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US-amerikanische Direktinvestitionen in Großbritannien

Subtitle: Umfang, Motive und Auswirkungen

Master Thesis, 2007, 83 Pages
Author: Vanessa Kopetschek
Subject: Economics / Business: Economic Policy

Details

Category: Master Thesis
Year: 2007
Pages: 83
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 151  Entries
Language: German
Archive No.: V118313
ISBN (E-book): 978-3-640-21639-0
ISBN (Book): 978-3-640-21646-8
File size: 475 KB

Abstract

Die Intensität der globalen US-amerikanischen Direktinvestitionen ist unumstritten. Innerhalb Europas zeichnet sich jedoch Großbritannien seit mehr als einem Jahrhundert als Hauptempfänger amerikanischer Investitionen aus. Vor diesem Hintergrund lässt sich die Frage formulieren, wie sich die US-amerikanischen Direktinvestitionen in Großbritannien entwickelt haben, und welchen Umfang sie sowohl damals als auch heute einnehmen. Eine Bestandsaufnahme der außenwirtschaftlichen Verflechtungen soll diese Untersuchung begleiten. Im Kern der Diskussion steht des Weiteren die Frage, welche Argumente für die Wahl des britischen Standorts für US-Investoren entscheidend sind, und welche Rahmenbedingungen Großbritannien zum Investitionsgewinner machen. Zudem soll in diesem Zusammenhang die Frage beantwortet werden, welche mikro- und makro-ökonomischen Auswirkungen sich durch die US-Direktinvestitionen für die britische Wirtschaft ergeben. Zielsetzung ist es, die US-amerikanischen Direktinvestitionen seit dem 17. Jahr-hundert zu erforschen und zugleich die heutige Situation darzustellen. Ferner geben eine regionale und sektoriale Differenzierung Aufschluss über die bevorzugten Standorte und Branchen US-amerikanischer Investoren. Insbesondere eine Analyse wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen und ökonomischer Investitionsmotive sollen die Gründe für US-amerikanische Direktinvestitionen in Großbritannien veranschaulichen. Darauf aufbauend sollen die positiven und negativen Konsequenzen der US-amerikanischen Direktinvestitionen beurteilt werden. [...] Der Fokus dieser Arbeit liegt – neben einem kurzen historischen Überblick – auf den US-amerikanischen Direktinvestitionen in Großbritannien seit den 50er Jahren. Die vorliegende Arbeit ist insgesamt in sechs Kapitel gegliedert. Nach der thematischen Einführung wird im zweiten Kapitel zunächst der Begriff Direktinvestition erläutert. [...] Das dritte Kapitel untersucht den Umfang und die Entwicklung der US-amerikanischen Direktinvestitionen in Großbritannien. [...] Im vierten Kapitel werden die Motive für US-amerikanische Direktinvestitionen in Großbritannien aufgezeigt. [...] Im fünften Kapitel wird auf die mikro- und makroökonomischen Auswirkungen der Direktinvestitionen im Gastgeberland Großbritannien eingegangen. Eine aus den Ausführungen dieser Arbeit gewonnene Gesamterkenntnis rundet innerhalb der Schlussbetrachtung diese Untersuchung ab.


Excerpt (computer-generated)

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Lehrstuhl für Auslandswissenschaften
(Englischsprachige Kulturen)

US-amerikanische Direktinvestitionen in Großbritannien:
Umfang, Motive und Auswirkungen

Masterarbeit

Eingereicht von: Vanessa Kopetschek
Studiengang: Master International Business
Wintersemester: 2006/2007

 


Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis 4
Abkürzungsverzeichnis 5
1. Einleitung 7
1.1 Thematische Einführung 7
1.2 Fragestellung und Zielsetzung 8
1.3 Gang der Untersuchung 9
1.4 Forschungsstand 10
2. Grundlagen 11
2.1 Begriffsbestimmung 11
2.2 Charakterisierung der Direktinvestitionen 13
2.3 Theorien der ausländischen Direktinvestitionen 14
2.3.1 Theory of International Operations (Hymer/Kindleberger) 15
2.3.2 Knickerbocker′s Oligopolistic Reaction 16
2.3.3 Dunning′s Eclectic Paradigm 18
3. Umfang der US-Direktinvestitionen in Großbritannien 20
3.1 Historischer Überblick 20
3.1.1 Entstehung der transatlantischen Investitionen ( -1870) 20
3.1.2 Entwicklung von 1870-1945 22
3.1.3 Entwicklung von 1945-1979 26
3.1.4 Entwicklung von 1979 bis heute 28
3.2 Regionale Differenzierung US-amerikanischer Direktinvestitionen 30
3.3 Sektorspezifische Verteilung der US-Direktinvestitionen 35
4. Motive für US-Direktinvestitionen in Großbritannien 38
4.1 Markt- und absatzorientierte Motive 38
4.2 Kosten- und ressourcenorientierte Motive 40
4.3 Kulturelle Faktoren 43
4.4 Flexibler Arbeitsmarkt 45
4.5 Verkehrsinfrastruktur 47

2

 


4.6 Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen 49

4.6.1 US-amerikanische Investitionspolitik 49

4.6.2 Britische Politik der offenen Tür 50

4.6.3 Wirtschafts-, Rechts- und Steuersystem 52

4.7 Cross-Investments 54

5. Auswirkungen der US-Direktinvestitionen auf die britische Wirtschaft 56

5.1 Zahlungsbilanz 56

5.2 Technologie- und Innovationstransfer 58

5.3 Beschäftigungseffekte und brain drain 60

5.4 Industrial Relations 62

5.5 Wettbewerbsstruktur 65

6. Schlussfolgerungen 66

Anhang 69

Tab. 5: Investitionsmotive amerikanischer Unternehmen 69

Tab. 6: Umfrageergebnisse der wichtigsten Beweggründe für US-

amerikanische Direktinvestitionen in Großbritannien 70

Literaturverzeichnis 71

3

 


Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abb. 1: Regionale Promotionsorganisationen 31
Abb. 2: US-Direktinvestitionen nach Sektoren, 2002 35
Abb. 3: Vergleich der Betriebskosten, 2006 41
Abb. 4: Vergleich der F&E-Kosten, 2006 42
Abb. 5: Kulturelle Einflussgrößen 44
Abb. 6: Arbeitnehmerschutz in ausgewählten OECD-Ländern 45
Abb. 7: Grenzsteuerbelastung ausgewählter EU-Staaten 54

Tab. 1: Anteil amerikanischer Investitionen in Europa, 1950-1970 (in %) 27
Tab. 2: Jährliche Neuinvestitionen US-amerikanischer Unternehmen in den einzelnen Regionen, 2000-2005 31
Tab. 3: Auswirkungen der Direktinvestitionen auf die britische Zahlungsbilanz 57
Tab. 4: Anzahl der Beschäftigten in ausländischen Tochtergesellschaften in Großbritannien, 1995-1997 61
Tab. 5: Investitionsmotive amerikanischer Unternehmen 69
Tab. 6: Umfrageergebnisse der wichtigsten Beweggründe für US-amerikanische Direktinvestitionen in Großbritannien 70

4

 


Abkürzungsverzeichnis

Abb. = Abbildung
AT = Austria
BIP = Bruttoinlandsprodukt
bspw. = beispielsweise
bzw. = beziehungsweise
ca. = circa
DE = Deutschland
d. h. = das heißt
EBS = Ebsco Host (Datenbank)
EEC = European Economic Community
EG = Europäische Gemeinschaft
ERP = European Recovery Program
et al. = et alia (und andere)
etc. = et cetera
EU = Europäische Union
evtl. = eventuell
EWG = Europäische Wirtschaftsgemeinschaft
EZB = Elektronische Zeitschriftenbibliothek
FDI = Foreign Direct Investment
F&E = Forschung & Entwicklung
FR = Frankreich
Hg. = Herausgeber
HRM = Human Resource Management
IBB = Invest in Britain Bureau
i.d.R. = in der Regel
Inc. = Incorporation
IRE = Ireland
IT = Italien
JAP = Japan
Jg. = Jahrgang
JIBS = Journal of International Business Studies
k.A. = keine Angaben

5

 


KSt = Körperschaftsteuer

M&A = Merger & Acquisition

mind. = mindestens

Mio. = Millionen

MNU = Multinationale Unternehmen

Mrd. = Milliarden

No. = Number (Nummer)

NL = Niederlande

PL = Polen

PRT = Portugal

S. = Seite(n)

sog. = sogenannte

(n,r,s) u. = und

u.a. = unter anderem

UNCTAD = United Nations Conference on Trade and Development

UNCTC = United Nations Center on Transnational Corporations

UK = United Kingdom

US = United States

USA = United States of America

v.a. = vor allem

v.H. = von Hundert

Vol. = Volume (Band)

z. B. = zum Beispiel

6

 


1. Einleitung
1.1 Thematische Einführung

Der starke Anstieg ausländischer Direktinvestitionen hat in den letzten Jahrzehnten einen entscheidenden Beitrag zur Globalisierung der Weltwirtschaft geleistet.1

Insbesondere multinationale Unternehmen bevorzugen eine dauerhafte Präsenz im ausländischen Markt gegenüber den alternativen Marktbearbeitungsformen des Im- und Exports von Gütern. Obwohl das Phänomen der Auslandsinvestitionen in Großbritannien seinen Ursprung hatte, sind inzwischen die Vereinigten Staaten von Amerika zum größten Direktinvestor weltweit geworden.2

Unter den Industrienationen gehört Großbritannien mit einem Foreign Direct In-vestment (FDI) Bestand von 817 Mrd. US $ (2005) zu den wichtigsten Zielländern ausländischer Direktinvestitionen.3 Trotz historischer Probleme mit niedrigem Wirtschaftswachstum, hoher Arbeitslosigkeit und industrieller Dekadenz, ist Großbritannien vor allem bei den US-amerikanischen Direktinvestitionen in Europa seit Jahrzehnten Hauptempfänger und bietet erfolgreichen Unternehmen wie Ford, IBM und Citibank einen attraktiven Investitionsstandort.4 Neben dem Wegfall von Sprachbarrieren bestimmen wirtschaftliche Rahmenbedingungen, der flexible Arbeitsmarkt sowie die Mitgliedschaft im EU-Binnenmarkt Großbritanniens Attraktivität. Um dauerhaft von den wichtigen Kapitalzuflüssen aus den Vereinigten Staaten zu profitieren, hat auch Großbritannien in der Vergangenheit immer wieder Reformen unternommen, um gegen Konkurrenten aus Kontinentaleuropa seine Wettbewerbsfähigkeit zu behaupten. Die fortschreitende Globalisierung sowie die Aufnahme neuer EU-Staaten werden auch zukünftige Anpassungen nötig machen.

Die historischen US-Investitionen wurden allerdings nicht von allen Staaten positiv beurteilt. In den 60er Jahren hatte Servan-Schreiber mit seinem Buch ,,The American Challenge" Aufsehen erregt und die amerikanischen Investitionen in

1 Nigel Pain, Inward Investment, Technological Change and Growth. The Impact of Multinational Corporations on the UK Economy (Basingstoke: Palgrave, 2001), S. 3.
2 UNCTAD, Country Fact Sheets. United Kingdom, URL: http://www.unctad.org/Templates/Page.asp?intItemID=3198&lang=1 [13. November 2006], S. 1. 3 Ibid.
4 UNCTAD, FDI Country profiles. United Kingdom, URL: http://www.unctad.org/Templates/Page.asp?intItemID=3198&lang=1 [05.November 2006], S. 37.

7

 


Europa sowie die damit verbundene ausländische Kontrolle und Überfremdung kritisiert. Großbritannien ­ selbst ein führender Kapitalexporteur in der Weltwirtschaft mit multinationalen Unternehmen in verschiedenen Auslandsmärkten ­ hat weitaus weniger ablehnend auf die US-amerikanischen Direktinvestitionen reagiert als Kontinentaleuropa. Ein Grund für dieses Verhalten könnte in den sog. cross-investments liegen, die die britisch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen seit dem 18. Jahrhundert prägen und eine gegenseitige Abhängigkeit in Bezug auf die Investitionsströme schaffen. Zudem ist die liberale Haltung gegenüber dem freien Welthandel eine ursprünglich englische Ideologie (Adam Smith, ,,The Wealth of Nations") und kommt auch heute noch in deren Einstellung zu ausländischen Direktinvestitionen zum Ausdruck. Trotzdem wird auch von britischer Seite die technologische Kluft, die sich durch die US-amerikanischen Direktinvestitionen ergibt, zunehmend bemängelt.5

1.2 1.2 Fragestellung und Zielsetzung

Die Intensität der globalen US-amerikanischen Direktinvestitionen ist unumstritten. Innerhalb Europas zeichnet sich jedoch Großbritannien seit mehr als einem Jahrhundert als Hauptempfänger amerikanischer Investitionen aus. Vor diesem Hintergrund lässt sich die Frage formulieren, wie sich die US-amerikanischen Direktinvestitionen in Großbritannien entwickelt haben, und welchen Umfang sie sowohl damals als auch heute einnehmen. Eine Bestandsaufnahme der außenwirtschaftlichen Verflechtungen soll diese Untersuchung begleiten. Im Kern der Diskussion steht des Weiteren die Frage, welche Argumente für die Wahl des britischen Standorts für US-Investoren entscheidend sind, und welche Rahmenbedingungen Großbritannien zum Investitionsgewinner machen. Zudem soll in diesem Zusammenhang die Frage beantwortet werden, welche mikro- und makroökonomischen Auswirkungen sich durch die US-Direktinvestitionen für die britische Wirtschaft ergeben.

Zielsetzung ist es, die US-amerikanischen Direktinvestitionen seit dem 17. Jahrhundert zu erforschen und zugleich die heutige Situation darzustellen. Ferner geben eine regionale und sektoriale Differenzierung Aufschluss über die bevorzugten

5 Jean-Jaques Servan-Schreiber, The American Challenge (London: Hamish Hamilton, 1968), S. 58.

8

 


Standorte und Branchen US-amerikanischer Investoren. Insbesondere eine Analyse wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen und ökonomischer Investitionsmotive sollen die Gründe für US-amerikanische Direktinvestitionen in Großbritannien veranschaulichen. Darauf aufbauend sollen die positiven und negativen Konsequenzen der US-amerikanischen Direktinvestitionen beurteilt werden.

1.3 1.3 Gang der Untersuchung

Der Fokus dieser Arbeit liegt ­ neben einem kurzen historischen Überblick ­ auf den US-amerikanischen Direktinvestitionen in Großbritannien seit den 50er Jahren.

Die vorliegende Arbeit ist insgesamt in sechs Kapitel gegliedert. Nach der thematischen Einführung wird im zweiten Kapitel zunächst der Begriff Direktinvestition erläutert. Dabei sollen auch die verschiedenen Formen von Direktinvestitionen diskutiert werden. Zur Begründung ausländischer Direktinvestitionen werden partialtheoretische Erklärungsansätze von Hymer/Kindleberger, Knickerbocker und Dunning vorgestellt. Im weiteren Verlauf der Untersuchung wird immer wieder ein Kausalzusammenhang zwischen diesen Theorien und den US-amerikanischen Direktinvestitionen in Großbritannien hergestellt. Das dritte Kapitel untersucht den Umfang und die Entwicklung der US-amerikanischen Direktinvestitionen in Großbritannien. Eine regionale und sektoriale Studie der US-amerikanischen Direktinvestitionen gibt dabei einen Überblick über die wichtigsten Standorte und die bevorzugten Branchen für US-amerikanisches Investitionskapital. Im vierten Kapitel werden die Motive für US-amerikanische Direktinvestitionen in Großbritannien aufgezeigt. Neben den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der kulturellen Affinität beider Länder, gilt es insbesondere die kosten- und marktorientierten Motive sowie den flexiblen Arbeitsmarkt am Standort Großbritannien herauszuarbeiten. Im fünften Kapitel wird auf die mikro- und makroökonomischen Auswirkungen der Direktinvestitionen im Gastgeberland Großbritannien eingegangen. Eine aus den Ausführungen dieser Arbeit gewonnene Gesamterkenntnis rundet innerhalb der Schlussbetrachtung diese Untersuchung ab.

9

 



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