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„Fit durch die Nacht.de“ - Entwicklung und Erstellung einer Website über gesunde Ernährung im Nachtdienst

Untertitel: Als Pilotprojekt in einer ausgewählten Klinikfachabteilung

Projektarbeit, 2009, 52 Seiten
Autor: Frank Güllmeister
Fach: Gesundheitswissenschaften

Details

Kategorie: Projektarbeit
Jahr: 2009
Seiten: 52
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V123078
ISBN (E-Book): 978-3-640-27716-2
ISBN (Buch): 978-3-640-27783-4

Zusammenfassung / Abstract

In Deutschland arbeiten 9,2% aller Arbeitnehmer regelmäßig oder ständig in der Nacht [Seifert 2005]. Also zu einer Tageszeit, die dem Biorhythmus zuwider läuft. Denn fast alle Körperfunktionen unterliegen einem tagesperiodischen Wechsel. Diese sind so gesteuert, dass sie zwischen einer Leistungsbereitschaft am Tage (ergotrope Phase) und der Erholungsbereitschaft in der Nacht (trophotrope Phase) wechseln. Damit stellt das Arbeiten gegen die „Innere Uhr“ (Body Clock) eine zusätzliche Belastung zur Arbeitstätigkeit dar, auf die mit zusätzlicher Anstrengung reagiert werden muss. Diese Desynchronisation der Zeitstruktur birgt nach einhelliger Auffassung der arbeitsmedizinischen und arbeitswissenschaftlichen Forschung erhebliche gesundheitliche Risiken [Priester 1994]. So gelten unter anderem Kreislaufstörungen und Magen-Darm-Erkrankungen als nachgewiesene gesundheitliche Folgen der ungünstigen Arbeitszeitbedingungen. Deren Ursache liegt jedoch auch an für den Körper ungünstigen Essenzeiten und Essgewohnheiten. So verzichten Schichtarbeiter häufig auf das Mittagessen, essen nachts häufig schwer verdauliche Kost und trinken große Mengen anregender Getränke. Fehlernährung und Übergewicht können die Folge sein [Beermann 2008]. Die Regeln einer gesunden Ernährung im Nachtdienst sind kaum bekannt. Eine bedarfsgerechte Ernährung spielt daher eine erhebliche Rolle für die Erhaltung der Gesundheit und eine optimale Leistungsfähigkeit der Schichtdienstleistenden. In der vorliegenden Arbeit wird anhand von Forschungsergebnissen (vgl. Kapitel 6) herausgestellt, wie ein auf die spezifische Situation des Schichtarbeiters zugeschnittener Ernährungsplan zu einer Risikominderung beitragen kann. In Kapitel 8 wird beschrieben, wie diese Ergebnisse mit entsprechenden Lösungsvorschlägen dem betroffenden Personenkreis vermittelt werden können. Zunächst wird in Kapitel 2 auf die medizinischen Grundlagen und Definitionen von Nachtarbeit eingegangen.


Textauszug (computergeneriert)

Hochschule Magdeburg-Stendal (FH)

Fachbereich Sozial- und Gesundheitswesen

Projektkonzeption

,,Fit durch die Nacht.de" ­

Entwicklung und Erstellung einer Website über

gesunde Ernährung im Nachtdienst als Pilotprojekt

in einer ausgewählten Klinikfachabteilung

Frank Güllmeister

2. Dezember 2008

Magdeburg


INHALTSVERZEICHNIS

Inhaltsverzeichnis

1

Einleitung

1

2

Grundlagen

2

2.1

Definition Nachtarbeit und deren Gründe .

2

2.2

Physiologische Grundlagen bei Nachtarbeitern .

3

2.3

Pathologische Folgen der Nachtarbeit .

5

3

Entwicklung der Fragestellung

6

4

Thema und Zielsetzung des Projektes

7

5

Gesundheitspolitische Relevanz des Projektes

8

6

Stand der Forschung und Entwicklung in der Praxis

11

6.1

Essgewohnheiten von Nachtarbeitern 11

6.2

Mögliche Folgen der unangepassten Ernährung im Nachtdienst 14

6.3

Studien mit Lösungsansätzen

15

7

Einschätzung der Realisierbarkeit und Strategien zur Akzeptanzsi-

cherung

16

7.1

Umsetzbarkeit in die Praxis 16

7.2

Umsetzungsprobleme 18

7.3

Strategien zur Akzeptanzsicherung

18

7.4

Einbindung in bestehende Strukturen 19

8

Durchführung

20

8.1

Vorbereitungsphase 20

8.2

Planungsphase 21

8.3

Durchführungsphase

22

8.4

Abschlussphase 22

iii


INHALTSVERZEICHNIS

9

Finanz- und Zeitplanung

22

9.1

Finanzplanung

22

9.2

Zeitplanung 24

10 Evaluation

24

11 Erwartbare Ergebnisse

25

12 Übertragbarkeit

26

Literaturverzeichnis

27

Abbildungsverzeichnis

30

Tabellenverzeichnis

30

A Anhang: Informationen

A 1

B Anhang: Inhalte der Website

B 1

B.1 Einleitung B 1

B.2 Buttons auf der Navigationsleiste B 1

B.2.1

Wissenswertes B 1

B.2.2

Empfehlungen zur Ernährung B 1

B.2.3

Mahlzeiten richtig verteilen

B 3

B.2.4

Weitere Fitmacher B 4

B.2.5

Rezeptideen B 5

B.2.6

Quiz B 5

B.2.7

Forum B 5

iv


1

EINLEITUNG

1

Einleitung

In Deutschland arbeiten 9,2 % aller Arbeitnehmer regelmäßig oder ständig in der

Nacht [Seifert 2005]. Also zu einer Tageszeit, die dem Biorhythmus zuwider läuft.

Denn fast alle Körperfunktionen unterliegen einem tagesperiodischen Wechsel. Diese

sind so gesteuert, dass sie zwischen einer Leistungsbereitschaft am Tage (ergotrope

Phase) und der Erholungsbereitschaft in der Nacht (trophotrope Phase) wechseln.

Damit stellt das Arbeiten gegen die ,,Innere Uhr" (Body Clock) eine zusätzliche

Belastung zur Arbeitstätigkeit dar, auf die mit zusätzlicher Anstrengung reagiert

werden muss. Diese Desynchronisation der Zeitstruktur birgt nach einhelliger Auf-

fassung der arbeitsmedizinischen und arbeitswissenschaftlichen Forschung erhebliche

gesundheitliche Risiken [Priester 1994].

So gelten unter anderem Kreislaufstörungen und Magen-Darm-Erkrankungen als

nachgewiesene gesundheitliche Folgen der ungünstigen Arbeitszeitbedingungen. De-

ren Ursache liegt jedoch auch an für den Körper ungünstigen Essenzeiten und Essge-

wohnheiten. So verzichten Schichtarbeiter häufig auf das Mittagessen, essen nachts

häufig schwer verdauliche Kost und trinken große Mengen anregender Getränke.

Fehlernährung und Übergewicht können die Folge sein [Beermann 2008]. Die Regeln

einer gesunden Ernährung im Nachtdienst sind kaum bekannt. Eine bedarfsgerechte

Ernährung spielt daher eine erhebliche Rolle für die Erhaltung der Gesundheit und

eine optimale Leistungsfähigkeit der Schichtdienstleistenden.

In der vorliegenden Arbeit wird anhand von Forschungsergebnissen (vgl. Kapitel 6)

herausgestellt, wie ein auf die spezifische Situation des Schichtarbeiters zugeschnit-

tener Ernährungsplan zu einer Risikominderung beitragen kann. In Kapitel 8 wird

beschrieben, wie diese Ergebnisse mit entsprechenden Lösungsvorschlägen dem be-

troffenden Personenkreis vermittelt werden können.

Zunächst wird in Kapitel 2 auf die medizinischen Grundlagen und Definitionen von

Nachtarbeit eingegangen.

1


2

GRUNDLAGEN

2

Grundlagen

2.1

Definition Nachtarbeit und deren Gründe

Das Arbeitszeitgesetz (§6) definiert die Nacht als die Zeit zwischen 23:00 Uhr und

6:00 Uhr. Nachtarbeitnehmer im Sinne des Gesetzes sind Arbeitnehmer, die mindes-

tens zwei Stunden in der Nacht arbeiten. Die Gründe für Nachtarbeit sind vielfältig:

1. Technische Gründe (z. B. um Produktionsprozesse nicht zu unterbrechen)

2. Soziale Gründe (Versorgung der Bevölkerung rund um die Uhr muss gewähr-

leistet sein: z. B. Krankenhäuser, Elektrizitätswerke, Verkehrsmittel und ande-

re Dienstleistungsbereiche)

3. Wirtschaftliche Gründe (z. B. Ausnutzung von Maschinen und Anlagen)

Mit der Globalisierung des Arbeitsmarktes und der zunehmenden Flexibilisierung

der Arbeitszeiten greifen immer mehr Betriebe auf atypische Arbeitszeitformen zu-

rück. Somit hält der Trend zur Wechselschicht und damit auch zur Nachtarbeit

ungebrochen an (vgl. Abbildung 1). Besonders betroffen sind ArbeitnehmerInnen

im Sozial-, Sicherheits- und Dienstleistungsbereich sowie in der Produktion und in

den Versorgungsbetrieben.

Abbildung 1: Schicht-, Nacht-, und Wochenendarbeit der abhängig Beschäftigten

1991 und 2004 in Prozent (nach [Seifert 2005]).

2


2

GRUNDLAGEN

Dies kann beispielsweise betriebswirtschaftliche Vorteile haben, wirkt sich jedoch

auch negativ auf die Gesundheit und die Teilhabe am familiären Leben aus. Denn

der Mensch ist grundsätzlich tagaktiv und somit am Tag leistungsfähig und in der

Nacht auf Erholung und Regeneration eingestellt. Eine Reihe von Körperfunktionen

erreicht nachts ihr Minimum. Dazu gehören unter anderen die Verdauung und der

Stoffwechsel (vgl. Abbildung 3). Aus diesem Grund stellt die Ernährung während

des Nachtdienstes ein besonderes Problem dar.

2.2

Physiologische Grundlagen bei Nachtarbeitern

Ausgangspunkt aller Abhandlungen die sich mit der beruflichen Beanspruchung

durch Nachtarbeit auseinandersetzen sind die Erkenntnisse über die circadiane

Rhythmik. Diese bestimmt die menschliche Leistungsfähigkeit und erstreckt sich

über einen Zyklus von ca. 25 Stunden [Aschoff 1998]. Doch sie bestimmt bei weitem

nicht nur die Schlaf- und Wachbereitschaft, sondern steuert auch Körpertempera-

tur, Stoffwechselvorgänge, Hormonspiegel, Muskeltonus, Zahl der Leukozyten, Puls

& Blutdruck, Vegetatives Nervensystem, Reaktionszeit, Stimmungslage und Auf-

merksamkeit (vgl. Abbildung 3).

Abbildung 2: Durchschnittliche tägliche physiologische Leistungsbereitschaft in Pro-

zent. Im Nachtdienst liegt die Leistungsfähigkeit des Menschen unter 40 % des tägli-

chen Durchschnitts (nach [Korczak 2002]).

3


2

GRUNDLAGEN

Abbildung 3: In der Nacht ruht sich der Körper aus und senkt alle seine Körper-

funktionen auf ein Minimum herab (nach [Münstermann und Preiser 1978]).

Diese physiologischen Prozesse unterteilen sich in eine Phase die den Menschen in

Leistungsbereitschaft versetzt und in eine Phase, die der Regeneration der veraus-

gabten Leistung dient. Nachtarbeiter sind jedoch mehr oder weniger dazu gezwun-

gen, asynchron zu ihrer Leistungs- und Regenerationsbereitschaft zu leben (siehe

Abbildung 2).

Dabei gilt es grundsätzlich festzuhalten, dass eine physiologische Anpassung des

Menschen an die Nachtarbeit nicht erfolgt. Eine Umkehrung des Biorhythmus bei

festliegender sozialer Umgebung ist nicht möglich [Hahn 1992].

4


2

GRUNDLAGEN

2.3

Pathologische Folgen der Nachtarbeit

Im Zusammenhang mit der oben beschriebenen Desynchronisation äußern Nachtar-

beitnehmer häufig folgende Beschwerden [Beermann 2008]:

· Schlafstörungen; Schlafdefizit/chronische Müdigkeit ,,chronique fatigue",

· gastrointestinale Beschwerden,

· kardiovaskuläre Störungen,

· vermindertes Wohlbehagen (reduced wellbeing).

Doch neben Magen-Darmbeschwerden (vgl. Abbildung 4) können durch die Zeit-

verschiebungen bei der Einnahme von Mahlzeiten Appetitstörungen entstehen

[Streich 1986]. Diese können ursächlich mit der verminderten Verdauungstätig-

keit und unter Umständen unzureichenden Verpflegungsmöglichkeiten während der

Nachtschicht in Verbindung gebracht werden. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen

Abbildung 4: Auswirkung von unterschiedlichen Schichtsystemen auf die Gesundheit

am Beispiel von Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes (nach [Elsner u. a. 1993]).

Hinweise auf eine positive Korrelation von Nachtarbeit und Krebserkrankungen.

Wesentliche Bedeutung wird dabei insbesondere den bei Nacht- und Schichtarbeit

veränderten Melatoninspiegeln beigemessen. So führt die Störung der physiologi-

schen circadianen Rhythmik unter anderem zu einer eingeschränkten Melatoninpro-

duktion und folglich erniedrigten Spiegeln. Daher führt die Internationale Agentur

für Krebsforschung (IARC) Nacht- und Schichtarbeit seit Dezember 2007 in der of-

fiziellen Liste wahrscheinlich krebserregender Agenzien (,,probably carcinogenic to

humans") [IARC 2008].

5



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