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Subtitle: Eine kritische Untersuchung logischer Bezüge
Scholarly Essay, 2008, 24 Pages
Author: Dipl.-Ing. Stefan Weckbach
Subject: Mathematics - Applied Mathematics
Details
Year: 2008
Pages: 24
Bibliography: ~ 10 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-23938-2
File size: 643 KB
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Abstract
Wir präsentieren in diesem Beitrag eine mögliche Lösung des populären Barbier-Paradoxons, welches von Betrand Russell 1918 explizit formuliert wurde. Unsere Lösung kommt gänzlich ohne das Verändern oder Hinzufügen neuer Axiome in die naive Mengenlehre aus und ist intuitiv mit der uns gewohnten Standardlogik nachvollziehbar. Das Paradoxon wird von uns so verwendet und diskutiert, wie es einst in der Zeit seiner Entdeckung von den neuzeitlichen Mathematikern und Logikern aufgefasst wurde – ohne Hinzunahme ungerechtfertigter Schlupflöcher oder weiterer Annahmen (eine solche Annahme wäre beispielsweise, der „Barbier“ sei eine Frau, anstatt ein Mann, er habe einen langen Bart etc.).
Fulltext (computer-generated)
A refutation of the well-known
Russell-Paradox
Eine kritische Untersuchung logischer Bezüge
Stefan Weckbach
Abstract
In this article we showcase a possible solution for the established paradox
of Bertrand Russells "paradox of the barber". We understand and discuss
the paradox exclusively in the way in wich the mathematicians and
logicians did it at the time of its invention. Our solution goes without
changing or adding new axioms into the naïve set theory and is intuitively
traceable with usual everyday logic. We do not use any loopholes such as
the assumption that the barber has to be a woman or a boy without beard
growth or such that the barber lives in "Sevilla" and shaves himself in
"Barcelona" and so on. Also we discuss Kurt Gödels incompleteness
theorem and show that it can be applied to itself to solve Russells paradox.
Abstract
Wir präsentieren in diesem Beitrag eine mögliche Lösung des populären
Barbier-Paradoxons, welches von Betrand Russell 1918 explizit formuliert
wurde. Unsere Lösung kommt gänzlich ohne das Verändern oder
Hinzufügen neuer Axiome in die naive Mengenlehre aus und ist intuitiv
mit der uns gewohnten Standardlogik nachvollziehbar. Das Paradoxon
wird von uns so aufgefasst und diskutiert, wie es einst in der Zeit seiner
Entdeckung von den neuzeitlichen Mathematikern und Logikern
aufgefasst wurde ohne Hinzunahme ungerechtfertigter Schlupflöcher
oder weiterer Annahmen (eine solche Annahme wäre beispielsweise, der
,,Barbier" sei eine Frau, anstatt ein Mann, er habe einen langen Bart etc.).
1
Gewidmet Kurt Gödel und all jenen,
die mich mögen und dich ich mag
2
© 2008-09 Stefan Weckbach
Second edition, revised January 2009
,,No rule without its exception."
If the above statement is true, then it comprehends all rules and exceptions in itself.
3
INHALT
1 EINFÜHRUNG 1
2 VORAUSSETZUNGEN 3
3 STRUKTURELLE ANALYSE 4
4 BEWEIS 5
4.1 GEGENPRÜFUNG 7
5 UNBEWEISBARKEIT 10
6 WEITERE BETRACHTUNGEN ZUM MÖGLICHKEITSBEWEIS 13
7 E
RGEBNIS UND SCHLUSSBETRACHTUNG 15
LITERATURNACHWEIS 17
INDEX 18
4
1 Einführung
,,You can define the barber as `one who shaves all those, and those only, who do not shave
themselves.′
The question is, does the barber shave himself?
"
Bertrand Russell, ,,The Philosophy of Logical Atomism" [1] 1
m Juni 1901 entdeckte der Philosoph und Mathematiker Bertrand Russell,
I einer der bedeutendsten Denker der Moderne und damals gerade im Begriff,
die Grundlagen der Mathematik durch die Arbeit an seinem Werk der
The
principles of mathematics
auf ein unumstößliches Fundament zu setzen, dass der
Logik innerhalb der Mengenlehre eine merkwürdige Grenze innewohnt, denn
ihm ging auf [2],
,,...dass eine Klasse manchmal Element ihrer selbst ist, manchmal wieder nicht.
Die Klasse der Teelöffel zum Beispiel ist nicht ein weiterer Teelöffel, aber die
Klasse der Dinge, die keine Teelöffel sind, ist eines der Dinge, die keine Teelöffel
sind. ... Dies brachte mich dazu, über die Klassen nachzudenken, die keine
Elemente ihrer selbst sind, und diese wiederum, so schien es, müssen eine weitere
Klasse bilden. Ich fragte mich, ob diese Klasse ein Element ihrer selbst ist oder
nicht. Wenn sie ein Element ihrer selbst ist, muss sie die definitorischen Merkmale
der Klasse besitzen, also das Merkmal, nicht ein Element ihrer selbst zu sein. Ist
sie kein Element ihrer selbst, darf sie nicht das definitorische Merkmal der Klasse
besitzen und muss deshalb ein Element ihrer selbst sein. Jede Alternative führt
also zu ihrem Gegenteil, und damit entsteht ein Widerspruch."
2
Dieser Widerspruch wird hinfort in der Mathematik und Logik nach seinem
Entdecker Bertrand Russell als ,,Russellsche Antinomie" bezeichnet.
Russell brauchte ein gutes Jahr, um sich vom Schock der Erkenntnis zu
erholen, dass gewisse Probleme der Selbstbezüglichkeit in der Mathematik nur
auf Kosten hinterhergeschobener Zusatzannahmen gelöst werden können, die
außerhalb des logischen Systems stehen. Als Russell 1902 dem deutschen
Mathematiker und Logiker Gottlob Frege seine Entdeckung brieflich mitteilte,
war Frege bis zum Äußersten schockiert, da er kurz davor stand, sein gerade
abgeschlossenes Werk
Grundgesetze der Arithmetik
veröffentlichen zu lassen.
Russells Mitteilung war für Frege ein vernichtender Schlag, denn seine gerade
vollendete Arbeit baute wesentlich auf der von Russell gerade dekonstruierten
Mengenlehre auf. Frege erholte sich im Gegensatz zu Russell nie mehr von
1 RUSSELL, Bertrand:
The Philosophy of Logical Atomism.
(1918) In:
The Collected Papers of
Bertrand Russell
, 1914-19, Vol 8., p. 228.
2 In: BARROW, John D.:
Die Entdeckung des Unmöglichen
(1999), S. 40.
diesem Schlag und verwarf die Verwirklichung seines geplanten dritten Bandes
der
Grundgesetze der Arithmetik
.
Russell und einige Mathematiker nach ihm wie beispielsweise Ernst Zermelo
und Abraham Adolf Fraenkel erledigten das Problem dadurch, dass sie es in
gewisser Hinsicht verboten. Russell selbst entwickelte die sogenannte
,,Typentheorie" in der er festlegte, dass Mengen einen höheren Typus haben
sollten als die darin enthaltenen Mengen. Damit war sichergestellt, dass Menge
und Element strikt voneinander getrennt werden konnten, obschon Russell mit
dieser Lösung selbst nicht zufrieden war, da sie sich nicht natürlich aus den
bisherigen Axiomen der Mengenlehre ergab.
Zermelo und Fraenkel hingegen entwickelten die nach ihnen benannte
,,Zermelo-Fraenkelsche Mengenlehre", die ebenfalls die Fallstricke von Russells
Paradoxon vermeidet, indem ein bestimmtes Axiom der Mengenlehre geeignet
modifiziert wurde. Keine dieser Anstrengungen war jedoch dazu geeignet, die
Widersprüche zu vermeiden, ohne von außen das System der Mengenlehre
einem künstlichen ,,Fine-Tuning" zu unterziehen. Obschon heute die Zermelo-
Fraenkelsche Mengenlehre weitestgehend akzeptiert ist, haben einige
Mathematiker auch heute noch ein schlechtes Gefühl im Zusammenhang mit
dem Begriff des Beweises. Denn das Paradoxon zeigt, dass bereits ein so simples
formales System wie die Mengenlehre in Widersprüche geraten kann. Und wenn
ein logischer Widerspruch möglich ist, so kann man daraus deduzieren, dass jede
beliebige Aussage wahr ist. Da die Mengenlehre heute als Grundlage der
gesamten Arithmetik angesehen werden kann, müssen sich diese Widersprüche
damit auch in der Arithmetik auffinden lassen.
Als schließlich Kurt Gödel [3]3 1931 durch seine berühmten zwei
Unvollständigkeitssätze zeigte, dass die Arithmetik tatsächlich entweder
widersprüchlich oder aber unvollständig sein muss, da es Aussagen innerhalb
dieses Systems gibt, die aus demselben heraus weder bewiesen noch widerlegt
werden können, empfand das die Gemeinschaft der Mathematiker als eine
weitere tiefe Niederlage.
Die hier präsentierte Lösung bezieht sich nicht auf die Russellsche Antinomie,
sondern auf das von Bertrand Russell zur allgemeinverständlichen
Verdeutlichung seiner Antinomie zugespitzte
Barbier-Paradoxon
. In diesem
Paradoxon erkennen wir alle wesentlichen Elemente der Russellschen Antinomie
wieder und können in einem weiteren Paper zeigen, dass die Russellsche
Antinomie ebenfalls auflösbar ist. Bevor wir das tun, stellen wir aber in diesem
Paper alle wesentlichen Merkmale unserer Lösung vor und beginnen zunächst
mit unserer Hauptthese:
T:
Der Barbier braucht sich selbst nicht zu rasieren, wenn er all
diejenigen und nur diejenigen rasiert, die sich nicht selbst rasieren
3 GÖDEL, Kurt:
On formally undecidable proposition of Principia mathematica
and related systems I
. (1931). In: Collected Works, Vol. I, pp. 145-195.
2
2 Voraussetzungen
Russells Barbier-Paradoxon lautet folgendermaßen: 4
Satz G:
Der Barbier rasiert all diejenigen, und nur diejenigen Männer aus
Satz G, die sich nicht selbst rasieren.
Um uns von den volkstümlichen, oftmals ausgeschmückten oder reduzierten
Varianten des Paradoxons abzugrenzen, geben wir hier die relevanten Grenzen
an, in denen Satz G zu verstehen ist:
<1>
Es wird eine Gesamtmenge G postuliert, die minimal eine und
maximal drei Untermengen enthalten kann (nämlich <4>, <5> und
<6>)
<2>
Alle Elemente der drei möglichen Untermengen seien Männer
<3>
Jeder Mann soll exakt einer und nur einer der beiden
Untermengen zugeordnet werden
<4>
Die erste Untermenge sei die Menge derjenigen Männer, die sich
selbst rasieren und sich daher nicht rasieren lassen (Untermenge I)
<5>
Die zweite Untermenge sei die Menge derjenigen Männer, die sich
nicht selbst rasieren und sich daher rasieren lassen (Untermenge
II)
<6>
Es gibt einen und nur genau einen Barbier unter den Männern
<7>
Dieser Barbier soll all diejenigen, und nur diejenigen Männer
rasieren, die sich nicht selbst rasieren
<8>
Der Barbier ist ein Mann (also keine Frau, kein Junge ohne
Bartwuchs, ein Mann der halb in Sevilla und halb in Barcelona
wohnt etc.)
<9>
Ausnahmslos alle Männer aus G sollen rasiert werden oder sich
selbst rasieren, auch der Barbier
Wir stellen nun die Eingangsfrage: Rasiert sich der Barbier selbst oder rasiert er
sich nicht selbst?
4 Im vorangestellten Motto dieses Papers war es Russells Ziel, durch präzise Definition
der Tätigkeit eines Barbiers die Unmöglichkeit aufzuzeigen, vor der die Mathematiker
damals standen, als sie versuchten, die Mengenlehre auf logisch unangreifbare
Prinzipien zurückzuführen. Wir verwenden hier für Satz G eine überschaubarere
Ausformulierung.
3
Zur Veranschaulichung sehen wir uns noch einmal Satz G an:
Satz G: A.)
Der Barbier rasiert all diejenigen, und nur diejenigen Männer
aus Satz G, die
B.)
sich nicht selbst rasieren.
Die erste Möglichkeit ist, dass der Barbier sich nicht selbst rasiert. Dann fordert
B.) jedoch von ihm, sich selbst zu rasieren. Also rasiert er sich selbst. Dann
fordert A.) jedoch wiederum von ihm, sich nicht selbst zu rasieren und so weiter.
Wir sehen also, dass beide Alternativen regelmäßig zu ihrem Gegenteil führen
und sich die Eingangsfrage dadurch nicht logisch entscheiden lässt. Zu einer
Entscheidung kommen wir erst, wenn wir die Struktur des Paradoxons näher
untersuchen. Und auch erst, wenn überhaupt eine Entscheidung möglich ist, was
wir im Folgenden Abschnitt untersuchen werden.
In Abschnitt 4 werden wir dann unsere These T beweisen. An diesen Abschnitt
schließt sich eine Betrachtung über die Unbeweisbarkeit in der Mathematik an.
Abschließend eine Zusammenfassung unserer Ergebnisse sowie deren
Bewertung.
3 Strukturelle
Analyse
Damit der Barbier tatsächlich nur und nur die Männer rasieren
kann
, die
sich nicht selbst rasieren,
ohne sich jedoch selbst rasieren zu müssen
, muss gelten:
(1) Keiner der vom Barbier potentiell zu rasierenden oder nicht zu
rasierenden Männer aus G darf andere Männer aus G rasieren, die sich
nicht selbst rasieren.*
* Ansonsten könnte der Barbier diese Männer nicht rasieren
(2) Da jedoch der Barbier selbst ebenso einer der von ihm potentiell zu
rasierenden oder nicht zu rasierenden Männer aus G ist, dürfte auch
er
gemäß (1) keine anderen Männer aus G rasieren, die sich nicht selbst
rasieren. Daher muss eine Ausnahme zu (1) gelten, damit er die anderen
Männer rasiert, die sich nicht selbst rasieren, sonst wäre T wäre falsch.
Diese Ausnahme wollen wir (2) nennen.
(3) Dass (2) eine Ausnahme von (1) ist, heißt nicht logisch zwingend, dass
dies die einzige Ausnahme von (1) sein muss. Damit G auflösbar ist,
müsste es eine zweite Ausnahme von (1) geben, die zugleich eine
Ausnahme von A.) impliziert. Diese zweite Ausnahme ist notwendig, da
jeder
innerhalb der Menge G rasiert wird, also auch unser Barbier. Die
zweite Ausnahme von (1) ist daher, dass keiner der Männer andere
Männer außer den Barbier rasieren darf. Diese zweite Ausnahme wollen
wir (3) nennen. Da (3) jedoch (2) widerspricht, wenn man (3) auf den
Barbier anwendet, kann der Barbier nicht Element von (3) sein. Das ist
einleuchtend, da der Barbier gemäß (2) tatsächlich keiner der Männer sein
4
kann, die ,,keine anderen Männer außer dem Barbier rasieren", wenn G
wahr sein soll. Er rasiert ja andere. Und dass andere ihn rasieren, ist, wie
wir noch sehen werden, völlig konsistent mit A).
(4) Da der Barbier per Definition alle Männer aus G rasiert, die sich nicht
selbst rasieren, stellt er eine Ausnahme von Regel (1) dar. Die Ausnahme
(2) wird von der Regel unter (1) erzwungen, die selbst ja inklusive (2)
zwingend ist, wenn G wahr sein sollte (was wir ja zunächst annehmen
wollen). Zwingend ist aber zusätzlich für (1) auch, dass es eine weitere
Ausnahme dort geben muss, die eine Ausnahme von A.) für den Barbier
impliziert. Diese zweite Ausnahme ist die Ausnahme (3) und gleichzeitig
eine Ausnahme von (2). Denn: (2) lautet ,,keiner der Männer darf andere
Männer rasieren, außer der Barbier" und (3) lautet ,,keiner der Männer
darf andere Männer rasieren außer den Barbier". Die Ausnahme liegt also
im Wörtchen ,,den" statt ,,der". Und diese Ausnahme (3) ist derart, dass
der Barbier ein einziges Mal
nicht
,,
all diejenigen, und nur diejenigen
Männer aus Satz G rasiert", die sich nicht selbst rasieren.
Dies ist jedoch
noch
nicht
der Kern unserer Lösung, er liegt, wie wir im Verlaufe sehen
werden, an einer anderen Stelle. Wir werden die Konsistenz von
Ausnahme (3) jedoch im weiteren Verlauf fundiert begründen.
(5) Die den Ausnahmen zugehörenden Mengen, auf die sich diese
Ausnahmen jeweils beziehen, sind für Ausnahme (2) die Menge
derjenigen Männer, die nicht der Barbier sind. Diese Menge wollen wir
(m2) nennen. Für Ausnahme (3) ist es ebenfalls die Menge derjenigen, die
nicht der Barbier sind. Diese Menge wollen wir (m3) nennen.
Die Ausnahmen (2) und (3) selbst bestehen jeweils aus ein und demselben
Element, nämlich dem Barbier. Die Elemente von (2) und (3) wollen wir
daher mit (2m) und (3m) bezeichnen. Es gilt also: (m2) = (m3) und es gilt
(2m) = (3m). Da sowohl (m2) und (m3) identische Elemente enthalten als
auch (2m) und (3m), muss es zumindest eine Vereinigungsmenge von
(m2) und (m3) mit (2m) und (3m) geben. Diese Vereinigungsmenge ist,
falls es möglich ist, dass (3) wahr ist, die Menge all derjenigen, die
nicht
nicht rasiert werden
. Und da es tatsächlich möglich ist, dass (3) wahr ist
(weil es
nicht
logisch unmöglich ist), braucht sich auch der Barbier nicht
selbst rasieren und bleibt trotzdem Element derjenigen Männer, die nicht
nicht rasiert werden und rasiert zugleich all jene, die sich nicht selbst
rasieren. Im folgenden Abschnitt wird die letztgenannte Behauptung
detailliert bewiesen.
4 Beweis
Das Ergebnis unserer Überlegungen haben wir in Satz (6) einfließen lassen:
(6): A.)
Der Barbier rasiert alle diejenigen, und nur diejenigen Männer
5
aus G, die
B.)
sich nicht selbst rasieren
und C.)
die außer dem
Barbier keinen der anderen Männer rasieren.
Dieses Ergebnis (6) empfinden wir als nicht zufriedenstellend, da es erstens zu
künstlich und zu sperrig wirkt und zweitens nicht erkennen lässt, wo das
Kernproblem des Paradoxons liegt. Daher transformieren wir (6) wie folgt in (7)
um:
(7): A.)
Der Barbier rasiert alle diejenigen, und nur diejenigen Männer
aus G, die
D.)
nur und nur den Barbier rasieren.
Wir fragen jetzt bezüglich (7):
Wen
rasiert der Barbier nun eigentlich?
Dazu müssen wir analysieren, wer ,,nur und nur den Barbier rasiert".
Untermenge I, also diejenigen Männer, die sich selbst rasieren, können nicht
gemeint sein. Denn sie rasieren außer dem Barbier ja ebenfalls sich selbst. Der
Barbier jedoch kann auch nicht gemeint sein, denn er rasiert ja andere (und nicht
nur eventuell sich selbst). Wir sehen, dass es sich bei den Personen, die der
Barbier nun tatsächlich rasiert, um keine andere Personengruppe handelt, als um
,,diejenigen, die sich nicht selbst rasieren" aus Satz G, also B.). Allerdings nun
ohne die zwingende Einschränkung ,,alle diejenigen und nur diejenigen". Denn
diese Einschränkung haben wir nun
von A.) nach D.) weitergereicht
.
Für unsere Lösung ist das Verschwinden dieser Einschränkung aus A.)
jedoch zweitrangig. Selbst wenn man diese Einschränkung in A.) ließe, würde es
nicht logisch zwingend bedeuten,
dass sie sich auch auf den Barbier bezieht
.
Denn ebenso logisch möglich wäre, dass sich diese Einschränkung auf den Fall
bezieht, dass einer oder mehrere der Männer aus G eine ihrer Gesichtshälften
rasieren, während der Barbier gleichzeitig deren andere Gesichtshälften rasiert
etc. Dies wollen wir jedoch ausschließen, da es dem Geiste des ursprünglichen
Paradoxons zuwiderläuft.
Wir sehen also, dass es nicht nur möglich ist, den Zusatz ,,all diejenigen
und nur diejenigen" aus A.) anders zu verstehen, sondern dass diese
anscheinend auf den Barbier gemünzte Sentenz alleine und nur alleine im Auge
des Betrachters liegt. Und zwar, indem er voraussetzt, der Barbier müsse sich
tatsächlich auch rasieren. Da diese Forderung aber nirgends in Satz G explizit
vorkommt und es auch keinen Sinn machen würde, dies tatsächlich zu fordern
da sonst die Frage danach, ob der Barbier sich selbst rasiert oder nicht, absurd
wäre, denken wir, dass es nicht zwangsläufig notwendig ist, sie implizit auf
den Barbier zu beziehen. Denn wie wir gesehen haben, gibt es erst
ohne
die von
uns in das Paradoxon hineingelesene Zwangsläufigkeit eine Lösung.
Wir können also guten Gewissens sagen, dass die,
6
P:
,,... die nur und nur den Barbier rasieren"
exakt diejenigen sind
,,... die sich nicht selbst rasieren"
Diese These wollen wir P nennen.
4.1 Gegenprüfung der These
Es gibt zwei Extremfälle, die wir kurz Gegenprüfen wollen.
Der erste Fall tritt ein, wenn alle Männer sich selbst rasieren. Diesen Fall wollen
wir a7.) nennen. Wenn a7.) eintritt, kann der Barbier keine anderen Männer mehr
rasieren. Denn es gibt dann keine Männer mehr, die ,,nur und nur den Barbier
rasieren" könnten, da sie D.) ja nicht mehr genügen. Jedoch, wenn dieses
Szenario eintritt, heißt das nicht zwangsläufig, dass die anderen ihn nicht mehr
rasieren dürften. Es heißt lediglich, dass der Barbier die anderen nicht mehr
rasieren kann und darf. Dafür kann und darf der Barbier sich gemäß D.) jetzt
aber selbst rasieren falls kein anderer Mann dies übernimmt. Diese Ausnahme
wollen wir (4a) nennen. Und wenn (4a) tatsächlich eintritt, dann ist der Barbier
der einzige Mann, der ,,nur und nur den Barbier rasiert". Er
wäre
in gewissem
Sinne dann exklusiv in Satz (7) und gleichzeitig implizit in D.) enthalten. Damit
wäre er jedoch kein Barbier mehr, <6> wäre falsch und G wäre ebenso falsch.5
Den zweiten Fall wollen wir b7.) nennen. b7.) tritt ein, falls keiner der anderen
Männer sich selbst rasiert. Damit werden diese Männer dann alle vom Barbier
rasiert, D.) bleibt weiterhin gültig, weil <9> im Zusammenspiel mit D.) gilt. Und
weil <9> und D.) gelten, wird der Barbier in diesem Falle von anderen rasiert.
Was wir herausgefunden haben, ist bemerkenswert: Treffen a7.) sowie
(4a) zu, so existiert nur noch die
Untermenge I
. Trifft hingegen b7.) zu, so gibt es
nur noch
Untermenge II
. (4a) zeigt, dass der Barbier tatsächlich kein Element von
(3) sein kann. Es zeigt, dass es keine anderen Ausnahmen von (1) geben kann als
eben (2) und (3). Denn gäbe es (4a) wirklich, dann wären <6> und P falsch und
wenn <6> und P falsch wären, dann wäre auch G = (7) falsch. Mit dieser
Gegenprobe ist also bewiesen, dass (7) auch unter den Extrembedingungen, die
für den ursprünglichen Satz G eintreten könnten, immer noch logisch konsistent
ist und zu keinen Widersprüchen führt. Wir dürfen dabei nicht vergessen, dass
bei diesen Betrachtungen immer (2), (3), <6>, P, und <9> gilt.
Damit ist bewiesen, dass B.) = D.) ist, P zutreffen kann und das die
Annahme, das Paradoxon könne nicht logisch aufgelöst werden, nicht
vollständig richtig ist, da T wahr sein
kann
(
aber
nicht muss!
).
Quod erat
demonstrandum
.
5 Nimmt man an, (4a) wäre eine gültige Lösung, so lautet Russells Eingangsdefinition jetzt "man
kann einen Barbier definieren als einen ,der nur und nur sich selbst rasiert′", was offensichtlich
nicht stimmen kann. Das wäre keine sinnvolle Definition eines Barbiers, wohl aber eine geeignete
Definition eines arbeitslosen Barbiers. Man muss hier also zwischen 2 verschiedenen Definitionen
unterscheiden. Wenn man (4a) tatsächlich als mögliche Lösung innerhalb von (7) sehen möchte, so
muss dieser Unterschied innerhalb von (7) auch auffindbar sein. Man müsste dafür eine einzige
Ausnahme (5a) von P gestatten, die sich implizit auf den Barbier bezieht.
7
In der folgenden Abbildung 1 ist ein Mengendiagramm zu sehen, dass die
Verhältnisse grafisch darstellt, die ohne unsere Lösung für Satz G eintreten
müssen. Es ist zu sehen, dass es keine Schnittmenge gibt zwischen denen, die
rasiert werden und denen, die sich selbst rasieren. Wir würden davon ausgehen,
dass der Barbier (die rote Teilmenge) bezüglich Russells unauflöslicher Variante
des Paradoxons eigentlich in der Mitte auf der Grenzlinie der anderen Männer
sitzt, sich also zugleich selbst rasiert und auch nicht selbst rasiert. Das kann
jedoch nicht sein, so dass der Barbier komplett außerhalb der anderen Männer
steht. Die einzige Gemeinsamkeit mit den anderen Männern hat der Barbier nur
noch dadurch, dass er wie alle anderen ebenfalls ein Mann ist.
Abbildung 1: Die Menge aller Männer, die Männer sind, besteht aus 2 Teilmengen. Man
kann sich dabei vorstellen, dass beide Teilmengen in einem weiteren Kreis liegen, der die
Menge aller Männer umschließt.
Abbildung 2: Die Menge aller Männer, die
nicht nicht
rasiert werden.
8
Zu Abbildung 2: Dass der Barbier trotzdem nur und nur die Männer aus G rasiert, die
sich nicht selbst rasieren
ohne das der Barbier sich jedoch zwangsläufig selbst rasieren
müsste
, liegt daran, dass Satz
(7)
offenbar seine einzige Ausnahme von A.) produziert, wenn man
Satz (7) auf den Barbier selbst anwendet. Denn der Barbier kann dann nicht der Bedingung D.)
genügen, ohne dass die anderen Bedingungen verletzt werden.
In Satz G liegen also zwei versteckte Annahmen begraben, die so nicht zutreffen
müssen. Diese Annahmen sind im Einzelnen:
1. Keiner der anderen Männer kann / darf den Barbier rasieren
2. ,,alle diejenigen und nur diejenigen" muss sich notwendigerweise auf den
Barbier beziehen.
Punkt 2, den wahren Knackpunkt des Paradoxons , werden wir weiter
unten kritisch hinterfragen. Wahr ist allerdings, dass 2. notwendigerweise
implizit
auf den Barbier zutreffen müsste, falls G
nicht
auflösbar sein soll.
Die
Ausnahme
von
Ausnahme (2)
steckt explizit in D.), denn ohne diese
Ausnahme wäre der Barbier nicht logisch möglich. Diese ,,doppelte" Ausnahme
lautet, dass es allen ,,
anderen
Männern verboten ist, andere Männer außer den
Barbier zu rasieren". Das ist Ausnahme (3). Wie wir bereits wissen, trifft (3)
aufgrund von D.) bis auf Ausnahme (4a) die jedoch aufgrund von <6> nicht
zutreffen kann
nicht
auf den Barbier zu: Denn er rasiert andere.
(4a) jedoch wiederum wäre eine Ausnahme von (1), (2) und (3), aber leider auch
für P. Sie träte ein, wenn alle
anderen
Männer sich selbst rasieren
und
zudem den
Barbier nicht rasieren. (4a) lässt sich also so formulieren: ,,Der Barbier rasiert nur
und nur den Barbier" damit würde er als einziger Mann in der Menge exakt
der Regel D.) genügen, könnte sich selbst aber aufgrund von <6> und P trotzdem
nicht rasieren.
Es gilt anzumerken, dass man logisch auch genau andersherum
argumentieren kann: Nämlich dass Ausnahme (2) die Ausnahme von (3) ist. Beide
Argumentationen sind wahr und ebenso konsistent
.
Wir fassen beide Ausnahmen noch einmal im Überblick zusammen:
(2) Keiner der Männer darf
andere
Männer rasieren, außer
der
Barbier.
(3) Keiner der Männer darf
andere
Männer rasieren außer
den
Barbier.
Das jeweils kursive Wörtchen ,,andere" enthält implizit jeweils die
komplementären Ausnahmen. So enthält (2) die ,,Ausnahme" (3), und (3) die
,,Ausnahme" (2).
Wir fassen nun (2) und (3) zu einer einzigen Aussage zusammen:
(23) Keiner der Männer außer der Barbier darf andere Männer außer den Barbier
rasieren.
9
Satz (23) besagt: Der Barbier darf nur und nur diejenigen rasieren, die ihn
rasieren. Rasiert kein anderer ihn
exklusiv und ausschließlich
, weil die anderen
sich alle
exklusiv und ausschließlich
selbst rasieren
und/oder
ihn einfach nicht
rasieren
wollen
, dann müsste der Barbier sich gemäß (4a) eben selbst rasieren,
was aber aufgrund von <6> nicht sein kann. Das ist ,,Ausnahme" (4a), für die nur
noch der Barbier alleine D.) erfüllen würde.
Nur und nur
wenn die Männer den
Barbier rasieren, muss er sich nicht selbst rasieren. Jedoch,
nur und nur
wenn die
Männer sich
ausschließlich
selbst rasieren, rasiert sich der Barbier ebenfalls
ausschließlich selbst. Dies genau kann aber aufgrund von <6> nicht sein. Daher
wird er auch immer rasiert, solange <6> gilt.
Regel (7) erzwingt in Anwendung auf den Barbier also seine eigenen
Ausnahmen von den Ausnahmen (die Ausnahmen spielt quasi ,,über Bande"
wobei diese Bande der Barbier selbst ist). In anderen Worten: Der Barbier ist
Regel und Ausnahme zugleich. Das ist aber noch nicht alles, was das Paradoxon
an Überraschungen für uns bereit hält.
Das Paradoxon entstand dadurch, dass B.) von Russell
explizit
formuliert wurde.
Es hätte genügt, zu sagen ,,ein Barbier ist derjenige, der regelmäßig andere
Menschen rasiert". Damit wäre ebenso klar, dass er regelmäßig nur jene rasiert,
die sich nicht selbst rasieren. Aber es hängt nicht nur vom Verhalten des
Herrenfriseurs alleine ab, ob er all jene und nur jene rasiert, die sich nicht selbst
rasieren. Es hängt auch vom Verhalten der restlichen Männer ab, wie unter (1)
und zu Beginn von Abschnitt 4.1 gezeigt.
Wenn wir ,,alle diejenigen und nur diejenigen" aus A.) prinzipiell
anzweifeln können was wir hier im Zuge unseres Beweises getan haben , so
können wir auch
ex falso
mit gleichem Recht (2) grundsätzlich anzweifeln und
damit gleichzeitig auch G insgesamt. Es gilt aber auch das Umgekehrte: Wenn
wir G insgesamt für wahr halten, dann müssen wir ebenfalls (2) und (3)
ex falso
für wahr halten. Wo liegt der Unterschied zwischen beiden Folgerungen und wie
sind sie entstanden? Diese Fragen werden wir nun diskutieren.
5 Unbeweisbarkeit
Die Wahrheit von G = (7) lässt sich prinzipiell nicht beweisen, da es sich
um eine Spielart der Gödelschen Unentscheidbarkeit handelt. Unser Argument
ist daher auch nicht, dass G zwingend wahr sein
muss
, sondern lediglich, dass G
zwingend wahr sein
kann
. Der Unterschied zwischen ,,muss" und ,,kann" ist der
Unterschied zwischen etwas, was nicht zwangsläufig auch existieren muss, nur
weil es logisch konsistent ist und etwas, was nur existieren
kann
,
wenn
es logisch
konsistent ist.
Gödels Unvollständigkeitstheoreme wurden von ihm nicht etwa
zwangsläufig so verstanden, dass er aus dem Widerspruch zwischen
Unvollständigkeit und Inkonsistenz letzteres annahm und ersteres verwarf.
10
Vielmehr war Gödel [4]6, als er beide Möglichkeiten gegeneinander abwägte, mit
seinen eigenen Worten der Auffassung, dass
,,
...
consistency with existence
manifestly presupposes the axiom that every mathematical problem is solvable.
Or, more precisely, it presupposes that we cannot prove the unsolvability of any
problem.".
Mit anderen Worten: Gödels Theorem sagt aus, dass sich nicht ad hoc
entscheiden lässt, ob eine formulierte mathematische Fragestellung sich
prinzipiell nicht lösen lässt. Alan M. Turing [5]7 demonstrierte genau dies 1936,
als er mit einer Gedankenkonstruktion namens ,,universelle Turing-Maschine"
zeigte, dass es unmöglich ist, im Voraus, - quasi ad hoc , zu entscheiden, ob
diese Maschine jemals ein eindeutiges Rechenergebnis liefern wird (ob sie
irgendwann anhält oder unendlich viele Möglichkeiten durchrechnen muss, weil
es unendlich viele Lösungen für eine Gleichung gibt oder eine unendlich lange
Lösung wie beispielsweise eine irrationale Zahl). Dies wiederum heisst nichts
anderes, als das wir schlicht und einfach nicht allwissend sind. Denn würden wir
jetzt
bereits wissen, was wir durch Turings Maschine (das kann auch irgendein
PC zuhause sein) erst übermorgen oder vielleicht sogar niemals berechnen
könnten, dann würden wir
jetzt
bereits
alles
wissen, was es prinzipiell überhaupt
zu wissen gibt. Denn wir wüssten dann auch bereits, dasjenige, was wir
übermorgen von da an über das nächste ,,übermorgen" wissen würden. Dass
dies nicht sein kann, liegt auf der Hand, ist aber paradoxerweise nicht immer im
Alltagsbewusstsein vorhanden. Denn unsere unbewussten Prämissen schließen
all das aus, was ihnen nicht entspricht. So ging es uns auch mit den zwei
Prämissen 1. und 2., die im Abschnitt 4.1 vorgestellt wurden.
Die Unauflöslichkeit von G unter den von uns am Anfang genannten
Voraussetzungen <1> - <9> lässt sich
nur und nur
,,beweisen", wenn wir von
vorneherein davon ausgehen, dass der Barbier innerhalb einer
Schnittmenge
von
,,rasiert sich selbst" und ,,rasiert sich nicht selbst" vorkommen müsste
und es
keine ,,Doppelgesichtigen" geben kann
. Eine solche Schnittmenge gibt es jedoch
für das Paradoxon, wie Russell [6]8 bereits 1903 beweisen konnte, nicht. Russells
,,Beweis" beweist jedoch
nicht
, dass seine
Prämisse
auch zwingend erforderlich
ist, der gemäß diese Schnittmenge notwendig ist, um das Paradoxon aufzulösen.
Denn wie wir gesehen haben, gibt es zu der Annahme, dass es eine solche
Schnittmenge mit genau einem Element, nämlich dem Barbier, geben müsse,
damit das Paradoxon auflösbar sei, ein Gegenbeispiel, welches wir in Form von
Satz (7) präsentiert haben.
6 GÖDEL, Kurt: On formally undecidable proposition of Principia mathematica
and related systems I. (1931). In: Collected Works, Vol. I, pp. 145-195.
7 TURING, Alan M.:
On computable numbers with an anpplication to the Entscheidungs-
problem
. (1937) In: Proc. London Math. Soc (2) 42 (1936 7), pp. 230-265; "correction",
ibid.
, 43
(1937), 544546.
8 RUSSELL, Bertrand:
The principles of mathematics
, Cambridge (1903), §102.
11
Der Knackpunkt von Satz G, also ,,alle diejenigen und nur diejenigen", impliziert
nicht logisch zwingend, dass diese Ausformulierung sich auf die Menge aller
Männer einschließlich Barbier und gleichzeitig
auch
auf etwa die
,,doppelgesichtig" Rasierten bezieht. G schließt also nicht explizit aus, dass die
Bedingung ,,alle diejenigen und nur diejenigen" lediglich zur Vermeidung der
,,doppelgesichtig" Rasierten führt oder auf die Vermeidung abzielt, dass andere
Männer andere vollständig rasieren (denn das würde wiederum (1) und (3)
verletzen). Damit bräuchte diese heikle Formulierung dann nicht auf den Barbier
bezogen werden. Zumindest einer der beiden Auslegungen dieser Bedingung ist
jedoch zwingend. Welche Auslegung das jedoch ist, können wir uns aussuchen,
denn das ist gemäß Gödel [3] innerhalb von G nicht entscheidbar. Es ist
deswegen innerhalb von G nicht entscheidbar, weil innerhalb von G diese
Information völlig fehlt. Sie müsste von außerhalb kommen oder explizit in Satz
G formuliert sein.
,,All diejenigen und nur diejenigen" definiert also eine Menge, von der aber
unklar ist, ob
sie
vollständig ist
. Wir resümieren an dieser Stelle also, dass sich
die logische Unauflösbarkeit von G auch durch Bertrand Russell nicht beweisen
ließ. Da alle bisherigen mathematisch-logischen Diskussionen über dieses
Paradoxon lediglich mit Verweis auf Russells ,,Beweis" konstatieren, dass der
Barbier aufgrund der fehlenden Schnittmenge logisch unmöglich sei,
argumentieren wir, dass sich sowohl die Wahrheit als auch die Unwahrheit von
G aufgrund von Gödels Arbeiten prinzipiell nicht im Sinne eines
Standardbeweises beweisen lässt. Damit ist aber gleichzeitig in Verbindung mit
unserem Gegenbeispiel ausgesagt, dass G logisch wahr sein
kann
(wichtig dabei
ist, dass damit nicht bewiesen werden kann, dass G wahr sein
muss
).
Der Punkt ist also der: Russell behauptet, der Barbier könne nicht existieren,
kann dies aber nicht logisch konsistent beweisen. Was wir jedoch ganz
offensichtlich beweisen können, ist, dass aufgrund von Gödels Arbeiten die
Unentscheidbarkeit unserer Frage beide Möglichkeiten möglich sein lässt. Dies
ist deshalb so, und nun kommen wir zum vielleicht interessantesten Punkt ,
weil, wie wir gerade gesehen haben, nicht klar ist, ob die Aussage ,,all diejenigen
und nur diejenigen"
unvollständig
oder
inkonsistent
ist. Vollständig
und
in
konsistent wäre diese Aussage ja nur, wenn es
kein Gegenbeispiel
in Form von
Satz (7) gäbe. Daher
kann
sie
unvollständig aber
konsistent
sein. Und was an ihr
zumindest unvollständig sein kann, haben wir bereits aufgezeigt: nämlich dass
,,nur und nur diejenigen" sich zwar auf das Szenario der ,,doppelgesichtig"
Rasierten beziehen kann, aber nicht auf den Barbier selbst. ,,alle diejenigen und
nur diejenigen" muss als Sammelbecken aller logischen Bezüge aufgefasst
werden, für die diese Sentenz gelten kann. Damit G weiterhin unentscheidbar
bleibt, muss gelten, dass diese Menge der Bezüge nur ein Element enthält,
nämlich den Barbier. Dies ist jedoch, wie wir gezeigt haben,
nicht
zwingend
der
Fall, da es nicht explizit formuliert wurde.
Der Grund dafür, warum die Arithmetik nach Gödels Arbeiten nicht als
inkonsistent eingestuft wurde, war, dass die Arithmetik offenbar sehr genau
funktioniert und sich aus ihr überprüfbare Aussagen über die Welt ableiten
lassen. Diese Aussagen können zum Beispiel in der Physik oftmals mit hoher
12
Genauigkeit bestätigt werden und legen höchstwahrscheinlich nahe, dass dieses
System konsistent ist. Dass einzige ,,Axiom", was wir offensichtlich zusätzlich
durch Aufstellung von (7) in das System G mit ,,hineingebracht" haben, ist, dass
wir schlicht die von Gödel aufgefundene Unentscheidbarkeit, die ja bereits im
Paradoxon enthalten war,
auf sich selbst angewendet haben
. Mit anderen Worten:
Kann G wahr sein, dann kann auch problemlos (3) wahr sein und umgekehrt.
Die These dieses Papers nimmt genau das an.
Cattabriga [7]9 [8]10 [9]11 [10]12 hat durch mehrere Arbeiten aufgezeigt, dass
Gödels Theorem selbst nur unter bestimmten Bedingungen
vollständig
ist.
Nämlich dann, wenn man genau wie bei unserer Lösung bestimmte Prämissen
voraussetzt, die sich dann gegenseitig bestätigen. Gödels Arbeiten sind aber
trotzdem nach wie vor gültig, denn sie zeigen, dass Wahrheit und Beweisbarkeit
von logischen Verknüpfungen von eben jenen Prämissen abhängt, von denen der
Wahrheitssuchende ausgeht. Wie hinlänglich demonstriert, können diese
Prämissen oftmals ausgewählt werden. Insbesondere dann, wenn das zu
untersuchende System keine klaren Grenzen hat, also selbstbezüglich
strukturiert ist. Die Wahrheit ist dann, dass dieses System seine Wahrheit je nach
gewählten Prämissen unerbittlich selbst ,,zusammenbaut". Gödel zeigte also mit
seinen Theoremen auf, dass es nicht nur auf die eventuelle Wahrheit eines
Inhaltes ankommt, sondern diese Wahrheit auch erstaunlicherweise von den
formalen Beziehungen der einzelnen Elemente dieses Inhaltes abhängt (also von
der formalen Beziehung untereinander).
6
Weitere Betrachtungen zum Möglichkeitsbeweis
Ob G mit dieser prinzipiellen Einschränkung der Unbeweisbarkeit wahr
ist oder nicht, liegt also merkwürdigerweise im Auge des Betrachters. Ein
unbelasteter Betrachter, der das Paradoxon das erste Mal vor sich hat, denkt für
gewöhnlich zunächst derart, dass er annimmt:
1. Der Barbier kann tatsächlich existieren
2. Der Barbier rasiert all diejenigen und nur diejenigen, die sich nicht selbst
rasieren
9 CATTABRIGA, Paola (2008):
Observations concerning Gödel′s 1931
, University of Bologna,
Italy [zitiert 15.12.2008] Art des Zugriffs: http://arxiv.org/pdf/math/0306038.
10 CATTABRIGA, Paola (2006):
Beyond Undecidable
, University of Bologna, Italy [zitiert
15.12.2008] Art des Zugriffs: http://arxiv.org/pdf/math/0606713.
11 CATTABRIGA, Paola (2007):
How to release Frege′s system from Russell′s antinomy
,
University of Bologna, Italy [zitiert 15.12.2008] Art des Zugriffs:
http://arxiv.org/math/0705.0901
12 CATTABRIGA, Paola (2006):
Beyond Uncountable
, University of Bologna, Italy [zitiert
15.12.2008] Art des Zugriffs: http://arxiv.org/pdf/math/0312360.
13
3. Es kann keine Ausnahme vom gerade gedachten Punkt 2. geben
4. Der Barbier gehört daher implizit selbst zwingend zu der in 2. explizit
definierten Menge
5. Es gibt keine Lösung und daher sind die Punkte 1. 3. bewiesenermaßen
unwahr
Punkt 5. ist aber ebenso unbeweisbar wie die Wahrheit von Satz G, und genau
deshalb ist unsere anfängliche These T
T:
Der Barbier braucht sich selbst nicht zu rasieren, wenn er all
diejenigen und nur diejenigen rasiert, die sich nicht selbst rasieren
wahr.
Im Übrigen suggeriert 2., dass der Barbier die Menge G definiert, indem
er sie in zwei Hälften spaltet (wir beziehen uns hier auf Satz G und nicht auf Satz
(7)). Nichts spricht jedoch dagegen, dass die Menge G sich selbst in zwei Hälften
spaltet. Mit anderen Worten: Im ersten Fall wird in Satz G die Menge G durch
die vom Barbier zu rasierenden Männer definiert, also durch die Perspektive der
Männer auf den Barbier, der damit zunächst einmal außerhalb steht. Im zweiten
Fall wird die Menge dadurch definiert, dass keiner der Männer mit Ausnahme
des Barbiers andere Männer rasiert, die sich nicht selbst rasieren was ein
eklatanter Widerspruch ist. Das wäre dann die Perspektive des Barbiers auf die
Männer einschließlich sich selbst. Die erste Mengendefinition suggeriert, den
Barbier als Element nicht mit zu enthalten, eben
weil
der Barbier lediglich ein
Mann ist wie alle anderen Männer. Die zweite Mengendefinition scheint ihn
mitzuenthalten, eben
weil
er alle Nicht-Selbstrasierer einschließlich sich selbst
rasieren soll
und
er ein Mann ist. Merkwürdigerweise hängt die Entscheidung für
eine der Mengendefinitionen jedoch davon ab, ob wir dem Barbier eine
Existenzberechtigung zusprechen oder nicht und die Entscheidung über die
Existenzberechtigung des Barbiers hängt wiederum davon ab, für welche der
beiden Perspektiven wir uns entscheiden. Eine Entscheidung hängt also offenbar
von nichts weiterem ab als von einer anderen Entscheidung. Wir werden diese
merkwürdige Feststellung weiter unten noch analysieren.
Warum ist nun für (7) plötzlich beides wahr, die erste Mengendefinition
wie auch die zweite? Dies liegt daran, dass der Barbier Element der Menge mit
der Eigenschaft ,,Männer" ist
und
er ebenso Element der Menge mit der
Eigenschaft ,,rasieren sich nicht selbst". Was wir also unbewusst schlussfolgern,
wenn wir G das erste Mal vorgesetzt bekommen ist: ,,Wenn der Barbier zur
Menge der Männer gehört, so muss er auch entweder zur Menge der Nicht-
Selbstrasierer gehören oder aber zur Menge der Selbstrasierer. Und wenn das so
ist so muss er auf jeden Fall irgendwie rasiert werden, was paradox ist". Wir
haben gesehen, dass dieses ,,und wenn das so ist, dann..." nicht zwingend
logisch ist, denn was wir sahen war, dass der Barbier widerspruchslos zu beiden
Mengen gehören kann, sowohl zur Menge der männlichen Personen als auch zur
Menge derer, die in den Genuss einer Rasur kommen. Dadurch haben wir eine
Eigenschaft der Männer herausgearbeitet, die auf keine offensichtliche Art und
14
Weise aus dem ursprünglichen Satz G hervorgeht. Diese Eigenschaft ist
Ausnahme (3). In gewissem Sinne darf also keiner der Männer ein professioneller
Barbier sein, außer eben der Barbier selbst.
7
Ergebnis und Schlussbetrachtung
as Rechtfertigen der möglichen Existenz des Barbiers aus der Annahme der
D Wahrheit von Satz G heraus sieht auf den ersten Blick wie eine
tautologische Aussage aus, denn ,,unter der Annahme, dass der Barbier existiert,
ist es möglich, dass er auch existiert" mutet tautologisch an. Aber tautologisch
sind unsere Überlegungen nicht, denn die erste Annahme ist eine logische, die
zweite eine existenzielle: Es ist logisch möglich, dass der Barbier existiert, und
daher ist es möglich, dass er auch tatsächlich existiert. Die Unterscheidung
zwischen logisch und existenziell ist wichtig, denn nicht alles, was logisch zu
existieren vermag,
muss
auch tatsächlich existieren.
Um pauschal zu entscheiden, welche speziellen Beschreibungen, die wir
uns auszudenken vermögen, tatsächlich auch logisch sind, müssten wir die
Grenzen der Logik vollständig überblicken können. Das würde in einem
gewissen Sinne bedeuten, allwissend zu sein und die Logik und ihre internen
Verknüpfungen durch all das hindurch, was tatsächlich zu existieren vermag, zu
überblicken. Auch müssten wir dafür davon ausgehen, dass den zu
untersuchenden Dingen klare und exklusive Eigenschaften zugesprochen
werden können, die unabhängig von unseren Projektionen oder von anderen
Eigenschaften sind. Und dafür müssten wir vollständiges Wissen darüber
besitzen, was in uns selbst und allgemein existiert und was nicht existiert. Gödel
hat jedoch gezeigt, dass wir ein solch vollständiges Wissen nicht haben können.
Dafür bräuchten wir einen Standpunkt außerhalb der Logik, den wir nehmen
wir einmal mystische Erlebnisse aus , in der Regel nicht besitzen. Dieser
Standpunkt müsste außerhalb der Logik sein, weil die Logik uns nicht pauschal
sagen kann, was prinzipiell existieren und nicht existieren kann. Ob ein Ding
klare, endliche und vor allem ein für allemal
unveränderliche
Eigenschaften
besitzt, kann selbst in der Quantenphysik, wie wir sie heute kennen, nicht mehr
vorausgesetzt werden.
Bezogen auf Satz G haben wir herausgefunden, dass es dort nicht der Fall
sein muss, dass keiner der Männer den Barbier rasiert. Und dieses Ergebnis
entspricht der Feststellung, dass es nicht unbedingt der Fall sein muss, dass die
Wendung ,,alle diejenigen und nur diejenigen" sich zwingend auf den Barbier
bezieht. Das ist die berühmte Falsifikationsthese gemäß Karl Popper. Wir sahen,
dass die brenzlige Frage danach, wer oder was den Barbier rasiert eine Frage ist,
die eine ganz natürliche Antwort gefunden hat. Für unsere Diskussion hier
können wir auf jeden Fall sagen, dass unsere Widerlegung logisch konsistent ist
und dass es daher auch logisch konsistent ist, dass das Paradoxon zumindest auf
der logischen Ebene durchführbar gelöst werden kann.
15
,,
Eine Entscheidung hängt also offenbar von nichts weiterem ab als von einer
anderen Entscheidung
." Wir beginnen jetzt, zu verstehen, was damit gemeint ist,
denn diese letztere Entscheidung ist ganz offensichtlich eine
Unterscheidung
:
Nämlich die zwischen aktiver und passiver Negation: Nicht alles, was logisch
inkonsistent erscheint, muss deswegen auch nicht-existent sein. Ebenso muss
nicht alles, was logisch konsistent erscheint, auch zwangsläufig existieren. Durch
Hereinholen einer Negation mittels D.) haben wir jene aktive Negation B.), die
Russell uns in den Weg gestellt hat, in allen Fällen wieder rückgängig gemacht.
Die aktive Negation ist in vielen Fällen der Mathematik das Kernstück eines
Beweises. Eine
reductio ad absurdum
, also eine passive Negation ist eher die
Ausnahme im digitalen System der Mathematik. Gödel hat diese passive
Negation in seinen Unentscheidbarkeitstheoremen ausgenutzt, um treffend zu
folgern, dass Vollständigkeit und Konsistenz nicht beide zugleich
ausnahmslos
auf die Mathematik zutreffen können. Dass es für unser Thema abschließend
keinen wasserdichten Beweis geben kann, liegt an Gödels [3] Sätzen. An diesen
Sätzen liegt es aber auch, dass Einsichten nicht nur und nur durch einen Beweis
zustande kommen können, sondern auch durch eine Falsifikation.
Russell erkannte, dass seine Definition eines Barbiers schlichter Unsinn
ist. Warum auch sollte ein Barbier sich entweder prinzipiell
nicht
selbst rasieren
oder aber prinzipiell von anderen Männern rasiert werden oder aber überhaupt
gar nicht erst existieren können? Das widerspricht unserer Alltagserfahrung
gänzlich, mit deren Hilfe wir leicht etliche Gegenbeispiele in Erfahrung bringen
könnten, indem wir einen Barbier suchen, der andere und sich selbst zu rasieren
pflegt. Aus unserer Alltagserfahrung heraus würden wir einen Barbier zunächst
schlicht als denjenigen definieren, ,,der andere berufsmäßig rasiert und sich
selbst rasiert". Die Russellsche Definition ist wegen der Worte ,,nur und nur
diejenigen" im Zusammenhang mit ,,die sich nicht selbst rasieren" jedoch nicht
alltäglich. Das Nicht-Alltägliche liegt darin, dass in Satz G
explizit
etwas
formuliert wird, was in unserer Alltagserfahrung bereits
implizit
enthalten ist:
Nämlich die Tatsache, dass wenn man andere (berufsmäßig) rasiert, diese zu
rasierenden Personen sich nicht gleichzeitig selbst rasieren können. Diese explizit
formulierte Bedingung B.) in Satz G führt also in letzterer Auflösung dazu, dass
wir ausgleichend eine
implizite
Bedingung D.) abschöpfen können, die das
Paradoxon auflösen kann. Denn: ,,Explizit" bedeutet oftmals nichts anderes für
uns, als ,,exklusiv und ausschließlich". Und ,,implizit" bedeutet dann für uns das
Gegenteil. Jedoch, wenn etwas
explizit
ist, so kann es durchaus etwas sehr
Inklusives
an und neben sich haben.
Was ist nun die Antwort auf Sein oder Nichtsein des Barbiers und auf
Russells Frage
,,The question is, does the barber shave himself?"
? Die Antwort
ist, dass nicht alle Dinge, die paradox erscheinen, deswegen auch
ausschließlich
paradox sein
müssen.
16
Literaturnachweis
[1]
RUSSELL, Bertrand:
The Philosophy of Logical Atomism.
(1918). In:
The Collected Papers of Bertrand Russell
, 1914-19, Vol 8., p. 228.
[2]
BARROW, John D.:
Die Entdeckung des Unmöglichen
(1999), S. 40.
[3]
GÖDEL, Kurt:
On the completeness of the calculus of logic.
(1929). In:
Collected Works
Vol I, Publications 1929-1936. Oxford University Press,
New York, 1986, pp. 60-101.
[4]
GÖDEL, Kurt:
On formally undecidable proposition of Principia
mathematica and related systems I
. (1931). In:
Collected Works
Vol.
I, Publications 1929-1936. Oxford University Press, New York, 1986, pp.
145-195.
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On computable numbers with an anpplication to
the Entscheidungsproblem
. (1936) In:
Proc. London Math. Soc
(2) 42
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, 43 (1937), 544546.
[6]
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The principles of mathematics
, Cambridge
University Press (1903), Chapter X, The Contradiction, § 102.
[7]
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,
University of Bologna, Italy [zitiert 15.12.2008] Art des Zugriffs:
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How to release Frege′s system from
Russell′s antinomy
, University of Bologna, Italy [zitiert 15.12.2008]
Art des Zugriffs: www.arxiv.org/pdf/math/0705.0901.
[10]
CATTABRIGA, Paola (2006):
Beyond Uncountable
, University of
Bologna, Italy [zitiert15.12.2008] Art des Zugriffs:
www.arxiv.org/pdf/math/0312360.
E-Mail address: 121112@gmx.org
17
Index
A
I
a7.) 8
inklusive 9
Abraham Adolf Fraenkel 2
Inkonsistenz
12
abschöpfen
17
aktive Negation
17
K
Alltagserfahrung
17
Arithmetik
13
Karl Popper
16
Ausnahme
4, 5
Klasse
1
ausschließlich 11
konsistent 10
Axiom
14
Kurt Gödel 2
B
L
Barbier
4
Lösung 5
Barbier-Paradoxon
2
B
M
ARROW, John D 18
Bertrand Russell 1
Mengendiagramm
8
Beweis 6
Mengenlehre 2
Beweisbarkeit
14
Möglichkeitsbeweis 14
Beyond Uncountable
18
Beyond Undecidable
18
N
C
Nicht-Selbstrasierer
15
CATTABRIGA, Paola 18
P
D
passive Negation
17
Philosophy of Logical Atomism
18
Definition
17
Physik
14
doppelgesichtig
6
Prämisse 12
Principia Mathematica
1
E
Projektionen
16
Eigenschaften
16
Element
1
Q
Entscheidung
15, 17
Quantenphysik
16
Ernst Zermelo 2
ex falso 11
R
explizit 11
reductio ad absurdum 17
F
Regel (7)
11
RUSSELL, Bertrand 18
Falsifikationsthese
16
Russellsche Antinomie 1
formalen Beziehungen
14
S
G
Satz G 3
Gedankenkonstruktion 12
Schnittmenge
8
Gödelschen Unentscheidbarkeit
11
Selbstbezüglichkeit 1
Gottlob Frege 1
Selbstrasierer
15
Grenzen
14
Struktur 4
Grundgesetze der Arithmetik
1
Strukturelle Analyse 4
H
T
Hauptthese 3
tautologisch
16
Teilmenge
8
18
These T 4
V
transformieren
6
Vereinigungsmenge
5
Typentheorie 2
versteckte Annahmen
9
vollständig 13
U
unendlich 12
W
Unentscheidbarkeit
11
Wahrheit
14
universelle Turing-Maschine 12
Widerspruch
15
Untermengen 3
Unterscheidung 17
unveränderlich
16
Z
Unvollständigkeit
12
Zermelo-Fraenkelsche Mengenlehre 2
Unvollständigkeitstheoreme, Gödels
12
19
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