Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2008, 21 Pages
Author: Pia Geisler
Subject: Politics - International Politics - Region: South East Europe, Balkans
Details
Institution/College: Munich University of Policy
Tags: Intervention, NATO, Kosovo, Seminar, Problemstrukturen, NATO, Ende, Kalten, Krieges
Year: 2008
Pages: 21
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 20 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-21427-3
ISBN (Book): 978-3-640-21442-6
File size: 132 KB
Other users also were interested in the following titles:
Abstract
Der Kosovo-Krieg kann als ein „defining moment“, also als ein historisches Ereignis in der Geschichte und Entwicklung der NATO, gesehen werden. Dies gilt besonders für das innere Verhältnis und den Zusammenhalt der Mitgliedstaaten. Diese Hausarbeit beschäftigt sich deshalb vor allem mit der Diskussion der Mitgliedstaaten des Bündnisses über den Kriegseinsatz und deren Beweggründe sowie der Bedeutung des Kosovo-Einsatzes für die Entwicklung der NATO insgesamt. Dazu soll auch ein kurzer Blick auf das neue strategische Konzept des Bündnisses sowie auf die Bemühungen der EU im Rahmen der ESVP, die aufgrund der Ereignisse des Kosovo-Krieges einen neuen Anstoß bekamen, geworfen werden. Das Verhalten der NATO im Hinblick auf den Konflikt im Kosovo soll außerdem durch verschiedene Theorien der internationalen Beziehungen beleuchtet und erklärt werden.
Excerpt (computer-generated)
Hochschule für Politik München
Problemstrukturen der NATO seit dem Ende des Kalten Krieges
Hauptseminar SS 2008
Militärische Interventionen II (Kosovo)
Pia Geisler
Inhaltsverzeichnis
Seite
1.
Einleitung
3
1.1.
Die Zuspitzung des Kosovo-Konfliktes
3
1.2.
Die NATO vor dem Kriegseintritt
4
2.
Die politische Diskussion innerhalb der NATO
5
2.1.
Die Positionen der Mitgliedstaaten
7
2.2. Kein UN-Mandat 8
3.
Operation Allied Force
9
3.1.
Beteiligung der Mitgliedstaaten 10
3.2.
Der Verlauf der Operation 11
3.3.
Die Endphase des Krieges 11
4.
Das neue strategische Konzept
12
5.
Die Initiative der EU zur ESVP
13
6. Fazit zu der militärischen Intervention 14
7. Versuche der Erklärung durch Theorien der Internationalen Politik 15
7.1. Realismus 15
7.2. Konstruktivismus 16
7.3. Demokratische Friedenstheorie 17
7.4. Neoliberaler Institutionalismus 17
Literatur und Internetquellen
19
2
1. Einleitung
Der Kosovo-Krieg kann als ein ,,defining moment", also als ein historisches Ereignis in der
Geschichte und Entwicklung der NATO, gesehen werden.1 Dies gilt besonders für das innere
Verhältnis und den Zusammenhalt der Mitgliedstaaten.
Diese Hausarbeit beschäftigt sich deshalb vor allem mit der Diskussion der Mitgliedstaaten
des Bündnisses über den Kriegseinsatz und deren Beweggründe sowie der Bedeutung des
Kosovo-Einsatzes für die Entwicklung der NATO insgesamt.
Dazu soll auch ein kurzer Blick auf das neue strategische Konzept des Bündnisses sowie auf
die Bemühungen der EU im Rahmen der ESVP, die aufgrund der Ereignisse des Kosovo-
Krieges einen neuen Anstoß bekamen, geworfen werden.
Das Verhalten der NATO im Hinblick auf den Konflikt im Kosovo soll außerdem durch
verschiedene Theorien der internationalen Beziehungen beleuchtet und erklärt werden.
1.1. Die Zuspitzung des Kosovokonfliktes
Der Streit um das Gebiet des Kosovo zwischen den Serben und den Albanern geht weit
zurück in die Vergangenheit, entzündete sich aber vor allem nach dem Zerfall des
Osmanischen Reiches und der darauf folgenden Bildung von Nationalstaaten im 19.
Jahrhundert.2
Mit der jugoslawischen Verfassung von 1974 wurde dem Kosovo weitgehende Autonomie
gewährt, welche dem Gebiet 1989 auf Veranlassung Milosevics wieder entzogen wurde.3
Darauf folgten Studentenproteste und Aufstände des albanischen Teils der Bevölkerung, der
schätzungsweise 90 % der Bevölkerung im Kosovo darstellt.4
Anfang 1998 kam es dann zu stärkeren Kämpfen im Kosovo. Auf der einen Seite stand die
kosovo-albanischen ,,Befreiungsarmee des Kosovo" (UCK), die schon 1996 erste Anschlägen
auf serbische Polizeistationen verübt hatte. Sie strebte die Selbstständigkeit des Kosovo an.
Auf der anderen Seite standen die Serben, die den Kosovo als Bestandteil der Bundesrepublik
Jugoslawiens verstanden. Sie versuchten mit ihren Truppen zunächst die UCK zu zerschlagen
und später auch die albanische Zivilbevölkerung aus dem Gebiet des Kosovo zu vertreiben.
Zwischen diesen beiden Parteien wurden die Auseinandersetzungen immer gewalttätiger und
die Situation im Kosovo wurde immer verfahrener. Die UCK bemühte sich daraufhin mit
ihren Aktionen darum, den Konflikt in den Fokus der Weltöffentlichkeit zu bringen.
1 Rühl - Die transatlantische Allianz im Kosovo-Krieg (2000: S. 80).
2 Reiter (2000: S. 7).
3 Reiter (2000: S. 210).
4 Rühl - Die transatlantische Allianz im Kosovo-Krieg (2000: S. 80).
3
1.2. Die NATO vor dem Kriegseintritt
Die UCK wurde von der NATO bis 1998 nicht als ernstzunehmende politische Kraft
wahrgenommen. Vielmehr wurde sie von verschiedenen Mitgliedstaaten sogar als
terroristische Organisation angesehen.5 Die Gemeinschaft wollte außerdem, trotz Warnungen,
1998 noch nicht militärisch eingreifen, da sie den Konflikt immer noch als interne
Angelegenheit Jugoslawiens betrachtete und ein gewalttätiger externer Eingriff in die
Streitigkeiten deshalb ihrer Meinung nach nicht erforderlich war.6 Außerdem hatten die
Mitgliedsstaaten die Befürchtung, dass durch eine militärische Intervention im Kosovo auch
Komplikationen in Bosnien-Herzegowina hervorgerufen werden könnten und sich die Dauer
des militärischen Einsatzes somit auf dem gesamten Balkangebiet beachtlich verlängern
könnte.7
Allerdings drohte die NATO auch ohne eigenes Handeln in den Konflikt hineingezogen zu
werden. Zwar wurde kein NATO-Staat direkt von Belgrad bedroht, aber es bestand Einigkeit
darüber, dass der Konflikt den Balkan destabilisierte und Flüchtlingswellen zu befürchten
waren. Einige Mitgliedstaaten, wie beispielsweise die Türkei oder Deutschland, sahen deshalb
eine eigene mittelbare Betroffenheit durch die möglichen Flüchtlingswellen.8 Die NATO
wollte und konnte deshalb nicht komplett untätig bleiben.
Zunächst beschränkte sich die Allianz aber auf die nicht-militärischen Möglichkeiten, wie
wirtschaftliche Sanktionen oder politische Forderungen. Allerdings verloren die
Bündnisstaaten zusehends Einfluss auf die Situation in der Krisenregion, da die
diplomatischen Bemühungen der NATO-Staaten kaum Erfolge erzielen konnten.9
Auch die extra eingerichtete Balkan-Kontaktgruppe, die aus Deutschland, Großbritannien,
Frankreich, den USA, Italien und Russland bestand und unter anderem einen Abzug der
serbischen Sonderpolizei aus dem Kosovo forderte, konnte den Konflikt nicht entschärfen.10
Die Situation spitzte sich stattdessen immer weiter zu. So wurden beispielsweise im März
1998 in Drenica, einer Hochburg der UCK, etwa 80 Albaner, die wohl zum größten Teil
Zivilisten waren, durch die serbische Sonderpolizei getötet.11
Der Konflikt wurde außerdem bedrohlicher, da ein Krieg an den Grenzen des Kosovo mit
Staaten drohte, die über die Verteidigungsgarantie der NATO verfügten, wie beispielsweise
Mazedonien.
5 Pradetto (1998: http://www.friedensnetz.de/Archiv%20Webseiten/Kosovo/nato-kosovo-studie.htm).
6 Naumann (2000: S. 24).
7 Rühl - Die transatlantische Allianz im Kosovo-Krieg (2000: S. 87).
8 Masala (2003: S.210).
9 Rühl - Die transatlantische Allianz im Kosovo-Krieg (2000: S. 86).
10 Masala (2003: S.212).
11 Jurekovic (2000: S. 39).
4
Dadurch internationalisierte sich der Konflikt zusehends, wodurch ein Kriegseintritt der
NATO immer wahrscheinlicher wurde. Die NATO-Staaten, allen voran die USA, begannen
auch bald mit der Planung einer möglichen militärischen Intervention.
Die UNO-Resolution 1199 vom 23.09.1998, die einen sofortiger Waffenstillstand der
Konfliktparteien im Kosovo forderte, wurde dabei von der NATO als rechtlicher Rahmen
genutzt, um mögliche militärischen Schritte vorzubereiten.12
2. Die politische Diskussion innerhalb der NATO
Allerdings waren sich die Mitgliedstaaten keineswegs darüber einig, ob und wenn ja wie
militärisch im Kosovo eingegriffen werden sollte. Innerhalb des Bündnisses entstand deshalb
eine andauernde Diskussion über die militärische Operation.
Die Diskussion innerhalb der NATO ist deshalb von so entscheidender Bedeutung, da das
Bündnis nicht selbst über militärische Mittel verfügt, sondern auf die Bereitstellung von
Streitkräften durch die Mitgliedstaaten angewiesen ist. Gemäß dem Einstimmigkeitsprinzip
der NATO muss über deren Verwendung zudem Einigkeit innerhalb der Allianz bestehen.
Allerdings war es innerhalb der NATO schon umstritten, wer der Hauptschuldige an der
Eskalation der Ereignisse im Kosovo war. So zeigte sich Griechenland zunächst mit den
Serben solidarisch und gab der UCK die Hauptschuld, wohingegen die meisten anderen
Regierungen aber die Serben als die Hauptschuldigen sahen.13 Aufgrund der verschiedenen
Sichtweisen war es anfangs also schwer eine einheitliche Strategie zu entwickeln, wie mit
dem Kosovo-Konflikt umgegangen werden sollte. Nur eine direkte Unterstützung der UCK
wurde schnell ausgeschlossen.14
Trotzdem konnte die Allianz sich dazu durchringen, sich gemeinsam zu militärischen
Schritten zu entscheiden. Dazu war vor allem entscheidend, dass die Mitgliedstaaten davon
überzeugt waren, dass die NATO, sollte sie sich zu keiner gemeinsamen Position hinsichtlich
der militärischen Intervention entschließen können, so gut wie gescheitert wäre.15
Als die prinzipielle Entscheidung, dass das Bündnis militärisch intervenieren würde, dann
innerhalb der NATO getroffen worden war, waren sich die Mitgliedstaaten aber über viele
wichtige Dinge, wie die Art der Sanktionen gegen Belgrad oder die Intensität und Dauer von
Luftangriffen, immer noch uneinig.16
12 Jurekovic (2000: S. 50/51).
13 Masala (2003: S.210).
14 Rühl - Die transatlantische Allianz im Kosovo-Krieg (2000: S. 88).
15 Walt (2000: S. 21/22).
16 Rühl - Die transatlantische Allianz im Kosovo-Krieg (2000: S. 91).
5
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Hamas - ein politischer Faktor im palästinensischen state-building Prozess
Author: Christian Alexander SächerlPolitics - International Politics - Region: Near East, Near Orient, 2002 Download as PDF-file for 8,99 EUR
Die Bush-Doktrin - Eine Revolution in der US-Außenpolitik?
Author: Oliver BersinPolitics - International Politics - Region: USA, 2005 Download as PDF-file for 8,99 EUR
George W. Bushs außenpolitische Visionen
Author: AnonymHistory - Miscellaneous, 2005 Download as PDF-file for 12,99 EUR
Novalis’ "Heinrich von Ofterdingen"
Author: Master of Arts Alexander MonagasGerman Studies - Modern German Literature, 2007 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Das politische Konzept des Jihad in der Entstehung und Frühzeit des Islam
Author: Alexander KöcherPolitics - Political Theory and the History of Ideas Journal, 2006 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Die Beziehungen der ESVP zur OSZE. Wird die OSZE durch die "neue Kraft" gestärkt oder geschwächt ?
Author: Oliver SchirmerPolitics - International Politics - Topic: International Organisations, 2002 Download as PDF-file for 8,99 EUR
Die Auswirkung der russischen Einwanderung auf das israelisch-palästinensische Verhältnis der neunziger Jahre
Author: Tobias GoldschmidtPolitics - International Politics - Region: Near East, Near Orient, 2003 Download as PDF-file for 9,99 EUR
Das Lebenspartnerschaftsgesetz und seine Auswirkungen auf § 6 Abs.1 GG
Author: Lydia GildeLaw - Civil / Private / Family Law / Law of Succession, 2002 Download as PDF-file for 7,99 EUR
'Classisch' und 'romantisch': die Gegensätzlichkeit der Motive in Wilhelm Meister und Heinrich von Ofterdingen
Author: Martin KlünersGerman Studies - Modern German Literature, 2006 Download as PDF-file for 8,99 EUR
This text can be quoted and accessed from this url: