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Die Rolle der katholischen Kirche in Polen

Scholary Paper (Seminar), 2005, 19 Pages
Author: Anonym
Subject: Politics - International Politics - Region: Eastern Europe

Details

Event: Religion und Politik
Institution/College: University of Bremen
Tags: Rolle, Kirche, Polen, Religion, Politik
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2005
Pages: 19
Grade: 1,5
Bibliography: ~ 7  Entries
Language: German
Archive No.: V118219
ISBN (E-book): 978-3-640-21428-0
ISBN (Book): 978-3-640-21443-3
File size: 120 KB

Abstract

In dem folgenden geht es um die Frage, von welchen Faktoren die gesellschaftliche Relevanz von Religion und Kirche in Polen abhängt, welche Rolle die katholische Kirche in Polen spielt. Früher sah man den gesellschaftlichen Wandel von Religion häufig von Prozessen der Modernisierung. Heute wird nicht selten die Bedeutung des Verhältnisses von Staat und Kirche oder allgemeiner von Politik und Religion für die Attraktivität von Kirchen und Religionsgemeinschaften herausgestellt. Gerade dieses Verhältnis ist in den postkommunistischen Ländern Ost- und Ostmitteleuropas besonders spannungsvoll und durch historische Erfahrungen negativ wie positiv aufgeladen. In der Zeit des Staatssozialismus waren die Kirchen und Religionsgemeinschaften Osteuropas politisch unterdrückt und ideologisch stigmatisiert. Im Prozess des politischen Umbruchs und in den letzten Jahren davor erlebten sie eine Phase des Aufbruchs und der unmittelbaren politischen Relevanz. Heute aber gestaltet sich das Verhältnis von Kirche und Staat bzw. Religion und Politik in vielen Regionen Osteuropas schon wieder schwierig. Polen könnte sich als ein interessanter Fall erweisen. Um die Konsequenzen und die Rolle der katholischen Kirche im gesellschaftlichen Leben zu untersuchen, versuche ich auf die Frage der Geschichte, polonische Nation, katholische Strömmungen und Politik nachgehen.


Excerpt (computer-generated)

HAUSARBEIT

Die Rolle der katholischen Kirche in Polen

Religion und Politik in Ostmitteleuropa

Universität Bremen


Inhaltverzeichnis

1

Einleitung 3

2

Kirche und Nation 4

3

Die Kirche in der Politik 7

4

Religion in Zahlen und Fakten 10

5

Kirchliche Strömungen 14

6

Der Beitrag der katholischen Soziallehre zu der Zivilgesellschaft. 16

7

Zusammenfassung 17

8

Literaturverzeichnis 18

2


1 Einleitung

In dem folgenden geht es um die Frage, von welchen Faktoren die gesellschaftliche Relevanz von

Religion und Kirche in Polen abhängt, welche Rolle die katholische Kirche in Polen spielt.

Früher sah man den gesellschaftlichen Wandel von Religion häufig von Prozessen der

Modernisierung. Heute wird nicht selten die Bedeutung des Verhältnisses von Staat und Kirche

oder allgemeiner von Politik und Religion für die Attraktivität von Kirchen und

Religionsgemeinschaften

herausgestellt.

Gerade

dieses

Verhältnis

ist

in

den

postkommunistischen Ländern Ost- und Ostmitteleuropas besonders spannungsvoll und durch

historische Erfahrungen negativ wie positiv aufgeladen.

In der Zeit des Staatssozialismus waren die Kirchen und Religionsgemeinschaften Osteuropas

politisch unterdrückt und ideologisch stigmatisiert. Im Prozess des politischen Umbruchs und in

den letzten Jahren davor erlebten sie eine Phase des Aufbruchs und der unmittelbaren politischen

Relevanz. Heute aber gestaltet sich das Verhältnis von Kirche und Staat bzw. Religion und

Politik in vielen Regionen Osteuropas schon wieder schwierig.

Polen könnte sich als ein interessanter Fall erweisen. Um die Konsequenzen und die Rolle der

katholischen Kirche im gesellschaftlichen Leben zu untersuchen, versuche ich auf die Frage der

Geschichte, polonische Nation, katholische Strömmungen und Politik nachgehen.

3


2 Kirche und Nation

Das Schicksal der polnischen Kirche löste sich von der Geschichte des europäischen

Christentums, genau im 18 Jahrhunderte. Für eine Bürger Englands, Deutschlands wurde diese

Epoche von der Blühte des Rationalismus und der Wissenschaft. Parallel dazu kam es zu einer

technischen Revolution. Es war zugleich eine Epoche, in der Wertkategorien Religion und

Tradition eine gewisse Schwächung erfuhren1

Für Polen blieb die Aufklärung eher eine dunkle Epoche. Der Niedergang der korrumpierten

Adelsdemokratie machte aus dem polnischen Staat eine leichte Beute für Österreich, Preußen und

Russland. Die weiter Geschichte Polens waren die Versuchen eigene staatliche Souveränität

wiederzugewinnen. Einzelne Teile des alten Polens rafften sich alle paar Jahrzehnten zu

Aufständen auf. Das Schicksal der Kirche verschmolz mit der Geschichte der nationalen

Unabhängigkeit-Bewegung.2

Dieses Geflecht religiöser und patriotischer Gefühle bleibt bis heute das wichtigste Merkmal der

polnischen Religiosität und wirkt sich sowohl in der gesellschaftlichen Rolle der Kirche als auch

in ihrem Verhältnis zum Staat aus.

Da die Kirche die Unabhängigkeitsbestrebungen der Polen repräsentierte, stand sie in scharfen

Konflikt mit den öffentlichen Institutionen. Daneben verkörperte die Kirche für die breite Masse

der Polen einen

Ersatzstaat

.

3

Diese Haltung, dass die Kirche gegen die Fremdherrschaft,

entwickelte sich rasch zum Mentalitätselement des polnischen Klerus.

Die Kirche wurde über Jahrhunderte als

Beschützerin

oder

Verteidigerin der polnischen Nation

wahrgenommen. Diese Identität zwischen Kirche und Nation entstand vor allem in drei

historischen Perioden: in der Zeit der polnischen Teilungen gegen Ende des 18. Jahrhunderts,

während der national-sozialistischen Herrschaft. Grundlage dessen war allerdings, dass die

Kirche bereits im12 und 13 Jahrhundert, in der Epoche der Teilfürstentümer, zum bindenden

Faktor der Nation wurde. Sie bewahrte in dieser Zeit die nationale Einheit. Mit dem Wunder am

Hellen Berg in Tschenstochau von 1655, als der Sage nach das gesamte Land vom dortigen

Kloster aus von der schwedischen Besatzung befreit wurde, avancierte das Madonnenbild von

Tschenstochau zum ,,Inbegriff einer besonderen nationalen Ideologie des polnischen

1 Jaroslaw Gowin ,,

Kirsche

Staat Gesellschaft. Polen in den 90-er Jahren

." Warszawa, 1996.S.6.

2 Gowin, 1996: S.7

3 ebd.

4



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