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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 28 Pages
Author: Sabine Niefer
Subject: History - Modern Times, Absolutism, Industrialization
Details
Institution/College: Free University of Berlin (Friedrich Meinicke Institut)
Tags: Rußlands, Europa, Epoche, Friedrich
Year: 2002
Pages: 28
Grade: 2.7
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-18089-4
File size: 287 KB
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Excerpt (computer-generated)
Rußlands Weg nach Europa
von Sabine Niefer
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung S.3
2. Ethnische Grundlagen Rußlands S.4
3. Peter der Große S.6
3.1. Außenpolitik S.8
3.2. Innenpolitische Reformen S.9
3.3. Bewertung der Regierungszeit Peters II. S.14
4. Peters Nachfolger S.15
5. Katharina die Große S.17
5.1. Innenpolitische Reformen S.19
5.2. Außenpolitik S.20
5.3. Bewertung
der Regierungszeit Katharinas II. S.24
6.Resümee S.25
Literaturverzeichnis S.27
1. Einleitung
Gehört Rußland zu Europa?
Aus geographischer Sicht ist diese Frage leicht zu beantworten. Für den Geographen wird der europäische Teil Rußlands durch das Uralgebirge begrenzt.
Aus historischer Perspektive jedoch ist die Zugehörigkeit Rußlands zu Europa differenziert zu betrachten, denn sowohl das Verhältnis zwischen Rußland und Europa als auch der Europabegriff an sich haben im Laufe der Geschichte einen steten Wandel vollzogen.
Im Verständnis der Antike umfaßte der Europabegriff den Kulturraum der griechischen und schließlich der römischen Welt. Nach dem Untergang des Römischen Reiches identifizierte sich das Christliche Abendland, der Christliche Okzident, der sich auch mit den Begriffen der res publica christiana, Reichsidee und Eclesia-Gedanke definierte, als eine Einheit. Sowohl die islamische Welt, als auch das oströmische Byzanz - und somit auch das griechischorthodoxe Rußland - waren aus diesem Kulturkreis ausgeschlossen. Das russische Reich wurde lange Zeit zu Asien gezählt und galt als außerhalb des eigentlichen Christentums liegende Macht. Der moderne Europabegriff wurde erst im 15. und 16. Jahrhundert geprägt. Er wurde auf das Staatensystem der Neuzeit, das Europa zwischen Hegemonie und Gleichgewicht der großen Mächte, bezogen. Im Zeitalter der Aufklärung schließlich erhielt der Europabegriff eine genauere Definition: Europa wurde als der „kleinste, aber aufgeklärteste und gesittetste Erdteil” bezeichnet.1 Die Frage nach der Zugehörigkeit Rußlands zu Europa und nach dem Verhältnis zwischen Rußland und Europa ist bis ins 20. Jahrhundert viel diskutiert worden. Wie Georg von Rauch in dem Aufsatz Rußland und Europa formuliert: „Das Problem Rußland und Europa birgt eine besondere Dynamik; der geschichtliche Ablauf, sowohl auf dem politischen als auch auf dem kulturellen Felde, deckt dem Betrachter wechselnde Konstellationen auf. Europa ist keine konstante Größe. Und Europa ist in sich mannigfaltig differenziert; diese Differenziertheit verändert sich stetig. Das Verhältnis Rußlands zu Europa, seine Stellung innerhalb Europas oder neben Europa, hat Wirkungen nicht nur auf Rußland, sondern auf Europa.”2 Insbesondere unter der Herrschaft der Zaren Peter II. und Katharina II. fand in Rußland ein prägnanter Wandel dieser Konstellationen statt. Sowohl außenpolitisch als auch wirtschaftlich und kulturell fand eine Annäherung an Europa statt.
Wird von Peter dem Großen gesprochen, wird zumeist die bildliche Formulierung zitiert, Peter habe durch die Gründung St. Petersburgs ein Fenster nach Europa aufgestoßen. Diese viel zitierte Formulierung wurde den Rußland- Briefen des Grafen Francesco Algarotti entnommen, der 1769 schrieb: „Pétersbourg est la fenêtre par laquelle la Russie regarde en Europe.” Katharina hingegen galt in den zeitgenössischen europäischen Fürstenhäusern als aufgeklärte Monarchin, die den Status des russischen Staates als europäische Großmacht ausbaute. Rußland war seit dem 18. Jahrhundert nicht mehr aus dem europäischen Mächtesystem wegzudenken. Doch wie war das Verhältnis zwischen Rußland und Europa zur Zeit Friedrichs des Großen? Wie veränderten sich die außenpolitischen Beziehungen und Konstellationen unter der Herrschaft der beiden Zaren?
Was bedeutete Rußlands Weg nach Europa, die forcierte russische Europäisierung, für das russische Volk? Welche Auswirkungen hatten die Reformen der beiden Zaren für die breite Masse der Bevölkerung?
Wie wurde die Verwestlichung des russischen Reiches von den übrigen Westmächten aufgenommen? Betrachten wir zunächst die ethnischen Grundlagen des russischen Reiches, die russische Gesellschaftsordnung und das Verhältnis des Moskauer Staates zu Europa vor der Zeit Peters des Großen.
2. Ethnische Grundlagen Rußlands
[...]
1 Geyer, Dietrich. Russland und Europa in historischer Perspektive. In Otmar, Franz (Hg). Europa und Russland - Das Europaische Haus? S. 10
2 Von Rauch, Georg. Russland und Europa. In: Studien ueber das Verhältnis Russlands zu Europa. Darmstadt 1964, S.202
3 Neumann- Hoditz, Reinhold. Iwan der Schreckliche und Peter der Grosse. Hamburg 1994, S. 110, Vgl Algarotti, Francesco. Lettres du comte Algarotti sur la Russie. Neuchâtel 1770
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