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Subtitle: Am Beispiel von Hochschulimmobilien in Sachsen-Anhalt
Diploma Thesis, 2004, 81 Pages
Author: Dipl.-Ing. (FH) Sandra Schum
Subject: Civil Engineering
Details
Tags: Ansätze, Betriebskostensteuerung, Hochbau
Year: 2004
Pages: 81
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 24 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-26318-9
ISBN (Book): 978-3-640-26327-1
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Abstract
Durch die aktuelle und instabile, politische Lage im Nahen Osten, sowie durch die Verknappung und den erhöhten Bedarf an Rohöl - beispielsweise in der USA und China - steigt der Ölpreis erheblich. Dies hat unter anderem Auswirkungen auf den Heizölpreis in Deutschland, der momentan seinen Höchststand seit Jahrzehnten erreicht hat. Davon betroffen sind nicht nur die mit Öl beheizten, privaten sondern auch die öffentlichen Haushalte. Die anhaltenden, steigenden Energiekosten regen vor allem im Bereich des öffentlichen Hochbaus ein Umdenken an. Denn einerseits besteht enormer finanzieller Druck seitens der Staatskassen, andererseits ein zu geringes Bewusstsein der Nutzer Kosten einzusparen. Am Fallbeispiel von Hochschulimmobilien sollen im Folgenden Potentiale aufgedeckt werden wie dieser Problematik begegnet werden kann, da mit dem Thema Betriebskosten meist nachlässig umgegangen wird. So hat beispielsweise wohl jeder Student oder gar mancher Professor schon mal den Hörsaal als letzter verlassen und sich kaum Gedanken darüber gemacht, ob das Licht noch brennt, die Heizung läuft oder die Fenster geschlossen sind.
Excerpt (computer-generated)
Fachhochschule
München
Sommer
-
Semester
2004
Fachbereich 02
Bauingenieurwesen
DIPLOMARBEIT
Fach
Projektmanagement
Ansätze zur Betriebskostensteuerung und optimierung
im öffentlichen Hochbau
- am Beispiel von Hochschulimmobilien in Sachsen-Anhalt -
von
Sandra Hofmann
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis 3
1. Kontext und Rahmenbedingungen
4
2. Lebenszyklusphasen von Gebäuden
7
2.1.
Erläuterung und Beispiele von Lebenszyklen
7
2.2.
Kostenbeeinflussbarkeit 11
3. Gebäudespezifische Betriebskosten
13
4. Betriebskostensteuerung am Fallbeispiel Sachsen-Anhalt
14
4.1.
Beschreibung der Hochschulen und ihrer Standorte
14
4.1.1. Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 16
4.1.2. Otto-von-Guericke Universität Magdeburg 17
4.1.3. Hochschule Anhalt 19
4.1.4. Flächendaten der Hochschulen 19
4.2.
Bildung der Verbrauchswerte
23
4.2.1. Vorgehensweise 23
4.2.2. Verbrauchswerte Wasser 25
4.2.3. Verbrauchswerte Wärme 28
4.2.4. Verbrauchswerte Strom 31
4.2.5. Reinigung und Wartung 33
5. Definition eines Verbrauchsrichtwertes
36
5.1.
Benchmarking bei Vergleichsimmobilien
36
5.1.1. Benchmarking mit ages 36
5.1.2. Benchmarking mit bayrischen Hochschulen 40
5.2.
Verbrauchsrichtwerte 42
5.2.1. Definition 42
5.2.2. Universitäten 42
5.2.3. Fachhochschulen 44
5.2.4. Reinigung und Wartung 45
5.3.
Energieverbrauch anhand Gebäudealter
46
6. Instrumente zur Betriebskostenoptimierung im Bestand
49
6.1.
Gebäudemanagement 49
6.2.
Energiemanagement 51
6.3.
Strukturelle Veränderungen
54
6.4.
Bauliche Änderungen
56
6.5.
Energieeinsparcontracting und intracting
60
6.5.1. Anlagen-Contracting 61
6.5.2. Performance-Contracting 63
6.5.3. Intracting 66
6.6.
Nutzen für die Hochschulen
67
7. Nachhaltige Betriebskostensteuerung in der Neubauplanung
68
7.1.
Erläuterung und Beispiel der Planungs-Tools
68
7.2.
Planungs-Tool gekoppelt mit Betriebskosten
74
8. Resümee und Handlungsansätze
76
Literaturverzeichnis 78
3
Abkürzungsverzeichnis
bzw. beziehungsweise
etc. et
cetera
usw.
und so weiter
HNF Hauptnutzfläche
BGF Bruttogrundfläche
BRI Bruttorauminhalt
MLU Martin-Luther-Universität
OvG Otto-von-Guerike
Universität
HS A
Hochschule Anhalt
FH Me Fachhochschule Merseburg
FH Ma Fachhochschule Magdeburg
HS H
Hochschule Harz
HKD
Hochschule für Kunst und Design
S-A Sachsen-Anhalt
Bay Bayern
TGA Technische
Gebäudeausrüstung
KEA
Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH
a
Jahr
KGR
Kostengruppe
STB Stahlbeton
WU Wasserundurchlässig
Kontext und Rahmenbedingungen
4
1. Kontext
und
Rahmenbedingungen
Durch die aktuelle und instabile, politische Lage im Nahen Osten, sowie durch die
Verknappung und den erhöhten Bedarf an Rohöl - beispielsweise in der USA und
China - steigt der Ölpreis erheblich. Dies hat unter anderem Auswirkungen auf den
Heizölpreis in Deutschland, der momentan seinen Höchststand seit Jahrzehnten
erreicht hat. Davon betroffen sind nicht nur die mit Öl beheizten, privaten sondern
auch die öffentlichen Haushalte. Die anhaltenden, steigenden Energiekosten regen
vor allem im Bereich des öffentlichen Hochbaus ein Umdenken an.
Denn einerseits besteht enormer finanzieller Druck seitens der Staatskassen,
andererseits ein zu geringes Bewusstsein der Nutzer Kosten einzusparen. Am
Fallbeispiel von Hochschulimmobilien sollen im Folgenden Potentiale aufgedeckt
werden wie dieser Problematik begegnet werden kann, da mit dem Thema
Betriebskosten meist nachlässig umgegangen wird. So hat beispielsweise wohl
jeder Student oder gar mancher Professor schon mal den Hörsaal als letzter
verlassen und sich kaum Gedanken darüber gemacht, ob das Licht noch brennt, die
Heizung läuft oder die Fenster geschlossen sind.
Es ist demnach nicht verwunderlich, dass aufgrund der momentanen finanziellen
Situation der öffentlichen Kassen der Legimitationsdruck auf die öffentlichen
Einrichtungen, wie im Fallbeispiel in Sachsen-Anhalt, steigt. Eine Kürzung des
jährlichen Budgets durch die Finanzministerien spüren die Hochschulen erheblich.
Dieser Etat wird für verschiedene Bereiche verwendet und, einerseits in die Struktur
der einzelnen Fachbereiche, andererseits in den baulichen Bereich, aufgeteilt. Die
Fachbereiche erhalten ihr Budget daraufhin anteilig an der Anzahl der Studienplätze.
Davon sind unter anderem die Personalausstattung, das Vorhalten der
Studienplätze, die Lehrbeauftragten sowie die Verwaltungsbesetzung zu
gewährleisten.
In dieser Struktur Einsparungen vorzunehmen stellt sich vermutlich als schwierig
heraus, da diese Faktoren notwendig sind um nicht an der Bildung zu sparen und
den Hochschulbetrieb sicher zu stellen. Daher werden mutmaßlich im baulichen
Bereich die finanziellen Ausgaben eingeschränkt. Dies betrifft insbesondere den
Sanierungsbedarf und daraus folgend die Betriebskosten. Beispielsweise können
Kontext und Rahmenbedingungen
5
die Baubestandsbewertung im Bereich der Eignung und Funktion von Gebäuden
sowie der eventuell notwendige, aber nicht vorhandene Flächenbedarf, der durch
Neuinvestitionen gedeckt werden könnte, aufgrund der zu geringen finanziellen
Mittel nicht durchgeführt werden. So ergibt sich, dass Energieeinsparmaßnahmen
womöglich nicht umgesetzt werden können, da die finanziellen Mittel fehlen bzw. für
die Sicherstellung des strukturellen Betriebs der Hochschulen benötigt werden.
120
vorgegebener Finanzrahmen
100
80
Folgekosten
60
Prozent
Investitionen
40
20
0
0
2
4
6
8
10
12
14
16
Jahre
Diagramm 1: Anteile bei konstantem Finanzrahmen [1]
Das Diagramm 1 zeigt nochmals deutlich die Problematik über die Aufteilung der
Kosten bei einem vorgegebenen Finanzrahmen, der bei Hochschulen üblich ist. Es
beinhaltet die Entwicklung der Investitions- und Folgekosten für einen Zeitraum von
16 Jahren ab der Fertigstellung eines Gebäudes. Anfangs betragen die
Investitionskosten noch ca. 90 % des Finanzrahmens, nach 16 Jahren nur noch ca.
10 %. Die Folgekosten hingegen verhalten sich genau entgegengesetzt. Dies hat
zur Folge, dass sich eventuell notwendige Sanierungen und Modernisierungen nur
schwerlich umsetzen lassen. Solche Maßnahmen würden die Investitionskosten
über einen bestimmten Zeitraum hinweg stark in die Höhe treiben, und bei
gleichbleibenden Folgekosten den vorgegebenen Finanzrahmen übersteigen.
Kontext und Rahmenbedingungen
6
Folglich ist es ratsam, die Betriebskosten genauer zu analysieren und auf ein
Minimum zu reduzieren.
Die nun folgende Arbeit beschäftigt sich damit, wie sinnvoll Betriebskosten
eingespart werden können. Zunächst wird herausgearbeitet, in welchem Bereich
und in welcher Höhe sich die Verbrauchswerte der Hochschulen Sachsen-Anhalts
bewegen und welche Ursachen denen zugrunde liegen können. Diese werden
repräsentativen Vergleichswerten und dem Bedarf der Hochschulen Bayerns
gegenüberstellt. Anschließend zeigt diese Arbeit Möglichkeiten auf, welche
verschiedenen Arten ob strukturelle oder kostenintensive Veränderungen sich
den Hochschulen zur Energieeinsparung anbieten.
Lebenszyklusphasen von Gebäuden
7
2. Lebenszyklusphasen von Gebäuden
2.1. Erläuterung und Beispiele von Lebenszyklen
Um die Notwendigkeit für Sanierungsmaßnahmen in Bezug auf die
Energieeinsparung beurteilen zu können, ist das Wissen, welches Bauteil welchen
Lebenszyklus hat, von großer Bedeutung.
Der Lebenszyklus eines Gebäudes besteht aus mehreren Phasen Konzeption,
Planung, Bau, Nutzung währenddessen Umbau, Sanierung und Modernisierung
und anschließend Stilllegung und Abriss des Gebäudes.
Abriß
Stilllegung
Planung
Nutzung
Bau
Modernisierung
Nutzung
Nutzung
Umbau
Sanierung
Nutzung
Planung
Bau
Nutzung
Umbau
Sanierung
Modernisierung
Stilllegung
Abriß
Diagramm 2: Phasen des Lebenszyklus
Viele Gebäude erfahren im Laufe ihres Bestehens sehr unterschiedliche
Änderungsintervalle in Abhängigkeit der unten aufgeführten, unterschiedlichen
Elemente. Für Industrieobjekte gilt laut LUTZ [2] zum Beispiel:
Lebenszyklusphasen von Gebäuden
8
3 Jahre für die EDV,
5 Jahre für die Telekommunikation,
10 Jahre für das Mobiliar,
15 Jahre für die Beleuchtung,
20 Jahre für die Haustechnik,
35 Jahre für den Innenausbau,
70 Jahre für den Rohbau.
Die Lebensdauer von Bauteil und Bauteilschichten, untergliedert nach ihrer Funktion
sind im KOMPETENZZENTRUM [3] angegeben, und wurden für diese Darstellung
gemittelt:
25 Jahre für Installationen und betriebstechnische Anlagen,
35 Jahre für Fenster und Türen,
45 Jahre für nichttragende Konstruktionen (Innenausbau),
50 Jahre für Außenanlagen,
80 Jahre für Tragkonstruktionen.
Die Nutzungsdauern verschiedener Bauteilgruppen nach HASSLER [4] werden wie
folgt beschrieben:
15 Jahre für Oberflächen, elektrische Apparate, Ölbrenner,
30 Jahre für Sanitärobjekte, Bodenbeläge, Heizkessel und Spengler,
60 Jahre für Fenster, Putz, Metallbau und Technik,
150 Jahre für Rohbau und Dachstuhl.
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