
Bibliography: ~ 21 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-20071-9
ISBN (Book): 978-3-640-20624-7
File size: 1626 KB
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Abstract
Ziel eines jeden erwerbswirtschaftlich geführten Unternehmens ist es Gewinn zu erzielen. Dieses erfordert den Einsatz von bestimmten Produktionsfaktoren, d.h. von Kapital, Sachmitteln und Menschen. Den wichtigsten Faktor stellt hierbei der Mensch mit seiner Arbeitsleistung dar, da er alle anderen Produktionsfaktoren gestalten kann. Das Unternehmen kauft mit der Arbeitsleistung, die persönlichen Kenntnisse und Fähigkeiten des Einzelnen, welche es benötigt um die verschiedensten Aufgaben zu bewältigen. Dieses geschieht in Form von Lohn oder Gehalt und Zusatzleistungen. Was der Mensch in sein Arbeitsverhältnis einbringt, ist zunächst einmal seine Leistungsfähigkeit. Der Grad der tatsächlichen Ausschöpfung einer gegebenen Leistungsfähigkeit bestimmt die Leistungsbereitschaft. Diese hängt wiederum mit der individuellen Arbeitszufriedenheit zusammen. Der Mensch ist zur Aktivierung seiner Leistungskräfte bereit , wenn er entsprechende Gegenleistungen in Form von Anreizen erhält. Anreize aktivieren Motive und ergeben damit die individuelle Motivation. Die in einem Arbeitsverhältnis aktivierten Motive bilden die Arbeitsmotivation. Ein geeignetes Instrument für die Steigerung der Arbeitsmotivation stellt das Angebot von sogenannten Fringe Benefits neben dem Festgehalt dar, sie lassen sich definieren als Entgeltbestandteile oder zusätzliche Sozialleistungen des Arbeitgebers. Beispiele hierfür sind Geschäftswagen, Aktienoptionen, Kindergartenzuschüsse oder Freiflüge, es existieren ca. 150 solcher Vergütungsvarianten. Inwieweit der Mensch bereit ist durch Fringe Benefits seine Leistungskräfte zu aktivieren, d.h. ob der Mensch auf lange oder kurze Sicht durch Zusatzleistungen zu motivieren ist, dieses soll unter anderem aus der Perspektive der Zwei-Faktoren-Theorie von Herzberg in dieser Arbeit untersucht werden.
Excerpt (computer-generated)
1
Inhaltsverzeichnis
Seite
Inhaltsverzeichnis
1
Abkürzungsverzeichnis
2
Abbildungsverzeichnis
3
4
1. Einleitung
2. Grundlagen der Motivation
5
2.1 Der Motivationsbegriff
5
2.2 Werden Motivationen nur durch Anreize aktiviert?
6
2.3 Die Inhaltstheorien der Motivationsforschung
8
2.3.1 Intrinsische und Extrinsische Faktoren
8
2.3.2 Die Bedürfnispyramide von Maslow
8
2.3.3 Die Zwei-Faktoren-Theorie von Herzberg
11
3. Motivation durch Fringe Benefits
14
3.1 Fringe Benefits im Zwei-Faktoren-Modell von Herzberg
14
3.1.1 Die Hygienefaktoren
15
3.1.1.1 Der Dienstwagen
15
3.1.1.2 Die Direktversicherungen
18
3.1.2 Die Motivatoren
21
3.1.2.1 Die Erfolgsbeteiligung
21
3.1.2.2 Die Kapitalbeteiligung
23
3.2 Das Cafeteria-Modell
26
3.2.1 Die Funktionsweise des Modells
26
3.2.1.1 Das Budget
27
3.2.1.2 Die Teilnehmer am Cafeteria-Modell
28
3.2.1.3 Das Leistungsangebot
28
3.2.2 Allgemeine Vor- und Nachteile des Systems
29
3.2.2.1 Vorteile aus der Sicht des Unternehmens
29
3.2.2.2 Nachteile aus der Sicht des Unternehmens
31
3.2.2.3 Vorteile aus der Sicht der Mitarbeiter
32
3.2.2.4 Nachteile aus der Sicht der Mitarbeiter
32
3.3 Die motivierenden Effekte durch Fringe Benefits
33
3.3.1 Motiviert Belohnung?
33
3.3.2 Die Grenzen der Motivationseffekte durch
Fringe Benefits
34
4. Schlußbemerkung
35
Anhang - Verzeichnis
37
Anhang A
38
Anhang B
41
Anhang C
44
Literaturverzeichnis
47
2
Abkürzungsverzeichnis
a.a.O.
am angegebenen Ort
Abb.
Abbildung
AfA
Absetzung für Abnutzung
AG
Aktiengesellschaft
bzw.
beziehungsweise
d.h.
das
heißt
ca.
etwa
Dipl.-Kfm. Diplom
Kaufmann
EDV
Elektronische Datenverarbeitung
EStG
Einkommenssteuergesetz
etc.
und so weiter
f.
folgende
ff.
fort folgende
GmbH
Gesellschaft mit beschränkter Haftung
HGB
Handelsgesetzbuch
Kfz
Kraftfahrzeug
KG
Kommanditgesellschaft
km
Kilometer
OHG
Offene Handelsgesellschaft
o.g.
oben
genannt
S.
Seite
Vgl.
Vergleiche
z.B.
zum
Beispiel
zzgl.
zuzüglich
z.Zt.
zur
Zeit
3
Abbildungsverzeichnis
Seite
Abbildung 1: Die Hierarchie der Bedürfnisse nach Maslow
9
Abbildung 2: Faktoren für Zufriedenheit bzw. Unzufriedenheit
bei der Arbeit
11
Abbildung 3: Vergleich der traditionellen Theorie der
Zufriedenheit mit Herzbergs Zwei-Faktoren-Theorie
13
Abbildung 4: Motiventwicklung und Motivdominanz nach Maslow
44
Abbildung 5: Erklärungswert der Motivationstheorien
44
Abbildung 6: Arbeitszufriedenheit und Leistung
45
Abbildung 7: Mittelherkunft des Cafeteria-Budgets
46
Abbildung 8: Vergütung/ Einheitliche Gehälter
46
4
1. Einleitung
Ziel eines jeden erwerbswirtschaftlich geführten Unternehmens ist es Gewinn
zu erzielen. Dieses erfordert den Einsatz von bestimmten Produktionsfaktoren,
d.h. von Kapital, Sachmitteln und Menschen. Den wichtigsten Faktor stellt
hierbei der Mensch mit seiner Arbeitsleistung dar, da er alle anderen
Produktionsfaktoren gestalten kann.
Das Unternehmen kauft mit der Arbeitsleistung, die persönlichen Kenntnisse
und Fähigkeiten des Einzelnen, welche es benötigt um die verschiedensten
Aufgaben zu bewältigen. Dieses geschieht in Form von Lohn oder Gehalt und
Zusatzleistungen.
Was der Mensch in sein Arbeitsverhältnis einbringt, ist zunächst einmal seine
Leistungsfähigkeit. Der Grad der tatsächlichen Ausschöpfung einer gegebenen
Leistungsfähigkeit bestimmt die Leistungsbereitschaft. Diese hängt wiederum
mit der individuellen Arbeitszufriedenheit zusammen.
Der Mensch ist zur Aktivierung seiner Leistungskräfte bereit , wenn er
entsprechende Gegenleistungen in Form von Anreizen erhält.
Anreize aktivieren Motive und ergeben damit die individuelle Motivation. Die
in einem Arbeitsverhältnis aktivierten Motive bilden die Arbeitsmotivation.1
Ein geeignetes Instrument für die Steigerung der Arbeitsmotivation stellt das
Angebot von sogenannten Fringe Benefits neben dem Festgehalt dar, sie
lassen sich definieren als Entgeltbestandteile oder zusätzliche Sozialleistungen
des Arbeitgebers. 2 Beispiele hierfür sind Geschäftswagen, Aktienoptionen,
Kindergartenzuschüsse oder Freiflüge, es existieren ca. 150 solcher
Vergütungsvarianten.
Inwieweit der Mensch bereit ist durch Fringe Benefits seine Leistungskräfte zu
aktivieren, d.h. ob der Mensch auf lange oder kurze Sicht durch
Zusatzleistungen zu motivieren ist, dieses soll unter anderem aus der
Perspektive der Zwei-Faktoren-Theorie von Herzberg in dieser Arbeit
untersucht werden.
1 Vgl. Femppel, Kurt/ Zander, Ernst: Leistungsorientierte Vergütung, Köln 2000, S. 14 ff..
2 Wirtschafts-ABC, Fringe benefits,
http://www.wirtschaftspraxis.de/lexikon/Inhalt.asp?Datail=detail&IDKeyLex=5219, vom
14.05.2002.
5
Im ersten Teil der Arbeit möchte ich zunächst genauer auf die Grundlagen der
Motivation eingehen, im zweiten Teil komme ich zu den Fringe Benefits im
Zwei-Faktoren-Modell von Herzberg. Des weiteren stelle ich hier das
sogenannte Cafeteria-Modell vor. Im Anschluß folgt eine grundsätzliche
Betrachtung der Motivationseffekte durch Fringe Benefits. Im Anhang folgen
nach der Aufzählung der Fringe Benefits Arten noch einige Beispiele zu
Mitarbeiterbeteiligungen aus der Unternehmenspraxis.
2. Grundlagen der Motivation
Motivation weist auf Bewegung und Antrieb hin. Motivation sichert einen lang
anhaltenden Kräfteeinsatz und hilft dabei, Müdigkeit und Erschöpfung zu
überwinden. Motivation bestimmt die Richtung, die Intensität und die Dauer
unseres Handelns.3
Auch für die Wirtschaft ist der einzelne motivierte Mitarbeiter entscheidend,
deshalb möchte ich mich einführend mit diesem Thema beschäftigen.
2.1 Der Motivationsbegriff
Mit dem Begriff ,,Motivation" sind in Deutschland die Beweggründe als eine
Antwort auf das Warum des Verhaltens gemeint. Es geht bei ihrem Studium
um die Begründung menschlichen Verhaltens, d.h. was uns dazu bringt, treibt,
bewegt uns so und nicht anders zu verhalten.
Verfolgt man den Ursprung des Wortes, aus dem lateinischen
,,in movitum ire"
d.h.
,,in das einsteigen, was (den Menschen) bewegt"
,
so kann dieses
Einsteigen als Verstehen der Beweggründe interpretiert werden. Es kann aber
auch als interessegelenktes Aufgreifen und Ausnutzen interpretiert werden, um
daraus die Möglichkeit bzw. Notwendigkeit der effektiven und verant-
wortungsbewussten Führung abzuleiten.4
Motivation ist heute ein Schlüsselbegriff für Führung, die Verantwortung der
Führungskräfte für die Motivation ihrer Mitarbeiter ist eine primäre Aufgabe.
Motivieren/ Führen hat daher folgenden Bedeutungsumfang:
3 Vgl. Comelli, Gerhard/ Rosenstiel, Lutz von: Führung durch Motivation: Mitarbeiter für
Organisationsziele gewinnen, 2. Auflage, München 2001, S.1.
4 Vgl. Sprenger, Reinhard K.: Mythos Motivation: Wege aus einer Sackgasse, 16. Auflage,
Frankfurt/Main; New York 1999, S. 21 f..
6
1. den Mitarbeiter mit Motiven ausstatten, die dieser vorher nicht hatte,
2. den Mitarbeiter an seinen Motiven ,,abholen" und Möglichkeiten zu ihrer
Realisierung bieten,
3. Verhaltensweisen mit subjektiver Bedeutung aufladen,
4. Begeisterung entfachen,
5. anreizen;
Sollte Führen bedeuten die Mitarbeiter zielbezogen zu lenken, so ist auch
sprachgeschichtlich, lateinisch
,,movere" = ,,bewegen",
eine Verbindung mit
dem Begriff Motivieren belegt.5
Das Interesse der Führungskräfte ist also nicht, warum etwas passiert, das
interessiert eher die Motivationspsychologen, sondern
· wie bekomme ich die maximale Arbeitsleistung meiner Mitarbeiter?,
· wie kann ich der inneren Kündigung vorbeugen?,
· wie motiviere ich meine Mitarbeiter dazu Überstunden zu leisten?.6
Motivation als Manipulation des einzelnen Mitarbeiters um mehr Arbeits-
leistung zu erzielen, hier ist der Ansatz zu finden als Grundlage für das
Instrument der Anreizsysteme, auf das ich im weiteren Verlauf der Arbeit
eingehen werde.
2.2 Werden Motivationen nur durch Anreize aktiviert?
Ziel der Personalpolitik ist es über die Motivation menschliches Verhalten zu
verändern. Erfolglos bleibt hierbei meist, erwachsenen Menschen neue Motive
beizubringen. Der sicherste Weg dürfte über das Anreizsystem führen um
damit das Verhalten der Mitarbeiter eines Betriebes zu beeinflussen, wenn z.B.
eine Leistungserhöhung geplant ist.
Es existieren eine Vielfalt von Anlässen um Menschen zu motivieren, dieser
Sachverhalt wird auch in den unterschiedlichen Motivationstheorien sichtbar.
Dies soll an vier Beispielen verdeutlicht werden:
a) Ein Motivationsprinzip, das im bedürfnistheoretischen Ansatz erklärt wird,
spiegelt das Prinzip des inneren Körpergleichgewichts wieder.7
5 Vgl. Sprenger, Reinhard K.: Mythos Motivation: Wege aus einer Sackgasse, 1999, S. 20 f..
6 Sprenger, Reinhard K., a.a.O., S. 22.
7 Rosenstiel, Lutz von: Motivation im Betrieb: mit Fallstudien aus der Praxis, 10. Auflage,
Leonberg 2001, S. 34 f..
7
Erläutern kann man dieses recht gut an technischen Systemen mit negativer
Rückkopplung, z.B. am Prinzip der thermogesteuerten Heizung.
Steigt hierbei die Zimmertemperatur über den gewählten Sollwert z.B. von 20
Grad, so wird der Brenner im Heizaggregat abgeschaltet. Sinkt die Temperatur
unter diesen Sollwert, so wird der Brenner wieder eingeschaltet. Ganz
entsprechend erklärt die Bedürfnistheorie das Motivationsgeschehen. Wird im
Körper durch Mangel an Flüssigkeit, an Sauerstoff oder an Blutzucker etc. ein
körperlicher Sollwert unterschritten, drängt uns unser Körper zu einer
Handlung, die auf Beseitigung dieses Defizits ausgerichtet ist (z.B. wird durch
die Nahrungsaufnahme das Hungergefühl gestillt).
b) Beim anreiztheoretischen Modell kommt die Anregung nun von außen und
das Prinzip heißt, soviel wie möglich. Ein Anreiz ist ein begehrenswertes
Objekt, von dem man soviel wie nur möglich haben möchte.
c) Ein weiterer Ansatz in der Motivationsforschung ist der
gleichgewichtstheoretische Ansatz, das Prinzip der kognitiven Dissonanz ist
ein bekanntes Beispiel dafür. Wurde z.B. eine Alternative A gewählt und stellt
sich danach heraus, dass die Alternative B die bessere Wahl gewesen wäre, so
bin ich motiviert diese Wahl rückgängig zu machen oder nachzuweisen das die
Alternative A doch die bessere Wahl war.
Nicht nur Hunger auch kognitive Dissonanz kann uns motivieren.
d) Das Prinzip der Selbstverwirklichung ist ein weiterer Ansatz, hierbei wissen
wir meist, dass das Erreichen eines Zieles noch nicht das Ende des Weges,
sondern ein Zwischenziel ist.8
Nach einem kurzen Überblick über einige Prozeßtheorien und Inhaltstheorien
der Motivationsforschung ist zu erkennen, das Motivationen nicht nur auf
Anreize hin aktiviert werden, die Motivationen sind mal mehr oder mal
weniger von der Situation des einzelnen Menschen abhängig.
Im nächsten Teil möchte ich ausführlicher auf die Inhaltstheorien eingehen,
8 Vgl. Rosenstiel, Lutz von, Motivation im Betrieb: mit Fallstudien aus der Praxis, 2001, S. 35
ff..
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