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Termpaper, 2006, 21 Pages
Author: Dipl. Sozialarbeiter/Sozialpädagoge (FH) Fabian Frank
Subject: Social Pedagogy / Social Work
Details
Institution/College: Catholic University Eichstätt-Ingolstadt (Fakultät für Soziale Arbeit)
Tags: Angst, Angstreaktion, Seminar, Abhängigkeit, Depression, Angst
Year: 2006
Pages: 21
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 12 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-27204-4
ISBN (Book): 978-3-640-27229-7
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Abstract
Die Frage nach der Natur der Angst, ihrer Entstehung und Entwicklung, nach ihrem Einfluss auf das Verhalten des Individuums, sowie nach der Variabilität der Angst ist eine Frage, die in der Wissenschaft wie im Alltag eine wichtige Rolle spielt. (Vgl.: Lazarus-Mainka, S.9) Das Individuum erfährt im Verlauf seines Lebens unzählige Situationen, auf die es mit Angst reagiert. Dabei sind die auslösenden Momente sowie die auf die Angst folgenden Reaktionen individuell unterschiedlich. So gibt es nichts, vor dem ein Mensch sich nicht ängstigen kann. Diese Arbeit hat zum Ziel das Phänomen der Angst überindividuell greifbar zu machen und die Relevanz des Themas für die soziale Arbeit darzustellen. Zunächst soll hierzu eine begriffliche Annäherung stattfinden, nach der Angst ein als negativ erlebtes, von körperlichen Erscheinungen begleitetes Gefühl ist, welches aus der subjektiven Bewertung einer Situation als Bedrohung entsteht und als Reaktion auf einen antizipierten oder tatsächlichen Kontrollverlust sowie als Reaktion auf die Unvorhersagbarkeit von Ereignissen folgt. Im Anschluss hieran sollen zwei Angsttheorien gewürdigt werden. Zum einen die „Signaltheorie der Angst“ nach Freud, nach welcher Angst als Gefahrensignal der wahrnehmenden und bewusst handelnden Instanz der Persönlichkeit, des Ichs, dient. Zum anderen die aus der behavioristischen Theorielinie stammende „Zwei Faktoren Theorie des Erwerbs von Angst und Vermeidung“, nach welcher Angst sowie Angstreaktion als erlerntes Verhalten anzusehen sind. Im Folgenden soll die biologische Stressreaktion im Gehirn, welche einem Angstauslöser folgt, näher betrachtet werden. Diese kann kontrolliert sein und zu einer Festigung von Lösungsmustern führen oder aber zu einer nicht mehr zu kontrollierenden Stressreaktion werden und vorhandene eingefahrene Lösungsmuster auflösen und dadurch -im Idealfall- zur Neustrukturierung des individuellen Bewältigungsverhaltens führen. Daraufhin soll näher beleuchtet werden, wie Komorbiditäten zur Angst, wie Depressionen, Zwangskrankheiten und Abhängigkeitserkrankungen entstehen können. Abschließend soll geklärt werden weshalb das Wissen um die Angst für die soziale Arbeit wichtig ist und welche methodischen Konsequenzen aus diesem Wissen erwachsen. Hierzu soll ein kurzer Überblick über den verhaltenstherapeutischen Ansatz sowie über den Ansatz der ressourcenorientierten Beratung, im Bezug zur Angst, gegeben werden.
Excerpt (computer-generated)
Katholische Universität
Eichstätt-Ingolstadt
Fakultät für Soziale Arbeit
Abhängigkeit Depression - Angst
Sommersemester 2006
,,Angst und Angstreaktion"
Fabian Frank
14.09.2006
2
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Angst Begriffliche Annäherung und Definition 4
2.1 Ängstlichkeit 5
3. Angsttheorien, Angstentstehung und Angstreaktion 5
3.1 Die psychoanalytische Angstauffassung - die ,,Signaltheorie der Angst" 5
3.1.1 Realangst 6
3.1.2 Neurotische Angst 6
3.1.3 Moralische oder Über-Ich-Angst 7
3.2 Die behavioristische Angstauffassung ,,Die Zwei Faktoren
Theorie des Erwerbs von Angst und Vermeidung" 7
4. Angst und das menschliche Gehirn 9
4.1 Die kontrollierbare Stressreaktion 9
4.2 Die unkontrollierbare Stressreaktion 11
4.3 Angst und Stressreaktion als Entwicklungsfaktor 13
5. Komorbidität Zwang, Sucht, Depression 14
5.1 Depressionen als Folge der Angst 14
5.2 Zwangskrankheiten als Folge der Angst 15
5.3 Abhängigkeit als Folge der Angst 15
6. Angst in der sozialarbeiterischen Praxis 16
6.1 Methodische Konsequenzen 16
6.1.1 Verhaltenstherapeutischer Ansatz 17
6.1.2 Ressourcenorientierte Beratung 18
Quellenverzeichnis 20
3
1. Einleitung
Die Frage nach der Natur der Angst, ihrer Entstehung und Entwicklung, nach ihrem
Einfluss auf das Verhalten des Individuums, sowie nach der Variabilität der
Angst ist eine Frage, die in der Wissenschaft wie im Alltag eine wichtige Rolle
spielt. (Vgl.: Lazarus-Mainka, S.9) Das Individuum erfährt im Verlauf seines
Lebens unzählige Situationen, auf die es mit Angst reagiert. Dabei sind die
auslösenden Momente sowie die auf die Angst folgenden Reaktionen individuell
unterschiedlich. So gibt es nichts, vor dem ein Mensch sich nicht ängstigen
kann. Diese Arbeit hat zum Ziel das Phänomen der Angst überindividuell greifbar
zu machen und die Relevanz des Themas für die soziale Arbeit darzustellen.
Zunächst soll hierzu eine begriffliche Annäherung stattfinden, nach der Angst
ein als negativ erlebtes, von körperlichen Erscheinungen begleitetes Gefühl ist,
welches aus der subjektiven Bewertung einer Situation als Bedrohung entsteht und
als Reaktion auf einen antizipierten oder tatsächlichen Kontrollverlust sowie
als Reaktion auf die Unvorhersagbarkeit von Ereignissen folgt.
Im Anschluss hieran sollen zwei Angsttheorien gewürdigt werden. Zum einen die
,,Signaltheorie der Angst" nach Freud, nach welcher Angst als Gefahrensignal der
wahrnehmenden und bewusst handelnden Instanz der Persönlichkeit, des Ichs,
dient. Zum anderen die aus der behavioristischen Theorielinie stammende ,,Zwei
Faktoren Theorie des Erwerbs von Angst und Vermeidung", nach welcher Angst sowie
Angstreaktion als erlerntes Verhalten anzusehen sind.
Im Folgenden soll die biologische Stressreaktion im Gehirn, welche einem
Angstauslöser folgt, näher betrachtet werden. Diese kann kontrolliert sein und
zu einer Festigung von Lösungsmustern führen oder aber zu einer nicht mehr zu
kontrollierenden Stressreaktion werden und vorhandene eingefahrene Lösungsmuster
auflösen und dadurch -im Idealfall- zur Neustrukturierung des individuellen
Bewältigungsverhaltens führen. Daraufhin soll näher beleuchtet werden, wie
Komorbiditäten zur Angst, wie Depressionen, Zwangskrankheiten und
Abhängigkeitserkrankungen entstehen können. Abschließend soll geklärt werden
weshalb das Wissen um die Angst für die soziale Arbeit wichtig ist und welche
methodischen Konsequenzen aus diesem Wissen erwachsen. Hierzu soll ein kurzer
Überblick über den verhaltenstherapeutischen Ansatz sowie über den Ansatz der
ressourcenorientierten Beratung, im Bezug zur Angst, gegeben werden.
4
2. Angst Begriffliche Annäherung und Definition
Die weiten Facetten der subjektiven Angst werden umgangssprachlich mit Worten
beschrieben welche gegenteilig zu ,,schön" und ,,Freude" verwendet werden und in
Verbindung zu Worten wie zum Beispiel Furcht, Elend, Schrecken und Einsamkeit
stehen. Diese Beschreibungen beinhalten Etikettierungen mit Gefühlswerten und
sind somit der Ausdruck eines vorwissenschaftlichen Verständnisses. Auf der
begrifflichen Ebene lässt sich das Wort Angst auf das indogermanische Wort êngh
(eng), sowie auf das lateinische Wort angustus (Beengtheit) zurückführen. Einer
an diese Terminologie anknüpfenden Definition folgend ist Angst ,,ein als
beklemmend, bedrückend und als unangenehm erlebter Ich-Zustand, der für das
Individuum eine Bedrohung darstellt, mit physiologischen Vorgängen verbunden ist
und das Verhalten beeinflusst. Dieser Ich-Zustand wird in der Regel durch die
gedankliche Vorwegnahme der Nichtbewältigung einer bestimmten Situation
ausgelöst und deshalb als bedrohlich erlebt." (Hobmair 2003, S.169)
Diese Definition trifft erste Aussagen zum Erleben und zur Entstehung der Angst
sowie zur Angstreaktion, muss jedoch um eine zweite erweitert werden, da sie
keine Aussagen darüber trifft, welche Funktionalität und Motive die Angst
besitzt. Diese werden anhand einer zweiten Definition deutlicher. Nach dieser
ist Angst ,,ein als unangenehm empfundener, gleichwohl lebensnotwendiger
(weil Gefahr signalisierender) emotionaler Zustand mit zentralem Motiv der
Vermeidung bzw. Abwehreiner Gefahr und unter Umständen psychischen und
physischen Begleiterscheinungen: Unsicherheit, Unruhe, Erregung, eventuell
Panik, Bewusstseins-, Denk-, oder Wahrnehmungsstörungen, Anstieg von Puls- und
Atemfrequenz, verstärkte Darm- und Blasentätigkeit, Übelkeit, Zittern,
Schweißausbrüche." (Lazarus-Mainka, Siebeneick, S.13) Diesen Definitionen
folgend kann zusammenfassend gesagt werden, dass Angst ein als negativ
erlebtes, von körperlichen Erscheinungen begleitetes, Gefühl ist, welches aus
der subjektiven Bewertung einer Situation als Bedrohung entsteht und als
Reaktion auf einen antizipierten oder tatsächlichen Kontrollverlust sowie als
Reaktion auf die Unvorhersagbarkeit von Ereignissen folgt. Angstauslöser und
darauf folgende Reaktionen sind dabei individuell unterschiedlich, da Angst
stets subjektiv ist. So gibt es nichts, vor dem ein Mensch sich nicht Ängstigen
kann.
Angst zieht körperliche sowie psychische Reaktionen nach sich die dabei eine
positive Funktionalität besitzen können, wenn versucht wird Bedrohungen
abzuwehren oder zu vermeiden. Daraus lässt sich schließen, dass Angst eine
verhaltenssteuernde Komponente besitzt. Angst steht somit am Anfang eines
Verhaltensprogramms zu ihrer eigenen Abwehr.
5
2.1 Ängstlichkeit
Von der Angst zu unterscheiden ist die Ängstlichkeit. Ängstlichkeit beschreibt
wie hoch die Erwartung an sich selbst ist Angst zu verspüren. Somit kann sie
auch als Persönlichkeitseigenschaft gesehen werden, welche die chronische
Angstbereitschaft einer Person darstellt und einer Person zugewiesen wird, die
in vielen Situationen mit Angst reagiert.
3. Angsttheorien, Angstentstehung und Angstreaktion
,,Beim Mensch (...) tritt Angstverhalten auf. Dieses Angstverhalten kann (...)
durch spezifische Gefahrensignale ausgelöst oder durch Situationen verursacht
werden, die das Individuum in irgendeiner Weise verunsichern." (Lazarus-Mainka,
S.46) Angst kann also durch spezifische angstauslösende Ereignisse entstehen,
wie zum Beispiel Schmerzreize, Gefahrenmomente oder Stresssituationen oder durch
bestimmte Reizkonstellationen wie Erspüren der eigenen Hilflosigkeit oder einer
anwachsenden Bedürfnisspannung. Des Weiteren kann Angst auch durch komplexe,
gedanklich vorgestellte Reize und schwer zu beschreibende, nicht fassbare oder
nicht immer bewusste Inhalte ausgelöst werden (vgl.: Lazarus-Mainka, Siebeneick,
S.13). Angst kann also auf vielfältige Art und Weise durch vielfältige
Auslösebedingungen entstehen. Ebenso vielfältig wie die Auslösebedingungen der
Angst sind die Theorien zu ihrer Entstehung. Im Folgenden sollen Beispielhaft
zwei Theorien aus den großen psychologischen Theoriefamilien vorgestellt werden.
Zum einen soll mit der ,,Signaltheorie der Angst" nach Freud die
psychoanalytische Angstauffassung beleuchtet werden. Zum anderen soll mit der
,,Zwei Faktoren Theorie des Erwerbs von Angst und Vermeidung" eine Theorie aus
der behavioristischen Theoriefamilie gewürdigt werden.
3.1 Die psychoanalytische Angstauffassung - die ,,Signaltheorie der Angst"
Nach Freuds ,,Signaltheorie der Angst" dient Angst als Gefahrensignal der
wahrnehmenden und bewusst handelnden (kognitiven) Instanz der Persönlichkeit,
des Ichs. Angst ist dabei für Freud generell ,,ein Affektzustand, der aus einer
Erregungssteigerung, aus Reaktionen zur Abfuhr dieser Erregung, aus der
Wahrnehmung dieser Erregung und ihrer Abfuhr und aus einem, diesen Verlust
begleitenden Unlusterlebnis besteht." (Krohne, S.11) Die Signalangst kann als
sekundärer Affekt verstanden werden. So warnt sie zwar vor zukünftigen Gefahren,
ihre Entstehungsbedingungen liegen jedoch in der Vergangenheit. Die Signalangst
wird nach der Erinnerung an einen primären Affekt reproduziert.
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