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Research Paper (Pre-University), 2005, 23 Pages
Author: Matthias Schäppi
Subject: German - Literature, Works
Details
Institution/College: Don Bosco Gymnasiu (Don Bosco Gymnasium)
Tags: Vergleich, Balladen, Bürgschaft“, Friedrich, Schiller, Füße, Feuer“, Conrad, Ferdinand, Meyer, Grundkurs
Year: 2005
Pages: 23
Grade: 2
Bibliography: ~ 11 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-20119-8
File size: 248 KB
Es handelt sich um ein Vorfacharbeit!
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Abstract
In der vorliegenden Vorfacharbeit sollen die beiden Balladen: „Die Bürgschaft“, von Friedrich Schiller und „Die Füße im Feuer“, von Conrad Ferdinand Meyer verglichen werden. Schiller ist bekanntlich ein Vertreter der Klassik, Meyer ein Schriftsteller des Realismus rund achtzig Jahre später. Diese beiden Balladen sind sehr charakteristisch sowohl für ihre literarische Epoche als auch für beiden Autoren. In der folgenden Arbeit erfährt man nicht nur eine Interpretation der jeweiligen Balladen, sondern es wird auch in speziellen Kapiteln eine kurze Biographie der beiden berühmten Dichter und ein Portrait der jeweiligen Epochen zu finden sein. Wo liegen die Unterschiede der Balladen? Gibt es auch Gemeinsamkeiten? Diese Fragen werden im vierten Kapitel beantwortet, nachdem beide Balladen ausführlich „unter die Lupe“ genommen wurden. Da wir im Jahre 2005 ein sogenanntes „Schillerjahr“ feiern, da sich sein 200. Todestag gejährt hat, scheint diese Vorfacharbeit sehr geeignet zu sein.
Fulltext (computer-generated)
Don-Bosco-Gymnasium
Schuljahr 2004/05
Vorfacharbeit
Grundgrundkurs: Deutsch
Vergleich der Balladen: ,,Die Bürgschaft" von Friedrich Schiller
und ,,Die Füße im Feuer" von Conrad Ferdinand Meyer
Verfasser: Matthias Schäppi
Abgabetermin: 07.05.2005
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Inhaltsverzeichnis:
1 Einleitung
2. Friedlich Schiller: ,,Die Bürgschaft"
2.1. Ballade: ,,Die Bürgschaft"
2.1.1. Inhaltsangabe
2.1.2. Thematik
2.1.3. Analyse der formalen Struktur
2.1.4. Analyse der inhaltlichen Struktur
2.2. Friedrich Schiller Leben und Werk
2.3. Die Klassik
3. Conrad Ferdinand Meyer ,,Die Füße im Feuer
"
3.1. Ballade: ,,Die Füße im Feuer"
3.1.1. Inhaltsangabe
3.1.2. Thematik
3.1.3. Analyse der formalen Struktur
3.1.4. Analyse der inhaltlichen Struktur
3.2. Conrad Ferdinand Meyer Leben und Werk
3.3. Der Realismus
4. Vergleich der Balladen
5. Ergebnis der Arbeit
6. Literaturverzeichnis / Quellen
7. Eigenständigkeitserklärung
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Einleitung
In der vorliegenden Vorfacharbeit sollen die beiden Balladen: ,,Die Bürgschaft", von
Friedrich Schiller und ,,Die Füße im Feuer", von Conrad Ferdinand Meyer verglichen
werden.
Schiller ist bekanntlich ein Vertreter der Klassik, Meyer ein Schriftsteller des Realismus
rund achtzig Jahre später. Diese beiden Balladen sind sehr charakteristisch sowohl für
ihre literarische Epoche als auch für beiden Autoren.
In der folgenden Arbeit erfährt man nicht nur eine Interpretation der jeweiligen
Balladen, sondern es wird auch in speziellen Kapiteln eine kurze Biographie der beiden
berühmten Dichter und ein Portrait der jeweiligen Epochen zu finden sein.
Wo liegen die Unterschiede der Balladen? Gibt es auch Gemeinsamkeiten? Diese
Fragen werden im vierten Kapitel beantwortet, nachdem beide Balladen ausführlich
,,
unter die Lupe"
genommen wurden.
Da wir im Jahre 2005 ein sogenanntes ,,Schillerjahr" feiern, da sich sein 200. Todestag
gejährt hat, scheint diese Vorfacharbeit sehr geeignet zu sein.
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Die Ballade: ,,Die Bürgschaft"
Diese Ballade wurde von Friedrich Schiller im Jahre 1795 verfasst. Durch Goethes
Einfluss auf Schiller wandte er sich in diesem Jahr besonders der Balladendichtung zu.
In diesem Rahmen verfasste er neben ,,Die Bürgschaft", ,,Der Ring des Polykrates"
auch ,,Die Kraniche des Ibykus".
Inhaltsangabe
Damon, ein junger, mutiger Mann plante einen Tyrannenmord zu begehen. Dionnes war
ein schrecklicher und grausamer Herrscher dieser Stadt. Doch Damon wird vor der
Ausführung seines Planes von Häschern des Tyrannen verraten und gefangen
genommen. Der Dolch, welcher sein Mordinstrument hätte sein sollen, wir ihm
abgenommen und er muss vor dem thron von Dionnes erscheinen. Dort gestehet er sein
Vorhaben, den Dionnes töten zu wollen unvermeidlich. Dionnes macht
kurzen Prozess
und verurteilt ihn zum Tod am Kreuz. Damon akzeptiert sein Urteil ohne Einspruch, hat
jedoch eine bitte und äußert diese unverzüglich: Er möchte seine Schwester in gute
Hände verheiraten und muss deshalb schnell nach Hause gehen. Er bittet um eine
Verlängerung seiner Galgenfrist von drei Tagen. Als Bürge lässt Damon seinen Freund
Phintias zurück.
Jetzt begibt sich Damon sofort auf den Weg, nachdem er vom Tyrannen die Erlaubnis
und von seinem Freund die Zusage erhalten hat. Seine familiären Angelegenheiten kann
er schell und zu seiner vollen Befriedigung erledigen. Doch als er sich auf dem
Rückweg macht, um sich kreuzigen zu lassen und dafür seien Freund wieder aus den
Händen des Tyrannen zu befreien, stellen sich ihm alle möglichen Probleme in den
Weg.
Der Fluss, welcher sich in Zwischenzeit zu einem reißenden Strom entwickelt hat, riss
gleichzeitig auch die Brücke mit sich mit. Erst am späten Nachmittag des dritten Tages
kann sich Damon überwinden in den Fluss zu springen, um auf das gegenüberliegende
Ufer zu schwimmen. Er schafft es schließlich, doch die Zeit läuft ihm buchstäblich
davon. Zu allem Überdruss wird er noch von Räubern überfallen, welch er jedoch
erbarmungslos niederschlägt in seinem Zorn.
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Als er endlich die Stadt in weiter Ferne sieht, begegnen ihm auch schon die ersten
Menschen, der Stadt, welche ihm anraten nicht in die Stadt zu gehen, da es sowieso
schon zu spät sei für ihn.
Seinen Freund, der schon am Kreuz erhöht ist. Damon rennt mit letzter Kraft auf die
Stadt zu und schwört auf dem Weg, dass er wenn er seine Freund nicht mehr retten
könne, sein Leben auch verwirkt sein soll. Im allerletzten Moment erreicht er die
Stadttore und schreit: ,,Mich, Henker erwürgt". Dionnes, von solcher Freundestreue
gerührt, schenkt ihm daraufhin nicht nur sein Leben, sondern bittet ihn auch ihn, den
Tyrannen, in ihren Freundschaftsbund als dritten ,,Genossen" aufzunehmen.
Thematik
Diese Ballade ist ein charakteristischer Vertreter der Klassik. Die Handlung spielt in
,,Magna Graecia". Dionnes ist Tyrann eines griechischen Stadt-Staates jener Zeit, wobei
man nicht wissen muss, dass diese Tyrannen in Griechenland einfach nur
Alleinherrscher und nicht unbedingt blutrünstig und gewalttätig waren, auch wenn
dieser von Friedrich Schiller hier in dieser Ballade so dargestellt wird. Dionnes ist also
ein unrechtmäßiger Herrscher und regiert mit einer Willkürherrschaft, ähnlich der, der
Aufklärung. Die Ungerechtigkeit ist für die Bürger so groß, dass Damon, in
patriotischer Weise versucht mit dem Dolch zu ermorden. Nun, er wird gefasst und zum
Tod verurteilt. Die Werte die Schiller hier in dieser Ballade dem Leser vermitteln will
sind Treue, wahre Freundschaft und was dazu gehört und die Kardinaltugend des
Mutes.
Analyse der formellen Struktur
Die Ballade besteht aus zwanzig jambischen Strophen. Jede Strophe besteht wiederum
aus sieben Zeilen. Es reimen sich die Endungen der ersten und vierten Zeile, sowie die
Endungen der zweiten und dritten Zeile. Auffällig ist auch, dass sich die erste Zeile
auch mit der fünften Zeile reimt. Dies hängt aber von der Tatsache ab, dass die vierte
sich ebenfalls mit der nachfolgenden fünften Zeile reimt.
Die Zeilen sechs und sieben sind eher Ergänzungen zu den einzelnen Strophen und
reimen sich mit nicht.
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Analyse der inhaltlichen Struktur
Da Damons Versuch am Tyrannenmord scheitert, muss er sich, da von den Häschern in
der Bande gefasst wird vor Gericht verteidigen. Doch an dieser Stelle erlebt der Leser
schon seine erste Überraschung. Anstatt sich zu verteidigen mit Ausreden und
Bittgesuchen die Strafe zu mildern und um Verzeihung zu bitten, sieht Damon seine
Schuld ein und akzeptiert seine Todesstrafe, als würde er dieser nicht die geringste
Bedeutung zusprechen. Jedoch hat er einen letzten Wunsch und benötigt dafür aber drei
Tage Zeit. Er wartet auch gar nicht die Bedingungen von Dionnes ab, sondern
präsentiert sein Konzept, bei dem seinem Freund Phintias eine große Rolle spielt, er soll
nämlich mit seinem Leben dafür bürgen, (deshalb auch der Titel der Ballade: ,,Die
Bürgschaft") dass der Gefangene nicht entflieht. Interessant dabei ist auch wie Damon
die Abmachung seinem Freund mitteilt. Zuerst schildert er ihm seine Lage, daraufhin
das Angebot des Königs und am Ende steht die einfache Aufforderung an den Freund,
seinen Teil dazu beizutragen. Dies geschieht in einer Form, die überhaupt nicht daran
zweifelt, dass der Freund auch darauf eingehen wird. Für heutige Verhältnisse eine
sehr fremdartige Einstellung. Dies ist eigentlich schon der zweite Überraschungseffekt
in der Ballade. Zu bedenken gibt uns auch, dass der Tyrann überhaupt auf das Angebot
des Angeklagten eingeht. Dies wäre heutzutage völlig undenkbar.?
Aber vielleicht ist ja genau diese Tatsache die uns Friedrich Schiller mitteilen wollte.
Die Einstellung hat sich seit der Veröffentlichung der Ballade vor rund 210 Jahren nicht
maßgeblich geändert. Aber sie hat sich anschienend von der griechischen Antike bis
heute grundlegend geändert. Die Freundestreue, bei den Griechen war noch von sehr
hohem Stellwert. Ganz im Gegensatz zu heute, da ja jeder Mensch zum Individualist
erzogen wird. Der Egoismus wird gerade zugefördert. Das eigene Wohl steht an erster
Stelle des modernen materialistischen Menschen der Gegenwart. Doch schon Christus
hat vor 2000 das Evangelium gepredigt in dem er immer wieder sagte: ,,Liebe ist, wer
sein Leben hingibt für seinen Freunde" (Mt. 89;89) Und genau die hätte Phintias für
seinen Freund Damon getan, noch bevor das Christentum überhabt entstand.
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Die dritte Überraschung erlebt der Leser am Ende der Ballade als der Tyrann Dionnes
die beiden Freunde bittet, ihn in ihren Bund als dritten Genossen aufzunehmen. Dieser
Gedankengang und die ganze Wandlung des Tyrannen kann praktisch nicht
nachvollzogen werden.
Quellen !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
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Friedrich Schiller
Johann Christoph Friedrich Schiller wurde am 10. November 1759 bei Marbach in
Württemberg geboren. Sein Vater war Wundarzt im Siebenjährigen Krieg gewesen. Er
war sehr streng und legte großen Wert auf Ordnung und Disziplin. Zu seiner Mutter
hatte Friedrich immer ein sehr gutes und inniges Verhältnis gepflegt. Dies geht aus
seinen zahlreichen Briefen an seine Mutter hervor.
Als Kind war er schon fasziniert vom Theaterspielen. Mit einem selber gebauten
Puppentheater führte er kleine Stücke auf, die spontan seiner kreativen Phantasie
entsprungen war. In seiner Jugend besuchte er die lateinische Schule in Ludwigsburg
und äußerte dort den innigen Wunsch Priester zu werden. Doch der Fürst hatten einen
anderen Plan, Friedrich Schiller solle die Militärschule auf dem Luftschlosse Solitüde
besuchen. Und da die Menschen jener Zeit völlig der Willkür ihrer Herzöge und Fürsten
ausgeliefert waren lieb Friedrich gar keine andere Wahl, als sich in Zucht und Strenge
auf der Militärschule zu üben. Er studierte dort zunächst Jura, später schloss er auch
noch sein Medizinstudium mit dem nötigen Doktorexamen ab. Anschließend
absolvierte Schiller seine Dienstzeit auf Geheiß des Herzogs in Stuttgart.
Tief betroffen und schockiert über die Willkürherrschaft der Aufklärung, griff er zu
Feder, Tinte und Papier und verfasse sein erstes großes Werk: Die Räuber. Es war ein
Theaterstück, welches seine ganze Unzufriedenheit mit den damaligen Verhältnissen
wiederspiegelte. Doch kein Buchhändler wollte seine Schrift drucken. Deshalb musste
Schiller erst einen Kredit aufnehmen um die Druckkosten überhabt finanzieren zu
können. Das Werk erschien jedoch ohne den Namen des Autors, da äußerste Vorsicht
vor dem Fürsten geboten war.
Um ungestört dichten und schreiben zu könne, musste Schiller nach Mannheim fliehen,
erhielt dort nicht die erforderliche Anerkennung um als Schriftsteller vollberuflich
Arbeiten zu können. Deshalb zog er weiter nach Darmstadt und später nach Frankfurt.
In jenen Jahren verfasste er zahlreiche Werke.
1787, als er unter dem Volk und besonders bei der Jugend schon große Anerkennung
genoss, zog er nach Weimar. Vom dortigen Herzog wurde ihm der Ratstitel verleihen.
Er bekam endlich eine feste Anstellung mit geregeltem Einkommen an der Universität
in Jena, weshalb er wiederum seinen Wohnsitz wechseln musste.
Er lernte noch im nämlich Jahr Charlotte von Lengefeld kennen, die er kurze zeit später
heiratete.
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Da er sich aber 1791 eine sehr schwere Lungenentzündung zuzog, war er gezwungen
seien Lehrstuhl in Jena zu räumen. Infolge privater Sponsoren, wie z. B. der dänische
Graf von Schimmelmann oder dem Prinzen von Augustenburg, war er Schiller dennoch
möglich weiterhin seiner Schriftstellerischen Tätigkeit nachzukommen.
1794 lernte er Johann Wolfgang Goethe kennen. Sie verband bald eine innige
Freundschaft. Sie arbeiteten viel zusammen und korrigierten einander die Manuskripte
für neue Gedichte und Theaterstücke. Deshalb zog es Schiller erneut nach Weimar. Dort
erlebte er die Höhepunkte seiner beispiellosen Kariere. Er erheilt zahlreiche
Auszeichnungen und Orden verleihen. Fast ausschließlich abeiterte Friedrich Schiller
die letzten Lebensjahre an der Produktion von Theaterstücken.
Bereits im besten Alter von nur gerade 46 verstarb Johann Christoph Friedrich Schiller.1
Er hat dem deutschen Volk einen unermesslichen geistigen Schatz hinterlassen. Er war
Lehrer und Erzieher in der Wahrheit und Schönheit, in Freiheit und Menschenwürde.
2
(Hugo Weber)
In diesem Jahr feiern wir seine 200. Todestag, weshalb das Jahr 2005 zum offiziellen
,,
Schillerjahr
" erklärt wurde.
Schillers berührteste Werke:
· Die Räuber, 1781
· Die Verschwörung des Fiesko zu Genua, 1783
· Kabale und Liebe, 1784
· Geschichte des dreyßigjahrigen Krieges, 1791/93
· Don Carlos, 1787
· Wallenstein, 1800
· Maria Stuart, 1800
· Die Jungfrau von Orleans, 1801
· Wilhelm Tell, 1804
vgl. 1.Lexikon Deutsch / Autoren und Werke
S. 171 ff.
2. Deutsche Sprache und Dichtung
S. 52 ff.
2vgl. Deutsche Sprache und Dichtung (S. 55)
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Die Klassik
(1786-1805)
Im wesentlichen war diese literarische Epoche eine Rückbesinnung auf die Ideale und
Ästhetik der Antike. Diese Zeit wurde von zwei herausragenden Schriftsteller geprägt:
Johann Wolfgang Goethe und Friedrich Schiller. Da beide vornehmlich in Weimar
arbeiteten und wirken wird diese Periode auch
Weimarer Klassik
genannt. Die
Gattungsform dabei war maßgeblich Dichtung und Drama.
Sie begann als Goethe von seiner ersten Italienreise zurückkehrte und die Impressionen,
welche er da erlebt hatte niederschrieb.
Die Klassik löste den ,,Sturm und Drang" ab und besann sich auf das klassische
Altertum. Die griechische Mythologie wurde aufbereitet. Die antiken Helden erlebten
eine Renesnaince?. Die Klassik war eine Zeit der Reife und Ausgeglichenheit. Sie hat
strenge künstlerische Formen und ein sehr hohes Niveau bei der Themenauswahl.
Die Klassik hat Sinn für das Erhabene, Heroische, Tragische, aber auch das
Furchtbare und Bedrohliche der menschlichen Existenz, jedoch immer mit dem Streben
nach Überwindung der Gegensätze, Versöhnung des Tragischen in der
gültigdauernden, zeitlosen Gestalt.?
Im Gegensatz zu ,,Sturm und Drang", welche eine Epoche der Empörung und
Auflehnung der jungen Generation (u.a. auch mit Schiller und Goethe) gegen die
Herrschaft der Ratio war, ist die Klassik von Maß, Gesetz und Formstrenge bestimmt.
Man kehrte zur Vernunft zurück ließ jedoch das Gefühl, des menschlichen, nicht ganz
außer acht. Und genau deshalb ist diese Zeit so erfolgreich gewesen und bis heute
unvergessen geblieben. In den vorangegangnen literarischen Epochen und auch den
darauffolgenden wurde die Dichterkunst und Lyrik entweder maßgeblich von der
Vernunft oder dem Gefühl gesteuert. Bei der Klassik, was soviel heißt wie:
mustergültig, vorbildlich, hat man einen Kompromiss zwischen dienen prägenden
Kräften der Vernunft und dem Gefühl gemacht. Die Schönheit und Ästhetik stehen
dabei im Vordergrund.
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Schönheit wird als Harmonie zwischen dem Sinnlichen, das der Triebwelt zugehört, und
dem Gesetz der Vernunft, das Freiheit bedeutet, verstanden.?
Mit dem frühen Tod von Friedrich Schiller endent auch die Weimar Klassik. Geothe
jhat jeoch weiterhin Weke verfasst bis zu seinem Tod im Jahre 1832. Diese Zeit wird
jedoch nicht mehr als enge Phase der Klassik gesehen. 4 / Christ Blätter
4vgl
.
Grundbegriffe der Literatur
S. 40 f.
?vgl. Christ BlätterS.
sdfgsh
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Ballade: ,,Die Füße im Feuer"
Die Ballade ,,Die Füße im Feuer" von Conrad Ferdinand Meyer erschien 1882, jedoch
gilt zu beachten, dass sie in anderer Form und Titel (,,Der Hugenott") schon 1867
veröffentlicht worden war, und somit zu den Frühwerken Meyers zählt.
Inhaltsangabe
Ein Reiter, ein Kurier des Königs, bittet in einer Sturmesnacht Unterschlupf auf der
Burg eines Edelmanns. Dieser lädt den Reiter freundlich ein, und bietet ihm seine
Gastfreundschaft an.
Doch der Kurier wird im Ahnensaal vom Bild einer Frau überrascht. Es erweckt seine
Erinnerung. Vor drei Jahren verfolge er die Hugenotten, französische Protestanten, bis
in diese Burg. Die Frau des Schlossherrn verriet ihren Mann nicht, obwohl der Kurier
sie folterte er hielt ihre nackten Füße in Feuer und tötete sie schließlich. Der Kurier
erkennt sofort die Lage, in der er sich befindet und bangt um sein leben. Die Situation
wird umso peinlicher, da die Kinder des Edelmanns ihn erkennen und dies sofort dem
Vater mitteilen. Er begibt sich sofort nach dem Essen auf sein Zimmer, findet dort
jedoch erst spät nach Mitternacht Schlaf, da er sämtliche Geräusche auf dem Korridor
als Schritte des Schlossherrn interpretiert und sich bedroht fühlt. Im Morgengrauen will
er sich schließlich unbemerkt davonschleichen, doch er wird von dem übernacht
,,ergrauten" Schlossherr überrascht, der ihn ein Stück des Weges begleitet. Als sich der
Kurier endgültig verabschieden will, gibt sich der Edelmann zu erkennen, dass er über
den Mord an seiner Gattin gut informiert ist. Doch er verzichtet großherzig auf Rache
am Kurier des Königs mit den Worten?: ,,Mein ist die Rache, redet Gott".?
Thematik
Die Handlung dieser Ballade spielt während bez. Rund drei Jahre nach den
Glaubenskämpfen. In Frankreich herrschte in den Jahren 1562-1598 eine grausame
Hugenottenverfolgung.
Der Protestantismus kam zwischen 1520 und 1523 nach Frankreich und wurde dort
vollmallem vom Hochadel, den Intellektuellen und geistigen Elite sowie einem Teil des
Bürgertums auf- und übernommen. Die Ausbreitung des Protestantismus löste unter den
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Katholiken Frankreichs Beunruhigung und Hass aus. Schließlich kam es zum offenen
Bürgerkrieg. Acht große Kriege tobten in dieser Zeit zwischen den Katholiken und
Protestanten, die man später als ,,Hugenottenkriege" bezeichnete.?
Analyse der formalen Struktur
Die Ballade von ihrer äußeren Form her zeigt sich in acht unterschiedlichen langen
Erzählblöcken, deren Verszeilen aus je sechs Jamben bestehen, die alle stumpf und hart
enden und keine Reimbildung aufweisen. Es gibt keinen Erzähler, da die Fakten für sich
sprechen. Lediglich die Hauptpersonen, der Kurier des Königs und der Edelmann,
treffen im direkten Dialog aufeinander. Die Vorgeschichte wird weitgehend im inneren
Monolog oder auch in erlebter Rede vermittelt.?
In dieser Ballade handelt es sich um jambische Trimeter, zwölfsilbige Verse, deren
regelmäßige Alteration nur gelegentlich am Versanfang und nur ganz selten im
Versinneren von natürlichen Satzrhythmus verschoben wird.
Analyse der inhaltlichen Struktur
Um diese Ballade vollständig zu verstehen und deuten zu können, so sind sich auch die
Literaturkritiker Laufhütte und Pelster einig, muss man dieses Gedicht mehrere male
durchgelesen und studiert haben. Denn bei jedem lesen fallen einem neue Details auf.
Auffallend an der Ballade ist auf jedenfalls die Naturgewalt, welche der ganzen
Handlung einen Rahmen gibt. Zu Beginn erleben wir eine hässlich Sturmesnacht (,,Wild
zuckt der Blitz" / ,,der Donner rollt" / ,,grell pfeift der Sturm") Zum Ausgang der
Geschichte wird der Leser wie geblendet vom herrlichen Morgen (,,Die frühsten
Vöglein zwitschern halb im Träume noch" / ,, Friedsel`ge Wolken schwimmen durch
die klare Luft" / ,, Als kehrten Engel heim von einer nächt`gen Wacht") Während die
Gewitternacht eingestimmt auf die dunkle grausige Erinnerung an die
Hugenottenverfolgung, scheint der Morgen alles graue weggewaschen zu haben. Diese
beiden Naturbeschreibungen bilden den äußeren Rahmen der Ballade. Das Gewitter
versinnbildlicht den Kampf des Schlossherr während der ganzen Nacht. Der Schluss der
Ballade ist gleichsam der Hauptteil. Indem der Kurier noch hämische Bemerkungen, auf
dem Weg, von sich gibt, wird der Edelmann zu einem Höchstmass an
Selbstbeherrschung gefordert. Denn während der Reiter durch die Position, die er inne
hat, Schutz erhofft und mit dem größeren König wahrscheinlich Ludwig den XIV.
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meint, antwortet der Schoßherr auf einer höheren geistigen Ebene. Für ihn ist Jesus
Christus, der Gottmensch, König. Der Mord an seiner Gattin bezeichnet er al
,,teuflisch". Somit erhält auch der Alptraum des Reiters der letzten Nacht Er selbst im
,,Feuermeer, das ihn verschlingt" eine fundamentale Symbolik. Die verbrennenden
Flammen stellen die Hölle dar. Der Schlossherr gibt zu verstehen, dass ihm sein Dienst
schwer geworden ist, weil sein Glaube ihn dazu bewegt hat, seine subjektiven
Rachegelüste zurück zu stellen. Die Gerichtsbarkeit liegt für auf einer höheren,
göttlichen Ebene. Seine Tat ist als sehr großherzig zu werten. ???
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Conrad Ferdinand Meyer
Conrad Ferdinand Meyer wurde 11. Oktober 1825 in Zürich geboren. Da sein Vater, ein
Regierungsrat, schon sehr früh starb, musste seine Mutter sich um sein Schwester Betsy
und ihn kümmern. Sie war versessen auf calvinistischer Frömmigkeit und versagte ihrer
Aufgabe als Mutter heillos.
Ferdinand war ein sehr problematischer Sohn. Sehr sensibel und tief melancholisch. Er
neigte dazu in Depressionen zu fallen, von denen er sich nur schwer erholte. Trotzdem
besuchte er das Gymnasium in seiner Heimatstadt Zürich, wurde jedoch nach Lausanne
versetzt, da er dort, auf Wunsch seiner Mutter, vom Historiker Louis Vuillemin ein
väterlicher Freund unterrichtet wurde. Seinen Reifeabschluss konnte er dann wieder in
Zürich erwerben. Wiederrum auf Geheiß seiner Mutter begann er ein
Rechtswissenschafts-Studium. Dort widmete er sich vor allem historischen und
philosophischen Studien. Er begann, da er sich in seiner Freizeit sehr für Kunst und die
Epoche der Rennseance? interessierte, mit dem Gedanken zu spielen Maler zu werden.
Doch er gab den Gedanken schnell wieder auf, da ihn die Dichtung und Schriftstellerei
gepackt hatte.
Da er jedoch mit dichterischen Selbstzweifel geplagt wurde, stürzte er in im Jahre 1852
in Depressionen und wurde in die Nervenheilanstalt Préfragier bei Neuenburg
eingewiesen. Er erholte sich ordentlich und kehrte mit neuem Elan und gestärktem
Selbstvertrauen wieder zurück.
Seine Mutter starb 1856, was sich wie ein großer Befreiungsschlag im Leben von C. F.
Meyer bemerkbar machte. Er dichtete mit viel Einsatz und großem Ehrgeiz. Josef
Hofmiller schreibt dazu:
Keller dichte, weil er nicht anders kann. Meyer weil er nicht anders will. Aus einem
brennenden Ehrgeiz, der sich durch Leistung legitimieren will, weil er sich erst
legitimieren muss. Vor wem? Vor seiner Mutter. Ihr muss er beweisen, wie groß sein
Talent ist, dass sie verkannt hat. Dass sie sterben musste, damit er schaffen konnte, war
ihm ein großer Schmerz. Aber ein noch größerer war ihm, dass er ihr seien Triumph
nicht handgreiflich beweisen konnte im Gestalt von Büchern, Honoraren, Kritiken und
Briefen.3
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Da Meyer zusätzlich ein zusätzlich ein reiches Erbe antrat, beschloss er eine große
Reise mit seiner Schwester Betsy zu unternehmen. Sie besuchten u.a. Paris, München
und Italien. Inspiriert von den Erlebnissen und vor allem den Eindrücken der Kunst
fasziniert widmete er sich wieder der Dichtung zu.
1875 heiratete er Louis Ziegler, die Tochter eines Obersten, vier Jahre später wurde
seine Tochter Camilla geboren.
Seine letzten Lebensjahre waren geprägt von schweren Depressionen und einer
unbändigen Lebensangst. Ab 1892 wurde er wieder in die Nervenklinik eingeliefert,
welche er bis zu seinem Tod am 28. November 1898 in Kilchberg nicht mehr verlassen
konnte. Er wurde zum Ende hin völlig geisteskrank. 1 / 3
Neben Gottfried Keller ist Conrad Ferdinand Meyer der bedeuternste schweizer Lyriker
und Novellist des 19. Jahrhunderts.
Meyers berühmteste Werke:
· Huttens letzte Tage, 1871
· Jürg Jenatsch, 1866-1874
· Der Heilige, 1877
· Gustav Adolf Page, 1877
· Die Hochzeit des Mönchs, 1881
· Die Richterin, 1881-1885
1vgl. Lexikon Deutsch / Autoren und Werke
S. 146 ff.
3vgl. Über den Umgang mit Büchern
S. 156 ff.
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Der Realismus
(1848-1890)
Mitte des 19. Jahrhunderts hatte die Wissenschaft und die Technik enorme Fortschritte.
Die Welt erlebte Veränderungen und Neuheiten, welche sie seit ihrem Bestehen nicht
erschaffen konnte. Doch die Industrie und die neunen Maschinen zerstörten auch die
Gemeinschaft in unerhörtem maß. Dies spiegelte sich auch in den Werken der
bedeutensten Schriftsteller und Dichter dieser literarischen Epoche wieder.
Der Realismus hat einen sehr melancholischer Schreibstiel und ist äußerst
schwarzseherisch. Die Werke speziell auch von Conrad Ferdinand Meyer sind düster
und geheimnisvoll.
Es herrscht eine Stille, nüchterne Verzweiflung sowohl bei den Bürgern als auch bei
den Autoren dieser Zeit. Man beschränkte sich vor allem auf Prosa, Novellen und
Balladen. Für Dramen, welche Unterhaltung boten, blieb keine Zeit.
Zu den berühmtesten Vertreter des Realismus gehören die Schweizer Jeremias Gotthelf
und Gottfried Keller, welche ihren eignen Stil, den sog. ,,
Bürgerlichen Realismus
",
schufen. Man gab besonders auch auf die Sprache acht und schieb möglichst
realistisch
und naturgetreue Dialekte. Zielgruppe dieses ,,Bürgerlichen Stil" waren natürlich das
neugebildete Proletariat, die Arbeiter-Klasse, die Bauern und das Bürgertum.
Meyer und weitere Dichter schieben im sog. ,,
Poetischen Realismus
". Man beschäftigte
sich mit dem Spätmittelalter und überarbeitete dies. Tragische Geschehen wurden in
historischer Distanz und in bewusst vervollkommnnetter Form dargeboten. C.F. Meyer
suchte in der Geschichte, besonders in der Renaissance und im Zeitalter der
Glaubenskämpfe, nach dem Wirken machtvoller Gestalten.
Die Grenzen dieser beiden Gruppen verliefen jedoch fließend. Als Conrad Ferdinand
Meyer seine Schriftstellerei einstellen musste beendete dies auch das Zeitalter des
Realismus 4 / 6
4vgl. Grundbegriffe der Literatur
S. 68 f.
6vgl. Kleines Wörterbuch für literarische Gespräche
S. 229 ff.
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Vergleich der Balladen
Stellen wir nun beide Balladen in einen Vergleich, so stellt man sofort fest, dass es
sowohl große Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten gibt.
Dies beginnt schon mit dem verwendeten Stilmittel. Während Schiller mit seinen
geordneten Strophen und Versen ein Vertreter der Klassik darstellt, in welcher
besonders auf die äußere Form Wert gelegt wurde, so finden wir bei Meyer eher ein
ungeordnetes Stilmittel.
Inhaltlich betrachtet besitzt die ,,Bürgschaft" eine Zeitspanne von rund drei Tagen. Die
,,Die Füße im Feuer" beträgt diese Zeitspanne nur ca. zehn bis zwölf Stunden. Die
,,Bürgschaft" ist eine abenteuerlich Geschichte, in welcher Schiller auf den gesamten
Inhalt verweist. Er hat sittlich-moralische Werte wie Freundestreue und Mut
miteingebaut. ,,Die Füße im Feuer" ist ein sehr Detailverliebtes Gedicht, jedoch
ebenfalls mit sittlich-moralischen Werten wie Selbstbeherrschung. Es ist eine
charakteristische Ballade zur Epoche des Realismus.
Weitere Unterschiede stellen auch die Dialoge in den Balladen dar. Bei Schiller sind die
Dialoge schon äußerst prägnant und von fast schon lakonischer Kürze.? Ganz im
Gegensatz zu Meyers Ballade, welche neben Dialogteilen des Schlossherrn und des
Kuriers auch innerer Monologe anführt, nämlich des Kuriers. Während Meyer noch
erlebte (erinnerte) Rede einbaut, läuft bei Schiller die Handlung an einem, ganz
normalen, Handlungsstrang. Kein Retro- Perspektive und Rückblende. Er benötigt diese
ja auch nicht. Es werden keine Erinnerungen von Damons Vergangenheit berichtet. Der
Leser erfährt auch nichts über seine Gedanken während der Geschichte. Man erfährt ein
objektives Bild der Handlung. Bei den ,,Die Füße im Feuer" muss sich der Leser in die
Lage des Kuriers versetzen und mit ihm alles ertragen und erleiden was er im Moment
einer Handlung empfindet.
Inhaltlich gesehen haben wir bei beiden Balladen zwei herausragende Helden. Damon
auf der einen Seite, welcher drei Tage lang kämpft um die Bedingung der Bürgschaft
einzuhalten. Er mobilisiert dabei seine letzten Energiereserven um seinen Freund wieder
zu befreien, der für ihn bürgt. Auf der anderen Seite steht bei Meyer der Schlossherr.
Auch er hat mit sich zu kämpfen, jedoch nicht physisch wie Damon, also rein
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körperlich, sondern psychisch. Sein Weib wurde ihm ,,teuflisch gemordet", die ganze
Zeit hat er in seinem Leben auf Vergeltung, auf Rache gewartet. In der stürmischen
Nacht, als sein Todfeind bei ihm um Unterschlupf bittet, hätte er die Gelegenheit gehabt
den Kurier zu ermorden. Das Gewitter symbolisiert hier seinen innerlichen Kampf,
welchen er aber siegreich beendet, indem er den Kurier gehen lässt. Beide Helden
gewinnen also ihren Kampf. Bei beiden war dieser eine Kampf, vielleicht der wichtigste
in ihrem Leben. Für jeden von ihnen ist dieser Kampf freiwillig und sie stehen vor der
Entscheidung, ihn zu kämpfen oder ihm zu entfliehen. Damon hätte sein eigenes Leben
retten können, anstatt zurück zukehren und sich den Henkern auszuliefern. Niemand
hätte Anstoß an ihm genommen. Die Bürger der Stadt raten ihm ja seine eignen Haut zu
retten. Er hätte die Gelegenheit gehabt zu entfliehen und seinen eigenen Vorteil zu
genießen. Doch er hat es nicht getan, sondern tugendhaft hat ersuch an die Abmachung
der Bürgschaft gehalten, was ihn nachher auch den Lohn der Freiheit gebracht. Auch
der Schlossherr hätte sich von seien Leidenschaften besiegen lassen können und bleib
doch standhaft. Er überlässt Gott die Rache und erntet dadurch einen unendlichen Lohn
in der Ewigkeit.
Die beiden Helden haben also große Ähnlichkeiten. Während Damon um das Leben
seines Freundes kämpft, bemüht sich der Edelmann das geistige Leben der Seele nicht
zu verlieren. Er hat ein höheres Ideal, den Himmel, und möchte sich das Recht dort
einmal hinzugelangen, nicht verwirken.
Anders sieht es bei den beiden Gegnern der Helden aus. Zu Beginn, beider Handlungen,
sind sowohl der Tyrann Dionnes, als auch der Kurier sehr arrogant. Dionnes ändert sich
jedoch grundlegend, als der die Freundestreue von Damon und Phintias sieht. Der
Kurier des Königs verhält sich anders. Er winselt zwar die halbe Nacht um sein Leben,
doch anstatt beim Schlossherr um Verzeihung zu beten, hat er nichts besseres im Sinn,
als hämische Anspielungen und Bemerkungen dem Schlossherr gegenüber abzugeben.
Dionnes findet den richtigen Weg und bittet Damon um Verzeihung für alles, obwohl
Damon ihn ja in patriotischer Weise umbringen wollte. Er erlebt eine radikale
Veränderung vom blutrünstigen Tyrannen zum bürgerlichen Genossen.
Dies sind die wesentlichen Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Balladen
,,Die Bürgschaft" und ,,Die Füße im Feuer".
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Ergebnis der Arbeit
Nachdem die beiden Balladen in den Kapiteln 2 und 3 ausführlich analysiert und
interpretiert wurden, war es äußerst interessant sie in folgenden 4. Kapitel zu
vergleichen.
Diese Arbeit hat einmal mehr gezeigt und bewiesen, dass es nicht ausreicht Balladen
nur einmal durchzulesen. Denn bei jedem neuen Durchlesen fallen einem, wieder neue
Details auf, welch man später nach längerem nachdenken zu deuten weiß. Hilfreich
kann dabei zum Beispiel sein, sich näher mit den jeweiligen Epoche zu beschäftigen,
was hier im Rahen dieser Vorfacharbeit ja auch geschehen ist. Man erfährt also beim
näheren Betrachten dieser Balladen nicht nur Informationen über den jeweiligen Autor
sondern auch eine Menge über die literarische Epoche, in welcher die Balladen spielen.
Diese Gedichte die in dieser Arbeit bearbeitet wurden sind nämlich sehr charakteristisch
für ihre Epochen und auch für ihre Autoren.
Vor allem bei C.F. Meyer erfährt man viel über sein Temperament und sein Gemüt.
Außerdem wird die Religiosität von ihm hier speziell beleuchtet. Und schließlich eignet
sich dieses lyrische Werk exzellent zum Vortrag, aufgrund seines spannungsgeladen
Inhalts und seiner fast dramatischen Form.
Bei der ,,Bürgschaft erfährt man weniger über den Autor Schiller, dafür umso mehr über
die Epoche der Klassik, welche die griechische Mythologie in vollkommener Weise
aufbereitet hat. Auch dieses Gedicht eignet sich besonders gut zum Vortragen, da es in
seiner Spannung die Zuhörer, von den Abenteuern des Damon, mitreißt. (,,Da sieht man
kein Auge tränenleer"...)
Beide Balladen vermitteln uns zahlreiche Werte wie Treue und Freundschaft,
Selbstbeherrschung und Verzeihung. Sie sind spielen zwar in einem gewissen Zeitpunkt
der Menschengeschichte doch ihre Aussagen sind zeitlos. Sie sind die gleichen
geblieben wie damals und sie auch werden die Zeiten überdauern.
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6. Literaturverzeichnis / Quellen
1.Lexikon Deutsch / Autoren und Werke
Hrsg. Hartmut von der Heyde
2000 Stark Verlagsgesellschaft mbH
S. 171 ff. / S. 146 ff.
2.Deutsche Sprache und Dichtung
Hrsg. Hugo Weber
1912 Verlag von Julius Klinkhardt in Leipzig
S. 52 ff.
3. Über den Umgang mit Büchern
Autor Josef Hofmiller
1948 Nymphenburger Verlagshandlung, München
S. 156 ff.
4. Grundbegriffe der Literatur
Hrsg. Dr. Otto Bantel
1965 Hirschgraben-Verlag, Frankfurt am Main
Über die Klassik: S.40 f.
Über den Realismus: S.68 f.
5. Christ Blätter
aus dem Buch XY
6. Kleines Wörterbuch für literarische Gespräche
Autor Paul Fechter
1950 Bertelmann, Gütersloh
S. 229 ff.
7 Gedichte ersprechen, erhören, erleben. C.F. Meyer: ,,Die Füße im Feuer"
Henning Schlüter (Hausarbeit)
[Seminararbeit 4. Semester, 1999]
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8 Conrad Ferdinand Meyer
Theodor Pelster
1998 Stuttgard
S. 102
9 Kunst des Indiskreten
Hrsg. Hartmut Laufhütte
zu C. F. Meyer: ,,Die Füße im Feuer" Gunter E. Grimm: Gedichte und
Interpretation
1988 Stuttgard
S. 323 f.
10. Schiller- Die Bürgschaft Text und Interpretation.
School-Scount.de
(File://A:2\Schill\~1.HTM)
11. Microsoft®: Encata® 05 Enzyklopädie © 1993 2005 Microsoft Corporation
,,Hugenottenkriege" (aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie)
(File://A:\2\Hugeno~1.HTM)
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