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„Unrecht“ (1943) - Das Unrecht der zu unrecht Bevorteilten: Mao Duns Kritik an der wohlhabenden Schicht Chinas der 40er Jahre

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2006, 18 Pages
Author: Niclas Dominik Weimar
Subject: Orientalism / Sinology - Chinese / China

Details

Event: Mao Dun (04.07.1896 – 27.03.1981) - Kurzgeschichtenautor und Romancier der chinesischen Republik
Institution/College: University of Cologne (Ostasiatisches Seminar)
Tags: Unrecht, Bevorteilten, Duns, Kritik, Schicht, Chinas, Jahre, Kurzgeschichtenautor, Romancier, Republik
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2006
Pages: 18
Grade: 2,7
Bibliography: ~ 8  Entries
Language: German
Archive No.: V118010
ISBN (E-book): 978-3-640-20190-7
ISBN (Book): 978-3-640-20680-3
File size: 165 KB

Abstract

Die vorliegende Arbeit über die Kurzgeschichte „Unrecht“ (chinesisch: 委屈/ weiqu), welche der Feder des chinesischen Schriftstellers Mao Dun entspringt, behandelt die Auseinandersetzung des Autors mit der vermögenden Schicht Chinas, die sich sowohl desinteressiert als auch ignorant gegenüber der ärmeren Mitbevölkerung gibt. Die Analyse dieser Auseinandersetzung erfolgt daher unter dem Thema „Das Unrecht der zu unrecht Bevorteilten: Mao Duns Kritik an der wohlhabenden Schicht Chinas der 40er Jahre“. Zunächst wird die Biographie des Autors ausführlich dargelegt. Dann erfolgen eine Erläuterung des historischen Rahmens von „Unrecht“ sowie eine Inhaltsangabe der Geschichte. Im Anschluss daran widmet sich der Hauptteil der Arbeit der Analyse von „Unrecht“, bei der zuerst eine ausführliche Charakterisierung aller in der Handlung auftretenden Akteure und darauf eine Beschreibung von Sprache und Erzählstil folgen. Mit der kritischen Herausarbeitung der Einstellung der vermögenden Schicht gegenüber der armen Landbevölkerung soll im Besonderen Aufschluss über die gesellschaftlichen Hintergründe und das Verhältnis zwischen den armen und den reichen Bevölkerungsteilen zu diesem Zeitraum der chinesischen Geschichte gegeben werden. Die Analyse schließt dann mit einer Darstellung weiterer, in der Geschichte auftretender Kritikpunkte an der Regierung und eine kurzen Zusammenfassung der Intention des Autors. Den Abschluss der Arbeit bildet dann ein persönliches Fazit.


Excerpt (computer-generated)

1

Universität zu Köln ­ Ostasiatisches Seminar

Hauptseminar: Mao Dun (04.07.1896 ­ 27.03.1981) - Kurzgeschichtenautor und Romancier

der chinesischen Republik

,,Unrecht" (

) (1943)


Das Unrecht der zu unrecht Bevorteilten: Mao Duns Kritik

an der wohlhabenden Schicht Chinas der 40er Jahre

Niclas Dominik Weimar


2

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung 3

2 Biographie

des

Autors 3

3

Hintergrund zur Erzählung und historische Einordnung 5

4 Inhaltsangabe 6

5

Analyse: ,,Das Unrecht der zu unrecht Bevorteilten: Mao Duns Kritik an der

wohlhabenden Schicht Chinas der 40er Jahre 6

5.1

Die einzelnen Charaktere im Überblick 7

5.1.1 Die

Zhangs 7

5.1.1.1 Frau

Zhang 8

5.1.1.2 Herr

Zhang 8

5.1.2 Sekretär

Li 9

5.1.3

Die zweite Schwägerin Li 10

5.1.4 Die

Haushälterin 10

5.2

Sprache und Erzählperspektive 10

5.3

Die Position der wohlhabenden Chinesen gegenüber den ärmeren Schichten und

Mao Duns Kritik an der Guomindang-Regierung 11

5.4

Weitere Kritikpunkte und Intention des Autors 14

6 Fazit 15

7 Literaturverzeichnis 17


3

1 Einleitung

Die vorliegende Arbeit über die Kurzgeschichte ,,Unrecht" (chinesisch: / weiqu), welche

der Feder des chinesischen Schriftstellers Mao Dun entspringt, behandelt die

Auseinandersetzung des Autors mit der vermögenden Schicht Chinas, die sich sowohl

desinteressiert als auch ignorant gegenüber der ärmeren Mitbevölkerung gibt. Die Analyse

dieser Auseinandersetzung erfolgt daher unter dem Thema ,,Das Unrecht der zu unrecht

Bevorteilten: Mao Duns Kritik an der wohlhabenden Schicht Chinas der 40er Jahre".

Zunächst wird die Biographie des Autors ausführlich dargelegt. Dann erfolgen eine

Erläuterung des historischen Rahmens von ,,Unrecht" sowie eine Inhaltsangabe der

Geschichte. Im Anschluss daran widmet sich der Hauptteil der Arbeit der Analyse von

,,Unrecht", bei der zuerst eine ausführliche Charakterisierung aller in der Handlung

auftretenden Akteure und darauf eine Beschreibung von Sprache und Erzählstil folgen. Mit

der kritischen Herausarbeitung der Einstellung der vermögenden Schicht gegenüber der

armen Landbevölkerung soll im Besonderen Aufschluss über die gesellschaftlichen

Hintergründe und das Verhältnis zwischen den armen und den reichen Bevölkerungsteilen zu

diesem Zeitraum der chinesischen Geschichte gegeben werden. Die Analyse schließt dann

mit einer Darstellung weiterer, in der Geschichte auftretender Kritikpunkte an der Regierung

und eine kurzen Zusammenfassung der Intention des Autors. Den Abschluss der Arbeit bildet

dann ein persönliches Fazit.

2 Biographie des Autors

Mao Dun () wurde als Shen Dehong (), mit Höflichkeitsnamen Shen Yanbing am

04. Juli 1896 in Qingzhen, im Distrikt Tongxiang der Provinz Zhejiang als Sohn eines Arztes,

Shen Yongxi, und einer Lehrerin, Chen Aizhu, geboren, die ihm sowohl eine moderne als

auch traditionelle Schulbildung ermöglichten. Nach dem Abschluss der Mittelschule 1913 in

Hangzhou nahm er ein Studium der Naturwissenschaften an der Beijing Daxue auf, brach es

aber zwei Jahre später aufgrund finanzieller Probleme ab und bewarb sich erfolgreich als

Redakteur und Übersetzer bei dem renommierten Verlag ,,Commercial Press" in Shanghai. Im

Februar 1918 heiratete Shen Dehong Kong Dezhi und zog später mit ihr und seiner Mutter

nach Shanghai. Kurz nach ihrer Gründung in Shanghai im Jahr 1921, trat er in die neu

gegründete Kommunistische Partei Chinas (kurz: KPCh) ein und schuf zusammen mit Ye

Shengtao, Wang Tongzhao, Zheng Zhenduo und Zhou Zuoren die ,,Literarische


4

Studiengesellschaft", die sich dem Studium, der Publikation und Redaktion von Weltliteratur

widmete. Als mediales Organ dieser Gesellschaft fungierte die eigens publizierte

,,Monatszeitschrift für Erzählkunst" (), die Shens erster Beitrag zur chinesischen

Literatur darstellte. In den 20er Jahren entschloss sich Shen Dehong zu dem Pseudonym Mao

Dun (, zu Deutsch Widerspruch), den er aufgrund der widersprüchlichen Verhältnisse in

China zu jener Zeit wählte. Später noch änderte ein Freund die Zeichen seines Pseudonyms zu

, um ihn vor der Gefahr politischer Verfolgung zu schützen. 1925 engagierte sich Mao

Dun bei der Bewegung des 30. Mai und nahm auch an einer öffentlichen Protestkundgebung

teil. Weitere, aktive politische Schritte unternahm Mao Dun dann im Januar 1926 als

Shanghaier Abgeordneter im 2. Nationalen Kongress der Guomindang (kurz: GMD). Nach

dem Kongress blieb er in Kanton als Sekretär von Mao Zedong, dem Direktor der

Propagandaabteilung der GMD, die zu diesem Zeitpunkt bereits eine Einheitsfront mit der

Kommunistischen Partei Chinas gebildet hatte. 1927 veröffentliche er seine erste Erzählung

mit dem Titel ,,Shi" (, zu Deutsch ,,Verdunklung"). Nach dem Bruch der Einheitsfront im

Juli 1928, trat Mao Dun aus der KPCh aus und siedelte nach Japan über. 1930 kehrte er nach

Shanghai zurück und trat der ,,Liga linksgerichteter Schriftsteller Chinas" bei und versuchte

erfolglos, seinen Austritt aus der KPCh rückgängig zu machen. Während dieser Zeit

publizierte er zahlreiche Werke, darunter 1930 ,,hong" ( , ,,Regenbogen") oder

,,Chuncan" (, ,,Seidenraupen im Frühling") im Jahr 1932. Sein bedeutendstes Werk

,,Ziye" ( ), welches hierzulande unter ,,Shanghai im Zwielicht" bekannt ist,

veröffentlichte Mao Dun 1933. Während des zweiten sino-japanischen Krieges von 1937 bis

1945 hielt er sich vorwiegend in den von den Guomindang kontrollierten Gebieten auf, war

aber nach Kriegsende dazu gezwungen nach Hong Kong zu gehen. Mit dem Ende des

chinesischen Bürgerkriegs und der Ausrufung der Volksrepublik China am 01. Oktober 1949

wurde Mao Dun ein Ministerialposten, nämlich der des Kulturministers, zuteil. Darüber

hinaus wurde er zum Vorsitzenden des chinesischen Schriftstellerverbandes gewählt. Das

Amt des Kulturministers übte er bis 1964 aus, dann schied er im Zuge einer Kritikkampagne

gegen die Filmversion von ,,Der Laden der Familie Lin", welchem Bourgeoisiebeschönigung

vorgeworfen wurde, aus. Von direkten Attacken und Verunglimpfungen während der

Kulturrevolution war Mao Dun kaum betroffen. Er starb im Alter von 85 Jahren am 27. März

1981 in Bejing. Erst posthum wurde er am 31. März 1981 wieder in die KPCh

aufgenommen.1

1 Vgl. Ballhaus, Dorothee: Die moderne Frau im Frühwerk des Schriftstellers Mao Dun. In:

Chinathemen Band



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