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Seminararbeit, 2002, 26 Seiten
Autor: Nicole Füreder
Fach: Romanistik - Lateinamerik. Sprache, Literatur, Landeskunde
Details
Institution/Hochschule: Paris Lodron Universität Salzburg (Institut für Romanistik)
Tags: Spannung, Auflösungsmöglichkeiten, Kurzgeschichte, Lateinamerikas
Jahr: 2002
Seiten: 26
Note: sehr gut
Literaturverzeichnis: ~ 14 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-17850-1
Dateigröße: 273 KB
Einer Einleitung zur literarischen Spannung(Tension/Suspense, Pfisters Abhandlung zur dramatischen Spannung, das Paradox der Spannung, Exkurs in die experimentelle Psychologie), folgt die Analyse sechs ausgewählter Kurzgeschichten von Borges und Cortázar hinsichtlich ihres Spannungsaufbaues und eventuellen Auflösungsmöglichkeiten. Sehr dichte Arbeit - kleine Schrift.229 KB
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Textauszug (computergeneriert)
Die phantastische Spannung und ihre Auflösungsmöglichkeiten
von Nicole Füreder
Inhalt
1. Einleitung
2. Die literarische Spannung
2.1. Zum Spannungsbegriff
2.2. Tension vs. Suspense
2.3. Die dramatische Spannung
2.3.1. Spannung und partielle Informiertheit
2.3.2. Was-Spannung und Wie-Spannung
2.3.3. Parameter der Spannungsintensität
2.3.4. Finalspannung und Detailspannung
2.4. Das Paradox der Spannung
2.5. Exkurs in die experimentelle Psychologie
3. Die phantastische Spannung
in der argentinischen Literatur
3.1. Analyse ausgewählter
phantastischer Kurzgeschichten
3.1.1. Jorge Luis Borges
3.1.1.1. El otro
3.1.1.2. Tlön, Uqbar, Orbis Tertius
3.1.1.3. La otra muerte
3.1.2. Julio Cortázar
3.1.2.1. La noche boca arriba
3.1.2.2. Las babas del diablo
3.1.2.3. Axolotl
3.2. Beglaubigungsstrategien
3.3. Spannungserzeugung
3.4. Auflösungsmöglichkeiten
4. Zusammenfassung
5. Bibliographie
1. Einleitung
Schon beim ersten Überfliegen der Themenliste zu Beginn des Semesters, weckte die phantastische Spannung und ihre Auflösungsmöglichkeiten meine Neugier. Für mich schien es sich dabei um das interessanteste Aufgabengebiet der gesamten Liste zu handeln. Folglich bemerkte ich bei der Kapitelvergabe mit großer Verwunderung, dass ich mich als Einzige für die Behandlung dieses Themas entschieden hatte. Was ein spannender Text ist, erfährt jeder Leser auf intuitive Weise auch ohne literaturtheoretische Vorbildung. Hinter die Kulissen zu sehen, die Mittel des Phantastischen zu enthüllen, anstatt "lediglich" dessen Charme zu unterliegen, stellt für mich eine besondere Herausforderung dar.
"Ein Gütezeichen der Erzählprosa schlechthin" hat Ulrich Suerbaum die Spannung in einer seiner früheren Arbeiten genannt. (vgl. WENZEL, 2001. 22). Umso befremdlicher ist es, dass die Literaturwissenschaft die Spannung stets wie ein Stiefkind behandelt hat. Wie ich während meiner Recherchearbeit feststellen konnte, findet sich in vielen Nachschlagewerken gar keinen Eintrag zum Spannungsbegriff, und auch diverse Einführungen widmen ihr, wenn überhaupt, nur ein paar knappe Hinweise. Mögliche Gründe dafür werden im folgenden Kapitel näher ausgeführt.
Mit vorliegender Arbeit möchte ich einen kleinen Beitrag zur Erforschung der literarischen Spannung leisten. In einem ersten Teil werde ich versuchen, spannungstheoretisches Wissen zusammenzutragen. Wie lässt sich Spannung definieren, wo liegt der Unterschied zwischen Tension und Suspense und was macht die dramatische Spannung aus? Anschließend begebe ich mich auf die Spuren nach dem Paradoxon rund um die Unwiederholbarkeit des Spannungsgefühles und widme mich in einem Exkurs in die experimentelle Psychologie der körperlichen Reaktion beim Lesen spannender Kurzgeschichten.
Nach dieser theoretischen Abhandlung gehe ich näher auf die phantastische Spannung in der argentinischen Literatur ein. Einer knappen Einleitung zur Phantastik folgt die Analyse sechs ausgewählter Kurzgeschichten von Jorge Luis Borges und Julio Cortázar, deren Ergebnisse im Anschluss ausgewertet werden. Ziel meiner Untersuchung ist es zu ergründen, worin phantastische Spannung besteht und welche Strategien die beiden Autoren anwenden, um phantastische Spannung aufzubauen und sie gegebenenfalls wieder aufzulösen.
Eine Zusammenfassung der erarbeiteten Resultate schließt die Arbeit ab und hält die wichtigsten Ergebnisse meiner Untersuchungen fest.
2. Die literarische Spannung
2.1. Zum Spannungsbegriff
Wir haben soeben gehört, dass die Spannung innerhalb der Literaturwissenschaft nicht die ihr angemessene Beachtung findet. Einer der drei Hauptgründe liegt für Peter Wenzel darin, dass es sich bei Spannung um ein vielschichtiges, schwer zu fassendes Phänomen handelt, das seine Wirkung in unterschiedlicher Form und auf den verschiedensten Ebenen eines Werkes entfaltet. Weiters resultiert Spannung nicht nur aus der Textstruktur, sondern auch aus Faktoren, die in den Bereich der Leserpsychologie fallen. Ihre Erforschung ist daher nicht nur eine Aufgabe der Literaturwissenschaft, sondern auch eine Domäne der Psychologie und der Sozialwissenschaft. Drittens handelt es sich bei Spannung um ein Phänomen, das sowohl auf der Ebene der story, als auch auf der Ebene des discourse angesiedelt ist. Spannung hängt zum einen vom Potential des zu erzählenden Stoffes ab, zum anderen hat sie jedoch in erheblichen Maß auch mit der Art und Weise seiner geschickten erzählerischen Vermittlung zu tun. (vgl. WENZEL, 2001. 22f).
Versuchen wir nun, den Spannungsbegriff näher zu beleuchten. Damit eine Geschichte künstlerisch befriedigt, muss sie nicht nur eine durchgängige Einheit aufweisen, sie muss auch etwas haben, wodurch der Leser bis zum letzten Satz gefangen gehalten wird. Das gebräuchliche Wort dafür ist Spannung. Folgende zwei Definitionen finden sich in Metzler-Literatur-Lexikon bzw. im Handbuch literarischer Fachbegriffe:
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