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Berufliche Sozialisation gestalten

Untertitel: Handlungsmöglichkeiten von Unternehmen und Berufsanfängern

Hausarbeit, 2008, 32 Seiten
Autor: Dipl. Sozialarbeiter/Sozialpädagoge (FH) Fabian Frank
Fach: Pflegemanagement / Sozialmanagement

Details

Veranstaltung: Lehrveranstaltung: Personalentwicklung
Institution/Hochschule: Katholische Fachhochschule Freiburg im Breisgau
Tags: Berufliche, Sozialisation, Lehrveranstaltung, Personalentwicklung
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2008
Seiten: 32
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 14  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V122014
ISBN (E-Book): 978-3-640-27202-0
ISBN (Buch): 978-3-640-27227-3

Zusammenfassung / Abstract

Die vorliegende Arbeit soll nun nicht der Klärung spezifischer Theorien, sondern der Klärung der Fragestellung dienen, wie Unternehmen mithilfe von Personalentwicklungsmaßnahmen die Phase der beruflichen Sozialisation in ihrem und im Sinne der Berufsanfänger mitgestalten können. Weiterhin wird untersucht welche Erwartungshaltungen bei Berufsanfängern bestehen, mit welchen Schwierigkeiten und Problemlagen sie sich zu Beginn ihrer Berufstätigkeit konfrontiert sehen, und was sie selber tun können, um den Berufseinstieg und die Phase der beruflichen Sozialisation im eigenen Sinne mitzusteuern und mitzugestalten. Hierzu wird im zweiten Kapitel zunächst der Begriff der Karriere einer näheren Betrachtung unterzogen und das im Rahmen dieser Arbeit zum Tragen kommende Karriereverständnis entwickelt. Im Anschluss daran werden verschiedene Phasen des beruflichen Werdegangs identifiziert und die besondere Bedeutung der Phase der beruflichen Sozialisation für die Karriereentwicklung dargestellt. Das dritte Kapitel dient einer näheren Betrachtung der Phase der beruflichen Sozialisation. Hier wird zunächst der Begriff der beruflichen Sozialisation diskutiert, um anschließend den phasischen Verlauf derselben darzustellen. Schließlich wird ein Überblick über ausgewählte Schwierigkeiten und Problemlagen, die im Rahmen der beruflichen Sozialisation auftreten können, gegeben. Im Vierten Kapitel werden die bisherigen Erkenntnisse im Bezug auf die Fragestellung konzentriert und die zentralen Fragestellungen dieser Arbeit weiter präzisiert. Im fünften Kapitel wird die Frage beantwortet, wie Unternehmen mithilfe von Maßnahmen der Personalentwicklung zu einer gelungenen beruflichen Sozialisation im eigenen und im Sinne des Berufsanfängers beitragen können. Hierfür wird zunächst dargestellt, was für ein Verständnis von Personalentwicklung dazu notwendig ist und welche Konzepte die Personalentwicklung hier bereithält. Im dritten Teil des fünften Kapitels wird exemplarisch angerissen, wie ein Einführungsprogramm für Berufsanfänger gestaltet werden kann, das gelungene berufliche Sozialisation ermöglicht. Im Rahmen des sechsten Kapitels wird mithilfe der Ergebnisse einer durch den Autor dieser Arbeit selbst durchgeführten Befragung die Frage beantwortet, welche Erwartungshaltungen, Schwierigkeiten und Probleme bei Berufsanfängern in der Phase der beruflichen Sozialisation bestehen und über welche Aktionsmöglichkeiten sie selbst verfügen, um diese Phase für sich selbst gewinnbringend zu gestalten. Dazu wird zunächst das der Befragung zugrunde liegende Forschungsdesign stichpunktartig dargestellt, um dann die in Bezug auf die Fragestellung relevanten Ergebnisse darzulegen. Im siebten und letzten Kapitel werden in einem Resümee die zentralen Gedankengänge und Ergebnisse dieser Arbeit zusammengefasst dargestellt.


Textauszug (computergeneriert)

Modul-Nummer: 2.1 Organisationsentwicklung

Berufliche Sozialisation gestalten

Handlungsmöglichkeiten von Unternehmen

und Berufsanfängern

- Hausarbeit -

von

Fabian Frank

Master Soziale Arbeit, 1. Semester

Katholische Fachhochschule Freiburg

08. Juli 2008

in Lehrveranstaltung 2.1.3 Personalentwicklung


2

Inhalt

1.

Einleitung 3

2.

Karriere ­ ein Überblick 5

2.1.

,Innere′ und ,äußere′ Karriere 6

2.2.

Phasen des beruflichen Werdegangs 7

3.

Berufliche Sozialisation 9

3.1.

Phasen der beruflichen Sozialisation in Unternehmen 10

3.2.

Schwierigkeiten und Problemlagen 10

4.

Fragestellung 12

5.

Personalentwicklung und berufliche Sozialisation 13

5.1.

Definition Personalentwicklung 14

5.2.

Ausgewählte Konzepte der Personalentwicklung 15

5.3.

Exemplarisches Einführungsprogramm 16

6.

Erwartungen und Aktionsmöglichkeiten von Berufseinsteigern im Rahmen

der beruflichen Sozialisation 19

6.1.

Forschungsdesign in Stichpunkten 19

6.2.

Darstellung der Ergebnisse 21

6.2.1.

Kategorie 1: Erwartungen an das Unternehmen 21

6.2.2.

Kategorie 2: Schwierigkeiten und Probleme beim Berufseinstieg 23

6.2.3.

Kategorie 3: Aktionsmöglichkeiten der Sozialisanden 25

7.

Schluss 27

Quellenverzeichnis 30


3

1.

Einleitung

Die sozialen Identitäten von Menschen werden häufig entlang von individuellen

Berufsbiographien beschrieben. Anhand der Abfolge von beruflichen Stationen in ihren

Lebensläufen wird über den gesellschaftlichen Erfolg und über die Karriere der

Betroffenen geurteilt. Zum Tragen kommende Parameter sind dabei Einkommen,

Status, Macht, Autonomie und deren Zunahme im Zeitverlauf. Häufig werden bei dieser

Beurteilung jedoch die begleitenden Rahmenbedingungen und die inneren

Beweggründe -also innere Aspekte der Karriere- vernachlässigt. Die Frage danach, was

die betreffende Person dazu bewegt hat, diesen Weg zu gehen und die damit

verbundenen Rollen anzunehmen, wird eher selten gestellt. Sie sollte aber gestellt

werden, da die Übernahme von Rollen in einem wechselseitigen Prozess geschieht, der

von äußeren Einflüssen, inneren Einstellungen und dem individuellen Umgang mit

diesen beiden Parametern geprägt ist. In der Soziologie wird dieser Prozess

Sozialisation genannt. Der Ausgang dieses Prozesses -also ob und wie eine Rolle

übernommen wird- ist dabei ungewiss.

Wie sich im Verlauf dieser Arbeit zeigen wird, findet auch in der Berufsbiographie

(berufliche) Sozialisation statt. Die berufliche Sozialisation lässt sich als Teil der

individuellen Karriere und als eine Phase des beruflichen Werdegangs bezeichnen. Sie

ist in dem Zeitraum zu verorten, der dem erstmaligen Eintritt in ein Berufsfeld bzw.

Unternehmen unter realen Arbeitsbedingungen folgt. In dieser Phase wird ein neuer

Mitarbeiter1 in die Kultur des jeweiligen Unternehmens bzw. Arbeitsfeldes eingeführt.

Dabei sind nicht nur Identifikation mit und Integration in das Unternehmen von großer

Bedeutung, sondern auch der persönliche Lernprozess wird zukunftsweisend

entscheidend beeinflusst, da hier entsprechende Berufsrollen und -identitäten

ausgebildet werden. Die oben angemerkte Unsicherheit bezüglich des Ausgangs der

Sozialisation ist auch hier vorhanden. So ist es nicht gewiss, ob ein Berufsanfänger die

ihm angetragene Rolle übernimmt, eine dementsprechende Identität ausbildet, den

eingeschlagenen Karrierepfad weiterverfolgt oder eine Umorientierung stattfindet. Da

die berufliche Sozialisation in Unternehmen stattfindet, sind von ihr nicht nur die

Berufsanfänger sondern auch die jeweiligen Organisationen betroffen. Es liegt an

1 Aus praktischen Gründen wird in dieser Arbeit die männliche Schreibweise benutzt. Die Meinung, die

männliche Schreibeweise würde eine ,,[...] patriarchale Definitionsmacht und männliche Dominanz

gegenüber Frauen mittels Sprache [...]" (Pankofer zitiert nach Klug 2003: S. 7) zum Ausdruck bringen,

teile ich nicht. Selbstverständlich sind beide Geschlechter gleichermaßen gemeint.


4

beiden die Phase der beruflichen Sozialisation erfolgreich zu gestalten und den

möglicherweise auftretenden Schwierigkeiten zu begegnen.

Die vorliegende Arbeit soll nun nicht der Klärung spezifischer Theorien, sondern der

Klärung

der

Fragestellung

dienen,

wie

Unternehmen

mithilfe

von

Personalentwicklungsmaßnahmen die Phase der beruflichen Sozialisation in ihrem und

im Sinne der Berufsanfänger mitgestalten können. Weiterhin wird untersucht welche

Erwartungshaltungen bei Berufsanfängern bestehen, mit welchen Schwierigkeiten und

Problemlagen sie sich zu Beginn ihrer Berufstätigkeit konfrontiert sehen, und was sie

selber tun können, um den Berufseinstieg und die Phase der beruflichen Sozialisation

im eigenen Sinne mitzusteuern und mitzugestalten.

Hierzu wird im zweiten Kapitel zunächst der Begriff der Karriere einer näheren

Betrachtung unterzogen und das im Rahmen dieser Arbeit zum Tragen kommende

Karriereverständnis entwickelt. Im Anschluss daran werden verschiedene Phasen des

beruflichen Werdegangs identifiziert und die besondere Bedeutung der Phase der

beruflichen Sozialisation für die Karriereentwicklung dargestellt.

Das dritte Kapitel dient einer näheren Betrachtung der Phase der beruflichen

Sozialisation. Hier wird zunächst der Begriff der beruflichen Sozialisation diskutiert,

um anschließend den phasischen Verlauf derselben darzustellen. Schließlich wird ein

Überblick über ausgewählte Schwierigkeiten und Problemlagen, die im Rahmen der

beruflichen Sozialisation auftreten können, gegeben.

Im Vierten Kapitel werden die bisherigen Erkenntnisse im Bezug auf die Fragestellung

konzentriert und die zentralen Fragestellungen dieser Arbeit weiter präzisiert.

Im fünften Kapitel wird die Frage beantwortet, wie Unternehmen mithilfe von

Maßnahmen der Personalentwicklung zu einer gelungenen beruflichen Sozialisation im

eigenen und im Sinne des Berufsanfängers beitragen können. Hierfür wird zunächst

dargestellt, was für ein Verständnis von Personalentwicklung dazu notwendig ist und

welche Konzepte die Personalentwicklung hier bereithält. Im dritten Teil des fünften

Kapitels wird exemplarisch angerissen, wie ein Einführungsprogramm für


5

Berufsanfänger gestaltet werden kann, das gelungene berufliche Sozialisation

ermöglicht.

Im Rahmen des sechsten Kapitels wird mithilfe der Ergebnisse einer durch den Autor

dieser Arbeit selbst durchgeführten Befragung die Frage beantwortet, welche

Erwartungshaltungen, Schwierigkeiten und Probleme bei Berufsanfängern in der Phase

der beruflichen Sozialisation bestehen und über welche Aktionsmöglichkeiten sie selbst

verfügen, um diese Phase für sich selbst gewinnbringend zu gestalten. Dazu wird

zunächst das der Befragung zugrunde liegende Forschungsdesign stichpunktartig

dargestellt, um dann die in Bezug auf die Fragestellung relevanten Ergebnisse

darzulegen.

Im siebten und letzten Kapitel werden in einem Resümee die zentralen Gedankengänge

und Ergebnisse dieser Arbeit zusammengefasst dargestellt.

2.

Karriere ­ ein Überblick

Der Begriff der Karriere ist in der Leistungsgesellschaft allgegenwärtig. Egal ob eine

Berufsbiographie aus individueller Sicht eingeschätzt wird, die Chancen oder Risiken

eines Stellenangebotes abgewogen werden, oder in Unternehmen Strategien gesucht

werden um Mitarbeiter langfristig zu binden: Karriere bzw. ,Karriere machen′ wird in

jedem dieser Beispiele eine wichtige Rolle spielen. Ob dabei ein einheitliches

Verständnis von Karriere zu Grunde liegt ist jedoch fraglich. So erscheint der Begriff

der Karriere dem Volksmund folgend zwar allgemein verständlich als ,,[...] Abfolge der

verschiedenen Stationen (Rollen) eines sozialen (beruflichen) Aufstiegs [...]" (Becker

2005: S. 389), weist bei genauerer Betrachtung jedoch weit mehr Facetten auf, als die

eines kontinuierlichen Aufstiegs in einer Organisation bzw. einem Berufsfeld. So ist

eine Verständigung darüber, was gemeint ist, wenn über Karriere gesprochen wird,

dringend notwendig. Im Folgenden werden die für diese Arbeit relevanten Aspekte des

Begriffs der Karriere herausgearbeitet.


6

2.1. ,Innere′ und ,äußere′ Karriere

Gemäß Manfred Becker (2005) meint Karriere nach wissenschaftlichem Verständnis

,,[...] die Abfolge objektiv wahrnehmbarer Positionen im Zeitablauf und umfasst damit

auch Abwärts- und Seitwärtsbewegungen" (ebd.: S. 389). ,,Insoweit werden Karrieren

meist in größeren Zusammenhängen, d.h. als Kette von Positionsfolgen oder sogar als

ganzes gesehen, bewertet und interpretiert" (Berthel/Becker 2007: S. 372).

Edgar Schein (2005) differenziert dieses Verständnis weiter aus und unterscheidet die

Dimensionen der ,äußeren′ und der ,inneren′ Karriere:

· Die ,äußere′ Karriere beschreibt Positionswechsel in organisationalen bzw.

Berufsgruppen immanenten Hierarchien. Sie ist dabei objektiv messbar an den

,,[...] Folgen von Stufen [...] die Berufsstände oder andere Organisationen als

Voraussetzung für den Fortschritt in einem Beruf bestimmt haben" (ebd.: S. 13).

Der Fortschritt in einer Berufshierarchie ist dabei von einer Zunahme von Macht

und/oder Autonomie gekennzeichnet.

· Die ,innere′ Karriere hingegen umfasst die gesamte ,,[...] Entwicklung des

Berufslebens der betreffenden Person und umschreibt, wie diese Entwicklung

von dieser Person selbst eingeschätzt wird" (ebd.: S. 13). Der Begriff der

,inneren′ Karriere wird dem Umstand gerecht, dass jede Person eigene

Vorstellungen des Berufslebens sowie hier wahrzunehmender Rollen hat und

persönliche Zielsetzungen, Motive, Ansprüche und Fähigkeiten in den

Karriereprozess einbringt.

Das im Rahmen dieser Arbeit zum Tragen kommende Verständnis von Karriere umfasst

sowohl den Aspekt des objektiven Statusgewinns über hierarchisches Vorankommen

und den daraus resultierenden Gewinn von Macht und Autonomie, als auch den Aspekt

der ,inneren′ Karriere, also der persönlichen Bedeutsamkeitszuschreibung in Bezug auf

die Entwicklung des Berufslebens. 2 Diese Aspekte werden dem oben zitierten

wissenschaftlichen Verständnis folgend als Phänomene im Zeitablauf angesehen, die

sich zu einem beruflichen Werdegang ordnen.

2 Auf eine weitere Ausdifferenzierung des Begriffs der Karriere in verschiedene Karrieretypen und

Karrierewege wird hier bewusst verzichtet, da dies im Rahmen der vorliegenden Arbeit keine Relevanz

entfalten würde. Zur weiteren Ausdifferenzierung des Karrierebegriffs siehe Becker (2005) und

Berthel/Becker (2007).



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