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Albrecht Dürer als Maler. Ausgewählte Werke

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2001, 26 Pages
Author: Roswitha Fürst
Subject: Art - Painting

Details

Event: Hauptseminar: Plastik und Malerei der Dürerzeit in Franken
Institution/College: Johannes Gutenberg University Mainz (Kunstgeschichte)
Tags: Duerer, Paumgartner Altar, Vier Apostel, Allerheiligenbild, Landauer Altar, Karl der Große, Koenig Sigismund
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2001
Pages: 26
Grade: sehr gut (1,0)
Language: German
Archive No.: V11799
ISBN (E-book): 978-3-638-17854-9

File size: 313 KB


Excerpt (computer-generated)

Albrecht Dürer als Maler. Ausgewählte Werke

von Roswitha Fürst

 

Inhalt

1 Einleitung  1

2 Der ‚Paumgartner-Altar’  2

3 Allerheiligenbild/Der ‚Landauer Altar’  6

4 Das ‚Kaiserdiptychon′  9

5 Die vier Apostel 13

6 Schlusswort 16

7 Literaturverzeichnis  18

Anhang I-III

 

1 Einleitung

Am 21. Mai 1471 erblickte Albrecht Dürer als erster Sohn des Goldschmieds Albrecht Dürer (1427-1502) und Barbara Dürer, geb. Holper (1452-1514) das Licht der Welt. Während seiner Goldschmiede-Lehre bei seinem Vater erkannte Dürer seine Berufung zum Maler, woraufhin er 1486 zu Michael Wolgemut (1433/34 oder 1437-1519) in die Lehre geschickt wurde. Den ersten Beweis für die gelungene Absolvierung der Malerlehre lieferte Dürer 1490 mit dem Diptychon seiner Eltern, zwei mit individuellen Charakterzügen dargestellte Porträts.1

Im Anschluss an die Lehre begab sich Dürer von 1490-1494 auf Wanderschaft – eine Pflicht zu jener Zeit, wenn man ein Virtuose in seinem Gebiet werden wollte. Er wollte unter anderem Martin Schongauer (um 1450-1491) treffen. Allerdings konnte er nur dessen Nachlass studieren, da Schongauer ein Jahr zuvor verstorben war.2

1494 wurde Dürer von seinem Vater zurückgerufen, um sich mit Agnes Frey (1475-1539), der Tochter des Nürnberger Rotschmieds Hans Frey (um 1450- 1523), zu vermählen. Danach reiste er 1494-1495 nach Venedig – vielleicht auf Grund der zu dieser Zeit in Nürnberg grassierenden Pest, aber auch aus geschäftlichen Erwägungen heraus. In den darauf folgenden Jahren entwickelte er sich zu einem Genie, der die italienische Renaissance zusammen mit seinen niederländischen und deutschen Erfahrungen in seine Druckgrafiken, Aquarelle, Zeichnungen und Gemälde einfließen ließ und sich damit seinen hervorragenden Ruf einbrachte:3

„Dürer wurde nicht erst postum die Ehre zuteil, als bedeutendster Künstler zu gelten. Zeitgenossen feiern ihn schon um 1500, in der ersten Blüte seiner Karriere, als Apelles Germaniae: ruhmreichster Maler Deutschlands. Kunsthistoriker nennen die Epoche um 1500 in Deutschland schlicht ‚Dürerzeit’. Der Name eines Malers wird so zum Namen einer Ära.“ 4 Bei den ausgewählten malerischen Werken, die durch das Referatsprogramm vorgegeben wurden, handelt es sich um Altarbilder zu Nürnberg, namentlich den ‚Paumgartner-Altar’ und ‚Landauer Altar’, die Bilder Kaiser Karls des Großen und König Sigismunds und die ‚vier Apostel’. Die Werke werden chronologisch vorgestellt und in die Biographie Dürers eingebettet.

2 Der ‚Paumgartner-Altar’

Während der Etablierungszeit seiner Werkstatt bekam Dürer zum einen Aufträge für Porträts, die die Auftraggeber wegen der individualistischen Darstellung der Physiognomie schätzten, zum anderen aber auch für Retabel. So auch von den Patriziern Stephan Paumgartner (1462-1525) und Lukas Paumgartner (1459- 1518), die wahrscheinlich zum Gedenken an ihre Eltern Martin Paumgarnter (1436-1478) und Barbara Paumgartner, geb. Volckamer († 1494) den Auftrag für ein Retabel erteilten.5

Der ‚Paumgartner-Altar’6 war als Nebenaltar in der Dominikanerkirche der hl. Katharina7 in Nürnberg aufgestellt worden. 1613 gelang es Herzog Maximilian I. die Tafeln für die kurfürstliche Kammergalerie in München zu erwerben, worum sich zuvor Kaiser Rudolf II. vergeblich bemüht hatte. Auf einem langen Umweg über die Schleißheimer Schlossgalerie und die Münchner Hofgalerie gelangte das Werk – zunächst zerstückelt und vor allem übermalt8 – schließlich um 1838 in die Bayerische Staatsgemäldesammlung der Alten Pinakothek in München. Nach einer Restaurierung und Zusammenführung der Tafeln im Jahr 1902/03 wurde weitestgehend wieder der Originalzustand hergestellt. Doch leider fielen 1988 die drei Tafeln einem Säureattentat zum Opfer und konnten erst wieder 1998 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.9

Im Folgenden soll [...]


1 Strieder 1993, S. 104f.; Rebel 1996, S. 14, 20f, 34f., 44.

2 Rebel 1996, S. 44-47.

3 Strieder 1993, S. 105; Rebel 1996, S. 44, 71, 74, 76, 96; Eichler 1999, S. 6.

4 Rebel 1996, S. 10.

5 Strieder 1989, S. 305; Strieder 1993, S. 105, 111; Rebel 1996, S. 99f.; Eichler 1999, S. 55; Steinraths 2000, S. 181.

6 Eine wirklich ausführliche wissenschaftliche Analyse dieses Werks wird von Steinraths 2000, S. 167-259 gegeben.

7 Ostwand des südlichen Seitenschiffs der heute ausgebrannten Kirche. (Eichler 1999, S. 55; Steinraths 2000, S. 171) 8 Ein namentlich nicht bekannter Hofmaler Herzogs Maximilian I. übermalte alles, was dem frühbarocken Geschmack missfiel, z. B. die Adoranten auf der Mitteltafel. Außerdem trennte man die Mitteltafel von den Seitentafeln, die als profan und zudem als nicht von Dürer deklariert wurden. (Goldberg/Heimberg/Schawe 1998, S. 27; Steinraths 2000, S. 176f.)

9 Goldberg/Heimberg/Schawe 1998, S. 27, 127; Neue Pinakothek 1998, S. 3; Steinraths 2000, S. 169-178.


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