Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Freuds Beitrag zur Sozialpsychologie des Krieges close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Freuds Beitrag zur Sozialpsychologie des Krieges

Scholary Paper (Seminar), 2008, 21 Pages
Author: Swetlana Katolnik
Subject: Psychology - Miscellaneous

Details

Event: „Müssen wir hassen?“ Eine Einführung in die Sozialpsychologie der menschlichen Aggressivität und Gewaltbereitschaft
Institution/College: University of Hannover (Institut für Soziologie und Sozialpsychologie)
Tags: Freuds, Beitrag, Sozialpsychologie, Krieges, Eine, Einführung, Sozialpsychologie, Aggressivität, Gewaltbereitschaft
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2008
Pages: 21
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 11  Entries
Language: German
Archive No.: V118117
ISBN (E-book): 978-3-640-21247-7
ISBN (Book): 978-3-640-21258-3
File size: 130 KB

Abstract

Unter dem Vorschlag des Völkerbundes und seines Instituts für geistige Zusammenarbeit in Paris erhält Albert Einstein im Jahr 1932 die Gelegenheit, eine frei zu definierende Thematik mit einer von ihm selektierten Person zu problematisieren. In diesem Rahmen schreibt der Physiker Einstein einen Brief an den Psychoanalytiker Sigmund Freud, in dem er zur Frage stellt, ob es eine Möglichkeit gibt, die Menschen vom Verhängnis des Krieges zu befreien. Freud überschreibt seine Antwort mit der Fragestellung Warum Krieg?. Der gleichnamige Schriftwechsel Einstein-Freud wird 1933 zugleich in deutscher, französischer und englischer Übersetzung in Paris veröffentlicht. Gerade der geschichtliche Zusammenhang mit der Machtergreifung Hitlers in Deutschland unterstreicht die Brisanz der Thematik zum Zeitpunkt der Publikation und damit auch die Bedeutung des Werkes, welche sogar bis in die heutigen Reflexionen der Sozialpsychologie menschlicher Aggressivität und Gewaltbereitschaft hineinreicht: „Diese Anregung erfolgte ohne den leisesten Verdacht, dass die von der Frage „Warum Krieg?“ ausgehende Initiative so radikal ausfallen würde.“ Kapitel II umfasst eine Zusammenfassung der wichtigsten Thesen vom Brief Albert Einsteins. Analog dazu bezieht sich der Abschnitt III auf das Antwortschreiben von Sigmund Freud und enthält einen grundsätzlichen Überblick zu seinen Ausarbeitungen. Im Teil IV wird der Beitrag Freuds zur sozialpsychologischen Kriegstheorie näher beleuchtet und kritisch analysiert. Kapitel V fasst die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit noch einmal zusammen und gibt einen kurzen Ausblick auf die künftige Entwicklung.


Excerpt (computer-generated)

Veranstaltung: ,,Müssen wir hassen?" Eine Einführung in die Sozialpsychologie der

menschlichen Aggressivität und Gewaltbereitschaft

Sommersemester 2008

Institut für Soziologie und Sozialpsychologie, Leibniz Universität Hannover

Hausarbeit zum Thema

Freuds Beitrag zur

Sozialpsychologie des Krieges

Zuordnung zum Wahlfach ,,Psychologie"

Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Vorgelegt von:

Svetlana Katolnik

10. Fachsemester

Studienfach: Wirtschaftswissenschaften



Inhaltsverzeichnis

I Einleitung 2

II Brief Albert Einsteins an Sigmund Freud 2

III Freuds Konzeption zur Sozialpsychologie des Krieges 4

IV Warum Krieg? Analyse und Bewertung des Schriftwechsels Einstein - Freud 11

V Schlussbetrachtung 16

Literaturverzeichnis 18

1


I Einleitung

Unter dem Vorschlag des Völkerbundes und seines Instituts für geistige Zusammenarbeit in

Paris erhält Albert Einstein im Jahr 1932 die Gelegenheit, eine frei zu definierende Thematik

mit einer von ihm selektierten Person zu problematisieren. In diesem Rahmen schreibt der

Physiker Einstein einen Brief an den Psychoanalytiker Sigmund Freud, in dem er zur Frage

stellt, ob es eine Möglichkeit gibt, die Menschen vom Verhängnis des Krieges zu befreien.1

Freud überschreibt seine Antwort mit der Fragestellung

Warum Krieg?.

Der gleichnamige

Schriftwechsel Einstein-Freud wird 1933 zugleich in deutscher, französischer und englischer

Übersetzung in Paris veröffentlicht.2

Gerade der geschichtliche Zusammenhang mit der Machtergreifung Hitlers in Deutschland

unterstreicht die Brisanz der Thematik zum Zeitpunkt der Publikation und damit auch die

Bedeutung des Werkes, welche sogar bis in die heutigen Reflexionen der Sozialpsychologie

menschlicher Aggressivität und Gewaltbereitschaft hineinreicht: ,,Diese Anregung erfolgte

ohne den leisesten Verdacht, dass die von der Frage ,,Warum Krieg?" ausgehende Initiative so

radikal ausfallen würde."3

Kapitel II umfasst eine Zusammenfassung der wichtigsten Thesen vom Brief Albert Einsteins.

Analog dazu bezieht sich der Abschnitt III auf das Antwortschreiben von Sigmund Freud und

enthält einen grundsätzlichen Überblick zu seinen Ausarbeitungen. Im Teil IV wird der

Beitrag Freuds zur sozialpsychologischen Kriegstheorie näher beleuchtet und kritisch

analysiert. Kapitel V fasst die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit noch einmal zusammen und

gibt einen kurzen Ausblick auf die künftige Entwicklung.

II Brief Albert Einsteins an Sigmund Freud

Einstein erstrebt eine Analyse der zentralen Frage nach den Möglichkeiten der

Kriegsverhütng unter dem Freudschen Hintergrund des menschlichen Trieblebens und

beleuchtet zur Problemeinführung zunächst die primäre äußere und organisatorische

Oberfläche der Thematik. Hierbei konfrontiert er Freud mit der Annahme, dass zur Lösung

zwischenstaatlicher Konflikte legislative und judikative Institutionen geformt werden, und

dafür deren Gesetzmäßigkeiten und Entscheidungen von den Staaten freiwillig befolgt

werden. Eine Diskrepanz sieht Einstein in der Feststellung, dass rechtsprechende Instanzen

1 Vgl. Einstein, A. (1933), S. 11f.

2 Vgl. Lohmann, H.-M./Pfeiffer, J. (2006), S. 190f.

3 Sufran, Y. (2006), S. 85.

2


selbst von Menschen geleitet werden und aus diesem Grunde auch außerrechtlichen

Einwirkungen unterliegen müssten. Die letzteren seien umso größer, je geringer die

Durchsetzungsmacht der Gerichte zu bewerten ist. So formuliert der Physiker die

einschneidende Hypothese, dass Macht und Recht unausweichlich miteinander verankert

sind.4

Unter dieser Prämisse gleicht die Rechtsprechung eines Staates umso stärker dem

menschlichen Gerechtigkeitsideal, je umfänglicher die Machtposition der Judikativen zur

Durchsetzung dieses Ideals gesellschaftlich forciert werden kann. Damit konstatiert Einstein

die Feststellung, dass die einzige Möglichkeit der multilateralen Kriegsverhütung in der

Übertragung einzelstaatlicher Souveränitätsrechte auf eine supranationale Organisation liegt.5

Mit der Feststellung, dass sich die Kriegsproblematik in der Realität auf diesem Weg

bisweilen jedoch nicht lösen ließ, nimmt Einstein an, dass tiefergehende psychologische

Zwangslagen die Problemklärung beeinträchtigen würden. Er führt an, dass die

Machtbegierde der Herrschaftsschicht eines Staates sich dieser Eingrenzung der staatlichen

Hoheitsrechte zugunsten eines internationalen Konsensus widersetzt. Eine solche, von

Einstein als politisches Machtbedürfnis definierte Struktur der herrschenden Schicht erfährt

ihre Unterstützung durch eine andere Schicht, welche den Krieg bzw. auch die Herstellung

und den Handel von Waffen für eigene machtpolitische Zwecke im Rahmen einer so

genannten materiell-ökonomischen Machtstrebens nutzten kann. Dieses Verständnis führt den

Physiker nunmehr zu der Frage, wie es denn möglich ist, dass eine kleine Gruppe die breite

Masse des Volkes insoweit manipulieren kann, dass die letztere sich für die Zielsetzungen

dieser Minderheit ausnutzen lässt, obwohl sie durch den Krieg unzweifelbare gesundheitliche,

moralische wie auch ökonomische Rückschläge erleidet.6

Einstein sieht die Quellen der Beeinflussung in den Bereichen der Schulbildung, den Medien

wie auch in den kirchlichen Einrichtungen, welche durch die Minderheit der Herrschenden

gemäß ihren individuellen Zielen gelenkt werden und die Gefühle der Massen entsprechend

beeinflussen.7

Die Tatsache, dass sich Menschen zu Feindseligkeit, Wut und Opferbereitschaft lenken

lassen, deutet Einstein dahingehend, als dass im Inneren eines jeden Menschen bereits eine

Anlage zum Hass und zur Zerstörung existieren muss. Diese latente Neigung kann

entsprechend einfach aktiviert werden, so dass sie sich bis hin zur Massenpsychose steigern

4 Vgl. Einstein, A. (1933), S. 13ff.

5 Vgl. Einstein, A. (1933), S. 15f.

6 Vgl. Einstein, A. (1933), S. 16f.

7 Vgl. Einstein, A. (1933), S. 17.

3


lässt. An dieser Stelle lässt der Physiker erkennen, dass für eine tiefergehende Analyse der

Thematik vor allem die Kenntnisse der psychoanalytischen Forschung zu Nutze gezogen

werden müssten.8 Er stellt zur Diskussion, ob die psychische Entfaltung eines Menschen nicht

insoweit gelenkt werden kann, als dass dieser den Psychosen des Hassens und Vernichtens

gegenüber unempfindlicher wird.9

Abschließend deutet Einstein an, dass der Wirkungsbereich dieser Massenbeeinflussung nicht

nur die ungebildete Bevölkerungsschicht umfasst, sondern sich auch über die sogenannte

Intelligenz ausdehnt. Dieses Phänomen zeigt nicht nur bei zwischenstaatlichen Konflikten

seine Wirkung, sondern kann sich synonym auch bei internationalen Auseinandersetzungen

unter variablen Maßgaben und in verschiedenartigen Formationen entfalten.10 Er regt Freud

dazu an, ,,das Problem der Befriedung der Welt im Lichte ihrer neuen Erkenntnisse besonders

darzustellen, da von einer solchen Darstellung fruchtbare Bemühungen ausgehen können."11

III Freuds Konzeption zur Sozialpsychologie des Krieges

Bereits zu Eingang betont Freud in seinem Antwortschreiben seine Inkompetenz zu der von

Einstein geschilderten Fragestellung und weist hierbei auf die Zuständigkeit von

Staatsmännern hin. Er schränkt die Aussagekraft seiner Präsentation auf die rein

psychologische Reflexion der Kriegsproblematik ein und unterstreicht, dass er demzufolge

keine praktischen Vorschläge ausarbeiten kann. Freud bejaht alle Aussagen in dem von

Einstein vorgestellten Brief und zielt darauf, diese weiter auszugestalten.12

Zunächst bezieht sich Freud auf den von Einstein aufgeführten Zusammenhang zwischen

Recht und Macht. Dabei tauscht er den Ausdruck der Macht gegen den der Gewalt aus, da er

annimmt, dass die letztere aus der Macht erwachsen ist. Er führt an, dass menschliche

Interessenskonflikte prinzipiell durch Gewaltausübung ausgetragen werden, was sich

derivativ aus dem Tierreich ableiten lässt. Zusätzlich sind den Menschen auch noch

Meinungskonflikte zueigen.13

Freud unterstreicht, dass grundsätzlich derjenige einen Interessenskonflikt für sich gewinnen

kann, der über eine stärkere physische Kraft bzw. seit Anbeginn des Waffenzeitalters primär

über eine geistige Dominanz verfügt. Das Endziel des Kampfes kann dabei als Entkräftung

8 Vgl. Einstein, A. (1933), S. 18f.

9 Vgl. Einstein, A. (1933), S. 19.

10 Vgl. Einstein, A. (1933), S. 19f.

11 Einstein, A. (1933), S. 21.

12 Vgl. Freud, S. (1933), S. 26f.

13 Vgl. Freud, S. (1933), S. 27f.

4



Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Emotionale Intelligenz

Author: Ljuba Reben
Psychology - Social Psychology, 2006 Download as PDF-file for 6,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/118117/freuds-beitrag-zur-sozialpsychologie-des-krieges
please wait Please wait