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Führungsethik im Spannungsfeld von Erfolgs- und Humanverantwortung

Termpaper, 2008, 24 Pages
Author: Dipl. Sozialarbeiter/Sozialpädagoge (FH) Fabian Frank
Subject: Ethics

Details

Event: Lehrveranstaltung: Organisations- und Unternehmensethik
Institution/College: Catholic University of Applied Sciences Freiburg
Tags: Führungsethik, Spannungsfeld, Erfolgs-, Humanverantwortung, Lehrveranstaltung, Organisations-, Unternehmensethik
Category: Termpaper
Year: 2008
Pages: 24
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 20  Entries
Language: German
Archive No.: V122011
ISBN (E-book): 978-3-640-27199-3
ISBN (Book): 978-3-640-27224-2

Abstract

[...] Das Anliegen dieser Arbeit ist es, die Bedingungen und Zusammenhänge darzustellen, die für die Führung und die Führungsethik konstitutiv sind, um darauf aufbauend das Spannungsfeld zwischen Human- und Erfolgsverantwortung aufzuzeigen. Weiterhin werden verschiedene ethische Grundpositionen dahingehend untersucht, ob sie dazu geeignet sind, eine Führungsethik zu begründen, die Orientierungshilfen für die Führungspraxis bietet und einen Beitrag zur Auflösung des Spannungsfeldes zwischen Human- und Erfolgsverantwortung leisten kann. Da durch die Führungsethik sowohl ethische als auch ökonomische Fragestellungen berührt werden, werden im zweiten Kapitel Ethik und Ökonomie zunächst inhaltlich bestimmt und daraufhin in ein Verhältnis zueinander gesetzt. Im Rahmen des dritten Kapitels wird Führung – verstanden als direkte, interaktive Mitarbeiterführung in Unternehmen – bezüglich ihrer grundsätzlichen Legitimation und ihren Zielstellungen einer näheren Betrachtung unterzogen. Darauf aufbauend wird im vierten Kapitel das Spannungsfeld zwischen Human- und Erfolgsverantwortung thematisiert und diese Verantwortungsebenen präzisiert. Im fünften Kapitel wird zunächst formuliert, was eine im Spannungsfeld zwischen Human- und Erfolgsverantwortung situierte Führungsethik leisten muss, um anschließend die tugendethische, die gewissensethische und die dialogethische Grundposition sowie ihre führungsethischen Implikationen darzustellen. Diese werden jeweils hinsichtlich ihrer Eignung, Orientierungshilfen für die Führungspraxis zu geben sowie bezüglich ihres (potentiellen) Beitrages zur Auflösung des Spannungsfeldes zwischen Human- und Erfolgsverantwortung untersucht. Das sechste und letzte Kapitel dient schließlich einem Resümee, in dem die zentralen Argumentationslinien dieser Arbeit nochmals zusammenfassend aufgezeigt werden und ein kurzer Ausblick gegeben wird.


Excerpt (computer-generated)

Modul-Nummer: 2.2 Organisations- und Unternehmensethik

Führungsethik im Spannungsfeld von

Erfolgs- und Humanverantwortung

- Hausarbeit -

von

Fabian Frank

Master Soziale Arbeit, 1. Semester

Katholische Fachhochschule Freiburg

31. August 2008

in Lehrveranstaltung 2.2 Organisations- und Unternehmensethik


2

Inhaltsverzeichnis

1.

Einleitung 3

2.

Ethik und Ökonomie 5

2.1.

Ethik 5

2.2.

Ökonomie 5

2.3.

Ethik in der Ökonomie 6

3.

Führung 8

3.1.

Legitimation von Führung 8

3.2.

Führungsziele 9

4.

Das Spannungsfeld zwischen Human- und Erfolgsverantwortung 10

5.

Führungsethik 11

5.1.

Führungsethik als Tugendethik 12

5.2.

Führungsethik als Gewissensethik 14

5.3.

Führungsethik als dialogische Ethik 16

6.

Resümee 18

Quellenverzeichnis 22


3

1.

Einleitung

Führungskräfte in Unternehmen sind vielfältigen Anforderungen unterworfen. Sie sind

gefordert, die strategischen Ziele der Unternehmen umzusetzen, immer neue Erfolge

aufzuweisen und die Nutzen- bzw. Gewinnmaximierung des Unternehmens zu fördern.

Dabei werden sie mit sich ständig wandelnden Marktverhältnissen und sich

verändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen konfrontiert. Argumentiert wird

häufig, dass die Unternehmen nur durch eine konsequente Orientierung an immer

höheren Gewinnzielen im atemlosen Wettbewerb bestehen könnten und von daher die

Gewinnmaximierung das einzige (Erfolgs-) Ziel der Führung in Unternehmen sein

könne. Vernachlässigt wird dabei jedoch, dass Führungshandeln sich immer in einem

Interaktionsverhältnis zwischen Führungsperson und Geführten vollzieht. In diesem

Verhältnis ist es die Führungskraft, die mit einer Weisungsbefugnis gegenüber den

Mitarbeitern1 ausgestattet ist und diesen Arbeitsaufträge im Hinblick auf die Erreichung

der unternehmerischen Ziele vorgibt. Eine Führung, die sich nur auf Machtanwendung

zur Erreichung unternehmerischer Erfolgsziele stützt, vernachlässigt jedoch den

Eigenwert der Mitarbeiter als Personen, der ­ wie sich später zeigen wird ­ erst recht in

asymmetrischen Machtverhältnissen unbedingt geschützt werden muss. Daraus

hervorgehend trägt die Führungsperson auch die Verantwortung für die Wahrung der

Bedürfnisse der Mitarbeiter im Bezug auf eine lebensdienliche und ansprechende

Ausgestaltung der Realität am Arbeitsplatz. Dem folgend kann sich Führung nicht nur

auf die strategisch-instrumentelle Übersetzung von unternehmerischen Erfolgszielen in

konkretes Führungshandeln beziehen, sondern muss um die Dimension der auf die

Bedürfnisse und den Persönlichkeitsschutz der Mitarbeiter bezogenen Mitarbeiterziele

erweitert werden. Beiden Zielebenen schuldet die Führungsperson Verantwortung. Von

einer gegenseitigen Verträglichkeit der Erfolgsverantwortung (Erfolgsziele) und der

Humanverantwortung (Mitarbeiterziele) ist dabei nicht automatisch auszugehen. So

kann von einem Spannungsfeld zwischen Human- und Erfolgsverantwortung

gesprochen werden. Grundannahme dieser Arbeit ist es, dass eine Auflösung dieses

Spannungsfeldes nur über eine ethikbewusste Führung in Form einer Führungsethik

geschehen kann, die dazu in der Lage ist, ethikbewusstes Handeln im Spannungsfeld

1 Aus praktischen Gründen wird in dieser Arbeit die männliche Schreibweise benutzt. Die Meinung, die

männliche Schreibeweise würde eine ,,[...] patriarchale Definitionsmacht und männliche Dominanz

gegenüber Frauen mittels Sprache [...]" (Pankofer zitiert nach Klug 2003: S. 7) zum Ausdruck bringen,

teile ich nicht. Selbstverständlich sind beide Geschlechter gleichermaßen gemeint.


4

zwischen Human- und Erfolgsverantwortung zu begründen und somit einen Ausgleich

zwischen den Verantwortungsebenen zu schaffen.

Das Anliegen dieser Arbeit ist es nun, die Bedingungen und Zusammenhänge

darzustellen, die für die Führung und die Führungsethik konstitutiv sind, um darauf

aufbauend das Spannungsfeld zwischen Human- und Erfolgsverantwortung

aufzuzeigen. Weiterhin werden verschiedene ethische Grundpositionen dahingehend

untersucht, ob sie dazu geeignet sind, eine Führungsethik zu begründen, die

Orientierungshilfen für die Führungspraxis bietet und einen Beitrag zur Auflösung des

Spannungsfeldes zwischen Human- und Erfolgsverantwortung leisten kann.

Da durch die Führungsethik sowohl ethische als auch ökonomische Fragestellungen

berührt werden, werden im zweiten Kapitel Ethik und Ökonomie zunächst inhaltlich

bestimmt und daraufhin in ein Verhältnis zueinander gesetzt.

Im Rahmen des dritten Kapitels wird Führung ­ verstanden als direkte, interaktive

Mitarbeiterführung in Unternehmen ­ bezüglich ihrer grundsätzlichen Legitimation und

ihren Zielstellungen einer näheren Betrachtung unterzogen.

Darauf aufbauend wird im vierten Kapitel das Spannungsfeld zwischen Human- und

Erfolgsverantwortung thematisiert und diese Verantwortungsebenen präzisiert.

Im fünften Kapitel wird zunächst formuliert, was eine im Spannungsfeld zwischen

Human- und Erfolgsverantwortung situierte Führungsethik leisten muss, um

anschließend die tugendethische, die gewissensethische und die dialogethische

Grundposition sowie ihre führungsethischen Implikationen darzustellen. Diese werden

jeweils hinsichtlich ihrer Eignung, Orientierungshilfen für die Führungspraxis zu geben

sowie bezüglich ihres (potentiellen) Beitrages zur Auflösung des Spannungsfeldes

zwischen Human- und Erfolgsverantwortung untersucht.

Das sechste und letzte Kapitel dient schließlich einem Resümee, in dem die zentralen

Argumentationslinien dieser Arbeit nochmals zusammenfassend aufgezeigt werden und

ein kurzer Ausblick gegeben wird.


5

2.

Ethik und Ökonomie

,,In der Führungsethik fließen Gedanken der Ethik und der Ökonomie zusammen"

(Krupinski 1993: S. 98). Um ein Verständnis von Führungsethik entwickeln zu können,

folgt daraus die Notwendigkeit, zunächst die Begriffe Ethik und Ökonomie

darzustellen, um diese anschließend in ein Verhältnis zueinander setzen zu können.

2.1. Ethik

Um eine Bestimmung des Terminus Ethik vornehmen zu können, ist es notwendig

diesen von dem alltagssprachlich häufig synonym angewandten Begriff der Moral

abzugrenzen. ,,Moral bezeichnet dabei das, was ,man′ tut, also Konventionen, das

Übliche, die Alltags- und Durchschnittsmoral, wohingegen Ethik die Reflexion darauf

bezeichnet, ob das, was üblich ist, auch ,wirklich′ gut und richtig ist" (Honecker 1993:

S. 249). Insofern stellen Moralen normative Setzungen dar, die die vorherrschenden

Sinnvorstellungen einer Gemeinschaft beschreiben. Moral urteilt in sittlich gutes oder

aber auch schlechtes Verhalten und sucht danach richtungweisend einzugreifen (vgl.

Leisinger 1997: S. 13). Die Ethik als Wissenschaft hingegen reflektiert moralische

Anschauungen

und

normative

Setzungen

sowie

die

daraus

folgenden

Handlungsorientierungen hinsichtlich ihrer Geltungsansprüche kritisch und begründet

Grundsätze guten und gerechten Wollens und Handelns. Demzufolge ist es zentrale

Aufgabe der Ethik ,,[...] über aktuelle gesellschaftliche Probleme und Fragen unter

gegebenenfalls auch kritischen Rechtfertigungsaspekten nachzudenken" (Lenk/Maring

1996: S. 3). Insofern können ethische Fragestellungen und Reflexionen sich auf alle

Bereiche des menschlichen Lebens beziehen. Die ethische Urteilsbildung in Bezug auf

Fragestellungen wie ,Was sollen wir tun?′ oder ,Was dürfen wir tun?′, erfolgt dabei

stets unter einer Logik, die klar am Menschen als Person orientiert ist. Dies verlangt

Werte und Normen sowie die Folgen relevanter Handlungen im Hinblick auf

übergeordnete Grundwerte und Menschenrechte zu diskutieren, da diesen

Verantwortung geschuldet ist (vgl. ebd.: S. 4).

2.2. Ökonomie

Der Begriff Ökonomie stammt von dem griechischen Wort ,oikos′ ab, das Haus bzw.

Haushalt bedeutet und kann synonym als Wirtschaft bzw. Wirtschaftlichkeit verstanden



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