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Details

Veranstaltung: Hauptseminar: Fachsprachen, Sondersprachen, Gruppensprachen und allgemein Sprachen des Französischen
Institution/Hochschule: Universität Mannheim (Lehrstuhl Romanistik II)
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 1998
Seiten: 29
Literaturverzeichnis: ~ 12  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 103 KB
Archivnummer: V1229
ISBN (E-Book): 978-3-638-10776-1

Textauszug (computergeneriert)

Universität Mannheim
Lehrstuhl Romanistik II
Wintersemester 1997/98

Hauptseminar: Fachsprachen, Sondersprachen, 
Gruppensprachen und Allgemein Sprachen des Französischen

HAUSARBEIT

Thema: 

Französische Presse und Zeitungssprache

vorgelegt von: 

Ute Hauber

Romanistik/ Germanistik (LA)
Semester: 9 / 9

Inhalt:

1. Zeitungsgeschichte: 3
1.1. Zeitungsgeschichte Frankreichs bis Ende des 19.Jh. 3

2. Grundmerkmale einer Zeitung 5
2.1. Die Sprache(n) in der Zeitung 6
2.1.1.Merkmale der Zeitungssprache: 7
2.2. Werkstattsprache der französischen Zeitungen 11
2.2.1.Die metaphernreicheTerminologie der Titelseite11
2.3. Journalistische Ausdrucksformen 12

3. Das Feuilleton und der Feuilletonismus 15
3.1. Ursprung und Geschichte des Feuilletonismus als journalistische Haltung 15
3.2. Das Feuilleton als Stoff- und Spartenbegriff 16

4. Die Pariser Presselandschaft 18
4.1.La presse parisienne <> la presse nationale 18
4.2. Charakteristische Merkmale der quotidiens parisiens: 19
4.3. Leserschaft verschiedener Zeitungen 21
4.4. Titelseiten und Charakteristik verschieder quotidiens nationals 22

5. Bibliographie: 26

 

1. Zeitungsgeschichte:

Erste Spuren des modernen Zeitungswesens, der Gazetten (gazetta), Novellen (novellae), Avisen oder Couranten, sind in Italien zu finden: Die Regierung der Republik Venedig traf Mitte des 16.Jh. die Anordnung einer wöchentlichen Zusammenstellung aller wichtigen In- und Auslandsereignisse für ihre Agenten. Diese Zusammenstellungen erhielten die Bezeichnungen ,,Foglietto" oder ,,Fogli di aviisi". Sehr schnell bekamen aufmerksame Privatleute Interesse an diesen Nachrichten. Und da sich die Regierung Venedigs bis Ende des 17.Jh. der Verbreitung gedruckter Nachrichten widersetzte, gehörte es bald zur Tagesordnung, daß den Boten der Nachrichten pro Zusammenstellung das Lösegeld in Höhe einer Scheidemünze bezahlt wurde. Diese Münze ist die sogenannte Gazetta und führte zur späteren Bezeichnung für Neuigkeitsblätter in Italien, Frankreich, Spanien und England: gazette.
(Brockhaus 1972: Zeitungen u. Zeitschriften, Reichardt 1992: 7ff.)

1.1. Zeitungsgeschichte Frankreichs bis Ende des 19.Jh.

Der Ursprung des französischen Journalismus wird auf den Mercure francais zurückgeführt, der von 1605 bis 1645 in 26 Bänden erschien. Sein Vorbild war das englische Wochenblatt English Mercury, und es handelt sich hier noch eher um eine historische Kompilation als um eine Zeitung.
Im April 1631 gründete der Arzt Théophraste Renaudot in Paris das Wochenblatt Gazette, ,,à Paris la formule d′un grand organe national, au service du monarque et de sa politique" (Reichardt 1992: 7). Sie erschien seit 1762 zweimal wöchentlich1 unter dem Titel Gazette de France und begann um diese Zeit bereits mit der Aufnahme von Annoncen, sowie 1765 mit der Mitteilung von Börsennachrichten. Seit 1792 erschien sie in größerem Format täglich mit dem Titel Gazette nationale de France, und es sind in ihr die ersten Theateranzeigen zu finden. Daneben entstand die Gazette Burlesque, eine Zeitung in Versen, die später als Musée Historique (3 Bände) 1656-65 erschien und für die Chronique scandaleuse2 des damaligen Paris von hohem Interesse war. Zu diesen beiden Blättern trat 1672 als drittes der Mercure Galant, ein politisch-literarisches Blatt, das nach einer Unterbrechung seit 1679 wieder regelmäßig erschien und 1717-1827 den Titel Mercure De France annahm.

Das erste französische Journal im genauen Sinne des Wortes, das heißt eine Tageszeitung, war schließlich das Journal de Paris (1777-1827).

L′explosion de la Révolution: 1789-1799:
Als Auslöser für die eigentliche Entstehung des heutigen französischen Journalismus gilt die Französische Revolution 1789. Innerhalb weniger Wochen brach die komplette Struktur und Einrichtung der presse d′Ancien Régime zusammen, und an die Stelle des vorherigen autoritär zensierenden Systems trat eine absolute Meinungsfreiheit, die auf Artikel XI der damaligen Déclaration des Droits de l′Homme et du Citoyen basiert:

,,La libre communication de la pensée et des opinions est
un des droits les plus précieux de l′homme: tout citoyen
peut donc parler, écrire, imprimer librement sauf à
répondre des abus de cette liberté dans les cas déterminés
par la loi" (Albert 1992: 7ff.).

[...]

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