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Bachelor Thesis, 2007, 54 Pages
Author: Daniel Schneider
Subject: Politics - International Politics - Region: Middle- and South America
Details
Tags: Brasilien, Außenpolitik, Mercosur, Intergouvernementalismus, FTAA, ALCA, Integration, Lateinamerika
Year: 2007
Pages: 54
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 52 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-25886-4
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Abstract
Die vorliegende Arbeit behandelt die Konzeption des Mercosur als ein politisches Projekt der brasilianischen Außenpolitik. Die Forschungsfrage lautet, ob Brasilien die südamerikanische Integration im Rahmen des Mercosur verfolgt, um ökonomische Interessen zu verfolgen, oder ob geopolitische Aspekte ausschlaggebend sind. Diese Frage wird dahingehend beantwortet, dass das Staatenbündnis von Brasilien instrumentalisiert wird, um auf der internationalen Ebene an Prestige zu gewinnen und eine Führungsposition in Südamerika zu etablieren. Durch die Überprüfung bestimmter Indikatoren wird diese These gestützt. Dabei dient der liberal-intergouvernementale Ansatz von Andrew Moravcsik als Ausgangspunkt die Indikatoren abzuleiten. Vor dem Hintergrund von Verhandlungen über eine hemisphärische Freihandelszone wird das brasilianische Verhalten in den Kontext des Mercosur gestellt. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei den brasilianischen Akteuren, im Besonderen der Politik, Unternehmerverbänden, Gewerkschaften und dem Militär, gewidmet. Ebenso findet der institutionelle Rahmen des Mercosur Beachtung.
Excerpt (computer-generated)
Ernst-Moritz-Arndt-Universität
Institut für Politikwissenschaft
Bachelor -Arbeit
Im Fachbereich Politikwissenschaft
Die brasilianische Außenpolitik zwischen Mercosur und
der FTAA
vorgelegt von:
Daniel Schneider
Abgabedatum: 07. August 2007
Inhaltsverzeichnis
1
Einführung 2
1.1
Einleitung 2
1.2
Ergebnis der Arbeit 2
1.3
Methode 3
2
Theorie 4
2.1
Liberaler Intergouvernementalismus 4
2.2
Definition: Geopolitik und ökonomische Interessen 6
2.3
Indikatoren für Geopolitik und Sicherheitsinteressen 7
2.4
Indikatoren für wirtschaftliche Gründe 9
2.5
Konsequenzen für meine Arbeit 13
3
Empirie 15
3.1
Die Entstehung: Die argentinisch-brasilianische Annäherung 15
3.2
Institutionalisierung des Mercosur 17
3.4.1
Variationen über Themen und in den beteiligten Ländern 25
3.4.2
Änderung der Präferenzen als Reaktion auf Veränderung im internationalen
Umfeld 25
3.4.2.1 Gründungs- und Anfangsphase des Mercosur 26
3.4.2.2 Die Assoziierung mit dem Andenpakt und die Gründung einer
südamerikanische Union 28
3.4.2.3 Aufnahme Venezuelas 29
3.4.3
Die Agenda des Mercosur 31
3.4.4
Außenbeziehungen des Mercosur 31
3.4.4.1 Mercosurinterne Themen 33
3.5
Nationale brasilianische Akteure 35
3.5.1
Politik 35
3.5.2
Militär 36
3.5.3
Unternehmerverbände 39
3.5.4
Gewerkschaften 42
4
Schlussbetrachtung 44
4.1 Schlussbetrachtung 44
4.2
Zusammenfassung 46
4.3
Abstract 46
5 Literaturverzeichnis 47
1
Einführung
1.1 Einleitung
In der letzten Dekade des ausgehenden 20. Jahrhundert ist eine starke Zunahme des
Welthandels zu beobachten. Diese Entwicklung geht einher mit der Bildung verschiedener
Handelsblöcke. Einerseits wird versucht, den Welthandel durch die WTO zu regeln und ihm
eine institutionelle Basis zu geben. Auf der anderen Seite etablieren sich neue regionale
Handelsblöcke, die auch untereinander in Verhandlungen treten. Die Zahl regionaler
Handelsabkommen hat seit dem Beginn der 90er Jahre erheblich erhöht (vgl. Vaillant
2005:52). Ich möchte den Fokus auf den südamerikanischen Mercosur1 richten und danach
fragen, ob es sich tatsächlich um ein wirtschaftlich motiviertes und zur Verfolgung
wirtschaftlicher Ziele betriebenes Integrationsprojekt handelt. Diese Vermutung liegt zunächst
nahe, da die primären Ziele die Schaffung eines gemeinsamen Marktes mit gemeinsamen
Außenzoll ist. Bereits der Name weist hierauf hin. Nun verfolgen die verschiedenen
beteiligten Regierungen mit solcher Integration verschiedene Ziele. Jedenfalls muss der Wille
zur Integration bei allen Partnern zum Zeitpunkt der Gründung da gewesen sein. Über die
Motivation ist damit aber noch nichts gesagt. Einige Staaten sehen (wirtschaftliche)
Integration als wirtschaftspolitische Notwendigkeit, andere sehen sie als Mittel sich
geopolitisch besser zu stellen. In der Wissenschaft überwiegt die Meinung, dass der Mercosur
ein Projekt ist, mit dem Brasilien einen Führungsanspruch in Lateinamerika untermauern und
auch das internationale Prestige zu steigern versucht. Die Schwierigkeit zwischen
geopolitischer und ökonomischer Motivation bei wirtschaftlicher Integration zu unterscheiden
liegt an den indirekten Folgen ökonomischer Integration (Moravcsik 1998:27).
1.2 Ergebnis der Arbeit
In meiner Arbeit werde ich zeigen, dass der Mercosur ein politisches Projekt ist mit dem
Brasilien seine Vormachtstellung in Südamerika untermauern möchte, um so international
mehr Gewicht zu bekommen. Die zentrale Funktion des Mercosur aus brasilianischer Sicht ist
dabei die Erhöhung seiner Verhandlungsmacht. Durch den Mercosur soll die brasilianische
Führungsposition in Südamerika gefestigt werden. Um international an Gewicht zu gewinnen
1 Sp.: Mercado común del sur, dt.: Gemeinsamer Markt des Südens.
2
ist Brasilien darauf angewiesen, ein gewisses Maß an Repräsentativität für das südliche
Lateinamerika zu besitzen.
1.3 Methode
Ich werde dazu den Ansatz von Andrew Moravcsik anwenden. Er untersuchte verschiedene
Integrationsschritte der Europäischen Gemeinschaften und fragte nach den jeweiligen
nationalen Interessen und versuchte zu beantworten, ob diese geopolitisch oder aus
wirtschaftlichen Erwägungen herangezogen wurde. Die Frage nach den nationalen Interessen,
warum regionale Integration angestrebt wird soll hier im Fall Brasiliens beantwortet werden.
Zur Beantwortung dieser Frage sind die nationalen Interessen, der innerstaatliche
Präferenzbildungsprozess, die innerstaatlichen Akteure, aber auch geopolitische Ereignisse
von Bedeutung, da diese als Indikatoren für den Hauptgrund der Integration dienen.
Diese Untersuchung setzt aber voraus, zwischen Wirtschaftspolitik und Geopolitik zu
unterscheiden. Außerdem müssen Indikatoren gefunden werden, die auf die jeweilige
Motivation hinweisen. Im Rahmen dieser Arbeit werden die Begriffe ,,Geopolitik" und
,,ökonomische" Interessen in dem Sinne gebraucht, wie sie Andrew Moravcsik definiert.
Um dieser Frage nachzugehen wird also Folgendes getan: Zunächst muss zwischen
Wirtschaftspolitik und Geopolitik unterschieden werden. Anschließend müssen Indikatoren
für die jeweiligen Politiken gefunden werden. Diese werden anschließend ,,getestet".
Schließlich wird daraus ersichtlich, was der Antrieb für die regionale Integration war.
3
2
Theorie
Andrew Moravcsik entwickelte einen ,,
rationalist framework
", keine Theorie, um
internationale Kooperation zu verstehen. Dabei kann jede der drei Ebenen dieses ,,Rahmens"
isoliert betrachtet werden (Moravcsik 1998:19). ,,
Liberaler Intergouvernementalismus
" hat
sich als Bezeichnung für diesen Erklärungsansatz in der Wissenschaft durchgesetzt. Diesen
werde ich im folgenden Abschnitt näher erläutern.
2.1 Liberaler Intergouvernementalismus
Die Variation der staatlichen Präferenzen in den internationalen Beziehungen zu erklären ist
ein wichtiges Anliegen dieses Ansatzes (Moravcsik 1998:20). Sie verändern sich inhaltlich,
länderübergreifend und im Verlauf der Zeit. Sie reagieren damit auf Veränderungen in ihrem,
ökonomischen, ideologischen und geopolitischen Umfeld (Moravsik 1998:23).
Der liberale Intergouvernementalismus geht davon aus, dass innergesellschaftliche
Gruppierungen das außenpolitische Verhalten von Staaten bestimmen. Auf diese Weise wird
die nationale Politik mit der Außenpolitik verknüpft. Besonders Andrew Moravcsik gab der
liberalen Theorie neue Anstöße (Schieder 2003:173). Im Fokus dieser Theorie stehen
innergesellschaftliche Gruppen und Individuen, die innerhalb des Staates um Einfluss auf die
Regierungsentscheidungen konkurrieren (Schieder 2003:175). Die Regierungen versuchen
die Interessen der dominanten oder einflussreichsten Gruppen umzusetzen, wobei das Streben
nach Wohlfahrtsgewinnen als wichtigstes Motiv gilt (Schieder 2003:176). Moravcsik sieht
drei Kernelemente seines Ansatzes: Die Annahme rationalen staatlichen Handelns, eine
liberale Theorie der Formation nationaler Präferenzen und die intergouvernementale Analyse
zwischenstaatlicher Verhandlungen. Die Dreiteilung seines Ansatzes folgt der Frage, was die
entscheidenden Determinanten der nationalen Präferenzbildung sind, welche Faktoren dann
das Zustande kommen internationaler Abkommen erklären und welche Faktoren eine
bestimmte Institutionalisierung erklären (Moravcsik 1998:23). Ein weiterer wichtiger Aspekt
seines Ansatzes ist dass ,,
costs and benefits of economic interdependence (...) the primary
determinants of national preferences
" sind (Moravcsik 1993:480). Hier kommt zum
Ausdruck, dass die wichtigsten nationalen Akteure Produzentengruppen sind.
Kooperation ist dann wahrscheinlich, wenn Interessen und Präferenzen kompatibel sind bzw.
konvergieren. Liegen sie weit auseinander, so kommt es zu Spannungen und Konflikten
(Schieder 2003:178). In Bezug auf die Außenpolitik bedeutet es, dass sie Ergebnis
4
veränderten Drucks inländischer sozialer Gruppen, der durch politische Institutionen erzeugt
wird, sind (Moravcsik 1993:481). Die nationalen Regierungen sind in die heimische und
transnationale Zivilgesellschaft ,,eingebettet", Interessengruppen artikulieren Präferenzen und
Regierungen setzen sie lediglich um, da ihr Hauptinteresse darin besteht im Amt zu bleiben
(Moravcsik 1993:483). Dabei merkt er an, dass die Einflussnahme direkt oder indirekt
erfolgen kann (Moravcsik 1993:484). Dadurch dass die Außenpolitik lediglich eine Antwort
auf die Interessen nationaler Gruppen ist, kann auch eine Veränderung der nationalen
Präferenzen erklärt werden: ,,
The identity, interests, and influence of groups vary across time,
place and especially issue-areea, acording to the net expected costs and benefits of potential
foreign policies
" (Moravcsik 1993:483). Der liberale Ansatz Moravcsiks beinhaltet ,,
two types
of general international relations theory often seen as contradictory: a liberal theory of
national preference formation and an intergovernmentalist analysis of interstate bargaining
and institutional creation
"(Moravcsik 1993:482).
Innerhalb des Liberalismus unterscheidet Moravcsik drei Varianten: Ideellen, kommerziellen
und republikanischen Liberalismus
. Ideeller Liberalismus
betont die Präferenzen für eine
bestimmte politische Ordnung und Werten (Schieder 2003:178). Der
kommerzielle
Liberalismus
erklärt staatliches Verhalten durch wirtschaftliche Austauschbeziehungen,
welche durch ökonomische Akteure getragen und für diese potentielle Gewinne, oder auch
Verluste bieten. Militärische Konflikte oder Sanktionen sind unwahrscheinlich, da diese mit
mehr Kosten verbunden sind (Schieder 2003:179f.). Der
Republikanische Liberalismus
geht
auf die Möglichkeiten einer effektiven Einflussnahme und deren Konsequenzen ein. Danach
ist der politische Einfluss umso größer, je stärker die jeweiligen Gruppen in den
Entscheidungsgremien vertreten sind (Schieder 2003:180). Die Verteilung politischen
Einflusses hat auch seine Auswirkungen auf die Kooperationsbereitschaft bzw. auf die
Neigung zu unilateralen Lösungen. Angenommen wird, dass die Kooperationsbereitschaft
umso größer ist, je gleichmäßiger der Einfluss verteilt ist. Je mehr der Zugang zu politischen
Entscheidungsträgern auf eine Gruppe beschränkt ist, desto wahrscheinlicher sind
zwischenstaatliche Konflikte, da die damit verbundenen Kosten leichter auf die
unterpräsentierten Gruppen abgewälzt werden können (Schieder 2003:150f.). Liberal ist nur
der nationale Präferenzbildungsprozess, Staaten treten in den zwischenstaatlichen
Verhandlungen als Einheit auf. Der zentrale Akteur in den internationalen Beziehungen ist
uns bleibt der Nationalstaat (Moravcsik 1998:22).
5
Für meine Arbeit wird die Beteiligung von innerstaatlichen Interessengruppen, wie
Unternehmerverbände und Gewerkschaften, von Bedeutung sein. Dies stellt den nationalen
Präferenzbildungsprozess, die erste Stufe der liberalen Theorie, dar. Die Haltung Brasiliens
zur FTAA/ALCA2 machen die Einstellungen Brasiliens auf internationaler Bühne deutlich.
Dabei handelt es sich aber nicht um die Stufe der internationalen Verhandlungen, da es sich
um ein anderes Integrationsprojekt handelt. Allerdings können die Verhandlungen zur
FTAA/ALCA und das brasilianische Verhalten wichtige Hinweise über die wirklichen
brasilianischen außenpolitischen Ziele geben.
Ebenso wir danach gefragt, ob die Art der Institutionalisierung uns Auskunft über eine
Tendenz hinsichtlich der Ausrichtung der Integration geben kann. Die Frage ist, warum
überhaupt Staaten Souveränität abgeben. Die Entscheidung Souveränität abzugeben oder sie
zu bündeln ist die dritte Stufe seines Erklärungsansatzes (Moravcsik 1998:20). Moravcsik
fragt aber nicht danach, ob durch die institutionelle Gestalt eine zugrunde liegende Motivation
ersichtlich ist. Er fragt lediglich, welche Institutionalisierung im Hinblick auf die
Verhandlungsergebnisse aussagekräftiger ist. Da er Anhänger der intergouvernementalen
Verhandlungstheorie ist, soll diese durch die Ergebnisse seiner Untersuchungen bekräftigt
werden. Von der institutionellen Ausprägung wird ein ,,Institutionalisierungsindikator"
ableitet. Das heißt, es wird untersucht, ob die institutionelle Ausgestaltung des Mercosur ein
Indikator auf eine vorherrschende Motivation sein kann. Dabei werden die Ausführungen
Moravcsiks bezüglich der supranationalen und intergouvernementalen Verhandlungstheorien
herangezogen.
Der ,,
rational framework
" bedient sich mehrerer möglicher Erklärungen etablierter Theorien.
Aus diesem Grund ist er selbst keine einheitliche Theorie. Die herangezogenen Indikatoren
umfassen also auch alle drei Stufen, dieses Ansatzes und beachten auch Veränderungen in der
internationalen Politik oder der internationalen Wirtschaft. Dabei ist jede Stufe durch eine
andere Theorie erklärt (Moravcsik 1998:20).
2.2 Definition: Geopolitik und ökonomische Interessen
Da der Ansatzes Andrew Moravcsiks herangezogen wird, der Forschungsfrage nachzugehen,
werden die Begriffe ,,Geopolitik" und ,,ökonomische Interessen" in seinem Sinne gebraucht.
2 FTAA, engl.: Free Trade Area of the Americas, sp.: Area de Libre Comercio de las Americas, dt.:
panamerikanische Freihandelszone
6
Geopolitik umfasst Bedrohungswahrnehmung der nationalen Souveränität und der
territorialen Integrität, wobei die Bedrohungswahrnehmung sowohl militärisch als auch
ideologischen Ursprungs sein kann. Ökonomische Interessen betreffen Auswirkungen von
Interdependenz und die Möglichkeiten für lukrativen grenzüberschreitenden Handel sowie
internationalen Kapitalverkehr (Moravcsik 1998:26).
Die indirekten Auswirkungen wirtschaftlicher Integration auf Geo- bzw. Sicherheitspolitik
liegen darin, dass durch die wirtschaftlichen Gewinne und Effektivitätssteigerung Ressourcen
frei werden, die zum militärischen Gebrauch verwendet werden können (Gowa 1995:38).
2.3 Indikatoren für Geopolitik und Sicherheitsinteressen
Brasilien lebt in einer ,,Region des Friedens" (Exército Brasileiro 2003, in. Flemes 2004a:22),
es ist ausschließlich von befreundeten Staaten umgeben. Dazu ist Brasilien auch militärisch
die stärkste Kraft in Südamerika. Jedoch hat es bis zur gegenseitigen Annäherung in den 80er
Jahren eine traditionelle Rivalität zu seinem größten Nachbarn Argentinien gehegt. Beide
Länder betrieben ein Atomprogramm, welches jedoch aufgegeben wurde (vgl. Hofmeister
2001:4). Die Nukleartechnik dient heute ausschließlich energiepolitischen3 Zwecken (Oehrlin
2007:5). Die Rivalität wurde aufgegeben und es besteht heute ein freundschaftliches und
durchaus vertrauensvolles Verhältnis zwischen beiden Staaten. Liegt dies an der
Vertrauensbildung und der gegenseitigen wirtschaftlichen Verflechtung durch den Mercosur?
Dann läge eine Verbindung zwischen Wirtschaftspolitik und politisch-militärischen
Maßnahmen vor. Wirtschaftspolitik dient in einem solchen Fall dazu, sicherheitspolitische
Ziele zu erreichen. Moravcsik folgert dass ,,Staaten eher zu wirtschaftlicher Kooperation um
geopolitische Ziele zu erreichen mit Staaten neigen, mit denen sie alliiert sind." (Moravcsik
1998:27). Ein Indikator für geopolitische Ziele, welche mit wirtschaftlicher Kooperation
verfolgt werden ist demnach der Kooperationspartner. Sind sie schon ,,befreundet", weist dies
auf eine Koalitionsbildung mit wirtschaftlichen Mitteln gegen einen Dritten hin. Dieses
Konzept passt in neorealistische Ansichten des ,,
balance of power"
. Wirtschaftliche
Integration dient demnach der Bildung einer Gegenmacht und der Ausbalancierung eines
überlegenen Gegners (Moravcsik 1998:29).
3 Die Atomenergie spielt erneut eine wichtige Rolle in der Energiepolitik. Außerdem gibt es Pläne zum Bau
eines atomgetriebenen Unterseeboots siehe.
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