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Externe Leistungsmessung – Ursachen, Folgen, Alternativen

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 1999, 21 Pages
Author: Hanno Frey
Subject: Pedagogy - School System, Educational and School Politics

Details

Event: Lernschwierigkeiten: Der Blick auf den Unterricht
Institution/College: University of Hamburg (FB Pädagogik)
Tags: Externe Leistungsmessung – Ursachen, Folgen, Alternativen Schulen
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 1999
Pages: 21
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V11808
ISBN (E-book): 978-3-638-17863-1
ISBN (Book): 978-3-638-93215-8
File size: 253 KB

Abstract

In einer Schrift des „Arbeitskreises Grundschule“ von 1999 heißt es „Der Grundschulverband – Arbeitskreis Grundschule e.V.- begrüßt, dass die Qualität von Schule und Unterricht wieder mehr öffentliche Aufmerksamkeit findet“1, und in der Tat ist es wohl eine erfreuliche Entwicklung, dass die Öffentlichkeit sich wieder zunehmend mit dem Bildungswesen und der Schulpolitik beschäftigt. Öffentliches Interesse nämlich ist häufig Ausdruck von Wertung und Gewichtung und gerade hier hatte die Schule in den letzten Jahren einen Stand, der ihr aufgrund ihrer Bedeutung als prägender Faktor für den lernenden Menschen in keiner Weise gerecht wurde. Neben der Hoffnung, dass dieses Interesse zu kontroversen Diskussionen führt, an deren Ende verbesserte Lehrmethoden und – möglichkeiten für die Schulkinder und Lehrer2 stehen, bleibt aber vor allem zu fragen, wie sich das Interesse zeigt, welcher Art es ist und welche Ziele und Folgen es hat oder haben könnte. Um eben diese Fragen soll es in dieser Hausarbeit gehen. Dabei soll gezeigt werden, dass das grundsätzliche Interesse der Öffentlichkeit für die Schule in keiner Weise automatisch zu Verbesserungen führt und dass die vergleichenden Leistungstests, die lange Zeit eine große Popularität besessen haben (und z.T. immer noch besitzen), in letzter Zeit zurecht in die Diskussion gerückt sind. Sie bergen nämlich neben den (vorgeschobenen?) Vorteilen auch eine Menge an Gefahren. Deshalb soll es in dieser Hausarbeit auch um die (schul-) interne Evaluation gehen, die eine gewisse Alternative zu der externen darstellt. In welcher Form sich ein Kompromiß finden ließe, wird in dieser Hausarbeit nicht umfassend diskutiert werden können. Gleichsam sei diese Frage angerissen und erläutert. Dabei sind mit dem Begriff der externen Leistungsmessung zunächst nur die Vergleichstests gemeint, wobei es vor allem um die „TIMSS – Studie“ gehen wird, weil sie wohl zu den am besten vorbereiteten Untersuchungen der letzten Jahre zählt und auch auf ein großes öffentliches Interesse stieß. Im weiteren wird dann die Definition der „externen Leistungsmessung“ differenziert.


Excerpt (computer-generated)

Externe Leistungsmessung – Ursachen, Folgen, Alternativen 

vorgelegt von Hanno Frey

 

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung  4

2 Ursachen der externen, 
vergleichenden Leistungsmessung 4

2.1 Vereinigung und Standard  5

2.2 Leistungsverfall  6

3 Die Folgen externer Evaluation 9

3.1 Die Folgen externer Evaluation für den Lehrer  9

3.2 Die Folgen externer Evaluation für den Schüler 10

3.3 Die Folgen externer Evaluation für die Schule  11

3.4 Was leisten vergleichende Tests ?  12

4 Interne Evaluation als Alternative  15

5 Abschließende Bemerkungen  16

6 Literaturverzeichnis  19

 

1 Einleitung

In einer Schrift des „Arbeitskreises Grundschule“ von 1999 heißt es „Der Grundschulverband – Arbeitskreis Grundschule e.V.- begrüßt, dass die Qualität von Schule und Unterricht wieder mehr öffentliche Aufmerksamkeit findet“1, und in der Tat ist es wohl eine erfreuliche Entwicklung, dass die Öffentlichkeit sich wieder zunehmend mit dem Bildungswesen und der Schulpolitik beschäftigt. Öffentliches Interesse nämlich ist häufig Ausdruck von Wertung und Gewichtung und gerade hier hatte die Schule in den letzten Jahren einen Stand, der ihr aufgrund ihrer Bedeutung als prägender Faktor für den lernenden Menschen in keiner Weise gerecht wurde. Neben der Hoffnung, dass dieses Interesse zu kontroversen Diskussionen führt, an deren Ende verbesserte Lehrmethoden und – möglichkeiten für die Schulkinder und Lehrer2 stehen, bleibt aber vor allem zu fragen, wie sich das Interesse zeigt, welcher Art es ist und welche Ziele und Folgen es hat oder haben könnte. Um eben diese Fragen soll es in dieser Hausarbeit gehen. Dabei soll gezeigt werden, dass das grundsätzliche Interesse der Öffentlichkeit für die Schule in keiner Weise automatisch zu Verbesserungen führt und dass die vergleichenden Leistungstests, die lange Zeit eine große Popularität besessen haben (und z.T. immer noch besitzen), in letzter Zeit zurecht in die Diskussion gerückt sind. Sie bergen nämlich neben den (vorgeschobenen?) Vorteilen auch eine Menge an Gefahren. Deshalb soll es in dieser Hausarbeit auch um die (schul-) interne Evaluation gehen, die eine gewisse Alternative zu der externen darstellt. In welcher Form sich ein Kompromiß finden ließe, wird in dieser Hausarbeit nicht umfassend diskutiert werden können. Gleichsam sei diese Frage angerissen und erläutert. Dabei sind mit dem Begriff der externen Leistungsmessung zunächst nur die Vergleichstests gemeint, wobei es vor allem um die „TIMSS – Studie“ gehen wird, weil sie wohl zu den am besten vorbereiteten Untersuchungen der letzten Jahre zählt und auch auf ein großes öffentliches Interesse stieß. Im weiteren wird dann die Definition der „externen Leistungsmessung“ differenziert.

2 Ursachen der externen, vergleichenden Leistungsmessung

Vor der Behandlung der Frage nach den Folgen der vergleichenden Leistungsmessung ist es wohl angemessen, zunächst einmal nach den Ursachen derselben zu fragen. Mit welcher Motivation wird vergleichende Leistungsmessung durchgeführt?

2.1 Vereinigung und Standard

Waren die letzten Jahrhunderte der menschlichen Geschichte vor allem durch territoriale Abgrenzungen und isolierte Machtbestrebungen einzelner Länder und Staaten gekennzeichnet, so stehen die Zeichen zum Ende des 20 JH eher auf Vereinigung und Zusammenarbeit: Nicht nur Europa wächst zusammen, sondern auch von der ganzen Welt wird zunehmend als ein „globales Dorf“ gesprochen. Dabei scheint es im Zuge der Vereinigungen vor allem darum zu gehen, dass jeweils alle Mitglieder eines Bündnisses einen bestimmten Stand hinsichtlich verschiedener Kriterien erreicht haben, oder noch erreichen müssen. Einheit wird somit an strukturellen, messbaren Kriterien festgemacht. Mit der Sicherung ökonomischer und politischer Standards (wie Währungsstabilität und demokratischer Staatsform) geht es dabei auch die Vereinheitlichung der schulischen Bildung, bzw. der Normierung ihrer Ergebnisse.

Da durch die Auflösung der Grenzen ein Arbeitsmarkt entsteht, der den (u.a.) durch Rationalisierungen entstandenen Mangel an Arbeitsplätzen weiter verschärft und in einen länderübergreifenden Konkurrenzkampf einfließen lässt, sollen durch Bildungsstandards neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt eröffnet werden, bzw. die Chancen für alle Beteiligten ausgeglichen sein. Dabei gehen offenbar viele Schulpolitiker davon aus, „ein insgesamt höheres Niveau spezifischer Leistungen führe zu insgesamt höherer Beschäftigung“3. Dass dies ein Trugschluß ist, zeigt sich dem aufmerksamen Betrachter in der Realität in (eigentlich) unübersehbarer Brutalität. Die hohe Zahl an Abiturienten und Studenten hat in Deutschland zu einer Überqualifizierung vieler potentieller Arbeitnehmer geführt, die eben (auch) aufgrund – oder trotz - ihrer hohen Qualifikation keine Arbeit finden. Dennoch scheint diese Tatsache weniger Aufmerksamkeit zu bekommen als die weiterdauernde und höher standardisierte Vereinheitlichung der Schulbildung. Um diese Vereinheitlichung zu kontrollieren und die Existenz eines Mindeststandards (der zweifelsohne auf relativ hohem Niveau stehen soll) feststellen zu können, sind in den letzten Jahren immer mehr vergleichende Leistungstests konzipiert und durchgeführt worden. Dabei lag das Augenmerk sowohl auf regionalen Vergleichen, wie auch auf überregionalen, länderumfassenden und schließlich europa- und weltweiten Vergleichen. Von der „Hamburger Schreibprobe“ bis zu der „TIMSS – Studie“ – vergleichende Leistungsmessung fand und findet auf allen Ebenen statt. Angesichts dieses Phänomens darf wohl die Frage laut werden, welches die genauen Ziele der jeweiligen Tests sind und – vor allem – ob diese Ziele denn erreicht werden. Anders gefragt: Was leisten vergleichende Leistungstests – und was könnten sie vielleicht leisten ?

2.2 Leistungsverfall ?

[...]


1 Horst Barnitzky, S. 1.

2 Aus Gründen der Vereinfachung wird in dieser Hausarbeit jeweils nur die maskuline Form benutzt. Gemeint sind aber selbstverständlich immer beide Geschlechter.

3 Horst Barnitzky, S. 2.


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