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Die Abtönungspartikeln der deutschen Sprache

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2008, 23 Pages
Author: Studentin Karin Schwiegerr
Subject: German Studies - Linguistics

Details

Event: Die unflektierbaren Wortarten des Deutschen
Institution/College: http://www.uni-jena.de/
Tags: Abtönungspartikeln, Sprache, Wortarten, Deutschen
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2008
Pages: 23
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 9  Entries
Language: German
Archive No.: V117742
ISBN (E-book): 978-3-640-20091-7

File size: 98 KB

Abstract

In der folgenden Arbeit sind die deutschen Abtönungspartikeln dargestellt. Es werden die typischen grammatischen Charakteristika untersucht und es wird auf die Bedeutung und Funktionen dieser Subklasse von Partikeln eingegangen. Abtönungspartikeln, welche an ihrem Ende mit einem * versehen sind, sollen als betont verstanden werden und ist nicht zu verwechseln mit einem * vor einem Satz oder Ausdruck, welcher bekanntlich das Angegebene als ungrammatikalisch kennzeichnet.


Excerpt (computer-generated)

Hauptseminar:

Die unflektierbaren Wortarten des Deutschen

WS 2006/07

Die Abtönungspartikeln



Karin Schwieger

Germanistik, Philosophie, Volkskunde/Kulturgeschichte







2

Inhalt

1 Einleitung

3

2 Begriffserläuterung

4

3 Grammatische Charakteristika

6

3.1 Stellungsverhalten

6

3.2 Negation und Antworten auf Fragen

8

3.3 Akzentuierung

9

4 Funktionen

10

5 Vorkommen

11

6 Pragmatische Wirkung

15

6.1 Der Aussage-Modus

15

6.2 Der Frage-Modus

16

6.2.1 tendenziöse Fragen

16

6.2.2 Ergänzungsfrage-Modus

17

6.2.3 Entscheidungsfrage-Modus

17

6.3 Der Aufforderungs-Modus

18

6.4 Der Wunsch-Modus

18

6.5 Der Heische- Modus

19

6.6 Der Exklamativ- Modus

19

7 Schlussbemerkung

20

8 Literaturverzeichnis

21


3

1 Einleitung

In der folgenden Arbeit sind die deutschen Abtönungspartikeln dargestellt. Es

werden die typischen grammatischen Charakteristika untersucht und es wird auf die

Bedeutung und Funktionen dieser Subklasse von Partikeln eingegangen.

Abtönungspartikeln, welche an ihrem Ende mit einem * versehen sind, sollen als

betont verstanden werden und ist nicht zu verwechseln mit einem * vor einem Satz

oder Ausdruck, welcher bekanntlich das Angegebene als ungrammatikalisch

kennzeichnet.


4

2 Begriffserläuterung

Der Begriff Partikel entwickelte sich aus dem Lateinischen

partikula

, was die

Diminutivform von

pars

ist und im Deutschen Teil bzw. Teilchen bedeutet. In der

Physik gibt es den Begriff

das Partikel

und bildet den Plural

die Partikel

oder

die

Partikeln

und ist der Terminus für Elementarteilchen. Der Begriff Partikel wird in

der Sprachwissenschaft im Singular mit femininem Artikel gebildet und bildet den

Plural ausschließlich auf ­n. Die Artikel und der Plural sind zwar unterschiedlich,

aber die ursprüngliche Bedeutung des Teilchens ist sowohl in der Physik als auch in

der Sprachwissenschaft enthalten.

In der Tat zeichnen sich die Partikeln durch ihre Kürze aus. Auch findet man unter

den sprachwissenschaftlichen Begriff Partikel, die Definition ,,unveränderliches

Redeteilchen" (Duden, 1998, S. 377). Unveränderlich bedeutet in diesem Fall, dass

sie nicht deklinier-, konjugier oder komparierbar sind. Bezüglich ihres Gebrauchs

sind aber in der Sprachgeschichte bereits Änderungen aufgetreten.

Der Terminus Abtönungspartikeln stammt aus eigener Aussage von Weydt und sind

Ausdrücke wie beispielsweise

etwa, doch, bloß/nur, ja

. (Hentschel und

Weydt,1990,S. 280)

Dieser Begriff impliziert, dass mittels dieser Partikeln etwas abgetönt wird. Die

Abtönungspartikeln werden dazu gebraucht, einer Äußerung eine bestimmte Färbung

zu geben. Hierbei ist der Terminus

abtönen

möglicherweise etwas ungünstig

gewählt, da man mit Abtönungspartikeln das Diktum auch bekräftigen kann. Zifonun

schlägt daher den Begriff

Tönungspartikel

(Zifonun, 1997, S. 905) vor, welcher

etwas neutraler ist. Abtönungspartikeln werden auch als Modalpartikeln,

Einstellungspartikeln,

Flick-,

Füll-,

und

Würzwörter

bezeichnet.

Der

unterschiedlichen Namensgebung liegen auch verschiedene Definitionen zugrunde.

Bis in die 1960iger Jahren wurden Abtönungspartikeln fast ausschließlich als Flick-

und Füllwörter betrachtet. Sie wurden in der älteren Stilistik negativ bewertet. Aber

vereinzelt wurden weitere Funktionen schon erahnt, wie man bei Abhandlungen von

Georg von der Gabelentz aus dem Jahre 1891 erkennen kann (Weydt, 1977, S. 11).

Gabelentz stellt fest, dass die Abtönungspartikeln nicht nur zum Ausfüllen genutzt

werden, sondern dass diese auch dem objektiven Inhalt der Rede etwas Seelisches

einhauchen (vgl. Weydt, 1977, S. 11). Er begreift, dass die Abtönungspartikeln auf

der Intentionsebene funktionieren. Der Terminus Würzwörter bewertet die


5

Abtönungspartikeln auch schon positiver, da durch den metaphorischen Gebrauch

des Wortes

Würzen

impliziert wird, dass ein Satz, oder eine Rede mit Würzwörtern

stilistisch etwas besser ist als ohne, eben wie bei einem kulinarischen Gericht.

Die Begriffe Modalpartikeln und Einstellungspartikeln weisen schon recht deutlich

auf deren Funktion hin, wobei man die Modalpartikeln aufgrund der Namensgebung

auch leicht mit den Modalwörtern verwechseln kann, gerade weil sie auch ähnliche

Eigenschaften haben.

Der Terminus Einstellungspartikeln deutet darauf hin, dass sie sich auf die

Einstellung beziehen, wobei unklar ist auf wessen, also auf Sprecher ­oder

Rezipienteneinstellung. Außerdem werden die vielfältigen Funktionen der

Abtönungspartikeln durch diesen Terminus eingeschränkt.



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